James
Corbett
REPORTAGE
Essays
zur
Neuen
Weltordnung
James
Corbett
REPORTAGE
Essays
zur
Neuen
Weltordnung
MMXXV
Copyright:
Edition
Shukutou
|
James
Corbett
Copyright
Deutsche
Ausgabe:
regenauer.press
Kontakt:
info@regenauer.press
(Montagnola,
CH)
Herausgeber:
T.-O.
Regenauer,
Ra
Cara
8,
CH-6926
Montagnola
Erstiibersetzung:
Silvia
Lorenz
Zweitlibersetzung,
Lektorat:
Tom-Oliver
Regenauer
Satz:
Buchgut
(Berlin,
D)
Artwork:
Diversified
Graphic,
LLC
(Atlanta,
USA)
Umschlag
Deutsche
Ausgabe:
Buchgut
(Berlin,
D)
Bildmaterial:
Creative
Commons
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Druck
und
Distribution
im
Auftrag
des
Autors:
tredition
GmbH,
Heinz-Beusen-Stieg
5,
22926
Ahrensburg,
Germany
ISBN:
978-3-384-69025-8
Bibliografische
Information
der
Deutschen
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Die
Deutsche
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verzeichnet
diese
Publikation
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der
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biblio-
grafische
Daten
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im
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An
meine
Kinder;
und
deren
Kinder;
und
deren
Kindeskinder:
Ich
habe
mein
Möglichstes
getan.
Inhalt
8
Vorwort
(Whitney
Webb)
13
Vorwort
des
Autors
18
Eine
Notiz
zu
den
Endnoten
22
Abenteuer
in
den
neuen
Medien
33
Geschäfte
mit
dem
9/11-Terror
44
Politik
des
Auf
und
Ab
86
Sie
wollen
deine
Gene
nicht
im
Genpool
113
Die
Geschichte
von
Ptech
126
Deine
Seele
für
ein
Matrix-Steak
136
Wie
man
Globalismus
wirklich
besiegt
163
Biotech-Milliardäre
und
die
gentechnische
Apokalypse
203
Wie
man
seine
Knechtschaft
genießt
213
Drei
unterschiedliche
Typen
214
Das
seltsame
Leben
des
Maurice
Strong
232
Die
wahre
Bedeutung
von
»Unabhängigkeit«
242
Die
9/11-Whistleblower
255
Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen
271
Spontane
Ordnung
kurz
erklärt
284
Wer
kontrolliert
die
Umweltbewegung?
294
Die
Flucht
vom
großen
Schachbrett
328
Und
jetzt
zu
etwas
völlig
anderem
335
Ein
Brief
an
die
Zukunft
342
Warum
ich
schreibe
355
Über
den
Autor
356
Index
Vorwort
(Whitney
Webb)
Das
mediale
Klima
hat
sich
in
den
letzten
zwei
Jahrzehnten
stark
verändert.
Trotz
dieser
massiven
Umbrüche
bleiben
die
Medien
ein
zentrales
Schlachtfeld
im
Krieg
um
die
Herzen
und
den
Verstand.
In
diesem
Krieg
werden
wohlmeinende
Menschen
routinemäßig
ins
Visier
genommen
—
mit
dem
Ziel,
sie
dazu
zu
bringen,
Standpunkte
zu
übernehmen
und
politische
Maßnahmen
zu
unterstützen,
die
ihren
Herrschern,
den
»Mächtigen«,
mehr
nützen
als
ihren
eigenen
Interessen.
Dies
gelingt
oft
mithilfe
sorgfältig
inszenierter
Krisen,
die
die
Öffentlichkeit
in
Angst
versetzen,
das
kritische
Denken
ver-
drängen
und
Menschen
dazu
bringen,
den
»vertrauenswürdigen«
Stimmen
in
den
Medien
blind
zu
folgen.
Im
Zuge
der
Entwicklungen
der
letzten
Jahre
wurden
wir
Zeugen
des
Vertrauensverlusts
in
die
Mainstream-Medien
und
des
Auf-
stiegs
unabhängiger,
alternativer
Medien.
Doch
während
Letztere
inmitten
der
(größtenteils
selbst
verschuldeten)
Todesspirale
der
etablierten
Medien
an
Einfluss
gewannen,
fanden
dieselben
Sozial-
ingenieure,
die
zuvor
die
großen
Medienkonzerne
manipulierten,
ein
neues
Betätigungsfeld
—
und
zwar
hinter
bestimmten
Akteuren
der
»unabhängigen«
Medien,
die
bereit
sind,
die
gleiche
Rolle
zu
übernehmen
wie
der
Mainstream
—
wenn
auch
in
anderer
Verpackung.
Infolgedessen
ist
es
zunehmend
schwieriger
ge-
worden,
sich
in
der
heutigen
Medienlandschaft
zurechtzufinden;
nicht
zuletzt
aufgrund
der
Entstehung
»alternativer
Mainstream
Medien«.
Aber
ein
paar
Veteranen
der
wirklich
unabhängigen
Medien
weisen
weiterhin
unbeirrt
den
Weg.
Seit
fast
20
Jahren
zählt
James
Corbett
zu
den
beständigsten,
verlässlichsten
und
glaubwürdigsten
Stimmen
der
unabhängigen
Medien.
Generationen
von
Wahrheitssuchenden
klärt
er
nicht
nur
über
die
Fakten
unserer
kollektiven
Misere
auf,
sondern
auch
darüber,
wie
wir
zu
besseren,
kritischeren
und
rationa-
leren
Denkern
werden
können.
Darüber
hinaus
spricht
er
über
Lösungsansätze,
die
uns
hoffentlich
dabei
helfen,
für
eine
bessere
Welt
zu
kämpfen.
Teile
von
James’
intellektueller
Reise
—
von
den
Anfängen
des
Corbett
Reports
bis
in
die
Gegenwart
—
werden
in
dieser
Essay-
Sammlung
nachgezeichnet.
Die
Texte
zeigen,
wie
ein
wahrhaft
aufrichtiger
und
wohlmeinender
Mensch
mit
scharfem
Verstand
sich
mit
den
größten
Herausforderungen
und
Krisen
der
letzten
zwei
Jahrzehnte
auseinandergesetzt
hat
—
und
welche
Lehren
er
daraus
gezogen
hat.
Aufgrund
seiner
langjährigen
Präsenz
im
Bereich
der
unabhängigen
Medien
hat
er
praktisch
jedes
relevante
Thema
behandelt
und
steht
mit
seiner
Fähigkeit,
über
die
meisten
(wenn
nicht
alle)
Aspekte,
die
den
globalen
Vormarsch
hin
zu
einer
neuen,
technokratischen
Weltordnung
ausmachen,
zu
sprechen,
weitgehend
alleine
da.
James
hat
nie
gezogert,
auch
»kontroverse«
Themen
wie
die
Wahrheit
uber
den
11.
September
direkt
anzusprechen
—
Themen,
über
die
heute
zwar
gesellschaftlich
diskutiert
werden
darf,
deren
offene
An-
sprache
früher
jedoch
fast
zwangsläufig
zu
Schwierigkeiten
führte.
James’
Talente,
verbunden
mit
seinem
unbeirrbaren
Festhalten
an
der
Wahrheit
—
selbst
dann,
wenn
sie
schwer
zu
ertragen
ist
—
haben
so
vielen
von
uns,
mich
eingeschlossen,
geholfen,
die
Lügen
unserer
Herrscher
zu
durchschauen
und
Dinge
grundsätzlicher
zu
hinterfragen.
Als
ich
vor
über
einem
Jahrzehnt
zum
ersten
9
Mal
auf
einen
Podcast
des
Corbett
Reports
stieß,
war
ich
tief
beeindruckt:
Von
seiner
objektiven
Nachrichtenanalyse,
seiner
sorgfältigen
Quellenangabe
und
seinem
ausgeprägten
moralischen
Kompass.
Als
es
ein
paar
Jahre
später
an
der
Zeit
war,
selbst
mit
dem
Schreiben
zu
beginnen,
wusste
ich,
dass
es
James’
Ansatz
war,
dem
ich
nacheifern
wollte.
Eine
der
größten
Stärken
von
James
ist
sein
profundes
Geschichts-
wissen
—
insbesondere
über
jene
weitgehend
verborgenen
Aspekte,
die
es
scheinbar
nie
in
Schulbücher
schaffen.
James’
Wissensfundament
in
diesem
Bereich
ermöglicht
es
ihm,
aktuellen
Ereignissen
einen
kraftvollen
und
oft
unverzichtbaren
Kontext
zu
verleihen.
Dabei
zeigt
sich,
dass
vieles,
was
wie
ein
»neues«
Phänomen
erscheint,
in
Wahrheit
auf
alten
Plänen
und
lang
gehegten
Ambitionen
beruht
—
und
genau
das
erklärt
so
vieles
von
der
Welt,
die
wir
heute
erleben.
Doch
während
viele,
die
ein
ähnliches
Gespür
für
Geschichte
haben,
im
wahrsten
Sinne
des
Wortes
in
der
Vergangenheit
hängen
bleiben,
zeichnet
sich
James
auch
dadurch
aus,
dass
er
den
Blick
nach
vorn
richtet
und
uns
daran
erinnert,
dass
die
Zukunft
trotz
jahrhundertelanger
Planungen
der
Eliten
ungeschrieben
ist
—
und
nur
wir
allein
die
Macht
haben,
sie
zu
verändern.
Um
das
zu
erreichen,
müssen
wir
aufhören,
nach
politischen
Rettern
und
künstlich
geschaffenen
Helden
zu
suchen.
Statt-
dessen
gilt
es
zu
erkennen,
dass
wir
unsere
eigene
Macht
zurückgewinnen
müssen
—
wenn
wir
unsere
Zukunft
selbst
gestalten
und
diejenige
ablehnen
wollen,
die
die
Mächtigen
für
uns
vorgesehen
haben.
Egal,
ob
sie
ein
langjähriger
Anhänger
des
Corbett
Reports
oder
erst
kürzlich
mit
James’
Werk
in
Kontakt
gekommen
sind
—
ich
10
lade
sie
ein,
von
den
Worten
und
Recherchen
einer
der
wichtigsten
Stimmen
in
den
unabhängigen
Medien
zu
lernen.
Ich
persönlich
habe
von
James
mehr
über
die
Welt
und
unsere
missliche
Lage
erfahren
als
aus
jeder
anderen
Quelle.
Wenn
sie,
wie
ich,
versuchen
zu
verstehen,
was
uns
bevorsteht
und
sich
mit
Fakten
zu
wappnen,
wenn
sie
dieses
Wissen
nutzen
wollen,
um
einen
neuen
Kurs
für
die
nächste
Generation
zu
setzen,
gibt
es
keine
bessere
Ressource
als
den
Verstand
und
die
Arbeit
von
James
Corbett.
Whitney
Webb
ist
Mitherausgeberin
von
Unlimited
Hangout
und
Autorin
des
Buches
»One
Nation
Under
Blackmail.
11
Vorwort
des
Autors
Das
Buch,
das
sie
gerade
in
den
Händen
halten,
entstand
über
einen
Zeitraum
von
fünfzehn
Jahren.
Ich
zögere
ein
wenig,
diesen
Satz
überhaupt
zu
Papier
zu
bringen,
weil
mir
klar
ist,
dass
er
fast
zwangsläufig
einen
falschen
Eindruck
erweckt.
Um
das
gleich
klarzustellen:
Nein,
ich
habe
nicht
die
letzten
fünfzehn
Jahre
an
meinem
Schreibtisch
gesessen
und
mich
Tag
für
Tag
mit
jedem
einzelnen
Wort
dieses
Buches
gequält.
Vielmehr
habe
ich
vor
fünfzehn
Jahren
mit
dem
ersten
Essay
dieser
Sammlung
begonnen
und
die
anderen
Essays
im
Laufe
der
Zeit
immer
wieder
aufgegriffen
—
ich
habe
geschrieben,
umgeschrieben,
noch
einmal
umgeschrieben,
wann
immer
es
die
Zeit
zuließ
—
und
erst
vor
wenigen
Tagen
den
letzten
Strich
gesetzt
(oder
war
es
das
letzte
i-Tüpfelchen?).
Wie
sie
sich
vorstellen
können,
ist
seit
Beginn
der
Arbeit
an
dieser
Sammlung
im
Jahr
2009
eine
ganze
Menge
passiert
—
sowohl
in
meinem
persönlichen
Leben
als
auch
in
der
weiten
Welt
von
Politik
und
Gesellschaft,
die
das
hauptsächliche
Thema
dieses
Buches
ist.
Was
mich
selbst
betrifft:
Ich
habe
geheiratet,
zwei
Kinder
bekommen,
ein
Einfamilienhaus
gekauft
und
—
irgendwo
auf
diesem
Weg
—
meinen
bescheidenen
Nebenjob
als
Podcaster
in
einen
Vollzeitjob
verwandelt.
In
der
Zwischenzeit
hat
sich
auch
die
Welt
draußen
vollkommen
gewandelt.
Von
den
wirtschaftlichen
Folgen
einer
globalen
Finanzkrise
bis
zu
den
geopolitischen
Folgen
weltweiter
Konflikte,
von
der
Entlarvung
der
Globalisten
bis
zum
Aufstieg
der
Populisten,
vom
Homeland-Security-Paradigma
der
Zeit
nach
9/11
bis
hin
zur
Biosicherheitsdoktrin
nach
der
Plandemie
(im
Original:
13
»Scamdemic«)
—
die
Welt
des
Jahres
2024
unterscheidet
sich
be-
merkenswert
stark
von
der
Welt
des
Jahres
2009.
Und
doch
ähnelt
unsere
Lage
heute
auf
erstaunliche
Weise
derjenigen,
in
der
wir
uns
befanden,
als
ich
mit
dem
Buch
begann.
Die
freie
Menschheit
kämpft
immer
noch
gegen
dieselbe
Bande
gieriger
Globalisten,
egozentrischer
Eugeniker
und
machtbesessener
Plutokraten,
mit
der
wir
es
schon
damals
zu
tun
hatten.
Sie
mögen
mit
ihrer
technokratischen
Kontrollagenda
weiter
vorangekommen
sein,
aber
unser
Widerstand
dagegen
ist
im
Wesentlichen
derselbe
geblieben.
In
gewissem
Sinne
ist
dieses
Buch
also
eine
Reflexion
über
das
Paradoxon
des
Zeitverlaufs:
Je
mehr
sich
die
Dinge
ändern,
desto
gleicher
bleiben
sie.
Natürlich
habe
ich
in
den
vergangenen
anderthalb
Jahrzehnten
vieles
dazugelernt,
viele
Erkenntnisse
gewonnen,
mein
Verständnis
vertieft
und
meine
Ansichten
zu
unterschiedlichsten
Themen
verändert.
Im
Jahr
2009
war
ich
zum
Beispiel
noch
ein
Etatist,
der
dazu
neigte,
als
Lösung
für
unsere
Misere
vorzuschlagen,
seinem
Parlamentsabgeordneten
zu
schreiben
oder
für
einen
Kandidaten
einer
dritten
Partei
zu
stimmen.
Heute
bin
ich
ein
Voluntarist,
der
überzeugt
ist,
dass
der
Weg
zu
einer
besseren
Welt
nicht
darin
besteht,
erneut
für
einen
weiteren
Möchtegern-Politiker
zu
stimmen,
sondern
unsere
Zeit,
Energie,
Aufmerksamkeit
und
Ressourcen
in
den
Aufbau
eigener,
unabhängiger
Gemeinschaften
von
unten
nach
oben
zu
investieren.
Dieses
Buch
dokumentiert
also
nicht
nur
die
verborgene
Geschichte
des
Tiefenstaats
und
enthüllt
die
verdeckte
Agenda
jener,
die
versuchen,
globale
Er-
eignisse
zu
lenken.
Es
schlägt
nicht
nur
Handlungsmöglichkeiten
für
all
jene
vor,
die
die
Kontrolle
über
ihr
eigenes
Leben
zurück-
gewinnen
wollen.
Es
gewährt
auch
Einblick
in
die
Entwicklung
meines
eigenen
Denkens
zu
diesen
Themen
—
über
fünfzehn
Jahre
intensiver
Recherche
hinweg.
14
Die
Essays
in
dieser
Sammlung
sind
jedoch
nicht
in
der
Reihenfolge
angeordnet,
in
der
sie
entstanden
sind.
Stattdessen
wurden
sie
so
zusammengestellt,
dass
die
Themen
logisch
aufeinander
aufbauen
und
Erkenntnisse
aus
einem
Text
dem
Leser
helfen
können,
die
Informationen
im
darauffolgenden
besser
einzuordnen.
Auf
diese
Weise
hoffe
ich,
dass
das
Buch
—
wenn
es
von
vorne
bis
hinten
gelesen
wird
—
ein
schrittweises
Verständnis
seines
zentralen
Themas
fördert:
der
Neuen
Weltordnung.
Was
also
ist
die
Neue
Weltordnung?
Eine
einfache
Definition
dieses
Begriffs
wird
man
auf
den
folgenden
Seiten
nicht
finden.
Vielmehr
beleuchten
die
Essays
diverse
Aspekte
dieses
facettenreichen
Konzepts.
Alle
sind
es
sicherlich
nicht.
Das
heißt
allerdings
nicht,
dass
man
dieses
Buch
zwangsläufig
von
vorne
bis
hinten
oder
in
einer
bestimmten
Reihenfolge
lesen
muss.
Jedes
Essay
wurde
für
sich
geschrieben
und
kann
daher
auch
einzeln
gelesen
werden.
Es
steht
für
sich.
Wenn
sie
ein
bestimmter
Titel
anspricht,
schlagen
sie
einfach
die
entsprechende
Seite
auf
und
beginnen
sie
dort.
Die
übrigen
Essays
werden
immer
noch
da
sein
-
selbst
wenn
es
fünfzehn
Jahre
dauert,
bis
sie
sie
alle
gelesen
haben.
Natürlich
wäre
es
unmöglich
gewesen,
ein
Buch
wie
dieses
durch
seine
langen
Geburtswehen
bis
zur
endgültigen
Veröffentlichung
zu
begleiten,
hätte
es
nicht
die
Unterstützung
vieler,
vieler
Geburtshelfer
erfahren.
Alle
beim
Namen
zu
nennen,
ist
schlicht
unmöglich
—
aber
auch
auf
die
Gefahr
hin,
jemanden
zu
übergehen,
wäre
es
ein
Versäumnis,
nicht
einige
meiner
Freunde,
Kolleginnen
und
Kollegen
sowie
Familienmitglieder
besonders
hervorzuheben.
Zunächst
möchte
ich
Aritha
van
Herk
und
allen
Studenten
ihres
Creative-Writing-Workshops
an
der
University
of
Calgary
in
den
späten
1990er
Jahren
aufrichtig
danken.
Bevor
ich
diesen
15
Seminarraum
betrat,
dachte
ich,
ich
wüsste,
wie
man
schreibt.
Glücklicherweise
haben
van
Herk
und
die
beeindruckende
Gruppe
talentierter
Autorinnen,
Autoren,
die
Leserinnen
und
Leser
im
Workshop
mich
eines
Besseren
belehrt.
Durch
ihre
sorgfältige
Kritik
habe
ich
(hoffentlich)
gelernt,
mein
Schreiben
ansprechend,
vielleicht
sogar
inspirierend
zu
gestalten.
Falls
sie
meinen
Stil
schwerfällig
finden,
können
sie
diesem
Kurs
aber
zumindest
dafür
danken,
dass
es
nicht
noch
deutlich
schlimmer
ist.
Ich
möchte
auch
allen
meinen
Kolleginnen
und
Kollegen
in
den
unabhängigen
Medien
danken.
Ganz
besonders
James
Evan
Pilato
von
Media
Monarchy
(mediamonarchy.com)
—
dem
einzigen
Menschen,
mit
dem
ich
mir
vorstellen
kann,
seit
fünfzehn
Jahren
und
auch
weiterhin
»New
World
Next
Week«
zu
produzieren.
Und
Broc
West
—
dem
einzigen
Menschen,
den
ich
mir
seit
zehn
Jahren
und
auch
weiterhin
als
meinen
Video-Editor
vorstellen
kann.
Vielen
Dank
euch
beiden
fiir
eure
Einsichten,
eure
harte
Arbeit,
euren
Humor
—
und
dafür,
dass
ihr
mich
in
verrückten
Zeiten
bei
Verstand
haltet.
Man
sagt,
hinter
jedem
guten
Schriftsteller
stehe
ein
guter
Editor.
Ich
wage
es
nicht,
über
die
Qualität
meines
Schreibens
zu
urteilen,
aber
ich
kann
definitiv
über
die
Qualität
der
Bearbeitung
dieses
Buches
urteilen.
Susan,
aus
den
sonnigen
Gefilden
des
Südens
der
USA,
ist
eine
fleißige,
sorgfältige
Lektorin,
deren
zweites
Paar
Augen
in
den
letzten
Jahren
über
meine
Worte
gewacht
hat.
Sie
hat
nicht
nur
das
richtige
Wort
zur
richtigen
Zeit
vorgeschlagen,
um
einen
Satz
zum
Funkeln
zu
bringen,
sondern
hat
mir
auch
oft
geholfen,
zu
erkennen,
wie
meine
scheinbar
klaren
und
für
mich
vollkommen
verständlichen
Gedanken
fiir
einen
Dritten
vielleicht
nicht
so
leicht
nachvollziehbar
sind.
Vielen
Dank,
Susan,
für
Deinen
unermüdlichen
Einsatz
und
dafür,
dass
Du
geholfen
16
hast,
diese
Essays
so
exzellent
(das
ist
ihr
Wort,
nicht
meins!)
zu
machen,
wie
sie
nur
sein
können.
Ich
möchte
meinen
aufrichtigen
und
herzlichen
Dank
auf
die
Mitglieder
und
Unterstützer
des
Corbett
Report
ausweiten,
die
diese
Arbeit
erst
möglich
gemacht
haben.
Bitte
seid
euch
gewiss,
dass
eure
moralische
Unterstützung,
eure
finanziellen
Beiträge,
euer
Feedback
in
den
Kommentarbereichen
der
Webseite
und
eure
Hilfe
bei
der
Verbreitung
der
Informationen
sehr
geschätzt
werden.
Als
Nächstes
ein
riesiges
Dankeschön
an
meine
Eltern.
Mir
ist
mitt-
lerweile
klar,
dass
meine
Mutter
und
mein
Vater
mir
nicht
nur
ein
liebevolles
und
unterstützendes
Zuhause
geboten
haben
—
obwohl
sie
das
natürlich
auch
taten
—
viel
wichtiger
aber
ist,
dass
sie
mir
ein
ausgezeichnetes
Beispiel
dafür
gaben,
wie
man
das
gleiche
Zuhause
für
die
eigene
Familie
schaffen
kann.
Es
ist
mein
aufrich-
tiger
Wunsch,
dieses
Geschenk
an
meine
Kinder
weiterzugeben.
Zu
guter
Letzt
kann
ich
mir
nicht
vorstellen,
wo
ich
ohne
die
Geduld
und
Ermutigung
meiner
geliebten
Frau
wäre.
Und
ich
möchte
mir
nicht
vorstellen,
wie
mein
Leben
ohne
das
Wunder
und
die
Freude
wäre,
die
mein
grandioser
Sohn
und
meine
be-
zaubernde
Tochter
ihm
angedeihen
lassen.
Dieses
Buch
ist
für
meine
Kinder
und
für
alle
unsere
Kinder.
Auch
wenn
die
Um-
stände
unterschiedlich
sein
mögen,
so
ist
unsere
Aufgabe
doch
die
gleiche,
die
jede
Generation
seit
Anbeginn
der
Menschheit
vor
sich
hatte:
Unsere
Kinder
in
Wahrheit,
Weisheit
und
Liebe
zu
erziehen.
Solange
wir
das
weiterhin
tun,
habe
ich
Vertrauen,
dass
die
Zukunft
vielversprechend
sein
wird.
James
Corbett,
im
Juli
2024.
In
den
sonnigen
Gefilden
des
westlichen
Japans
17
Eine
Notiz
zu
den
Endnoten
Sind
sie
der
durchschnittliche
Leser,
der
diese
kleinen
hoch-
gestellten
Zahlen
nach
einem
Satz
bemerkt
und
weiß,
dass
sie
zu
den
Endnoten
führen
—
und
sie
direkt
überspringt?
Sie
wissen
schon,
die
Art
von
Person,
die
gelegentlich
eine
Notiz
nachschlägt,
wenn
ein
Leckerbissen
im
Text
besonders
interessant
klingt,
sie
aber
ansonsten
einfach
ignoriert?
Großartig!
Dann
können
sie
genau
hier
aufhören
zu
lesen
und
zu
den
Essays
übergehen.
Diese
»Notiz
zu
den
Endnoten«
ist
nichts
für
sie.
Aber
da
sie
immer
noch
lesen,
lassen
sie
mich
einfach
sagen:
Willkommen
zu
meinem
Buch,
lieber
Recherche-Nerd!
Wenn
es
ihnen
so
geht
wie
mir,
werden
sie
zuerst
alle
Endnoten
durchblättern,
um
zu
überprüfen,
ob
es
sich
um
eine
ernsthafte
Recherche
handelt
oder
nicht.
Dann,
nachdem
sie
sich
entschieden
haben,
lesen
sie
jedes
Essay
mit
einem
Finger
auf
der
aktuellen
Seite
und
einem
anderen
Finger
auf
dem
Endnotenabschnitt,
damit
sie
schnell
hin
und
her
blättern
können.
Wahrscheinlich
werden
sie
die
interessanten
Endnoten
sogar
markieren,
um
nicht
zu
vergessen,
diese
Quellen
später
zu
überprüfen.
Wenn
das
auf
sie
zutrifft,
dann
blättern
sie
weiter!
Ich
habe
versucht,
es
ihnen
so
einfach
wie
möglich
zu
machen,
meine
Quellen
zu
finden.
Wie
sie
gleich
feststellen
werden,
habe
ich
mich
in
diesem
Buch
für
Endnoten
anstelle
von
Fußnoten
entschieden.
Ich
persönlich
finde,
dass
Fußnoten
die
Seite
zu
sehr
überladen
und
damit
für
den
normalen
Leser
verwirrend
gestalten.
Und
obwohl
ich
es
manchmal
begrüße,
wenn
ein
Autor
eine
Idee
erweitert
und
zusätzliche
Informationen
in
der
Fußnote
liefert,
habe
ich
mich
18
dafür
entschieden,
alle
relevanten
Informationen
zu
einem
Thema
in
den
Text
selbst
zu
packen.
Die
Endnoten
in
diesem
Buch
dienen
nur
als
einfaches
Zitieren
von
Quellen.
Die
Endnoten
entsprechen
keinem
bestimmten
Schreibstil.
Statt-
dessen
habe
ich
mich
bemüht,
genauso
viele
Informationen
zur
Verfügung
zu
stellen,
wie
für
eine
eigenständige
Suche
nach
der
Quelle
notwendig
sind.
Bei
Büchern
sind
dies
der
Verlag
und
das
Erscheinungsjahr;
bei
Webseiten
der
Namen
der
Webseite,
wie
er
auf
der
Webseite
selbst
erscheint,
und
das
Datum
der
Veröffentlichung
(falls
verfügbar);
bei
Videos
der
genaue
Titel
des
Videos
und
der
Name
des
Hochladenden.
Rechtschreibfehler
und
grammatikalische
Fehler
in
den
Titeln
wurden
aus
Gründen
der
Genauigkeit
beibehalten.
Im
Internetzeitalter
verweisen
viele
der
Zitate
auf
Online-Publi-
kationen.
Als
eingefleischter
Rechercheur
sind
sie
sich
zweifellos
bewusst,
dass
ein
Online-Zitat
zwei
unterschiedliche
Heraus-
forderungen
mit
sich
bringt.
Zuerst
gibt
es
da
das
Problem
mit
der
Vergänglichkeit:
Links
neigen
dazu,
mit
der
Zeit
zu
veralten,
was
bedeutet,
dass
die
meisten
der
in
diesem
Buch
zitierten
Online-Beiträge
im
Laufe
einiger
Jahre
nicht
mehr
unter
ihrer
ursprünglichen
Adresse
zugänglich
sein
werden.
Und
zweitens
gibt
es
da
das
Problem
der
Lesbarkeit:
Lange
URLs
sind
unhand-
lich
und
daher
für
alle
außer
die
gewissenhaftesten
Leserinnen
und
Leser
nutzlos.2
Um
also
zwei
Fliegen
mit
einer
Klappe
zu
schlagen,
habe
ich
nach
Möglichkeit
versucht,
Links
zu
archivierten
Webseiten
von
»archive.today«
zu
verwenden.
Für
alle,
die
»archive.today«
nicht
kennen:
Es
handelt
sich
um
eine
Webseite
zur
Web-Archivierung,
die
Screenshots
von
Webseiten
speichert.
Diese
Archivaufnahmen
19
bleiben
unter
dem
gleichen
Link
erhalten,
selbst
wenn
die
Ori-
ginalseite
verändert
oder
entfernt
wird.
Das
löst
nicht
nur
das
Problem3
der
Vergänglichkeit,
sondern
hilft
auch
beim
Problem
der
Lesbarkeit,
da
Archive-Links
deutlich
kürzer
und
leichter
lesbar
(und
reproduzierbar)
sind
als
gewöhnliche
URLs.
Leider
lässt
sich
nicht
jeder
Inhalt
über
»archive.today«
archi-
vieren.
PDFs
zum
Beispiel
können
von
diesem
Dienst
nicht
erfasst
werden.
Ebenso
wenig
lassen
sich
Videos
archivieren.
In
solchen
Fällen
wurden
Kurzlinks
verwendet
—
konkret
»youtu.be«-Links
für
YouTube-Videos
und
»bit.ly«-Links
für
PDFs.
Oder
Links
zur
»Wayback
Machine«.
Es
ist
mir
bewusst,
dass
Kurzlinks
im
besten
Fall
ein
Albtraum
für
den
Datenschutz
und
im
schlimmsten
Fall
ein
Sprung
ins
digitale
Ungewisse
sind.
Wenn
sie
sich
also
unwohl
dabei
fühlen,
solche
Links
zu
verwenden,
habe
ich
vollstes
Ver-
ständnis
und
respektiere
diese
Entscheidung.
Zum
Glück
enthalten
die
Endnoten
alle
Informationen,
die
nötig
sind,
um
die
jeweilige
Quelle
auch
ohne
den
angegebenen
Link
zu
finden.
Nach
alldem:
Viel
Freude
beim
Lesen
des
Buches!4
1
Die
Endnoten
in
diesem
speziellen
Nicht-Essay
sind
die
einzigen
Ausnahmen
2
Ich
persönlich
finde
es
geradezu
lächerlich,
wenn
Autoren
in
den
Endnoten
gewissenhaft
etwas
wie
»http://www.komplett-unlesbar.de/zitatvoller-
m34ningl3ssg4rbage?=das_nur_für_maschinen_lesbar_ist«
angeben.
Wohlwissend,
dass
selbst
wenn
ein
unglaublich
gewissenhafter
Rechercheur
mit
zu
viel
Zeit
sich
die
Mühe
machen
würde,
all
das
in
den
Browser
einzutippen,
er
am
Ende
(wegen
des
bereits
erwähnten
Problems
der
Vergänglichkeit)
höchstwahrscheinlich
nur
auf
eine
Fehlermeldung
vom
Typ
»404
-
Seite
nicht
gefunden«
stoßen
würde.
20
3
Natürlich
ist
mir
bewusst,
dass
es
keine
Garantie
dafür
gibt,
dass
archive.today
für
immer
existieren
wird.
Wie
alles
andere
im
Internet
kann
(und
wird)
auch
dieser
Dienst
irgendwann
verschwinden
und
kein
»archivierter«
Inhalt
sollte
als
Garantie
dafür
verstanden
werden,
dass
die
Information
dauerhaft
ver-
fügbar
bleibt.
In
Anbetracht
der
Tatsache,
dass
es
die
derzeit
beste
verfügbare
Option
ist,
und
falls
das
Archiv
eines
Tages
nicht
mehr
erreichbar
sein
sollte,
haben
Sie
so
dennoch
alle
notwendigen
Angaben
(Name
der
Webseite,
Titel
des
Artikels,
Autor,
Veröffentlichungsdatum,
et
cetera),
um
die
Quelle
selbst
wiederzufinden.
4
Und
mit
den
Endnoten
21
Abenteuer
In
den
neuen
Medien
Wie
aus
einem
kleinen
Spross
eine
große
Eiche
wächst!
Angesichts
der
Tatsache,
dass
es
vor
mehr
als
600
Jahren
in
Mittel-
englisch
geschrieben
wurde,
könnte
man
ihnen
verzeihen,
wenn
sie
diese
Zeile
aus
Geoffrey
Chaucers
epischem
Gedicht
»Troilus
and
Criseyde«
nicht
sofort
erkennen.
Aber
vermutlich
kennen
sie
die
moderne
englische
Variante:
»Mighty
oaks
from
little
acorns
grow«
(D:
Große
Eichen
wachsen
aus
kleinen
Eicheln).
Ich
persön-
lich
kann
die
Wahrheit
dieser
kraftvollen
Metapher
bestätigen.
In
meinem
Fall
nahm
die
Eichel
die
eher
unwahrscheinliche
Form
einer
Studio-Wohnung
in
einem
heruntergekommenen,
baufälligen,
schädlingsverseuchten
zweigeschossigen
Gebäude
am
Rand
einer
verschlafenen
Stadt,
die
in
Japans
Pendant
zum
»Flyover
Country«
liegt
an.
Diese
bescheidene
Eichel
wurde
im
Herbst
2006
nicht
nur
mein
Zuhause,
sondern
auch
der
Geburtsort
meines
eigenen
mächtigen
Eichenbaums.
Wissen
sie,
als
26-jähriger
Lehrer
an
einer
Englisch-Konversations-
schule
in
Westjapan
wusste
ich
zwei
Dinge:
Erstens
wusste
ich,
dass
ich
—
angesichts
meines
Einstiegsgehalts
und
der
Studienschulden,
die
ich
mir
während
meiner
spaßigen,
aber
wirtschaftlich
wenig
durchdachten
Zeit
für
den
Master
in
Anglo-Irischer
Literatur
am
Trinity
College
in
Dublin
eingefangen
hatte
—
nicht
gerade
über
ein
Vermögen
verfügte,
das
ich
für
eine
luxuriöse
Penthouse-Wohnung
22
im
Herzen
von
Tokios
angesagtem
Omotesando
ausgeben
konnte.
Und
zweitens
wusste
ich,
dass
es
an
der
Zeit
war,
den
entschei-
denden
Schritt
zu
tun
und
mir
zum
ersten
Mal
in
meinem
Leben
eine
Wohnung
ganz
ohne
Mitbewohner
zu
suchen.
So
kam
es,
dass
ich
im
September
2006
in
meine,
sagen
wir
mal
»spartanische«
Unterkunft
zog
—
bereit
für
die
Abenteuer,
die
das
Leben
als
Single
mit
sich
bringen
würde.
So
dachte
ich
jedenfalls.
Wie
ich
bald
herausfand,
war
ich
mental
darauf
vorbereitet,
von
Instant-Ramen
zu
leben.
Und
darauf,
um
zwei
Uhr
morgens
aufzu-
wachen,
wenn
mein
Nachbar
über
mir
zum
Leben
erwachte
und
ohne
erkennbaren
Grund
über
seine
knarrenden
Dielen
schlich.
Und
sogar
darauf,
den
Anblick
einer
Kakerlake
zu
erleben,
die
sich
beim
Betreten
meiner
Wohnung
nach
einem
langen
Tag
in
Deckung
flüchtete,
sobald
ich
das
Licht
anmachte.
Aber
wie
sich
herausstellte,
war
ich
auf
die
unvorhersehbarste
Veränderung
meines
Lebensstils
nicht
vorbereitet:
Das
Internet.
Die
Wohnung,
die
ich
gemietet
hatte,
war
in
jeder
Hinsicht
günstig,
war
aber
erstaunlicherweise
mit
einer
kostenlosen
Internetverbindung
ausgestattet.
Geschenke
lehne
ich
nicht
ab.
Also
steckte
ich
das
LAN-Kabel,
das
aus
der
Wand
meiner
Wohnung
ragte,
in
meinen
alten,
ziemlich
mitgenommenen
Laptop
und
ging
online.
Und
ohne
dass
es
mir
bewusst
war,
begann
die
kleine
Eichel,
die
ich
gepflanzt
hatte,
zu
sprießen.
Verstehen
sie
mich
nicht
falsch.
Es
war
2006.
Natürlich
war
ich
schon
vorher
online
gewesen.
Tatsächlich
war
ich
zu
diesem
Zeitpunkt
bereits
seit
einem
Jahrzehnt
im
Internet
—
ein
Veteran
der
alten
Tage,
in
denen
man
sein
14,4
Kbps-Modem
in
die
Telefonbuchse
steckte
und
sich
auf
das
höllische
Kreischen
vor-
bereitete,
das
das
Erreichen
jenes
damals
noch
unerforschten
Gebiets
namens
»Cyberspace«
ankündigte.
Aber
2006
war
es
23
bereits
Jahre
her,
dass
ich
einen
Internetanschluss
in
meiner
Wohnung
hatte.
Vier
Jahre,
um
genau
zu
sein.
Und
ich
stellte
bald
fest,
dass
sich
während
meiner
Abwesenheit
viel
getan
hatte
im
World
Wide
Web.
Jetzt
gab
es
beispielsweise
Podcasts.
Mit
dem
Internet
zur
Hand
hatte
ich
endlich
Zeit,
die
aufkeimende
Welt
des
Podcastings
zu
erkunden.
Ich
begann,
Podcasts
zu
Nachrichten
und
aktuellen
Ereignissen,
Japanisch-Lern-Podcasts,
Jazz-Podcasts,
literarische
Podcasts
und
was
mir
sonst
noch
in
den
Sinn
kam
anzuhören.
Erinnert
sich
noch
jemand
an
den
ursprünglichen
Planet
Japan-
Podcast
mit
Amy
und
Doug?
Zum
anderen
gab
es
Streaming-Videos.
Die
lange
versprochene
Vision
von
Online-Video-On-Demand
wurde
endlich
zur
Realität,
ermöglicht
durch
brandneue
Streaming-Plattformen
wie
Google
Video
und
eine
aufstrebende
Webseite
namens
YouTube.
Um
sich
noch
einmal
in
die
Gedankenwelt
von
2006
zu
versetzen,
stellen
sie
sich
einfach
vor,
sie
fahren
mit
dem
Fahrrad
zur
Präfekturbibliothek,
um
Ihre
wöchentliche
Runde
durch
die
spärliche
englische
Buchabteilung
zu
drehen,
und
stoßen
auf
die
weihnachtliche
Ausgabe
des
TIME
Magazine,
das
mit
einem
spiegelnden
Cover
verkündet,
dass
sie
(»Ja,
Sie!«)
die
TIME-Person
des
Jahres
2006
sind.
Stellen
sie
sich
vor,
sie
lesen
den
durchaus
schwülstigen
Artikel
von
TIME-Technologiechef
Lev
Grossman,
der
Web
2.0-Plattformen
wie
YouTube
und
MySpace
dafür
lobt
»die
Zügel
der
globalen
Medien
in
die
Hand
zu
nehmen,
die
neue
digitale
Demokratie
zu
gründen
und
zu
gestalten,
umsonst
zu
arbeiten
und
die
Profis
auf
ihrem
eigenen
Spielfeld
zu
schlagen«.2
Und
dann
stellen
sie
sich
vor,
sie
radeln
zurück
in
ihre
beengte
Studio-Wohnung,
um
einen
Abend
mit
Instant-Ramen
und
lauten
24
Nachbarn
zu
verbringen
und
Geschichtsdokumentationen
auf
YouTube
anzusehen.
Nun,
ich
muss
mir
das
nicht
vorstellen.
Ich
habe
es
erlebt.
Aber
dann
passierte
etwas
Seltsames.
Der
YouTube-Algorithmus,
der
offensichtlich
erkannte,
dass
ich
politisch
aufgeladene
Inhalte
durchstöberte,
begann,
mir
Videos
über
die
9/11-Wahrheitsbe-
wegung
vorzuschlagen.
Im
Rückblick
ist
es
einfach
zu
verstehen,
was
damals
geschah:
Der
fünfte
Jahrestag
von
9/11
war
gerade
vergangen,
was
eine
Rekordzahl
von
Aktivisten
nach
New
York
brachte.
Sie
verschafften
ihren
Stimmen
nicht
nur
auf
den
Straßen
des
Big
Apple
Gehör,
sondern
sogar
auf
den
Wellen
des
etablierten
Medienmainstreams.
Unvorstellbar
im
heutigen
politischen
Klima,
aber
C-SPAN
übertrug
tatsächlich
die
Veranstaltungen
des
»Ame-
rican
Scholars
Symposiums«
über
»Theorien
zum
11.
September«,
einer
Veranstaltung,
die
im
Juni
2006
in
Los
Angeles
stattfand
und
Vorträge
einiger
der
führenden
9/11-Wahrheitssuchenden
aus
der
akademischen
Riege
jener
Zeit
präsentierte.3
Im
Jahr
2006
wusste
ich
aber
noch
nichts
von
der
aufkommenden
Welle
der
9/11-Wahrheitsbewegung,
geschweige
denn
davon,
wie
eine
solche
Bewegung,
die
durch
die
vom
TIME
Magazine
gefeierte
Web-2.0-Revolution
beflügelt
wurde,
kurz
davorstand,
eine
Revolution
im
öffentlichen
Bewusstsein
zu
entfachen,
deren
Zeuge
wir
bis
heute
sind.
Sicher,
ich
wusste,
dass
es
Verschwö-
rungen
gab.
Aber
9/11?
Eine
Verschwörung?
Das
war
zu
viel
des
Guten.
Es
war
absurd.
Es
war
respektlos.
Trotzdem
klickte
ich
auf
so
ein
unsinniges
Video
über
»fliegende
Lichtkugeln«,
die
die
Zwillingstürme
zerstörten
—
oder
welcher
Quatsch
auch
immer
an
diesem
Tag
für
ein
schnelles,
spöttisches
Lachen
auf
YouTube
sorgte.
Was
für
Narren
glauben
an
diesen
Unsinn?
Das
fragte
ich
mich.
Irgendwann
jedoch
war
eines
dieser
Videos
25
nicht
so
lächerlich,
wie
ich
erwartet
hatte.
Auch
wenn
es
eine
abwegige
Behauptung
aufstellte
—
über
irgendein
Treffen
der
CIA
mit
Bin
Laden
in
Dubai
im
Sommer
2001
oder
eine
ähnlich
ver-
rückte
Geschichte
—,
enthielt
es
doch
gerade
genug
überprüfbare
Informationen,
um
diese
selbst
nachzuschlagen.
Und
tatsächlich.
Es
gab
einen
Bericht
in
»Le
Monde«
vom
31.
Oktober
2001,
der
einen
»professionellen
Partner
des
administrativen
Direktors«
des
American
Hospital
Dubai
zitierte,
der
sagte,
Bin
Laden
sei
im
Juli
2001
in
die
Vereinigten
Arabischen
Emirate
gereist,
um
sich
einer
Nierendialyse
zu
unterziehen
und
habe
dort
einen
Vertreter
der
CIA
getroffen4
—
ein
Bericht,
der
vom
Krankenhaus
natürlich
sofort
dementiert
wurde.>
Oder
vielleicht
war
es
auch
ein
Video
über
einen
geheimen
Plan
des
US-Militars
aus
den
1960er
Jahren,
Terroranschlage
in
den
USA
zu
veriiben
und
sie
Fidel
Castro
in
die
Schuhe
zu
schieben,
um
einen
Angriff
auf
Kuba
zu
rechtfertigen.
Auch
diese
Behaup-
tung
erschien
mir
völlig
absurd
—
bis
ich
der
Quelle
nachging.
Diesmal
landete
ich
in
der
digitalen
Datenbank
des
National
Security
Archive,
wo
ich
eine
PDF-Datei
fand,
die
einen
Scan
der
Originaldokumente
von
»Operation
Northwoods«é
enthielt.
Weit
davon
entfernt,
meine
Bedenken
zu
zerstreuen,
bestatigte
das
Dokument
stattdessen,
dass
dieser
absurd
klingende
Plan
für
eine
»False-Flag«-Terroroperation
der
US-Armee
in
den
USA
nicht
nur
wahr
war,
sondern
tatsachlich
von
Lyman
Lemnitzer,
dem
Vorsitzenden
der
Vereinigten
Generalstabe,
abgesegnet
und
im
März
1962
zur
Prüfung
an
den
Verteidigungsminister
Robert
McNamara
weitergeleitet
wurde.
Ich
wünschte,
ich
könnte
mich
genau
daran
erinnern,
welches
Video
oder
welche
Videoserie
mich
dazu
gebracht
hat,
diesen
»wilden
Gerüchten«
im
Kaninchenbau
des
Internets
hinterherzujagen.
Ich
wiirde
dieses
Video
gerne
erwähnen,
wenn
ich
mich
nur
daran
erinnern
könnte,
welches
26
es
war.
Und
ich
würde
gerne
erklären,
welche
überraschende
In-
formation
es
war,
die
mich
dazu
veranlasst
hat,
weiter
zu
graben.
Alles,
was
ich
weiß,
ist,
dass
ich
den
ganzen
Herbst
2006
damit
verbracht
habe,
mehr
über
die
Welt
zu
lernen,
als
ich
in
den
gesamten
26
Jahren
davor
gelernt
hatte.
Was
also
habe
ich
entdeckt,
als
ich
in
diese
YouTube-Kaninchen-
bauten
vorgedrungen
bin?
Ich
entdeckte
die
Dokumentarfilme
von
Alex
Jones.
Von
»9/11:
The
Road
to
Tyranny«7
über
»Terrorstorm«8
bis
hin
zu
»Dark
Secrets:
Inside
Bohemian
Grove«.?
Ich
sah
mir
die
Originalaufnahmen
an,
in
denen
berichtet
wurde,
dass
am
Tag
des
Bombenanschlags
in
Oklahoma
City
mehrere
Sprengsätze
im
Alfred
P.
Murrah
Federal
Building
entdeckt
worden
waren.
19
Ich
hörte,
wie
Peter
Power
—
der
hörbar
erschütterte
Geschäftsführer
der
Krisenmanagementfirma
Visor
Consultants
—
am
Tag
der
Terroranschläge
vom
7.
Juli
in
London
gegenüber
ITV
News
sagte,
dass
er
zum
Zeitpunkt
der
Anschläge
»tatsächlich
eine
Übung
durchführte
(...),
basierend
auf
gleichzeitigen
Bomben,
die
genau
an
den
Bahnhöfen
explodierten,
an
denen
[die
Bombenanschläge]
stattfanden«.11
Ich
sah
die
verdeckt
gefilmten
Aufnahmen
der
»Cremation
of
Care«,
einem
simulierten
Menschenopfer,
das
jedes
Jahr
vor
der
versammelten
Menge
von
Politikern,
Finanziers
und
Industriebossen
beim
Bohemian
Grove
im
Herzen
der
kaliforni-
schen
Redwoods
stattfindet.
12
Ich
entdeckte
das
Werk
von
Adam
Curtis.
Von
»Das
Jahrhundert
des
Selbst«13
über
»Die
Macht
der
Albträume«14
bis
hin
zu
»Die
Büchse
der
Pandora«.15
Ich
fand
Informationen
über
den
amerikanischen
Neffen
von
Sigmund
Freud
-
Edward
Bernays
—
der
als
Vater
moderner
Propaganda
gilt.
Ich
erfuhr,
dass
die
Erschaffung
dessen,
was
wir
als
»al
Qaida«
kennen,
eine
bequeme
juristische
Fiktion
war,
die
von
Staats-
anwälten
in
einem
Gerichtssaal
in
Manhattan
im
Januar
2001
aus-
geheckt
wurde.
Ich
staunte
über
das
gescheiterte
sowjetische
27
Experiment
des
technokratischen
Utopismus
in
Magnitogorsk.
Ich
entdeckte
»Die
Herren
des
Geldes:
Entwicklung
und
Macht
der
Zentralbanken«16
und
»Die
Kreatur
von
Jekyll
Island:
Die
US-No-
tenbank
Federal
Reserve
—
Das
schrecklichste
Ungeheuer,
das
die
internationale
Hochfinanz
je
schuf«.17
Ich
nutzte
diese
Werke,
um
die
Lücken
in
meinem
Wissen
über
den
Prozess
der
Geldschöpfung
im
Allgemeinen
und
die
Geschichte
der
Federal
Reserve
—
der
amerikanischen
Zentralbank
—
im
Besonderen
zu
füllen.
Ist
es
angesichts
der
schieren
Menge
an
neuem
Material
—
einem
wahren
Niagarafall
—,
dem
ich
in
diesem
verwirrenden
Herbst
begegnete,
verwunderlich,
dass
ich
nicht
bemerkte,
dass
der
kleine
Eichenspross
in
der
Ecke
meines
Zimmers
ebenfalls
gegossen
wurde
und
schnell
zu
einem
Bäumchen
heranwuchs?
Ja,
all
diese
für
mich
neuen
Beweise
dafür,
wie
die
Welt
wirklich
funktioniert,
die
ich
(im
wahrsten
Sinne
des
Wortes)
in
den
Stunden
zwischen
meinen
Arbeitstagen
und
meinen
Nächten
mit
Freunden
herunter-
geladen
habe,
haben
dazu
beigetragen,
meine
Welt
innerhalb
weniger
Monate
auf
den
Kopf
zu
stellen.
Im
Herbst
2006
war
ich
James
Corbett,
Englischlehrer
und
angehender
Autor.
Aber
im
Frühjahr
2007
war
ich
James
Corbett,
Englischlehrer
und
auf-
strebender
Podcaster.
Auch
wenn
diese
Transformation
vielleicht
nicht
besonders
bedeutsam
klingt
—
ich
versichere
ihnen,
sie
war
es.
Für
jemanden
wie
mich,
der
niemals
in
Erwägung
gezogen
hatte,
irgendeine
Art
von
Journalist
zu
werden
(geschweige
denn
Podcaster)
und
diese
Möglichkeit
sogar
ausdrücklich
ausschloss,
wenn
man
ihn
fragte,
was
er
mit
seinem
Englischstudium
an-
fangen
wolle,
war
das
ein
tiefgreifender
Wandel.
Den
Frühling
2007
verbrachte
ich
damit,
eine
Webseite
zu
entwerfen
und
zu
hosten,
Aufnahmegeräte
zu
kaufen,
meine
Radio-Stimme
zu
üben
(oder
ist
das
eine
Podcaster-Stimme?)
—
und
mit
dem
Versuch,
mir
den
neutralsten
Namen
auszudenken,
den
ich
für
einen
28
Nachrichten-
und
Politik-Podcast
finden
konnte.
Und
dann,
am
1.
Juni
2007,
beglückte
ich
die
Welt
mit
der
ersten
Folge
meines
brandneuen
Podcasts
»The
Corbett
Report«.
An
dieser
Stelle
sollte
ich
eigentlich
schreiben,
dass
»der
Rest
Geschichte
ist«.
Nur
ist,
während
ich
diese
Worte
im
Jahr
2024
schreibe,
dieser
»Rest«
immer
noch
sehr
präsent.
Sieb-
zehn
erstaunliche
Jahre,
zig
Millionen
Downloads
und
einen
(gelöschten)
YouTube-Kanal
mit
600.000
Abonnenten
später
hat
sich
in
Bezug
auf
die
Arbeit
und
die
Art
und
Weise,
wie
ich
sie
mache,
viel
verändert.
Der
Corbett
Report
ist
aber
im
Grunde
immer
noch
das,
was
er
schon
immer
war:
Die
Aufzeichnungen
der
Versuche
eines
Mannes,
lange
unterdrückte
Wahrheiten
aufzudecken
und
diese
Wahrheiten
im
Rahmen
eines
neuen
Medienparadigmas
weiterzugeben.
Der
vielleicht
beste
Weg,
den
Tenor
dieser
siebzehn
Jahre
nachzuzeichnen,
ist
ein
Zitat
von
Richard
Stengel,
dem
leitenden
Redakteur
von
TIME
zwischen
2006
und
2013.
In
der
inzwischen
berüchtigten
Ausgabe,
in
der
er
»Sie!«
zur
Person
des
Jahres
2006
erklärte,
rechtfertigte
Stengel
diese
Entscheidung,
indem
er
die
radikale
Demokratisierung
von
Informationen
anpries,
die
die
Revolution
der
Online-Medien
zweifellos
mit
sich
bringen
würde.
»In
meiner
Branche
gibt
es
viele
Leute,
die
glauben,
dass
dieses
Phänomen
gefährlich
ist,
weil
es
die
traditionelle
Autorität
von
Medieninstitutionen
wie
dem
TIME
Magazine
untergräbt.
Einige
haben
es
eine
Amateurstunde
genannt
—
und
das
ist
es
oft.
Aber
Amerika
wurde
von
Amateuren
gegründet.
Die
Verfasser
waren
professionelle
Anwälte,
Militärs
und
Banker,
aber
sie
waren
Amateurpolitiker
—
und
sie
fanden,
dass
es
genauso
sein
sollte.
Thomas
Paine
war
in
gewisser
Weise
der
erste
Blogger
und
Ben
Franklin
29
lud
seine
Persönlichkeit
im
Wesentlichen
auf
das
MySpace
des
18.
Jahrhunderts
hoch:
Poor
Richard’s
Almanack.18
Das
neue
Medienzeitalter
des
Web
2.0
ist
nur
dann
be-
drohlich,
wenn
man
glaubt,
dass
ein
Zuviel
an
Demokratie
der
Weg
in
die
Anarchie
ist.
Ich
glaube
das
nicht.«
Und
hier
ist,
was
Stengel,
der
nach
seinem
Abschied
von
TIME
in
das
Außenministerium
unter
Obama
wechselte
und
schließlich
das
Buch
»Informationskriege:
Wie
wir
die
Schlacht
gegen
Des-
information
verloren
haben
und
was
dagegen
zu
tun
ist«
verfasste,
2023
zu
diesem
Thema
zu
sagen
hatte:
»Statt
dass
einige
wenige
für
die
vielen
produzieren,
schaffen
heute
die
Vielen
Inhalte
füreinander.
Diese
Idee
war
—
und
ist
—
eine
radikale.
Wenn
ich
mich
in
etwas
geirrt
habe,
dann
darin,
dass
ich
die
Schattenseiten
dieser
neuen
Informationslogik
nicht
vorausgesehen
habe:
Den
Aufstieg
von
Hassrede
und
Desinformation
—
und
wie
ein
demo-
kratisiertes
System
gegen
die
Idee
der
Demokratie
selbst
eingesetzt
werden
kann.
Ich
bin
dennoch
überzeugt,
dass
die
Vorteile
die
Kosten
überwiegen
—
und
dass
die
Zukunft
der
Medien
immer
noch
von,
nun
ja,
ihnen
abhdngt.«19
Und
wissen
sie
was?
Er
hat
nicht
unrecht.
Ich
meine
—
verstehen
sie
mich
nicht
falsch
—
er
liegt
falsch,
wenn
es
um
den
Teil
mit
»Hassrede
und
Desinformation,
die
Demokratie
bedrohen«
geht.
Aber
er
hat
nicht
unrecht,
wenn
er
schreibt,
dass
die
Zukunft
der
Medien
immer
noch
von
ihnen
abhängt.
Dem
Leser.
In
der
Tat
ist
Stengel
eine
Fallstudie
fiir
das
Phänomen
von
Gatekeepern
im
alten
Medien-Establishment,
die
zu
erkennen
beginnen,
dass
sie
den
Menschen
nicht
mehr
so
leicht
und
effektiv
wie
bisher
sagen
können,
was
sie
glauben
und
wie
sie
denken
30
sollen.
Der
verzweifelte
Versuch,
ein
völlig
neues
Vokabular
zu
erfinden
—
»Fehlinformation«,
»Desinformation«,
»Falschinfor-
mation«
—
um
Zensur
zu
rechtfertigen,
unterstreicht
nur
eines:
Sie
haben
die
Kontrolle
über
die
Herzen
und
den
Verstand
der
Öffentlichkeit
verloren.
Ja,
die
neue
Medienrevolution
hat
bereits
stattgefunden.
Ob
man
das
mag
oder
nicht:
Die
Zahnpasta
ist
aus
der
Tube
und
es
gibt
kein
Zurück
mehr.
Eine
Person
mit
einem
Mikrofon
und
dem
auf-
richtigen
Wunsch,
Wissen
zu
verbreiten
—
selbst
ein
bescheidener
Englischlehrer
in
einer
von
Kakerlaken
befallenen
Wohnung
im
Westen
Japans
—
kann
in
dieser
Welt
einen
Unterschied
machen.
Glauben
sie
es
mir.
Ich
sollte
es
wissen.
Wenn
sie
mich
nun
entschuldigen
würden
—
dann
mache
ich
mich
auf
den
Weg,
um
meine
Eiche
zu
gießen.
1
Chaucer,
Geoffrey:
Troilus
and
Criseyde,
bearbeitet
von
R.
A.
Shoaf,
East
Lansing,
MI:
Colleagues
Press,
1989,
Seite
95
2
Grossman,
Lev:
»You
(Yes,
You)
are
TIME's
Person
of
the
Year«
TIME,
25.
Dezember
2006
archive.is/UtBmh
»September
11th
Terrorist
Attacks«
C-SPAN,
25.
Juni,
2006
bit.ly/3Rp)qct
»Juillet
2001:
Ben
Laden
rencontre
la
CIA
a
Dubai«
Le
Monde,
31.
Oktober
2001
archive.is/Wz8a1
5
»Ben
Laden
aurait
eu
cet
été
un
contact
avec
la
CIA
a
Dubai«
Le
Monde,
1.
November
2001
archive.is/Kerjq
6
»Memorandum
for
the
Secretary
of
Defense.
Subject:
Justification
for
US
Military
Intervention
in
Cuba
(TS)«
National
Security
Archive,
13.
März
1962
bit.ly/3RFf72S
31
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
Jones,
Alex
-
Director:
»9/11:
The
Road
to
Tyranny«
(2002)
Jones,
Alex
-
Director:
»Terrorstorm«
(2006)
Jones,
Alex
-
Director:
»Dark
Secrets:
Inside
Bohemian
Grove«
(2000)
»News
Footage
of
Multiple
Bombs
In
Oklahoma
City
Bombing«
Internet
Archive,
hochgeladen
von
AllAmericanRevolution,
23.
Januar
2024
bit.ly/3yeh9jf
»Peter
Power:
7/7
Terror
Rehearsal«
Internet
Archive,
hochgeladen
von
altCensored.com,
19.
März
2023
bit.ly/4bdJIRV
»Bohemian
Club
Cremation
of
Care
Ritual.
mp4«
Internet
Archive,
hochgeladen
von
altCensored.com,
18.
Januar,
2024
bit.ly/3WxG7Et
Curtis,
Adam
-
Director:
»The
Century
of
the
Self«
(BBC,
2002)
Curtis,
Adam
-
Director:
»The
Power
of
Nightmares«
(BBC,
2004)
Curtis,
Adam
-
Director:
»Pandora’s
Box«
(BBC,
1992)
Still,
William
T.
-
Director:
»The
Money
Masters:
How
International
Bankers
Gained
Control
of
America«
(1996)
Griffin,
G.
Edward:
»The
Creature
from
Jekyll
Island:
A
Second
Look
at
the
Federal
Reserve«
(Fourth
Edition,
Westlake
Village,
CA:
American
Media,
2002)
Stengel,
Richard:
»Now
It's
Your
Turn«
TIME,
25.
Dezember
2006
archive.is/t6ZvW
Stengel,
Richard:
»TIME's
Choice
of
You
for
Person
of
the
Year
in
2006
Was
Mocked
-
But
Now
Seems
Prescient«
TIME,
28.
Februar
2023
archive.is/0xZalL
32
Geschäfte
mit
dem
9/11-Terror
Am
12.
September
2001,
noch
bevor
sich
der
Staub
am
Ground
Zero
gelegt
hatte,
eröffnete
die
US-Börsenaufsicht
SEC
eine
Unter-
suchung
zu
einem
erschreckenden
Verdacht:
Dass
eine
unbekannte
Gruppe
von
Aktienhändlern,
die
im
Voraus
über
den
9/11-Plot
Bescheid
wussten,
Millionen
mit
Wetten
gegen
die
Unternehmen
verdient
hatte,
die
an
den
Attacken
beteiligt
waren.
Antonio
Mora
von
ABC
News
erklärte
diesbezüglich
am
20.
September
2001:
»Viele
Wall-Street-Analysten
glauben,
dass
die
Terroristen
Wetten
darauf
abschlossen,
dass
die
Kurse
einer
Reihe
von
Aktien
fallen
würden.
Sie
taten
dies,
indem
sie
sogenannte
Puts
kauften.
Sind
diese
Wetten
erfolgreich,
können
die
Belohnungen
enorm
sein.
Auch
die
Risiken
sind
enorm
—
es
sei
denn,
man
weiß,
dass
dem
Unternehmen,
gegen
das
man
wettet,
etwas
Schlimmes
passieren
wird.
Ein
Beispiel:
United
Airlines.
Am
Donnerstag
vor
den
Anschlägen
wurden
mehr
als
zweitausend
Kontrakte
gekauft,
die
darauf
setzten,
dass
die
Aktie
fallen
würde.
Neunzigmal
mehr
an
nur
einem
Tag
als
in
den
drei
Wochen
davor.
Als
die
Märkte
wieder
eröffneten,
fiel
der
Kurs
der
United-
Aktie,
der
Preis
der
Kontrakte
stieg
und
jemand
könnte
viel
Geld
in
kürzester
Zeit
verdient
haben.«1
Obwohl
die
Put-Optionen
auf
AMR
Corp.
und
UAL
Corp.
-
die
Muttergesellschaften
von
American
Airlines
und
United
Airlines
—
häufig
im
Zusammenhang
mit
dem
Insiderhandel
vor
33
dem
11.
September
genannt
werden,
stellen
sie
nur
einen
Bruch-
teil
der
verdächtigen
Geschäfte
dar,
die
im
Vorfeld
des
Angriffs
stattfanden.
Zwischen
dem
20.
August
und
dem
10.
September
gab
es
abnorm
große
Zuwächse
bei
Put-Optionen
in
Bezug
auf
Transaktionen,
die
Dutzende
von
Unternehmen
betrafen,
deren
Aktien
nach
der
Attacke
abstürzten.
Darunter
Boeing,
Merrill
Lynch,
J.P.
Morgan,
Citigroup,
Bank
of
America,
Morgan
Stanley,
Munich
Re
und
die
AXA-Gruppe.
Die
Händler
wetteten
jedoch
nicht
nur
gegen
Unternehmen,
deren
Aktien
nach
dem
11.
September
abstürzten.
Am
Tag
vor
dem
11.
September
2001
gab
es
auch
einen
sechsfachen
Anstieg
der
Call-Optionen
auf
Aktien
des
Rüstungsunternehmens
Raytheon.
Diese
Calls
ermöglichten
es
den
Händlern,
Raytheon-Aktien
für
25
US-Dollar
zu
kaufen.
Innerhalb
einer
Woche
nach
dem
Angriff,
als
das
US-Militär
begann,
die
von
Raytheon
gelieferten
Toma-
hawk-Raketen
einzusetzen,
die
auch
bei
der
Invasion
Afghanistans
zum
Zuge
kommen
sollten,
war
der
Aktienkurs
des
Unternehmens
um
37
Prozent
auf
über
34
US-Dollar
gestiegen.?
Die
SEC
war
nicht
die
einzige
Regulierungsbehörde,
die
sich
für
diese
mone-
täre
Spur
in
Sachen
9/11
interessierte.
Behörden
rund
um
den
Globus
-
von
Belgien
über
Frankreich
und
Deutschland
bis
hin
zur
Schweiz
und
Japan
-
leiteten
bereits
vor
den
Anschlägen
eigene
Ermittlungen
wegen
möglicher
Insidergeschäfte
ein.
Es
dauerte
nicht
lange,
bis
diese
globale
Finanzjagd
Hinweise
auf
die
Spur
der
Terrorhändler
lieferte.
Am
17.
September
sagte
der
italienische
Außenminister
Antonio
Martino
in
einer
Rede
bezüglich
der
Untersuchung
des
italienischen
Börsenmarktregulierers
zu
möglichen
9/11-Geschäften:
»Ich
denke,
dass
hinter
der
Spekulation
auf
den
internationalen
Märkten
terro-
ristische
Staaten
und
Organisationen
stecken«.3
Am
24.
September
34
war
der
belgische
Finanzminister
Didier
Reynders
zuversichtlich
genug,
öffentlich
den
»starken
Verdacht«
zu
verkünden,
»dass
die
britischen
Märkte
für
Transaktionen
genutzt
worden
sein
könn-
ten«.4
Der
Präsident
der
Deutschen
Bundesbank,
Ernst
Welteke,
war
am
entschiedensten:
»Was
wir
herausgefunden
haben,
überzeugt
uns
davon,
dass
Personen
mit
Verbindungen
zu
den
Terroristen
versucht
haben
müssen,
aus
dieser
Tragödie
Profit
zu
schlagen«.5
Diese
ausländischen
Führungspersönlichkeiten
standen
nicht
allein
mit
ihrer
Überzeugung,
dass
Insiderhandel
stattgefunden
haben
muss.
George
Constantinides,
Finanzprofessor
an
der
University
of
Chicago,
John
Coffee,
Juraprofessor
an
der
Columbia
University,
James
Cox,
Juraprofessor
an
der
Duke
University,
sowie
andere
Wissenschaftler
und
renommierte
Optionshändler
wie
Jon
Najarian
äußerten
ebenfalls
ihre
Überzeugung,
dass
einige
Investoren
auf
Basis
von
Vorwissen
über
die
Anschläge
gehandelt
hatten.®
Das
Ausmaß
der
Untersuchung
durch
die
SEC
war
beispiellos.
Sie
überprüfte
über
9,5
Millionen
Wertpapiertransaktionen,
darunter
Aktien-
und
Optionsgeschäfte
in
103
verschiedenen
Unternehmen,
die
an
sieben
Märkten
gehandelt
wurden,
sowie
32
börsengehandelte
Fonds
(ETFs)
und
mehrere
Aktienindizes.
Dabei
griff
die
SEC
auf
die
Unterstützung
der
Rechts-
und
Compli-
ance-Abteilungen
der
20
größten
Handelsfirmen
sowie
der
Regu-
lierungsbehorden
von
zehn
ausländischen
Regierungen
zurück.
Die
Untersuchung
wurde
zudem
in
Koordination
mit
dem
FBI,
dem
Justizministerium
und
dem
Finanzministerium
durchgeführt.
Das
Ergebnis
dieser
Untersuchung?
»Wir
haben
keine
Beweise
gefunden,
die
darauf
hindeuten,
dass
Personen
mit
Vorwissen
über
die
Anschläge
vom
11.
September
auf
Basis
dieses
Wissens
gehandelt
haben«.7
39
Obwohl
dieses
Fazit
so
klingt,
als
hätte
die
Untersuchung
keine
Hinweise
auf
Insiderhandel
gefunden,
zeigt
ein
genauerer
Blick,
dass
es
sich
um
ein
Täuschungsmanöver
handelt:
Die
Ermittler
sagen
nicht,
dass
es
keinen
Insiderhandel
gegeben
hat,
sondern
lediglich,
dass
es
keine
Beweise
dafür
gibt,
dass
»jene,
die
über
Vorwissen
zu
den
Anschlägen
vom
11.
September
verfügten«
an
solchen
Geschäften
beteiligt
waren.
Dies
wirft
die
Frage
auf:
Wer
hatte
im
Voraus
Kenntnis
von
den
Angriffen
und
wie
hat
die
SEC
ihre
Identität
festgestellt?
Der
9/11-Kommissionsbericht
wirft
die
Frage
noch
unverhohlener
auf,
wenn
er
anomale
Put-Transaktionen
auf
die
UAL-Aktien
am
6.
September
behandelt:
95
Prozent
der
Puts
wurden
von
»einem
einzigen
in
den
USA
ansässigen
institutionellen
Investor
ohne
denkbare
Verbindungen
zu
al-Qaida«
platziert.
Auch
hier
wird
es
als
Tatsache
angesehen,
dass
das
Fehlen
von
Verbindungen
zu
»al-Qaida«
bedeutet,
dass
es
keine
Vorkenntnisse
über
den
Anschlag
gegeben
haben
kann,
selbst
wenn
informierter
Handel
in
Bezug
auf
das
Ereignis
nachweislich
stattgefunden
hat.
In
den
Wochen
vor
dem
11.
September
hat
mit
an
Sicherheit
grenzender
Wahrscheinlichkeit
Insiderhandel
stattgefunden.
Obwohl
manch
einer
auf
die
Aussage
im
Kommissionsbericht
zu
den
»nicht
erkennbaren
Verbindungen
zu
al-Qaida«
abstellt,
um
zu
beweisen,
dass
die
Theorie
von
vorinformierten
Investoren
erfolgreich
widerlegt
ist,
wurden
in
den
folgenden
Jahren
nicht
nur
eine,
sondern
gleich
drei
wissenschaftliche
Arbeiten
veröffentlicht,
die
die
statistische
Wahrscheinlichkeit
belegen,
dass
Insiderwissen
der
Grund
für
den
anomalen
Handel
vor
den
Anschlägen
war.
In
seiner
Facharbeit
»Unusual
Option
Market
Activity
and
the
Terrorist
Attacks
of
September
11,
2001«
kam
Allen
Poteshman,
Professor
an
der
University
of
Chicago,
zu
dem
Schluss:
»Eine
Untersuchung
des
Optionshandels
vor
dem
11.
September
zeigt,
36
dass
ein
ungewöhnlich
hoher
Anteil
an
Put-Optionen
gekauft
wurde.
Diese
Feststellung
stimmt
mit
der
Annahme
überein,
dass
informierte
Investoren
vor
den
Anschlägen
mit
Optionen
gehandelt
haben«.8
In
»Detecting
Abnormal
Trading
Activities
in
Option
Markets«
haben
Forscher
der
Universität
Zürich
mit
ökonometrischen
Methoden
ungewöhnliche
Aktivitäten
hinsichtlich
Put-Optionen
auf
Aktien
wichtiger
Fluggesellschaften,
Banken
und
Rückver-
sicherer
in
den
Wochen
vor
9/11
bestätigt.?
In
der
Studie
mit
dem
Titel
»Gab
es
ungewöhnliche
Handelsaktivitäten
bei
den
S&P
500
Index-Optionen
vor
den
Anschlägen
vom
11.
September?«
kam
ein
Forscherteam
zu
dem
Schluss,
dass
ungewöhnliche
Aktivitäten
auf
dem
S&P
500
Index-Optionsmarkt
zur
Zeit
des
Angriffs
»mit
der
Annahme
übereinstimmen,
dass
Insider
die
Anschläge
vom
11.
September
vorausahnten«.19
Das
lässt
uns
mit
zwei
Schlüssel-
fragen
zurück:
Wer
profitierte
von
diesen
Geschäften
—
und
warum
wurde
nie
jemand
für
die
Beteiligung
daran
angeklagt?
Beim
Versuch,
diese
Fragen
zu
beantworten,
entdeckte
der
9/11-Forscher
und
Autor
Kevin
Ryan
einen
wichtigen
Hinweis
in
einem
FBI-Dokument
aus
dem
Jahr
2003,
das
2009
freigegeben
wurde.
In
»Evidence
for
Informed
Trading
on
the
Attacks
of
September
11«
untersucht
er
das
Dokument,
das
die
Ergebnisse
der
Analysen
des
FBI
zu
zwei
der
Geschäfte
vor
dem
11.
September
beschreibt,
die
als
verdächtig
identifiziert
wurden.!!
Eines
dieser
Geschäfte
war
der
Kauf
von
56.000
Stratesec-Aktien
in
den
Tagen
vor
dem
11.
September.
Stratesec,
das
Sicherheitssysteme
für
Flug-
häfen
(einschließlich
des
Dulles
Airport)
sowie
für
das
World
Trade
Center
und
United
Airlines
lieferte,
verzeichnete
bei
der
3/7
Wiedereröffnung
der
Märkte
am
17.
September
2001
fast
eine
Verdoppelung
des
Aktienkurses.12
Die
Stratesec-Transaktion
ließ
sich
zu
einem
Ehepaar
zurück-
verfolgen,
dessen
Name
im
Memo
geschwärzt,
aber
anhand
der
ungeschwärzten
Informationen
leicht
identifizierbar
ist:
Herr
und
Frau
Wirt
D.
Walker
III.
Wirt
ist
ein
entfernter
Verwandter
der
Bush-Familie
und
ein
Geschäftspartner
von
Marvin
Bush,
dem
Bruder
von
George
W.
Bush.13
Laut
dem
FBI-Dokument
wurden
Wirt
und
seine
Frau
Sally
nicht
einmal
befragt,
da
die
FBI-Er-
mittlungen
gegen
sie
»keine
Verbindungen
zum
Terrorismus
oder
andere
negative
Informationen«
ergeben
hätten.
Diese
Darstellung
wirft
nicht
nur
erneut
die
Frage
nach
der
Identität
der
Täter
auf,
sondern
ist
nachweislich
falsch.
Ryan
merkt
dazu
an:
»Wirt
Walker
stand
in
Verbindung
mit
Personen,
die
ihrerseits
Verbindungen
zu
al-Qaida
hatten.
Zum
Beispiel
war
der
Stratesec-Direktor
James
Abrahamson
Geschäfts-
partner
von
Mansoor
Ijaz,
der
mehrfach
behauptete,
er
könne
Osama
bin
Laden
kontaktieren.
Außerdem
stellte
Walker
mehrere
Stratesec-Mitarbeiter
ein,
die
zuvor
bei
einer
Tochtergesellschaft
der
Carlyle
Group
namens
BDM
International
gearbeitet
hatten
—
einem
Unternehmen,
das
geheime
(schwarze)
Projekte
für
Regierungsbehörden
durchführte.
Die
Carlyle
Group
wurde
teilweise
von
Mitgliedern
der
Bin-Laden-Familie
finanziert«.14
Noch
wichtiger
—
und
nicht
zufällig
—
ist,
dass
Walker
mehrere
Verbindungen
zur
Central
Intelligence
Agency
(CIA)
hat.
»Herr
Walker
leitete
eine
Reihe
verdächtiger
Unter-
nehmen,
die
in
Konkurs
gingen.
Darunter
auch
Stratesec.
38
Einige
davon
wurden
von
einem
Unternehmen
finanziert,
das
von
einem
Cousin
ersten
Grades
des
ehemaligen
CIA-
Direktors
(und
Präsidenten)
George
H.
W.
Bush
geführt
wurde.
Darüber
hinaus
war
Walker
das
Kind
eines
CIA-
Mitarbeiters
und
hatte
seinen
ersten
Job
bei
einer
Invest-
mentfirma,
die
vom
ehemaligen
US-Geheimdienstexperten
James
-Russ-
Forgan
geleitet
wurde,
wo
er
mit
einem
weiteren
ehe-maligen
CIA-Direktor,
William
Casey,
>
zusammenarbeitete.«
Waren
diese
Verbindungen
der
Grund
dafür,
dass
das
FBI
es
vorzog,
Walker
nicht
zu
seiner
äußerst
lukrativen
Investition
in
56.000
Stratesec-Aktien
kurz
vor
dem
11.
September
zu
befragen?
Die
CIA
spielt
auch
in
Bezug
auf
eine
andere
Untersuchung
eine
zentrale
Rolle,
wie
Erin
Arvedlund
in
ihrer
Analyse
des
9/11-
Handels
für
»Barron’s«
im
Oktober
2001
feststellte:
»Eine
große
Put-Order
auf
UAL
(United
Airlines)
wurde
in
den
Tagen
vor
dem
11.
September
von
einem
Kunden
der
Deutschen
Bank
an
den
geschäftigen
Handelsplatz
der
CBOE
(Chicago
Board
Options
Exchange)
übermittelt.
Dieser
zen-
trale
Handelsposten
für
UAL
erwartete,
die
gesamte
Order
über
2.500
Kontrakte
abwickeln
zu
können.
Stattdessen
teilte
der
Kunde
die
Order
in
Blöcke
zu
je
500
Kontrakten
auf
und
leitete
jede
dieser
Teilbestellungen
gleichzeitig
an
verschiedene
Börsen
im
ganzen
Land
weiter,
wie
Personen
bestätigten,
die
mit
dem
Geschäft
vertraut
sind.«16
Arvedlund
berichtet,
dass
die
ungewöhnliche
Order
von
»Deut-
sche
Bank
Alex.
Brown«
vermittelt
wurde,
einer
Firma,
die
bis
1998
von
A.
B.
»Buzzy«
Krongard
geleitet
wurde,
einem
früheren
Berater
des
CIA-Direktors
James
Woolsey.
Zum
Zeitpunkt
der
39
Anschläge
vom
11.
September
war
Krongard
selbst
Exekutiv-
Direktor
der
CIA
und
damit
die
dritthöchste
Führungsperson
der
Behörde.
Laut
dem
Forscher
Michael
Ruppert
bestand
Krongards
Aufgabe
bei
der
Investmentfirma
darin,
die
»Beziehungen
zu
Privatkunden
zu
betreuen.
In
dieser
Funktion
hatte
er
direkten,
persönlichen
Kontakt
zu
einigen
der
wohlhabendsten
Menschen
der
Welt
—
im
Rahmen
einer
spezialisierten
Bankdienstleistung,
die
vom
US-Senat
und
anderen
Ermittlern
als
eng
mit
Geldwäsche
aus
dem
Drogenhandel!7?
verbunden
identifiziert
wurde«.
Das
vielleicht
offenste
Geständnis
von
Insiderhandel
ist
aus
drei
Gründen
bemerkenswert:
Es
wurde
auf
Video
aufgenommen,
es
wurde
nie
von
einer
Behörde
oder
einem
Strafverfolgungsbeamten
untersucht
und
es
wurde
vom
ehemaligen
CIA-Agenten
und
ge-
fragten
Kommentator
für
Außenpolitik
Robert
Baer
geäußert
—
der
realen
Inspiration
für
den
Charakter,
den
George
Clooney
in
»Syriana«
darstellte.
18
Als
er
2008
nach
einer
Rede
in
Los
Angeles
mit
Bürgerjournalisten
sprach,
wurde
Baer
dabei
gefilmt,
wie
er
eine
erschreckende
Aussage
zum
Thema
Insiderhandel
am
11.
September
machte:
»Ich
kenne
den
Typen,
der
zu
seinem
Broker
in
San
Diego
ging
und
sagte,
man
solle
ihn
auszahlen,
weil
es
morgen
bergab
geht«.
Auf
eine
Nachfrage
bezüglich
seiner
Behauptung
fügte
Baer
hinzu:
»Sein
Bruder
arbeitete
im
Weißen
Haus«.19
Diese
wirklich
bemerkens-
werte
Aussage
verdient
eine
genauere
Untersuchung.
Wenn
man
Baer
glauben
kann,
hat
ein
ehemaliger
CIA-Agent
aus
erster
Hand
erfahren,
dass
ein
Insider
im
Weißen
Haus
von
den
Anschlägen
wusste.
Bis
heute
hat
Baer
nicht
nur
die
Identität
dieser
Person
geheim
gehalten,
es
hat
auch
nie
jemand
von
den
»respektablen«
Leitmedien
oder
von
irgendeiner
staatlichen
Ermittlungsbehörde
bei
ihm
nachgefragt.
40
Wie
also
ist
es
möglich,
dass
die
SEC
solch
verlockende
Hinweise
in
ihrer
Untersuchung
übersehen,
ignoriert
oder
einfach
ad
acta
gelegt
hat?
Die
einzig
mögliche
Antwort
darauf
ist
natür-
lich,
dass
die
Untersuchung
absichtlich
jegliche
Information
negierte,
die
darauf
hindeutete,
dass
Nicht-al-Qaida-Akteure
von
den
Anschlägen
Kenntnis
hatten.
Leider
werden
wir
ver-
mutlich
nie
Belege
für
die
Komplizenschaft
von
Regierungs-,
Unternehmens-
oder
Investorenseite
von
einer
Regulierungs-
behörde
oder
ermittelnden
Stelle
sehen.
Als
ein
Forscher
Zugang
zu
den
dokumentarischen
Beweisen,
die
die
9/11-Kommission
verwendet
hatte,
um
zu
dem
Schluss
zu
kommen,
dass
es
keinen
Insiderhandel
gegeben
habe,
beantragte,
erhielt
er
eine
Antwort,
in
der
es
hieß,
»die
möglicherweise
relevanten
Unterlagen
wurden
vernichtet«.20
Selbst
die
Ermittler
der
Chicago
Board
of
Exchange
(CBOE)
wurden
in
ihrem
Versuch,
eine
unabhängige
Untersuchung
der
9/11-Terrortransaktionen
durchzuführen,
gestoppt.
»Doku-
mente
wurden
vernichtet«,
sagte
ein
frustrierter
CBOE-Ermittler
2006
gegenüber
dem
Economic
Policy
Journal.21
Stattdessen
bleiben
uns
Quellen,
die
sich
weigern,
identifiziert
zu
werden.
Die
sagen,
dass
CBOE-Aufzeichnungen
über
den
Optionshandel
vor
dem
11.
September
zerstört
wurden
und
Berichte
aus
zweiter
Hand,
von
Brokern,
die
vor
dem
11.
September
von
einem
Ereignis
gehört
hatten,
das
»stattfinden
würde«,
Auf
indirekte
Weise
gibt
die
9/11-Kommission
vielleicht
mehr
preis,
als
sie
möchte,
wenn
sie
versucht,
wichtige
Insidergeschäfte
mit
der
treffenden
Bemerkung
abzutun,
dass
die
Händler
»keine
erkennbaren
Verbindungen
zu
al-Qaida«
hatten.
Denn
waren
diejenigen
mit
Vorwissen
über
die
Anschläge
nicht
mit
al-Qaida
verbunden
—
was
sagt
das
dann
über
die
Identität
der
tatsäch-
lichen
9/11-Täter?
41
10
11
12
13
14
15
16
»9/11
Wall
Street
Blames
Put
Option
Inside
Trading
On
Terrorists«
YouTube,
hochgeladen
von
911InvestigationVids,
19.
August
2012
youtu.be/
QUHZcUwHrj8
»Bank
of
America
among
38
stocks
in
SEC's
attack
probe«
Bloomberg
News,
3.
Oktober
2001
archive.fo/h2uDw
»Bin
Laden
share
gains
probe«
BBC
News,
18.
September
2001
archive.fo/
G2NWN
Bogdanowicz,
Tom
and
Brooks
Jackson:
»Probes
into
suspicious
trading«
CNN,
24,
September
2001
archive.fo/eSzZUI
Drozdiak,
William:
»Bankers
seek
source
of
pre-attack
trading«
Houston
Chronicle,
23.
September
2001
archive.is/OmVzU
Poteshman,
Alan:
»Unusual
Option
Market
Activity
and
the
Terrorist
Attacks
of
September
11,
2001«
Journal
of
Business,
Vol.
79,
No.
4,
2006,
Seite
1704
Jones,
Nate:
»Document
Friday:
Terrorist-Insider-Trading.
The
SEC's
Pre-Sep-
tember
11,
2001
Trading
Review«
Unredacted:
The
National
Security
Archive
Blog,
April
2010
archive.is/SxrFV
Siehe
Endnote
6
Chesney,
Marc,
et
al:
»Detecting
Abnormal
Trading
Activities
in
Option
Markets:
Supplemental
Appendix«
Forschungspapier
Nr.
11-38
des
Swiss
Finance
Institute,
22.
Januar
2015
archive.is/MfH8F
Wong,
Wing-Keung,
et
al:
»Was
there
Abnormal
Trading
in
the
S&P
500
Index
Options
Prior
to
the
September
11
Attacks?«
Multinational
Finance
Journal,
Vol.
15,
No.
3/4,
2011
Ryan,
Kevin:
»Evidence
for
Informed
Trading
on
the
Attacks
of
September
11«
Foreign
Policy
Journal,
18.
November
2010
archive.fo/QpWZh
»Memorandum
for
the
Record
(MFR)
of
the
Interview
of
FBI
Briefing
on
Trading
of
the
Federal
Bureau
of
Investigation
Conducted
by
Team
4«
National
Archives
Catalog,
15.
August
2003,
Seite
5
archive.is/TV09j
Burns,
Margie:
»Bush-Linked
Company
Handled
Security
for
the
WTC,
Dulles
and
United«
Common
Dreams,
4.
Februar
2003
archive.fo/2IAfk
Siehe
Endnote
11
Siehe
Endnote
11
Arvedlund,
Erin
E.:
»Follow
the
Money«
Barron's,
8.
Oktober
2001
archive.is/
kUkry
42
17
18
19
20
21
Ruppert,
Michael
C.:
»Suppressed
Details
of
Criminal
Insider
Trading
Lead
Directly
into
the
CIA's
Highest
Ranks:
CIA
Executive
Director
»Buzzy<
Krongard
Managed
Firm
That
Handled
»Put«
Options
on
UAL«
From
The
Wilderness
Publications,
9.
Oktober
2001
archive.fo/BqFIV
Siegel,
Robert:
»Ex-CIA
Agent
Robert
Baer,
Inspiration
fiir
Syriana«
NPR,
6.
De-
zember
2005
archive.fo/cYtKT
»WeAreChangelA
>debriefs<
CIA
Case
Officer
Robert
Baer
about
apparent
Mossad
and
White
House
9/11
foreknowledge«
9/11
Blogger,
20.
Oktober
2008
archive.is/
BnxBT
»Re:
Freedom
of
Information
Act
(FOIA),
5
U.S.C.
§
552
Request
No.
09-07659-
FOIA«
United
States
Securities
and
Exchange
Commission,
Office
of
Freedom
of
Information
&
Privacy
Act
Operations,
23.
Dezember
2009
corbettreport.com/
images/callahanfoia.gif
»Options
Investigation
and
9-11«
Economic
Policy
Journal,
21.
Juli
2006
archive.fo/YKTwY
43
Politik
des
Auf
und
Ab
Das
Gleichnis
der
Ameisen
Es
war
einmal
eine
Kolonie
von
Ameisen,
die
auf
einem
Stück
Schnur
lebten.
Die
Schnur
war
so
dünn,
dass
die
Ameisen
nur
in
zwei
Richtungen
gehen
konnten:
Vorwärts
und
rückwärts.
Da
auf
ihrem
schmalen
Weg
nicht
viel
zu
tun
war,
verbrachten
die
Ameisen
die
meiste
Zeit
damit,
darüber
zu
streiten,
in
welche
Richtung
sie
auf
ihren
täglichen
Wegen
gehen
sollten.
Wenn
diese
Streitigkeiten
ausbrachen,
ergriffen
die
Ameisen
Partei.
Eine
Gruppe
von
Ameisen,
die
sich
»Die
Vorwärtsgeher«
nannte,
behauptete,
dass
es
Fortschritt
bedeute,
vorwärts
zu
gehen.
Und
da
Fortschritt
nach
der
Einschätzung
dieser
Gruppe
der
Schlüssel
zum
Glück
sei,
glaubten
sie,
dass
Ameisen
grundsätzlich
vor-
warts
gehen
sollten.
Eine
andere
Gruppe,
die
sich
»
—
nannte,
war
anderer
Meinung.
Sie
tadelten
ihre
auf
vorne
geeichten
Freunde
dafür,
Fortschritt
mit
Glück
zu
verwechseln.
Wahres
Gluck,
so
predigten
die
Ruckwartsgeher,
liege
darin,
zu
wissen,
woher
man
kommt
—
nicht
in
Träumereien
von
Orten,
an
denen
man
niemals
gewesen
war.
Eine
Weile
lang
lebten
und
arbeiteten
Vorwarts-
und
Ruckwarts-
geher
trotz
ihrer
Unterschiede
recht
glücklich
zusammen.
Eines
Tages
jedoch
stieß
ein
schnell
laufender
Rickwartsgeher
unbe-
absichtigt
mit
einem
unaufmerksamen
Vorwartsgeher
zusammen
und
warf
ihn
dabei
von
der
Schnur.
Es
folgten
gegenseitige
Vor-
wirfe.
Wiitende
Vorwértsgeher
und
gehéssige
Rickwartsgeher
begannen,
sich
zu
trennen
und
konkurrierende
Lager
zu
bilden.
44
Ameisen,
die
nie
eine
ausgeprägte
Meinung
zu
diesem
Thema
gehabt
hatten
—
die,
die
an
manchen
Tagen
vorwärts
und
an
anderen
rückwärts
gingen
—
wurden
gezwungen,
Partei
zu
er-
greifen.
In
der
Folge
wurden
Kinder
von
ihren
Eltern
getrennt,
Ehepartner
geschieden,
Geschwister
entzweit
und
Freund-
schaften
aufgelöst.
Zunächst
gab
es
nichts
weiter
als
eine
imaginäre
Trennlinie
zwischen
den
beiden
Lagern.
Bald
jedoch
errichteten
die
Ameisen,
so
fleißig
und
streitsüchtig,
wie
nur
Ameisen
sein
können,
einen
Stacheldrahtzaun,
um
sich
abzugrenzen,
Dann,
als
sich
die
Front-
linien
verhärteten,
ersetzten
sie
den
Zaun
durch
eine
Mauer
aus
Ziegelsteinen.
Es
dauerte
nicht
lange,
bis
Wachen
auf
beiden
Seiten
der
Mauer
stationiert
wurden,
um
sicherzustellen,
dass
niemand
sie
durchbrach.
Die
gegnerischen
Ameisen
hörten
auf,
miteinander
zu
sprechen,
außer
um
die
anderen
hin
und
wieder
zu
verspotten
oder
einen
verletzenden
Spruch
über
die
Grenze
zu
werfen.
Im
Verlauf
einer
Generation
erinnerte
sich
niemand
mehr
daran,
was
die
Mauer
überhaupt
bedeutete
oder
worum
es
bei
dem
Streit
eigentlich
ging.
Die
Philosophien
waren
verworren.
So
verworren,
dass
ein
paar
Vorwärtsgeher
begannen,
rückwärts
zu
laufen
—
und
einige
Rückwärtsgeher
damit
anfingen,
vor-
wärts
zu
marschieren.
Trotz
der
Verwirrung
blieben
die
Ameisen
entschlossen,
ihre
Traditionen
von
Generation
zu
Generation
weiterzugeben.
Vorwärtsgeher
erzählten
ihren
Kindern
gruselige
Geschichten
über
grauenhafte
Rückwärtsgeher,
die
die
Kinder
der
Gegner
zum
Frühstück
aßen.
Und
den
Kindern
der
Rückwärts-
geher
wurde
gelehrt,
dass
die
vorwärtsgewandten
Artgenossen
gefräßige
Bestien
seien,
die
nur
ihre
eigene
Art
verschonten.
Das
Schüren
von
Ängsten
verstärkte
sich,
bis
schließlich
kleinere
Auseinandersetzungen
entlang
der
Trennmauer
ausbrachen.
45
Die
Scharmützel
wurden
zu
Schlachten.
Die
Schlachten
zu
Kriegen.
Die
eine
Seite
schlug
die
andere
zurück.
Die
Verlierer
formierten
sich
neu
und
starteten
einen
Gegenangriff,
wodurch
die
anderen
zum
Rückzug
gezwungen
wurden.
So
ging
es
hin
und
her.
Ohne
einen
klaren
Sieger.
Der
ständige
Konflikt
begann,
seinen
Tribut
von
den
Ameisen
zu
fordern.
Schließlich,
völlig
erschöpft,
riefen
beide
Kriegsparteien
zu
einem
Waffenstillstand
auf.
Beide
Seiten
stimmten
zu,
fortan
getrennte
Wege
zu
gehen
und
sich
nie
wieder
zu
vereinen.
Eines
frühen
Morgens
brachen
sie
ihre
Lager
ab
und
begannen
ihre
große
Reise
—
in
entgegengesetzte
Richtungen.
Die
Vorwärtsgeher
waren
sehr
misstrauisch
gegenüber
ihren
rückwärts
gerichteten
Feinden,
spitzten
die
Ohren
und
schauten
immer
wieder
über
ihre
Schultern
während
sie
losmarschierten
—
um
sicher
zu
sein,
dass
die
andere
Gruppe
sie
auch
wirklich
für
immer
verließ.
Die
Rückwärtsgeher,
die
nur
zu
gut
wussten,
dass
man
den
Vorwärtsgehern
nicht
trauen
konnte,
schauten
ebenfalls
zurück
—
um
sicherzugehen,
dass
ihre
Rivalen
wirklich
in
der
Ferne
verschwanden.
Jede
Seite
war
zufrieden,
dass
die
andere
sich
tatsächlich
immer
weiter
entfernte.
So
waren
die
Ameisen
beider
Gruppen
nun
erleichtert,
ihre
Erzfeinde
endlich
loszu-
werden.
Sie
alle
dachten,
sie
würden
auf
der
Schnur
unberührtes
Gebiet
finden,
in
dem
sie
sich
friedlich
niederlassen
konnten.
Doch
in
der
Ferne
sahen
die
jeweils
an
der
Spitze
des
Zuges
laufenden
Ameisen
etwas
auf
sich
zukommen.
Und
als
sich
die
beiden
An-
führer
dem
unbekannten
etwas
näherten,
erkannten
sie
nicht
eine
einzelne
Gestalt
vor
sich,
sondern
viele.
Eine
lange
Reihe
von
Gestalten,
die
sich
im
Gänsemarsch
fortbewegten.
Sie
sahen
winzig
aus.
Und
schwarz.
Endlich
waren
die
Objekte
nah
genug,
um
Formen
erkennen
zu
können.
Ameisen!
Nicht
irgendwelche
Ameisen,
sondern
genau
46
die
gleichen
Ameisen,
die
sie
sich
geschworen
hatten,
niemals
wiederzusehen.
Plötzlich
—
und
zu
ihrem
großen
Entsetzen
—
erkannten
die
Ameisen
beider
Lager,
dass
das
Unvorstellbare
geschehen
war.
Vorwärtsgeher
und
Rückwärtsgeher,
die
aus
gutem
Grund
in
entgegengesetzte
Richtungen
aufgebrochen
und
ohne
Kursänderung
weitergezogen
waren,
näherten
sich
einander
wieder.
Was
sie
für
eine
permanente
Trennung
vom
anderen
Lager
gehalten
hatten,
war
in
Wirklichkeit
das
Gegenteil.
Nach
einer
Odyssee
rund
um
den
halben
Faden
kamen
die
alten
Feinde
nun
wieder
aufeinander
zu.
Politik
und
die
zweite
Dimension
Für
uns
Menschen
ist
es
einfach
zu
verstehen,
was
mit
den
Ameisen
passiert
ist.
Ohne
zu
wissen,
dass
die
Schnur,
auf
der
sie
lebten,
einen
Kreis
markierte,
waren
sie
genau
in
diesem
unterwegs.
Aus
ihrer
eindimensionalen
Perspektive
reisten
sie
einer
»geraden«
Linie
folgend
in
»verschiedene«
Richtungen.
Aus
unserer
drei-
dimensionalen
Perspektive
können
wir
jedoch
sehen,
dass
ihre
gerade
Linie
überhaupt
nicht
gerade
war,
sondern
rund.
Und
obwohl
sie
sich
in
einer
Dimension
auseinander
bewegten,
trafen
sie
so
in
der
zweiten
wieder
aufeinander.
Ihre
unterschiedlichen
Wege
brachten
sie
zum
gleichen
Punkt.
Ähnlich
wie
bei
zwei
Schiffen,
die
vom
gleichen
Ort
aus
in
Richtung
Osten
und
Westen
aufbrechen
und
sich
auf
der
anderen
Seite
des
Globus
wieder
treffen.
Die
Erkenntnis
aus
der
Parabel
ist
also:
Was
aus
einer
eindimensionalen
Perspektive
verwirrend
erscheint,
ergibt
aus
einer
multidimensionalen
Perspektive
durchaus
Sinn.
Was
also
hat
eine
Allegorie
über
Ameisen
mit
uns
Menschen
zu
tun?
Gibt
es
Probleme
in
unserer
Gesellschaft,
die
aus
einer
begrenzten,
47
ameisenähnlichen
Perspektive
verwirrend
erscheinen,
aus
einer
übergeordneten
Perspektive
aber
Sinn
ergeben?
Nun,
lassen
sie
uns
diesbezüglich
einmal
über
Politik
nachdenken.
Uns
wird
gesagt,
dass
Politik
auf
einer
Linie
existiert,
die
als
»das
politische
Spektrum«
bekannt
ist
—
als
gäbe
es
keinerlei
andere
Möglichkeit,
unser
politisches
System
zu
begreifen.
Dieses
Spektrum
besteht
aus
einer
linken
und
einer
rechten
Seite
sowie
verschiedenen
Punkten
dazwischen,
einschließlich
einer
Mitte.
Es
wird
als
Grundlage
der
westlichen
Demokratien
betrachtet.
Von
Amerika
bis
Australien,
von
Kanada
bis
Frankreich,
vom
Vereinigten
Königreich
bis
Deutschland,
von
Neuseeland
bis
zu
den
Niederlanden
-
überall
haben
politische
Parteien
Anspruch
auf
ein
Segment
dieser
geraden
Linie
erhoben.
Wie
könnten
sie
auch
anders?
Denn
diese
Linie,
so
wird
uns
versichert,
stellt
das
gesamte
politische
Universum
dar.
Entlang
dieser
Linie
gibt
es
linke
Parteien
und
rechte
Parteien,
linke
Politiker
und
rechte
Politiker,
linke
Kommentatoren
und
rechte
Kommentatoren,
linke
Wähler
und
rechte
Wähler.
Gelegentlich
gibt
es
sogar
zentristische
Parteien,
Politiker,
Kommentatoren
und
Wähler.
Aber
jedes
politische
Thema,
das
nicht
irgendwo
auf
diese
Linie
passt,
ist
buchstäblich
undenkbar.
Infolgedessen
wird
uns
alle
paar
Jahre,
wenn
Wahlen
ins
Haus
stehen,
die
gleiche
Auswahl
präsentiert:
Sollen
wir
jemanden
von
der
linken
oder
der
rechten
Seite
wählen?
Oder
jemanden
aus
der
Mitte?
Oft
wird
unsere
Wahl
durch
Wut
auf
die
Person
motiviert,
die
zuletzt
an
der
Macht
war.
Man
stelle
sich
vor,
man
sei
einfacher
Arbeiter,
der
kaum
über
die
Runden
kommt,
während
die
Regierung
Milliarden
an
die
Groß-
verdiener
der
Wall
Street
verteilt.
Oder
man
war
in
seinem
Beruf
erfolgreich
und
hat
gut
verdient,
nur
um
dann
festzustellen,
dass
die
Steuerbehörde
jetzt
noch
mehr
von
den
Einkünften
fordert.
48
Oder
man
macht
sich
Sorgen
um
Bürgerrechte,
Datenschutz
und
die
Verfassung
—
um
all
das,
was
von
Politikern
geschreddert
wird,
die
das
Land
in
einen
Polizeistaat
verwandeln.
Dann
kommt
der
Tag
der
Wahlen.
Man
fühlt
sich
ermächtigt,
geht
zum
Wahl-
lokal
und
betätigt
den
Hebel,
um
die
Schurken
hinauszuwerfen.
Die
Mitbürger,
die
vom
Status
quo
ebenfalls
die
Schnauze
voll
haben,
tun
dasselbe.
Schon
schwingt
das
politische
Pendel
von
links
nach
rechts
—
oder
von
rechts
nach
links.
Dann,
bei
der
nächsten
Wahl,
wenn
die
Öffentlichkeit
wieder
wütend
auf
die
Regierung
ist,
die
sie
selbst
zuvor
an
die
Macht
gebracht
hat,
wiederholt
sich
der
Prozess
und
das
Pendel
schwingt
wieder
in
die
andere
Richtung.
Irgendwie
scheint
sich
aber
nie
etwas
zu
ändern.
Große
Unternehmen
werden
immer
größer.
Und
kleine
Betriebe
verschwinden
trotzdem.
Die
Reichen
werden
reicher.
Die
Armen
nehmen
Hypotheken
mit
variablem
Zinssatz
auf,
die
ihnen
von
skrupellosen
Bankern
aufgeschwatzt
wurden,
und
landen
auf
der
Straße,
wenn
die
Blase
platzt.
Offenbar
sind
wir
auf
ein
Paradox
gestoßen.
Uns
wird
gesagt,
dass
diese
gerade
Linie,
dieses
Links-Rechts-Spektrum,
die
Gesamtheit
des
politischen
Universums
darstellt
—
doch
egal,
ob
wir
links,
rechts
oder
die
Mitte
dieses
Spektrums
wählen,
wir
werden
immer
wieder
mit
den
praktisch
gleichen
Problemen
konfrontiert.
Es
ist
verblüffend.
Und
damit
kommen
wir
zurück
zu
unseren
ebenso
verblüfften
Ameisen.
Auch
sie
lebten
in
einem
eindimensionalen
Universum.
Auch
sie
glaubten,
sich
nur
in
zwei
Richtungen
bewegen
zu
können.
Auch
sie
gingen
getrennte
Wege
—
und
landeten
doch
am
selben
Ort.
Sie
lagen
falsch,
weil
sie
die
Krümmung
der
Schnur
nicht
erkennen
konnten.
Da
sie
sich
ihrer
Bewegung
in
der
zweiten
Dimension
nicht
bewusst
waren,
verstanden
sie
nicht,
dass
sie
die
ganze
Zeit
im
Kreis
gelaufen
waren.
49
Haben
wir
—
wie
die
Ameisen
—
unwissentlich
auf
einer
kreis-
runden
Schnur
gelebt?
Betrachten
wir
ein
mehrdimensio-
nales
Problem
mit
einem
eindimensionalen
Blick?
Könnte
es
sein,
dass
unser
politisches
Universum
mehr
umfasst
als
diese
scheinbar
gerade
Linie?
Wenn
wir
uns
tatsächlich
auf
einer
kreisrunden
Schnur
befinden,
wenn
wir
uns
alle
in
dieselbe
politische
Richtung
bewegen,
könnte
es
uns
ja
tatsächlich
schwer
fallen,
unsere
Position
zu
bestimmen.
Genau
wie
bei
den
Ameisen
ist
unser
Blickwinkel
möglicherweise
nicht
weit
genug,
um
die
Krümmung
der
Schnur
wahrzunehmen
-
und
wir
laufen
womöglich
im
Kreis,
ohne
es
zu
merken.
Gibt
es
also
eine
zweite
politische
Dimension?
Und
falls
ja
—
wie
sieht
sie
aus?
Finden
wir
es
heraus.
Nennen
wir
dazu
die
politische
Richtung,
in
die
sich
die
westlichen
»Demokratien«
bewegen,
die
»Aufwärtsdimension«
der
Politik.
Jetzt
verbinden
wir
diese
Dimension
des
politischen
Rasters
mit
all
jenen
gesellschaftlichen
Entwicklungen,
die
sich
unbeirrt
in
nur
eine
Richtung
bewegen
—
trotz
des
ständigen
Pendelns
von
rechts
nach
links,
von
links
nach
rechts
—
und
so
weiter
und
so
fort.
Aber
von
welchen
Entwicklungen
sprechen
wir
diesbezüglich
überhaupt?
—
Die
Größe
und
Macht
der
Regierung
wächst
immer
weiter
—
sie
schrumpft
nie.
—
Der
Anteil
am
wirtschaftlichen
Kuchen,
den
multinationale
Großkonzerne
verschlingen,
wird
ständig
größer
—
nie
kleiner.
—
Aufeinanderfolgende
Regierungen
reißen
den
Menschen
immer
mehr
Macht
aus
der
Hand
—
und
geben
niemals
die
Macht
zurück,
die
frühere
Regierungen
an
sich
gerissen
haben.
—
Nicht
gewählte,
undemokratische,
supranationale
Organi-
sationen
wie
die
Vereinten
Nationen,
die
Welthandelsorga-
nisation,
die
Weltbank,
der
Internationale
Währungsfonds
50
und
die
Weltgesundheitsorganisation
gewinnen
stets
mehr
Einfluss
über
die
Mitgliedstaaten
—
und
geben
niemals
etwas
davon
zurück.
—
Kriege
verlagern
sich
lediglich
von
einem
Schlachtfeld
zum
nächsten
—
sie
enden
nie
und
bringen
niemals
dauerhaften
Frieden.
Es
ließen
sich
zweifellos
viele
weitere
Aspekte
in
unserem
aktuellen
politischen
System
identifizieren,
die
dieser
Auf-
wärtsbewegung
zuzurechnen
sind.
Aber
diese
Liste
sollte
vorerst
genügen.
Wenn
es
auch
eine
»Abwärtsdimension«
im
politischen
Raster
gibt,
sollte
es
einfach
sein,
zu
bestimmen,
wofür
sich
Vertreter
dieses
Flügels
engagieren
würden.
Man
muss
lediglich
die
Entwicklungen
des
»Aufwärtsflügels«
umkehren,
um
das
zu
erkennen:
—
Größe
und
Macht
der
Regierung
werden
reduziert.
—
Kleine
und
lokal
geführte
Unternehmen
werden
unterstützt.
—
Gesetze
und
Vorschriften,
die
individuelle
Rechte
und
Frei-
heiten
einschränken,
werden
aufgehoben.
—
Internationale
Verträge
mit
Organisationen,
die
nationale
Autonomie
untergraben,
werden
gekündigt.
—
Kriegshandlungen
werden
beendet.
Erstaunlicherweise
sieht
das
Programm
dieses
»Abwärtsflü-
gels«
genau
wie
die
Agenda
aus,
von
der
die
meisten
Menschen
glauben,
dass
sie
sie
wählen,
wenn
sie
in
der
Wahlkabine
ihre
Stimme
abgeben.
Niemand
möchte
die
Kontrolle
über
sein
Leben
an
Big
Brother
abgeben
(oder
sagt,
dass
er
das
möchte).
Niemand
möchte,
ol
dass
sein
Land
sich
an
der
Massenschlachtung
unschuldiger
Menschen
beteiligt
(oder
sagt,
dass
er
das
möchte).
Niemand
möchte,
dass
der
Tante-Emma-Laden
um
die
Ecke
pleite
geht
(warum
auch?).
Und
doch
sind
genau
das
die
Ergebnisse
von
Politik
—
ganz
egal,
welche
Partei
an
der
Macht
ist.
Wenn
wir
wirklich
in
einer
politischen
Endlosschleife
leben,
scheint
es,
als
befänden
sich
sowohl
die
Linke
als
auch
die
Rechte
in
einer
endlosen
Spirale
der
»Aufwärtsdimension«,
die
sich
immer
weiter
von
der
»Abwärtsdimension«
entfernt,
die
wir
durch
Wahlen
zu
erreichen
glauben.
An
diesem
Punkt
stehen
wir
vor
einer
Reihe
von
Fragen:
Wenn
sich
die
Mehrheit
der
Menschen
eine
Politik
wünscht,
die
Macht
dezentralisiert
und
Menschen
individuelle
Kontrolle
zurückgibt,
warum
bekommen
wir
dann
immer
wieder
Regierungen,
die
Macht
weiter
konzentrieren?
Warum
haben
wir
diese
Realität
nie
wirklich
erkannt?
Gibt
es
eine
koordinierte
Bewegung,
die
auf
diese
zentralisierte
Macht
hinarbeitet?
Wenn
ja,
wer
steckt
dahinter
und
wie
funktioniert
das?
Die
Zentralisten/Globalisten
Gibt
es
also
tatsächlich
eine
koordinierte
Bewegung,
die
auf
zentralisierte
Macht
hinarbeitet?
Wie
wir
noch
sehen
werden,
gibt
es
diese
in
der
Tat.
Aber
wie
funktioniert
diese
Bewegung?
Und
wer
steckt
dahinter?
Es
wäre
schwer,
eine
bessere
Beschreibung
dafür
zu
finden,
wie
diese
Bewegung
das
politische
Spektrum
von
links
nach
rechts
kontrolliert,
als
die,
die
in
»Tragödie
und
Hoffnung:
Eine
Geschichte
der
Welt
in
unserer
Zeit«
zu
finden
ist
—
dem
über
1.300
Seiten
umfassenden
Meisterwerk
des
gefeierten
Historikers
Carroll
Quigley:
92
»Das
Argument,
dass
die
beiden
Parteien
gegensätzliche
Ideale
und
Politik
vertreten
sollten,
die
eine
vielleicht
rechts
und
die
andere
links,
ist
eine
törichte
Idee,
die
nur
von
doktrinären
und
akademischen
Denkern
akzeptiert
wird.
Stattdessen
sollten
die
beiden
Parteien
nahezu
identisch
sein,
damit
das
amerikanische
Volk
bei
jeder
Wahl
die
Schurken
hinauswerfen
kann,
ohne,
dass
es
dadurch
zu
tiefgreifenden
oder
umfangreichen
politischen
Veränderungen
kommt.
«1
Und
wir
könnten
wohl
ebenso
schwerlich
eine
bessere
Be-
schreibung
dafür
finden,
wer
diese
politische
Links-Rechts-Farce
kontrolliert
als
in
eben
jenem
Buch.
»Es
existiert
ein
internationales
anglophiles
Netzwerk,
das
seit
einer
Generation
besteht
und
in
gewisser
Weise
so
funktioniert,
wie
die
radikale
Rechte
glaubt,
dass
Kommunisten
handeln.
Tatsächlich
hat
dieses
Netzwerk,
das
wir
als
die
Round
Table
Groups
bezeichnen
können,
keine
Abneigung,
mit
Kommunisten
oder
jeder
anderen
politischen
Gruppe
zu
kooperieren
—
und
tut
das
regelmäßig.
Ich
kenne
die
Operationen
dieses
Netzwerks,
weil
ich
es
zwanzig
Jahre
lang
studiert
habe
und
uns
in
den
frühen
1960er
Jahren
für
zwei
Jahre
erlaubt
wurde,
seine
Papiere
und
geheimen
Aufzeichnungen
zu
untersuchen.
Ich
habe
keine
Abneigung
dagegen,
oder
gegen
die
meisten
seiner
Ziele,
und
war
ihm
und
seinen
Instrumenten
ein
Großteil
meines
Lebens
eng
verbunden.
Ich
habe
mich
sowohl
in
der
Vergangenheit
als
auch
kürzlich
gegen
einige
seiner
politischen
Ansichten
(insbe-
sondere
gegen
seinen
Glauben,
dass
England
eine
atlantische
statt
eine
europäische
Macht
sei
und
sich
mit
93
den
Vereinigten
Staaten
verbünden
oder
sogar
föderieren
und
von
Europa
isoliert
bleiben
müsse)
ausgesprochen.
Aber
im
Allgemeinen
besteht
der
Hauptunterschied
darin,
dass
das
Netzwerk
unbekannt
bleiben
möchte
—
und
ich
glaube,
dass
seine
Rolle
in
der
Geschichte
bedeutend
genug
ist,
um
bekannt
zu
werden.
«2
Mit
anderen
Worten:
Es
gibt
ein
geheimes
Netzwerk
einflussreicher
Persönlichkeiten
(die
»Round
Table
Groups,
auf
die
Quigley
ver-
weist),
das
sowohl
mit
der
linken
als
auch
mit
der
rechten
Seite
des
traditionellen
politischen
Spektrums
zusammenarbeitet,
um
seine
eigene
Agenda
zu
verfolgen.
Auf
diese
Weise
manipuliert
das
Netzwerk
das
politische
System
so,
dass
Wahler
niemals
grund-
legende
Veränderungen
bewirken
können.
Und
—
wie
Quigley
sichtlich
bedauert
-
möchte
es
trotz
seiner
bedeutenden
Rolle
in
der
Gestaltung
des
Weltgeschehens
unbekannt
bleiben.
Klingt
das
nicht
exakt
nach
dieser
koordinierten,
»aufwärtsgerich-
teten«
Bewegung,
über
die
wir
zuvor
spekuliert
haben?
An
dieser
Stelle
sollte
bemerkt
werden,
dass
Quigley
kein
»Verschwörungs-
theoretiker«
war,
sondern
ein
respektierter,
an
Elite-Universitäten
ausgebildeter
Historiker,
der
an
der
Georgetown
University
School
of
Foreign
Service
als
führender
Wissenschaftler
zur
Entwicklung
von
Zivilisationen
forschte.
Bill
Clinton
erwähnte
Quigley
in
seiner
Rede
zur
Annahme
der
demokratischen
Präsidentschafts-
nominierung
1992:
»Als
Teenager
hörte
ich
John
Kennedys
Aufruf
zur
verantwortungsvollen
Staatsbürgerschaft,
als
Student
an
der
Georgetown
University
hörte
ich,
wie
dieser
Aufruf
von
einem
Professor
namens
Carroll
Quigley
erläutert
wurde
(...)«3
94
Lassen
sie
uns
einen
Moment
darüber
nachdenken,
was
das
bedeutet:
Ein
Präsident
wurde
von
einem
Professor
inspiriert,
der
ein
Buch
verfasste,
das
beschreibt,
wie
das
politische
System
von
einer
Geheimgesellschaft
manipuliert
wird
—
von
einem
Netzwerk
einflussreicher
Männer,
die
»in
der
Weise
agieren,
wie
die
radikale
Rechte
glaubt,
dass
die
Kommunisten
handeln.
«
Sollte
uns
die
Verbindung
zwischen
Quigley
und
Clinton
beun-
ruhigen?
Oder
ist
das
nur
ein
harmloser
Zufall
ohne
Bedeutung?
Um
das
herauszufinden,
müssen
wir
das
Netzwerk
untersuchen,
das
Quigley
als
die
»Round
Table
Groups«
bezeichnete.
Dieses
Netz
von
»semi-geheimen
Diskussions-
und
Lobbygruppen«,
wie
er
es
beschrieb,
wurde
mit
Geldern
gegründet,
die
der
Bergbau-
Magnat
Cecil
Rhodes
in
seinem
Rhodes
Trust
hinterließ.
Von
ihrem
Hauptsitz
in
England
aus
bildeten
die
Gruppen
eine
Reihe
von
miteinander
verbundenen
Organisationen
rund
um
den
Globus,
darunter
das
Royal
Institute
of
International
Affairs
im
Vereinigten
Königreich
und
der
Council
on
Foreign
Relations
in
den
Vereinigten
Staaten.
Geleitet
von
solch
prominenten
Persön-
lichkeiten
des
frühen
20.
Jahrhunderts
wie
Lord
Milner
und
Lionel
Curtis,
bemerkt
Quigley,
dass
diese
Round-Table-Organisationen
»entlang
der
bereits
bestehenden
finanziellen
Zusammenarbeit
entstanden
sind,
die
von
der
Morgan
Bank
in
New
York
bis
zu
einer
von
den
Brüdern
Lazard
geführten
Gruppe
von
Finanziers
in
London
reichte«.4
Und
was
waren
die
tatsächlichen
Ziele
dieses
Netzwerks?
Auch
das
erklärt
Quigley
erfreulicherweise:
»Die
Mächte
des
Finanzkapitalismus
verfolgten
ein
weiteres,
weitreichendes
Ziel
—
nichts
Geringeres
als
die
Schaffung
eines
weltweiten
Systems
finanzieller
Kontrolle
in
privaten
Händen,
das
in
der
Lage
sein
sollte,
sowohl
das
politische
System
jedes
einzelnen
Landes,
als
99
auch
die
Weltwirtschaft
insgesamt
zu
beherrschen.
Dieses
System
sollte
nach
feudalistischer
Manier
von
den
Zentral-
banken
der
Welt
kontrolliert
werden,
die
durch
enge
Zusammenarbeit
und
geheime
Absprachen
agierten
—
welche
bei
regelmäßigen
privaten
Treffen
und
Konferenzen
getroffen
werden.
Die
Spitze
dieses
Systems
sollte
die
Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich
(BIZ)
in
Basel
(Schweiz)
bilden
—
eine
Privatbank,
die
sich
im
Besitz
der
Zentralbanken
der
Welt
befindet
und
von
diesen
kontrolliert
wird,
wobei
die
Zentralbanken
ihrerseits
private
Unternehmen
sind.«5
Klingt
abwegig?
Dann
lassen
sie
uns
einige
dieser
Behauptungen
einem
Faktencheck
unterziehen:
Geheime
Treffen
privater
Banker,
kontrolliert
von
der
Bank
für
Internationalen
Zahlungsaus-
gleich
(BIZ)?
Stimmt.
Ein
solches
Treffen
wurde
im
Februar
2010
von
den
austra-
lischen
Medien
aufgedeckt.
Organisiert
von
der
BIZ,
fand
das
Meeting
unter
völliger
Geheimhaltung
und
mit
höchster
Sicherheitsstufe
in
Sydney
statt.6
Teilnehmer
waren
Vertreter
der
US-Notenbank,
der
Europaischen
Zentralbank,
der
Bank
of
Japan
und
weiterer
Zentralbanken.
Nachdem
das
Treffen
publik
wurde
und
die
BIZ
gezwungen
war,
Protokolle
über
die
besprochenen
Inhalte
zu
veröffentlichen,
kam
ans
Licht,
dass
Yves
Mersch,
Gouverneur
der
Zentralbank
von
Luxemburg,
eine
ausführliche
Rede
gehalten
hatte.
Darin
plädierte
er
für
die
Notwendigkeit
einer
supranationalen
Instanz
zur
Regulierung
eines
globalen
Systems
von
Pseudowahrungen
—
und
zwar
hinter
den
Kulissen
des
internationalen
Weltfinanzsystems.?
Pläne
zur
Schaffung
eines
weltweiten
Systems
finanzieller
Kontrolle?
Stimmt.
ob
Am
Tag
nach
seiner
Teilnahme
am
extrem
diskreten
Treffen
der
Bilderberg-Gruppe®
im
Jahr
2008
schrieb
Timothy
Geithner
—
damals
Präsident
der
Federal
Reserve
Bank
of
New
York
und
baldiger
US-Finanzminister
—
einen
Meinungsbeitrag
in
der
Financial
Times,
in
dem
er
ein
»einheitliches
System«
für
inter-
nationale
Finanzkontrollen
forderte,
und
zwar
ausgerechnet
durch
jene
Zentralbanken,
die
es
zuvor
so
kläglich
versäumt
hatten,
die
Krise
zu
verhindern.?
Tatsache
ist,
dass
Geithner
diesen
Beitrag
buchstäblich
direkt
nach
seiner
Teilnahme
am
Bilderberg-Treffen
verfasste
—
ein
Umstand
von
nicht
unerheblicher
Bedeutung,
wenn
man
bedenkt,
dass
sich
unter
den
übrigen
hochkarätigen
Teilnehmern
niemand
Geringerer
befand
als
der
Vorsitzende
der
US-Notenbank,
der
Präsident
der
Europäischen
Zentralbank
und
der
Präsident
der
Weltbank.
Weitere
prominente
Anwesende
waren
hochrangige
Investmentbanker
von
Lazard
Freres
(siehe
dazu
auch
Quigleys
Hinweis
auf
Lazard),
Staatsoberhäupter,
Mitglieder
königlicher
Familien
sowie
über
einhundert
weitere
einflussreiche
Persönlich-
keiten
aus
Wirtschaft,
Finanzwelt
sowie
Personen
mit
politischen
Ämtern
in
ganz
Europa
und
Nordamerika.
Inklusive
Barack
Obama
und
seiner
Außenministerin
Hillary
Clinton
(siehe
den
Essay
»Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch).
In
der
Tat,
wenn
wir
auf
der
Suche
nach
einer
Art
koordinierter
»zentralistischer«
Bewegung
wären,
gäbe
es
keinen
besseren
Ausgangspunkt
für
unsere
Nachforschungen
als
die
Bilderberg
Konferenzen.
Sie
haben
den
Namen
»Bilderberg«
noch
nie
gehört?
Das
ist
Absicht.
Obwohl
der
ehemalige
Herausgeber
und
CEO
der
Wa-
shington
Post
ein
regelmäßiger
Teilnehmer
der
jährlichen
Treffen
der
Gruppe
war,
weigerte
sich
die
Zeitung
jahrzehntelang,
die
of
Existenz
von
Bilderberg
überhaupt
anzuerkennen.1®
Obwohl
Reporter
von
The
Economist
jedes
Jahr
mit
den
wahren
Größen
der
Weltpolitik
und
Industriegiganten
beim
Bilderberg-Treffen
verkehren,
findet
man
kein
einziges
Wort
darüber
in
deren
Publikationen.11
Und
obwohl
prominente
TV-Persönlichkeiten
wie
der
langjährige
kanadische
Nachrichtensprecher
Peter
Mansbridge?
und
der
langjährige
CBS-Nachrichtensprecher
Charlie
Rose®3,
ein
PBS-Urgestein,
über
Jahre
hinweg
an
Bilder-
berg-Treffen
teilnahmen,
haben
sie
niemals
darüber
berichtet
oder
die
Existenz
der
Konferenz
eingeräumt.
Warum
meiden
diese
Spürnasen
und
Pressefürsten,
was
zwei-
fellos
die
Story
des
Jahrhunderts
wäre
—
die
exklusive
Bericht-
erstattung
über
ein
geheimes
jährliches
Treffen
der
mächtigsten
und
einflussreichsten
Personen
der
westlichen
Welt?
Es
gibt
zwei
Denkweisen
zu
dieser
Frage.
Die
eine
vertritt
die
Bilder-
berger
selbst,
die
uns
glauben
machen
wollen,
dass
die
Presse
das
Recht
der
sogenannten
Herrschaftselite
respektiert,
sich
zu
treffen
und
das
Weltgeschehen
offen
zu
diskutieren,
ohne
Angst
vor
negativer
Presse
haben
zu
müssen.
Die
andere
wird
von
außenstehenden
Beobachtern
vertreten,
die
das
Medien-
verbot
darauf
zurückführen,
dass
privilegierte
»Journalisten«
und
Medien-Mogule
selbst
Teil
der
oberen
Machtstruktur
sind
und
daher
nichts
zu
gewinnen
—
und
vielleicht
alles
zu
ver-
lieren
—
haben,
wenn
sie
über
die
wahren
Vorgänge
berichten.
Ich
überlasse
es
dem
Leser,
zu
entscheiden,
welches
Denkmodell
den
Lackmustest
übersteht.
All
dies
wirft
aber
auch
die
Frage
auf,
warum
es
uns
überhaupt
interessieren
sollte,
was
die
Bilderberger
im
Geheimen
besprechen.
Ist
es
wirklich
von
Bedeutung,
was
die
Königin
der
Niederlande,
der
Vorsitzende
von
DaimlerChrysler,
der
Generalsekretär
der
NATO,
98
der
US-Verteidigungsminister,
der
Präsident
der
Weltbank
und
mehrere
Dutzend
anderer
Spitzenfiguren
aus
Industrie,
Finanzwelt
und
Politik
besprechen,
wenn
sie
bei
einer
inoffiziellen,
tiefen-
staatlichen
Diskussion
zusammenkommen?
Ja,
leider.
Das
ist
es.
So
stellt
sich
direkt
die
nächste
Frage:
Worüber
sprechen
die
dort?
Glücklicherweise
müssen
wir
nicht
spekulieren.
Im
Lauf
der
Jahre
haben
zahlreiche
Insider
und
sogar
einige
mutige
Investigativ-
Reporter
Licht
ins
Dunkel
der
Themen
gebracht,
die
bei
den
Bilderberg-Treffen
besprochen
werden.
Leider
bestätigen
deren
Erkenntnisse
in
erschreckender
Klarheit
die
hochgradig
koordi-
nierte
Agenda
der
Eliten
-
jene,
von
der
wir
lange
nur
vermuten
konnten
(und
die
Carroll
Quigley
eindrucksvoll
belegt
hat),
dass
sie
hinter
den
Kulissen
läuft.
Meint:
Die
zunehmende
Zentralisierung
der
Kontrolle
über
alles
und
jeden
auf
dem
Planeten
durch
die
selbsternannte
Herrschaftskaste.
Dieser
Prozess
der
Zentralisie-
rung
hat
viele
Namen:
»Globalisierung«,
»Weltregierung«
und
»Neue
Weltordnung«.
Aber
das
Ziel
ist
immer
dasselbe:
So
viel
Macht
wie
möglich
in
den
Händen
einer
privilegierten
Minderheit
zu
konzentrieren.
Ein
Beispiel:
Im
Jahr
2003
veröffentlichte
die
BBC
eine
Audio-
Dokumentation
über
die
Bilderberg-Gruppe,
die
Interviews
mit
Teilnehmern
aus
eben
diesem
Jahr
beinhaltete.14
Der
Bericht
enthüllte,
dass
die
Archive
der
Bilderberger
Beweise
darüber
enthalten,
dass
die
Mitglieder
seit
der
Gründung
der
Gruppe
im
Jahr
1954
die
Bildung
einer
Währungsunion
für
den
europäischen
Kontinent
geplant
hatten.
Diese
Dokumente
wurden
mittlerweile
publiziert
und
sind
jetzt
offen
im
Internet
zuganglich.15
Die
Rolle
dieser
geheimen
Eliten
bei
der
Schaffung
der
Währungs-
union
wurde
im
März
2009
nochmals
bestätigt,
als
der
ehemalige
99
Kommissar
der
Europäischen
Union,
Etienne
Davignon,
gegenüber
dem
euobserver
zugab,
dass
die
Bilderberg-Gruppe
(die
er
zu
dieser
Zeit
leitete)
tatsächlich
den
Weg
für
die
Schaffung
der
einheitlichen
europäischen
Währung,
den
Euro,
geebnet
hatte.16
Falls
noch
Zweifel
daran
bestehen,
woher
der
Anstoß
für
die
Gründung
der
Europäischen
Union
kam,
sollte
angemerkt
werden,
dass
die
EU
nur
zwei
Jahre
nach
dem
Aufruf
der
Bilderberg-Gruppe
zur
europäi-
schen
Integration
auf
der
Konferenz
1955
ins
Leben
gerufen
wurde.
Es
sollte
mittlerweile
keine
Überraschung
mehr
sein,
dass
die
Bilderberger
eine
zentrale
Rolle
bei
der
Gründung
der
EU
spielten.
Der
Mitbegründer
der
Bilderberg-Gruppe,
Jozef
Retinger,
war
ein
wichtiges
Mitglied
der
Europäischen
Bewegung,
die
die
institutionellen
Grundlagen
für
die
EU
legte.
Retinger
half
auch
dabei,
Paul
van
Zeeland,
den
Mitbegründer
der
Europäischen
Liga
für
Wirtschaftliche
Zusammenarbeit,
für
das
einfluss-
reiche
Bilderberg-Steuerungskomitee
zu
rekrutieren,
das
bei
der
Auswahl
der
Teilnehmer
und
der
Planung
der
Agenda
für
das
jährliche
Treffen
hilft
(siehe
auch
»Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch).
Ein
weiterer
wichtiger
Bilderberger,
Paul-Henri
Spaak1?,
war
namensgebender
Vorsitzender
des
Spaak-Ausschusses,
eines
zwischenstaatlichen
Panels
europäischer
Außenminister,
das
den
Weg
für
die
Unterzeichnung
des
Römischen
Vertrages
ebnete.18
Dieser
Vertrag
begründete
den
Europäischen
Wirtschaftsaus-
schuss,
den
Vorläufer
der
EU.
Spaaks
Name
ist
prominent
als
einer
der
Unterzeichner
des
Vertrages
vermerkt.
Die
Architekten
des
Vertrags
von
Rom
waren
klug
genug,
über
viele
Jahre
hinweg
davon
abzusehen,
die
Gründung
der
Europäischen
Union
als
das
Machtstreben
zu
bezeichnen,
das
es
in
Wirklichkeit
ist.
Schließ-
lich,
gegen
Ende
des
Jahrtausends,
waren
die
Bilderberger
und
ihre
Mitstreiter
so
zuversichtlich
in
Bezug
auf
die
Wirksamkeit
60
ihrer
jahrzehntelangen
Pro-EU-Propagandakampagne,
dass
sie
eine
Verfassung
für
die
gesamte
Europäische
Union
entwarfen.
Es
begann
eine
europaweite
Diskussion
über
die
Ratifizierung
der
Verfassung.
Die
vorgeschlagene
Verfassung
beinhaltete
alle
rechtlichen
Befugnisse,
die
für
das
Funktionieren
der
EU
als
supra-
nationale
Regionalregierung
erforderlich
waren,
einschließlich
eines
nicht
gewählten
Präsidenten,
der
Streitkräfte,
einer
Flagge
und
einer
Hymne.
Wie
sich
herausstellte,
hatten
die
»Aufwärtsstrategen«
die
Stim-
mung
der
Europäer
gegenüber
dem
europäischen
Projekt
falsch
eingeschätzt.
Gegner
der
vorgeschlagenen
Verfassung
—
sowohl
von
der
»Linken«
als
auch
von
der
»Rechten«
des
politischen
Spektrums
—
schlossen
sich
zusammen,
um
den
Entwurf
zu
Fall
zu
bringen.
Diese
Allianz
wirkt
nur
auf
jene
rätselhaft,
die
in
der
Politik
der
Globalisierung
nicht
zwischen
oben
und
unten
unterscheiden
können.
Im
Jahr
2005
wurde
die
vorgeschlagene
Verfassung
durch
die
Franzosen!?
und
die
Niederländer?®
ge-
stoppt,
weil
deren
Regierungen
den
Wählern
tatsächlich
die
Wahl
gelassen
hatten,
ob
sie
ihre
Souveränität
an
diese
nicht
gewählte,
nicht
rechenschaftspflichtige,
supranationale
Regierung
von
gut
vernetzten
Machtmenschen
(»Zentralisten«
durch
und
durch)
abtreten
wollen
oder
nicht.
Nachdem
die
Bürger
dieser
beiden
Länder
sie
in
nationalen
Referenden
abgelehnt
hatten,
wurde
die
kontinentale
Verfassung
verworfen.
Oder
etwa
nicht?
Nachdem
sie
eine
wertvolle
Lektion
gelernt
hatten,
waren
die
Befürworter
der
EU-Verfassung
vorsichtig
genug,
ihren
Fehler
nicht
zu
wiederholen.
In
einem
hinterhältigen
Schritt
machten
sie
das
Dokument
zu
einem
Vertrag
und
begannen
sofort
damit,
es
zu
ratifizieren.
Obwohl
es
inhaltlich
identisch
mit
der
ge-
scheiterten
Verfassung
war,
konnte
der
Vertrag
von
Lissabon,
da
61
er
nun
als
»Vertrag«
klassifiziert
war,
in
jedem
Land
der
Union,
außer
einem
—
Irland
—
das
Referendumsverfahren
umgehen.
Die
irische
Verfassung
gewährt
den
Bürgern
nämlich
das
Recht,
über
jeden
Vertrag
abzustimmen,
der
das
Land
verändern
könnte.
So
lehnten
bei
einem
Referendum
im
Jahr
2008
fast
eine
Million
irische
Wähler
den
feuchten
Traum
der
Zentralisten
von
einer
EU-Verfassung
ab.?1
Technisch
gesehen
hätte
der
Widerstand
eines
einzigen
Mitglieds-
staates
den
Ratifizierungsprozess
sofort
beenden
müssen.
Was
jedoch
als
Nächstes
geschah,
verdeutlicht
perfekt
die
Weltsicht
der
Zentralisten
und
ihre
Vorstellung
davon,
wie
das
politische
Spiel
gespielt
werden
sollte.
Kaum
hatten
die
Iren
den
ver-
fassungsrechtlichen
Angriff
abgelehnt,
erklärte
der
britische
Außenminister
David
Miliband,
dass
das
Vereinigte
Königreich
»den
Ratifizierungsprozess
fortsetzen«22
würde.
Und
der
Präsident
der
Europäischen
Kommission,
Jose
Barroso,
äußerte
seine
Über-
zeugung,
dass
»der
Vertrag
am
Leben
sei
und
wir
nun
versuchen
sollten,
eine
Lösung
zu
finden«.23
Offenbar
hatten
die
Zentralisten
bereits
beschlossen,
dass
sie
sich
durch
Irlands
lästigen
wie
hart-
näckigen
Unabhängigkeitsdrang
nicht
von
ihrem
Ziel
abbringen
lassen
würden.
Stattdessen
griffen
sie
auf
die
altbewährte
Taktik
eines
jeden
Tyrannen
zurück,
der
nicht
bekommt,
was
er
will:
Ȁtsch.
Gilt
nicht.
Wir
wollen
eine
Wiederholung«.
So
wurden
die
Iren
im
Oktober
2009
erneut
aufgefordert,
über
den
gleichen
Vertrag
abzustimmen,
den
sie
sechzehn
Monate
zuvor
bereits
abgelehnt
hatten.
Wie
Taschenspieler,
die
vor-
täuschen,
ein
Kaninchen
aus
dem
Hut
zu
zaubern,
präsentierten
geschmeidige
EU-Bürokraten
allerlei
verbale
Zusicherungen,
um
die
Wähler
zu
besänftigen
—
ohne
dabei
ein
einziges
Wort
des
Dokuments
zu
ändern.
Die
Iren
mussten
erneut
über
den
Vertrag
62
abstimmen
—
und
hätten
dies
vermutlich
wieder
und
wieder
und
wieder
tun
müssen
—,
bis
sie
»es
richtig
machen«.
Nach
einer
heftig
umkämpften
Abstimmung,
in
der
sowohl
die
EU-Wahlkommission
als
auch
die
irische
Regierung
gegen
ihre
eigenen
Gesetze
ver-
stiefSen,24
wurde
die
erschopfte
irische
Bevölkerung
mit
Hilfe
eines
höchst
fragwiirdigen
Auszdhlungsverfahrens?s
regelrecht
miirbe
gemacht,
sodass
sie
den
Vertrag
schließlich
ratifizierte.
Die
Bilderberger,
Eurokraten
und
anderen
Zentralisten
hatten
allen
Grund
zur
Freude:
Denn
sie
hatten
ihr
Ziel,
kontinentale
Hegemonie
zu
schaffen,
erreicht.
Darf
ich
vorstellen:
Die
Gegenbewegung
Führt
man
die
eingangs
beschriebene
Analogie
fort,
sind
die
»Zent-
ralisten«
jene,
die
—
wie
die
Bilderberger,
die
Mitglieder
des
Round
Table,
die
Eurokraten
und
all
die
anderen
Elitisten
—
Konformität,
Zensur,
zentralisierte
Macht
und
Kontrolle
von
oben
nach
unten
durchsetzen.
Die
Gegenbewegung
hingegen
setzt
sich
aus
jenen
zusammen,
die
gegen
diese
Zwänge
ankdmpfen
und
sich
für
das
exakte
Gegenteil
einsetzen:
Fir
freies
Denken,
Meinungsfreiheit,
Dezentralisierung
von
Macht
und
Kontrolle,
et
cetera.
Wenn
wir
dies
als
Definition
der
»Anti-Zentralisten«
heranziehen,
müssen
wir
feststellen,
dass
ein
Großteil
der
Menschen
tatsächlich
in
diese
Kategorie
fällt.
Vorausgesetzt,
sie,
werter
Leser,
gehören
nicht
zur
globalen
Jet-Set-Power-Broker-Kaste
—
den
rund
6.000
Personen,
die
der
Kissinger-Untergebene
David
Rothkopf
selbstherrlich
als
die
»Superclass«26
bezeichnet.
Dann
stehen
die
Chancen
gut,
dass
auch
sie
»Dezentralist«
sind.
Natürlich
gibt
es,
wie
bei
jedem
Etikett,
auch
Menschen,
die
nicht
so
richtig
in
die
Kategorie
der
»Dezentralisten«
passen.
Da
sind
63
zum
Beispiel
jene,
die
im
Raum
zwischen
den
zentralistischen
und
den
freiheitlich
orientierten
Kräften
agieren,
beispielsweise
rangniedrige
Bürokraten
und
Funktionäre,
ohne
die
die
glo-
balistischen
Kontrollstrukturen
nicht
funktionieren
würden.
Dazu
gehört
das
mittlere
Management,
das
dafür
sorgt,
dass
die
Konzernmaschinerie
unaufhörlich
eine
endlose
Menge
an
Zahnrädern
und
Kleinteilen
produziert,
oder
die
Soldaten,
die
für
die
Interessen
von
Rüstungsindustrie
und
geopolitischen
Strippenziehern
kämpfen
und
sterben,
sowie
die
politischen
Funk-
tionäre,
die
das
Machtgleichgewicht
zugunsten
der
herrschenden
Klasse
aufrechterhalten.
Obwohl
sie,
wie
alle
anderen,
unter
dem
zentralistischen
Kontrollsystem
leiden
(vielleicht
sogar
mehr
als
alle
anderen),
ziehen
sie
Vorteile
aus
diesem
System,
die
sich
in
einer
Art
von
Umverteilung
nach
unten
mit
Boni,
Beförderungen
und
dem
Versprechen
eines
eventuellen
Aufstiegs
in
die
»obere«
(besser
gesagt
»zentralistische«)
Klasse
ausdrücken.
Mit
diesen
Anreizen
und
anderen
Formen
der
Manipulation
können
ein
paar
tausend
Mitglieder
der
»Superclass«
Millionen
einstiger
Gegner
von
Zentralisierung
dazu
bewegen,
ihnen
bei
der
Etablierung
des
Kontrollapparats
zu
helfen.
Andere,
die
im
Kern
gegen
Zentralisierung
von
Macht
sind,
mögen
tatsächlich
an
die
Prinzipien,
Ideale
und
Ziele
der
Auf-
wärtsstrategen
glauben.
An
größere
Regierungen,
ausgeweitete
Angriffskriege
und
die
Konzentration
von
Geld
und
Macht
in
den
Händen
einer
exklusiven
Minderheit.
Das
sind
diejenigen,
die
unbewusst
auf
die
geschickte
Propaganda
hereingefallen
sind,
mit
der
die
»Elite«
ihre
Pläne
vermarktet.
In
den
Augen
der
Propagandisten
und
deren
Opfer
besteht
der
Zweck
von
Regierungen
darin,
die
Armen
und
Unterdrückten
zu
verteidigen.
Nicht
darin,
als
Futtertrog
für
die
Banker
und
64
Konzerngrößen
zu
dienen,
die
Politiker
bestechen
(und
dazu
auch
noch
das
Geld
drucken).
Sie
behaupten,
dass
das
gesamte
Regulatorium,
also
die
Justiz
und
alle
anderen
Apparate
des
zen-
tralistischen
Staates,
dazu
dienen,
sicherzustellen,
dass
alle
nach
den
Regeln
spielen
—
und
nicht,
um
als
Schlagstock
eingesetzt
zu
werden,
um
jede
potenzielle
Konkurrenz
von
Widerständlern
zu-
rückzudrängen,
die
das
zentralistische
Monopol
bedrohen.
In
der
verdrehten
Version
der
Realität
von
Zentralisten
werden
Kriege
immer
nur
geführt,
um
»Demokratie«,
»Freiheit«
und
»Frieden«
zu
etablieren.
Nicht,
um
die
Gewinne
von
globalisierenden
Rüstungs-
unternehmen
oder
den
von
Zentralisten
geschaffenen
Banken
zu
steigern,
die
riesige
Profite
damit
machen,
heimlich
beide
Seiten
jedes
größeren
Konflikts
zu
finanzieren.
Derweil
verwendet
das
von
»Eliten«
kontrollierte
»Bildungssystem«
exorbitante
Mengen
von
Zeit
und
Geld
darauf,
Kinder
von
klein
auf
davon
zu
überzeugen,
dass
die
Vereinten
Nationen,
die
Zentralbanken
und
andere
halbstaatliche,
nicht-demokratische
Institutionen
tatsächlich
den
Willen
des
Volkes
vertreten
—
und
ganz
gewiss
kein
Ort
sind,
an
dem
Milliardäre
sich
mit
anderen
Milliardären
treffen,
um
eigene
Interessen
zu
verfolgen
und
Schneeballsysteme
zu
entwickeln,
die
sie
in
Billionäre
verwandeln.
Angesichts
der
immensen
Anstrengungen
und
Mittel,
die
die
Globalisten
investiert
haben,
um
uns
davon
zu
überzeugen,
dass
wir
immer
mehr
Macht
in
ihre
Hände
legen
sollten,
ist
es
nicht
überraschend,
dass
viele
im
Kern
wohlwollende
Menschen
den
Köder
geschluckt
haben.
Angesichts
der
allumfassenden
psycho-
logischen
Kriegsführung
seitens
zentralistisch
kontrollierter
und
finanzierter
Konzernmedien,
Grund-
und
Sekundarschulen,
Universitäten,
steuerbefreiter
Stiftungen,
Denkfabriken
und
anderer
Institutionen,
die
zentralistische
Projekte
vorantreiben,
ist
es
kaum
verwunderlich,
dass
so
viele
Mitmenschen,
die
von
69
Dezentralität
profitieren
würden,
am
Ende
unwissentlich
den
Zentralismus
unterstützen.
Diese
leichtgläubigen
Zeitgenossen
lassen
sich
durch
kollektivistische
Rhetorik
in
eine
Art
religiösen
Eifer
versetzen,
der
jedweden
Einwand
gegen
das
herrschende
Glaubenssystem
mit
dem
Konversationskiller
»Verschwörungs-
theoretiker«
quittiert.
Zu
guter
Letzt
—
und
diesbezüglich
vielleicht
am
wichtigsten
—
können
viele
wohlwollende
Menschen
dazu
gebracht
werden,
die
zentralistische
Übernahme
der
Gesell-
schaft
zuzulassen
oder
sogar
aktiv
mit
voranzutreiben,
wenn
die
Zentralisten
die
älteste
Taktik
der
Welt
anwenden:
Teile
und
herrsche.
Wie
dieses
Täuschungsmanö6ver
funktioniert,
wurde
bereits
erläutert
—
und
das
sogar
durch
niemand
Geringeren
als
Carroll
Quigley,
ein
anerkanntes
Mitglied
des
Establishments.
Lesen
wir
dessen
Erklärung
noch
einmal:
»Das
Argument,
dass
die
beiden
Parteien
gegensätzliche
Ideale
und
Politik
vertreten
sollten,
die
eine
vielleicht
rechts
und
die
andere
links,
ist
eine
törichte
Idee,
die
nur
von
doktrinären
und
akademischen
Denkern
akzeptiert
wird,
Stattdessen
sollten
die
beiden
Parteien
nahezu
identisch
sein,
damit
das
amerikanische
Volk
bei
jeder
Wahl
die
Schurken
hinauswerfen
kann,
ohne,
dass
es
dadurch
zu
tiefgreifenden
oder
umfangreichen
politischen
Veränderungen
kommt.«27
Indem
die
Hauptanliegen
von
Politik
auf
eine
Handvoll
Themen
be-
schränkt
werden,
die
man
jeweils
einer
der
beiden
(kontrollierten)
Seiten
der
Debatte
zuordnet,
können
die
Globalisten
eine
ganze
Gesellschaft
auf
ein
bestimmtes
Ziel
hinführen.
So,
als
bewege
man
sich
von
einem
Punkt
zum
anderen.
Zuerst
ein
Schritt
mit
dem
rechten
Bein,
dann
mit
dem
linken,
dann
wieder
mit
dem
rechten
—
und
so
weiter.
Diese
Taktik
zur
Erlangung
66
politischer
Zustimmung
ist
für
aufmerksame
Kritiker
des
Systems
leicht
zu
erkennen.
Und
zu
durchschauen.
Wenn
die
Zentralisten
jedoch
das
gesamte
Arsenal
psychologischer
Manipulation
einsetzen,
von
Stammesfarben
(rot
gegen
blau)
über
irreführende
Visualisierungen
(rechts
gegen
links)
bis
hin
zu
falschen
Dichotomien
(Sozialstaat
gegen
kriegerischen
Staat),
werden
nichtsahnende
Mitbürger
auf
beiden
Seiten
des
politischen
Spektrums
dazu
verleitet,
einen
oder
mehrere
Aspekte
derselben
zentralistischen
Agenda
zu
unterstützen.
Selbst,
wenn
sich
diese
Agenda
gegen
die
besten
Interessen
der
Bevölkerung
richtet.
Es
mag
schwer
zu
glauben
sein,
dass
die
Zentralisten
seit
Jahrhunderten
(wenn
nicht
Jahrtausenden)
mit
diesem
Betrug
durchkommen
-
und
von
den
Menschen,
die
sie
abgelenkt,
getäuscht,
gegeneinander
aufgehetzt
und
entrechtet
haben,
nicht
das
geringste
Widerwort
zu
hören
ist.
Doch
nachdem
uns
Technologie
jetzt
Zugang
zu
allerlei
einst
verborgenen
Informationen
verschafft
hat,
fällt
es
den
Zen-
tralisten
zunehmend
schwerer,
ihre
Geheimnisse
geheim
zu
halten
—
was
ihnen
sichtlich
missfällt.
Infolgedessen
beginnen
wir,
unsere
wahre
Position
in
diesem
von
oben
dominierten
System
zu
erkennen.
Immer
mehr
Menschen
unternehmen
Schritte,
um
sich
von
jener
Kontrollmatrix
abzukoppeln,
die
sie
an
korporatistische,
von
Banken
gesteuerte,
Globalisierung
predigende
Politiker
bindet,
die
zwar
Wandel
versprechen,
aber
immer
nur
alten
Wein
in
neuen
Schläuchen
liefern.
Und
obwohl
sich
die
»Eliten«
allmählich
an
dieses
im
Wandel
befindliche
Klima
anpassen
und
lernen,
ihre
Agenda
hinter
populistischer
Rhetorik
zu
verstecken,
ist
gerade
die
Beliebtheit
jener
Politiker,
die
sich
als
Gegner
der
Globalisierung
gerieren,
ein
Zeichen
dafür,
dass
die
Öffentlichkeit
endlich
anfängt,
die
Lügen
zu
durchschauen,
die
man
ihr
aufgetischt
hat.
Kurzum:
Wir,
das
6/
Volk,
erkennen,
dass
die
Zentralisten
—
und
nicht
wir
selbst
—
die
wahren
politischen
Gegner
sind.
Und
die
Zentralisten
wissen,
dass
wir
das
erkannt
haben.
Die
Schlacht
hat
begonnen
Wir
könnten
das
System
über
Nacht
stürzen,
wenn
genug
von
uns
sich
ihrer
wahren
Stellung
als
wohlwollende
Dezentralisten
in
einem
zentralistisch
geprägten
System
bewusst
wären.
Doch
in
diesem
Kampf
um
Kontrolle
haben
Zentralisten
ihre
Macht
über
Kritiker
bewahrt,
indem
sie
sich
an
zwei
Maximen
halten.
Erstens:
»Im
Krieg
und
in
der
Liebe
ist
alles
erlaubt«.
Und
zweitens:
»Wenn
du
sie
nicht
besiegen
kannst,
verbünde
dich
mit
ihnen.«
Die
Wirkung
beider
Maximen
ist
in
dieser
Phase
globalen
poli-
tischen
Erwachens
deutlich
sichtbar.
Nehmen
wir
die
erste,
die
mit
Krieg
und
Frieden:
Diese
Maxime
erinnert
uns
daran,
dass
Handlungen,
die
im
Alltag
als
moralisch
fragwürdig
einzustufen
sind,
im
Krieg
gegen
den
Feind
als
akzeptabel
betrachtet
werden.
So
ist
es
aus
Perspektive
von
Militärstrategen
gerechtfertigt,
ein
Bataillon
Soldaten
auf
eine
faktisch
unfreiwillige
Selbst-
mordmission
zu
schicken,
wenn
es
dem
Sieg
über
den
Feind
dient.
Wie
sonst
ließe
sich
das
Verhalten
der
Zentralisten
beim
Platzen
der
Immobilienblase
im
Jahr
2007
verstehen?
Einer
Blase,
die
sie
selbst
über
weite
Teile
des
vorangegangenen
Jahr-
zehnts
aufgebläht
hatten.
Oberflächlich
betrachtet
scheint
es,
als
hätten
die
Zentralisten
mit
der
Vorbereitung
des
Kollapses
der
Subprime-Hypotheken
einen
selbstzerstörerischen
Fehler
begangen.
Doch
wir
wissen,
dass
die
Architekten
des
Weltfi-
nanzsystems
sich
niemals
absichtlich
selbst
opfern
würden.
Wir
müssen
also
zu
dem
Schluss
kommen,
dass
der
im
letzten
68
Moment
abgewendete
Zusammenbruch
des
Weltfinanzsystems
in
Wahrheit
der
bis
anhin
kühnste
Schachzug
der
Zentralisten
in
einem
umfassenden
Angriff
auf
ihren
wahren
Feind,
die
wohl-
wollenden
Dezentralisten
war.
Um
diesen
Punkt
zu
verstehen,
müssen
wir
zunächst
eine
wichtige
Unterscheidung
zwischen
Devisen
und
Reichtum
treffen.
Devisen
sind
lediglich
ein
Tauschmittel
—
Reichtum
aber
ist
Macht.
Aus
Perspektive
der
vertikalen
Differenzierung
erkennen
wir,
dass
das
Ziel
der
Bankster
nicht
darin
besteht,
Devisen
anzuhäufen,
sondern
vielmehr
darin,
die
Macht
zu
erlangen,
die
mit
der
Kon-
trolle
über
Währungen
einhergeht.
Wenn
sich
die
Gelegenheit
bietet,
Devisen
gegen
echte
Macht
und
Kontrolle
einzutauschen,
kann
man
Gift
darauf
nehmen,
dass
die
Bankster
sofort
zugreifen
werden.
Damit
die
»Eliten«
ihr
Ziel
der
Machtausweitung
errei-
chen
konnten,
musste
der
wirtschaftliche
Zusammenbruch
heftig
und
für
breite
Teile
der
Bevölkerung
spürbar
sein.
Er
musste
den
spektakulären
Zusammenbruch
einiger
peripherer
Mitglieder
der
globalistischen
Machtstruktur
beinhalten
—
man
denke
an
Lehman
Brothers
und
Bear
Stearns.
Noch
entscheidender
war
jedoch,
dass
die
Krise
dazu
herhalten
musste,
eine
Reihe
von
Mechanismen
zu
rechtfertigen,
die
die
Zen-
tralisten
implementierten,
um
die
Kontrolle
über
das
System
selbst
aufrecht
zu
erhalten.
Diese
Mechanismen
beinhalteten
die
sagenhaften
29
Billionen
US-Dollar
an
»Bail-outs«
(verteilt
über
die
ökonomischen
Hintertüren
der
diskret
operierenden
US-Notenbank)28
sowie
den
»permanenten
Krisenmechanismus«
(entwickelt
von
den
Zentralbanken
der
Europäischen
Union,
um
das
Problem
zu
lösen,
das
sie
selbst
geschaffen
hatten).29
Der
wahre
Grund
fiir
den
wirtschaftlichen
Kollaps
von
2007
ist
also
nicht
in
der
Immobilienblase
selbst
zu
suchen
(so
faszinierend
sie
auch
69
ist),
sondern
in
der
Art
und
Weise,
wie
diese
Krise
genutzt
wurde,
um
die
zentralistische
Agenda
voranzutreiben.
Tatsächlich
ist
das
Vorantreiben
dieser
Agenda
auch
der
Grund
dafür,
dass
der
britische
Premierminister
Gordon
Brown
bei
einem
Krisengipfel
der
G20,
der
im
April
2009
zur
Besprechung
der
Finanzkrise
einberufen
wurde,
die
Gelegenheit
ergriff,
die
Schaffung
einer
»neuen
Weltordnung«
anzukündigen.3%
Das
Vorantreiben
dieser
Agenda
ist
auch
der
Grund,
warum
zentralistische
Sprachrohre
wie
Newsweek
begannen,
Leitartikel
zu
veröffentlichen,
die
die
Idee
einer
globalen
Zentralbank
lobten.31
Es
ist
der
Grund
dafür,
dass
das
wirtschaftliche
Organ
der
Zentralisten,
die
Financial
Times,
offen
eine
Weltregierung
bewarb32
während
die
größten
Volkswirtschaften
der
Welt
ihre
ersten
koordinierten
Zinssen-
kungen
einleiteten,
um
eine
globale
Rezession
zu
bekämpfen.33
Das
Vorantreiben
dieser
Agenda
ist
der
Grund,
warum
der
Gouverneur
der
People’s
Bank
of
China
forderte,
den
US-Dollar
als
Weltreservewährung
durch
vom
IWF
verwaltete,
globale
Sicherheiten
zu
ersetzen.34
Und
das
Vorantreiben
dieser
Agenda
ist
auch
der
Grund,
warum
die
Bank
für
Internationalen
Zahlungs-
ausgleich
(gemäß
Quigley
die
»Spitze
des
Systems«,
wie
sie
sich
vielleicht
erinnern)
begann,
den
regulatorischen
Rahmen
für
das
internationale
Bankensystem
umzuschreiben,
einschließlich
der
Einführung
des
»Bail-in«
Mechanismus,35
der
2013
in
Zypern
mit
verheerenden
Auswirkungen
zum
Tragen
kam.3®
Mit
anderen
Worten:
Die
Zentralisten
nutzten
die
sehr
reale,
weltweite
Wirt-
schaftskrise
von
2008
als
zynischen
Vorwand,
um
ihre
Pläne
für
eine
Weltregierung
weiter
voranzutreiben.
Ja,
die
»Eliten«
befinden
sich
im
Krieg
mit
der
Menschheit.
Und
weil
»im
Krieg
und
in
der
Liebe«
gemäß
ihrer
Maxime
»alles
erlaubt«
ist,
haben
sie
kein
Problem
damit,
das
Weltwirtschafts-
system
zu
zerstören,
solange
es
ihrer
Agenda
nutzt.
70
Und
wie
steht
es
mit
»wenn
du
sie
nicht
besiegen
kannst,
verbünde
dich
mit
ihnen«?
Wo
kommt
diese
zweite
Maxime
zur
Anwen-
dung?
Zentralisten
infiltrieren
die
Reihen
der
Opposition.
Anstatt
sich
offen
gegen
diese
zu
wenden,
sichern
sie
sich
ihre
größten
Siege,
indem
sie
vorgeben,
sich
mit
ihren
Gegnern
zu
verbünden.
Man
erinnere
sich
daran,
dass
Ablenkung
und
Täuschung
uralte
Taktiken
der
Zentralisten
sind.
Eine
Methode
der
Infiltration
ist
es,
Pseudo-Opposition
zu
schaffen,
die
darauf
ausgelegt
ist,
Gegner
der
Zentralisten
zu
mobilisieren
und
in
kontraproduktive
Richtungen
zu
lenken.
Auf
diese
Weise
können
Zentralisten
die
Energie
der
wahren
Oppositionellen
effektiv
gegen
deren
eigene
Interessen
einsetzen.
Als
Fallbeispiel
für
diese
Art
der
Infiltration
wollen
wir
das
kurzlebige
Tea-Party-Phänomen
untersuchen,
das
Ende
der
2000er
die
amerikanische
Politik
ergriff.
Obwohl
es
heute
weit-
gehend
vergessen
ist,
begann
die
Tea
Party
2006
als
eine
»Boston
9/11
Truth
Tea
Party«
Protestbewegung,
die
gegen
die
Lügen
des
Establishments
bezüglich
der
Ereignisse
des
11.
Septembers
200137
vorgehen
wollte.
Die
Idee
verbreitete
sich
schnell
und
diente
als
Vorlage
für
andere
Protestbewegungen
—
darunter
auch
die
Ron
Paul
Revolution.
Bald
hielten
Ron
Paul-Unterstützer
eigene
Tea-Partys
ab,
um
ihre
Kampagne
»End
the
Fed«
voranzutreiben,
Aggressionskriege
im
Ausland
zu
stoppen,
vom
Präsidenten
autorisierte
Folter
zu
beenden
und
die
verfassungsmäßigen
Beschränkungen
für
die
Regierung
im
Allgemeinen
wiederherzu-
stellen.
Als
die
Ron
Paul
Revolution
an
Fahrt
gewann,
schlossen
sich
immer
mehr
Menschen
diesen
Protesten
an.
So
wurden
zum
Beispiel
am
22.
November
2008
»End
the
Fed«-Proteste
in
39
Städten
der
Vereinigten
Staaten
abgehalten.38
Als
sie
erkannten,
welches
Potenzial
eine
solche
Bewegung
hat,
um
eigene
Ziele
voranzubringen,
entschieden
die
Zentralisten,
diesen
Aufstand
/1
nicht
zu
zerschlagen,
sondern
ihn
in
das
bewährte
Paradigma
der
politischen
Kontrolle
umzulenken:
die
Links/Rechts-Dichotomie
des
sogenannten
politischen
Spektrums.
Vor
der
Unterwanderung
durch
die
Zentralisten
wurden
sowohl
etablierte
Republikaner
als
auch
Demokraten
bei
Tea-Party-Veranstaltungen
ausgebuht
und
verhohnt.3?
Die
Tea-Party-Mitglieder
verorteten
nämlich
alle
Zentralisten,
ob
links
oder
rechts,
im
Establishment,
im
gleichen
Boot
—
und
hofften,
es
versenken
zu
können.
Doch
bei
den
neuen,
von
Zentralisten
gekaperten
Varianten
von
Tea-Party-Protesten,
klangen
die
Redner
auf
den
Kundgebungen
nur
so,
als
wären
sie
gegen
das
Establishment
—
obwohl
sie
es
repräsentierten.
Ein
besonders
denkwürdiger
Moment
war
die
Rede,
die
der
texanische
Gouverneur
und
Bilderberg-Teilnehmer
Rick
Perry
am
15.
April
2009
vor
Anti-Steuer-Protestlern
hielt.
Für
seinen
Auftritt
legte
er
sich
einen
ausgeprägten,
texanischen
Akzent
zu
und
drückte
Verständnis
für
Texaner
aus,
die
aus
der
Union
aus-
treten
wollten.40
Leichtgläubige
Zuhörer,
die
mit
der
Heimtücke
der
Zentralisten
nicht
vertraut
waren,
reagierten
euphorisch,
als
dieser
Mainstream-Politiker
deren
eigene
Positionen
wiedergab.
Die
Täuschung
setzte
sich
fort,
als
ein
Kandidat
nach
dem
anderen
pflichtbewusst
die
Anti-Establishment-Botschaft
der
Tea
Party
übernahm,
bis
die
vollständige
Unterwanderung
der
Proteste
vollzogen
war.
Die
von
den
Leitmedien
unterstützten
Zentra-
listen
stellten
die
aufkommende
Graswurzelbewegung
als
ein
rein
rechtspopulistisches
Anliegen
dar
und
verunglimpften
sie
entsprechend.
So
avancierte
der
Mythos
einer
rechtsextremen
Vor-
eingenommenheit
in
der
Tea
Party
zu
einer
sich
selbst
erfüllenden
Prophezeiung.
Die
Demonstranten
der
Tea
Party
reagierten
erbost
auf
diese
Kritik,
die
sie
als
von
»links«
kommend
wahrnahmen,
und
jubelten
genau
jenen
etablierten,
rechtspopulistischen
Kan-
didaten
zu,
die
sie
ursprünglich
ausgebuht
hatten.
/2
So
kam
es,
dass
die
manipulativen
Zentralisten
das
Tea-Party-
Schiff
versenkten
—
indem
sie
es
zunächst
als
vermeintliche
Verbündete
betraten
und
es
dann
direkt
in
die
Hände
der
Medien-Piraten
steuerten.
Donald
Trumps
Präsidentschafts-
kampagne
des
Jahres
2016
folgte
dem
gleichen
Drehbuch
aus
Irreführung
und
Unterwanderung.
Millionen
Konservative
in
den
USA
waren
begeistert
von
diesem
»Einzelgänger«,
der
die
politischen
Glaubenssätze
seiner
Zeit
(scheinbar)
infrage
stellte.
Trump
kritisierte
die
katastrophalen
Angriffskriege
der
USA
im
Nahen
Osten.
Er
brachte
die
Idee
ins
Spiel,
dass
die
NATO
»obsolet«
sein
könnte.
Er
äußerte,
Amerika
solle
sich
besser
mit
Russland
und
anderen
vermeintlichen
Feinden
verstehen.
Er
warf
seinem
Hauptkonkurrenten
in
den
republikanischen
Vorwahlen,
Ted
Cruz,
vor,
von
Goldman
Sachs
gekauft
zu
sein
(wo
zufällig
auch
Cruz’
Ehefrau
beschäftigt
war).
Er
erklärte
unmissverständlich,
dass
Globalismus
eine
gescheiterte
Ideologie
ist
und
es
an
der
Zeit
sei,
sich
auf
innenpolitische
Angelegenheiten
zu
konzentrieren.
Doch
dann
-
für
jene,
die
wissen,
wie
das
Spiel
läuft,
wenig
über-
raschend
—
verwandelte
sich
dieser
angeblich
gegen
den
Main-
stream
antretende
Kandidat
in
einen
Mainstream-Präsidenten.
Innerhalb
von
100
Tagen
startete
Trump
einen
Tomahawk-Rake-
tenangriff
in
Syrien41
und
weitete
die
US-Beteiligung
am
Massaker
im
Jemen
aus.42
Er
erklärte,
dass
die
NATO
»doch
nicht
obsolet«
sei®
und
berief
nicht
weniger
als
fünf
Goldman-Sachs-Banker
in
sein
Kabinett.44
Und
um
es
für
alle,
die
diese
bemerkens-
werte
Verwandlung
vom
Anti-Establishment-Kandidaten
zum
zentralistischen
Präsidenten
übersehen
haben
sollten,
ganz
klar
auszudrücken,
versicherte
Trump
dem
Wall
Street
Journal
und
dessen
Lesern:
»Hey,
ich
bin
ein
Nationalist
und
ein
Globalist.
Ich
bin
beides«.45
/3
Ganz
genau.
»Wenn
du
sie
nicht
besiegen
kannst,
schließ
dich
ihnen
an«
—
oder
tu
zumindest
so,
bis
du
gewählt
bist.
Die
Symmetrie
des
zentralistischen
Links/Rechts-Kontrollpara-
digmas
erfordert,
dass
Ereignisse
auf
der
rechten
Seite
stets
auf
der
linken
Seite
gespiegelt
werden
—
und
umgekehrt.
Daher
muss
dieselbe
Strategie
aus
Protest
und
Ablenkung,
mit
der
die
Tea
Party
zerstört
und
die
Marionette
Trump
aufgebaut
wurde,
auch
auf
der
anderen
Seite
des
politischen
Spektrums
angewendet
werden.
Und
genau
das
ist
passiert.
Beispiel
gefällig?
Am
17.
September
2011
besetzten
Demonstranten
den
Zuccotti
Park
im
Finanz-
distrikt
von
New
York
und
lösten
damit
die
Occupy-Bewegung
aus,
die
sich
in
den
folgenden
Monaten
weltweit
ausbreiten
sollte.
Obwohl
der
Protest
ursprünglich
von
AdBusters
angeregt
wurde,
einem
kanadischen,
antikapitalistischen
Magazin
und
gemein-
nützigen
Verein
mit
undurchsichtiger
(sprich:
zentralistischer)
Finanzierung,
46
zog
die
Bewegung
rasch
Menschen
an,
die
einfach
genug
von
den
Bankster-Rettungspaketen
und
der
politischen
Routine
in
Washington,
D.C.
hatten.
Eine
der
großen
Ironien
dieser
Zeit
ist,
dass
weder
die
Occupy-Aktivisten
noch
die
An-
hänger
der
Tea
Party
zu
erkennen
schienen,
dass
ihre
Bewegungen
viele
Überschneidungen
hatten.
Die
echten
Demonstranten
in
beiden
Lagern
waren
gleichermaßen
empört
über
den
Umgang
der
Regierung
mit
der
Bankenkrise
von
2008.
Beide
Lager
ver-
abscheuten,
dass
sich
feiste
Bonzen
mit
Partikularinteressen
gemein
machten
und
den
Willen
der
Bevölkerung
ignorierten.
Und
beide
Lager
forderten
gleichermaßen,
dass
ihr
gemeinsamer
Gegner
—
die
Zentralisten
—
nicht
die
Wall
Street
retten,
sondern
dem
Normalbürger
helfen
sollten.
Trotz
den
offensichtlichen
Gemeinsamkeiten
wurden
Anhänger
von
Tea
Party
und
Occupy
gespalten.
Die
von
den
Zentralisten
74
kontrollierten
Medien
redeten
den
Gruppierungen
immer
wieder
ein,
dass
sie
die
Erzfeinde
des
jeweils
anderen
seien.
Doch
die
beiden
Lager
wurden
nicht
nur
gegeneinander
aufgehetzt,
beide
Bewegungen
wurden
darüber
hinaus
dazu
ermuntert,
ihre
Energien
darauf
zu
verwenden,
die
zentralistischen
Demo-
kraten
oder
Republikaner
im
Wahlzyklus
2012
zu
unterstützen.
Die
Zentralisten,
die
erkannt
hatten,
dass
sie
das
Aufkeimen
der
Gegenbewegung
in
den
Reihen
von
Tea
Party
und
Occupy
stoppen
mussten,
hatten
beide
Lager
infiltriert
und
die
Aufmerksamkeit
der
Gegner
geschickt
von
deren
gemeinsamen
Zielen
abgelenkt,
sodass
sich
beide
Gruppen
auf
unbedeutende
Dinge
fokussierten.
9/11
wurde
von
den
Zentralisten
seit
2001
als
Vorwand
genutzt,
um
den
staatlichen
Machtapparat
—
Polizei,
Geheimdienste,
Militär
—
auszubauen.
Aber
nicht,
um
diesen
gegen
andere
Länder
oder
nebulöse
Terrorgruppen,
sondern
gegen
die
eigene
Bevölkerung
einzusetzen
—
das
wahre
Angriffsziel
der
Zentralisten.
Ja,
unter
dem
Deckmantel
von
»Heimatschutz«
wurde
ein
Großteil
des
Waffenarsenals
der
US-Regierung
direkt
gegen
die
eigene
Bevölkerung
gerichtet.
Sowohl
buchstäblich
als
auch
im
übertra-
genen
Sinne.
Diese
Entwicklung
macht
deutlich,
was
schon
lange
angedeutet
wurde:
Möchtegern-Diktatoren
oder
Turban
tragende
Terroristen
sind
nicht
die
wahren
Feinde
der
Zentralisten.
Der
gewöhnliche,
Bier
trinkende,
familienfreundliche,
Jeans
tragende
Normalbürger
ist
es,
dem
Zentralisten
unterstellen,
die
Macht
und
Absicht
zu
haben,
den
Polizeistaat
in
einer
Phase
der
De-
stabilisierung
stürzen
zu
wollen.
Diese
Schlussfolgerung
basiert
nicht
auf
Spekulationen,
sondern
hauseigenen
Dokumenten
der
Zentralisten.
Im
April
2006
tauchte
ein
Leitfaden
des
Texas
Department
of
Public
Safety
Criminal
Law
Enforcement
auf,
der
die
typischen
75
Merkmale
des
gängigen
Terroristen
zusammenfasste:
Er
kauft
Babynahrung
und
Bier,
trägt
Levi’s
Jeans,
reist
mit
Familie
und
besitzt
einen
Führerschein.47
Mit
anderen
Worten:
fast
jeder
Erwachsene
in
den
USA
ist
ein
potenzieller
Terrorist,
wenn
man
den
Zentralisten
glaubt.
Aber
das
ist
noch
nicht
alles.
Im
März
2009
wurde
ein
Trainingshandbuch
aus
Virginia
veröffentlicht,
das
erklärt,
wie
man
»Terroristen«
erkennen
kann.
Es
warnt
Staats-
angestellte,
dass
Skizzenblöcke,
Notizbücher,
Karten,
Diagramme,
Kameras,
Tonbandgeräte
und
Tauchausrüstung
Beispiele
für
Ausrüstungsgegenstände
sind,
die
auf
potenzielle
terroristische
Aktivitäten
hinweisen.48
Im
gleichen
Monat
wurde
ein
geheimer
Bericht
des
Missouri
Information
Analysis
Center
geleakt,
der
aufdeckte,
worauf
die
Polizei
in
Missouri
im
Zusammenhang
mit
dem
Aufstieg
einer
gefährlichen
neuen
»Milizbewegung«
achten
sollte.
Zu
den
deutlichen
Anzeichen,
dass
jemand
dieser
Bewegung
zuzurechnen
ist,
gehört
gemäß
dem
Dokument
die
Unterstützung
der
Kandidaten
von
Drittparteien.4?
Für
den
kleinen,
aber
wachsenden
Prozentsatz
der
Bevölkerung,
der
sich
vom
geltenden
politischen
Paradigma
befreit
und
sich
bewusst
als
Widerstand
identifiziert,
ist
es
nicht
überraschend,
dass
die
von
Zentralisten
kontrollierte
Homeland-Security-Struktur
ihn
im
Visier
hat.
Die
entsprechenden
Kreise
wissen
längst,
dass
das
Pentagon
alle
Formen
politischen
Protests
als
»Terrorismus
auf
niedriger
Stufe«
bezeichnet
hat5%
und
dass
die
US-Army
Reserve
zusammen
mit
den
örtlichen
Strafverfolgungsbehörden
und
dem
FBI
im
November
2008
eingesetzt
wurde,
um
die
bereits
erwähnten
»End
the
Fed«-Proteste
zu
überwachen.
An
diesem
Punkt
sind
nur
noch
diejenigen,
die
im
Links-Rechts-Duopol
politischer
Kontrolle
gefangen
sind,
ahnungslos
hinsichtlich
dem
Ansinnen
der
Zentralisten,
allen
Widerstand
gegen
ihre
Agenda
der
Zentralisierung
und
Machtkonzentration
auszu-
merzen.
Was
sowohl
den
»erwachten«
Zentralisten
als
auch
den
76
Widerständlern
klar
ist,
ist,
dass
sie
sich
in
einem
Kampf
um
politische
Vorherrschaft
befinden.
Ihre
Waffen
sind
nicht
Pistolen,
sondern
Worte.
Ihre
Kämpfe
werden
nicht
auf
einem
physischen
Schlachtfeld,
sondern
in
einer
geistigen
Domäne
geführt:
in
den
Köpfen
der
Öffentlichkeit.
In
diesem
Moment
der
Geschichte
sieht
der
Widerstand
seiner
schwersten
Prüfung
entgegen
—
und
seiner
größten
Chance.
Moderne
Kommunikationstechnologie
hat
alle
Fakten
über
die
wahre
Natur
von
Politik
zugänglich
gemacht.
Ausgerüstet
mit
dieser
Wahrheit
sollte
der
Widerstand
in
der
Lage
sein,
das
schla-
fende,
Zentralisten
unterstützende
Links-Rechts-Publikum
zu
wecken,
um
ihm
zu
zeigen,
wie
es
getäuscht
wird.
Auf
diese
Weise
können
die
Massen
dazu
bewegt
werden,
die
Zusammenarbeit
mit
dem
von
Zentralisten
kontrollierten
System
zu
beenden
und
sich
der
dezentralen
Rebellion
anzuschließen.
Derweil
geben
die
selbsternannten
Zentralisten
weiterhin
Mil-
liarden
von
Dollars,
Euros,
Yen,
Pesos
und
aller
anderen
von
ihnen
kontrollierten,
von
Zentralbanken
emittierten
Fiat-Währungen
aus,
um
die
größte
und
am
besten
koordinierte
PR-Kampagne
in
der
Geschichte
der
Menschheit
zu
führen.
Ihr
Ziel
ist
es,
die
Öf-
fentlichkeit
im
Glauben
zu
halten,
dass
die
einzige
Realität
das
Links-Rechts-Paradigma
ist,
das
von
ihnen
selbst
geschaffen
wurde.
Da
die
Zentralisten
nicht
über
die
Kraft
der
Wahrheit
verfügen,
sind
sie
gezwungen,
irreführende
Definitionen
von
Begriffen
und
verdrehte
Interpretationen
gegnerischer
Motive
in
den
politischen
Diskurs
einzuspeisen
—
um
zu
verhindern,
dass
ihre
im
verdeckten
operierende
Struktur
enttarnt
wird.
»Verdrehte
Definitionen«?
Nun,
wie
wäre
es
mit
dem
Label
»Ex-
tremist«,
das
die
Zentralisten
jedem
anheften,
der
sich
ihrem,
77
der
Sklaverei
ähnelnden
System
widersetzt?
Oder
»Rassist«?
Oder
»Terrorist«?
Oder
»Verschwörungstheoretiker«?
Der
Effekt
solch
polarisierender
Sprache
auf
charakterlich
nicht
gefestigte
Individuen
—
die
ihr
ganzes
Leben
lang
von
zentralistisch
kontrol-
lierter
Propaganda,
die
durch
das
Schulsystem,
»Fake
News«
und
Werbung
verbreitet
wird,
beeinflusst
wurden
—
besteht
darin,
dass
diese
Menschen
in
Schach
gehalten
werden.
Dadurch
verhindert
man,
dass
diese
Zeitgenossen
die
wahre
Natur
ihrer
politischen
Realität
erkennen,
die
sich
zweifelsohne
hinter
allen
von
den
Zentralisten
dominierten
Institutionen
verbirgt.
Rückeroberung
der
Humanität
Wir
haben
gesehen,
welche
Siege
die
Zentralisten
durch
das
Festhalten
an
ihren
alten
Maximen
»im
Krieg
und
in
der
Liebe
ist
alles
erlaubt«
und
»wenn
du
sie
nicht
besiegen
kannst,
ver-
bünde
dich
mit
ihnen«
errungen
haben.
Wie
sieht
es
mit
den
Dezentralisten
aus?
Gibt
es
eine
alte
Weise,
die
sie
verwenden
könnten,
um
ihren
Widerstand
gegen
die
Agenda
der
Zentralisten
zu
organisieren?
Eine
gibt
es
vielleicht:
»Die
Feder
ist
mächtiger
als
das
Schwert«.
Zugegeben,
im
Zeitalter
des
Internets
mag
die
»Waffe«
der
Wahl
eher
die
Tastatur
als
die
Feder
sein.
Aber
der
Gedanke
bleibt
derselbe.
Wie
bereits
zuvor
erwähnt,
haben
sowohl
die
Zentralisten
als
auch
deren
Gegner
die
Macht
der
Feder
zu
ihrem
Vorteil
genutzt.
Es
lässt
sich
jedoch
festhalten,
dass
der
Widerstand
im
Begriff
ist,
den
Krieg
um
die
Herzen
und
den
Verstand
mit
diesem
Werkzeug
zu
gewinnen.
Mit
mächtigen
Federstrichen
der
Wahrheit
hat
es
der
Wider-
stand
geschafft,
die
Verteidiger
des
zentralistischen
Systems
zu
entwaffnen.
Infolgedessen
wird
immer
mehr
Menschen,
die
einst
78
unter
dessen
Bann
standen,
bewusst,
dass
dieses
System
nicht
den
Interessen
des
Normalbürgers
dient,
sondern
ausschließlich
denen
eines
kleinen,
eng
verbundenen
Netzwerks
von
Oligarchen,
die
im
Geheimen
operieren
und
fast
alle
Vermögenswerte
dieser
Welt
kontrollieren.
Mit
diesem
Bewusstsein
hält
die
befreiende
Erkenntnis
Einzug,
dass
wichtige
Zahnräder
im
zentralistischen
Kontrollmechanismus
aus
dem
System
getilgt
werden
können,
sodass
der
Mechanismus
selbst
ab
einem
bestimmten
kritischen
Punkt
nicht
mehr
funktioniert.
Die
Frage
ist
—
wie
immer
—
ob
der
Widerstand
schneller
neue
Anhänger
gewinnen
kann,
als
die
Zentralisten
ihre
Kontrolle
ausweiten
können.
Das
ist
also
keineswegs
eine
belanglose
Frage.
Im
Dezember
2008
schrieb
Zbigniew
Brzezinski
—
der
verstorbene
Zentralist,
der
als
Sicherheitsberater
unter
Präsident
Jimmy
Carter
diente
—
einen
Kommentar
fiir
die
New
York
Times,
in
dem
er
von
einem
»globalen
politischen
Erwachen«32
sprach.
Darin
äußerte
er
Besorgnis
darüber,
dass
die
überwältigende
Mehrheit
der
Mensch-
heit
angesichts
zunehmender
(und
immer
offensichtlicherer)
sozialer
und
wirtschaftlicher
Ungleichheiten
politisch
aktiv
wird.
»Zum
ersten
Mal
in
der
Geschichte
ist
fast
die
gesamte
Menschheit
politisch
aktiviert,
politisch
bewusst
und
politisch
vernetzt.
Der
globale
Aktivismus
führt
zu
einem
gesteigerten
Streben
nach
kulturellem
Respekt
und
wirt-
schaftlichen
Chancen
in
einer
Welt,
die
von
den
Erinne-
rungen
an
koloniale
oder
imperialistische
Herrschaft
gepragt
ist.«
Im
Grunde
beschreibt
Brzezinski
den
Aufstieg
von
Gras-
wurzelbewegungen
-
politischen
Bewegungen,
die
ins
Leben
gerufen
wurden,
um
genau
jener
zentralistischen
Oligarchie
/9
entgegenzutreten,
die
er
selbst
verkörperte.
Aber
weil
er
seine
Botschaft
so
formulierte,
dass
sie
sich
hinter
der
Opferrolle
und
den
Unterdrückten
verstecken
konnte,
klang
er
beinahe
so,
als
empfinde
er
Mitgefühl
für
die
Widerstandsbewegung.
Seine
wahren
Gefühle
offenbarte
Brzezinski
allerdings
in
einem
offenen
Vortrag
im
November
2008:
»Ich
habe
es
einmal
recht
pointiert
formuliert
—
und
fühlte
mich
geschmeichelt,
dass
der
britische
Außenminister
das
wiederholte
—
nämlich
wie
folgt:
In
früheren
Zeiten
war
es
einfacher,
eine
Million
Menschen
zu
kontrollieren
—
es
war
buchstäblich
einfacher,
eine
Million
Menschen
zu
kontrol-
lieren
—
als
sie
physisch
zu
töten.
Heute
ist
es
unendlich
viel
einfacher,
eine
Million
Menschen
zu
töten,
als
sie
zu
kont-
rollieren.
Es
ist
einfacher
zu
töten
als
zu
kontrollieren.«33
Wir
erfahren
also,
dass
für
einen
Zentralisten
wie
Brzezinski
klar
ist:
Was
sich
nicht
kontrollieren
lässt,
muss
vernichtet
werden.
Daher
darf
er
das
globale
politische
Erwachen
nicht
als
Chance
für
die
lange
unterdrückten
Massen
darstellen,
sich
vom
Joch
zentralistischer
Unterdrückung
zu
befreien,
sondern
muss
es
als
eine
besorgniserregende
Entwicklung
beschreiben,
die
im
»globalen
Chaos«
münden
könnte.
Aus
Brzezinskis
Ausführungen
lassen
sich
zwei
Dinge
ableiten.
Erstens
wächst
die
Graswurzel-
bewegung,
der
Widerstand,
die
Opposition
konstant.
Zweitens
jedoch
steht
dieser
Widerstand
gewaltigen
Problemen
gegenüber.
Er
stellt
sich
nicht
nur
einer
tief
verwurzelten
Herrschaftskaste
entgegen,
die
seit
Generationen
die
Weltgeschichte
steuert,
sondern
auch
einem
System,
in
dem
eben
diese
Herrschaftskaste
das
Geld
druckt,
mit
dem
sie
die
ihr
dienlichen
PR-Kampagnen
finanziert.
Wenn
es
—
wie
Brzezinski
in
Bezug
auf
unsere
Ara
und
in
erschreckender
Deutlichkeit
feststellte
—
tatsächlich
leichter
80
ist,
eine
Million
Menschen
zu
töten,
als
sie
zu
kontrollieren,
wie
kann
der
Widerstand
dann
hoffen,
einen
derart
unterdrü-
ckerischen
und
scheinbar
allmächtigen
Gegner
zu
besiegen?
Die
Antwort
ist
ebenso
einfach
wie
ermutigend:
Im
politischen
Raum
finden
bereits
tektonische
Veränderungen
statt
—
und
die
werden
nicht
einfach
aufhören.
Sicher,
Establishment
und
Zentralisten
werden
auch
weiterhin
Karrieren
darauf
verwenden,
die
Kontrolle
über
ihr
System
zu
bewahren
und
es
intakt
zu
halten.
Doch
sie
können
den
Widerstand
gegen
dieses
System
nicht
aufhalten
—
ebenso
wenig
wie
sie
das
rasante
Wachstum
des
Widerstandes
verhindern
können.
Was
Brzezinski
und
seinesgleichen
am
meisten
fürchten,
ist
nicht
eine
gewaltsame
Revolution.
Sie
wissen
nur
zu
gut,
dass
Gewalt
seitens
rebellierender
Massen
ihre
eigene
Position
stärkt
—
denn
sie
überzeugt
die
durch
das
zentralistische
Links-Rechts-System
getäuschten
Menschen
davon,
dass
die
Gegner
des
Systems
tatsäch-
lich
»Extremisten«,
»Rassisten«
oder
»Terroristen«
sind.
Nein,
was
die
Zentralisten
am
meisten
fürchten,
ist
das
Erwachen
selbst
—
die
schlichte
Verbreitung
des
Wissens
darüber,
dass
ihr
System,
die
spektralpolitische
Nebelwand,
mit
der
wir
ein
Leben
lang
abgespeist
wurden,
eine
Illusion
ist.
Denn
sie
wissen:
Der
lange
schlummernde
Widerstand
ist
—
einmal
erwacht
-
eine
unaufhaltsame
Kraft
gegen
das
fragile,
angstgesteuerte
System
der
Zentralisten.
Wie
die
rückwärtsgewandten
und
vorwärtsstrebenden
Ameisen
in
unserem
Gleichnis
glaubten
auch
wir
einst,
dass
wir
auf
einer
geraden
Linie
leben.
Jedes
Mal,
wenn
wir
uns
in
eine
andere
Richtung
aufmachten
und
zum
Schluss
trotzdem
wieder
am
Ausgangspunkt
landeten,
waren
wir
verwundert.
Aber
jetzt
wissen
wir
es
besser.
Wir
erkennen,
dass
wir
nicht
in
einer
eindimensionalen,
sondern
einer
multidimensionalen
Realität
81
leben.
Wir
erkennen
auch,
dass
wir
uns
nicht
länger
von
selbst-
ernannten
Kontrolleuren
spalten
und
beherrschen
lassen
müssen.
Wir
können
geeint
bleiben
—
und
unbesiegbar.
Mit
diesem
Wissen
müssen
wir
Widerständler
nicht
einmal
mehr
versuchen,
das
zentralistische
System
zu
bezwingen.
Die
Illusion
der
Zentralisten,
entlarvt
als
der
billige
Taschenspielertrick,
der
es
ist,
wird
sich
einfach
in
Luft
auflösen.
10
11
12
Quigley,
Carroll:
»Tragedy
and
Hope:
A
History
of
the
World
in
Our
Time«
(New
York:
Wm.
Morrison,
1974).
Seiten
1247-1248
Siehe
Endnote
1,
Seite
950
Clinton,
William
J.:
»Address
Accepting
the
Presidential
Nomination
at
the
Democratic
National
Convention
in
New
York«
The
American
Presidency
Project,
16.
Juli
1992.
archive.fo/2jbbs
Siehe
Endnote
1,
Seite
951
Siehe
Endnote
1,
Seite
324
Lekakis,
George
and
Fleur
Leyden:
»World
bankers
meet
in
Sydney
as
recovery
fears
intensify«
Herald
Sun,
6.
Februar
2010.
archive.fo/Vtf5q
Mersch,
Yves:
»The
framework
for
short-term
provision
of
international
reserve
currencies
to
sovereign
states
and
their
central
banks«
BIS
Review,
15/2010.
archive.fo/Q8mLV
»Official
List
of
Participants
for
the
2008
Bilderberg
Meeting«
public
intelligence,
27.
September
2009.
archive.is/GFqRX
Geithner,
Timothy:
»Reducing
risk
in
the
financial
system«
Financial
Times,
8.
Juni
2008.
archive.fo/ytaTY
»Katharine
Graham«
WikiSpooks.
archive.is/QiDcr
»The
Economist«
WikiSpooks.
archive.is/uObmL
Smith,
Charlie:
»Premier
Gordon
Campbell
attends
Bilderberg
2010
meeting«
straight.com,
6.
Juni
2010.
archive.is/sXq5s
82
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
»2012
Bilderberg
Meeting
Participant
List«
31.
Mai
2012.
public
intelligence.
archive.is/nY1lb
»ClubClass
-
BBC
Radio
on
Bilderberg.wmv,
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von
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gemeinhin
als
Spaak-Bericht
bezeichnet
wird)
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32
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»Obama
Adviser
Brzezinski
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[sic]
Off
the
record
Speech
to
British
Elites
Part
1«
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von
Deborah
Gerczak,
13.
April,
2009.
youtu.be/
PiGTbaeUr9E
89
Sie
wollen
deine
Gene
nicht
im
Genpool
Die
alten
Agypter
glaubten,
dass
ihre
Pharaonen
Nachkommen
des
Sonnengottes
Ra
waren.
Die
Japaner
waren
überzeugt,
dass
ihre
kaiserliche
Familie
von
der
Sonneng6ttin
Amaterasu
und
dem
Gott
des
Meeres,
Ryuujin,
abstammte.
Die
Chinesen
glaubten,
dass
ihre
Kaiser
unter
dem
»Mandat
des
Himmels«
herrschten
—
und
die
Europäer
an
das
»gottliche
Recht
der
Konige«,
das
besagte,
dass
der
Souveran
jeder
Nation
von
Gott
selbst
legitimiert
wurde.
So
lange
die
Monarchie
Bestand
hatte,
gab
es
ausgekliigelte,
theo-
logische
Rechtfertigungen
dafür,
warum
Monarchen
als
Götter
verehrt
werden
sollten
und
warum
sie
es
verdienen,
über
ihre
jeweiligen
Königreiche
zu
herrschen.
Es
ist
leicht
nachvollziehbar,
warum
der
Adel
einer
jeden
Epoche
versuchte,
den
Glauben
der
Untertanen
an
eine
göttlich
ver-
ordnete
Überlegenheit
zu
fördern.
Wenn
Könige,
Königinnen,
Kaiser
und
Pharaonen
keine
Götter
sind
—
oder
nicht
von
Gott
auserwählt
—
warum
sollte
ihnen
dann
jemand
gehorchen?
Die
Trennlinie
zwischen
einem
Monarchen
und
einem
selbst-
ernannten
Diktator
verblasst,
wenn
die
Göttlichkeit
des
blauen
Blutes
in
Frage
gestellt
wird.
Selbst
heute,
in
einer
Ära,
in
der
Monarchen
von
der
breiten
Öffentlichkeit
als
Relikte
der
Vergangenheit
betrachtet
werden,
besteht
der
alte
Aberglaube
in
Bezug
auf
königliche
Familien
fort.
Sie
werden
immer
noch
als
»blaublütig«
bezeichnet.
Ein
Über-
bleibsel
aus
Zeiten,
in
denen
ihre
helle,
transluzente
Haut
ein
86
sichtbares
Merkmal
für
ihre
abgeschirmte,
privilegierte
Existenz
darstellte
—
ein
Umstand,
der
ihre
Kaste
von
der
rötlichen
Gesichts-
farbe
der
Bauern,
die
den
ganzen
Tag
in
der
Sonne
arbeiteten,!
unterschied.
Auch
heute
noch
gibt
es
ein
ausgeklügeltes
(und
strikt
umgesetztes)
Protokoll
für
das
Treffen
mit
der
britischen
Monarchin.
Selbst
Staatsoberhäupter
mussten
in
royaler
Etikette
unterwiesen
werden,
bevor
sie
sich
mit
»Ihrer
Majestät,
Königin
Elizabeth
I1.«
treffen
durften.
So
studierten
auch
die
Obamas
vor
ihrem
ersten
präsidialen
Besuch
in
London?
sorgfältig
das
royale
Protokoll
—
und
die
Medien
sorgten
sich
während
seines
Besuchs
im
Jahr
20193
um
Präsident
Trumps
Verstöße
dagegen.
Diese
Rituale
der
Klassentrennung
dienen
aber
nicht
nur
der
Show.
Die
Königsfamilien
hielten
sich
stets
für
einen
höheren
Stand
-
eine
eigene
Rasse,
separiert
von
den
armen,
unterdrückten
Massen,
die
in
Untergebenheit
und
Elend
Fronarbeit
leisteten.
Dieser
Umstand
erklärt
die
Besessenheit
in
puncto
Fortpflanzung,
ein
Thema,
das
der
internationale
Adel
über
die
Jahrhunderte
hinweg
mit
großem
Aufwand
verfolgte.
Oder
sollte
man
eher
von
Besessenheit
in
puncto
Inzucht
sprechen?
Gewiss,
die
Äste
des
Stammbaums
vieler
königlicher
Familien
verzweigen
sich
nicht
nur,
sondern
verflechten
sich
häufig
auch
—
was
sowohl
die
bemerkenswerten
physischen
Ähnlichkeiten
unter
Mitgliedern
der
europäischen
Königsfamilien
als
auch
rezessive
Erkrankungen
wie
Hämophilie
erklärt,
die
Europas
inzestuösem
Adel
seit
Jahrhunderten
zusetzen.
So
zeigte
moderne
DNA-Analyse,
dass
der
spanische
Zweig
der
Habsburger,
eine
Dynastie,
die
mehr
als
500
Jahre
über
weite
Teile
Europas
herrschte,
an
Inzucht
zugrunde
ging.4
Nach
Generationen
von
Ehen
zwischen
Cousinen
und
Cousins
oder
Nichten
und
ihren
Onkeln
war
die
genetische
Variation
zwischen
Habsburgern
und
ihren
Ehepartnern
kaum
größer
als
die
zwischen
Brüdern
und
Schwestern
der
Familie.
Das
letzte
Mitglied
der
spanischen
8/7
Habsburger,
Karl
II.,
starb
als
genetisch
kranker,
deformierter
Mann,
der
körperlich
nicht
in
der
Lage
war,
ein
Kind
zu
zeugen.5
Aber
das
ist
kein
ausschließlich
europäisches
Problem.
Eine
aktu-
elle
Analyse
der
DNA
der
Ikone
König
Tut
—
Pharao
Tutanchamun,
der
vor
über
3.300
Jahren
über
Ägypten
herrschte
—
zeigt,
dass
auch
er
das
kranke,
missgebildete
Produkt
einer
inzestuösen
Bruder-Schwester-Beziehung
war.
Die
königliche
Besessenheit
in
Bezug
auf
Blutlinien
und
Inzucht
hat
ihre
Wurzeln
in
der
Tierzucht,
die
seit
Jahrtausenden
verwandt
wird,
um
bestimmte
Merkmale
bei
Nutz-
und
Haustieren
hervorzuheben.
Die
seit
Anbe-
ginn
domestizierender
Tierzucht
optimierte
Fähigkeit,
bestimmte
Eigenschaften
in
oder
aus
Haus-
und
Nutztieren
gezielt
zu
züchten,
ist
allerdings
eher
Kunstform
als
Wissenschaft.
Es
war
demzufolge
nur
logisch,
dass
Herrscher
mit
denselben
Zuchttechniken
zu
experimentieren
begannen,
um
ihr
eigenes,
royales
»Blut«
zu
veredeln
und
ihr
»Vieh«,
die
einfachen
Leute,
zu
domestizieren.
Die
Analogie
zwischen
Tier-
und
Menschenzucht
taucht
bereits
in
einigen
antiken
Texten
auf.
So
klagte
der
griechische
Dichter
Theognis
von
Megara
im
sechsten
Jahrhundert
v.
Chr.
über
die
Weigerung
seiner
Landsleute,
der
Zucht
von
Männern
und
Frauen
die
gleiche
Aufmerksamkeit
zu
schenken,
wie
dies
bei
der
Zucht
von
Schafen
und
Pferden
der
Fall
war:
»Mit
Rindern
und
mit
Pferden,
Kurnus,
verfahren
wir
Nach
klaren
Regeln,
wählen
Zucht
mit
Maß
und
Ziel,
Für
Gewinn
und
Wachstum,
stets
zum
höchsten
Preis:
Aus
gutem
Stamm,
ohne
Mangel,
ohne
Laster,
rein
und
weiß.
Doch
bei
den
Ehen,
die
wir
täglich
schließen,
zählt
nur
der
Preis
—
das
Geld
muss
fließen.
Der
Mann
heiratet,
die
Frau
wird
dem
groben,
reichen
Mann
vermacht,
der
seine
Nachkommenschaft
mit
stolzem
Adel
macht.
So
wird
88
alles
vermischt,
Hoch
und
Niedrig,
ein
weites
Feld.
Wenn
du
uns
dann
siehst,
in
Form
und
Geist
entstellt,
versteh,
mein
Freund,
der
Grund
ist
klar
und
weit:
Zu
klagen
über
die
Folgen
ist
vergebens,
in
dieser
Zeit.«®
Theognis
hielt
damit
fest,
dass
die
abgeschotteten
Zirkel
des
»Adels«
Kinder
aus
Beziehungen
zwischen
»Adeligen«
und
»Bürgerlichen«
stets
als
»degradiert«
und
»unrein«
betrachteten.
Die
Implikation
ist
klar:
Es
gibt
erbliche
genetische
Merkmale,
die
soziale
Kasten
voneinander
unterscheiden.
Dieser
Logik
folgend,
führt
das
Heiraten
»unterhalb
des
eigenen
Standes«
in
der
Gesellschaft
zu
einer
Vermischung
der
»guten«
Gene
des
Adels
mit
den
»schlechten«
Genen
der
Bürgerlichen.
Sie
werden
nun
einwenden,
dass
das
vor
über
zweitausend
Jahren
war,
als
der
Graben
zwischen
Landbesitzern
und
eigen-
tumslosen
Bauern
unüberbrückbar
erschien.
Heute
hingegen
gibt
es
beispiellose,
wirtschaftliche
und
soziale
Mobilität.
Mit
der
nennenswerten
Ausnahme
der
noch
existierenden
Adels-
geschlechter
unterscheidet
die
Menschheit
heute
nicht
mehr
zwischen
»nobel«
und
»gemein«.
Wir
sprechen
nicht
mehr
in
vagen
Verallgemeinerungen
über
das
»Vermischen«
der
Eigen-
schaften
von
Elternpaaren.
Stattdessen
reden
wir
in
präzisen,
wissenschaftlichen
Begriffen
über
die
Funktionsweise
von
Genen
und
Chromosomen,
die
Struktur
der
DNA
und
die
Bedeutung
von
Erziehung
und
Umfeld
bei
der
Entwicklung
dessen,
was
wir
sind.
Wir
glauben
nicht
mehr
(vorausgesetzt,
wir
haben
es
jemals
wirklich
geglaubt),
dass
eine
Königin
Elizabeth
oder
ein
König
Salman
oder
ein
Kaiser
Naruhito
von
Gott
auserwählt
wurde,
über
uns
zu
herrschen.
Ja,
wir
leben
in
einer
»aufgeklärten«
Zeit,
in
der
unsere
Führer
demokratisch
gewählte
Politiker,
anstatt
Erbmonarchen
sind.
Der
soziale
Aufstieg
ist
heute
eine
Frage
89
von
Ehrgeiz
und
Talent,
nicht
von
Stammbaum
und
Herkunft.
Heute
sind
Promis
unsere
Royals.
Einige
der
reichsten
Männer
und
Frauen
der
Welt
waren
gewöhnliche
Janes
und
Joes,
die
sich
durch
eigene
Anstrengung
emporgearbeitet
haben
und
nun
jährlich
ihrem
Vermögen
nach
in
Hochglanzmagazinen
rangiert
werden.
So
zumindest
die
offizielle
Lesart.
Die
Realität
sieht
allerdings
ein
wenig
anders
aus.
Denn
es
gibt
sehr
wohl
eine
moderne
Form
des
Adels,
auch
wenn
dessen
Mitglieder
keine
Nachfahren
tradierter
Adelsgeschlechter
sind.
Zeitgenössische
Royals
können
als
herrschaftliche
Oberschicht
definiert
werden,
die
Positionen
von
enormer
Macht
und
Pri-
vilegien
erben
und
unvorstellbare
Reichtümer
besitzen.
Diese
»Könige«
und
»Königinnen«
leben
jedoch
nicht
in
Schlössern.
Sie
fordern
weder
Ehrfurcht
noch
Treue
von
ihren
Untertanen.
Ihre
Gesichter
sind
nicht
auf
Geldscheinen
abgebildet
oder
in
Münzen
gestempelt.
Im
Vergleich
zu
ihren
königlichen
Gegenstücken
sind
unsere
modernen
Monarchen
relativ
unauffällig.
Sie
zeichnen
sich
hauptsächlich
durch
die
Gebäude,
Banken,
Unternehmen
und
steuerfreien
Stiftungen
aus,
die
ihren
Familiennamen
tragen.
Diese
Granden
aus
Wirtschaft
und
Finanzwelt
mischen
sich
unter
die
Menschenmengen
in
der
Wall
Street
oder
auf
der
Einkaufsmeile.
Ihr
Aufstieg
lässt
sich
auf
den
Fall
der
einstigen
Monarchien
zurückführen.
Im
späten
17.
Jahrhundert,
zu
einer
Zeit,
in
der
die
Welt
sich
vom
mittelalterlichen
Feudalismus
hin
zum
modernen
Kapitalismus
bewegte,
wurde
die
absolutistische
Macht
der
europäischen
Monarchen
zunehmend
eingeschränkt.
In
England
beendeten
die
»Glorreiche
Revolution«
von
1688
und
die
»Bill
of
Rights«
von
1689
die
Doktrin
uneingeschränkter
Autorität
des
Königs
—
eine
Autorität,
die
bereits
1216
durch
die
Magna
Carta
formell
90
begrenzt
worden
war.
Im
Jahr
1694
markierte
die
Gründung
der
Bank
of
England
einen
Präzedenzfall
für
die
private
Kontrolle
über
den
Geldmarkt
eines
Landes
—
eine
Blaupause,
die
in
den
folgenden
Jahrhunderten
von
immer
mehr
Ländern
(natürlich
einschließlich
der
USA)
kopiert
wurde.
So
dauerte
es
nicht
lange,
bis
nur
noch
eine
Handvoll
Bankiersfamilien
die
Kassen
der
Regierungen,
denen
sie
»diente«,
kontrollierte.
So
wurde
die
offen
sichtbare
Monarchie
der
Vergangenheit
durch
eine
neue,
eine
Schattenmonarchie
ersetzt.
Im
19.
Jahrhundert
wuchs
dieser
Kreis
der
nicht-königlichen
Royals
dank
einer
weiteren
Art
neu-
reicher
Emporkömmlinge
—
dank
skrupelloser
Monopolisten,
die
Imperien
auf
Basis
von
Stahl,
Öl,
Kohle,
Eisenbahnen
und
Reedereien
schufen.
Jetzt
schreiben
wir
das
21.
Jahrhundert,
in
dem
die
vermeintlichen
Herrscher
der
Welt
königliche
Gewänder
gegen
maßgeschneiderte
Anzüge
aus
der
»Savile
Row«,
Wappen
gegen
Firmenlogos,
Kronen
gegen
Computer
und
Zepter
gegen
Smartphones
getauscht
haben.
Die
Thronsäle
von
einst
sind
den
Vorstandsetagen,
Bundesgerichts-
höfen,
Speisesälen
exklusiver
Clubs
und
Hinterzimmern
von
Unternehmen
gewichen
—
von
wo
aus
heutzutage
der
Rest
der
Menschheit
gelenkt
und
kontrolliert
wird.
Diese
neue
Monarchie
ist,
wie
die
Monarchen
des
Mittelalters,
besessen
vom
Thema
Zucht.
Die
Rockefellers
und
Aldriches,
die
Averills
und
Harrimans
und
auch
die
Walkers
sorgen
dafür,
dass
sie
jemanden
mit
dem
Namen
Bush,
Forester
oder
Rothschild
hei-
raten
(und
anschließend
ihre
Hochzeitsreise
im
amerikanischen
Buckingham
Palast,
also
dem
Weißen
Haus?
verbringen).
Die
Mit-
glieder
dieser
Dynastien
—
unserer
modernen
Monarchie
—
sind
ebenso
untereinander
verschwägert,
elitär
und
despotisch
wie
die
Lords
und
Ladies
vergangener
Zeiten.
91
Im
Gegensatz
zur
Monarchie
dunkler
Vergangenheit
kann
diese
neue
Art
von
Tyrannen
jedoch
nicht
auf
das
Märchen
des
»göttlichen
Rechts«
zurückgreifen,
um
ihre
Machtposition
zu
rechtfertigen.
Mit
dem
Verschwinden
der
mittelalterlichen
Königreiche
begann
eine
neue
Ära
-
eine,
in
der
Empirismus
und
wissenschaftliche
Forschung
an
die
Stelle
religiöser
Überliefe-
rungen
traten.
Die
Herrscher
des
Medienzeitalters
bedurften
eines
wissenschaftlich
klingenden
Anstrichs,
um
die
Doktrin
»göttlichen
Rechts«
zeitgemäßer
zu
gestalten
und
gleichzeitig
die
vermeint-
liche
Autorität
der
Minderheit
über
die
Mehrheit
zu
bewahren.
Glücklicherweise
ließ
eine
pseudowissenschaftliche
Begründung
für
ihren
Herrschaftsanspruch
nicht
lange
auf
sich
warten.
Denn
1859
veröffentlichte
Charles
Darwin
Ȇber
den
Ursprung
der
Arten
durch
natürliche
Selektion
oder
die
Erhaltung
begünstigter
Rassen
im
Kampf
um
das
Leben«.
Binnen
zehn
Jahren
legte
Darwins
Vetter,
Francis
Galton,
mit
»Hereditary
Genius«
nach,
einer
Untersuchung,
die
erklären
sollte,
warum
reiche,
erfolgreiche
Menschen
dazu
neigen,
reiche
und
erfolgreiche
Nachkommen
zu
zeugen.
Galton
musste
nicht
lange
nach
Beweisen
für
dieses
Phänomen
suchen.
Sowohl
die
Galtons
als
auch
die
Darwins
—
die,
wie
zu
erwarten,
untereinander
heirateten
—
konnten
diverse
berühmte
Denker
und
Schriftsteller
vorweisen,
darunter
Erasmus
Darwin,
den
Großvater
von
Charles
und
Francis.
Genauso
wenig
überraschend
ist,
dass
Galton
es
für
selbstver-
ständlich
hielt,
dass
allein
Vererbung
für
das
eigene
Schicksal
-
sei
es
gut
oder
schlecht
—
verantwortlich
war.
Mit
anderen
Worten:
Nachkommen
der
Reichen
und
Gebildeten
waren
ebenfalls
reich
und
gebildet.
Nicht,
weil
sie
exklusive
Schulen
besuchten
und
sie
sämtliche
Sonnenseiten
des
Lebens
genossen,
sondern
schlichtweg
wegen
ihrer
Gene.
Mit
dieser
vorgefassten
Schlussfolgerung
im
Kopf
widmete
sich
Galton
unter
dem
Aufwand
beträchtlicher
92
Energien
dem
Versuch,
seine
Theorie
zu
beweisen.
Er
gründete
Gesellschaften,
organisierte
Konferenzen,
lancierte
Zeitschriften
und
richtete
Labore
ein,
die
dem
Studium
der
Frage
gewidmet
waren,
wie
es
den
Galtons
und
ihren
Mitstreitern
der
Oberschicht
gelang,
so
wohlhabend
zu
werden
(und
warum
sie
das
verdienten).
Im
Wesentlichen
stellte
Galton
die
Behauptung
auf,
dass
Menschen,
ebenso
wie
Hunde
auf
Aggression
oder
Pferde
auf
Tempo,
ge-
züchtet
werden
können,
um
deren
Intelligenz
oder
Emsigkeit
zu
optimieren.
Im
Jahr
1883
prägte
er
den
Begriff
»Eugenik«
—
aus
dem
Griechischen
0
(wohl)
und
-yevnic
(Rasse,
Stamm,
Verwandt-
schaft)
—
um
jene
neue,
wissenschaftliche
Domäne
zu
beschreiben,
die
Humanevolution
in
eine
Richtung
lenken
könnte,
die
»die
rassische
Qualität
zukünftiger
Generationen«
verbessert.
Schon
der
Begriff
»Eugenik«
entlarvt
also
die
zugrunde
liegende
Annahme
dieser
eigennützigen
Ideologie
—
nämlich,
dass
es
»gute«
Gene
gibt,
die
gefördert
werden
müssen,
und
»schlechte«
Gene,
die
aus
dem
Genpool
eliminiert
werden
müssen,
um
so
die
»Rasse«
zu
»verbessern«.
Und
wie
bei
derlei
Definitionen
üblich,
sind
es
jene,
die
die
Definitionen
erfinden,
die
entscheiden,
was
»gute«
und
»schlechte«
Gene
ausmacht
—
und
die
selbstredend
nur
sich
selbst
als
geeignet
erachten,
ihre
Gene
»zum
Wohl
der
Rasse«
an
die
Zukunft
zu
vererben.
Obwohl
die
Grundannahme
der
Eugenik
auf
den
ersten
Blick
recht
harmlos
erscheint,
kommt
der
Eugenik-Pionier
schnell
zu
einer
Reihe
von
extremen
Schlussfolgerungen.
Eine
davon
ist
der
Glaube,
dass
Arme,
Behinderte
oder
anderweitig
Beein-
trächtigte
tatsächlich
das
Produkt
schlechter
Fortpflanzung
sind.
Ist
man
arm,
liegt
das
daran,
dass
man
aus
»schlechter
Zucht«
stammt.
Ist
man
ein
Dieb,
liegt
das
daran,
dass
man
aus
einer
Familie
von
Kriminellen
stammt.
Und
ist
man
ein
reicher
Geschäftsmann,
ein
erfolgreicher
Politiker
oder
ein
talentierter
93
Wissenschaftler,
liegt
das
vor
allem
an
den
guten
Genen.
Die
Reichen
und
Mächtigen
verdienen
es
also,
über
den
Rest
zu
herrschen
—
so
der
Zirkelschluss
—
weil
ihre
Erblinien
sie
reich
und
mächtig
gemacht
haben.
Eine
weitere
Schlussfolgerung,
die
der
Hypothese
von
»guten«
und
»schlechten«
Genen
ent-
springt,
ist,
dass
die
Gruppen
von
Individuen,
die
in
der
Lage
sind,
andere
zu
dominieren
—
sei
es
militärisch,
wirtschaftlich
oder
auf
andere
Weise
—
nicht
nur
das
Recht
haben,
diese
Macht
auszuüben,
sondern
sogar
verpflichtet
sind,
dies
im
Interesse
der
Verbesserung
der
Spezies
zu
tun.
Kurz
gesagt:
Macht
schafft
Recht
—
wer
nicht
Teil
der
richtigen
Blutlinie
ist,
ist
aus
schlechter
Zucht
und
gegen
uns.
Diese
Scharlatanerie
in
Begriffen
der
modernen
Wissenschaft
auszudrücken,
lässt
ihr
—
und
ihren
Anhängern
-
bereits
zu
viel
Anerkennung
zuteil
werden.
Zu
Galtons
Zeit
wusste
man
schließlich
noch
nichts
über
Vererbung
oder
Genetik.
Die
Arbeiten
von
Gregor
Mendel
—
einem
obskuren,
augustinischen
Mönch,
der
Mitte
des
19.
Jahrhunderts
mit
seinen
Experimenten
zur
Züchtung
von
Erbsenpflanzen
die
wissenschaftliche
Erforschung
der
genetischen
Vererbung
einläutete
—
wurden
erst
zu
Beginn
des
20.
Jahrhunderts
anerkannt
und
veröffentlicht
—
fast
zwei
Jahrzehnte
nachdem
Galton
den
Begriff
»Eugenik«
prägte.8
Was
die
Genetik
betrifft,
so
wurde
das
Wort
»Gen«
erst
1909
in
den
Sprachgebrauch
eingeführt.
Und
der
Mechanismus,
durch
den
Desoxyribonukleinsäure
(DNA)
genetische
Informationen
kodiert,
wurde
erst
Mitte
des
20.
Jahrhunderts
verstanden.
Bis
zu
diesem
Zeitpunkt
spekulierte
man
über
die
Existenz
einer
Art
»Protoplasma«,
das
vererbbare
Merkmale
von
einer
Generation
auf
die
nächste
überträgt
—
wie,
verstand
man
aller-
dings
nicht.
Weder
die
Eigenschaften
noch
die
Merkmale
dieses
94
»Protoplasmas«
waren
bekannt.
Das
hielt
Mainstream-Eugeniker
wie
Arnold
Gesell
-
ein
angesehener
Kinderpsychologe
des
frühen
20.
Jahrhunderts
und
Namensgeber
des
Gesell
Institute
of
Child
Development
an
der
Yale
University
—
nicht
davon
ab,
zu
erklären,
dass
Ȇberwachung
und
Segregation«
der
als
»schwachsinnig«
eingestuften
Menschen
notwendig
seien,
um
»die
schreckliche
Neubildung
dieses
defekten
Protoplasmas
zu
verhindern,
das
den
Fluss
des
Dorflebens
verseucht«.?
In
der
Tat
war
Eugenik
für
die
Zirkel
der
englischen
»Elite«,
die
diese
Ideologie
ursprünglich
ersannen
und
propagierten
—
wie
auch
für
die
amerikanischen
Ideologen,
die
ihnen
folgten
—
weniger
wissenschaftliche
Theorie
als
Glaubenskonstrukt.
Zu
deren
Verteidigung
muss
man
außerdem
einräumen,
dass
die
Urheber
des
eugenischen
Dogmas
immerhin
so
sehr
an
ihre
Über-
zeugungen
glaubten,
dass
sie
das,
was
sie
predigten,
auch
selbst
praktizierten.
Ein
kurzer
Blick
auf
die
Familienstammbäume
der
frühen
Eugeniker
zeigt,
dass
sie
demselben
inzestuösen
Heirats-
muster
folgten
wie
der
alteingesessene
Adel.
Die
inzestuöse
Oberschicht
glaubte
tatsächlich,
sie
hätte
eine
wissenschaftliche
Grundlage
für
ihre
Neigung
gefunden,
Cousins
und
Nichten
zu
heiraten.
Indem
sie
nur
untereinander
verkehrten,
so
ihre
Überlegung,
könnten
sie
ja
sicherstellen,
dass
ihre
»reinen«
Gene
nicht
durch
die
»degenerierten«
Gene
des
Normalbürgers
verunreinigt
werden.
Charles
Darwin
war
zum
Beispiel
besessen
von
Inzucht.
Kein
Wunder,
wenn
man
bedenkt,
dass
die
Darwins
über
Generationen
hinweg
mit
den
Wedgwoods
verheiratet
waren.
Natürlich
setzte
Charles
dieses
Muster
fort,
indem
er
seine
Cousine
ersten
Grades
zur
Frau
nahm:
Emma
Wedgwood.
Beide
stammten
vom
Gründer
der
berühmten
Porzellan-Dynastie,
Josiah
Wedgwood
ab,
der
selbst
seine
Cousine
dritten
Grades
geheiratet
hatte.
95
Nach
einer
Weile
stellte
Darwin
jedoch
die
Vermutung
an,
dass
Inzucht
vielleicht
auch
Nachteile
hat.
Drei
seiner
zehn
Kinder,
schwächlich
und
kränklich,
starben
in
der
Kindheit.
Drei
weitere
blieben
trotz
langjähriger
Ehen
kinderlos.
Das
war
aber
nicht
das
einzige
Unglück
für
Charles
und
Emma.
Von
zweiundsechzig
Nachkommen
des
Josiah
Wedgwood
konnten
nur
vierundzwanzig
Kinder
zeugen,
die
bis
ins
Erwachse-
nenalter
überlebten.
Charles
war
über
dieses
Phänomen
so
besorgt
—
insbesondere,
nachdem
seine
eigenen
botanischen
Forschungen
die
schädlichen
Auswirkungen
von
Inzucht
in
der
Botanik
offenbart
hatten
—
dass
er
das
Parlament
bat,
die
britische
Volkszählung
von
1871
um
eine
Frage
nach
Ehen
zwischen
Cousins
und
Cousinen
zu
erweitern.
Ein
Antrag,
den
das
Parlament
jedoch
ablehnte.19
Charles’
Bedenken
hielten
die
Darwins
und
Wedgwoods
allerdings
nicht
davon
ab,
weiterhin
untereinander
oder
Mitglieder
ausgewählter
aristokratischer,
wissenschaftlicher
Kreise
Großbritanniens
zu
heiraten.
Zum
Beispiel
Familienmitglieder
der
Galtons
und
Huxleys.
Auch
der
Misserfolg
dieses
Selbstexperiments
in
Sachen
Eugenik
hinderte
die
Familie
Darwin-Wedgwood
nicht
daran,
das
Thema
weiter
mit
manischer
Hingabe
zu
erforschen.
Im
Gegenteil.
Die
weniger
zufriedenstellenden
Ergebnisse
motivierten
sie,
ihren
Einsatz
zu
verdoppeln.
Getrieben
von
der
Hoffnung,
dass
vereinte
Ressourcen
und
Intelligenz
den
»Code«
der
Inzucht
»knacken«
und
eine
Rasse
von
Übermenschen
hervorbringen
könnten.
Was
uns
zurück
zu
Francis
Galton
bringt.
Sein
Eifer
bei
der
Fortführung
der
Untersuchungen
war
so
groß,
dass
Galton
neben
der
Prägung
des
Begriffs
»Eugenik«
auch
das
erste
Eugenik-
Forschungslabor
am
University
College
in
London
gründete,
ein
monatliches
Journal
namens
»The
Eugenics
Review«
ins
Leben
rief
und
die
British
Eugenics
Society
(BES)
initiierte.
96
Die
Mitgliederliste
der
British
Eugenics
Society
liest
sich
nicht
nur
wie
ein
Who’s
Who
der
britischen
Wissenschaftler
des
frühen
20.
Jahrhunderts,
sondern
auch
wie
ein
erweitertes
Stammbuch
der
Familie
Darwin-Wedgwood-Galton.
Zu
den
Zweigen
dieses
Stammbaums
gehörten:
Leonard
Darwin
Obwohl
er
keinen
wissenschaftlichen
Abschluss
hatte,
beklei-
dete
bekleidete
Charles
Darwins
Sohn
Leonard
nach
Francis
Galton
von
1911
bis
1928
das
Amt
des
Vorsitzenden
der
British
Eugenics
Society
(BES)
—
damit
war
er
Nachfolger
seines
Halb-
vetters
zweiten
Grades,
was
bedeutet,
dass
Leonard
Darwin
und
Francis
Galton
zwar
Cousins
waren,
aber
eine
Generation
auseinanderlagen.
Anschließend
war
Leonard
bis
zu
seinem
Tod
1943
Ehrenpräsident
der
Gesellschaft.
Er
heiratete
zweimal
(einmal
die
Enkelin
seiner
Tante),
konnte
jedoch
keine
Nach-
kommen
zeugen,
sondern
widmete
sich
stattdessen
seiner
Sorge
um
die
Reproduktionsgewohnheiten
der
»gemeinen
Leute«.
John
Maynard
Keynes
Der
gefeierte
Ökonom,
der
sich
für
eine
Weltzentralbank
und
eine
globale
Währung
aussprach,
war
von
1937
bis
1944
Präsident
der
British
Eugenics
Society
(BES).
Sein
jüngerer
Bruder
heiratete
eine
Enkelin
von
Charles
Darwin
—
Charles
Galton
Darwin
-
ein
prominentes
Mitglied
der
British
Eugenics
Society
(BES).
Charles
Galton
Darwin
glaubte,
dass
die
Neigung
der
unteren
Klassen,
große
Familien
zu
zeugen,
die
Zukunft
der
Menschheit
bedrohe.
Er
war
ein
Enkel
von
Charles
Darwin.
97
Julian
Huxley
Julian
Huxley
war
Biologe,
von
1959
bis
1962
Präsident
der
British
Eugenics
Society
(BES)
und
dafür
bekannt,
dass
er
argumentierte,
menschliche
»Stämme«
müssten
kontrolliert
und
wie
landwirt-
schaftliche
Bestände
verwaltet
werden.
Er
erhielt
zwei
Mal
die
Galton
Memorial
Lecture,
die
Darwin-Medaille
der
Royal
Society,
die
Darwin-Wallace-Medaille
der
Linnean
Society
und
war
Mit-
begründer
des
World
Wildlife
Fund,
den
er
zusammen
mit
seinen
Eugenik-Kollegen
Prinz
Philip
von
Großbritannien
und
Prinz
Bern-
hard
der
Niederlande
ins
Leben
rief.
Huxleys
Nichte
aus
der
Linie
seiner
Halbschwester
heiratete
einen
Urenkel
von
Charles
Darwin.
Jenseits
dieses
eng
verbundenen
Netzwerks
von
Inzuchtanhängern
gab
es
aber
auch
andere
Fans
der
Eugenik,
die
in
der
Bewegung
Macht
und
Einfluss
gewannen
—
und
zwar
die
selbsternannten
»Progressiven«,
die
an
die
Perfektionierung
der
Gesellschaft
durch
Sozialingenieure
glaubten
und
zu
einem
großen
Teil
dafür
verantwortlich
sind,
dass
die
Welt
heute
so
ist
wie
sie
ist.
Unter
den
Eugenik-Extremisten
fand
sich
beispielsweise
der
berühmte
Autor
und
politische
Denker
H.
G.
Wells.
Bekannt
für
Science-Fiction-
Geschichten
wie
»Der
Krieg
der
Welten«
und
»Die
Zeitmaschine«,
gerät
Wells’
Rolle
als
politischer
Autor
heute
in
den
Hintergrund,
obwohl
er
zum
Entwurf
der
Allgemeinen
Erklärung
der
Menschen-
rechte
der
Vereinten
Nationen
von
1948
beigetragen
hat.
11
Noch
weniger
bekannt
sind
seine
Sachbücher,
siehe
»Anticipa-
tions
of
the
Reaction
of
Mechanical
and
Scientific
Progress
Upon
Human
Life
and
Thought«,
das
den
Aufstieg
einer
technokrati-
schen
Weltregierung
prognostizierte,
die
er
die
»Neue
Republik«
nannte.
In
Wells’
Vision
würde
diese
Regierung
»minderwertige«
Rassen,
die
er
als
»diese
Schwärme
von
schwarzen,
braunen,
98
schmutzig-weißen
und
gelben
Menschen«
bezeichnete,
»die
nicht
den
Anforderungen
der
neuen
Effizienz
entsprechen«,
ausmerzen.
Wie
jeder
gute
Eugeniker
zeigt
er
keinerlei
Skrupel,
weite
Teile
der
menschlichen
Spezies
zum
Tod
zu
verurteilen
—
weil
sie
das
»Verbrechen«
begehen,
nicht
in
die
»effiziente«
Weltordnung
zu
passen,
die
er
von
dieser
»Neuen
Republik«
erwartete:
»Nun,
die
Welt
ist
eine
Welt,
keine
Wohltätigkeitsinstitution,
und
ich
nehme
an,
sie
werden
verschwinden
müssen.
Der
ganze
Tenor
und
Sinn
der
Welt
ist,
so
wie
ich
es
sehe,
dass
sie
gehen
müssen.
Soweit
sie
nicht
gesunde,
kraftvolle
und
ausgeprägte
Persönlichkeiten
für
die
großartige
Welt
der
Zukunft
entwickeln,
ist
ihr
Los,
auszusterben
und
zu
verschwinden.«12
Eine
weitere
berühmte
Eugenik-Enthusiastin
war
Marie
Stopes.
1921
gründete
sie
eine
Organisation,
die
mit
Großbritanniens
erster
Klinik
für
Familienplanung
verbunden
war
-
die
»Gesell-
schaft
für
konstruktive
Geburtenkontrolle
und
Rassenentwick-
lung«.
Eines
der
Gründungsprinzipien
besagte,
dass
die
Klinik
daran
arbeite,
»Sicherheit
vor
der
Empfängnis
fiir
diejenigen
zu
bieten,
die
rassisch
krank,
bereits
mit
Kindern
überlastet
oder
in
irgendeiner
Weise
nicht
für
die
Elternschaft
geeignet
sind.«13
Diese
»Sicherheit«
beinhaltete
die
Zwangssterilisation
von
Personen,
die
als
»ungeeignet
fiir
die
Elternschaft«
galten.14
Wenig
überraschend
also,
dass
Stopes,
die
Hitler
1939
ein
Exem-
plar
ihres
Buches
»Love
Songs
for
Young
Lovers«
schickte
und
1942
ein
Gedicht
mit
den
Zeilen
»Katholiken,
Preußen,
die
Juden
und
die
Russen,
alle
sind
ein
Fluch
oder
etwas
Schlimmeres«13
schrieb,
zeitlebens
Mitglied
der
British
Eugenics
Society16
war.
Als
sie
1958
starb,
vermachte
sie
einen
Großteil
ihres
Vermögens
99
dieser
Organisation.!7
Bezeichnend,
dass
genau
dieses
Mitglied
des
modernen,
von
Eugenik
beseelten
»Adels«
2008
von
der
Royal
Mail
mit
einer
Briefmarke
geehrt
wurde,
die
ihr
Antlitz
zeigt.
18
Mit
religiöser
Inbrunst
von
ihren
Anhängern
gepredigt,
hatte
sich
die
Religion
der
Rassenlehre
und
genetischen
Überlegen-
heit
bald
über
den
Atlantik
hinweg
ausgebreitet.
Einer
ihrer
frühen
Verfechter
in
Kanada
war
Tommy
Douglas,
ein
Politiker,
der
für
seine
Rolle
als
»Vater
der
[kanadischen]
Medicare«
so
sehr
verehrt
wurde,
dass
man
ihn
20041?
in
einer
nationalen
Umfrage
zum
größten
Kanadier
aller
Zeiten
wählte.
1933,
im
Alter
von
29
Jahren,
reichte
Douglas
eine
Masterarbeit
an
der
McMaster
University
zum
Thema
Eugenik
als
Lösung
für
die
wirtschaftlichen
Probleme
des
Landes
ein.
Darin
argumentierte
er,
dass
»Subnormale«,
»Defekte«
und
»Idioten«
—
Menschen
mit
niedrigem
IQ
oder
körperlichen
Anomalien
—
eine
übermäßige
Belastung
für
die
Gesellschaft
darstellten.
Er
trat
dafür
ein,
sie
»auf
einer
staatlichen
Farm
oder
in
einer
Kolonie
unterzubringen,
wo
Entscheidungen
für
sie
von
einem
kompetenten
Aufseher
getroffen
werden
könnten«,
und
forderte
den
Staat
auf,
»geistige
und
körperliche
Eignung«
zu
zertifizieren,
um
die
»Ungeeigneten«
daran
zu
hindern,
zu
heiraten
und
Kinder
zu
bekommen«.20
Aber
so
effektiv
die
britischen
und
kanadischen
Apostel
auch
dabei
waren,
die
Lehren
der
Eugenik
zu
verbreiten,
im
Vergleich
zu
den
Plänen,
die
von
ihren
amerikanischen
Verbündeten
geschmiedet
wurden,
verblassten
ihre
»Errungenschaften«
geradezu.
Denn
in
Amerika
war
Eugenik
nicht
auf
die
Hallen
von
Akademien
oder
Zeitschriften
gelehrter
Gesellschaften
beschränkt.
Ganz
im
Gegenteil.
Der
Einfluss
der
Eugenik
war
so
weitreichend,
dass
sie
zur
treibenden
Kraft
der
Räuber-
barone,
zum
Lieblingsthema
angehender
Sozialingenieure
100
und
zum
wichtigsten
Vorhaben
einer
Reihe
von
Politikern
und
Intellektuellen
wurde.
Ein
Hauptakteur
der
eugenischen
Zirkel
Amerikas
war
Charles
Davenport,
ein
Zoologe,
der
an
der
Harvard
Universität
ausgebildet
wurde
und
in
einer
streng
puritanischen
Familie
der
New-England-Kongregationalisten
aufgewachsen
war.
Davenports
autoritärer
Vater,
besessen
von
Genealogie,
untersuchte
den
eigenen
Familienstammbaum
bis
zu
seinen
angelsächsischen
Vorfahren
im
Jahr
1086.
Als
der
junge
Davenport
beim
Arbeiten
in
einem
biologischen
Labor
auf
Long
Island
auf
die
Schriften
von
Francis
Galton
stieß,
fand
er
seinen
Lebenszweck.
Das
erklärte
er
später
auch
der
American
Breeders
Association,
die
zu
einem
wichtigen
Verbündeten
in
Sachen
Eugenik
wurde:
»Die
Gesellschaft
muss
sich
selbst
schützen;
genauso
wie
sie
das
Recht
beansprucht,
dem
Mörder
das
Leben
zu
nehmen,
so
kann
sie
auch
das
hässliche
Ungeheuer
des
hoffnungslos
bösen
Protoplasmas
vernichten«.?1
Davenport
widmete
sich
genau
diesem
Vorhaben
und
verbrachte
Jahre
damit,
ein
amerikanisches
Eugenik-Labor
sowie
eine
Organi-
sation
zu
gründen,
die
mit
dem
Pendant
seines
englischen
Helden
Galton
konkurrieren
sollte.
Irgendwann
fand
er
den
idealen
Ort
für
dieses
Labor:
Cold
Spring
Harbor,
ein
Weiler
an
der
Nordküste
von
Long
Island.
Dort
richtete
er
eine
»Station
für
experimentelle
Evolution«
und
ein
»Eugenics
Record
Office«
(ERO)
ein.
Das
ERO
sollte
Dreh-
und
Angelpunkt
von
Davenports
Forschung
im
Bereich
Eugenik
werden.
Nach
seiner
Vorstellung
sollte
es
ein
umfassendes
Register
anlegen,
welches
den
»Stammbaum«
eines
jeden
Amerikaners
dokumentiert
—
ein
ehrgeiziges
Ziel,
so
viel
ist
sicher.
Doch
woher
sollte
das
ERO
Informationen
für
ein
solch
monumentales
Verzeichnis
beziehen?
Die
Antwort
lieferte
Davenport
selbst
in
einem
Pamphlet
von
1910.
Titel:
101
»Eugenik:
Die
Wissenschaft
der
menschlichen
Verbesserung
durch
bessere
Zucht«.
»Sie
liegen
verborgen
in
den
Aufzeichnungen
unserer
zahlreichen
Wohltätigkeitsorganisationen,
unserer
42
Institutionen
für
die
Schwachsinnigen,
unserer
115
Schulen
und
Heime
für
Gehörlose
und
Blinde,
unserer
350
Krankenhäuser
für
Geisteskranke,
unserer
1.200
Zufluchtsheime,
unserer
1.300
Gefängnisse,
unserer
1.500
Krankenhäuser
und
unserer
2.500
Arme-
häuser.
Unsere
großen
Versicherungsgesellschaften
und
unsere
Hochschulsporthallen
haben
zehntausende
von
Aufzeichnungen
über
die
Charakteristiken
menschlicher
Blutlinien.
Diese
Aufzeichnungen
sollten
studiert,
die
für
Vererbung
relevanten
Daten
gefiltert
und
ordnungsgemäß
auf
Karten
dokumentiert
werden.
Diese
Karten
sollten
an
ein
zentrales
Büro
gesendet
und
studiert
werden,
damit
die
Daten
in
ihrer
korrekten
Beziehung
zu
großen
Stämmen
menschlichen
Protoplasmas,
die
durch
das
Land
ziehen,
geordnet
werden
können.«22
Ausgestattet
mit
dieser
immensen
Menge
an
Daten
sammelten
sich
Davenport
und
ein
Korps
von
Forschern,
Politikern,
Anwälten,
Ärzten,
Richtern
des
Obersten
Gerichtshofs
und
anderen
einfluss-
reichen
Persönlichkeiten
um
die
Fahne
der
Eugenik
und
lancierten
eine
Massenbewegung,
die
darauf
abzielte,
»die
Öffentlichkeit
zu
schiitzen«
—
vor
dem
Übel
nachteiliger
Reproduktion.
Diese
Eugeniker
des
frühen
zwanzigsten
Jahrhunderts
versetzten
die
amerikanische
Offentlichkeit
sowohl
in
Panik
als
auch
Wut
darüber,
dass
die
Welt
von
»defekten«
Nachkommen
Krimineller,
Glicksspieler,
Alkoholiker,
promiskuitiver
Frauen
und
—
zu
guter
Letzt
—
rassischer
Minoritdten
und
Behinderter
überrannt
werden
102
würde.
Gesetzgeber
aller
Bundesstaaten
des
Landes
begannen,
Gesetze
zu
erlassen,
die
es
der
Regierung
ermöglichten,
Frauen
und
Männer,
die
als
besonders
gefährdet
galten,
ihre
»Fehler«
auf
Kinder
zu
übertragen,
unfreiwillig
zu
sterilisieren.
Auf
diese
Weise
konnte
das
Land
sich
endlich
sicher
sein,
dass
der
Genpool
fortan
nicht
mehr
mit
genetischem
»Abfall
verschmutzt«
würde.
1907
wurde
in
Indiana
das
erste
Zwangssterilisationsgesetz
verabschiedet.23
Bis
1914
hatten
zwölf
Bundesstaaten
ähnliche
Gesetze
erlassen.24
Insgesamt
verabschiedeten
über
dreißig
Bundesstaaten
Gesetze,
die
es
der
Regierung
erlaubten,
Bürger
gegen
ihren
Willen
zu
sterilisieren
—
mehr
als
60.000
Personen,
die
als
geistig
behindert,
krank
oder
sozial
benachteiligt
galten,
wurden
solchen
Eingriffen
unterzogen.25
Der
Fall
»Buck
versus
Bell«
von
1927
brachte
die
Frage
der
Verfassungsmäßigkeit
solcher
Zwangssterilisationen
vor
den
Obersten
Gerichtshof
der
USA.
Das
Gericht
entschied,
dass
die
Angeklagte
—
eine
Frau
namens
Carrie
Buck,
die
zusammen
mit
ihrer
Mutter
zwangseingewiesen
wurde,
weil
sie
ein
uneheliches
Kind
bekommen
hatte
—
»schwachsinnig«
und
»promiskuitiv«
sel.
Aufgrund
dieser
Einstufung
entschied
das
Gericht,
dass
der
Staat
berechtigt
war,
sie
sterilisieren
zu
lassen.
Das
Urteil
in
diesem
Fall
spiegelte
die
Meinung
von
Richter
Oliver
Wendell
Holmes
Jr.
wider,
einem
fanatischen
Eugeniker,
der
sich
für
die
Zwangssterilisation
»untauglicher«
Menschen
aussprach.?26
Er
schloss
seine
Urteils-
begründung
mit
der
berüchtigten
Aussage:
»Drei
Generationen
von
Schwachköpfen
sind
genug«.27
Nun
sind
»Schwachsinn«
und
»geistige
Behinderung«
natürlich
keine
medizinischen
Begriffe.
Hinzu
kommt,
dass
Carrie
Buck
ihr
uneheliches
Kind
nicht
aus
Leichtsinn
gezeugt
hatte,
sondern
weil
sie
vom
Neffen
ihrer
Pflegeeltern
vergewaltigt
worden
war.
Sogar
die
Regierung
von
Virginia
räumt
ein:
»Spätere
Beweise
zeigten
schließlich,
dass
103
Buck
und
viele
andere
keine
Erbfehler
hatten«.28
Das
Urteil
blieb
dennoch
bestehen
—
und
der
Oberste
Gerichtshof
hielt
an
seiner
Meinung
fest,
dass
Regierungen
das
Recht
haben,
ihre
Bürger
an
der
Fortpflanzung
zu
hindern.
Wer
waren
denn
die
Geldgeber
dieses
dunklen,
weitgehend
ver-
gessenen
Kapitels
der
Geschichte?
Klar.
Es
war
der
selbsternannte
»Adel«,
der
von
den
vorgefassten
Schlussfolgerungen
dieses
pseu-
dowissenschaftlichen
Glaubenskonstruktes
profitierte.
So
zeigt
sich,
dass
das
Davenport
Eugenics
Record
Office,
das
1910
von
Mary
Harriman
gegründet
wurde,2?
Mitglied
der
kriminellen
Bush-Harriman-Familie
der
Union
Banking
Corporation,3?
von
den
Rockefellers
und
Carnegies
finanziert
wurde.31
Die
Räuberbarone
begnügten
sich
aber
nicht
damit,
ihre
neu
entdeckte
Religion
namens
Eugenik
im
eigenen
Land
zu
verkünden,
sondern
schickten
sich
an,
sie
auch
ins
Ausland
zu
exportieren.
Die
Rockefellers
zum
Beispiel
halfen
dabei,
eine
aufkeimende
eugenische
Bewegung
in
Deutschland
zu
fördern
und
zu
finanzieren.
Wenig
verwunderlich
also,
dass
die
Eugenik
in
Deutschland
nach
dem
Ersten
Weltkrieg
mit
offenen
Armen
empfangen
wurde.
Nachdem
der
Erz-Polemiker
der
US-Eugenik,
Madison
Grant,
in
seinem
1916
erschienenen
Werk
»Der
Untergang
der
großen
Rasse:
Die
Rassen
als
Grundlage
der
Geschichte
Europas«
über
die
Gefahren
der
Rassenvermischung
und
die
Notwendigkeit
strenger
Eugenik-Gesetze
für
die
nordische
Vorherrschaft
plädiert
hatte,
schrieb
ein
junger
Unteroffizier
der
deutschen
Wehrmacht
namens
Adolf
Hitler
einen
persönlichen
Brief
an
Grant,
in
dem
er
das
Buch
als
seine
»Bibel«
bezeichnete.32
In
Deutschland
tat
sich
vor
allem
Gustav
Boeters,
ein
Mediziner,
der
als
Schiffsarzt
durch
Amerika
reiste
und
dort
von
Zwangs-
sterilisationen
und
Einschränkungen
für
Mischehen
erfuhr,
als
Vertreter
von
Rockefellers
Eugenik-Programm
hervor.
Nachdem
104
er
wieder
in
Deutschland
angekommen
war,
begann
Boeters,
für
Eugenik
zu
missionieren.
Er
wurde
als
»Sterilisationsapostel«33
bekannt,
weil
er
sich
für
die
Legalisierung
(und
schließlich
die
Verordnung)
der
Sterilisation
von
Blinden,
Tauben,
»Idioten«
und
anderen
»schwachsinnigen«
Personen
engagierte.
Doch
inter-
nationale
Aufmerksamkeit
erregte
Deutschland
in
puncto
Eugenik
erst
mit
der
Gründung
der
Kaiser-Wilhelm-Instituts
(KWI)
in
den
1920er
Jahren.
Das
KWI
—
eine
Konstellation
von
assoziierten
For-
schungseinrichtungen,
die
aus
der
renommierten
Kaiser-Wilhelm-
Gesellschaft
hervorgingen
—
fungierte
als
Dachorganisation
für
Forschung
in
den
Bereichen
Physik,
Chemie,
Biologie,
Pathologie
und
anderen
wissenschaftlich
gängigen
Disziplinen.
Zum
Netzwerk
des
KWI
gehörten
auch
ein
Institut
für
Anthropologie,
menschliche
Vererbung
und
Eugenik,
ein
Institut
für
Psychologie
und
ein
Institut
für
Hirnforschung.
Alle
drei
sollten
eine
wesentliche
Rolle
im
deutschen
Eugenik-Programm
spielen.
Wie
zu
erwarten,
wurden
alle
drei
Institutionen
primär
von
der
»Rockefeller
Foundation«
finanziert.
Nach
Beratung
durch
den
langjährigen
Rockefeller/
Carnegie-Forscher
Abraham
Flexner
begann
die
Rockefeller-Stif-
tung
1922,
Geld
in
die
Kaiser-Wilhelm-Institute
zu
pumpen.
Von
1922
bis
1926
vergab
die
Rockefeller-Stiftung
290.000
US-Dollar
und
120.000
US-Dollar
für
internationale
Stipendien
an
deutsche
Forscher
im
Bereich
»menschlicher
Psychobiologie«
und
anderen
auf
Eugenik
bezogenen
Disziplinen.34
Wie
Edwin
Black
in
seinem
Buch
»War
Against
the
Weak:
Eugenics
and
America’s
Campaign
to
Create
a
Master
Race«
dokumentiert,
begann
die
Finanzierung
durch
die
Rockefeller-Stiftung
in
den
späten
1920er
Jahren
zuzu-
nehmen.
Das
Geld
aus
den
USA
hielt
die
psychiatrische
Forschung
Deutschlands
in
dieser
Zeit
fast
im
Alleingang
über
Wasser:
»Rockefeller-Funktionäre
waren
fasziniert
von
dem
Ver-
sprechen
der
Psychiatrie
und
begannen,
sich
mit
deutschen
105
Psychiatern
aller
Couleur
zu
verbünden.
Das
Deutsche
Psy-
chiatrische
Institut
war
das
erste,
das
viel
Geld
erhielt.
Im
Mai
1926
gewährte
Rockefeller
dem
Institut
250.000
Dollar,
kurz
nachdem
es
sich
mit
dem
Kaiser-Wilhelm-Institut
zum
Kaiser-Wilhelm-Institut
für
Psychiatrie
zusammenge-
schlossen
hatte.
Im
folgenden
November
stellten
die
Rocke-
feller-Treuhänder
dem
neuen
Institut
weitere
75.000
Dollar
zur
Verfügung.«35
Einer
der
leitenden
Forscher
am
Kaiser-Wilhelm-Institut
für
Psychiatrie
war
Ernst
Rüdin.
Er
sollte
später
auch
Direktor
des
Instituts
werden.
Rüdin
war
einer
der
wichtigsten
Architekten
des
Eugenik-Programms
im
Dritten
Reich
und
Mitherausgeber
offizieller
Regeln
und
Kommentare
für
das
»Gesetz
zur
Ver-
hütung
erbkranken
Nachwuchses«,
das
am
14.
Juli
1933
ver-
abschiedet
wurde,
weniger
als
sechs
Monate
nachdem
Hitler
von
Reichspräsident
Paul
von
Hindenburg
zum
Interimskanzler
ernannt
worden
war.
Das
Gesetz,
das
sich,
wie
amerikanische
Eugeniker
höhnisch
bemerkten,
»fast
wie
das
amerikanische
Modellsterilisationsgesetz
liest«,36
ordnete
die
Zwangssterili-
sation
von
»Defekten«
in
acht
verschiedenen
Kategorien
an:
Schwachsinnige,
Schizophrene,
manisch-depressive
Menschen,
Huntington-Chorea-Kranke,
Epileptiker,
Erbkranke,
Blinde
und
Taube.
Alkoholiker,
eine
neunte
Kategorie,
sollten
optional
in
die
Liste
aufgenommen
werden,
mit
einer
Warnung
vor
der
Aufnahme
gewöhnlicher
Trunkenbolde.
Daraufhin
wurden
rund
200
»Erbgesundheitsgerichte«
eingerichtet,
die
nicht-öffentliche
Verfahren
zur
Auswahl
geeigneter
Sterilisationskandidaten
durchführten.
Bis
Ende
1933
hatten
diese
Sondergerichte
bereits
84.600
Fälle
verhandelt,
wobei
62.400
der
Angeklagten
als
»un-
tauglich
zur
Fortpflanzung«
eingestuft
und
zur
Zwangssterilisa-
tion
verurteilt
wurden.
Zwischen
1933
und
1939
hatten
NS-Ärzte
106
rund
400.000
Menschen
sterilisiert.
Die
meisten
von
ihnen
waren
deutsche
Staatsbürger,
die
in
psychiatrischen
Kliniken
lebten.37
Obwohl
der
Direktor
für
Naturwissenschaften
der
Rockefeller-
Stiftung,
Warren
Weaver,
in
seinem
Bericht
an
die
Treuhänder
von
1933
feststellte,
dass
die
Eugenik
im
Rahmen
seines
vor-
geschlagenen
Programms
»keine
Unterstützung
erhalten«
würde,
dachte
er
nur
ein
Jahr
später
offen
darüber
nach,
»ob
wir
eine
so
solide
und
umfangreiche
Genetik
entwickeln
können,
dass
wir
hoffen
dürfen,
in
Zukunft
überlegene
Männer
zu
züchten«.38
Die
Rockefeller-Stiftung
ihrerseits
achtete
darauf,
den
größten
Teil
der
Gelder,
die
sie
dem
KWI
gab,
über
ihre
Pariser
Büros
zu
leiten,
um
der
öffentlichen
Kontrolle
in
den
USA
zu
entgehen.
Die
Finanzierung
wurde
in
den
1930er
Jahren
und
bis
zum
Aus-
bruch
des
Zweiten
Weltkriegs
fortgesetzt.
Das
Ausmaß
der
auf
Eugenik
basierenden
Gräueltaten
des
Dritten
Reiches
wurde
in
den
USA
und
im
Rest
der
Welt
erst
nach
dem
Zweiten
Weltkrieg
bekannt.
Zum
ersten
Mal
wurde
Eugenik
zu
einem
Unwort.
Über
die
Rolle
von
Organisationen
wie
der
Rockefeller-Stiftung
bei
der
Finanzierung
der
Institutionen
und
Einzelpersonen,
die
die
Politik
des
Dritten
Reiches
formulierten,
wurde
jedoch
nicht
berichtet.
Dem
Zorn
öffentlicher
Debatte
entzogen,
suchte
der
wohlhabende,
von
Eugenik
besessene
»Adel«
nach
einem
Weg,
seine
eugenische
Vision
abseits
des
Rampenlichts
weiter
zu
verfolgen.
Der
Plan:
Man
wollte
nicht
die
Konzepte
oder
Ideale
der
Eugenik
ändern,
sondern
nur
den
Namen.
Dieser
Plan
wurde
1957
von
C.
P.
Blacker,
dem
Ehrensekretär
der
Eugenics
Society,
formalisiert,
der
ein
Memo
über
»Die
Zukunft
der
Eugenik-
Gesellschaft«
verbreitete,
in
dem
er
argumentierte,
»dass
die
Ge-
sellschaft
ihre
Ziele
mit
weniger
offensichtlichen
Mitteln
verfolgen
sollte,
das
heißt
mit
einer
Politik
der
Krypto-Eugenik«.39
Oder,
wie
der
Mitbegründer
der
American
Eugenics
Society,
Frederick
107
Osborn,
1968
noch
prägnanter
schrieb:
»Eugenische
Ziele
werden
am
ehesten
unter
einem
anderen
Namen
als
Eugenik
erreicht«.40
Dementsprechend
änderte
Eugenics
Quarterly,
eine
von
Osborn
mitgegründete
Zeitschrift
zum
Zweck
der
Veröffentlichung
von
Forschungsergebnissen,
1970
ihren
Namen
in
Social
Biology
und
2008
in
Biodemography
and
Social
Biography.41
Die
American
Eugenics
Society
nannte
sich
ab
1972
ebenfalls
Society
for
the
Study
of
Social
Biology
—
und
dann,
in
jüngerer
Vergangenheit,
Society
for
Biodemography
and
Social
Biology.42
Die
British
Eu-
genics
Society
folgte
diesem
Beispiel
und
änderte
ihren
Namen
1989
in
The
Galton
Institute43
und
2021
in
The
Adelphi
Genetics
Forum.44
Um
die
Öffentlichkeit
noch
weiter
zu
irritieren,
verlegte
die
American
Eugenics
Society
ihren
Hauptsitz
in
den
frühen
1950er
Jahren
von
New
Haven,
Connecticut,
direkt
in
die
New
Yorker
Büros
des
Population
Council
von
John
D.
Rockefeller
III,
von
wo
aus
sie
auch
finanziert
wurde.45
Von
der
Mitte
des
20.
Jahrhunderts
bis
heute
wurden
die
wider-
wartigen
Ideen
der
Eugenik
durch
Euphemismen
wie
»Bevolke-
rungskontrolle«,
»Molekularbiologie«,
»soziale
Demographie«
und
eine
Vielzahl
anderer
kryptischer
Begriffe
verschleiert.
Doch
hinter
welchem
Begriff
sie
sich
auch
immer
verstecken
mogen,
Eugeniker
verbreiten
weiterhin
das
gleiche,
pseudowissenschaft-
liche
Dogma
zu
denselben
Zwecken,
zu
denen
Galton
und
seine
Gefolgsleute
es
vor
über
einem
Jahrhundert
propagierten
—
um
die
Existenz
des
modernen
»Adels«
zu
rechtfertigen,
jener
er-
habenen
Kaste,
die
es
»verdient«,
über
uns
zu
herrschen,
weil
ihre
»liberlegenen«
Gene
es
»verdienenc.
Die
Geschichte
der
Eugenik
ist
ebenso
unbekannt
wie
barba-
risch.
Sie
verbindet
einige
der
reichsten
und
prominentesten
108
Persönlichkeiten
der
Neuzeit
mit
einer
grausamen
Ideologie,
die
verachtenswerte
und
verwerfliche
Politik
und
Praktiken
fördert.
Diejenigen,
die
sich
der
Annalen
der
Eugenik
nicht
bewusst
sind,
können
unmöglich
verstehen,
wie
sehr
sie
die
postmonarchis-
tische
Ära
des
Möchtegern-Adels,
der
seinen
Supermachtstatus
noch
weit
über
die
Abschaffung
des
»göttlichen
Rechts«
und
»königlichen
Blutes«
hinaus
bewahrte,
geprägt
hat.
Es
ist
in
der
Tat
nicht
schwer
nachzuvollziehen,
warum
Eugenik
die
reichen
und
privilegierten
Mitglieder
der
modernen
Bour-
geoisie
vereinnahmt.
Die
Eugenik
bietet
genau
das,
was
sie
brauchen:
ein
mythologisches
Fundament,
mit
dem
sie
ihren
Machtanspruch
und
Reichtum
begründen
können.
Auf
das
Wesent-
liche
gebracht,
besagt
dieser
Mythos
nichts
anderes
wie
der
alte
Mythos
vom
»göttlichen
Recht«
der
Könige
—
dass
die
Reichen
und
Mächtigen
reich
und
mächtig
sind,
weil
sie
von
Natur
aus
besser
sind
als
die
Armen
und
Schwachen.
Doch
weil
sie
sich
hinter
wissenschaftlich
klingenden
Argumentationslinien
verbirgt,
anstatt
sich
auf
göttliche
Autorität
zu
berufen,
entspricht
Eugenik
den
modernen
Sensibilitäten
der
Aufklärung
einfach
besser.
Zugegeben,
die
meisten
Mitglieder
des
Neo-Adels
sind
nicht
wirk-
lich
»Könige«
oder
»Königinnen«.
Sie
werden
auch
nicht
als
»Götter
auf
Erden«
verehrt.
Beängstigend
ist
aber,
dass
viele
Menschen
unbewusst
die
politische
Weltanschauung
dieser
Neo-Aristokratie
übernommen
haben.
Unter
dem
Banner
von
»Bevölkerungs-
kontrolle«,
»Umweltschutz«
und
»Nachhaltigkeit«
versammeln
sich
Millionen
getäuschter
Schulkinder
und
Erwachsener
und
setzen
sich
—
ohne
es
zu
wissen
—
für
Deindustrialisierung
und
Bevölkerungsreduktion
ein.
Sprich,
genau
für
jene
Welt,
die
sich
die
Eugeniker
seit
jeher
wünschen.
Eine
Welt,
in
der
einige
wenige
Privilegierte
über
die
verarmten
Massen
herrschen.
Eine
109
Welt,
in
der
»Neo-Lords«
die
»Neo-Bauern«
einer
neofeudalen
Gesellschaft
unterjochen.
Diese
Neo-Herrscher
mögen
keine
juwelenbesetzten
Kronen
tragen
oder
goldene
Zepter
schwingen,
aber
solange
wir
in
ihren
krypto-eugenischen
Umtrieben
nur
die
Rolle
nützlicher
Idioten
spielen,
können
wir
uns
genauso
gut
verbeugen,
einen
Knicks
machen
und
das
Gegenüber
mit
»Eure
Majestät«
ansprechen.
Hier
ist
die
gute
Nachricht:
Es
ist
keine
blutige
Revolution
er-
forderlich,
um
die
Tyrannen
des
Genpools
zu
stürzen.
Sobald
wir
die
Eugenik
als
das
pseudowissenschaftliche
Geschwätz
entlarven,
das
sie
ist,
werden
wir
in
der
Lage
sein,
sie
(und
ihre
euphemistisch
betitelten
Projekte)
ein
für
alle
Mal
in
den
Müll-
eimer
der
Geschichte
zu
befördern.
1
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were
people
of
noble
birth
said
to
be
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Seite
43
110
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
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29
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112
Die
Geschichte
von
Ptech
Der
»Krieg
gegen
den
Terror«,
dessen
Zeuge
wir
gerade
sind,
begann
am
11.
September
2001.
Die
Neokonservativen
nutzten
die
Ereignisse
jenes
Tages
als
Vorwand,
um
die
Landkarte
des
Nahen
Ostens
neu
zu
gestalten,
die
Bill
of
Rights
auszuhöhlen,
den
Polizeistaat
des
Heimatschutzes
ins
Leben
zu
rufen
und
Größe
wie
Macht
der
Regierung
in
Washington
aggressiv
auszuweiten.
In
jüngster
Zeit
erlebten
wir
jedoch
den
Beginn
einer
neuen
Ara
—
den
»Krieg
gegen
den
Cyber-Terror«.
Versuche,
sich
in
sensible
Computersysteme
von
Behörden
zu
hacken,
neue
Formen
von
Ransomware,
die
Computer
auf
der
ganzen
Welt
infizieren
und
Online-Bedrohungen
unserer
kritischen
Infrastruktur
werden
als
Vorwand
genutzt,
um
eine
rasche
Expansion
des
Cybersicher-
heit-Establishments
zu
rechtfertigen.
Doch
bislang
fand
noch
kein
katalysierendes
Ereignis
in
der
digitalen
Sphäre
statt,
das
dem
11.
September
entspricht.
Oder,
um
es
mit
den
Worten
der
Cyber-Kriegstreiber
zu
sagen:
Einen
»Cyber
9/11«
haben
wir
noch
nicht
gesehen.
Zumindest
hat
man
uns
das
glauben
machen
wollen.
Tatsächlich
hat
die
umfassendste
Cyber-Terror-Attacke
aller
Zeiten
aber
bereits
stattgefunden
—
am
11.
September
2001,
am
selben
Tag,
an
dem
der
»Krieg
gegen
den
Terror«
ausgerufen
wurde.
An
diesem
Cyberangriff
waren
von
der
US-Regierung
als
Terroristen
eingestufte
Akteure
sowie
ein
Softwareunternehmen
beteiligt,
das
direkten
Zugang
zu
einigen
der
sensibelsten
Computersysteme
des
Landes
hatte.
Die
Geschichte,
wie
es
dazu
kam,
ist
umso
be-
merkenswerter,
da
kaum
jemand
je
von
ihr
gehört
hat.
Warum
nicht?
Das
Cybersicherheit-Establishment
muss
die
Geschichte
unter
Verschluss
halten.
Warum?
Weil
sie
zeigt,
113
dass
genau
die
Bundesbehörden,
die
unter
dem
Vorwand
der
Cyber-Terror-Hysterie
nach
mehr
Macht
rufen,
die
Instanzen
sind,
die
aktiv
am
größten
Angriff
auf
die
Cybersicherheit
in
der
Geschichte
beteiligt
waren.
Laut
den
FBI-Agenten,
deren
Ermittlungsergebnisse
zu
diesen
Vorgängen
zurückgehalten
wurden,
war
das
»Versagen«
im
Bereich
Cybersicherheit
der
Grund
dafür,
dass
9/11
überhaupt
stattfinden
und
der
»Krieg
gegen
den
Terror«
beginnen
konnte.
Es
ist
eine
Geschichte
von
internationalem
Terror
und
Terrorfinanzierung.
Sie
deckt
ein
Gebiet
von
Amerika
bis
Saudi-Arabien
ab.
Es
geht
um
beteiligte
Geschäftsleute,
Politiker
und
Terrornetzwerke.
Und
es
beginnt
an
einem
der
unwahrscheinlichsten
Orte
—
in
den
Büros
einer
obskuren
Softwarefirma
für
Unternehmenslösungen
mit
Sitz
in
einem
verschlafenen
Vorort
von
Boston.
»Enterprise
Architecture
Software«
(ERP)
bezeichnet
ein
Com-
puterprogramm,
das
alle
Daten
einer
Organisation
visualisiert.
Einschließlich
der
Transaktionen,
Interaktionen,
Systeme,
Prozesse
und
Mitarbeiter.
Der
allumfassende
Charakter
dieser
Software
ermöglicht
ihrem
Benutzer,
einen
Überblick
über
das
Unter-
nehmen
aus
der
Vogelperspektive
zu
gewinnen.
Sie
ermöglicht
die
Kartierung,
Visualisierung
und
Analyse
eines
Unternehmens
oder
einer
anderen
Organisation
in
Echtzeit.
Eine
Möglichkeit,
diese
Art
von
Software
zu
verwenden,
besteht
darin,
äußerst
detaillierte,
exakte
Prognosen
darüber
zu
erstellen,
wie
sich
Änderungen
in
den
Prozessen
eines
Unternehmens
auf
das
Endergebnis
auswirken.
Was
würde
passieren,
wenn
zum
Beispiel
zwei
Abteilungen
zu-
sammengelegt
oder
Teile
der
Produktion
ausgelagert
würden?
Als
sich
derartige
Softwarelösungen
in
den
1990er
Jahren
weiter-
entwickelten,
wurden
sie
von
einem
rein
nützlichen
Werkzeug
zu
etwas
wirklich
Revolutionärem.
Eine
ausgeklügelte
ERP-Software
114
kann
beispielsweise
alle
Transaktionen,
die
in
einem
Finanz-
institut
stattfinden,
in
Echtzeit
analysieren
und
die
Daten
auf
mögliche
Geldwäsche-Operationen
oder
unseriöse
Händler
hin
untersuchen.
Eine
solche
Software
hätte
potenziell
sogar
den
Insiderhandel
im
Vorfeld
von
9/11
erkennen
können
(siehe
»Geschäfte
mit
dem
9/11-Terror«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch).
In
Kombination
mit
rudimentären
KI-Fähigkeiten
wäre
so
ein
Programm
nicht
nur
in
der
Lage,
illegale
Transaktionen
zu
identifizieren,
sondern
könnte
diese
auch
stoppen,
sobald
sie
stattfinden.
Wenn
die
Software
ausgefeilt
genug
ist,
könnte
sie
das
Unternehmen
sogar
vor
illegalen
Aktivitäten
warnen,
bevor
diese
stattfinden.
Der
Nutzen
von
ERP-Software
für
Unternehmungen
aller
Art
sollte
demnach
offensichtlich
sein.
Es
ist
daher
nicht
verwunderlich,
dass
zahlreiche
Regierungsbehörden
und
Konzerne
in
den
1990er
Jahren
heiß
auf
diese
Art
von
Computerprogramm
waren.
Überraschend
ist
allerdings,
dass
so
viele
von
ihnen
—
die
Defense
Advanced
Research
Projects
Agency
(DARPA),
das
Federal
Bureau
of
Investigation
(FBI),
der
Secret
Service,
das
Weiße
Haus,
die
Marine,
die
Luftwaffe,
die
Federal
Aviation
Administration
(FAA),
die
North
Atlantic
Treaty
Organization
(NATO),
IBM,
Booz
Allen
Hamilton,
Price
Waterhouse
Coopers
sowie
eine
Vielzahl
weiterer
Regierungsbehörden,
Finanzinstitute
und
Konzerne
—
sich
mit
ihrem
Bedarf
nicht
an
einen
der
Tech-Giganten,
sondern
eine
kleine
Softwarefirma
namens
»Ptech«
mit
Sitz
in
Neuengland
wandten,
um
diese
sensible
Software
zu
liefern.
Ptech,
Inc.
wurde
1994
in
Quincy,
Massachusetts,
gegriindet.
Innerhalb
der
ersten
zwei
Jahre
schloss
das
Unternehmen
bereits
einen
Vertrag
mit
der
DARPA
ab,
um
den
Transfer
kommerzieller
Software-Methoden
in
den
Verteidigungssektor
zu
unterstützen.
115
1997
erhielt
das
Unternehmen
dann
die
Sicherheitsfreigabe,
um
sich
an
sensiblen
Verträgen
mit
dem
Verteidigungsministerium
und
anderen
Regierungsbehörden
zu
beteiligen.2
Bis
2001
hatte
Ptech
ein
Portfolio
von
Kunden
akquiriert,
das
jeden
anderen
Softwareanbieter
vor
Neid
erblassen
ließ.
Vom
Machzentrum
des
Weißen
Hauses
bis
zum
Hauptquartier
des
FBI,
vom
Keller
der
FAA
bis
zur
Vorstandsetage
von
IBM,
um
nur
einige
der
am
besten
gesicherten
Organisationen
der
Welt
zu
nennen.
Die
Soft-
ware
dieser
Organisationen
läuft
auf
den
am
besten
geschützten
Servern,
auf
denen
die
sensibelsten
Daten
gespeichert
sind.
Und
Ptech
war
mittendrin.
Als
Anbieter
von
ERP-Software
erhielt
Ptech
so
faktisch
die
Schlüssel
zum
Cyberspace
der
gesamten
US-Regierung.
Der
Zugang
zu
diesen
heiligen
Hallen
der
Digitalisierung
ermög-
lichte
es
dem
Unternehmen,
sich
ein
detailliertes
Bild
von
den
Organisationsstrukturen
seiner
Kunden
zu
machen,
einschließlich
deren
Schwächen
und
wunden
Punkten.
Die
Analysen
von
Ptech
zeigten
auf,
wie
diese
Probleme
von
Dritten
ausgenutzt
werden
können,
um
den
Kunden
bei
der
Abwehr
potenzieller
Angriffe
zu
helfen.
Vorgeblich
zumindest.
Hinter
dem
überwältigenden
Erfolg
verbarg
sich
jedoch
eine
besorgniserregende
Tatsache
—
viele
der
Top-Investoren
und
Mitarbeiter
von
Ptech
hatten
eine
Geschichte,
die
die
Kunden
hätte
alarmieren
müssen.
Das
Unternehmen
wurde
mit
20
Millionen
US-Dollar
Startkapital
gegründet,
fünf
Millionen
US-Dollar
wurden
dabei
von
Sarmany
Ltd.
bereitgestellt,
einer
Investmentgesellschaft,
die
Yassin
al-Qadi
gehört
und
kontrol-
liert.?
Al-Qadi
ist
ein
wohlhabender,
gut
vernetzter
saudischer
Geschäftsmann,
der
gerne
mit
seiner
Beziehung
zu
Dick
Cheney
prahlt.4
Er
hat
Verbindungen
zu
verschiedenen
muslimischen
Wohltätigkeitsorganisationen,
denen
Finanzierung
des
internatio-
nalen
Terrorismus
vorgeworfen
wird.5
Nach
dem
11.
September
116
2001
wurde
al-Qadi
von
der
US-Regierung
offiziell
zum
»Specially
Designated
Global
Terrorist«
(SDGT)
erklärt.
Sein
Vermögen
wurde
eingefroren.®
Zu
dieser
Zeit
leugneten
die
Eigentümer
und
leitenden
Manager
von
Ptech,
dass
al-Qadi
in
irgendeiner
anderen
Weise
als
durch
seine
ursprüngliche
Investition
beteiligt
war.
Aber
eine
Klageschrift
aus
dem
Jahr
2007
zeigt,
dass
das
FBI
davon
ausging,
dass
Ptech
lügt.’
Es
wird
behauptet,
al-Qadi
habe
weiterhin
Millionen
von
Dollar
über
verschiedene
Strohmänner
und
Anlageinstrumente
in
das
Unternehmen
investiert.8
Im
Jahr
2002
räumten
die
Anwälte
von
al-Qadi
ein,
dass
es
»möglich«
sei,
dass
ein
Vertreter
von
al-Qadi
»bis
kürzlich«
im
Vorstand
von
Ptech
saß.?
Hussein
Ibrahim,
Vizepräsident
und
Chefwis-
senschaftler
von
Ptech,
ist
ehemaliger
Vizepräsident
von
BMI,
einer
in
New
Jersey
ansässigen,
auf
Immobilien
spezialisierten
Investmentfirma,
die
wiederum
einer
der
ersten
Investoren
von
Ptech
war
und
die
Finanzierung
des
Gründungsdarlehens
von
Ptech
bereitstellte.19
BMI
vermietete
Computerausrüstung
an
Ptech'!
und
nahm
Zahlungen
im
Namen
von
Kadi
International
entgegen
—
einem
Unternehmen,
dass
sich
im
Besitz
von
keinem
Geringeren
als
Yassin
al-Qadi'2
befindet.
Im
Jahr
2003
räumte
der
Anti-Terror-Zar
Richard
Clarke
ein,
dass
»während
BMI
sich
öffentlich
als
Finanzdienstleister
für
Muslime
in
den
Vereinigten
Staaten
präsentierte,
seine
Investorenliste
die
Möglichkeit
nahelegt,
dass
diese
Fassade
nur
ein
Deckmantel
ist,
um
die
Unterstützung
von
Terroristen
zu
verbergen«.13
Eine
weitere
schillernde
Persönlichkeit,
die
mit
Ptech
in
Verbindung
gebracht
wurde,
ist
Suheil
Laher,
der
als
leitender
Software-
architekt
von
Ptech
tätig
war.
Wenn
er
nicht
gerade
jenen
Code
entwickelte,
der
Ptech
detaillierte
Betriebspläne
der
sensibelsten
Behörden
der
US-Regierung
liefern
sollte,
schrieb
er
Artikel,
in
denen
er
den
Heiligen
Krieg
des
Islam
lobte.14
Laher
zitierte
117
bevorzugt
Abdullah
Azzam,
Osama
Bin
Ladens
Mentor
und
Chef
von
Maktab
al-Khidamat,
dem
Vorläufer
von
al-Qaida.
Dass
ein
derart
seltsamer
Haufen
Zugang
zu
einigen
der
sensi-
belsten
Behörden
der
US-Bundesregierung
erhielt,
ist
an
sich
er-
schreckend
genug.
Umso
erstaunlicher
ist,
dass
diese
Gruppe
eine
Software
betrieb,
die
es
ihr
ermöglichte,
jeden
Prozess
und
jede
Operation
innerhalb
der
angeschlossenen
Behörden
abzubilden,
zu
analysieren
und
in
Bezug
auf
systemische
Schwachstellen
zu
untersuchen.
Besonders
beunruhigend
ist
die
Verbindung
zwischen
Ptech
und
genau
den
Behörden,
die
für
die
Ereignisse
des
11.
September
2001
verantwortlich
sind.
Vor
dem
11.
September
2001
arbeitete
Ptech
zwei
Jahre
lang
daran,
potenzielle
Probleme
oder
Schwächen
in
den
Reaktions-
plänen
der
FAA
auf
Ereignisse
wie
die
Entführung
eines
Flugzeugs
durch
einen
Terroristen
über
dem
US-Luftraum
zu
identifizieren.
Gemäß
seinem
eigenen
Geschäftsplan
für
den
FAA-Vertrag
erhielt
Ptech
Zugang
zu
allen
Prozessen
und
Systemen
in
der
FAA,
die
sich
mit
Krisenreaktionsprotokollen
befassen.
Dazu
gehörte
die
Analyse
des
»Netzwerkmanagements,
der
Netzwerksicherheit,
des
Konfigurationsmanagements,
des
Fehlermanagements,
des
Performance-Managements,
der
Anwendungsadministration,
des
Netzwerkabrechnungsmanagements
und
des
Helpdesk-Betriebs«.?>
Mit
anderen
Worten:
Ptech
hatte
freie
Hand
dabei,
jedes
System
und
jeden
Prozess
zu
untersuchen,
der
bei
der
FAA
als
Reaktion
auf
ein
Ereignis
wie
den
11.
September
zum
Einsatz
käme.
Darüber
hinaus
bekam
Ptech
auch
noch
den
konkreten
Auftrag,
potenzielle
Interoperabilitätsprobleme
zwischen
der
FAA,
NORAD
und
dem
Pentagon
im
Falle
eines
Notfalls
im
US-Luftraum
zu
analysieren.
Der
Umfang
der
Arbeit
mit
diesen
Behörden
verschaffte
Ptech
118
operative
Informationen
über
die
Systeme,
die
die
FAA,
das
North
American
Aerospace
Defense
Command
(NORAD)
und
andere
bei
Krisenreaktionsübungen
wie
»Vigilant
Guardian«
einsetzten
-
jener
NORAD-Ubung,
die
am
11.
September
2001
stattfand.16
Zu
diesen
Übungen
gehörten
Simulationen
mit
entfithrten
Jets,
die
nach
New
York
geflogen1?
oder
in
Regierungsgebdude
gesteuert
werden.18
Dies
ist
insofern
von
Bedeutung,
da
alles
darauf
hindeutet,
dass
die
Ubungen
erfunden
wurden,
um
Verwirrung
zwischen
Trainings
und
realen
Ereignissen
zu
stiften,
auf
die
NORAD
am
betreffenden
Tag
reagierte.
Wie
der
Analyst
Michael
Ruppert
anmerkt,
hatte
ein
abtriinniger
Agent
mit
Zugang
zu
einer
Ptech-Hintertiir
am
11.
September
in
den
FAA-Systemen
gezielt
falsche
Radarsignale
auf
den
Bild-
schirmen
platzieren
konnen.1?
Dieses
Szenario
würde
»Phan-
tomflug
11«
erklären,
den
die
FAA
um
9:24
Uhr,
lange
nachdem
Flug
11
bereits
das
World
Trade
Center
getroffen
hatte,
an
NORAD
meldete.
Ein
Bericht,
dessen
Quelle
die
9/11-Kommission
nach
eigenen
Angaben
nicht
finden
konnte.20
Kurz
gesagt,
am
Morgen
des
11.
September
2001
lief
die
Software
von
Ptech,
die
mit
dem
ausdrücklichen
Ziel
entwickelt
wurde,
ihren
Benutzern
einen
voll-
ständigen
Überblick
über
alle
Daten
zu
geben,
die
in
Echtzeit
durch
eine
Organisation
fließen,
auf
genau
den
Systemen,
die
Amerika
gegen
Anschläge
im
Stil
von
9/11
verteidigen
sollten.
Der
Vater
der
ERP-Architektur
hochstselbst,
John
Zachman,
erklärte,
dass
man
mit
einer
Software
vom
Typ
Ptech,
die
auf
einem
sensiblen
Server
installiert
ist,
»wissen
wiirde,
wo
sich
die
Zugangspunkte
befinden,
wie
man
hineingelangt,
wo
die
Schwachstellen
sind
—
und
wie
man
das
System
zerstören
kann«.21
An
dieser
Stelle
kommt
das
FBI
ins
Spiel.
In
den
späten
1990er
Jahren
leitete
Robert
Wright
—
ein
FBI-Spezialagent
der
Außenstelle
119
Chicago
—
»Vulgar
Betrayal«,
eine
Operation
zur
Analyse
von
Terrorismusfinanzierung.22
Diese
Untersuchung
wurde
von
seinen
Vorgesetzten
von
Anfang
an
behindert.
Wright
und
seinen
Mitarbeitern
wurde
nicht
einmal
eine
angemessene
Computer-
ausrüstung
zur
Verfügung
gestellt.23
Dank
Wrights
Weitsicht
und
Beharrlichkeit
gelang
es
den
Ermittlern
dennoch,
einige
Erfolge
zu
verzeichnen.
Darunter
die
Beschlagnahmung
von
1,4
Millionen
US-Dollar,
die
auf
Yassin
al-Qadi
zurückzuführen
sind.24
Wright
war
zunächst
erfreut,
als
ein
ranghoher
Ermittler
damit
beauf-
tragt
wurde,
Informationen
über
»den
Gründer
und
Finanzier
von
Ptech«
zu
sammeln.
Doch
der
Ermittler
tat
nichts.
Er
schob
während
der
gesamten
Dauer
des
Falls
lediglich
Akten
hin
und
her.25
Kurz
nach
den
Bombenanschlägen
auf
die
US-Botschaften
in
Afrika
im
Jahr
1998
begann
Vulgar
Betrayal,
einen
Finanz-
strom
zu
verfolgen,
der
al-Qadi
mit
dem
Anschlag
in
Verbindung
brachte.
Doch
nach
Wrights
Angaben
geriet
sein
Vorgesetzter
in
Rage,
als
er
diesem
eine
strafrechtliche
Untersuchung
zu
al-Qadis
Verbindungen
vorschlug.
Sein
Chef
schrie:
»Ihr
werdet
keine
strafrechtlichen
Ermittlungen
einleiten.
Ich
verbiete
es
euch.
Gegen
keine
dieser
Zielpersonen
des
Nachrichtendienstes
werdet
ihr
Ermittlungen
aufnehmen.«26
Wright
musste
Vulgar
Betrayal
im
darauffolgenden
Jahr
verlassen.
Die
Operation
selbst
wurde
im
Jahr
2000
eingestellt.
Nach
den
Anschlägen
des
11.
September
suchte
Indira
Singh,
die
bei
JPMorgan
Chase
als
Beraterin
für
Risikomanagement
arbeitete,
nach
ERP-Software,
um
die
nächste
Generation
des
Risikomanagements
in
ihrem
Bereich
zu
implementieren.
Beein-
druckt
von
Ptechs
Kundenstamm,
lud
Singh
die
Firma
ein,
ihre
Software
bei
der
Bank
zu
präsentieren.
Bei
der
Durchführung
einer
sorgfältigen
Prüfung
im
Zusammenhang
mit
dem
Deal
entdeckte
sie
jedoch
bald
die
Verbindungen
zwischen
Ptech
und
120
der
internationalen
Terrorismusfinanzierung.
Singh
arbeitete
bis
zur
Erschöpfung
daran,
diese
Verbindungen
aufzudecken,
um
das
FBI
in
Boston
davon
zu
überzeugen,
eigene
Ermittlungen
gegen
Ptech
aufzunehmen.
Wie
Singh
später
gegenüber
Bonnie
Faulkner
von
der
KPFA-Radiosendung
»Guns
and
Butter«
aus-
führte,
teilte
ihr
ein
Agent
des
Büros
aber
mit,
dass
sie
selbst
in
einer
besseren
Position
sei,
um
dem
Fall
auf
den
Grund
zu
gehen
als
irgendjemand
vom
FBI.27
Trotz
der
beharrlichen
Bemühungen
von
Singh
und
Zeugenaussagen
von
Insidern
informierte
das
FBI
nicht
eine
der
Behörden,
die
Verträge
mit
Ptech
abgeschlossen
hatten,
darüber,
dass
es
Bedenken
hinsichtlich
des
Unternehmens
oder
seiner
Software
gab.28
Ende
2002
durchsuchten
schließlich
Mitglieder
von
»Operation
Green
Quest«
—
einer
vom
US-Zolldienst
geleiteten,
behördenüber-
greifenden
Einheit,
die
im
Oktober
2001
gebildet
worden
war,
um
Quellen
der
Terrorismusfinanzierung
trockenzulegen
—
jene
Büros
von
Ptech,
die
im
Verdacht
standen,
Verbindungen
zu
al-Qadi
und
Terrorfinanzierung
zu
haben.
Noch
am
selben
Tag
erklärte
der
Pressesprecher
des
Weißen
Hauses,
Ari
Fleischer,
das
Unternehmen
und
seine
Software
seien
sicher.
In
den
Main-
stream-Artikeln
über
die
Razzia
war
man
bemüht,
Ptechs
Dementi
in
den
Vordergrund
zu
stellen,
das
negierte,
dass
eine
Razzia
stattgefunden
habe.
Stattdessen
beharrte
Ptech
darauf,
den
Er-
mittlern
freiwillig
»Zugang
gewährt«
zu
haben.
Das
Unternehmen
behauptete
außerdem,
die
Regierung
habe
versichert,
dass
»weder
Ptech
noch
seine
Beamten
oder
Mitarbeiter
Ziele
der
Ermittlungen
der
Regierung
sind«.2?
Die
Razzia
bei
Ptech
führte
nicht
zu
einer
Anklage.
Weder
al-Qadi
noch
sonst
jemand
im
Unternehmen
wurde
irgendeines
Verbrechens
angeklagt.
Stattdessen
startete
Michael
Chertoff,
der
damalige
Leiter
der
Kriminalabteilung
des
Justizministeriums,
den
kontroversen
Versuch,
Green
Quest
121
unter
die
Kontrolle
des
FBI
zu
bringen.30
Im
Juni
2003
wurde
die
Operation
aufgelöst.31
Für
seine
Bemühungen
wurde
Chertoff
mit
einem
Posten
als
US-Bezirksrichter
belohnt
und
2005
zum
US-Heimatschutzminister
ernannt.
In
der
Zwischenzeit
gelang
es
al-Qadi
nach
jahrelangem
Rechtsstreit,
seinen
Namen
von
der
Liste
der
»Specially
Designated
Global
Terrorists«
streichen
zu
lassen.32
Die
Vertuschung
seitens
Ptech
war
abgeschlossen
—
und
die
Presse
schwieg
die
Geschichte
tot.
Im
Abschlussbericht
der
9/11-Kommission,
der
2004
veröffentlicht
wurde,
wird
Ptech
nicht
erwähnt.
Angesichts
der
bemerkens-
werten
Informationen,
die
über
die
Verbindungen
dieses
Unter-
nehmens
zu
US-Regierung
und
Terrorfinanzierung
existieren,
ist
die
Unterschlagung
von
Ptech
im
Abschlussbericht
gelinde
gesagt
verblüffend.
Geradezu
bedrohliche
Formen
nahm
dieses
Versäumnis
an,
als
ans
Licht
kam,
dass
der
Co-Vorsitzende
der
9/11-Kommission,
Thomas
Kean,
24
Millionen
Dollar
an
einem
Immobiliengeschäft
mit
BMI
verdiente,3
einer
Organisation,
die
eng
mit
Ptech
verbunden
ist.
Sieben
Jahre
nach
der
Razzia
bei
Ptech,
im
Juli
2009,
schien
es
endlich
einen
Durchbruch
in
diesem
Fall
beim
FBI
zu
geben.
Die
Außenstelle
des
FBI
in
Boston
publizierte
eine
aus
2007
stammende
Anklageschrift
gegen
Oussama
Abdul
Ziade,
den
ehemaligen
CEO
von
Ptech,
und
Buford
George
Peterson,
den
ehemaligen
CFO
und
COO.
In
der
Anklage
wird
den
beiden
vorgeworfen,
das
Ausmaß
der
Investitionen
und
Verbindungen
von
al-Qadi
zu
Ptech
wissent-
lich
verschwiegen
zu
haben,
als
sie
einen
Kreditantrag
bei
der
amerikanischen
Small
Business
Administration
(SBA)
stellten.34
Peterson
wurde
noch
an
dem
Tag,
an
dem
die
Anklageschrift
entsiegelt
wurde,
auf
dem
John
F.
Kennedy
Airport
in
New
York
verhaftet.
Der
Prozess
gegen
Peterson
endete
jedoch
im
Jahr
2010,
122
weil
die
Jury
zu
keinem
Ergebnis
kam.
Denn
die
Beweise
zeigten,
dass
es
Ziade
und
nicht
Peterson
war,
der
den
Kreditantrag
für
die
SBA
ausgearbeitet
hatte.
Im
Jahr
2012
wurde
Petersons
Anklage
vom
US-Staatsanwalt
für
den
Bezirk
Massachusetts35
abgewiesen.
Ziade,
der
in
den
Libanon
geflohen
war,
wurde
nie
verhaftet
oder
vor
Gericht
gestellt.
Seit
über
zwei
Jahrzehnten
werden
Ermittlungen
gegen
Ptech,
gegen
Mitarbeiter,
Investoren
und
das
Management
des
Unter-
nehmens
im
Keim
erstickt,
unterdrückt
oder
sabotiert.
Dem
US
Cyber
Command,
der
NSA,
dem
FBI
und
all
deren
Kumpanen
im
terroristisch-industriellen
Komplex
kommt
das
sehr
gelegen.
In
deren
Augen
ist
es
nämlich
am
besten,
wenn
die
gesamte
Ptech-Affare
unter
den
Teppich
gekehrt
und
nie
wieder
erwähnt
wird
—
denn
sie
zeigt,
dass
das
FBI
und
andere
Bundesbehörden,
die
mit
dem
»Schutz«
des
»Heimatlandes«
beauftragt
wurden,
willfahrige
Komplizen
sind.
Ungeachtet
dessen
ist
die
Ptech-Affare
aber
der
Beweis
dafür,
dass
ein
»Cyber
9/11«
bereits
stattfand
—
und
zwar
am
11.
September
2001.
1
Corbin,
Lisa:
»Tools
of
the
Trade«
Government
Executive,
1.
September
1996.
archive.is/jQQvs
2
»Raided
al
Qaeda-linked
tech
firm
got
Clinton
clearance
to
work
for
FAA,
FBI,
Pentagon«
Center
for
Security
Policy,
6.
Dezember
2002.
archive.is/J5hvF
3
Pope,
Justin:
»Software
company
tries
to
survive
terrorism
investigation«
Daily
Herald,
4.
Januar
2003.
archive.is/dhNO5
4
»Treasury
action
smacks
of
arrogance,
violates
human
rights,
says
al-Qadi«
Saudia-Online,
14.
Oktober
2001.
archive.is/eJUeF
123
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
Letter
from
David
D.
Aufhauser
to
M.
Claude
Nicati:
»Re:
Yassin
A.
Kadi«
29.
November
2001,
Seiten
36-39.
archive.is/FfF70
»Treasury
Department
Releases
List
of
39
Additional
Specially
Designated
Global
Terrorists«
U.S.
Department
of
the
Treasury,
12.
Oktober
2001.
archive.is/QS0Y
»Former
Ptech
Officer
Arrested
for
SBA
Loan
Fraud«
U.S.
Attorney’s
Office,
District
of
Massachusetts,
15.
Juli
2009.
archive.is/IONAf
»United
States
of
America
v.
Oussama
Abdul
Ziade
and
Buford
George
Peterson«
United
States
District
Court,
District
of
Massachusetts,
Indictment,
1.
März
2007.
archive.is/fr8zp
Hosenball,
Mark:
»High-Tech
Terror
Ties?«
Newsweek,
5.
Dezember
2002.
archive.is/om7kz
Guidera,
Jerry
and
Glenn
R.
Simpson:
»U.S.
Probes
Terror
Ties
To
Boston
Software
Firm«
The
Wall
Street
Journal,
9.
Dezember
2002.
archive.is/AfPQ5
Siehe
Endnote
3
»Boim
v.
Quranic
Literacy
Institute«
United
States
District
Court
for
the
Northern
District
of
Illinois,
Eastern
Division,
Complaint,
15.
Mai
2000.
The
Investigative
Project
on
Terrorism.
bit.ly/2zcXnl9
»Statement
of
Richard
A.
Clarke
Before
the
United
States
Senate
Banking
Com-
mittee«
The
Investigative
Project
on
Terrorism,
22.
Oktober
2003.
bit.ly/2yDrd5m
Ehrenfeld,
Rachel:
»The
Business
of
Terror«
Front
Page
Magazine,
17.
Juni
2005.
archive.is/RuleH
Kane,
Michael:
»Ptech,
9/11,
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USA-Saudi
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Part
II«
From
The
Wilderness
Publications,
2005.
archive.is/Ywa9e
»Profile:
Vigilant
Guardian«
History
Commons.
archive.is/Desx
Fenton,
Kevin:
»Two
Days
Before
9/11,
Military
Exercise
Simulated
Suicide
Hijack
Targeting
New
York«
History
Commons
Groups,
14.
Juni
2009.
archive.is/5kkwP
Lumpkin,
John
J.:
Agency
planned
exercise
on
Sept.
11
built
around
a
plane
crashing
into
a
building«
SFGate.com,
21.
August
2002.
archive.is/Xwmd8
Siehe
Endnote
15
»Improvising
a
Homeland
Defense:
Staff
Statement
No.
17«
National
Commission
on
Terrorist
Attacks
Upon
the
United
States,
Seite
12.
archive.is/voBHf
»The
I
Team
Investigates
P-Tech«
WBZ
4,
9.
Dezember
2002.
bit.ly/2fYrOmR
Crogan,
Jim:
»A
Vulgar
Betrayal«
LA
Weekly,
26.
August
2004.
archive.is/WMLAXx
»Whistleblower
Complains
of
FBI
Obstruction«
Fox
News,
30.
Mai
2002.
archive.is/YgDtd
Johnson,
Jeff:
»Tearful
FBI
Agent
Apologizes
To
Sept.
11
Families
and
Victims«
CNSNews.com,
30.
Mai
2002.
archive.is/cNSHd
124
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
»Context
of
April
1998:
FBI
Agent
Stifles
Investigation
into
Ptech
Figures«
History
Commons.
archive.is/fwUjV
Ross,
Brian
and
Vic
Waler:
»FBI
Called
off
Terror
Investigations«
ABCNews,
19.
Dezember
2002.
archive.is/DISi9
»Ground
Zero
9/11:
Blueprint
For
Terror,
Part
One
-
Indira
Singh,
#66«
Guns
and
Butter,
Wiederholung
vom
7.
Oktober
2015.
bit.ly/2yeHf4l
»How
Much
Did
The
FBI
Know
About
P
Tech?«
cbs4boston.com,
9.
Dezember
2002.
bit.ly/2yebWGV.
Siehe
Endnote
3
Isikoff,
Michael:
»Terror
Watch:
Whose
War
on
Terror?«
Newsweek,
8.
April
2003.
archive.is/ykerE
»Subject:
Investigations
of
Terrorist
Financing,
Money
Laundering,
and
Other
Financial
Crimes«
United
States
General
Accounting
Office,
20.
Februar
2004,
Seite
16.
bit.ly/3yPrAu2
»Counter
Terrorism
Designation
Removals.«
U.S.
Department
of
the
Treasury.
26.
November,
2014.
archive.is/xp3eA
Caylor,
John:
»Al-Qaeda/Hamas
Financial
Network
Exposed«
Insider-Magazine.org.
bit.ly/3V884R2
Siehe
Endnote
8
»All
Charges
Dismissed
Against
Buford
George
Peterson,
says
Attorney
Peter
Parker«
PR
Newswire,
3.
Mai
2012.
archive.is/Z91Rn
125
Deine
Seele
für
ein
Matrıx-Steak
Es
ist
vielleicht
nicht
die
erste
Szene,
die
ihnen
in
den
Sinn
kommt,
wenn
sie
an
den
Film
»Matrix«
denken,
aber
wenn
sie
den
Film
gesehen
haben,
erinnern
sie
sich
wahrscheinlich
daran,
wie
Cypher
im
Restaurant
ist
und
Agent
Smith
erzählt,
warum
er
Neo
und
seine
Freunde
verrät:
»Ich
weiß,
dass
es
dieses
Steak
nicht
gibt«,
sagt
Cypher,
während
er
auf
ein
saftig
rotes
Stück
Fleisch
schaut,
das
am
Ende
seiner
Gabel
baumelt.
»Ich
weiß,
dass
die
Matrix
meinem
Gehirn
sagen
wird,
dass
es
saftig
und
lecker
ist,
wenn
ich
es
in
den
Mund
nehme«.
Ich
könnte
wetten,
sie
erinnern
sich
an
den
Moment,
in
dem
er
sich
das
Fleisch
in
den
Mund
steckt,
die
Augen
vor
Genuss
schließt
und
murmelt:
»Unwissenheit
ist
ein
Segen«.
Lange
Rede,
kurzer
Sinn.
Für
diejenigen,
die
den
Hollywood-
Streifen
nicht
gesehen
haben:
Die
»Matrix«
ist
eine
computer-
generierte
Illusion,
die
den
Menschen
glauben
machen
soll,
im
Jahr
1999
zu
leben.
Die
fiktive
Welt
des
Films
ist
jedoch
im
22.
Jahrhundert
angesiedelt
—
in
dem
die
Menschheit
von
einem
Schwarm
heimtückischer
Roboter
versklavt
wurde.
Gefangen
in
einem
riesigen
Netzwerk
von
Brutkästen,
werden
mensch-
liche
Körper
zur
Gewinnung
elektrischer
Energie
gezüchtet,
die
genau
jene
Roboter
mit
Strom
versorgt,
die
die
Menschheit
versklaven.
Jeder
wurde
in
die
Matrix
gelockt,
in
eine
virtuelle
Realität,
die
verhindern
soll,
dass
Menschen
die
Wahrheit
über
ihre
Misere
erfahren
—
geschweige
denn,
jemals
etwas
dagegen
unternehmen
können.
126
In
gewisser
Weise
hat
Cypher
Recht:
Er
ist
nicht
in
einem
Res-
taurant.
Er
isst
kein
Steak
—
und
er
spricht
mit
niemandem.
Alles,
was
er
erlebt,
ist
eine
Illusion,
die
durch
ein
ausgeklügeltes
Computerprogramm
ins
Leben
gerufen
und
in
sein
zentrales
Nervensystem
eingespeist
wird.
Aber
sein
Gehirn
gaukelt
ihm
vor,
dass
er
ein
leckeres
Steak
isst
und
Jahrgangswein
trinkt.
Und
das
genügt
ihm.
Was
wäre,
wenn
ich
ihnen
nun
mitteilen
würde,
dass
die
Dollars,
Pesos,
Euros
oder
Yen,
die
sie
in
Ihrer
Brieftasche
mit
sich
herumtragen,
der
Unwirklichkeit
eines
Matrix-Steaks
in
nichts
nachstehen?
Was
ist,
wenn
sie
ihr
ganzes
Leben
in
einem
Geschäft,
einem
Büro
oder
einer
Fabrik
ge-
schuftet
haben,
Tag
für
Tag,
Jahr
für
Jahr,
für
etwas,
das
nicht
einmal
real
ist?
Und
was
wäre,
wenn
—
genau
wie
im
Film
—
irgendjemand,
irgendwo,
eines
Tages
einfach
einen
Schalter
umlegen
könnte,
der
all
die
Matrix-Steaks,
die
man
sein
ganzes
Leben
lang
begehrte,
einfach
so
verschwinden
lässt?
Würde
sie
das
aus
der
Bahn
werfen?
Okay.
Ich
weiß,
was
sie
denken:
»Was?
Du
vergleichst
unser
Geld-
system
mit
der
Matrix?
Als
nächstes
wirst
du
uns
erzählen,
dass
eine
Armee
von
Robotern
existiert,
die
uns
eine
falsche
Realitat
vorgaukeln,
um
uns
zu
versklaven«.
Von
Robotern
habe
ich
nichts
gesagt.
Aber
gehen
wir
einen
Schritt
zurück.
Schließlich
kann
man
niemandem
erklären,
was
die
Matrix
ist
—-
man
muss
sie
selbst
erkennen.
Also
schauen
sie
einfach
mal
rein.
Offnen
sie
ihr
Portemonnaie.
Los!
Öffnen
sie
es.
Wenn
sie
das
Glück
haben,
einen
der
Fetzen
Papier
zu
besitzen,
der
an
ihrem
Wohnort
als
Geld
durchgeht,
nehmen
sie
ihn
heraus.
Was
sehen
sie?
Handelt
es
sich
nicht
einfach
nur
um
einen
bunt
bedruckten
Streifen
Baumwolle?
Doch
wie
ist
das
möglich?
Warum
entwickeln
Menschen
Unarten
und
begehen
Verbrechen,
um
an
Geld
zu
kommen?
Warum
wird
die
große
Liebe
dafür
aufs
Spiel
gesetzt?
Warum
werden
Kriege
127
geführt,
Morde
begangen
und
ehrenwerte
Männer
in
Verruf
gebracht,
um
Geld
zu
machen?
Stellen
sie
sich
vor,
ein
Marsianer
landet
zum
ersten
Mal
auf
unserem
Planeten
und
beobachtet
die
menschliche
Spezies.
Er
sieht,
wie
wir
uns
Tag
für
Tag
von
zu
Hause
ins
Büro
und
wieder
nach
Hause
schleppen.
Er
schaut
zu,
wie
wir
im
Laden
stehlen,
unsere
Nachbarn
betrügen,
unsere
Liebsten
verraten.
Und
das
alles
für
Geld
—
dieses
flüchtige
Stückchen
Papier?
Das
ergibt
keinen
Sinn.
Es
muss
mehr
hinter
diesem
System
stecken,
als
auf
den
ersten
Blick
erkennbar
ist
—
würde
der
Marsianer
zwangs-
laufig
denken.
Die
farbige
Baumwolle,
die
Menschen
in
ihren
Geldbörsen
herumtragen,
muss
von
großem
Wert
sein.
Warum
sonst
würden
sie
das
Geld
so
verehren?
Ein
geradezu
extremes
Beispiel,
um
den
tatsächlichen
Wert
(oder
dessen
Absenz)
von
Papiergeld
zu
begreifen,
ist
Falschgeld.
Ge-
fälschte
Banknoten
sehen
aus
wie
echtes
Geld.
Sie
fühlen
sich
an
wie
echtes
Geld.
Ein
unaufmerksamer
Ladenbesitzer
würde
einen
neu
aussehenden
Hundert-Dollar-Schein
von
einem
Kunden
annehmen
und
ihn
genau
so
behandeln
wie
jeden
anderen
Hundert-Dollar-
Schein.
Doch
sobald
sich
herausstellt,
dass
es
sich
um
Falschgeld
handelt,
wird
der
Schein
wertlos.
Nicht,
weil
der
Schein
selbst
sich
verändert
hat,
sondern
weil
sich
die
Wahrnehmung
des
Ladenbe-
sitzers
verändert
hat.
Diese
Beobachtung
ist
kaum
revolutionär.
Wir
alle
wissen,
dass
Geld
nichts
anderes
als
farbige
Tinte
auf
Papier
ist.
So,
wie
wir
alle
wissen,
dass
ein
Monet
einfach
aus
Öl
auf
einer
Leinwand
besteht.
Wir
verstehen
aber
auch,
dass
die
Tinte
auf
dem
Papier
und
das
Öl
auf
der
Leinwand
etwas
darstellen.
Im
Falle
eines
Monet
können
die
Pinselstriche
die
französische
Landschaft
darstellen,
eine
Obstschale
oder
eine
Feier
zum
Nationalfeiertag.
Im
Falle
von
Geld
repräsentiert
das
Papier
den
zugrunde
liegenden
128
Wert.
Eine
Form
von
Vermögen.
Es
ist
ein
nebulöses
Produkt,
das
entsteht,
wenn
wir
unsere
Zeit
und
Arbeitsleistung
mit
der
realen
Welt
um
uns
herum
in
Verbindung
bringen
-
sei
es
beim
Bau
eines
Hauses,
beim
Schreiben
eines
Computerprogramms
oder
bei
der
Raffination
eines
Fasses
Öl.
Mit
anderen
Worten:
das
bunte
Papier,
das
sie
in
der
Hand
halten,
ist
die
physische
Darstellung
einer
Idee.
»Und
nun?«
—
werden
sie
vielleicht
entgegnen.
Um
zu
verstehen,
warum
Geld
als
Konzept
eine
wichtige
—
tref-
fender,
revolutionäre
Idee
ist,
müssen
wir
die
Ursprünge
des
Papiergeldes
untersuchen.
Wie
wir
im
Geschichtsunterricht
gelernt
haben,
sah
Geld
nicht
immer
so
aus
wie
das
Bargeld,
das
wir
heute
verwenden.
Es
gab
diverse
Gegenstände,
die
zu
ver-
schiedenen
Zeiten,
an
verschiedenen
Orten
als
Geld
zum
Einsatz
kamen.
Von
Muscheln
über
Holzstücke
bis
hin
zu
Spielkarten.
Einige
Objekte
wurden
im
Laufe
der
Geschichte
häufiger
als
Zahlungsmittel
verwendet
als
andere.
Edelmetalle
zum
Beispiel
wurden
aufgrund
ihrer
einzigartigen
Eigenschaften
nicht
nur
innerhalb
von
Gruppen,
sondern
auch
für
den
Handel
zwischen
verschiedenen
Gruppen
verwendet.
Tragbare,
teilbare,
formbare
und
langlebige
Edelmetalle
sind
selten
genug,
um
für
sich
ge-
nommen
wertvoll
zu
sein.
Darüber
hinaus
werden
sie
als
Zierde
oder
Schmuck
geschätzt.
Edelmetalle
repräsentieren
nicht
nur
Werte,
sie
enthalten
Werte.
Für
den
»primitiven«
Menschen
war
es
also
nur
logisch,
dass
aus
diesen
Edelmetallen
geschmiedete
Münzen
ein
ideales
Tauschmittel
darstellen.
Was
wäre
einfacher,
als
eine
Geldbörse
voll
mit
solchen
Münzen
auf
den
Marktplatz
zu
tragen
und
sie
gegen
Waren
und
Dienstleistungen
einzutauschen?
Regierungen
mögen
kommen
und
gehen,
Zivilisationen
entstehen
und
zerfallen,
die
Gesichter
auf
den
Münzen
mögen
sich
ändern
—-
aber
der
Nutzen
von
Gold
und
Silber
bleibt.
Warum
also
sollte
jemand
eine
andere
Form
von
Geld
verwenden?
129
Doch
dann
passierte
etwas
Amüsantes.
Im
Jahr
1095
rief
Papst
Urban
II.
zum
Heiligen
Kreuzzug
gegen
die
Türken
auf,
die
das
christlich-byzantinische
Reich
bedrohten.
In
den
folgenden
zwei
Jahrhunderten
reisten
Kreuzritter
und
Pilger
von
nah
und
fern
nach
Jerusalem,
um
ihre
Frömmigkeit
zu
beweisen.
Damals
war
es
natürlich
nicht
damit
getan,
einfach
das
Reisebüro
anzurufen
und
den
nächsten
Flug
zu
buchen.
Weite
Reisen
waren
teuer,
beschwerlich
und
oft
gefährlich.
Da
die
Kreuzritter
alle
Münzen,
die
sie
für
Nahrung,
Kleidung
und
Unterkunft
ihrer
Gefolgschaft
benötigten,
mit
sich
führen
mussten,
waren
sie
ein
leichtes
Ziel
für
Wegelagerer.
Nach
einem
besonders
blutigen
Massaker
an
christlichen
Pilgern
am
Jordan
im
Jahr
1119
gab
König
Balduin
II.
von
Jerusalem
einer
Bitte
des
französischen
Ritters
Hugues
de
Payens
nach,
einen
Mönchsorden
zu
gründen,
der
die
Pilger
im
Heiligen
Land
beschützen
sollte.
Damit
wurden
die
legendären
»Poor
Fellow-Soldiers
of
Christ
and
of
the
Temple
of
Solomon«
—
besser
bekannt
als
Tempelritter
-
ins
Leben
gerufen.
Die
Strategie,
die
die
Tempelritter
entwickelten,
um
die
Reichtümer
der
Pilger
und
Kreuzfahrer
auf
ihrer
gefährlichen
Reise
zu
schützen,
war
ebenso
genial
wie
hinterhältig.
Zu
Beginn
seiner
Reise
deponierte
der
Kreuzritter
oder
Pilger
seine
Münzen
bei
den
Templern
und
erhielt
dafür
ein
Zertifikat.
Überall
entlang
der
Hauptrouten
konnte
man
sich
bei
den
ört-
lichen
Templern
mit
diesem
Zertifikat
so
viel
von
seiner
ursprüng-
lichen
Einlage
auszahlen
lassen,
wie
man
wollte.
Alles,
was
die
Templer
im
Gegenzug
verlangten,
war,
einen
Teil
des
Landes
des
Reisenden
während
seiner
Abwesenheit
nutzen
zu
dürfen.
Alles,
was
auf
diesem
Land
produziert
wurde,
durften
sie
verkaufen.
Das
war
ihr
Profit.
Eine
Idee
war
geboren.
130
Und
sie
breitete
sich
aus.
Dorfbewohner
begannen,
ihr
Gold
in
den
Tresoren
der
Goldschmiede
zu
lagern,
um
es
sicher
zu
verwahren.
Im
Gegenzug
erhielten
sie
Zettel,
auf
denen
zu
sehen
war,
wie
viel
Gold
sie
eingezahlt
hatten.
Da
es
einfacher
war,
die
Zettel
zu
tauschen
als
die
Münzen
selbst,
begannen
die
Dorfbewohner
bald,
das
Papier
als
Geld
zu
betrachten.
Als
die
Goldschmiede
erkannten,
dass
nur
ein
Bruchteil
der
Dorfbewohner
jemals
die
gesamte
Einlage
zurück
wollte,
begannen
sie,
mehr
Zertifikate
zu
drucken,
als
Gold
in
den
Tresoren
war.
Solange
nicht
alle
gleichzeitig
kamen,
um
ihr
Gold
abzuholen,
würde
niemand
bemerken,
dass
die
Goldschmiede
Papiergeld
aus
dem
Nichts
erschufen.
Erkennen
sie
den
Geruch?
Die
Goldschmiede
haben
gerade
die
allerersten
Matrix-Steaks
gegrillt.
Den
Rest
der
Geschichte
muss
ich
ihnen
sicher
nicht
erzählen.
Wie
die
Zentralbanken
gegründet
wurden.
Wie
sich
das
Finanzsystem
entwickelte.
Oder
das
fraktionale
Reserve-Banking.
Das
Fiatgeld,
die
Aktienmärkte,
Derivate,
besicherte
Schuldverschreibungen,
Subprime-Hypotheken,
Fannie
and
Freddie,
Lehman
Brothers,
AIG.
Ich
denke,
sie
wissen,
wie
die
Geschichte
weitergeht.
Und
selbst
wenn
nicht,
ist
sie
wohl
selbsterklärend.
Denn
es
ist
augenschein-
lich
alles
auf
die
Entstehung
des
Papiergeldes
zurückzuführen.
Als
wir
das
als
Zahlungsmittel
akzeptierten,
als
wir
entschieden,
dass
ein
Matrix-Steak
ein
Steak
ist,
ergab
sich
der
Rest
automa-
tisch.
Die
heutigen
Templer
—
die
Zentralbanker
—
können
unser
Papiergeld
durch
Wertpapiere,
Anleihen
und
Staatsanleihen
er-
setzen.
Sie
können
uns
erzählen,
dass
der
neue
Matrix-Hamburger
genauso
lecker
ist
wie
das
Filet,
das
wir
früher
gegessen
haben.
Und
als
verblendete
Lohnsklaven,
die
wir
nun
mal
sind,
beißen
wir
genüsslich
hinein.
Schließlich
ist
eine
Illusion
so
gut
wie
die
andere.
Erst
wenn
der
Aktienmarkt
wieder
einmal
zusam-
menbricht,
wird
uns
bewusst,
dass
man
die
Matrix-Steaks
gegen
131
Matrix-Hack
getauscht
hat.
Es
ist
nicht
nur
nicht
echt,
es
schmeckt
nicht
einmal
gut.
Ab
diesem
Punkt
ist
es
nur
noch
eine
Frage
der
Zeit,
bis
sie
uns
dazu
bringen,
noch
substanzloseres
Matrixgeld
zu
akzeptieren
—
bevor
das
ökonomische
Kartenhaus
endgültig
zusammenbricht.
Sie
haben
bereits
das
Matrix-Hackfleisch
der
Aktien
und
Anleihen
durch
einen
Matrix-Spam
namens
Derivat
ersetzt.
Sie
haben
uns
das
»Mystery
Meat«
der
Simulation
in
Form
von
besicherten
Schuldverschreibungen
(Collateralized
Debt
Obligations)
serviert.
Sie
haben
uns
ein
artifizielles
Fleischersatz-
produkt
mit
Papp-Füllung
aufgezwungen
und
es
»Hypothekenbe-
sicherte
Wertpapiere«
genannt
—
et
cetera.
Stort
sie
bis
schon
irgendetwas
von
dem,
was
ich
gesagt
habe
—
oder
sind
sie
immer
noch
zufrieden
mit
ihrem
Schicksal,
obwohl
sie
wissen,
dass
all
das
»Vermögen«
in
ihrem
Portemonnaie
nichts
anderes
als
Matrixgeld
ist?
»Es
ist
nur
eine
Illusion,
schnauben
sie,
während
ein
Stück
saftig
rotes
Matrix-Steak
am
Ende
der
Gabel
baumelt.
»Was
solls?
So
lange
alle
an
die
Illusion
glauben,
ist
keiner
schlechter
dran«.
Oder?
Und
wie
zum
Beweis
schieben
sie
sich
das
zarte
Matrixfleisch
in
den
Mund
und
genießen
jeden
Bissen.
»Unwissenheit
ist
ein
Segen«.
Aber
warten
sie
einen
Moment.
Bevor
sie
das
Steak
schlucken,
werfen
sie
noch
einmal
einen
Blick
auf
den
Schein
in
ihrer
Hand.
Wer
hat
ihn
emittiert?
Es
sollte
drauf
stehen.
In
Kanada
ist
es
die
Bank
of
Canada.
In
Japan
ist
es
die
Bank
of
Japan.
In
England
die
Bank
of
England.
In
Europa
die
Europäische
Zentralbank.
Und
in
den
USA
die
Federal
Reserve.
Der
Name
der
Bank
steht
auf
dieser
Banknote,
weil
sie
der
Bank
gehört
—
nicht
ihnen.
Ich
verrate
ihnen
das
wahre
Geheimnis
—
den
wahren
Schlüssel
zur
Kontrolle
der
gesamten
Matrix.
Beginnend
im
17.
Jahrhundert
und
mit
der
Bank
of
England
hat
eine
Nationalregierung
nach
132
der
anderen
ihre
Macht,
schulden-,
also
zinsfreies
Fiat-Geld
zu
drucken,
an
private
Zentralbanken
abgetreten.
Ich
wiederhole:
Eine
Regierung
nach
der
anderen,
in
einem
Land
nach
dem
anderen,
hat
es
privaten
Aktionären
ermöglicht,
nicht
rechen-
schaftspflichtige
Institutionen
zu
gründen,
die
von
nicht
gewählten
Bankern
geleitet
werden,
die
nun
die
Macht
haben,
Geld
aus
dem
Nichts
zu
schaffen.
Aber
es
kommt
noch
schlimmer.
Wie
jeder
weiß,
haben
Regierungen
Schulden.
Die
müssen
getilgt
werden.
Aber
bei
wem
sind
die
Regierungen
verschuldet?
Na
klar,
bei
den
Bankern.
Die
Regierungen
haben
nicht
nur
die
Macht,
Geld
zu
drucken,
an
private
Banker
abgegeben,
sondern
leihen
sich
dieses
Geld
anschließend
auch
noch
von
gleichen
Banken.
Und
da
wir
in
einem
System
leben,
in
dem
jeder
neue
Dollar
als
Schuld
—
mit
Zinsen
-
gegenüber
den
Bankern
geschaffen
wird,
gibt
es
schon
in
dem
Moment,
in
dem
der
erste
Geldschein
in
Umlauf
kommt,
automatisch
mehr
Schulden,
als
Geld
existiert.
In
der
Zwischenzeit,
wenn
Geld
zur
Tilgung
der
auf
diesen
Geldschein
anfallenden
Zinsen
geschaffen
wird,
verschuldet
sich
die
Regierung
weiter
bei
den
Banken.
Diese
wachsende
Schuld
beinhaltet
wiederum
weitere
Zinszahlungen
an
—
na,
wen
wohl?
—
die
Banker.
So
geht
das
immer
fort.
Da
das
Geld
selbst
aus
Schulden
geschaffen
wird,
ist
es
mathematisch
unmöglich,
diese
Schulden
jemals
vollständig
zurückzuzahlen.
Sie
werden
niemals
getilgt.
Die
Steuern
werden
niemals
sinken.
Nicht,
weil
sie
tatsächlich
für
staatliche
»Leis-
tungen«
verwendet
würden,
sondern
weil
sie
das
Mittel
sind,
mit
dem
Regierungen
ihre
Schulden
absichern.
Die
Schulden,
die
die
Regierung
in
Ihrem
Namen
gemacht
hat.
Die
Schulden,
die
sie
jetzt
den
Bankern
schulden.
Sie
werden
immer
länger
arbeiten
und
immer
höhere
Steuern
zahlen
müssen,
um
immer
größere
Schulden
zu
bedienen
-
für
den
Rest
Ihres
Lebens.
Und
genauso
wird
es
ihren
Kindern
ergehen.
Und
deren
Kindern.
Bis
zum
jüngsten
Tag.
Man
kann
es
nicht
beschönigen:
Sie
sind
seit
dem
133
Tag
der
Geburt
ein
Sklave
der
Banker.
Das
sind
wir
alle.
Und
der
Grund
dafür
sind
diese
unschuldig
wirkenden,
bunten
Papiere,
die
man
in
der
Geldbörse
hat.
Doch
der
Katalog
der
Übel,
die
so
eine
Matrix
mit
sich
bringt,
hält
noch
mehr
bereit.
Es
kommt
noch
schlimmer.
Mit
einer
einfachen
Veränderung
in
der
Wahrnehmung
der
Öffentlichkeit
kann
die
gesamte
monetäre
Ordnung
in
sich
zusammenbrechen.
Sei
es
durch
den
Crash
einer
Währung,
einen
Bank-Run,
eine
Panik
an
den
Märkten
oder
ein
anderes
dramatisches
Ereignis.
Und
von
einem
Moment
auf
den
anderen
verschwinden
all
die
Matrix-Steaks
genau
in
dem
Abgrund,
aus
dem
sie
einst
heraufbe-
schworen
wurden.
Denjenigen,
die
so
etwas
für
unwahrscheinlich
halten,
muss
ich
leider
mitteilen,
dass
es
nicht
nur
wahrschein-
lich,
sondern
unvermeidlich
ist.
Denn
jede
Fiat-Währung
bricht
irgendwann
zusammen.
Im
Deutschland
der
Weimarer
Republik
war
die
Papiermark
weniger
wert
als
Toilettenpapier.
Menschen
schoben
Schubkarren
voller
Geldscheine
zum
Laden,
um
ein
Brot
zu
kaufen.
Wenn
sie
in
ein
Restaurant
gingen,
bezahlten
sie
ihr
Essen
bereits
zu
Beginn
der
Mahlzeit,
weil
sie
wussten,
dass
die
Preise
noch
während
des
Essens
steigen
würden.
Die
Deutschen
der
1920er
Jahre
kannten
den
wahren
Wert
eines
Matrix-Steaks.
Und
jetzt?
Wohin
geht
die
Reise
dieser
Tage,
wenn
die
illusionäre
Stabilität
geldpolitischer
Ordnung,
jener
Ordnung,
die
nach
dem
Zweiten
Weltkrieg
und
mit
Festschreibung
des
Dollars
als
globale
Reservewährung
entstand,
ihrem
Ende
entgegensieht?
In
einer
Zeit,
wo
Währungskrisen,
Bank-Runs,
digitales
Geld
und
allerlei
andere
Formen
monetären
Wahnsinns
um
sich
greifen.
Steht
eine
Revolution
in
Haus?
Der
vollständige
Kollaps
134
des
Währungssystems?
Ja.
Hoffentlich.
Allerdings
wurde
dieses
System
nicht
von
heute
auf
morgen
eingerichtet
—
daher
wird
es
auch
nicht
über
Nacht
zusammenbrechen.
Kommen
wird
ein
Prozess
des
schleichenden
Wandels.
Dieser
Wandel
wird
nur
durch
organisiertes,
konzertiertes
und
infor-
miertes
Handeln
ermöglicht.
Er
wird
erfordern,
dass
wir
als
Gesell-
schaft
komplementäre
Währungen,
lokale
Tauschhandelssysteme
(LETS),
Privatkredite
und
andere
Transaktionsmittel
nutzen.
Das
erfordert,
Kreditgenossenschaften,
dezentrale
Zahlungssysteme
und
voluntaristische
Alternativen
zu
den
staatlich
kontrollierten
Märkten
zu
entwickeln
und
zu
unterstützen.
Wir
können
Krypto-
währungen
verwenden,
lokale
Organisationen
und
Bauernmärkte
fördern.
Wandel
bedeutet,
dass
wir
unzählige
neue
Wege
finden
müssen,
um
den
wahren
Wert
unserer
Arbeit
zu
nutzen
und
damit
die
Welt
zu
schaffen,
in
der
wir
leben
wollen.
Etwas,
das
jeder
genau
hier
und
jetzt
tun
kann,
ist
die
bewusste
Entscheidung
zu
treffen,
die
Matrix
zu
durchschauen.
Die
bunten
Papierfetzen
als
das
zu
erkennen,
was
sie
wirklich
sind
—
appetit-
anregende,
aber
völlig
wertlose
Matrix-Steaks.
Denn
es
wird
eine
Zeit
im
Leben
kommen,
so
wie
sie
im
Leben
eines
jeden
Menschen
kommt,
in
der
man
gefordert
ist,
seine
Ideale
und
Überzeugungen,
den
Kern
dessen,
was
man
ist,
für
ein
paar
dieser
bunten
Schnipsel
zu
kompromittieren.
Wie
also
steht
es
um
sie?
Wie
weit
sind
sie
bereit,
auf
der
Suche
nach
dem
allmächtigen
Mammon
zu
gehen?
Wenn
sie
jemand
bittet,
ihre
Seele
für
ein
Matrix-Steak
zu
verkaufen,
werden
sie
dann
—
wie
Cypher
-
die
Augen
schließen
und
genitsslich
hineinbeifden?
135
Wie
man
Globalismus
wirklich
besiegt
Im
Juli
2013
präsentierte
US-Senatorin
Dianne
Feinstein
während
einer
Sitzung
des
Justizausschusses
des
Senats
eine
höchst
unge-
wohnliche
Karte.
Sie
zeigte
die
geografische
Lage
von
vierundfiinfzig
»Terror-Ereignissenc,
die
die
National
Security
Agency
(NSA)
nach
eigenen
Angaben,
aber
ohne
Beweise
vorzulegen,
verhindert
haben
will.
Grundlage
dafiir
seien
Paragraf
702
des
FISA
Amendments
Act
und
Paragraf
215
des
Patriot
Act
gewesen
—
zwei
umstrittene
Gesetze,
die
nach
den
Anschlägen
vom
11.
September
verabschiedet
wurden
und
der
Regierung
neue,
weitreichende
Befugnisse
zur
Überwachung
und
Datensammlung
einrdumten.!
Das
ungewöhn-
liche
an
dieser
Karte
war
nicht,
dass
die
NSA
eine
Marketing-Grafik
erstellt
hatte,
um
einem
hochrangigen
Senator
beim
Stimmenfang
für
tyrannische
Uberwachungsprogramme
im
Senat
zu
helfen
-
denn
bedauerlicherweise
ist
genau
das
das
Verhalten,
das
wir
von
der
NSA
erwarten
würden.
Nein,
das
Besondere
an
der
Karte
war,
dass
sie
in
vier
Regionen
unterteilt
war:
»Europa,
Afrika,
Asien«
und
»Heimatland«.
Heimatland?
Ja,
Heimatland.
Die
Region
des
Globus,
die
früher
als
Nord-
und
Mittelamerika
bekannt
war.
Die
Karte
kennzeichnete
dafiir
ein
Territorium,
das
sich
von
El-
lesmere
Island
in
der
kanadischen
Arktis
bis
zu
den
tropischen
Stränden
von
Panama
am
Aquator
erstreckt.
Das
wird
von
der
NSA
jetzt
anscheinend
als
»Heimatland«
bezeichnet.
Bei
den
ehemals
souveränen
Nationen,
die
nun
plötzlich
als
Erweiterungen
des
»Heimatlandes
der
USA
«
bezeichnet
wurden,
löste
diese
karto-
graphische
Kuriositét
selbstredend
Verwirrung
aus.
136
Die
Mainstream-Medien
machten
sich
lustig
über
die
Situation.
Canada.com
twitterte:
»Wir
haben
es
geschafft!
Kanada
ist
nun
Teil
des
amerikanischen
Heimatlandes«2,
The
Atlantic
begrüßte
seine
einstigen
Nachbarn,
die
so
zu
Mitbürgern
wurden,
mit
einem
herzlichen
»Willkommen
im
Heimatland,
Mexiko
und
Kanada«.3
Lassen
wir
die
Scherze
darüber
einmal
beiseite.
Der
Vorfall
warf
die
Frage
auf,
was
genau
das
»Heimatland«
ist.
Gibt
es
eine
rechtliche
Definition?
Ja,
das
tut
es
tatsächlich,
obwohl
es
den
meisten
schwerfallen
dürfte,
sie
auf
der
Website
des
US-
Heimatschutzministeriums
(DHS)
zu
finden.
Verstreut
über
das
Leitbild,
das
Organigramm,
die
Geschichte
und
andere
Seiten,
auf
denen
die
Aktivitäten
des
DHS
und
seiner
Mitarbeiter
beschrieben
werden,
finden
sich
zahlreiche
Verweise
auf
»die
Nation«,
»das
Heimatland«,
»das
US-Homeland«
und
verschiedene
andere
Be-
zeichnungen,
aber
keine
Erklärung
dessen,
was
diese
Ausdrücke
eigentlich
bedeuten
—
oder
welche
territorialen
Grenzen
sie
defi-
nieren.
Um
herauszufinden,
was
das
»Heimatland«
ist,
muss
man
sich
dem
Homeland
Security
Act
von
2002
zuwenden.*
Dort,
im
Abschnitt
Definitionen,
liest
man:
»Die
Begriffe
Amerikanisches
Heimatland
und
Heimatland
stehen
beide
für
die
Vereinigten
Staaten«.
Nun,
damit
ist
das
erledigt,
nicht
wahr?
Nicht
wahr?
Wenn
es
nur
so
einfach
wäre.
In
Wirklichkeit
war
die
neue
Grenzdefinition
des
»Heimatlandes«
durch
die
NSA
kein
bloßer
geografischer
Patzer.
Vielmehr
offenbart
sie
das
Ziel
eines
Plans,
der
dieser
Tage
Gestalt
annimmt:
die
Verschmelzung
von
Kanada,
den
USA
und
Mexiko
zu
einem
gemeinsamen
»kontinentalen
Sicherheitsraum«.
Sollte
diese
Fusion
wie
geplant
vonstatten
gehen,
würde
sie
vereinheitlichte
Sicherheitsverfahren
und
einen
umfassenden
Informationsaustausch
beinhalten
—
als
Teil
eines
langfristigen
Vorhabens,
das
letztlich
auf
die
Schaf-
fung
einer
EU-ähnlichen
Regionalregierung
mit
drei
Ländern
137
abzielt.
Die
Agenda
zur
Integration
der
»Americas«
wurde
—
wie
so
viele
andere
despotische
Pläne,
einschließlich
der
Gründung
des
Heimatschutzministeriums
selbst
—
durch
die
False-Flag-
Terroranschldage
vom
11.
September
2001
in
Gang
gesetzt.
Der
giftige
Staub
über
Ground
Zero
hatte
sich
kaum
gelegt,
als
der
damalige
Heimatschutzminister
Tom
Ridge
und
der
damalige
kanadische
Vizepremierminister
John
Manley
die
»Smart
Border
Declaration«®
zwischen
den
USA
und
Kanada
unterzeichneten.
Diese
Erklärung
beinhaltete
das
Versprechen,
die
Sicherheits-
und
Strafverfolgungsmafinahmen
beider
Lander
künftig
mitein-
ander
abzustimmen.
Die
smarte
Grenze
wurde
schließlich
durch
die
»Security
and
Prosperity
Partnership«
(SPP)
abgelöst,
ein
trilaterales
Rahmen-
abkommen
zwischen
den
USA,
Kanada
und
Mexiko,
das
einen
Prozess
regulatorischer
Integration
einleitete.
Dokumente,
die
dem
Corbett-Report
2007
zugespielt
wurden,
enthiillen,
dass
das
SPP
vom
»North
American
Competitiveness
Council«
(NACC)
kontrolliert
wurde,
einem
»Gremium,
das
2006
von
den
Staats-
und
Regierungschefs
gegriindet
wurde,
um
dem
Privatsektor
eine
formelle
Rolle
bei
der
Beratung
zur
Steigerung
der
Wetthewerbs-
fähigkeit
in
Nordamerika
zu
geben«.
Außerdem
stellte
sich
heraus,
dass
es
sich
beim
SPP-Prozess
um
eine
Initiative
handelte,
die
im
Januar
2003
vom
»Canadian
Council
of
Chief
Executives«
(CCOCE)
ins
Leben
gerufen
wurde.6
Der
CCOCE,
der
1976
gegründet
wurde
und
seit
2016
unter
dem
sympathischer
klingenden
Namen
»Busi-
ness
Council
of
Canada«
aktiv
ist,
setzt
sich
aus
den
CEOs
von
150
führenden
kanadischen
Unternehmen
zusammen.
Gemeinsam
machen
diese
Unternehmen
»mehr
als
die
Halfte
des
Wertes
der
Toronto
Stock
Exchange
aus«.?
Seiner
Selbstbeschreibung
nach
könnte
man
zu
dem
zynischen
Schluss
kommen,
dass
der
Business
Council
of
Canada
eine
Reihe
hochrangiger
Regierungsheamter
138
aus
allen
drei
Nationen
in
der
Tasche
hat
—
und
läge
damit
absolut
richtig.
Denn
man
muss
nicht
lange
suchen,
um
Beweise
für
ent-
sprechende
politische
Kollusion
zu
finden.
Der
Präsident
und
CEO
des
Business
Council
of
Canada
ist
kein
Geringerer
als
der
zuvor
genannte
Unterzeichner
der
»Smart
Border
Declaration«,
der
ehe-
malige
stellvertretende
Premierminister
Kanadas,
John
Manley.8
Als
Teile
dieser
beunruhigenden
Verbindungen
ans
Licht
kamen,
versuchte
der
kanadische
Premierminister
Stephen
Harper,
Vorwürfe
gegenüber
der
SPP,
die
den
Rahmenvertrag
als
Beginn
einer
»Nordamerikanischen
Union«
werteten,
ins
Lächerliche
zu
ziehen.
Er
beharrte
darauf,
dass
Verschwörungstheorien
über
»interplanetare«
Autobahnen
falsch
seien
und
es
bei
dem
Pakt
eher
um
»Regeln
für
den
Inhalt
von
Jelly
Beans«
und
andere
Banalitäten
gehe.?
Doch
die
Öffentlichkeit
ließ
sich
davon
nicht
überzeugen.
Nach
beispiellosen
Protesten
beim
SPP-Meeting
in
Montebello,
Quebec,
Ende
2007
—
einschließlich
der
zu
zweifel-
haftem
Ruhm
gelangten
Enttarnung
diverser
Agents
Provocateurs
in
Reihen
der
Demonstranten
1®
—
kamen
die
Verhandlungen
zum
Stillstand.
Das
SPP
wurde
2009
auf
Eis
gelegt.
Die
Arbeit
an
der
Fusion
der
nordamerikanischen
Staaten
ging
hinter
den
Kulissen
aber
natürlich
weiter
—
aber
unter
anderer
Schirmherrschaft.
Im
Februar
2008
unterzeichneten
die
kanadischen
und
ame-
rikanischen
Streitkräfte
beispielsweise
ein
Abkommen,
das
es
den
Truppen
beider
Länder
im
Notfall
erlaubt,
die
Grenze
zu
überqueren
-
etwa
bei
inneren
Unruhen
—
und
Einsätze
im
jeweils
anderen
Land
durchzuführen.
11
2010
unterschrieben
die
beiden
Länder
ein
sogenanntes
Shiprider-Abkommen,
das
speziell
aus-
gewiesenen
Schiffen
erlaubt,
auf
gemeinsam
genutzten
Wasser-
wegen
zu
patrouillieren.
Die
Besatzung
der
Schiffe
sollte
sich
aus
kanadischen
und
amerikanischen
Strafverfolgungsbeamten?!2
139
zusammensetzen.
Im
darauffolgenden
Jahr
gaben
Präsident
Obama
und
Premierminister
Harper
eine
Erklärung
ab,
in
der
sie
einen
gemeinsamen
Sicherheitsbereich
für
beide
Länder
be-
kräftigten.1?
Das
Abkommen
von
2011,
das
in
zwei
»Aktionspläne«
namens
»Beyond
the
Border«14
und
»Regulatory
Cooperation
Council«?5
unterteilt
ist,
bekräftigte
das
Bekenntnis
zu
einem
gemeinsam
überwachten
Sicherheitsbereich
sowie
einer
weiteren
Harmonisierung
der
Regulatorien
für
Unternehmen.
Seltsamer-
weise
führte
die
Deklaration
auch
aus,
dass
Kanada
und
die
USA
»erwarten,
mit
Drittländern
und
internationalen
Organisationen
zusammenzuarbeiten«,
um
»die
Standards
zu
stärken,
die
zu
unserer
allgemeinen
Sicherheit
beitragen«.
Fakt
ist,
dass
keines
dieser
Abkommen,
kein
Pakt
und
keine
Part-
nerschaft,
Erklärung
oder
Resolution
spontan
aus
dem
Nichts
entstanden
ist.
Sie
sind
das
Ergebnis
von
Planungen
für
einen
Zusammenschluss
nationaler
Regierungen
zu
regionalen
Ge-
bilden,
die
ihrerseits
durch
internationale
Handelsabkommen,
Verträge
und
Absprachen
in
den
Hintergrund
gedrängt,
de
facto
aber
eine
Weltregierung
formen
werden.
Der
Plan,
die
USA,
Kanada
und
Mexiko
zu
einer
»Nordamerikanischen
Union«
zu
verschmelzen,
wurde
von
drei
Organisationen
entwickelt:
dem
Council
on
Foreign
Relations
(CFR),
dem
Canadian
Council
of
Chief
Executives
(heute
Business
Council
of
Canada)
und
dem
Consejo
Mexicano
de
Asuntos
Internacionales
(COMEXI).
2005
wurde
der
Entwurf
für
diese
Konsolidierung
unter
dem
Titel
»Building
a
North
American
Community«16
veröffentlicht.
Das
Dokument,
das
von
einer
Task
Force
unter
dem
Co-Vorsitz
von
(Uberraschung)
John
Manley
erstellt
wurde,
beschreibt
zwei
Szenarien
des
CFR:
eines,
um
»Nordamerika«
durch
die
Schaffung
eines
kontinentalen
Sicherheitsperimeters
»sicherer
140
zu
machen«,
das
andere
plädiert
für
die
»Schaffung
eines
nord-
amerikanischen
Wirtschaftsraums«,
der
durch
Harmonisierung
von
Regulierungen
und
den
Abbau
von
Barrieren
für
berufstätige
Grenzgänger
gestärkt
werden
soll.
Erstaunlicherweise
führt
der
Entwurf
sogar
die
Bilderberg-Gruppe
als
Vorbild
für
den
von
der
Task
Force
vorgeschlagenen
»North
American
Advisory
Council«
an,
ein
Gremium,
das
»unabhängige«
Berater
ernennen
soll,
um
»Nordamerika
eine
Stimme
zu
geben«.
Für
mehr
Informationen
über
die
Bilderberg-Gruppe,
ihre
Geschichte
und
ihre
Aktivitäten,
lesen
sie
bitte
»Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch.
Die
drei
Partner
treiben
ihr
Konzept
der
»nordamerikanischen
Gemeinschaft«
über
verschiedene
Kanäle
voran.
Wie
2008
in
der
CFR
Hauszeitschrift
Foreign
Affairs
dargelegt,
ist
dieser
Plan
weit
mehr
als
ein
politischer
Prozess.
Er
stellt
ein
kulturelles
Phänomen
dar,
das
durch
die
Schaffung
zahlreicher
Studiengänge
zum
Thema
Nordamerika
an
Hochschulen
und
Elite-Universitäten
gefördert
wird.!7
Die
unabhängige
Autorin
Dana
Gabriel
lieferte
in
einem
Artikel,
der
2010
im
Corbett
Report
veröffentlicht
wurde,
Einzelheiten
bezüglich
dieser
kulturellen
Konditionierung:
»Das
Center
for
North
American
Studies
an
der
American
University
in
Washington,
D.C.
»wurde
gegründet,
um
eine
neue
Generation
von
Studenten
auszubilden,
die
politische
Debatte
zwischen
den
Regierungen
und
der
Öffentlichkeit
zu
fördern
und
Ideen
für
eine
kontinentale
Zukunft
zu
erforschen«.
Die
Arizona
State
University
hat
auch
das
North
American
Center
for
Transborder
Studies
gegründet,
dessen
Aufgabe
es
ist,
»ein
besseres
Verständnis
von
Grenz-
und
trilateral
relevanten
Fragen
in
Nordamerika
zu
för-
dern,
indem
Wissenschaftler
unterstützt
werden,
die
zur
141
Entwicklung
innovativer
Theorien
und
umsetzbarer
politischer
Analysen
zu
diesen
Themen
beitragen«.
Das
North
American
Integration
and
Development
Center
mit
Sitz
an
der
University
of
California,
Los
Angeles,
»strebt
danach,
Verbindungen
zwischen
einer
Vielzahl
von
Institu-
tionen,
Organisationen
und
lokalen
Gruppen
aufzubauen,
um
die
nordamerikanische
Integration
zu
fördern«.
Diese
verschiedenen
Zentren
sind
zusammen
mit
anderen
Initiativen
Teil
laufender
Bemühungen,
kommende
Gene-
rationen
so
zu
konditionieren
und
zu
schulen,
dass
sie
ein
nordamerikanisches
Bewusstsein
akzeptieren.«18
Mit
anderen
Worten:
Hinter
dem
Wohlfühljargon,
der
»bessere
Verständigung«
und
»Verknüpfung«
ankündigt,
verbirgt
sich
eine
dunkle
Realität
—
denn
die
regionale
Fusion
ist
trotz
ihres
intellek-
tuellen
Anstrichs
rein
politisch
motiviert
und
nichts
anderes
als
ein
konzerngetriebener,
vetternwirtschaftlicher
Albtraum.
Ebenso
frappierend
ist
die
Erkenntnis,
dass
dieser
Prozess
nicht
mit
der
verwaltungsrechtlichen
Konsolidierung
Nordamerikas
begann,
weil
er
natürlich
nicht
an
den
Grenzen
dieses
neu
gedachten
»Heimat-
landes«
enden
wird.
Vielmehr
handelt
es
sich
um
ein
weltweites
Phänomen
mit
dem
finalen
Ziel,
weltpolitische
Kontrolle
in
den
Händen
einiger
weniger,
mächtiger
Oligarchen
zu
konsolidieren.
Dieser
Prozess
weltpolitischer
Konsolidierung
ist
längst
in
vollem
Gange
und
betrifft
auch
andere
Kontinente.
—
Afrika
hat
bereits
Schritte
zur
Gründung
einer
Afrikanischen
Union
eingeleitet.
19
—
Die
Staats-
und
Regierungschefs
der
Europäischen
Union
versuchen
trotz
einer
Reihe
von
Misserfolgen,20
ihre
Macht
über
Europa
weiter
auszuweiten.
142
—
Wladimir
Putins
Eurasische
Wirtschaftsunion
wurde
2015
offiziell
ins
Leben
gerufen.21
—
Die
viel
diskutierten
»BRICS«
—
Brasilien,
Russland,
Indien,
China
und
Südafrika
—
deren
Akronym
sich
der
Vorstandsvor-
sitzende
von
Goldman
Sachs
ausgedacht
hat,22
treiben
ihre
eigenen
Versuche
voran,
Regulierungen
zu
harmonisieren
und
Grenzen
zu
überwinden.
Derweil
warten
die
Welthandelsorganisation,
die
Weltgesundheits-
organisation,
die
Vereinten
Nationen,
der
Internationale
Wäh-
rungsfonds,
die
Weltbank,
die
Organisation
für
wirtschaftliche
Zusammenarbeit
und
Entwicklung,
die
Weltzollorganisation
und
unzählige
andere
internationale
Institutionen,
Organisationen,
Rahmenverträge
und
quasi-staatliche
Strukturen
darauf,
das
Ziel
einer
»Weltregierung«
zu
realisieren
—
wie
globalistisch
bewegte
Oligarchen
offen
zugeben.
War
die
Karte
des
»Heimatlandes«,
die
Senatorin
Feinstein
präsentierte
—
eine
Karte,
die
ganz
Nord-
amerika,
Mittelamerika
sowie
die
Karibik
umfasst
—
einfach
nur
der
unbeabsichtigte
Irrtum
einer
Kartografin?
Oder
eine
fantasievolle
Übertreibung?
Oder
war
diese
Infografik
ein
weiterer
Versuch
der
Globalisten,
uns
an
die
Unvermeidlichkeit
regionaler
Regierungen
zu
gewöhnen?
Angenommen,
wir
entscheiden
uns
für
Letzteres,
dann
stellt
sich
die
Frage:
Wie
können
wir
dieser
globalistischen
Agenda
am
besten
entgegentreten?
Sollen
wir
uns
an
den
nationalstaatlichen
Rahmen
als
Bollwerk
gegen
zentralisierte
Kontrollstrukturen
klammern?
Wählen
wir
diesen
oder
jenen
Präsidenten
in
der
Hoffnung,
dass
er
oder
sie
das
Blatt
wenden
und
den
transgene-
rationalen
Plan
der
Finanzeliten,
Königsmacher
und
Oligarchen
zur
Erringung
der
Weltherrschaft
aufhalten
wird?
143
Jeder
dieser
Schritte
würde
Sinn
machen
—
wenn
der
National-
staat
die
natürliche,
rationale
und
wehrhafte
Struktur
wäre,
die
für
die
Wahrung
menschlicher
Freiheit
steht.
Was
aber,
wenn
der
Nationalstaat
weder
eine
natürliche
noch
eine
der
Freiheit
verpflichtete
Institution
ist?
Was,
wenn
Regionalismus
und
Nationalismus
gar
keine
Gegensätze
sind,
wie
uns
oft
erzählt
wird,
sondern
nur
verschiedene
Seiten
derselben
Medaille?
Und
was
ist,
wenn
diese
Medaille
so
ausbalanciert
wird,
dass
jede
Auseinandersetzung
zwischen
diesen
beiden
Konzepten
zum
gleichen
Ergebnis
führt
—
der
Weltregierung?
Um
diese
Fragen
zu
beantworten,
gehen
wir
zurück
ins
Jena
des
neunzehnten
Jahrhunderts.
Geschichtsinteressierte
werden
diese
bescheidene
Stadt
im
Herzen
des
heutigen
Deutschlands
sofort
als
Schauplatz
einer
der
großen
Schlachten
Napoleons
erinnern,
eines
vernichtenden
und
entscheidenden
Sieges
über
die
preu-
Bische
Armee,
der
zur
Unterwerfung
des
Königreichs
Preußen
durch
das
französische
Reich
führte.
Diese
Niederlage
war
so
demütigend,
dass
sie
den
Nürnberger
Buchhändler
Johann
Philipp
Palm
dazu
veranlasste,
ein
Pamphlet
mit
dem
Titel
»Deutschland
in
seiner
tiefen
Erniedrigung«
zu
verteilen,
in
dem
die
Deutschen
aufgefordert
wurden,
sich
ihren
französischen
Eroberern
mit
Waffengewalt
zu
widersetzen.
Seine
Belohnung?
Palm
wurde
von
einem
französischen
Erschießungskommando
hingerichtet.23
Palms
Märtyrertod
avancierte
zu
einer
Art
Schlachtruf
für
die
entstehende
deutsche
Nation
und
inspirierte
Johann
Gottlieb
Fichte,
einen
einflussreichen
Philosophen
mit
dem
Ruf
eines
revolutionären
Brandstifters,
seine
»Reden
an
die
deutsche
Nation
zu
halten«.
In
dieser
wegweisenden
Vortragsreihe,
die
zwischen
Dezember
1807
und
März
1808
stattfand,
legte
Fichte
den
philo-
sophischen
Grundstein
für
eine
Idee,
die
zu
dieser
Zeit
gerade
erst
Gestalt
annahm
—
den
Nationalstaat.
144
Bis
zum
späten
Mittelalter
war
die
westliche
Welt
fast
durchgängig
unter
Monarchien
organisiert,
in
denen
Könige
und
Königinnen
das
göttliche
Recht
auf
Herrschaft
beanspruchten.
Die
Revo-
lutionen
in
den
Vereinigten
Staaten
und
Frankreich
am
Ende
des
18.
Jahrhunderts
symbolisierten
den
Todeskampf
dieser
Herrschaftsform
—
obwohl
noch
in
den
Sternen
stand,
auf
welcher
Grundlage
der
Staat
in
der
postmonarchischen,
postfeudalen
Welt
organisiert
sein
würde.
Indem
er
»nur
für
Deutsche
und
nur
von
Deutschen«
sprach,
skizzierte
Fichte
die
Rolle,
die
der
Nationalstaat
seiner
Meinung
nach
spielen
sollte,
wenn
es
darum
ging,
seine
Landsleute,
die
damals
in
einer
Vielzahl
von
kleinen
Herzogtümern,
Fürstentümern
und
Königreichen
lebten,
zu
einem
politischen
Ganzen
zu
formen:
»Das
Ziel
des
Staates
ist
das
positive
Recht,
der
innere
Frieden
und
ein
Zustand,
in
dem
jeder
durch
Fleiß
sein
tägliches
Brot
verdienen
und
die
Bedürfnisse
seiner
materiellen
Existenz
befriedigen
kann,
solange
es
Gott
erlaubt,
dass
er
lebt.
All
dies
ist
nur
ein
Mittel,
eine
Bedingung
und
ein
Rahmen
für
das,
was
die
Vaterlands-
liebe
wirklich
will,
nämlich
dass
das
Ewige
und
Göttliche
in
der
Welt
erblühen
möge
und
niemals
aufhöre,
immer
reiner,
perfekter
und
vortrefflicher
zu
werden.
Deshalb
muss
diese
Vaterlandsliebe
selbst
den
Staat
regieren
und
die
höchste,
endgültige
und
absolute
Autorität
sein.
Der
erste
Akt
dieser
Autorität
wird
sein,
den
Staat
in
der
Wahl
der
Mittel
zur
Sicherung
seines
unmittelbaren
Ziels
—
des
inneren
Friedens
—
zu
begrenzen.
Um
dieses
Ziel
zu
erreichen,
muss
die
natürliche
Freiheit
des
Einzelnen
auf
viele
Weisen
eingeschränkt
werden.«24
145
Und
was
schlug
Fichte
vor,
um
seine
Landsleute
zur
Treue
zum
»Vaterland«
zu
bewegen,
obwohl
dies
die
Einschränkung
der
»natürlichen
Freiheit
des
Individuums«
erfordert?
»Ich
schlage
vor,
dass
ihr
durch
Bildung
die
wahre
und
allmächtige
Vaterlandsliebe
tief
und
unvergesslich
in
den
Herzen
aller
verankert,
die
Vorstellung
von
unserem
Volk
als
ewiges
Volk
und
als
Sicherheit
für
unsere
eigene
Ewigkeit.
«25
Die
Reformen,
die
Fichte
nach
der
Niederlage
der
preußischen
Armee
bei
Jena
entwarf,
wurden
zur
Grundlage
des
preußi-
schen
Bildungswesens,
das
wiederum
den
Grundstein
für
die
Föderation
des
heutigen
Deutschlands
legte.
Er
entwarf
ein
Bildungssystem,
das
Individualität,
Unabhängigkeit,
Eigen-
ständigkeit
und
die
Sorge
um
die
natürlichen
Freiheiten
der
Bevölkerung
eliminierte
und
durch
Konformität,
Abhängigkeit
und
Unterordnung
des
Einzelnen
ersetzte.
Fast
zweihundert
Jahre
später
schrieb
der
großartige,
amerikanische
Bildungs-
historiker
John
Taylor
Gatto
einen
bahnbrechenden
Essay
zu
diesem
Thema
—
»Der
Albtraum
der
öffentlichen
Schule:
Warum
ein
System
reparieren,
das
darauf
ausgelegt
ist,
das
individuelle
Denken
zu
zerstören?«
—
in
dem
er
feststellte:
»Effektiv
teilte
Fichte
dem
preußischen
Volk
also
mit,
dass
die
Party
vorbei
sei
und
die
Nation
sich
durch
eine
neue,
utopische
Institution
der
Pflichterziehung
formen
müsse,
in
der
jeder
lernen
würde,
Befehle
zu
befolgen.
So
wurde
zum
ersten
Mal
in
der
Zivilisationsgeschichte
Pflichtunterreicht
eingeführt,
der
mit
den
Bajonetten
des
Staates
durchgesetzt
wurde.
Der
moderne
Pflichtunterricht
begann
1819
in
Preußen
—
mit
einer
klaren
Vorstellung
davon,
was
146
zentralisierte
Schulen
erreichen
könnten:
Gehorsame
Soldaten
für
die
Armee,
gehorsame
Arbeiter
in
den
Minen,
pflegeleichte
Beamte
für
die
Regierung,
devote
Angestellte
in
der
Industrie,
Bürgerinnen
und
Bürger,
die
bei
wichtigen
Themen
gleich
dachten.
«26
Zu
den
»Errungenschaften«
des
preußischen
Bildungssys-
tems
gehörte
die
erstmalige
Einführung
einer
ganzjährigen
Schulpflicht.
Beginnend
mit
dem
Kindergarten.
Weitere
Kenn-
zeichen
des
preußischen
Systems
waren
die
Durchsetzung
eines
nationalen
Lehrplans,
die
Einführung
standardisierter
Tests
und
(natürlich)
Unterricht,
der
den
Schülern
ein
Gefühl
nationaler
Identität
vermitteln
sollte.
Dieses
System
wurde
bald
von
anderen,
im
Entstehen
begriffenen
Nationalstaaten
übernommen,
einschließlich
der
Vereinigten
Staaten
von
Amerika.
Gatto
weiter:
»Sie
sollten
darüber
informiert
sein,
weil
die
preußische
Begründung
-
die
darin
bestand,
eine
Form
des
staatlichen
Sozialismus
zu
schaffen
—
in
den
ersten
50
Jahren
unseres
Schulsystems
allmählich
die
traditionelle
amerikanische
Begründung
verdrängte,
die
für
die
meisten
Menschen
darin
bestand,
das
Individuum
auf
seine
Eigenständigkeit
vorzubereiten.«27
Diese
»amerikanische
Begründung«
ist
vielleicht
am
präsentesten
in
den
Schriften
von
Thomas
Jefferson,
der
den
Yeoman-Farmer
als
den
tugendhaftesten
Bürger
der
Republik
feierte.
Nicht,
weil
der
Farmer,
der
sein
eigenes
Land
bewirtschaftete,
daran
interessiert
war,
Nationalismus
zu
fördern,
sondern
gerade
deshalb,
weil
er
»weit
mehr
daran
interessiert
war,
den
Widerstand
gegen
die
Regierung
zu
fördern
(...)
als
die
nationale
Verteidigung.«28
147
Im
Gegensatz
zu
Jefferson
befürworteten
Leute
wie
Benjamin
Rush,
ein
Mitunterzeichner
der
Unabhängigkeitserklärung,
die
Schaffung
öffentlicher
Schulen,
um
Kinder
zu
staatsliebenden
Automaten
zu
machen.
Damit
diese
Charakterisierung
nicht
als
Übertreibung
missverstanden
wird,
betrachten
wir
Rushs
bemerkenswert
freimütigen
Aufsatz
»Von
der
Art
der
Erziehung
in
einer
Republik«,
in
dem
er
schrieb:
»Indem
unsere
Schulen
ein
allgemeines
und
einheitliches
Erziehungssystem
anwenden,
werden
sie
die
Masse
des
Volkes
homogener
und
dadurch
angepasster
für
eine
einheitliche
und
friedliche
Regierung
machen.
«29
Rush
schloss
mit
den
Worten:
»Aus
den
gemachten
Beobachtungen
schließe
ich,
dass
es
möglich
ist,
die
Menschen
in
republikanische
Maschinen
zu
verwandeln.
Dies
muss
geschehen,
wenn
wir
von
ihnen
erwarten,
dass
sie
ihre
Rolle
in
der
großen
Maschinerie
des
Staatswesens
richtig
ausfüllen.
Diese
Republik
ist
mit
Monarchisten
oder
Aristokraten
bestückt,
die
sich
nicht
um
den
Willen
des
Volkes
kümmern,
daher
müssen
sie
aneinander
durch
Erziehung
angeglichen
werden,
bevor
sie
dazu
gebracht
werden
können,
Regelmäßigkeit
und
Einheit-
lichkeit
im
Staatswesen
hervorzubringen.«30
Gewiss
hat
die
Einführung
des
preußischen
Schulwesens
in
den
USA
den
früheren
Erziehungsstil
nicht
vollständig
beseitigt.
Auch
wurde
die
ursprüngliche
Absicht
der
Bildung,
nämlich
die
Vor-
bereitung
selbständiger
Individuen
auf
autonomes
Handeln,
nicht
völlig
aufgegeben.
Klassische
Fächer
wurden
nicht
abgeschafft,
sondern
ausschließlich
Kindern
der
herrschenden
Elite
zugänglich
148
gemacht,
die
sich
buchstäblich
für
berechtigt
halten,
Massen
von
Arbeitern
zu
verwalten
und
zu
kontrollieren.
Diese
Doppelmoral
im
Bildungswesen
wurde
1909
in
einer
Rede
des
damaligen
Prä-
sidenten
der
Princeton
University,
dem
späteren
Präsidenten
der
USA,
Woodrow
Wilson,
auf
erstaunliche
Weise
hervorgehoben:
»Wir
wollen,
dass
eine
Klasse
von
Menschen
eine
liberale
Erziehung
genießt,
und
wir
wollen,
dass
eine
andere
Klasse
von
Menschen,
eine
sehr
viel
größere
Klasse,
auf
die
Privilegien
einer
liberalen
Erziehung
verzichtet
und
sich
in
die
Lage
versetzt,
bestimmte,
schwierige,
manuelle
Aufgaben
zu
verrichten.
Das
ist
in
jeder
Gesellschaft
notwendig.
«31
Die
Idee
des
Nationalstaats
ist
nicht,
wie
nationalistische
My-
thologien
gerne
vorgeben,
spontan
aus
dem
Nebel
der
Zeit
ent-
standen.
Vielmehr
wurde
sie
über
Generationen
hinweg
durch
verpflichtende
Schulbildung
gezielt
geformt,
durch
nationale
Lehrpläne
gefördert
und
durch
regelmäßige,
standardisierte
Tests
konsequent
gefestigt.
Das
führte
Stück
für
Stück
dazu,
dass
die
Bevölkerung
fügsamer,
selbstgefälliger
und
unterwürfiger
wurde
—
und
sich
damit
so
weit
vom
Ideal
Jeffersons
entfernte,
dass
sie
damit
heute
nichts
mehr
gemein
hat.
Die
meisten
Eltern
in
den
Vereinigten
Staaten,
die
unzufrieden
mit
der
neuesten
Maß-
nahme
zur
Standardisierung
der
Indoktrination
des
Nachwuchses
sind
—
der
Common
Core
State
Standards
Initiative
—
wissen
wahr-
scheinlich
nicht,
dass
die
historischen
Wurzeln
des
Problems
bis
nach
Preußen
zurückreichen.
Daher
ist
ihnen
auch
nicht
bewusst,
dass
dieses
»Bildungssystem«
ursprünglich
geschaffen
wurde,
um
Nationalismus
in
seinen
Opfern
zu
verankern
—
und
dass
genau
diese
nationalistische
Indoktrination
nun
im
Begriff
ist,
durch
eine
globalistische
ersetzt
zu
werden.
149
Eltern,
die
sich
über
diese
Sachverhalte
informieren
möchten,
können
das
World
Core
Curriculum
konsultieren,
das
auf
der
Website
der
Organisation
für
Erziehung,
Wissenschaft
und
Kultur
(UNESCO)
der
Vereinten
Nationen
beworben
wird.32
Sie
können
sich
auch
mit
der
Beschreibung
von
Obamas
Bildungsminister
Arne
Duncan
vertraut
machen,
der
ausführte,
dass
die
UNESCO
»globaler
Partner«
bei
der
Gestaltung
einer
»Bildungsagenda
von
der
Wiege
bis
zur
Karriere«
ist
und
Schüler
auf
»neue
globale
Herausforderungen«
vorbereitet.33
Im
Lichte
dieser
Informationen
werden
Eltern
dann
auch
verstehen,
wie
die
Öffentlichkeit
von
der
UNESCO
aus
dem
Zeitalter
von
Rushs
»republikanischen
Ma-
schinen«
in
das
Zeitalter
»globalistischer
Maschinen«
geführt
wird.
Die
Oligarchen
der
Vergangenheit
brachten
ihre
indoktrinierten
Gefolgsleute
dazu,
sich
um
eine
Landesflagge
zu
scharen
-
in
dem
Wissen,
dass
sie
das
empfänglicher
dafür
machte,
natürliche
Freiheiten
aufzugeben.
Alles,
was
die
Oligarchen
von
heute
nun
tun
müssen,
um
ihre
Minions
in
die
neue
globalistische
Ordnung
zu
führen,
ist,
die
Farben
dieser
Flagge
zu
ändern.
Denn
die
Oligarchen
wissen:
Sobald
eine
Bevölkerung
darauf
trainiert
wurde,
einem
beliebigen
Kollektiv
die
Treue
zu
schwören,
geht
es
nur
noch
darum,
dieses
Kollektiv
(Nationalstaat)
über
eine
Zwischenstation
(regionale
Regierungen)
gegen
ein
neues
aus-
zutauschen
(Weltregierung).
Die
Ideologien
des
Nationalismus
und
des
Globalismus,
die
der
gleichen
tyrannischen
Saat
des
Kollektivismus
entspringen,
welcher
Individuen
zur
Nummer
in
der
staatlichen
Maschinerie
degradiert,
sind
nichts
anderes
als
unterschiedliche
Formen
derselben
Idee.
Globalismus
ist
nicht
das
Gegenteil
von
Nationalismus.
Ganz
im
Gegenteil.
Der
Globalismus
ist
die
logische
Konsequenz
des
Nationalismus.
150
Wenn
nationalistischer
Eifer
also
nicht
das
passende
Gegenmittel
für
die
Agenda
der
Globalisten
ist
-
was
dann?
Um
diese
Frage
zu
beantworten,
müssen
wir
sie
nur
wie
folgt
umformulieren:
Wenn
die
Aufgabe
individueller
Freiheit
gegenüber
einem
nationalis-
tischen
Kollektiv
nicht
die
Lösung
für
die
Aufgabe
individueller
Freiheiten
gegenüber
einem
globalen
Kollektiv
ist
—
was
dann?
Aha,
schon
haben
wir
die
Antwort.
Individuelle
Freiheit.
Wir
müssen
unsere
persönlichen
Freiheiten
verteidigen
—
gegen-
über
dem
Ansturm
des
Kollektivismus.
Ganz
gleich,
ob
dieser
nationalistischer,
regionalistischer
oder
globalistischer
Natur
ist.
Was
aber
verstehen
wir
in
der
heutigen
Zeit
unter
»individu-
eller
Freiheit«?
Jefferson
hatte
seinen
Yeoman-Farmer.
Aber
dieses
Konzept
wirtschaftlicher
und
politischer
Freiheit
ist
fast
250
Jahre
alt.
Gibt
es
neue
Wege,
die
Gesellschaft
zu
orga-
nisieren?
Wege,
die
nicht
von
uns
verlangen,
unsere
Identität
aufzugeben
oder
zentralistischen
Bürokratien
die
Treue
zu
schwören?
Natürlich
gibt
es
die.
Aber
um
sie
zu
finden,
müssen
wir
unsere
Vorstellungen
von
»Regierung«
und
»Staat«
in
Frage
stellen
—-
jene
Vorstellungen,
die
unser
politisches
Denken
seit
Tausenden
von
Jahren
bestimmen.
Denken
sie
mal
darüber
nach:
Unser
ganzes
Leben
lang
wurde
uns
beigebracht,
zu
glauben,
dass
es
unmöglich
ist,
in
einer
Gesellschaft
ohne
Regierung
zu
leben.
Viele
Wähler
können
sich
nicht
einmal
vorstellen,
sowohl
Kandidat
A
als
auch
Kandidat
B
abzulehnen
(geschweige
denn
die
Kandidaten
C
bis
Z!).
Und
wenn
sie,
werter
Leser,
es
wagen,
das
Nichtwählen
als
Idee
in
den
Raum
zu
stellen,
entgegnet
man
ihnen
mit
zitternder
Stimme
—
am
besten
flüsternd,
damit
niemand
hört,
wie
das
aufrührerische
Wort
ausgesprochen
wird
—-
dass
dann
aber
wohl
»Anarchie«
herrschen
würde.
151
Ach,
stimmt
—
die
Anarchie.
Ein
Wort,
das
in
der
Fantasie
jener,
die
konditioniert
wurden,
zu
glauben,
dass
die
Wahl
des
nächsten
Herrschers
ihre
edelste
und
heiligste
Pflicht
ist,
in
Blut
getränkten,
flammend
roten
Buchstaben
geschrieben
wird.
Die
weit
verbrei-
tete
Assoziation
von
Anarchie
mit
Gewalt
ist
keineswegs
neu.
In
den
1920er
Jahren
war
die
Angst,
die
der
Begriff
»Anarchismus«
unter
Amerikanern
und
Europäern
hervorrief,
so
groß,
dass
der
anarchistische
Philosoph
Alexander
Berkman
meinte,
er
müsse
darauf
reagieren
und
diese
Ängste
zerstreuen.
1929
veröffent-
lichte
er
»Was
ist
Anarchismus?«,
eine
Schrift,
die
die
Frage
»Ist
Anarchismus
Gewalt?«
in
Kapitel
19
direkt
thematisiert:
»Der
Anarchismus
ist
das
Ideal
eines
solchen
Zustandes:
Einer
Gesellschaft
ohne
Zwang
und
Unterdrückung,
in
der
alle
Menschen
gleich
sind
und
in
Freiheit,
Frieden
und
Harmonie
leben.
Das
Wort
Anarchie
kommt
aus
dem
Griechischen
und
bedeutet
ohne
Gewalt,
ohne
Gewalt
oder
Regierung,
denn
Regierung
ist
die
eigentliche
Quelle
von
Gewalt,
Zwang
und
Unterdrückung.
Anarchie
bedeutet
daher
nicht
Unordnung
und
Chaos,
wie
man
früher
dachte.
Im
Gegenteil
—
es
ist
genau
andersrum.
Es
bedeutet
keine
Regierung,
sondern
Freiheit
und
Selbstbestimmung.
Unordnung
ist
das
Kind
von
Autorität
und
Zwang.
Freiheit
hingegen
ist
die
Mutter
der
Ordnung.«34
Das
ist
Anarchismus
aus
der
Sicht
eines
Anarchisten.
Eine
Ge-
sellschaft
ohne
Zwang,
in
der
Ordnung
das
natürliche
Ergebnis
von
Freiheit
ist.
Nochmal:
Für
diejenigen,
die
darauf
programmiert
wurden,
Regierungen
als
Quelle
von
Recht
und
Ordnung
zu
betrachten,
ist
es
fast
unbegreiflich,
dass
Ordnung
(ganz
zu
schweigen
von
152
Frieden
und
Harmonie)
durch
die
Auflösung
der
Regierung
er-
reicht
werden
soll.
Doch
der
Glaube
an
die
Notwendigkeit
einer
Regierung,
der
tief
im
preußischen
Bildungssystem
verwurzelt
ist,
muss
direkt
in
Frage
gestellt
werden.
Einer
der
ersten,
der
diese
Indoktrination
in
Frage
stellte,
war
Pierre-Joseph
Proudhon,
ein
französischer
Denker
des
19.
Jahr-
hunderts,
der
sich
selbst
als
Anarchist
bezeichnete.
In
seiner
Abhandlung
»Allgemeine
Idee
der
Revolution
im
neunzehnten
Jahrhundert«
von
1851
demontierte
Proudhon
die
Frömmigkeiten
der
etatistischen
Gesellschaft
atemberaubend
ungestüm:
»Regiert
zu
werden
heißt,
ständig
beobachtet,
inspiziert,
ausspioniert,
gelenkt,
gesetzlich
gezwungen,
nummeriert,
erfasst,
eingeschrieben,
indoktriniert,
belehrt,
kontrolliert,
eingeschätzt,
bewertet,
zensiert,
kommandiert
zu
werden
—
von
Wesen,
die
weder
das
Recht
noch
die
Weisheit
noch
die
Tugend
dazu
haben.
Regiert
zu
werden
heißt,
unter
dem
Vorwand
des
öffentlichen
Nutzens
und
im
Namen
des
allgemeinen
Interesses
ausgebeutet,
geschult,
erpresst,
ausgeliefert,
monopolisiert,
ausgepresst,
getäuscht,
beraubt
zu
werden
-
und
dann,
beim
kleinsten
Widerstand,
beim
ersten
Wort
der
Beschwerde,
unterdrückt,
mit
Geldbußen
belegt,
verachtet,
schikaniert,
verfolgt,
misshandelt,
nieder-
geknüppelt,
entwaffnet,
gewürgt,
eingesperrt,
verurteilt,
erschossen,
deportiert,
geopfert,
verkauft
und
verraten
zu
werden.
Und
schließlich
—
als
Gipfel
von
alldem
—
verspottet,
lächerlich
gemacht,
verhöhnt,
beleidigt,
entehrt
zu
werden.
Das
ist
Regierung;
das
ist
ihre
Gerech-
tigkeit;
das
ist
ihre
Moral.«35
153
Viele
meiner
Leser
werden
die
allgemeine
Empfindung
dieser
Proudhon-Passage
zu
schätzen
wissen.
Doch
wie
steht
es
mit
seiner
Behauptung,
dass
diese
Missbräuchlichkeiten
nicht
nur
das
Versagen
einzelner,
tyrannischer
Regime
sind,
sondern
Wesens-
kern
einer
jeden
Regierung?
Nun,
das
mag
für
mein
Publikum
eine
etwas
schwerer
zu
schluckende
Pille
sein.
Nichtsdestotrotz
muss
man
verstehen,
dass
nicht
nur
die
Institution
Regierung,
sondern
auch
das
Konzept
selbst
auf
Ungerechtigkeit
gegründet
ist.
Die
Früchte
von
Regierung,
die
auf
dem
vergifteten
Boden
der
Lüge
und
Gewalt
wachsen,
sind
verflucht.
Der
amerikanische
politische
Philosoph
Lysander
Spooner
erklärte
diese
Lügen
und
Widersprüche
in
seinem
Klassiker
»No
Treason«:
»Zwei
Menschen
haben
nicht
mehr
natürliches
Recht,
irgendeine
Art
von
Autorität
über
einen
anderen
auszuüben,
als
Einer
das
Recht
hat,
die
gleiche
Autorität
über
Zwei
auszuüben.
Die
natürlichen
Rechte
eines
Menschen
gehören
ihm
selbst,
gegenüber
der
ganzen
Welt;
und
jede
Verletzung
dieser
Rechte
ist
ein
Verbrechen,
egal
ob
sie
von
einem
einzelnen
Mann
oder
von
Millionen
begangen
wird;
ob
sie
von
einem
Mann
begangen
wird,
der
sich
Räuber
nennt
(oder
einen
anderen
Namen
benutzt,
der
seinen
wahren
Charakter
offenbart)
oder
von
Millionen,
die
sich
Regierung
nennen.«36
Die
Kernfrage
ist
also
nicht,
ob
die
Regierung
dieses
oder
jenes
Landes
ihre
Untertanen
besser
oder
schlechter
behandelt
als
die
Regierung
eines
anderen
Landes,
sondern
ob
die
»Unterworfenen«
überhaupt
»unterworfen«
sind.
Wie
sind
Regierungen
überhaupt
entstanden?
Woher
rührt
ihre
Autorität
über
das
Territorium,
das
durch
(willkürlich
definierte)
154
Grenzen
eingefasst
wird?
Welches
Recht
hat
eine
Regierung,
über
»ihre«
Bevölkerung
zu
herrschen
—
und
was
verpflichtet
»ihre«
Bevölkerung,
die
Gesetze
der
Regierung
zu
befolgen?
Die
offen-
kundige
Wahrheit
ist
natürlich,
dass
kein
Möchtegern-Herrscher,
sei
es
ein
Monarch,
eine
Handvoll
Plutokraten,
eine
Militärjunta,
ein
Parlament
oder
der
Nachbar,
irgendeine
intrinsische
Autorität
hat,
über
einen
anderen
Menschen
zu
herrschen.
Dieser
Grundsatz
wurde
im
Laufe
der
Jahrhunderte
von
vielen
Schriftstellern,
Aktivisten
und
Denkern
beschrieben
und
bewiesen.
Spooner
zum
Beispiel,
als
er
vor
fast
zwei
Jahrhunderten
»No
Treason«
schrieb,
zerlegte
sorgfältig
alle
gängigen
Argumente,
die
für
die
Autorität
der
von
der
US-Regierung
vertretenen
Verfassung
über
die
»Bürger«
der
USA
sprechen.
Ein
zeitgenössischerer
Autor,
der
die
gleiche
Argumentation
in
ebenso
klarer,
freimütiger
und
überzeugender
Prosa
vorbringt,
ist
Larken
Rose,
ein
bekannter
An-
archist
und
Autor
des
Buches
»Die
gefährlichste
aller
Religionen«.
In
seinem
Essay
»Meine
Deprogrammierung«
artikuliert
Rose
brillant
seine
Gedanken
über
die
illegitime
Natur
der
Regierung
und
ihre
vermeintliche
Autorität
über
das
Volk:
»Indem
ich
versuchte,
die
Widersprüche
in
meinen
eigenen
politischen
Überzeugungen
aufzulösen,
bewies
ich
mir
selbst,
dass
»Regierung«
niemals
legitim
sein
kann.
Sie
kann
niemals
»Autorität«
haben.
So
notwendig
es
auch
sein
mag,
wie
nobel
das
erklärte
Ziel
auch
immer
ist,
schlussendlich
erkannte
ich,
dass
niemand
das
Recht
erwerben
kann,
andere
zu
regieren
—
und
sei
es
auch
nur
in
einer
begrenzten,
»verfassungsmäßigen«
Weise.
Es
gibt
mehrere
Möglichkeiten,
das
zu
beweisen,
und
jede
von
ihnen
ist
erstaunlich
einfach.
Wenn
zum
Beispiel
jemand
ein
Recht,
das
er
nicht
hat,
nicht
delegieren
kann,
dann
ist
es
für
die
155
»Regierung«
unmöglich,
irgendwelche
Rechte
zu
haben,
die
ich
selbst
nicht
besitze
(wo
und
wie
hätte
sie
solch
über-
menschliche
Rechte
erwerben
sollen?).
Und
wenn
der
Mensch
die
Moral
nicht
durch
bloßes
Dekret
ändern
kann,
dann
ist
jede
»Gesetzgebung«
sinnlos
und
illegitim.
Wenn
man
das
Nichtaggressionsprinzip
akzeptiert,
dann
ist
»Regierung«
logischerweise
unmöglich,
weil
eine
»Regierung:«,
die
nicht
das
Recht
hat,
zu
besteuern,
zu
regulieren
oder
Gesetze
zu
erlassen
(was
allesamt
aggressive
Drohungen
sind),
überhaupt
keine
>Regierung«
ist.«37
Wenn
man
Roses
Logik
zustimmt,
begibt
man
sich
auf
eine
Mission.
Nein,
nicht
die
Mission,
die
so
oft
in
unseren
Schulen
gefördert,
in
Medien
wiederholt
und
von
Politikern
propagiert
wird,
nämlich
zur
Wahlurne
zu
gehen
und
bessere
Herrscher
zu
wählen.
Nicht
die
Mission,
die
von
Mafia-Bossen
und
Hetzern
unterstützt
wird,
nämlich
die
Munitionskiste
zu
öffnen,
um
der
Regierung
mit
gewaltsamem
Sturz
zu
drohen
—
sondern
die
Mission,
auf
einen
(auch
virtuellen)
Kasten
zu
steigen,
sich
öffentlich
zu
äußern
und
eine
Revolution
des
Bewusstseins
anzufachen.
Unser
Denken
zum
Thema
Regierung
bedarf
eines
Paradigmen-
wechsels.
Die
Massen
müssen
erkennen,
dass
sie
keine
»Unter-
tanen«
oder
»Bürger«
sind,
sondern
freie
Menschen,
die
keinerlei
Verpflichtung
haben,
dem
Diktat
irgendeiner
Regierungsstruktur
zu
folgen.
Nur
wenn
wir
das
Bewusstsein
für
das
Problem
politi-
scher
»Autorität«
schärfen,
können
wir
darauf
hoffen,
Menschen
zu
helfen,
diese
lange
verdrängte
Wahrheit
zu
entdecken.
Larken
Rose
drückt
das
wie
folgt
aus:
»Also
verbringe
ich
jetzt
einen
Großteil
meiner
Zeit
damit,
andere
davon
zu
überzeugen,
den
Kult
des
Etatismus
156
aufzugeben.
Ich
plädiere
genauso
wenig
für
die
Ab-
schaffung
der
»Regierung«
wie
für
die
Abschaffung
des
Weihnachtsmannes.
Ich
möchte
nur,
dass
die
Menschen
aufhören,
ihre
Wahrnehmungen
und
Handlungen
durch
etwas,
das
nicht
existiert
und
nie
existiert
hat
so
signifikant
verzerren
und
pervertieren
zu
lassen.
Deshalb
bezeichne
ich
den
Glauben
an
»Regierung«
und
»Autorität«
als
»die
gefährlichste
aller
Religionen«.
Wenn
die
Menschen
diesen
Aberglauben
aufgeben
könnten,
auch
wenn
sie
sonst
nicht
weiser
oder
mitfühlender
würden,
würde
sich
der
Zustand
der
Gesellschaft
drastisch
verbessern.
Ich
behaupte
nicht,
dass
ich
die
Fähigkeit
habe,
jemanden
tugendhafter
zu
machen,
aber
indem
ich
sie
auf
die
Widersprüche
in
ihren
eigenen
Glaubenssystemen
hinweise
—
genau
die
gleichen
Widersprüche,
mit
denen
ich
jahrelang
zu
kämpfen
hatte
—
hoffe
ich,
einigen
von
ihnen
dabei
helfen
zu
können,
sich
selbst
wieder
in
Besitz
zu
nehmen,
damit
sie
anfangen
können,
als
rationale,
fühlende
Wesen,
statt
als
das
gut
dressierte
Vieh
böswilliger
Herren
zu
denken
und
zu
handeln.
«38
Endlich
kommen
wir
der
Wurzel
des
Übels
etwas
näher.
Das
wirkliche
Schreckgespenst
ist
letztendlich
nicht
die
»Regierung«,
sondern
unser
Glaube
an
die
Autorität
jener
kriminellen
Bande,
die
den
Mantel
eines
»Regierungsvertreters«
trägt.
Die
Heuchelei,
die
dieser
Glaube
hervorruft,
ist
ärgerlich.
Wir
halten
einen
nicht
gewählten
Mann
zu
Recht
für
wahnsinnig,
wenn
er
glaubt,
dass
seine
Diktate
Gesetze
sind
—
und
doch
ge-
horchen
wir
pflichtbewusst
den
Diktaten
unserer
»Gesetzgeber«.
Warum?
Wir
geißeln
zu
Recht
einen
gemeinen
Dieb
dafür,
dass
er
jemandem
Geld
gestohlen
hat
—
und
doch
preisen
wir
Diebe,
157
die
sich
selbst
»Regierung«
und
den
Raubzug
»Steuern«
nennen.
Warum?
Zu
Recht
sperren
wir
einen
Mörder
ein,
der
einem
anderen
das
Leben
nimmt
—
und
doch
preisen
wir
Mörder
in
Uniform
als
Helden
—
dafür,
dass
sie
das
Blut
der
Feinde
unserer
»Regierung«
vergossen
haben.
Warum?
Entwirrt
man
die
Argumentationslinien
von
imaginärer
Autorität,
entwirrt
man
gleichzeitig
die
Argumentationslinie
des
Etatismus
—
des
Glaubens,
dass
unmoralische
Handlungen
moralisch
werden,
nur
weil
sie
im
Namen
des
Staates
vorgenommen
werden.
Nach
der
verdrehten
Logik
des
Etatisten
sind
Menschen
von
Natur
aus
böse
und
betrügerisch.
Deswegen
sollten
ein
paar
dieser
bösen
und
betrügerischen
Menschen
Herrscher
werden,
um
andere
davon
abzuhalten,
böse
und
betrügerisch
zu
sein.
Da
Menschen
dazu
neigen,
andere
zu
berauben
und
zu
töten,
sollten
ein
paar
dieser
Menschen
befugt
sein,
zu
rauben
und
zu
töten,
um
die
anderen
davon
abzuhalten,
sich
gegenseitig
auszurauben
und
zu
töten.
Vergleichen
sie
dieses
abstruse
Konzept
mit
dem
klaren
Statement
des
amerikanischen
Autors
Edward
Abbey:
»Der
Anarchismus
basiert
auf
der
Beobachtung,
dass,
da
nur
wenige
Männer
weise
genug
sind,
sich
selbst
zu
regieren,
noch
weniger
klug
genug
sind,
andere
zu
regieren.«39
Womit
wir
wieder
am
Anfang
wären.
Die
Behauptung,
dass
irgendein
Individuum
oder
eine
Gruppe
von
Individuen
eine
rechtmäßig
gewährte
Autorität
habe,
jede
andere
Person
gegen
ihren
Willen
zu
regieren,
ist
eine
Täuschung.
Eine
gefährliche
noch
dazu.
Die
Vorstellung,
dass
die
Wahl
von
Kandidat
B
besser
wäre,
weil
seine
Art
und
Weise
zu
herrschen
angenehmer
ist
als
die
Art
und
Weise
von
Kandidat
A,
geht
am
Thema
vorbei.
Selbst
158
im
besten
Fall
—
bei
dem
man
für
Kandidat
B
stimmt
und
dieser
tatsächlich
ins
Amt
kommt
—
ist
man
immer
noch
ein
Sklave.
Die
Tatsache,
dass
man
sich
freiwillig
in
Ketten
legt,
ändert
nichts
an
der
Natur
dieser
Beziehung.
In
Spooners
Worten:
»Das
Prinzip,
dass
die
Mehrheit
das
Recht
hat,
die
Minderheit
zu
beherrschen,
bringt
praktisch
jede
Regierung
dazu,
einen
bloßen
Wettstreit
zwischen
zwei
Gruppen
von
Menschen
zu
führen,
der
bestimmt,
welche
von
ihnen
Herren
und
welche
Sklaven
sein
werden:
ein
Wettstreit,
der
—
so
blutig
er
auch
sein
mag
-
im
Wesentlichen
nie
endgültig
abgeschlossen
werden
kann,
solange
der
Mensch
sich
weigert,
Sklave
zu
sein.«40
Damit
hat
Spooner
den
grundlegenden
Zweck
von
Wahlen
heraus-
gearbeitet
—
der
darin
liegt,
zu
entscheiden,
wer
die
Herren
und
wer
die
Sklaven
sein
werden.
So
erkennen
wir,
warum
die
ultima-
tive
Macht
des
Individuums
darin
begründet
liegt,
sich
zu
weigern,
Sklave
zu
sein
—
und
ebenso
darin,
sich
zu
weigern,
die
Prämisse
zu
akzeptieren,
dass
die
Wahl
eines
freundlicheren
»Herrschers«
den
dieser
Beziehung
innewohnenden
Missbrauch
beenden
wird.
So
ist
es
eben
nicht
die
Lösung,
für
Kandidat
B
zu
stimmen.
Unsere
wahre
Macht
liegt
darin,
dass
wir
uns
nicht
dem
Diktat
einer
Möchtegern-Autorität
fügen.
Die
bestmögliche
Wahl
wäre
also
diejenige,
bei
der
gar
niemand
zur
Wahl
gegangen
ist.
Am
Ende
dürfte
es
uns
nicht
weniger
beleidigen,
wenn
auf
der
Karte
»vereitelter
Terroranschläge«
der
NSA
nur
die
fünfzig
Staaten
der
Union
als
»Heimatland«
ausgewiesen
wären.
Denn
ganz
gleich,
wie
politische
Grenzen
gezogen
werden,
wie
weit
sie
sich
nach
Norden,
Süden,
Osten
oder
Westen
erstrecken,
politische
Grenzen
verstärken
lediglich
den
uralten
Glauben
an
den
Etatismus,
der
159
den
faulen
Kern
des
Nationalismus
sowie
des
Globalismus
aus-
macht.
Nur
wenn
wir
diesen
gefährlichen
Aberglauben
zurück-
weisen,
können
wir
die
wirkliche
Bedrohung
für
die
Menschheit
abwehren
-
eine
globalistische
Ideologie,
die
uns
aufgezwungen
wird.
Und
die
nationalistische
Ideologie,
die
ihr
zugrunde
liegt.
10
11
12
13
Daro,
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»Canada
now
part
of
the
American
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21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
»Beyond
the
Border:
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Jim
O'Neill
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G.H.
Turnbull,
M.A.,
Ph.D.
(London:
The
Open
Court
Publishing
Company,
1922.)
Seite
138.
Siehe
Endnote
24.
Seite
151
Gatto,
John
Taylor.
»The
Public
School
Nightmare:
Why
fix
a
system
designed
to
destroy
individual
thought?
«
The
Kossor
Education
Newsletter.
Jahrgang
4
Nummer
11.
1996.
archive.fo/q1D4K
Siehe
Endnote
26.
Pyne,
Charlynn
Spencer
and
Barbara
Bryant.
»Jeffersonian
Ideals:
Symposium
Focuses
on
First
Education
President.<«
The
Library
of
Congress
Information
Bulletin.
Jahrgang
52
Nummer
15.
26.
Juli,
1993.
archive.fo/GN22M
Rush,
Benjamin.
»Of
the
Mode
of
Education
Proper
in
a
Republic.«
The
Founders’
Constitution.
Band
1,
Kapitel
18,
Dokument
30.
Seite
686.
(Chicago:
The
University
of
Chicago
Press,
1987.)
archive.fo/8XUlv
Siehe
Endnote
29
Wilson,
Woodrow.
»The
Meaning
of
a
Liberal
Education.«
Wikisource.
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Januar,
1909.
archive.fo/7h110
161
32
33
35
36
37
38
39
The
World
Core
Curriculum.
UNESCO.
archive.fo/HHHZN
Duncan,
Arne.
»The
Vision
of
Education
Reform
in
the
United
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United
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Mission
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November,
2010.
bit.ly/3yc9Etj
Fellner,
Gene,
editor.
Life
of
an
Anarchist:
The
Alexander
Berkman
Reader
(New
York:
Seven
Stories
Press,
2005.)
Page
272.
Proudhon,
Pierre-joseph.
General
Idea
of
the
Revolution
in
the
Nineteenth
Century.
Translated
by
John
Beverley
Robinson.
(New
York:
Haskell
House
Publishers,
1969.)
Page
294.
Spooner,
Lysander.
No
Treason,
no.
1.
Mises
Institute.
archive.fo/cpNMC
Rose,
Larken.
»My
Deprogramming.«
Voluntaryist.com.
archive.fo/X}fdC
Siehe
Endnote
37.
Abbey,
Edward.
A
Voice
Crying
in
the
Wilderness
(Vox
Clamantis
in
Deserto):
Notes
from
a
Secret
Journal.
(New
York:
St.
Martin's
Press,
1989.)
Seite
23
Siehe
Endnote
36
162
Biotech-Milliardare
und
die
gentechnische
Apokalypse
Ein
seltsamer
Doppelstandard
zieht
sich
dieser
Tage
durch
das
Mainstream-Denken
in
Bezug
auf
Unternehmen.
Auf
der
einen
Seite
findet
man
es
nicht
ungewöhnlich,
dass
Konzernbosse
—
Männer
und
Frauen,
die
bereit
sind,
alles
zu
tun,
bis
hin
zur
Zer-
storung
des
Planeten
selbst,
um
finanzielle
Ziele
zu
erreichen
—
als
Inkarnation
des
Bösen
bezeichnet
werden.
Auf
der
anderen
Seite
reicht
es
schon
aus,
die
Motive
derjenigen,
die
als
Spitzenmanager
fiir
die
genetische
Modifikation
(GM)
unserer
Nahrungsmittel-
versorgung
verantwortlich
sind,
in
Frage
zu
stellen,
um
als
anti-
wissenschaftlicher
Spinner
abgestempelt
zu
werden.
Diese
Doppelmoral
ist
blanke
Ironie,
weil
sich
mittlerweile
eher
die
gekauften,
fiir
die
GM-Industrie
werbenden
Wissenschaftler
auf
der
wissenschaftsfeindlichen
Seite
der
Debatte
wiederfinden.
Gentechnisch
veränderte
Pflanzen
werden
der
Öffentlichkeit
seit
langem
als
Antwort
auf
Probleme
in
puncto
Erndhrungssicherheit
verkauft.
Seit
Dekaden
versichert
uns
die
»Biotech-Industrie«
(wie
sich
die
Branche,
die
gentechnisch
veränderte
Lebensmittel
herstellt,
bezeichnet),
dass
gentechnisch
veränderte
Pflanzen
für
den
menschlichen
Verzehr
geeignet
sind,
höhere
Erträge
bringen,
weniger
Pestizide
benötigen
und
der
sicherste
wie
effektivste
Weg
sein
werden,
um
die
Weltbevölkerung
zu
ernähren
—
während
wir
auf
eine
Zeit
großer
Instabilität
in
der
globalen
Nahrungs-
mittelversorgung
zusteuern.
163
Im
Gegensatz
zu
dem,
was
die
Biotech-Giganten
in
ihren
PR-Bro-
schüren
behaupten,
bringen
gentechnisch
veränderte
Pflanzen
jedoch
keine
höheren
Erträge.
Ein
umfassender
Bericht
der
»Union
of
Concerned
Scientists«
aus
dem
Jahr
2009
zeigte,
dass
es
im
Vergleich
zwischen
gentechnisch
veränderten
Soja-
und
Maisstämmen
und
ihren
nicht
modifizierten
Varianten
keine
Steigerung
des
intrinsischen
Ertrags
gab.1
Dieses
Ergebnis
wurde
durch
einen
Bericht
der
National
Academy
of
Sciences
aus
dem
Jahr
2016
bestätigt,
der
»keine
Beweise
dafür
fand,
dass
gen-
technisch
veränderte
Pflanzen
die
Rate
der
Ertragssteigerung
bei
Sojabohnen,
Baumwolle
oder
Mais
in
den
USA
verändert
haben«.2
Im
selben
Jahr
wertete
eine
umfangreiche
Analyse
der
New
York
Times
die
von
der
UN
während
dreißig
Jahren
ge-
sammelten
Daten
aus
und
fand
keinen
erkennbaren
Unterschied
in
den
Erträgen
zwischen
Westeuropa,
wo
keine
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
angebaut
werden,
und
Nordamerika,
wo
es
solche
gibt.3
Die
Biotech-Branche
ihrerseits
wirbt
gerne
für
die
Forschung
von
Dr.
Matin
Qaim
von
der
Universität
Göttingen,
die
darauf
hindeutet,
dass
gentechnisch
veränderte
Pflanzen
tatsächlich
höhere
Erträge
erzielen.
Laut
einer
Meta-Analyse
von
147
se-
paraten
Studien,
die
von
Dr.
Qaim
mitverfasst
wurde,
steigerte
die
Einführung
der
GM-Technologie
den
Ernteertrag
um
durch-
schnittlich
22
Prozent.4
Als
Dr.
Qaim
zu
diesem
Ergebnis
befragt
wurde,
räumte
er
jedoch
ein,
dass
diese
Erträge
nur
in
den
Ent-
wicklungsländern
möglich
seien,
wo
moderne
landwirtschaftliche
Techniken
nicht
weit
verbreitet
sind.
»Die
derzeit
verfügbaren
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
würden
in
Europa
nicht
zu
großen
Ertragssteigerungen
führen«,
sagte
er
der
New
York
Times.
»Ich
betrachte
das
nicht
als
die
Art
von
technologischem
Wunder,
ohne
das
wir
nicht
leben
könnten.«
164
In
den
Augen
der
Biotech-Industrie
besteht
ein
weiteres
wich-
tiges
Verkaufsargument
von
genetisch
modifizierten
Pflanzen
darin,
dass
sie
so
verändert
wurden,
dass
Schädlinge
bekämpft
werden,
was
Landwirten
ermöglichen
soll,
weniger
Pestizide
zu
verwenden.
Was
die
Biotech-Befürworter
jedoch
nicht
so
gerne
zugeben,
ist,
dass
die
Pflanzen
auch
so
manipuliert
werden,
dass
sie
Herbiziden
widerstehen,
was
von
den
Landwirten
schließ-
lich
verlangt,
dass
sie
den
Einsatz
dieser
Agrar-Chemikalien
stark
ausweiten
müssen.
Bestes
Beispiel
für
dieses
Phänomen
ist
Roundup
ein
Unkrautvernichtungsmittel,
das
ursprünglich
von
Monsanto
hergestellt
wurde
und
vor
der
Übernahme
durch
die
Bayer
AG
im
Jahr
2018
fast
die
Hälfte
des
Unternehmensgewinns
ausmachte.®
Glyphosat,
Hauptbestandteil
von
Roundup,
ist
heute
die
am
häufigsten
verwendete
Agrar-Chemikalie
in
der
Geschichte.
Zwischen
1974
und
2016
wurden
über
1,6
Milliarden
Kilogramm
der
Chemikalie
ausgebracht.?
Eine
Studie
aus
dem
Jahr
2016
ergab,
dass
72
Prozent
der
ge-
samten,
binnen
42
Jahren
ausgebrachten
Menge
an
Glyphosat
zwischen
2006
und
2016
auf
den
Feldern
landete.
Das
ist
ein
klares
Indiz
dafür,
dass
die
Einführung
von
GM-Pflanzen,
die
so
entwickelt
wurden,
dass
sie
gegen
Glyphosat
resistent
sind,
zu
einem
drastischen
Anstieg
beim
Einsatz
eben
dieses
Wirkstoffs
führte.
Eine
Studie
aus
dem
Jahr
2009,
die
versuchte,
den
Anstieg
zu
quantifizieren,
schätzte,
dass
der
Einsatz
von
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
dazu
führte,
dass
US-Landwirte
im
Zeit-
raum
von
1996
bis
2008
gut
383
Millionen
Pfund
mehr
Herbizide
einsetzten,
als
sie
ohne
den
Anbau
gentechnisch
veränderter
Pflanzen
verwendet
hétten.?
Dieser
Trend
ist
besonders
besorg-
niserregend,
weil
mehrere
wissenschaftliche
Studien
Glyphosat
mit
einer
Reihe
von
negativen
Auswirkungen
auf
die
Gesundheit
des
Menschen
in
Verbindung
bringen.
Eine
Studie
aus
dem
Jahr
165
2015
ergab
beispielsweise,
dass
Roundup
sowohl
zytotoxisch
als
auch
endokrin
wirksam
ist.19
Ebenfalls
im
Jahr
2015
stufte
die
Internationale
Agentur
für
Krebsforschung
(IARC)
—
Teil
der
Weltgesundheitsorganisation
(WHO)
—
Glyphosat
als
wahrschein-
lich
krebserregend
fiir
den
Menschen
ein.
Im
Jahr
2017
war
Kalifornien
der
erste
Bundesstaat
der
USA,
der
Glyphosat
als
krebserregend
einstufte.12
Im
Jahr
2020
—
nach
einer
Reihe
von
Urteilen,
in
denen
Monsanto
und
sein
neuer
Eigentiimer,
die
Bayer
AG,
fur
das
Non-Hodgkin-Lymphom
mehrerer
Bewohner
von
Ka-
lifornien
verantwortlich
gemacht
wurden
—
einigte
sich
Bayer
im
Rahmen
eines
spektakulären
Vergleichs
auf
die
Zahlung
von
zehn
Milliarden
US-Dollar
zur
Beilegung
einer
Sammelklage
mit
rund
95.000
ähnlichen
Fällen.13
Um
es
den
Befürwortern
von
Pestiziden
noch
schwerer
zu
machen,
bestätigte
eine
Studie
aus
dem
Jahr
2012,14
dass
die
Biotech-Revolution
zur
Entstehung
von
»Super-
Unkraut«
geführt
hat
—
also
Unkraut,
das
selbst
gegen
Glyphosat
resistent
ist.13
Diese
Resistenz
erfordert
natürlich
den
Einsatz
von
weiteren
Herbiziden,
weil
die
Landwirte
nach
Roundup-Alter-
nativen
suchen,
um
dieses
Super-Unkraut
loszuwerden.
Die
Biotech-Giganten
haben
diese
Rückschläge
also
nicht
dazu
genutzt,
ihre
Position
zu
Gentechnik
und
gesundheitsschädlichen
Pestiziden
neu
zu
bewerten,
sondern
um
eine
falsche
»Lösung«
anzubieten,
die
ihnen
noch
mehr
Geld
einbringt.
Diese
»Lösung«
heißt
2,4-Dichlorphenoxyessigsäure,
ein
Herbizid,
das
gemeinhin
als
2,4-D
bekannt
ist.
Nachdem
die
Unkräuter
begannen,
Re-
sistenzen
gegen
Glyphosat
zu
entwickeln,
nutzten
Landwirte
vermehrt
2,4-D,
weil
das
noch
half
—
was
die
Biotech-Industrie
dazu
bewog,
nun
genetisch
veränderte
Pflanzen
herzustellen,
denen
auch
dieses
Pestizid
nichts
anhaben
kann.16
Im
Jahr
2014
geneh-
migte
das
US-Landwirtschaftsministerium
(USDA)
mehrere
gen-
technisch
veränderte,
2,4-D-resistente
Mais-
und
Sojabohnensorten
166
für
den
kommerziellen
Anbau.17
Studien
schätzen,
dass
diese
Entscheidung
des
USDA
den
Einsatz
von
Agrarchemikalien
in
den
USA
im
Vergleich
zum
aktuellen
Niveau
um
bis
zu
50
Prozent
steigern
könnte.18
Das
Hauptproblem
ist
jedoch
ein
anderes:
Wie
sich
bald
herausstellte,
brachten
Ärzte
2,4-D
—
genau
wie
Glyphosat
—
mit
einer
Reihe
von
Krankheiten
beim
Menschen
in
Verbindung.
Untersuchungen
zeigten,
dass
2,4-D
ein
potenzieller
endokriner
Disruptor?9
und
ein
mutmaßliches
Neurotoxin
ist.20
Und
-
genau
wie
Glyphosat
—
wurde
es
von
der
IARC
als
»mög-
licherweise
krebserregend
fiir
den
Menschen«
eingestuft.21
So
verstorend
all
das
schon
ist
—
der
wohl
verlogenste
Teil
der
Biotech-PR-Kampagne
ist
die
Behauptung,
dass
»gentechnisch
veränderte
Pflanzen
an
sich
völlig
unbedenklich
zu
genießen«
seien.
Diese
Aussage
ist
besonders
argerlich,
da
die
US-Lebens-
mittelbehorde
FDA
die
Sicherheit
von
gentechnisch
veränderten
Pflanzen?2
in
Wirklichkeit
gar
nicht
selbst
testet.
Stattdessen
gehen
die
staatlichen
Aufsichtsbehoérden
grundsätzlich
davon
aus,
dass
alle
gentechnisch
veränderten
Lebensmittel
sicher
sind
—
es
sei
denn,
man
beweist
das
Gegenteil.
Mit
anderen
Worten:
Die
FDA
stützt
ihre
Sicherheitsbhewertung
gentechnisch
veranderter
Produkte
auf
Daten,
die
von
den
Herstellern
selbst
geliefert
werden.
Noch
verabscheuungswiirdiger
ist,
dass
recht-
liche
Beschrankungen
rund
um
Patente
auf
gentechnisch
ver-
änderte
Organismen
unabhängige
Wissenschaftler
dazu
zwingen,
die
Erlaubnis
der
Biotech-Unternehmen
einzuholen,
bevor
sie
Forschungsergebnisse
zu
deren
Produkten
verdffentlichen.23
Infolgedessen
wurden
fast
alle
Langzeitstudien
zur
Tierflitterung,
die
jemals
an
solchen
Organismen
durchgeführt
wurden,
von
den
Biotech-Unternehmen
selbst
vorgenommen.
Nach
eigenen
Regeln
—
und
mit
eigenen
Standards
fiir
die
Berichterstattung.
Die
wenigen
unabhängigen
Studien,
die
durchgeführt
wurden,
167
deuten
auf
eine
Reihe
gesundheitsschädlicher
Auswirkungen
hin,
die
speziell
mit
dem
Verzehr
von
gentechnisch
veränderten
Lebensmitteln
(und
den
Pestiziden,
denen
sie
widerstehen
sollen)
in
Verbindung
gebracht
werden.
Dazu
gehören
unter
anderem
verminderte
Fruchtbarkeit,24
Funktionsstörungen
des
Immun-
systems?25,
Leberversagen,26
Fettleibigkeit2?
und
Krebs.28
Von
den
Lügen
über
angebliche
Vorteile
der
Gentechnik
bis
hin
zur
Vertuschung
der
schädlichen
Auswirkungen
auf
Umwelt
und
menschliche
Gesundheit
scheint
es
genug
Beweise
zu
geben,
um
selbst
die
entschlossensten
Verteidiger
von
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
in
Sorge
zu
versetzen.
Diejenigen,
die
den
Mut
haben,
ihre
Bedenken
öffentlich
zu
machen,
werden
aber
leider
häufig
stigmatisiert
und
pauschal
als
»anti-wissenschaft-
lich«
bezeichnet
—
ein
Begriff,
der
die
Bedeutung
des
Wortes
»Wissenschaft«
pervertiert.
Es
ist
also
nicht
überraschend,
dass
die
wissenschaftliche
Falsifikation
der
Gentechnik-Mythen
nicht
in
das
öffentliche
Bewusstsein
vorgedrungen
ist.
Denn
der
Fortbestand
von
Bayer-Monsanto
und
Co.
hängt
davon
ab,
ob
es
den
Konzernen
gelingt,
die
Öffentlichkeit
von
der
Sicherheit
ihrer
Produkte
zu
überzeugen.
Diese
Konzerne,
allen
voran
Monsanto,
haben
eine
lange
und
zähe
Kampagne
geführt,
um
jegliche
Studie
zu
dis-
kreditieren,
die
auf
die
katastrophalen
Folgen
der
genetischen
Veränderung
von
Lebensmitteln
hinweist.
Dabei
muss
man
bezüglich
dieses
Punktes
nicht
mehr
spekulieren.
Denn
die
Folgen
sind
katastrophal.
Wie
wir
bereits
gesehen
haben,
wurde
Bayer-Monsanto
unzählige
Male
verklagt,
seit
die
IARC
2015
feststellte,
dass
Glyphosat
ein
»wahrscheinliches
Karzinogen
für
den
Menschen«
ist.?9
Im
Oktober
2016
wurden
mehrere
dieser
Klagen
zu
einem
einzigen
Verfahren
zusammengefasst,
das
offiziell
als
»In
re:
Roundup
Products
Liability
Litigation
(MDL
No.
2741)«
168
bezeichnet
wurde.30
Eine
der
vielen
bemerkenswerten
Tatsachen,
die
sich
aus
der
Ermittlungsarbeit
im
Rahmen
dieses
Prozesses
ergaben,
ist
die
Bestätigung
der
Existenz
eines
internen
Monsanto-
PR-Programms
mit
dem
Titel
»Let
Nothing
Go«,
das,
wie
der
Name
schon
sagt,
darauf
abzielt,
keinerlei
Kritik
am
Unternehmen
—
auch
nicht
an
einzelnen
Facebook-Posts
—
unberücksichtigt
zu
lassen.
In
einem
der
in
dem
Fall
eingereichten
Dokumente
heißt
es:
Ȇber
eine
Reihe
von
Dritten
beschäftigt
es
(Monsanto)
Personen,
die
scheinbar
keine
Verbindung
zur
Branche
haben,
ihrerseits
aber
positive
Kommentare
zu
Artikeln
und
Facebook-Posts
veröffentli-
chen
und
Monsanto,
seine
Chemikalien
und
GMO
verteidigen.«31
Im
selben
Dokument
wird
auch
detailliert
beschrieben,
wie
vermeint-
lich
unabhängige
Denkfabriken
wie
das
Genetic
Literacy
Project
und
der
American
Council
on
Science
and
Health
unverhohlen
dafür
sorgen,
der
Biotech-Industrie
dienlicher
Propaganda
einen
wissenschaftlichen
Anstrich
zu
geben.
Zur
Veranschaulichung:
Als
die
IARC
Glyphosat
als
wahrscheinlich
krebserregend
einstufte,
reagierte
das
Genetic
Literacy
Project
mit
einem
Leitartikel,
der
sich
mit
der
Frage
auseinandersetzte,
ob
das
Krebsklassifikations-
system
der
Behörde
reformiert
werden
kann
oder
abgeschafft
werden
muss.32
Andere
Dokumente,
die
im
Prozess
zutage
traten,
bestätigten
den
seit
langem
bestehenden
Verdacht
auf
geheime
Absprachen
zwischen
Monsanto
und
der
US-Umweltschutzbehörde
EPA
—
jener
Regulierungsbehörde,
die
mit
der
Bewertung
der
potenziellen
Krebsrisiken
von
Chemikalien
wie
Glyphosat
beauf-
tragt
ist.
Konkret
zeigen
diese
Dokumente,
dass
der
Vorsitzende
des
Prüfungsausschusses
für
Krebs
der
EPA,
Jess
Rowland,
in
regel-
mäßigem
Kontakt
mit
Monsanto
stand
und
Insiderinformationen
lieferte,
die
zur
Ausgestaltung
der
PR-Strategie
des
Unternehmens
beitrugen.33
Er
warnte
Monsanto
sogar
vor
der
Feststellung
der
IARC,
dass
Glyphosat
ein
wahrscheinliches
Karzinogen
sei
—
und
zwar
schon
Monate
bevor
diese
Informationen
an
die
Öffentlichkeit
169
gelangten.
Das
gab
dem
Unternehmen
viel
Zeit,
um
seine
ent-
sprechende
Propaganda
vorzubereiten.
In
einer
herausragend
ungeheuerlichen
E-Mail
schrieb
ein
Mitarbeiter
von
Monsanto
über
Rowlands
Bemühungen,
eine
Überprüfung
der
Sicherheit
von
Glyphosat
durch
das
US-Gesundheitsministerium
(HHS)
zu
verhindern.
Der
besagte
Mitarbeiter
zitierte
Rowland
mit
den
Worten:
»Wenn
ich
diese
[Sicherheitsüberprüfung]
stoppen
kann,
sollte
ich
eine
Medaille
bekommen.
«34
Während
des
Prozesses
kam
auch
ein
vernichtender
Brief
ans
Licht,
den
Marion
Copley,
eine
EPA-Whistleblowerin,
die
die
Behörde
verließ,
als
sie
selbst
an
Krebs
erkrankte,
im
Jahr
2013
an
Rowland
schrieb.
In
dem
Brief
plädierte
Copley
dafür,
dass
die
schwerwiegenden
Probleme
im
für
Krebserkrankungen
relevanten
Prüfungsprozess
der
EPA
-
insbesondere
im
Bereich
Glyphosat
-
angegangen
werden
müssen,
bevor
sie
unter
der
Erde
liegt.
Sie
tadelte
Rowland
für
seine
offensichtlichen
Versuche,
die
Wissenschaft
zu
Monsantos
Gunsten
und
seinem
eigenen
finanziellen
Vorteil
zu
manipulieren:
»Hören
Sie
ausnahmsweise
mal
auf
mich
und
unterlassen
Sie
die
politischen
Intrigen
und
Spielchen
mit
der
Wissen-
schaft,
nur
um
den
Antragstellern
einen
Gefallen
zu
tun.
Tun
Sie
ausnahmsweise
das
Richtige
und
treffen
Sie
Ihre
Entscheidungen
nicht
danach,
wie
relevant
diese
für
Ihren
Bonus
sind.
«35
Neun
Monate
später
war
Copley
tot
—
und
keines
ihrer
Bedenken
war
ausgeraumt
worden.
Von
all
den
Dokumenten,
die
im
Verlauf
des
Prozesses
ans
Licht
kamen,
sind
jedoch
keine
so
aufschlussreich
wie
jene,
die
die
170
unglaublichen
Anstrengungen
von
Monsanto
offenlegen,
die
Arbeit
von
Gilles-Eric
Seralini
zu
diskreditieren
—
einem
französischen
Wissenschaftler,
der
eine
bahnbrechende
Studie
veröffentlichte,
in
der
eine
Zunahme
von
Tumoren
bei
Ratten
festgestellt
wurde,
wenn
diese
mit
gentechnisch
verändertem
Mais
und
Monsantos
Herbizid
Roundup
gefüttert
wurden.
Die
entsprechende
Kontroverse
begann
2012,
als
ein
Forscherteam
unter
der
Leitung
von
Dr.
Seralini
an
der
Universität
Caen
eine
Studie
mit
dem
Titel
»Langzeittoxizität
eines
Roundup-Herbizids
und
einer
genetisch
veränderten,
gegenüber
Roundup
toleranten
Maissorte«
im
Journal
of
Food
and
Chemical
Toxicology
ver-
öffentlichte.36
Der
Artikel
beschrieb
die
Ergebnisse
eines
Experi-
ments,
bei
dem
Seralinis
Team
200
Ratten
durch
eine
zweijährige
Fütterungsstudie
begleitete.
Das
Team
teilte
die
Ratten
in
zehn
Gruppen
zu
je
zwanzig
Tieren
ein
(zehn
männliche
und
zehn
weibliche
Ratten).
Ratten
in
drei
der
Gruppen
wurden
nur
mit
Monsantos
patentiertem,
genetisch
verändertem
Mais
NK603
ge-
füttert.
Ratten
in
drei
weiteren
Gruppen
erhielten
Mais,
der
mit
dem
Herbizid
Roundup
behandelt
wurde.
Ratten
in
drei
anderen
Gruppen
erhielten
mit
Roundup
behandeltes
Wasser,
aber
keinen
genetisch
veränderten
Mais.
Und
Ratten
in
der
zehnten
Gruppe,
einer
Kontrollgruppe,
wurden
weder
mit
gentechnisch
ver-
ändertem
Mais
noch
mit
dem
Herbizid
Roundup
gefüttert.
Die
Ergebnisse
der
Forscher
deuteten
darauf
hin,
dass
die
Ratten,
die
mit
dem
Roundup-
oder
GMO-Mais
gefüttert
wurden,
einzeln
oder
kombiniert,
mit
größerer
Wahrscheinlichkeit
eine
Reihe
von
gesundheitsschädlichen
Auswirkungen
erfuhren
als
die
Ratten
in
der
Kontrollgruppe.
Unmittelbar
nach
der
Veröffentlichung
dieser
Studie
gab
sich
ein
anderes
Team
—
eines
aus
Denkfabriken,
die
der
Biotech-Industrie
171
nahestehen
-
größte
Mühe,
Zweifel
an
den
Schlussfolgerungen
von
Seralini
et
al
zu
säen.
Die
Kritiker
verwiesen
auf
Mängel
in
der
Sammlung,
Berichterstattung
und
Analyse
der
Studienergebnisse.
Zu
den
wichtigsten
Stimmen,
die
die
Kampagne
gegen
die
Sera-
lini-Studie
vorantrieben,
gehörten
das
bereits
erwähnte
Genetic
Literacy
Project,
der
American
Council
on
Science
and
Health
sowie
andere,
von
der
Industrie
gesponserte
Organisationen.
Eine
angeblich
neutrale
Organisation
namens
Science
Media
Centre
bringt
Journalisten
mit
Wissenschaftlern
in
Kontakt,
wenn
bedeutende
wissenschaftliche
Entdeckungen
Schlagzeilen
machen.
Tatsächlich
ist
das
Science
Media
Centre
jedoch
alles
andere
als
neutral.
Es
wird
unter
anderem
von
Organisationen
wie
CropLife
International
finanziert,
einem
Branchenverband,
der
weltweit
die
Interessen
von
Biotechnologieunternehmen
vertritt,
so
zum
Beispiel
jene
der
Syngenta
AG,
einem
der
führenden
Biotech-
Saatgutkonzerne.
Auch
von
Monsanto
UK
erhielt
das
Science
Media
Centre
direkte
finanzielle
Unterstützung.37
Von
allen
Seralini-Kritikern
war
die
Europäische
Behörde
für
Lebensmittelsicherheit
(EFSA)
—
das
Pendant
zur
FDA
in
der
Europäischen
Union
(EU)
—
besonders
laut.
Im
Jahr
2009
hatte
die
EFSA
der
EU
die
Maissorte
NK603
zur
Zulassung
empfohlen,
also
genau
den
Stamm
von
proprietärem
GMO-Mais,
den
Seralinis
Studie
untersuchte.38
Die
EFSA
reagierte
auf
dessen
Studie
mit
einer
glühenden
Pressemitteilung
von
zweiundzwanzig
Punkten,
in
der
sie
ihre
eigene
Bewertung
der
betreffenden
Maissorte
verteidigte
und
zu
dem
Schluss
kam,
dass
die
Arbeit
von
Seralini
»nicht
den
akzeptablen
wissenschaftlichen
Standards
entspreche
und
es
nicht
notwendig
sei,
die
bisherige
Sicherheitseinstufung
in
Frage
zu
stellen«.39
Was
die
EFSA
in
ihrer
Pressemitteilung
nicht
erwähnte,
war,
dass
die
Behörde
die
Sicherheit
des
Monsanto-
Mais
selbst
gar
nicht
geprüft
hatte.
Sprich,
die
EFSA
hat
keine
172
Tierversuche
durchgeführt,
sondern
sich
auf
»von
der
Klägerin«
(das
heißt
Monsanto)
gelieferte
»Informationen«
gestützt.
Der
Autor
William
Engdahl
hielt
in
seinem
Kommentar
zum
betref-
fenden
Vorgang
fest:
»Die
EFSA
argumentierte,
Seralini
habe
die
falsche
Ratten-
gattung
verwendet,
zu
wenige
Ratten
eingesetzt
und
die
statistische
Analyse
sei
unzureichend
gewesen.
Nach
diesen
Maßstäben
müssten
jedoch
alle
Toxizitätsstudien
zu
Glyphosat
und
gentechnisch
veränderten
Organismen
zurückgezogen
werden,
weil
sie
die
gleiche
Rattengattung
und
eine
vergleichbare
Anzahl
von
Tieren
wie
die
Seralini-
Studie
verwendeten.«40
Dennoch
zeitigte
die
von
Monsanto
geführte
PR-Kampagne,
die
aus
zahlreichen
Leserbriefen
und
sogar
einer
Online-Petition
bestand,
mit
der
Seralini
aufgefordert
wurde,
die
Studie
freiwillig
zurückzuziehen,
die
beabsichtigte
Wirkung.
Der
Herausgeber
des
Magazins
Journal
of
Food
and
Chemical
Toxicology
(FCT),
in
dem
die
Studie
veröffentlicht
worden
war,
gab
dem
enormen
Druck
nach
und
traf
die
beispiellose
Entscheidung,
die
Studie
zurück-
zuziehen.
»Beispiellos«,
weil
dieser
Schritt
den
ausdrücklichen
Prinzipien
und
Richtlinien
des
Verlags
von
FCT
widersprach.
Der
Herausgeber
des
Magazins,
Elsevier,
ist
Mitglied
des
Com-
mittee
on
Publication
Ethics,
dessen
Kriterien
für
die
Rücknahme
einer
Arbeit
sehr
deutlich
sind:
Klare
Beweise
dafür,
dass
die
Ergebnisse
aufgrund
von
Fehlverhalten
(zum
Beispiel
gefälschten
Daten)
oder
unbeabsichtigten
Fehlern
unzuverlässig
sind,
Plagiat
oder
redundante
Veröffentlichung
oder
unethische
Forschung.41
Der
Redakteur,
der
die
Rücknahme
der
Studie
beaufsichtigte,
Dr.
A.
Wallace
Hayes,
gab
zu,
dass
sie
keines
dieser
Kriterien
173
erfüllte.
In
seiner
eigenen
Stellungnahme
zum
Widerruf
bestätigte
er,
dass
er
»keine
Beweise
für
Betrug
oder
vorsätzliche
Falsch-
darstellung
der
Daten
gefunden
hat«.42
Die
Studie
wurde
jedoch
zurückgezogen,
weil
—
so
Hayes
—
»die
vorgelegten
Ergebnisse
(obwohl
nicht
falsch)
nicht
schlüssig
sind«.
Offenbar
ein
neuer
Standard
für
die
Rücknahme
von
Artikeln,
der
speziell
für
Artikel
zu
gelten
scheint,
die
die
GMO-Industrie
im
Allgemeinen
und
Monsanto-Produkte
im
Besonderen
kritisieren.
Ein
erster
Hinweis
darauf,
wie
es
zu
Hayes’
ungewdhnlichem
Verhalten
kam,
ergab
sich,
als
Dr.
E.
Ann
Clark,
eine
ehemalige
außerordentliche
Professorin
am
Department
of
Plant
Agriculture
an
der
University
of
Guelph,
bemerkte,
dass
das
FCT
kurz
nach
der
Veröffentlichung
des
Séralini-Papiers
eine
neue
Position
geschaffen
hatte
(»Stellvertretender
Chefredakteur
fiir
Biotech-
nologie«).43
Das
Magazin
besetzte
diese
Position
mit
Richard
E.
Goodman,
einem
Allergiespezialisten
an
der
University
of
Nebraska,
der
von
1997
bis
2004
zufällig
als
Programm-Manager
Allergien
fiir
die
Sicherheitshewertung
von
genetisch
veränderten
Pflanzen
bei
Monsanto
tätig
war
und
nach
eigenen
Angaben
50
Prozent
seines
Gehalts
des
Jahres
2012
aus
einem
Projekt
bezog,
das
von
Monsanto,
Bayer,
BASF,
Dow,
DuPont
und
Syngenta
finanziert
wurde.44
Im
Rahmen
seiner
neuen
Rolle
als
stellvertretender
Chefredakteur
fiir
Biotechnologie
des
Journal
of
Food
and
Chemical
Toxico-
logy
half
Dr.
Goodman
dabei,
zwei
Studien
zu
identifizieren
und
zurückzuziehen,
die
von
der
Biotech-Industrie
weithin
als
»problematisch«
angesehen
wurden:
Séralinis
Studie
sowie
eine
ähnliche
Studie
aus
Brasilien,
die
toxische
Auswirkungen
des
Insektizids
Bacillus
thuringiensis
auf
Mäuse
demonstrierte
—
jenes
Insektizids,
das
elementar
fiir
eine
Vielzahl
genetisch
veranderter
174
Nutzpflanzen
ist.45
Empört
über
den
Umgang
mit
der
Seralini-
Studie
seitens
Monsantos
PR-Maschine
verfasste
ein
internatio-
nales
Team
unabhängiger
Wissenschaftler
einen
offenen
Brief.
Darin
wiesen
die
Unterzeichner
darauf
hin,
dass
die
Affäre
um
Seralini
ein
langjähriges
Muster
offenbare
-
denn
immer
dann,
wenn
wissenschaftliche
Studien
gesundheitsschädliche
Aus-
wirkungen
von
genetisch
veränderten
Lebensmitteln
aufdecken,
werden
diese
attackiert.
»Die
Veröffentlichung
der
Seralini-Studie
und
die
daraus
resul-
tierende
mediale
Aufmerksamkeit
machen
die
grundlegenden
Herausforderungen
deutlich,
mit
denen
die
Wissenschaft
in
einer
zunehmend
von
Konzerninteressen
dominierten
Welt
konfrontiert
ist«,
so
die
Wissenschaftler.
Sie
kamen
zu
dem
Schluss:
»Wenn
Interessengruppen
versuchen,
unbegründete
Zweifel
an
unbequemen
Ergebnissen
zu
säen,
oder
wenn
Regierungen
politische
Gelegenheiten
nutzen,
indem
sie
wissenschaftliche
Erkenntnisse
selektiv
behandeln,
gefährdet
dies
das
öffentliche
Vertrauen
in
wissenschaft-
liche
Methoden
und
Institutionen
und
setzt
die
Bürger
einem
Risiko
aus.
Sicherheitstests,
wissenschaftsbasierte
Regulierung
und
der
wissenschaftliche
Prozess
selbst
hängen
in
entscheidendem
Maße
von
weitverbreitetem
Vertrauen
in
Wissenschaftler
ab,
die
dem
Gemeinwohl
und
beruflicher
Integrität
verpflichtet
sind.
Wenn
stattdessen
ein
Zulassungsverfahren,
das
zugunsten
des
Antragstellers
manipuliert
und
durch
die
systematische
Unterdrückung
unabhängiger
Wissenschaftler
vorangetrieben
wird,
Ausgangspunkt
einer
wissenschaftlichen
Produktbewer-
tung
ist,
kann
es
niemals
eine
ehrliche,
rationale
oder
wissenschaftliche
Debatte
geben.«46
175
Als
der
offene
Brief
publiziert
wurde,
schien
die
Seralini-Affäre
als
weiteres
Beispiel
dafür
herhalten
zu
müssen,
wie
die
Biotech-Indus-
trie
verfährt,
um
Risiken
kleinzureden,
Kritiker
zu
verunglimpfen
und
durch
den
Dreck
zu
ziehen.
Im
Rahmen
des
Monsanto-Prozesses
in
Kalifornien
sind
jedoch
Beweise
aufgetaucht,
die
belegen,
dass
das
Unternehmen
selbst
hinter
dem
koordinierten
Versuch
stand,
die
Studie
zurückzuziehen.
Die
gleichen
Beweise
belegen
auch,
dass
die
Verbindungen
zwischen
Monsanto
und
dem
FCT
noch
enger
waren
als
damals
angenommen.
Ein
Dokument,
das
im
Zuge
des
Gerichtsverfahrens
veröffentlicht
wurde,
zeigt
zum
Beispiel,
dass
der
Monsanto-Wissenschaftler
David
Saltmiras
damit
prahlt,
dass
er
persönlich
»zahlreiche
Gutachten
von
Dritten,
die
das
Seralini-
Papier
kritisierten,
an
den
Redakteur
[des
Magazins]
vermittelte.«47
Ein
weiteres
Dokument
zeigt,
dass
ein
anderer
Mitarbeiter
von
Mon-
santo
einen
»unabhängigen«
Professor
für
Lebensmittelsicherheit,
Bruce
Chassy,
unter
Druck
gesetzt
hatte,
sich
der
Kampagne
gegen
die
Studie
anzuschließen
und
dieser
nachgab,
indem
er
als
Co-Autor
einen
Artikel
für
das
Forbes
Magazin
verfasste,
der
die
Position
von
Monsanto
widerspiegelte.48
Noch
belastender
ist,
dass
besagter
Forbes-Artikel
von
Henry
I.
Miller
mitverfasst
wurde,
einem
um-
triebigen
Medizinwissenschaftler
und
Kolumnisten
der
Hoover
Institution,
der
GMO-Produkte
verteidigt
und
wohlwollende
Artikel
über
Glyphosat
veröffentlicht
hat,
bei
denen
Monsanto
selbst
als
Ghostwriter
in
Erscheinung
trat.4?
Die
brisanteste
Enthüllung
aus
den
veröffentlichten
Gerichtsdokumenten
betrifft
jedoch
A.
Wallace
Hayes,
den
bereits
erwähnten
FCT-Redakteur,
der
den
Widerruf
der
Seralini-Studie
koordinierte.
Konkret
geht
es
dabei
um
einen
Brief,
in
dem
Details
eines
Beratungsvertrags
beschrieben
werden,
den
Hayes
und
Monsanto
im
August
2012
schlossen
—
wenige
Wochen
vor
der
Veröffentlichung
der
Seralini-Studie.
Wenige
Wochen
bevor
eine
Kampagne
begann,
die
sich
über
ein
Jahr
hinziehen
und
zum
Rückzug
der
Studie
führen
sollte.
Dass
Hayes
diese
Beziehung
zu
176
Monsanto
nicht
offenlegte
oder
wenigstens
Abstand
von
der
in
diesem
Zeitraum
stattfindenden
Bewertung
der
Seralini-Studie
nahm,
ist
nichts
anderes
als
skandalös.
Gegenüber
der
New
York
Times
verteidigte
sich
Hayes
mit
der
Aussage,
dass
er
»zum
Zeit-
punkt
des
Rückzugs
der
Studie
nicht
in
vertraglichen
Verbindungen
mit
Monsanto
stand«.30
GMWatch,
eine
unabhängige
Organisation
zur
Uber-
wachung
der
Biotech-Branche
betonte:
»Da
es
über
ein
Jahr
dauerte,
bis
die
Studie
nach
monatelanger
Zweitprifung,
die
Hayes
beaufsichtigte,
zurückgezogen
wurde,
ist
klar,
dass
seit
dem
Abschluss
eines
Vertrags
mit
Monsanto
und
während
des
Uberpriifungsprozesses
ein
nicht
offengelegter
Interessenkonflikt
bestand
«.51
Letztendlich
wurden
Séralinis
Schlussfolgerungen
bestätigt
—
obwohl
Monsanto
und
Co.
eine
Unmenge
von
Unternehmens-
ressourcen
mobilisierten,
um
genau
das
zu
verhindern.
Im
Jahr
2014
wurde
seine
Arbeit
in
einer
anderen
Fachzeitschrift
erneut
veroffentlicht.
Und
2015
gewann
Séralini
zwei
separate
Gerichts-
verfahren,
die
seine
Ergebnisse
bestätigten.
Die
gesamte
Affäre,
die
nunmehr
in
einer
Reihe
von
Gerichtsdokumenten
ausführlich
dokumentiert
ist
und
in
der
Mainstream-Presse
kaum
Beachtung
fand,
dient
als
Fallstudie
dafiir,
wie
die
Biotech-Industrie
ihren
Einfluss
nutzt,
um
Zweifel
an
Forschungsergebnissen
zu
séen,
die
auf
die
ungesunden
Folgen
ihrer
gentechnisch
veränderten
Produkte
hinweisen.
Warum
das
System
so
existiert,
wie
es
existiert
—
wobei
die
Spiel-
regeln
scheinbar
zum
Vorteil
multinationaler
Biotech-Konzerne
geschrieben
wurden
-
ist
leicht
nachzuvollziehen:
Denn
das
Regelwerk
wurde
von
den
Spielern
selbst
verfasst.
Das
Konzept
177
der
»regulatorischen
Erfassung«,
bei
dem
staatliche
Aufsichts-
behörden
denjenigen
Unternehmen
verpflichtet
sind,
die
sie
kontrollieren
sollen,
ist
nicht
neu.
Doch
nirgendwo
zeigt
sich
die
Fähigkeit
des
privaten
Sektors,
die
staatlichen
Behörden,
die
für
seine
Regulierung
zuständig
sind,
zu
kontrollieren,
so
deutlich
wie
in
der
Biotech-Branche.
Monsanto
ist
von
all
den
US-Konzernen
wohl
das
unrühmlichste
Beispiel
für
den
»Drehtüreffekt«
zwischen
Konzernleitung
und
Schlüsselpositionen
in
Bundesbehörden,
die
Vorschriften
für
entsprechende
Produkte
erlassen.
Dutzende
von
Monsanto-Führungskräften,
Lobbyisten
und
Be-
ratern
sind
durch
diese
Drehtür
gegangen
—
in
beide
Richtungen.
Zu
den
bekanntesten
Beispielen
für
dieses
Phänomen
zählen
Linda
Fisher,
die
vier
leitende
Positionen
in
der
US-Umweltschutz-
behörde
(EPA)
innehatte,
bevor
sie
zu
Monsanto
wechselte
und
Vizepräsidentin
für
Regierungs-
und
Öffentlichkeitsarbeit
wurde.
Oder
Clarence
Thomas,
Richter
am
amerikanischen
Bundes-
gerichtshof,
der
in
den
1970er
Jahren
als
Unternehmensanwalt
für
Monsanto
tätig
war.
Ein
weniger
bekannter,
aber
umso
offensichtlicherer
Nutzer
dieser
Drehtür
war
Michael
Taylor,
dessen
Karriereweg
chronologisch
Positionen
bei
der
Food
and
Drug
Administration
(FDA),
einer
privaten
Anwaltskanzlei,
die
Monsanto
zu
ihren
Kunden
zählte,
sowie
bei
Monsanto
selbst
umfasste,
wo
er
Vizepräsident
für
Public
Policy
war
—
bevor
er
wieder
zur
FDA
wechselte,
wo
er
bis
2016
arbeitete.52
Was
aber
tun
diese
»Staatsdiener«
fiir
ihre
Herren
in
der
Biotech-
Branche?
Sie
stellen
sicher,
dass
die
Aufsichtsbehorden
Methoden
anwenden,
die
ihre
Zahlmeister
begünstigen.
Nehmen
wir
zum
Beispiel
das
Prinzip
der
»substanziellen
Aqui-
valenz«.
Wie
eine
gemeinsame
Konsultation
der
Erndhrungs-
und
178
Landwirtschaftsorganisation
der
Vereinten
Nationen
(FAO)
und
der
Weltgesundheitsorganisation
(WHO)
aus
dem
Jahr
1996
in
puncto
Lebensmittelsicherheit
erklärte,
gilt
der
Grundsatz,
»dass,
wenn
festgestellt
wird,
dass
ein
neues
Lebensmittel
oder
eine
neue
Lebensmittelkomponente
einem
bestehenden
Lebensmittel
oder
Lebensmittelbestandteil
im
Wesentlichen
gleichwertig
ist,
es
in
Bezug
auf
die
Sicherheit
auf
die
gleiche
Weise
behan-
delt
werden
kann«.
Dieses
Konzept
—
das
rein
zufällig
auch
die
Beweislast
bezüglich
der
Sicherheit
neu
entwickelter
GMO-Lebensmittel
reduziert
—
wurde
im
Zuge
gemeinsamer
Konsultationen
zu
»Biotechnologie
und
Lebensmittelsicherheit«
zwischen
FAO
und
WHO
in
den
frühen
1990er
Jahren
vorgeschlagen33
und
später
von
der
Orga-
nisation
für
wirtschaftliche
Zusammenarbeit
und
Entwicklung
(OECD)
propagiert.3
Es
wird
mittlerweile
von
der
FDA,
der
kanadischen
Lebensmittelinspektionsbehörde
und
dem
japa-
nischen
Ministerium
für
Gesundheit,
Arbeit
und
Wohlfahrt
als
grundlegendes
Prinzip
in
der
Sicherheitsbewertung
von
GMO-
Lebensmitteln
angewandt.
Die
Logik
der
»substanziellen
Äquivalenz«
ist
ein
bösartiger
Zirkelschluss.
Wie
kann
ein
neues
Lebensmittel,
zum
Beispiel
gentechnisch
verändertes
Getreide
oder
eine
Sojabohne
(die
durch
die
Transfusion
von
Genen
von
Bakterien
oder
anderen
Orga-
nismen
entsteht,
die
für
diese
Pflanze
nicht
endemisch
sind)
als
im
Wesentlichen
gleichwertig
angesehen
werden,
ohne
zu
prüfen,
wie
sich
die
Unterschiede
auf
dessen
Sicherheit
auswirken?
Die
zuvor
erwähnten
FAO/WHO-Konsultationen
umgehen
dieses
offensichtliche
Paradoxon,
indem
sie
schlicht
behaupten,
die
Be-
stimmung
der
wesentlichen
Gleichwertigkeit
sei
eine
»analytische
179
Aufgabe«,
die
»je
nach
verfügbarem
Wissen
und
der
Art
des
untersuchten
Lebensmittels
oder
Lebensmittelbestandteils
einfach
oder
sehr
langwierig
sein
kann«.
Nachdem
Merkmale
genannt
wurden,
die
bei
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
und
ihren
unveränderten
Gegenstücken
verglichen
werden
können
—
dar-
unter
»molekulare
Charakterisierung,
phänotypische
Merkmale,
wichtige
Nährstoffe,
Toxine
und
Allergene«
—
erklärt
der
Bericht
zu
diesen
Konsultationen,
dass
die
tatsächliche
Feststellung
der
wesentlichen
Gleichwertigkeit
»flexibel
sein
muss
und
sich
im
Laufe
der
Zeit
entsprechend
den
sich
ändernden
Bedürfnissen
der
Verarbeiter
und
Verbraucher
sowie
mit
zunehmender
Erfahrung
verändern
wird«,
Im
Jahr
1998
veröffentlichten
die
Genetiker
Mae-Wan
Ho
und
Ricarda
A.
Steinbrecher
eine
vernichtende
Kritik
am
Bericht
der
FAO/WHO:
»Dieses
Prinzip
[der
substanziellen
Aquivalenz]
ist
unwis-
senschaftlich
und
willkürlich
und
verkörpert
eine
gefährlich
freiziigige
Haltung
gegenüber
den
Produzenten
und
bietet
gleichzeitig
keinen
minimalen
Schutz
für
die
Verbraucher
und
die
biologische
Vielfalt,
weil
es
so
konzipiert
ist,
dass
es
ebenso
flexibel,
formbar
und
offen
für
Interpretationen
ist
wie
nur
möglich.
(...)
Alles
deutet
darauf
hin,
dass
die
Produzenten
einen
Freibrief
erhalten,
zu
tun,
was
sie
wollen,
um
maximale
Rentabilität
zu
erzielen,
wobei
die
Regulierungsbehörde
alles
tut,
um
berechtigte
Befürchtungen
und
Widerstände
der
Öffent-
lichkeit
zu
zerstreuen.«56
Wenn
dieses
ausgesprochen
unwissenschaftliche
Prinzip
wie
ein
wahr
gewordener
Traum
für
Biotech-Konzerne
erscheint,
die
180
versuchen,
ihre
genetisch
veränderten
Lebensmittel
mit
einem
Minimum
an
Reibungsverlusten
durch
den
behördlichen
Zu-
lassungsprozess
zu
schleusen,
dann
liegt
das
daran,
dass
es
so
ist.
Erstmals
1976
von
der
FDA
formuliert,
um
neue
Medizinprodukte
zu
regulieren
(oder
genauer
gesagt,
nicht
zu
regulieren),
die
im
Wesentlichen
mit
bereits
zum
Verkauf
zugelassenen
Medizin-
produkten
identisch
waren,
wurde
die
»substanzielle
Gleich-
wertigkeit«
1992
zu
einem
offiziellen
Begriff
und
Konzept
der
FDA,
um
genetisch
veränderte
Lebensmittel
(nicht)
zu
regulieren
—
denn
seither
ist
dieses
Konzept
in
einer
Grundsatzerklärung
zu
»Lebensmitteln,
die
aus
neuen
Pflanzensorten
gewonnen
werden«
verankert.57
Es
überrascht
also
nicht,
dass
diese
Grundsatzerklärung
von
keinem
Geringeren
als
dem
bereits
zitierten
Michael
Taylor
mit-
verfasst5
wurde,
einem
Anwalt,
der
Lebensmittel-
und
Arznei-
mittelrecht
praktizierte,
zu
dessen
Mandanten
Monsanto
gehörte
und
der
in
die
FDA
von
George
H.
W.
Bush
berufen
wurde,
um
dort
die
neu
geschaffene
Position
des
»Stellvertretenden
Kom-
missars
für
Verfahrensregeln«
zu
übernehmen.
Nach
diesem
Coup
zugunsten
von
Monsanto
und
Co.
verließ
Taylor,
wie
zuvor
erwähnt,
die
FDA
und
wurde
Vizepräsident
bei
Monsanto.
Dann
kehrte
er,
wie
bereits
angeführt,
zur
FDA
zurück,
um
zunächst
eine®
und
dann
eine
zweite®1
hohe
Position
zu
übernehmen.
Taylors
Lebenslauf
liest
sich
wie
eine
Fallstudie
zur
Frage,
wie
man
das
Beste
aus
der
Drehtiir
macht.
Es
gäbe
noch
diverse
Beispiele
fiir
die
wechselseitige
Beziehung
zwischen
Biotech-Industrie
und
staatlichen
Regulierungsbe-
horden.
Aber
konzentrieren
wir
uns
auf
bestimmte
Personen
und
ihre
Positionen,
laufen
wir
Gefahr,
eine
deutlich
heimtiickischere
181
und
weniger
bekannte
Tatsache
aus
den
Augen
zu
verlieren:
Dass
der
Biotech-Sektor
als
Ganzes
nicht
organisch,
sondern
durch
ko-
ordinierte
Bemühungen
einer
Handvoll
Unternehmensstiftungen
und
milliardenschwerer
Nichtregierungsorganisationen
(NGOs)
entstand
—
goutiert
von
Regierungen
aus
aller
Welt.
Eine
noch
verhängnisvollere
Tatsache
ist,
dass
die
»genetische
Revolution«,
die
diese
milliardenschwere
Industrie
hervorgebracht
hat,
Teil
einer
viel
dunkleren
Agenda
ist,
bei
der
die
Anhäufung
von
Unter-
nehmensprofiten
eine
eher
untergeordnete
Rolle
spielt.
Um
die
Geschichte
der
»genetischen
Revolution«
zu
verstehen,
müssen
wir
jedoch
zunächst
die
Geschichte
der
»grünen
Revolu-
tion«
betrachten,
also
der
Explosion
der
Nutzpflanzenproduktion
in
den
1950ern
und
1960ern,
die
durch
neue
Agrartechnologien
ermöglicht
wurde.
Die
bereinigte
Version
dieser
Geschichte
besagt,
dass
die
grüne
Revolution
aufgrund
der
bahnbrechenden
For-
schung
von
Norman
Borlaug
entstand,
einem
amerikanischen
Wissenschaftler,
der
in
den
1940er
Jahren
begann,
mit
krankheits-
resistenten,
ertragreichen
Weizensorten
in
Mexiko
zu
experimen-
tieren.
Seine
Forschung,
kombiniert
mit
dem
verstärkten
Einsatz
mechanischer
Werkzeuge
in
der
industriellen
Landwirtschaft,
wird
gerne
als
»Bekämpfung
des
Welthungers«
bezeichnet.
Sie
führte
dazu,
dass
er
eine
Goldmedaille
des
US-Kongresses,
einen
Friedensnobelpreis
und
eine
präsidiale
Freiheitsmedaille
erhielt
(was
ihn
zu
einer
von
nur
fünf
Personen
macht,
die
alle
drei
Auszeichnungen
erhielt).63
Entgegen
der
Huldigungen
seiner
heutigen
Hagiographen
hat
Borlaug
aber
nicht
im
Alleingang
»eine
Milliarde
Leben
gerettet«.
Denn
seine
Bemühungen
wurden
von
wohlhabenden
Geldgebern
finanziert
—
und
die
Früchte
seiner
Auftragsarbeit
waren
keines-
wegs
ein
Segen
für
die
Menschheit.
Großzügige
Unterstützung
182
bekam
Borlaug
von
»philanthropischen«
Organisationen,
nament-
lich
der
Ford
Foundation
und
der
Rockefeller
Foundation.
Diese
Stiftungen
zahlten
nicht
nur
die
Rechnung
für
Borlaugs
Forschung,
sondern
gründeten
auch
Institutionen
wie
das
International
Maize
and
Wheat
Improvement
Center,®4
das
diese
Forschung
überhaupt
erst
möglich
machte.
In
den
glühenden
Artikeln
über
die
grüne
Revolution
-
größtenteils
von
diesen
Stiftungen
selbst
oder
von
angeblich
objektiven
Außenstehenden
verfasst,
die
auf
deren
Gehaltsliste
standen
—
wird
immer
darauf
hingewiesen,
dass
diese
Milliardäre
nur
durch
die
edelsten
humanitären
Absichten
dazu
motiviert
waren,
Borlaugs
Arbeit
zu
unterstützen.
Die
wahre
Geschichte
ist
jedoch
nuancierter
und
zeichnet
ein
ganz
anderes
Bild.
In
Wirklichkeit
war
die
Rockefeller-Dynastie,
die
zu
Borlaugs
Zeit
vom
Patriarchen
der
dritten
Generation,
John
D.
Rockefeller
III,
angeführt
wurde,
nicht
nur
maßgeblich
für
die
Initiation
der
grünen
Revolution
sowie
der
genetischen
Revolution
verantwortlich,
ihre
Absichten
waren
auch
alles
andere
als
humanitär.
Angetrieben
vom
egomanen
Wunsch,
die
globalen
Ressourcen
zu
monopolisieren,
versuchten
die
Rockefellers,
den
Weltmarkt
für
das
petrochemische
Imperium
ihrer
Familie
zu
erweitern
und
die
Kontrolle
über
die
globale
Nahrungsmittelversorgung
zu
festigen.
In
»Seeds
of
Destruction«,
einem
umfassenden
Bericht
über
die
grüne
Revolution
und
die
genetische
Revolution,
erklärt
Autor
William
Engdahl,
dass
Nelson
Rockefeller
in
den
1940er
Jahren
die
Mexican
American
Development
Corp.
gründete
und
Rocke-
fellers
Chase
National
Bank
—
damals
unter
Leitung
von
Winthrop
Aldrich,
Nelsons
Onkel
—
nutzte,
um
die
Lateinamerika-Abteilung
der
Chase
Bank
in
Mexiko
aufzubauen.
Wie
Engdahl
anmerkt,
bestand
Nelsons
Hauptmotiv
darin,
»unter
dem
Deckmantel
der
183
Unterstützung
bei
der
Lösung
der
Ernährungsprobleme
des
Landes
wieder
in
Mexiko
Fuß
zu
fassen«.65
Mit
ihren
Marionetten
in
Reih
und
Glied
waren
die
Rockefellers
nun
bereit,
sich
mit
jener
Art
imageträchtiger
»Philanthropie«
zu
befassen,
die
neben
dem
Ansehen
auch
das
Vermögen
der
Familie
gesteigert
hatte
—
seit
John
D.
Rockefeller
Sr.
die
Gewinne
aus
dem
Erdölgeschäft
in
die
Gründung
der
gleichnamigen
Stiftung
fließen
ließ.
In
diesem
Fall
nahm
die
»Philanthropie«
der
Rockefellers
die
Gestalt
des
neu
gegründeten
Mexican
Agricultural
Program
(MAC)
an,
das
von
George
Harrar
geleitet
wurde,
der
später
Präsident
der
Rockefeller
Foundation
werden
sollte.®
Und
das
MAC
brachte
erst
Norman
Borlaug
und
dann
die
grüne
Revolution
hervor.
Danach
breitete
sich
die
grüne
Revolution
Richtung
Brasilien
aus,
wo
ein
weiterer
Ableger
von
Rockefellers
schier
endlosem
Industriekonglomerat
—
die
1947
von
Nelson
gegründete
Inter-
national
Basic
Economy
Corporation
(IBEC)
—
bei
der
Umgestaltung
der
Agrarindustrie
des
Landes
eingesetzt
wurde.
Das
Rockefeller
Archive
Center
schreibt
dazu:
»Die
Corporation
wurde
als
privates
Wirtschaftsunter-
nehmen
gegründet,
das
sich
durch
die
Senkung
der
Lebensmittelpreise,
den
Bau
solider
Wohnungen,
die
Mobilisierung
von
Ersparnissen
und
die
Förderung
der
Industrialisierung
auf
die
Aufwertung
grundlegender
Wirtschaftsbereiche
weniger
entwickelter
Länder
konzent-
rieren
sollte.
Ziel
war,
dass
das
Unternehmen
profitabel
und
nachhaltig
ist
und
andere,
insbesondere
Einheimische,
dazu
ermutigt,
wettbewerbsfähige
Unternehmen
zu
gründen
und
dadurch
einen
»Multiplikator«
für
den
Entwicklungseffekt
zu
erzielen.«67
184
Was
für
die
IBEC
(und
die
grüne
Revolution
im
Allgemeinen)
wirklich
relevant
war,
lässt
sich
einem
Buch
von
Lester
Brown
entnehmen,
einem
weiteren
Nutznießer
von
Rockefellers
Groß-
zügigkeit,
dessen
Worldwatch
Institute
1974
mit
Hilfe
eines
Zuschusses
von
500.000
Dollar
vom
Rockefeller
Brothers
Fund
gegründet
wurde.®
In
»Samen
der
Veränderung:
Sechs
Pflanzen,
die
die
Menschheit
veränderten«,
seinem
1969
erschienenen
Werk
zu
diesem
Thema,
erklärte
Brown
die
tatsächlichen
Beweggründe
hinter
dem
vermeintlich
humanitären
Unterfangen:
»Dünger
ist
nur
ein
Posten
im
Paket
der
neuen
Betriebs-
mittel,
die
Landwirte
benötigen,
um
das
volle
Potenzial
des
neuen
Saatguts
auszuschöpfen.
Sobald
es
rentabel
wird,
moderne
Technologie
einzusetzen,
steigt
die
Nachfrage
nach
allen
Arten
von
landwirtschaftlichen
Betriebsmitteln
rapide
an.
Und
nur
Agrarunternehmen
können
diese
neuen
Betriebsmittel
effizient
liefern.
Das
bedeutet,
dass
die
multi-
nationalen
Konzerne,
zusammen
mit
den
armen
Ländern,
ein
persönliches
Interesse
an
der
landwirtschaftlichen
Revolution
haben.«6®
Das
ist
die
eigentliche
Grundlage
der
sogenannten
grünen
Re-
volution:
Multinationale
Konzerne
profitieren
massiv
von
der
»Entwicklung«
des
Agrarsektors
in
Ländern
der
Dritten
Welt,
weil
sie
Dünger,
Chemikalien
und
kapitalintensive
Technologie
dorthin
verkaufen.
Es
ist
daher
nicht
verwunderlich,
dass
der
Begriff
»Agribusiness«
bei
Forschungsprojekten
an
der
Harvard
Business
School’?
entstand,
die
von
Wassily
Leontief
mit
einem
Stipendium
der
Rockefeller-Stiftung
durchgeführt
wurden.?t
Aus
Perspektive
der
Rockefellers
war
das
Projekt
griine
Revolution
ein
durchschlagender
Erfolg.
In
den
1970er
Jahren
hatten
die
mit
dem
Standard-Oil-Netzwerk
verbundenen
Unternehmen
—
darunter
185
Verbündete
in
der
Stickstoffdüngerindustrie
wie
DuPont,
Dow
Che-
mical
Company
und
Hercules
Powder
Company
—
neue
Märkte
auf
der
ganzen
Welt
erschlossen.
Treffender:
Die
Märkte
waren
im
Rahmen
des
Food
for
Peace
(FFP)
Programms
von
Prasident
Lyndon
B.
Johnson
fiir
dieses
Oligopol
geöffnet
worden,’2
welches
die
Leitung
der
amerikanischen
Nahrungsmittelhilfe
später
an
USAID,
eine
Tarnorganisation
der
CIA
übergab.’3
Das
FFP
förderte
bei
den
Beihilfeempfängern
—
welch
glücklicher
»Zufall«
für
die
Rockefellers
—
auch
den
Einsatz
landwirtschaftlicher
Technologien
(Düngemittel,
Bewässerung,
et
cetera),
die
von
der
Petrochemie
abhängig
waren.
Aus
diesem
monopolistischen
Morast
entstand
ein
Kartell
von
Getreideproduzenten:
Das
»ABCD-Kartell«,
bestehend
aus
Archer
Daniels
Midland,
Bunge,
Cargill
und
Louis
Dreyfus’4
sowie
anderen
Giganten
der
Agrarindustrie,
die
bis
zum
heutigen
Tag
den
globalen
Lebensmittelhandel
dominieren.’5
Auch
wenn
ihre
korporatistischen,
von
NGOs
finanzierten
Firsprecher
—
oft
mit
engen
Verbindungen
zur
Industrie
—
das
Gegenteil
behaupten,
hat
die
grüne
Revolution
die
Ungleichheit
zwischen
feudalistischen
Grofdgrundbesitzern
und
armen
Bauern
in
Ländern
wie
Indien
eher
verscharft
als
verringert.
Propaganda-Narrative,
die
diese
Transformation
als
»Wunder«
darstellen,
vergessen
zu
erwähnen,
dass
die
teure
Agrartechnik
hinter
dieser
Revolution
mit
Krediten
der
Weltbank
finanziert
wurde.”
Und
dass
diese
Kredite
Indien
und
andere
Entwicklungslander
noch
tiefer
in
die
Verschuldung
trieben.
So
war
das
eigentliche
Ergebnis
der
grünen
Revolution
vor
allem
die
bequeme
Schaffung
von
verschuldeten,
korrumpierten
Märkten
fiir
eine
von
den
USA
dominierte,
von
der
Petrochemie
abhängige
Agrarindustrie.
Und
genau
auf
diesem
historischen
Boden
entstand
das
moderne
GMO-Saatgutkartell.
186
Es
besteht
aus
Biotech-Ablegern
von
Big
Agrikultur
und
Big
Pharma:
Dow
AgroSciences,
DuPont/Pioneer
Hi-Bred,
Syngenta
und
-
nachdem
Monsanto
von
Bayer
geschluckt
wurde
—
Bayer
CropScience.
Und
wie
das
ABCD-Kartell
davor,
haben
sich
auch
diese
Unternehmen
eine
beherrschende
Stellung
in
der
neuen,
genetisch
modifizierten
Nahrungsmittelversorgung
erarbeitet.77
Einen
Tiefpunkt
in
der
Saatgut-Saga
markierte
die
neokoloniale
Vereinnahmung
der
Agrarwirtschaft
von
Argentinien.
Monsanto
ging
dort
mit
einer
ausgeklügelten
Strategie
vor,
um
das
Land
zunächst
an
seine
Technologie
zu
gewöhnen
und
dann
Lizenz-
gebühren
für
bereits
angebaute
Pflanzen
zu
verlangen:78
»Ködern
und
dann
die
Bedingungen
ändern«,
so
die
Devise.
DuPont
legte
gleichzeitig
ein
großzügiges
Programm
namens
»Protein
for
Life«
auf,
um
den
armen
Bevölkerungsgruppen
Argentiniens
seine
gentechnisch
veränderten
Sojabohnen
aufzuzwingen.?9
Eine
weitere
erschreckende
Folge
der
Kartellbildung
zeigte
sich
nach
der
illegalen
Invasion
des
Iraks
durch
die
USA
im
Jahr
2003.
Unter
der
Besatzungsregierung
erließ
»Verwalter«
Paul
Bremer
III
rund
100
neue
»Verordnungen«,
die
darauf
abzielten,
den
Irak
für
ausländische
»Investitionen«
zu
öffnen.
Diese
Verordnungen
beinhalteten
Änderungen
des
Steuergesetzes,
die
Lockerung
von
Beschränkungen
für
Verträge
und
Pachtverhältnisse
ausländischer
Unternehmen
und
Banken,
die
Aufhebung
von
Einschränkungen
beim
Besitz
von
natürlichen
Ressourcen
des
Landes
für
Ausländer
sowie
eine
Reihe
weiterer
Regelungen,
die
vor
allem
ausländischen
(meist
amerikanischen)
Banken
und
Unternehmen
zugutekamen,
die
wie
Heuschrecken
über
das
frisch
»befreite«
Land
herfielen.
Die
unglaublichste
Verordnung
war
dabei
die
Order
81,
eine
um-
fassende
Änderung
der
Patentgesetze
des
Landes.8
Sie
enthielt
eine
Bestimmung,
die
es
Unternehmen,
die
eine
»geschützte
Pflanzen-
sorte«
registrierten,
erlaubte,
Landwirte
zu
verklagen,
die
dieses
187
Saatgut
ohne
die
ausdrückliche
Zustimmung
des
Patentinhabers
aufbewahrten,
wiederverwendeten
oder
anpflanzten.
Der
Irak,
die
einstige
Kornkammer
des
Nahen
Ostens,
wurde
seiner
Ernährungs-
souveränität
beraubt
und
zu
einer
bloßen
Plantage
degradiert,
die
von
einem
Syndikat
von
Saatgutproduzenten
geleitet
wurde.81
Die
Konvergenz
von
wirtschaftlichen,
»philanthropischen«,
staat-
lichen
und
zwischenstaatlichen
Interessen,
die
gentechnisch
veränderte
Pflanzen
auf
der
ganzen
Welt
fördern,
zeigt
sich
in
der
verwirrenden
Menge
von
Forschungsinstituten,
Industrie-
verbänden
und
»Beratungsgremien«,
die
auf
diesem
Feld
aktiv
sind.
Dazu
gehören
das
von
Rockefeller
gegründete
International
Rice
Research
Institute
(IRRI),82
der
von
Rockefeller/Monsanto/
USAID
ins
Leben
gerufene
Service
for
the
Acquisition
of
Agri-
biotech
Applications
(ISAAA),8
die
von
Rockefeller/Ford/Welthank
initiierte
Consultative
Group
of
International
Agricultural
Re-
search
(CGIAR)8
sowie
Dutzende
anderer
langweilig
wie
harmlos
klingender
Organisationen,
die
ausschließlich
dazu
gegründet
wurden,
gentechnisch
veränderte
Pflanzen
herzustellen
und
zu
verkaufen.
Durch
die
gemeinsamen
Anstrengungen
öffentlicher
und
privater
Gruppen
bei
der
Finanzierung
und
Vermarktung
der
GM-Forschung
ist
es
dem
Kartell
gelungen,
seinen
synthetischen
Samen
auf
der
ganzen
Welt
zu
verbreiten.
Ein
Hinweis
darauf
-
falls
es
überhaupt
eines
weiteren
bedarf
—,
dass
das
eigentliche
Ziel
dieses
Kartells
möglicherweise
nicht
allzu
human
ist,
ist
der
»Svalbard
Global
Seed
Vault«,
der
internationale
Saatguttresor
auf
Spitzbergen.
Als
stamme
die
Szenerie
aus
einem
James-Bond-Film,
ist
der
Saatguttresor
in
die
Seite
eines
Berges
auf
einem
abgelegenen
Archipel
auf
halber
Strecke
zwischen
Norwegen
und
dem
Nordpol
gehauen.
Und,
wie
es
auf
der
eigenen
Website
des
Tresors
heißt,
ist
er
dafür
konzipiert,
»Duplikate
188
(Backups)
von
Saatgutproben
aus
den
Erntesammlungen
der
Welt
aufzubewahren«,
als
»ultimative
Versicherung
für
die
Welt-
ernährung«.
Konkret
sollen
der
Permafrost
und
das
dicke
Gestein
der
arktischen
Tundra
dafür
sorgen,
dass
die
Samenproben
auch
ohne
Strom
eingefroren
und
konserviert
bleiben,
damit
das
Gewölbe
und
sein
Inhalt
auch
eine
weltweite
Katastrophe
überleben.
Der
Tresor
enthält
mehr
als
1.000.000
gentechnikfreie
Saatgutproben
aus
der
ganzen
Welt
und
hat
die
Kapazität,
bis
zu
4,5
Millionen
Sorten
von
Nutzpflanzen
in
seinen
eisigen
Wänden
zu
lagern.
Verwaltet
wird
die
Einrichtung
vom
Crop
Trust,
einer
Organisation,
die
vom
bereits
erwähnten
CGIARS5
gegründet
und
von
der
Bill
&
Melinda
Gates
Foundation8
zusammen
mit
der
Rockefeller
Foundation,
Dupont/Pioneer
Hi-bred,
Syngenta
AG
und
einer
Reihe
von
NGOs
und
anderen
Unternehmen
und
Stiftungen
finanziert
wird.87
Was
aber
ist
der
Crop
Trust
genau?
Lange
Rede,
kurzer
Sinn:
Im
Jahr
2001
verabschiedete
die
FAO
den
»Internationalen
Vertrag
über
pflanzengenetische
Ressourcen
für
Ernährung
und
Landwirt-
schaft«,88
abgekürzt
»Plant
Treaty«,
der
»darauf
abzielt,
die
globale
Ernährungssicherheit
zu
verbessern,
indem
es
Wissenschaftlern
und
Landwirten
erleichtert
wird,
Saatgut
und
anderes
Pflanzen-
material
für
die
Verbesserung
von
Kulturpflanzen,
Forschung
und
Ausbildung
zu
erhalten
und
zu
verwenden«.8?
Mit
dem
Vertrag
wurde
ein
Mechanismus
namens
»Multilaterales
System«
ge-
schaffen,
um
vierundsechzig
wertvolle
Nahrungspflanzen
in
»einem
leicht
zugänglichen
globalen
Pool
genetischer
Ressourcen
zur
Verfügung
zu
stellen,
der
potentiellen
Nutzern
in
den
Rat-
geberstaaten
des
Vertrags
für
einige
Verwendungszwecke
frei
zur
Verfügung
steht«.
Um
dieses
hohe
Ziel
zu
erreichen,
hat
das
Leitungsgremium
des
Plant
Treaty
eine
Vereinbarung
mit
dem
Global
Crop
Diversity
Trust
(auch
bekannt
als
»Crop
Trust«)
189
geschlossen,
einer
internationalen
gemeinnützigen
Organisation,
die
damit
beauftragt
ist,
Gelder
für
den
Erhalt
der
Pflanzenviel-
falt
zu
sammeln
und
auszuzahlen,
Instrumente
und
finanzielle
Unterstützung
für
Genbanken
weltweit
bereitzustellen
und
Genbankproben
ex
situ
zu
konservieren.
Sprich,
sie
beispiels-
weise
an
der
Seite
eines
Berges
in
der
eisigen,
arktischen
Tundra
Spitzbergens
zu
vergraben.
Bis
2012
stand
der
Crop
Trust
unter
dem
Vorsitz
von
Margaret
Catley-Carson,?
einer
ehemaligen
Präsidentin
des
von
J.
D.
Rocke-
feller
III
gegründeten
Population
Council?!
der
American
Eugenics
Society
unter
neuem
Namen.?2
Ihre
Verbindungen
beweisen,
dass
man,
egal
wohin
man
sich
auf
dem
Feld
der
Genetik
wendet,
immer
wieder
bei
den
gleichen
elitdren,
von
Eugenik
besessenen
Familien
und
Konzern-Oligopolen
landet,
die
sie
einst
ins
Leben
riefen.
Aber
worauf
um
alles
in
der
Welt
bereiten
sich
die
Eugeniker
mit
dem
Saatguttresor
vor?
Warum
braucht
die
Menschheit
ein
Backup
von
Millionen
von
Saatgutvarianten,
wenn
diese
vermut-
lich
(größtenteils)
während
der
gesamten
Menschheitsgeschichte
existierten?
Welche
Art
von
Umweltkatastrophe
konnte
den
Genpool
so
stark
kontaminieren,
dass
wir
die
Erde
mit
altem,
gentechnisch
unverandertem
Saatgut
neu
bevolkern
müssten?
Die
Antworten,
die
man
auf
diese
Fragen
erhält,
hängen
—
wie
üblich
—
davon
ab,
wen
man
fragt.
Der
Crop
Trust
selbst
hat
ein
paar
Szenarien
vorgeschlagen,
die
die
Existenz
des
Saatguttresors
zu
rechtfertigen
scheinen.
»Es
gibt
jeden
Tag
große
und
kleine
Weltuntergénge
auf
der
ganzen
Welt,
sagte
die
ehemalige
Geschéftsfithrerin
der
Stiftung,
Marie
Haga,
2017
gegenüber
TIME.
»Genetisches
Material
geht
überall
auf
der
Welt
verloren«.
Dem
fügte
einer
der
für
das
Tagesgeschaft
190
des
Tresors
zuständigen
Verwalter
hinzu:
»Es
ist
weit
entfernt
von
den
Orten
auf
der
Erde,
an
denen
Krieg
und
Terror
herrschen,
von
allem,
wovor
man
sich
vielleicht
an
anderen
Orten
fiirchtet«.9
Zwei
Jahre
zuvor,
2015,
verkündete
der
Crop
Trust,
dass
die
Svalbard
Saatgutbank
zum
ersten
Mal
eine
Entnahme
vorgenommen
hatte,
nachdem
eine
Genbank
im
vom
Krieg
zerstörten
Aleppo
durch
den
von
den
USA
unterstützten
Terroristenaufstand
in
Syrien
beschä-
digt
worden
war.
Zu
diesem
Zeitpunkt
äußerte
der
Sprecher
des
Crop
Trust,
Brian
Lainoff,
dass
»die
Entnahme
tatsächlich
als
Beweis
dafür
dient,
dass
ein
solcher
Tresor
notwendig
ist«.%
Kürzlich
wurde
sogar
von
The
Independent
argumentiert,
dass
der
Tresor
notwendig
sei,
um
das
genetische
Erbe
der
Welt
»in
Zeiten
globaler
Katastrophen,
wie
der
tobenden
Covid-19-Pandemie«
zu
schützen.95>
Wer
hätte
gedacht,
dass
Covid
eine
solche
Bedrohung
für
die
Vielfalt
der
Nutzpflanzen
darstellt?
Krieg?
Terrorismus?
COVID?
Es
stimmt,
dass
geopolitische
Unruhen
und
Naturkatastrophen
eine
Bedrohung
für
die
Vielfalt
der
Nutzpflanzen
an
verschiedenen
Orten
darstellen.
Aber
diese
Bedrohungen
allein
können
nicht
der
wahre
Grund
dafür
sein,
dass
die
milliardenschweren
Stiftungen
und
NGOs,
die
hinter
der
genetischen
Revolution
stehen,
eine
katastrophensichere
Saatgutbank
schaffen.
Nein.
Es
muss
mehr
als
diese
Bedenken
geben,
um
den
Plan
zu
erklären,
die
Erde
nach
einer
weltweiten
Katastrophe
wieder
mit
altem,
gentechnikfreiem
Saatgut
bevölkern
zu
wollen.
Die
einzig
logische
Schlussfolgerung
ist,
dass
gerade
die
Eu-
geniker,
die
Gentechnik
in
der
Nahrungsmittelversorgung
vorangetrieben
haben,
sich
darüber
im
Klaren
sind,
dass
ihre
machiavellistischen
Machenschaften
das
Leben
auf
der
Erde
in
einem
so
besorgniserregenden
Ausmaß
bedrohen,
dass
ein
»Backup«
der
natürlichen
Welt
nötig
sein
könnte,
um
den
Pla-
neten
eines
Tages
»neu
zu
starten«.
191
Unsere
erste
Reaktion
auf
diese
ernüchternde
Information
und
ihre
Auswirkungen
könnte
Panik
sein.
Dann
kann
sich
ein
Gefühl
der
Hilflosigkeit
einstellen,
das
uns
dazu
bringt,
vor
der
scheinbar
un-
aufhaltsamen
GMO-Übernahme
zu
kapitulieren.
Denn
wie
könnte
es
Lösungen
für
eine
Agenda
geben,
die
so
akribisch
geplant,
massiv
finanziert
und
monumental
überwältigend
ist
wie
diese?
Es
wurde
vorgeschlagen,
dass
Regierungen
dazu
gedrängt
werden
sollten,
nationale
Verbote
für
den
Anbau
von
gentechnisch
ver-
änderten
Pflanzen
zu
erlassen.
Doch
angesichts
der
Tatsache,
dass
diese
nationalen
Regierungen
zunehmend
in
ein
Geflecht
internationaler
Verträge
und
Organisationen
verstrickt
sind
—
FAO,
WHO,
UN,
Welthandelsorganisation,
Plant
Treaty,
Crop
Trust,
et
cetera
—
und
angesichts
der
Tatsache,
dass
diese
Organisationen
und
Vereinbarungen
über
Institutionen
wie
IRRI,
ISAAA
und
CGIAR
mit
der
Biotech-Agenda
verbunden
sind,
scheint
es
un-
wahrscheinlich,
dass
Nationalstaaten
in
der
Lage
sein
werden,
der
milliardenschweren,
jahrzehntelangen,
multinationalen
Agenda
der
Agrargiganten
zu
widerstehen.
Auf
einer
noch
grundlegenderen
Ebene
besteht
die
Antwort
auf
schlechte
Wissenschaft
jedoch
nicht
darin,
die
Wissenschaft
zu
verbieten
—
genauso
wenig
wie
die
Antwort
auf
Hassrede
darin
besteht,
freie
Meinungsäußerung
zu
verbieten.
Den
Regierungen
die
Macht
zu
geben,
dieses
oder
jenes
Forschungsgebiet
zu
sank-
tionieren
(oder
implizit
zuzulassen),
bedeutet,
die
Macht
über
die
künftige
Ausrichtung
der
Gesellschaft
genau
den
Eugenikern
und
Konzernen
zu
überlassen,
die
auch
die
Parlamente
der
National-
staaten
kontrollieren.
Wir
sollten
uns
auf
jeden
Fall
mit
allen
Mitteln
dafür
einsetzen,
dass
diese
Art
von
Forschung
nicht
mit
staatlichen
Geldern
192
finanziert
wird.
Aber
Lobbyarbeit
für
Gesetze,
die
die
Forschung
insgesamt
verbieten,
würde
mit
ziemlicher
Sicherheit
nach
hinten
losgehen.
Der
Hammer
des
Verbots
kann
dort
zuschlagen,
wo
wir
uns
das
wünschen,
zum
Beispiel
mit
einem
Verbot
von
gentech-
nisch
veränderten
Pflanzen.
Aber
er
kann
genauso
gut
anderswo
zuschlagen
und
die
Zulassung
von
gentechnisch
veränderten
Pflanzen
ermöglichen.
Und
angesichts
der
Ressourcen,
die
den
von
Gentechnik
besessenen
Eugenikern
zur
Verfügung
stehen,
ist
es
schwer
vorstellbar,
dass
wir
Bürger
diesen
politischen
Kampf
jemals
gewinnen
könnten.
Gibt
es
also
einen
Weg,
um
zu
verhindern,
dass
die
Geißel
der
GMO
den
Planeten
übernimmt?
Zum
Glück
ist
das
keine
rhetorische
Frage.
Und
zum
Glück
ist
die
Antwort
ein
klares
—
ja!
In
der
Tat
hat
sich
bereits
gezeigt,
dass
wir
diesen
Krieg
gewinnen
können,
indem
wir
eine
der
einfachsten
Waffen
einsetzen,
die
uns
zur
Verfügung
stehen
—
den
Boykott.
Zur
Erklärung:
Posilac
ist
der
Handelsname
für
Monsantos
gen-
technisch
verändertes,
rekombinantes
Rinderwachstumshormon
(rBGH),
das
laktierenden
Milchkühen
injiziert
wird,
um
die
Milchproduktion
zu
steigern.?6
Im
Jahr
1993
wurde
Posilac
von
der
FDA
für
den
Einsatz
in
der
Milchindustrie
zugelassen,
obwohl
Forscher
vor
den
potenziellen
Gefahren
gewarnt
hatten,
die
es
für
Menschen
darstellt,
die
Milch
von
Kühen
konsumierten,
die
mit
diesen
Injektionen
behandelt
wurden.?
Die
Milch
von
mit
Posilac
behandelten
Kühen
wurde
ohne
Kennzeichnung
verkauft,
obwohl
sie
sich
chemisch,
ernährungsphysiologisch
und
pharmazeutisch
von
unbehandelter
Milch
unterschied.
Die
rBGH-Milch
enthielt
nicht
nur
signifikant
höhere
Anteile
des
krebsbeschleunigenden
Hormons
IGF-1
(insulinähnlicher
Wachstumsfaktor)
als
normale
Milch,
sondern
auch
Eiter
und
Antibiotika
von
der
Mastitis,
die
durch
die
Einnahme
des
Me-
dikaments
verursacht
wurde.%®
Mehrere
FDA-Insider
warnten
193
in
den
1990er
Jahren,
dass
Sicherheitsdaten
zur
rBGH-Milch
von
kompromittierten
FDA-Mitarbeitern
manipuliert
wurden,
um
Posilac
zu
helfen,
den
Zulassungsprozess
der
Behörde
zu
bestehen.
Nichtsdestotrotz
—
und
wenig
überraschend
—
wurde
die
Zulassung
trotzdem
erteilt.
Ebenso
wenig
überraschend
ist,
dass
die
Whistleblower,
die
diese
Bedenken
äußerten,
aus
der
Behörde
gedrängt
und
ihre
Aussagen
ignoriert
wurden.?9
Aber
damit
nicht
genug.
Zu
einem
Fall,
der
durch
die
Dokumentation
The
Corporation
aus
dem
Jahr
2003
bekannt
wurde,
produzierten
zwei
investigative
Reporter
eines
Regionalsenders,
der
zum
Fox-Netzwerk
gehörte,
eine
Reportage,
die
den
rBGH-Skandal
beleuchtete.
Nachdem
Monsanto
Druck
auf
den
Sender
ausübte,
wurde
die
Reportage
zurückgehalten
und
die
beiden
Journalisten
wurden
gefeuert.
Doch
im
Jahr
2004
fing
die
Öffentlichkeit
an,
sich
über
das
Thema
zu
informieren.
Die
Verbraucher
begannen,
massiven
Druck
auf
Geschäfte
auszuüben,
damit
diese
den
Verkauf
von
rBGH-
Milch
einstellen.
Dieser
Schritt
führte
zu
einem
Erfolg
nach
dem
anderen:
Große
Einzelhändler
—
darunter
Kroger,190
Safeway,
101
Starbucks192
und
Walmart193
—
und
Produzenten
—
darunter
Breyers,194
Byrne
Dairy,1®5
und
General
Mills!®
—
einigten
sich
darauf,
den
Verkauf
oder
die
Produktion
von
Milch
von
Kühen,
die
mit
künstlichen
Wachstumshormonen
behandelt
wurden,
einzustellen.
Heute
ist
rBGH-Milch,
die
einst
in
ganz
Amerika
vertrieben
wurde,
eine
Seltenheit
in
der
Milchabteilung.
Dieser
Wandel
wurde
nicht
durch
umfassende
Maßnahmen
der
Regie-
rung
herbeigeführt.
Er
ist
nicht
durch
Gewalt
oder
Zwang
zustande
gekommen.
Der
Wandel
kam
dadurch
zustande
zustande,
dass
Verbraucher
sich
über
das
Problem
informierten,
Druck
auf
die
Erzeuger
ausübten
und
diesen
so
lange
aufrechterhielten,
bis
ihre
Forderungen
nach
rBGH-freier
Milch
erfüllt
waren.
194
Zugegeben,
der
Kampf
gegen
gentechnisch
veränderte
Lebens-
mittel
wird
nicht
so
leicht
zu
gewinnen
sein,
wie
der
gegen
rBGH-Milch.
Aber
wir
können
den
Samen
des
Zweifels,
der
die
Sache
mit
der
Milch
zu
unseren
Gunsten
entschied,
im
Beet
des
Widerstands
gegen
GMO-Nahrungsmittel
pflanzen.
Da
es
in
unserer
Macht
als
Verbraucher
liegt,
Produkte
abzulehnen,
gegen
die
wir
Bedenken
haben,
sei
es
aufgrund
der
Unsicherheit,
aus
gesundheitlichen
oder
moralischen
Gründen,
gibt
es
wirk-
lich
niemanden,
dem
wir
sonst
die
Schuld
dafür
geben
können,
dass
diese
gentechnisch
veränderten
Lebensmittel
heute
so
weit
verbreitet
und
auf
unseren
Tellern
sind.
Es
liegt
in
unserer
Verantwortung
zu
wissen,
was
in
den
Produkten
enthalten
ist,
die
wir
essen.
Und
es
ist
an
uns,
den
Unternehmen,
die
gen-
technisch
veränderte
Zutaten
in
ihren
Produkten
verwenden,
die
Unterstützung
zu
entziehen.
Glücklicherweise
entstehen
derzeit
Technologien,
die
koordinierte
Verbraucheraktionen
gegen
GMO
vereinfachen.
Die
Buycott-App
ermöglicht
den
Nutzern
beispielsweise
die
Teil-
nahme
am
sogenannten
Buycotting,
bei
dem
man
sich
bewusst
dafür
entscheidet,
nur
zertifizierte,
genetisch
unveränderte
Produkte
zu
kaufen
und
gleichzeitig
eine
Boykott-Kampagne
zu
unterstützen,
die
sich
gegen
Produzenten
von
GMO-Produkten
richtet.197
Eine
Verbraucher-Gruppe
hat
auf
der
Buycott-Webseite
die
Kampagne
»Pro-GMO?
Oder
Pro-Recht
auf
Information?«
ins
Leben
gerufen,
die
243
Unternehmen
anfiihrt,
die
man
je
nach
ihrer
Unterstützung
oder
Ablehnung
von
Kennzeichnungsgesetzen
für
GMO-Produkte
meiden
oder
unterstützen
sollte.
Von
den
über
einer
Million
Mitgliedern
der
Buycott-Community,
die
mit
ihrem
Geld
abstimmen,
haben
sich
mehr
als
die
Hälfte
der
Kampagne
für
die
GMO-Kennzeichnung
angeschlossen.198
Zu
den
weiteren
Initiativen
gehört
der
»Non-GMO
Shopping
Guide«
des
Institute
195
for
Responsible
Technology,
der
tausende
von
Konsumgütern
auflistet,
die
nachweislich
als
gentechnikfrei
eingestuft
wurden.
1%
Es
gibt
aber
auch
eine
nicht-technische
Lösung:
»Guerilla-Gärt-
nern«.
Dieser
Ansatz
umfasst
eine
Vielzahl
von
Maßnahmen.
Vom
Anbau
von
Lebensmitteln
auf
eigenem
Land
über
die
Teilnahme
an
einem
Gemeinschaftsgarten
oder
der
Beschaffung
von
Bio-
Lebensmitteln
von
lokalen
Produzenten
bis
hin
zum
lokalen
Bauernmarkt.
Wenn
das
alles
nach
viel
Arbeit
klingt,
dann
nur,
weil
dem
so
ist.
Wenn
es
sich
so
anhört,
als
ob
die
Umstellung
auf
100
Prozent
gentechnikfreie
Lebensmittel
ein
sukzessiver
Prozess
wäre,
bei
dem
man
sich
nach
und
nach
von
bestimmten
Produkten
entwöhnt
und
geeignete
Alternativen
findet,
wird
dieser
Prozess
genau
so
aussehen.
Wenn
es
so
klingt,
als
gäbe
es
niemanden
außer
uns
selbst,
dem
wir
die
Schuld
geben
können,
wenn
wir
nicht
anfangen,
diese
Schritte
zu
gehen,
um
unseren
Kindern
eine
Welt
ohne
Gentechnik
zu
sichern,
dann
gibt
es
auch
niemand
anderen.
Letzten
Endes
können
wir
nicht
direkt
bestimmen,
was
im
Haus
des
Nachbarn
passiert;
geschweige
denn,
was
in
anderen
Ländern
oder
auf
anderen
Kontinenten
passiert.
Aber
die
Verantwortung
hört
eben
dort
auf,
wo
sie
schon
immer
aufgehört
hat
—
am
eigenen
Küchentisch.
In
den
meisten
Fällen
haben
wir
immer
noch
die
Freiheit
zu
entscheiden,
was
wir
essen
-
und
was
nicht.
Aber
wenn
wir
nicht
anfangen,
diese
Freiheit
ernst
zu
nehmen
und
sie
als
die
Verant-
wortung
wahrnehmen,
die
sie
ist,
könnte
die
genetische
Revolution
genau
die
weltweite
Katastrophe
sein,
die
den
Saatguttresor
in
der
eisigen
Tundra
Norwegens
zu
einer
Notwendigkeit
macht.
196
10
11
12
13
14
15
16
17
18
»Failure
to
Yield:
Evaluating
the
Performance
of
Genetically
Engineered
Crops«,
Union
of
Concerned
Scientists,
2009.
archive.fo/Ac0k
»Distinction
Between
Genetic
Engineering
and
Conventional
Plant
Breeding
Becoming
Less
Clear,
Says
New
Report
on
GE
Crops«,
The
National
Academies
of
Sciences,
Engineering,
and
Medicine,
17.
Mai
2016.
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Hakim,
Danny:
»Doubts
About
the
Promised
Bounty
of
Genetically
Modified
Crops«,
The
New
York
Times,
29.
Oktober
2016.
archive.fo/4EBkk
Klimper,
Wilhelm
und
Matin
Qaim:
»A
Meta-Analysis
of
the
Impacts
of
Genetically
Modified
Crops«,
PLOS
ONE,
3.
November
2014.
archive.fo/jknGO
Siehe
Endnote
3.
Chatsko,
Maxx:
»How
Much
Money
Does
Monsanto
Make
From
Roundup?«,
The
Motley
Fool,
26.
Mai
2016.
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Main,
Douglas:
»Glyphosate
Now
the
Most-Used
Agricultural
Chemical
Ever,
Newsweek,
2.
Februar
2016.
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Benbrook,
Charles
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»Trends
in
glyphosate
herbicide
use
in
the
United
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and
globally«,
Springer
Open,
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Februar
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»Impacts
of
Genetically
Engineered
Crops
on
Pesticide
Use
in
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United
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The
First
Thirteen
Years«,
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Cornucopia
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»Endocrine
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and
cytotoxicity
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Glyphosate
and
Roundup
in
human
Jar
cells
in
vitro,
Open-Access-Text.
archive.fo/4Ra1a
»IARC
Monographs
Volume
112:
evaluation
of
five
organophosphate
insecticides
and
herbicides,
International
Agency
for
Research
on
Cancer,
20.
März
2015.
bit.ly/2JtN1nP
Hogue,
Cheryl:
»California
to
list
glyphosate
as
a
carcinogen«,
Chemical
&
Engineering
News.
archive.is/HUqQx
Cohen,
Patricia:
»Roundup
Maker
to
Pay
$10
Billion
to
Settle
Cancer
Suits,
The
New
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Times,
24.
Juni
2020.
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Benbrook,
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M.:
»Impacts
of
genetically
engineered
crops
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use
in
the
U.S.
-
the
first
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Artikelnummer:
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September
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»Pesticide
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»The
Next
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Siehe
Endnote
14
197
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
»UN
List
of
Identified
Endocrine
Disrupting
Chemicals«,
Chem
Safety
Pro.
archive.md/fjXYE
Bjerling-Poulsen,
Marina,
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al:
»Potential
developmental
neurotoxicity
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Pregnancy
Outcomes
Among
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Undergoing
Infertility
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Medicine,
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2018,
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Peripheral
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Weaning
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Agricultural
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»Non-GMO
Shopping
Guide
...
And
When
You
Dine
Out,
Institute
for
Responsible
Technology.
nongmoshoppingguide.com
202
Wie
man
seine
Knechtschaft
genießt
1950er:
Also,
lassen
sie
mich
das
mal
klären:
Diese
magische
Box,
die
sie
da
in
ihrer
Tasche
mit
sich
herumtragen,
...
2020er:
Die
nennt
man
iPhone.
1950er:
Diese
magische
Box
erstellt
also
eine
Liste
aller
Orte,
an
denen
sie
gewesen
sind?
2020er:
Ja
—
inklusive
wann
ich
dort
war
und
wie
lange
ich
ge-
blieben
bin!
1950er:
Und
das
Protokoll
wird
automatisch
an
ein
Unternehmen
in
Kalifornien
geschickt?
2020er:
Genau.
1950er:
Haben
sie
keine
Angst
davor,
was
diese
Firma
mit
all
ihren
Daten
macht?
Was,
wenn
sie
alles
der
Regierung
übergibt?
2020er:
Nein,
das
beunruhigt
mich
nicht.
1950er:
Aber
warum
nicht?
2020er:
Weil
die
Regierung
all
diese
Daten
längst
hat.
Kennen
sie
den
Patriot
Act
nicht?1
203
1950er:
Natürlich
weiß
ich,
wie
sich
ein
Patriot
gegenüber
solch
einer
Tyrannei
verhalten
würde.
Das
sind
doch
ihre
privaten
Informationen!
Es
ist
unvorstellbar,
dass
sie
so
leichtsinnig
damit
umgehen.
2020er:
Es
ist
nicht
leichtsinnig.
Es
ist
praktisch.
Heute
habe
ich
Foursquare
benutzt,
um
mich
im
Restaurant
einzuchecken,
wo
ich
zu
Mittag
gegessen
habe.
Ich
habe
meinen
Facebook-Status
aktualisiert,
während
ich
auf
den
Beginn
meines
Pilates-Kurses
gewartet
habe
und
ein
Selfie
vom
Spiel
heute
Abend
getwittert.
1950er:
Ich
habe
keine
Ahnung,
was
das
alles
bedeutet.
2020er:
Das
heißt,
ich
mache
mir
keine
Sorgen
um
meine
Privats-
phäre.
1950er:
Dann
denke
ich,
die
Kommunisten
haben
gewonnen.
2020er:
Wie
bitte?
1950er:
Die
Roten,
sie
wissen
schon
—
die
Russen!
Offensichtlich
haben
die
Sowjets
die
USA
übernommen
und
ihr
habt
alle
den
Verstand
verloren.
Wahrscheinlich
wurden
sie
von
den
gerissenen
Pinkos
einer
Gehirnwäsche
unterzogen.
2020er:
Ach,
sie
meinen
die
Sowjetunion?
Ich
glaube,
davon
habe
ich
im
Geschichtsunterricht
gehört.
Nein,
wir
leben
hier
im
Land
der
Freiheit.
1950er:
In
welchem
Sinne
genau
sind
sie
denn
frei?
2020er:
Nun,
äh...
204
Das
wäre
erst
der
Anfang
des
Gesprächs.
Wie
würden
sie
denn
auch
nur
ansatzweise
sinnhaft
erklären,
dass
ihr
Per-
sonalausweis
und
ihr
Reisepass
digitalisiert
sind,
dass
diese
Dokumente
mit
ihren
biometrischen
Daten
verknüpft
wurden
und
als
Instrumente
staatlicher
Überwachung
und
Kontrolle
gegen
sie
eingesetzt
werden?2
Oder
dass
eine
außergerichtliche
Tötungsliste
des
Präsidenten
—
euphemistisch
»Dispositions-
matrix«
genannt
—
dem
Präsidenten
der
Vereinigten
Staaten
die
Befugnis
verleiht,
jederzeit
und
überall
auf
der
Welt
jeden
Menschen
zu
töten,
den
er
will?3
Oder
dass
ein
internationales
Abkommen
die
Weitergabe
ihrer
persönlichen
Bankdaten
an
OECD-Staaten
erlaubt
—
als
ersten
Schritt
in
Richtung
eines
globalen
Steuersystems?4
Oder
dass
geheime
DNA-Datenbanken
Blutproben
speichern,
die
ihrem
Neugeborenen
bei
der
Geburt
entnommen
wurden.
Proben,
die
nun
privaten
Unternehmen
gehören
und
von
Forschern
ohne
ihr
Wissen
oder
ihre
Zustim-
mung
untersucht
werden?3
Wie
würden
sie
die
unzähligen
Verletzungen
grundlegender
persönlicher
Freiheiten
erklären,
die
sich
in
den
letzten
fünfzig
Jahren
als
normal
etablierten?
Sie
würden
ja
nicht
einfach
nur
die
technologisch
bedingten
Eingriffe
in
unsere
Freiheit
aufzählen,
sondern
müssten
vielmehr
auch
den
grundlegenden
Wandel
des
Denkens
bezüglich
dieser
Freiheiten
und
deren
Bedeutung
für
unser
Leben
erläutern.
Selbst
wenn
sie
diesem
imaginären
Zeitreisenden
die
technischen
Details
der
Systeme,
die
uns
unserer
Rechte
und
Freiheiten
berauben,
vermitteln
könnten
—
wären
sie
wirklich
in
der
Lage,
die
Denkweise
unserer
Generation
zu
erklären?
Zweifellos
sind
gerade
jene
Freiheiten,
die
wir
heute
so
leichtfertig
preiszugeben
bereit
sind,
dieselben
Freiheiten,
die
vor
fünfzig
Jahren
als
so
sakrosankt
galten,
dass
damals
niemand
daran
dachte,
sie
auch
nur
in
Frage
zu
stellen
—
geschweige
denn,
205
sie
schützen
zu
müssen.
Jemandem
aus
der
Vergangenheit
diesen
Verlust
zu
erklären,
könnte
ein
Ding
der
Unmöglichkeit
sein.
1950er:
Was
sie
sagen,
erinnert
mich
an
diesen
englischen
Typen
-
Orwell.
Er
ist
erst
vor
kurzem
gestorben,
wie
ich
höre.
Haben
sie
sein
letztes
Buch
gelesen?
Wie
hieß
es
nochmal?
1994?
2020er:
1984.
1950er:
Oh,
richtig.
Das
war‘s.
Gruselig.
Nicht
wahr?
2020er:
Ich
denke
schon.
Ein
bisschen
klischeehaft,
finden
sie
nicht?
Außerdem
war
Huxley
näher
dran.
Obwohl
ihr
Gesprächspartner
aus
den
1950er
Jahren
mit
Aldous
Huxleys
Buch
»Schöne
neue
Welt«
von
1932
vertraut
sein
mag,
hat
er
Huxleys
Rede
von
1962
in
Berkeley
mit
dem
ehrgeizigen
Titel
»Die
ultimative
Revolution«
noch
nicht
gehört.
In
dieser
Rede
enthüllte
Huxley
die
Vielzahl
technologischer
und
phar-
makologischer
Methoden
zur
mentalen
Manipulation,
die
den
Technokraten
und
Sozialingenieuren
der
Neuzeit
zur
Verfügung
stehen.®
Huxley
stellte
George
Orwells
düsterer
Vision
einer
tyrannisch
kontrollierten
Gesellschaft
in
1984
—
»eine
Projektion
in
die
Zukunft
einer
Gesellschaft,
in
der
Kontrolle
ausschließ-
lich
durch
Terrorismus
und
gewaltsame
Angriffe
auf
Geist
und
Körper
des
Individuums
ausgeübt
wird«
—
seiner
eigenen
Vision
einer
»Schönen
Neuen
Welt«
gegenüber.
Einer
Welt,
die
durch
Manipulation
und
Belohnung
kontrolliert
wird:
»[W]enn
es
dir
gelingt,
die
Menschen
dazu
zu
bringen,
der
Art
wie
sie
leben
—
dem
Zustand
der
Knechtschaft,
dem
Zustand,
in
dem
ihre
Unterschiede
ausradiert
und
sie
206
den
Methoden
der
Massenproduktion
auf
sozialer
Ebene
angepasst
werden
—
zuzustimmen,
wenn
du
dies
erreichen
kannst,
dann
wirst
du
wahrscheinlich
eine
viel
stabilere
und
langlebigere
Gesellschaft
haben.
Eine
viel
leichter
kontrollierbare
Gesellschaft,
als
wenn
du
nur
auf
Knüppel,
Erschießungskommandos
und
Konzentrationslager
angewiesen
wärst.«7
Der
amerikanische
Medienkritiker
Neil
Postman
besprach
diese
gegensätzlichen
Methoden
der
Kontrolle
in
seinem
1985
erschie-
nenen
Buch
»Amüsieren
wir
uns
zu
Tode«.
Darin
zeigte
er
auf,
wie
Fernsehberichterstattung
—
kontextlos,
hektisch
und
volatil
—
Zu-
schauer
sediert
und
deren
Reaktionen
auch
bei
dreistesten
Ver-
letzungen
persönlicher
und
sozialer
Freiheiten
abstumpfen
lässt:
»S0
scharfsinnig
George
Orwell
auch
war
-
in
dieser
Situation
wäre
er
schlicht
überfordert
gewesen.
Denn
hier
gibt
es
nichts
Orwell’sches:
Der
Präsident
hat
die
Medien
nicht
unter
Kontrolle,
die
New
York
Times
und
die
Washington
Post
sind
nicht
die
Pravda,
die
Associated
Press
ist
nicht
Tass,
und
es
gibt
keinen
künstlich
geschaffenen
»Neusprech«.
Lügen
wurden
nicht
zu
Wahrheit
erklärt,
und
Wahrheit
nicht
zu
Lügen.
Was
wirklich
geschehen
ist,
ist,
dass
sich
die
Menschen
an
die
Widersprüche
gewöhnt
haben.
Sie
wurden
durch
ständige
Unterhaltung
abgelenkt,
gelähmt
und
gleichgültig
-
fasziniert,
ohne
wirklich
zu
reagieren.
Genau
deshalb
wäre
Aldous
Huxley
von
dieser
Entwicklung
kaum
überrascht
gewesen.
Er
sah
voraus,
dass
westliche
Demokratien
eher
träumend
und
tanzend
ins
Vergessen
gleiten
würden,
statt
diszipliniert,
in
Reih
und
Glied
und
gefesselt,
marschierend
unterzugehen.
Huxley
erkannte
—
im
Gegensatz
zu
Orwell
—
dass
es
nicht
nötig
ist,
207
der
Öffentlichkeit
etwas
vorzuenthalten,
wenn
diese
ohnehin
unempfindlich
gegenüber
Widersprüchen
ist
und
durch
technologische
Ablenkungen
betäubt
wird.
Zwar
sagte
er
nicht
explizit,
dass
Fernsehen
unsere
Hauptdroge
sein
würde,
doch
er
hätte
Robert
MacNeils
Beobachtung
sofort
bestätigt:
Fernsehen
ist
das
Soma
aus
Huxleys
»Schöne
neue
Welt«.
Big
Brother
kommt
also
nicht
als
bedrohlicher
Aufseher
daher,
sondern
als
harmlos-süße
Comicfigur.«8
1950er:
Ich
wusste
es!
Das
Fernsehen
ist
der
Übeltäter.
Es
war
die
ganze
Zeit
schon
ein
Werkzeug
der
Kommunisten.
Und
hier
holen
wir
es
in
unsere
Häuser
und
lassen
es
den
Verstand
unserer
Kinder
zerstören.
2020er:
TV?
Das
ist
so
was
von
20.
Jahrhundert.
Heute
haben
wir
Netflix,
Hulu,
Peacock
und
Prime.
Wir
können
unseren
TikTok-
Feed
checken,
während
wir
unterwegs
sind
und
Podcasts
hören.
Sogar
Huxleys
Rede
von
1962
kann
man
einfach
so
herunter-
laden
—
und
das
kostenlos.
Aber
warum
sollte
man
ein
Nerd
sein
und
seine
Zeit
damit
verschwenden,
diesem
langweiligen
alten
Briten
zuzuhoren?
Hey,
ich
hab
gehört,
der
neue
Song
von
Taylor
Swift
wurde
gerade
geleakt.
Ah,
ja.
Brot
und
Spiele.
Wie
unser
wortgewandter,
zeitreisender
Gesprächspartner
vielleicht
bemerken
würde
—
sobald
man
ihm
erklärt
hat,
was
Netflix,
Hulu,
Peacock,
Prime,
TikTok
und
Taylor
Swift
sind:
Plus
ca
change
—
je
mehr
sich
die
Dinge
ändern,
desto
gleicher
bleiben
sie.
Doch
bloße
Ablenkung
ist
nicht
das
primäre
Instrument
gesellschaftlicher
Kontrolle,
das
den
modernen
Sozialingenieuren
zur
Verfügung
steht.
Auch
andere
Elemente
psychologischer
Manipulation
kommen
zum
Einsatz.
Dazu
gehören
208
beispielsweise
die
»Techniken
des
Terrorismus«,
wie
Huxley
sie
in
seiner
Rede
nannte
—
Techniken,
mit
denen
einer
Zielperson
seelische
oder
physische
Gewalt,
Schmerzen
oder
Stress
zugefügt
werden,
um
ihr
Verhalten
zu
manipulieren
oder
zu
konditionieren.
Diese
Techniken
—
der
Modus
Operandi
von
Big
Brother
und
einem
Polizeistaat
im
Stil
von
1984
—
gibt
es
seit
ewigen
Zeiten.
Wie
Huxley
feststellte,
werden
sie
durch
den
Einsatz
wissenschaftlicher
Methoden
zunehmend
verfeinert
und
effektiver.
Man
muss
sich
nur
die
modernen
Formen
der
Gehirnwäsche
anschauen,
um
zu
erkennen,
wie
diese
neuen
Techniken
des
Terrors
eine
»wirkliche
Verfeinerung
der
älteren
Methoden«
darstellen.
Sie
führen
letztlich
dazu,
dass
»die
Betroffenen
eine
Art
freiwillige
Akzeptanz
der
gegebenen
Zustände
entwickeln,
in
denen
sie
sich
befinden«.?
Doch
jenseits
von
Kontrollsystemen,
die
auf
roher
Gewalt
und
nackter
Aggression
beruhen,
gibt
es
das,
was
Huxley
als
eine
Reihe
von
»nicht-terroristischen
Techniken«
beschreibt,
»um
Zustimmung
zu
erzwingen
und
Menschen
dazu
zu
bringen,
ihre
Knechtschaft
zu
lieben«.
Zu
diesen
»nicht-terroristischen«
Kontroll-
taktiken
gehören
der
Einsatz
von
Psychopharmaka,
1®
die
Fre-
quenzen
von
TV-Bildschirmen
und
Social-Media-Algorithmen,12
die
bei
den
Zielpersonen
»freiwillige«
Zustimmung
auslösen.
Wie
die
Techniken
des
Terrors
werden
auch
diese
subtileren
Methoden
der
Manipulation
durch
empirische
Studien
ständig
verfeinert
und
sind
heute
unglaublich
effektiv,
um
die
Meinung
großer
Teile
der
Bevölkerung
zu
beeinflussen.
Man
muss
sich
nur
die
mentale
Gymnastik
ansehen,
zu
denen
Unterstützer
der
geopolitischen
Narrative
des
Establishments
fähig
sind,
um
zu
verstehen,
wie
wirkungsvoll
diese
Form
der
Gedankenkontrolle
sein
kann.
So
kann
der
durchschnittliche
Nachrichten-Junkie
des
Establishments
zum
Beispiel
Osama
209
Bin
Laden
und
seine
al-Qaida-Agenten
im
Afghanistan3
der
1990er
Jahre
zunächst
als
»Krieger
für
den
Frieden«
feiern,
um
sie
später
als
Inbegriff
des
Bösen
zu
verunglimpfen,
weil
sie
für
die
Terroranschläge
vom
11.
September
2001
verantwortlich
sind.
Und
noch
etwas
später,
in
den
2010er14
Jahren,
gelten
sie
als
notwendige
Verbündete
im
Krieg
gegen
Baschar
al-Assad
in
Syrien.
All
das
hält
der
Nachrichten-Junkie
aus,
ohne
dabei
ein
kognitives
Schleudertrauma
zu
erleiden.
Dass
die
Massen
zu
verschiedenen
Zeiten
diametral
gegensätzliche
Positionen
vertreten,
ist
an
sich
schon
ein
Zeugnis
für
die
Macht
dieser
nicht-terroristischen
Manipulationstechniken.
Noch
bemerkens-
werter
ist
jedoch,
dass
Menschen,
die
von
diesen
Manipulatoren
geformt
werden,
die
Widersprüche
nicht
einmal
als
solche
wahr-
nehmen.
Sie
sind
zu
sehr
von
den
neuesten
Spielereien
auf
ihren
»Taschenspionen«
gefesselt,
um
sich
der
Welt,
die
sie
umgibt,
wirklich
bewusst
zu
sein.
1950er:
Moment.
Sie
sagen
also,
dass
viele
Amerikaner
denken,
dass
ein
Militärputsch
eine
gute
Sache
ware?15
2020er:
Ähm,
...
1950er:
Und
sie
gewöhnen
sich
alle
an
den
Gedanken,
ihre
Finger-
abdrücke
wie
gewöhnliche
Kriminelle
abzugeben,
nur
um
die
Grenzen
zwischen
Ländern
überqueren
zu
können?16
2020er:
Ähm,
...
1950er:
Und
ihr
fändet
es
besser,
wenn
Mitglieder
des
Kon-
gresses
zufällig
aus
dem
Telefonbuch
herausgesucht
würden,
anstatt
den
korrupten
Gaunern
zu
vertrauen,
die
tatsächlich
gewählt
wurden?1?
210
2020er:
Ähm,
...
1950er:
Und
damit
seid
ihr
alle
zufrieden?
2020er:
Ähm,
...
1950er:
Warum
regt
ihr
euch
nicht
auf?
Warum
werft
ihr
diese
verdammten
Zauberkisten
nicht
einfach
in
den
Müll?
Warum
legt
ihr
euch
nicht
in
die
Sonne
und
sprecht
mit
euren
Nachbarn
-
und
lebt
einfach
euer
Leben?
2020er:
Ahm,
...
1950er:
Hören
sie
mir
überhaupt
zu?
2020er:
Entschuldigung,
was
haben
sie
gesagt?
Ich
habe
meiner
Freundin
gerade
eine
Nachricht
zu
diesem
viralen
Video
ge-
schrieben,
das
ich
gesehen
habe.
1950er:
Vergessen
sie
es.
Ich
gebe
auf.
Schicken
sie
mich
bitte
zurück
in
die
50er!
1
»PATRIOT
Act,
Electronic
Privacy
Information
Center.
archive.is/4vdqU
2
Corbett,
James:
»Episode
415
-
The
Global
Digital
ID
Prison«,
The
Corbett
Report,
12.
März
2022.
corbettreport.com/digitalid
3
Becker,
Jo
and
Scot
Shane:
»Secret
>Kill
List<
Proves
a
Test
of
Obama's
Principles
and
Will«,
The
New
York
Times,
29.
Mai
2012.
archive.fo/QE3mz
211
10
11
12
13
14
15
16
17
»Interview
742
-
New
World
Next
Week
with
James
Evan
Pilato«,
The
Corbett
Report,
6.
September
2013.
corbettreport.com/?p=
7938
Corbett,
James:
»Announcing
the
DNA
Control
Grid«,
The
Corbett
Report,
27.
Februar
2009.
archive.fo/ofM22
»Aldous
Huxley
1962
U.C.
Berkeley
Speech
on
The
Ultimate
Revoluton«,
Public
Intelligence.
archive.fo/OZLj9
Siehe
Endnote
6.
Postman,
Neil:
»Amusing
Ourselves
to
Death:
Public
Discourse
in
the
Age
of
Show
Business«,
New
York:
Penguin,
2006,
Seite
111.
Siehe
Endnote
6.
Deegan,
Gordon:
»Psychiatrist
calls
for
lithium
to
be
added
to
water«,
The
Irish
Times,
2.
Dezember
2011.
archive.is/u2Ini
Nelson,
Joyce:
»The
Perfect
Machine:
Television
and
the
Bomb«,
Philadelphia:
New
Society
Publishers,
1992,
Seiten
69-73.
Booth,
Robert:
»Facebook
reveals
news
feed
experiment
to
control
emotions«,
The
Guardian.
archive.is/nBsbt
Fisk,
Robert:
»Anti-Soviet
warrior
puts
his
army
on
the
road
to
peace:
The
Saudi
businessman
who
recruited
mujahedin
now
uses
them
for
large-scale
building
projects
in
Sudan.
Robert
Fisk
met
him
in
Almatig«,
Independent,
6.
Dezember
1993.
archive.is/ePAFy
Freeman,
Elliot:
»From
2012:
Senior
CFR
official:
Free
Syrian
Army
needs
al-Qaeda
support«,
Syria
Resources
Archive,
27.
August
2012.
archive.is/gb1vo
Foa,
Roberto
and
Yascha
Mounk:
»Across
the
Globe,
a
Growing
Disillusionment
With
Democracy«,
The
New
York
Times,
15.
September
2015.
archive.fo/iDWsl
Corbett,
James:
»Japan
to
Fingerprint
Foreigners
on
Entry«,
The
Corbett
Report,
8.
Oktober
2007.
corbettreport.com/japanfingerprints
»U.S.
Congress
no
better
than
random
choices
from
a
phone
book:
poll«,
Daily
News,
9.
Februar
2012.
archive.is/FDTfW
212
Drei
unterschiedliche
Typen
Es
gibt
diejenigen,
die
zusehen,
wie
Gebäude
7
einstürzt
und
dabei
einen
sukzessiven
Kollaps
sehen,
der
durch
Bürobrände
verursacht
wird.
Es
gibt
Leute,
die
zuschauen,
wie
die
Gebäude
7
einstürzt
und
dabei
eine
kontrollierte
Sprengung
sehen.
Und
es
gibt
diejenigen,
die
nicht
wissen,
was
Gebäude
7
ist.
Wer
davon
bist
du?
213
Das
seltsame
Leben
des
Maurice
Strong
So
hätte
Maurice
Strongs
Nachruf
in
einer
vernünftigen
Welt
ausgesehen:
»Der
in
Ungnade
gefallene
Kleptokrat
Maurice
Strong
starb
2015
im
Alter
von
86
Jahren.
Nachdem
seine
jahrzehnte-
langen
geschäftlichen
Intrigen,
seine
Verbrechen
gegen
die
Menschlichkeit
und
seine
Mitwirkung
an
massiver
Umwelt-
zerstörung
aufgedeckt
worden
waren,
wurde
er
von
der
gesellschaftlichen
Elite
gemieden
und
in
ein
Leben
im
Exil
in
Peking
gezwungen.
Seine
Grausamkeit
gipfelte
im
Versuch,
aus
dem
Tod
hungernder
irakischer
Kinder
Profit
zu
schlagen.
Seine
Beerdigung
war
eine
stille
Angelegen-
heit,
an
der
nur
wenige
Familienmitglieder
teilnahmen
—
jene,
die
es
nicht
übers
Herz
brachten,
ihn
komplett
zu
ignorieren.
Ehemalige
Freunde
und
Geschäftspartner
wie
Paul
Martin,
James
Wolfensohn,
Kofi
Annan,
Conrad
Black
und
Al
Gore
vermieden
es
allesamt,
sich
zum
Tod
ihres
in
Ungnade
gefallenen
Kollegen
zu
äußern.«
Aber
es
ist
keine
vernünftige
Welt.
Daher
wurde
folgendes
verkündet:
»Am
Mittwoch
werden
sich
Hunderte
gegenüber
dem
Par-
lamentshügel
versammeln,
um
einer
außergewöhnlichen
Gedenkfeier
beizuwohnen.
Der
Generalgouverneur,
der
Premierminister,
die
Umweltministerin,
der
ehemalige
214
Präsident
der
Weltbank
—
neben
anderen
Würdenträgern,
ob
im
Amt
oder
nicht
-
werden
einem
der
großen
Kanadier
seiner
Generation
die
letzte
Ehre
erweisen.
Sie
werden
das
Leben
von
Maurice
Frederick
Strong
feiern,
der
am
27.
November
verstarb.
Sein
Tod
brachte
die
üblichen
Nachrufe
und
persönlichen
Würdigungen
mit
sich.
Doch
in
einem
Land,
das
sein
Licht
oft
unter
den
Scheffel
stellt,
sollte
Maurice
Strong
—
und
das
fieberhafte,
folgen-
reiche
Leben,
das
er
im
In-
und
Ausland
führte
—
nicht
ungewürdigt
bleiben.«1
Die
Lobeshymnen
überschlugen
sich.
Vom
kanadischen
Premierminister
Justin
Trudeau:
»Maurice
Strong
war
ein
Pionier
der
nachhaltigen
Entwicklung,
der
unser
Land
und
unsere
Welt
zu
einem
besseren
Ort
gemacht
hat.«2
Klaus
Schwab,
Mitbegründer
des
Weltwirtschaftsforums
in
Davos:
»Er
war
ein
großer
Visionär,
unserer
Zeit
immer
voraus
in
seinem
Denken.«3
Vom
Autor
und
Philosophen
John
Ralston
Saul:
»Er
veränderte
die
Welt.
«4
Und
tatsächlich
erschienen
im
Januar
2016
zahlreiche
Globalisten
zur
Trauerfeier
fir
Maurice
Strong
in
Ottawa
—
darunter
der
ehemalige
Präsident
der
Weltbank,
James
Wolfensohn,
der
UN-
Untergeneralsekretdr
Achim
Steiner
sowie
Martin
Lees,
ehe-
maliger
Generalsekretär
des
Club
of
Rome.
Schriftliche
Beileids-
bekundungen
gingen
von
weiteren
prominenten
Globalisten
wie
Michail
Gorbatschow,
Gro
Harlem
Brundtland
und
Kofi
Annan
ein.
215
Aber
warum
war
Maurice
Strong
bei
seinen
globalistischen
Weggefährten
so
beliebt?
Ach
ja,
genau:
Interviewer:
»Maurice
Strong,
haben
sie
nicht
den
Ehrgeiz,
die
Vereinten
Nationen
zur
Weltregierung
zu
machen?«
Strong:
»Nein,
das
ist
weder
notwendig
noch
realistisch
—
und
wir
sind
davon
sicherlich
noch
weit
entfernt.
Aber
wenn
wir
eine
friedlichere,
sicherere
Welt
wollen,
brauchen
wir
ein
effektiveres
System
der
Zusammen-
arbeit,
das
ich
als
»System
der
Regierungsführung«
bezeichne.
Die
Vereinten
Nationen
sind
trotz
all
ihrer
Schwierigkeiten
die
beste
Option
dafür.«5
Maurice
Strong
war
Präsident
der
Power
Corporation
of
Canada,
Leiter
der
Canadian
International
Development
Agency,
Vor-
sitzender
von
Petro
Canada,
Vorsitzender
von
Ontario
Hydro
und
Leiter
des
Umweltprogramms
der
Vereinten
Nationen
(UNEP).
Er
war
Gründungsmitglied
des
Weltwirtschaftsforums
(WEF)
in
Davos
und
gilt
als
Vater
des
Zwischenstaatlichen
Aus-
schusses
für
Klimaänderungen
(IPCC)
—
also
zweifelsohne
ein
überzeugter
Globalist.
Es
ist
demnach
leicht
nachzuvollziehen,
warum
andere
Globalisten
Maurice
Strong
schätzten.
Doch
wie
konnte
ein
Mann,
der
einst
ein
bitterarmer
Highschool-Abbrecher
aus
Oak
Lake,
Manitoba
war,
in
höchste
politische
Kreise
aufsteigen
und
zu
einem
internationalen
Geschäftsmann
werden,
der
zahlreiche
der
heutigen
globalistischen
Institutionen
prägte?
Um
das
zu
verstehen,
müssen
wir
den
Blick
auf
den
Menschen
selbst
richten.
Dies
ist
die
außergewöhnliche
Lebensgeschichte
von
Maurice
Strong.
216
Die
Geschichte
einer
Reise,
die
ihn
von
den
Ölfeldern
Albertas
bis
in
die
Machtzentren
der
Vereinten
Nationen
führte.
Betrachten
wir
zunächst
die
ebenso
bemerkenswerte
Vita
seiner
Tante
Anna
Louise
Strong:
Anna
Louise,
1885
in
Nebraska
geboren,
war
eine
leidenschaftliche
Antikapitalistin.
In
den
1920er
Jahren
führte
sie
ihr
Engagement
in
die
neu
gegründete
Sowjetunion,
wo
sie
an
der
Gründung
der
ersten
englischsprachigen
Zeitung
Moskaus
mitwirkte.
Später
zog
es
sie
nach
China,
wo
sie
enge
Kontakte
zu
den
führenden
Köpfen
der
Arbeiter-
und
Frauenbewegung
knüpfte.
Auf
ihrem
Weg
freundete
sie
sich
mit
einigen
der
einflussreichsten
kommunistischen
Persönlichkeiten
ihrer
Zeit
an,
darunter
Wladimir
Lenin,
Leo
Trotzki
-
der
1925
das
Vorwort
zu
ihrem
Buch
über
die
junge
UdSSR®
schrieb
—
sowie
Mao
Zedong
und
Zhou
Enlai.
Als
Anna
Louise
1970
in
Peking
auf
dem
Sterbebett
lag,
stattete
ihr
Zhou
Enlai,
damals
Ministerprasident
des
kommunistischen
Chinas,
einen
personlichen
Besuch
ab.
Er
ermutigte
sie,
mit
den
Arzten
zusammenzuarbeiten,
weil
»sie
wichtige
Dinge
fiir
uns
und
den
Rest
der
Welt
zu
tun
hat«.?
Wenige
Tage
später
starb
sie.
Anna
Louise
Strong
wurde
auf
dem
berühmten
Revolutionsfriedhof
Babaoshan
in
Peking
beigesetzt,
einer
Ruhestätte,
die
Chinas
»hochrangigsten
revolutionären
Helden,
hohen
Regierungsbe-
amten
und
in
den
letzten
Jahren
auch
Personen,
die
aufgrund
ihrer
Verdienste
um
die
Gesellschaft
als
von
großer
Bedeutung
erachtet
werden,
vorbehalten
ist.8
Der
Apfel
fiel
im
Fall
Maurice
nicht
weit
vom
Stamm
-
sehr
zum
Nachteil
der
Spezies
Mensch.
Geboren
wurde
er
1929
im
217
ländlichen
Manitoba.
Mitten
in
der
schwersten
Phase
der
Welt-
wirtschaftskrise.
Im
Alter
von
vierzehn
Jahren
brach
er
die
Schule
ab,
um
zu
arbeiten.
Er
schlug
sich
zunächst
als
Hilfskraft
auf
verschiedenen
Schiffen
durch,
bevor
er
mit
sechzehn
als
Pelz-
händler
für
die
Hudson’s
Bay
Company
in
den
Norden
Kanadas
ging.
Dort
begegnete
er
»Wild«
Bill
Richardson,
dessen
Frau
Mary
McColl
aus
der
Familie
stammte,
die
hinter
McColl-Frontenac
stand
—
einem
der
größten
Ölkonzerne
Kanadas.
Uber
Richardson
knüpfte
Strong
die
Kontakte,
die
seine
ungewöhnliche
Karriere
ins
Rollen
brachten.
Auf
Wikipedia
liest
man
diesbezüglich:
»1947
begegnete
Strong
erstmals
einem
hochrangigen
UN-Funktionär,
der
ihm
eine
befristete
Einstiegsstelle
als
Junior-Sicherheitsbeamter
im
UN-Hauptquartier
in
Lake
Success,
New
York
verschaffte.
Nach
seiner
Rückkehr
nach
Kanada
war
er
1968
—
mit
Unterstützung
von
Lester
B.
Pearson
—
maßgeblich
an
der
Gründung
der
Canadian
International
Development
Agency
beteiligt.«9
In
nur
zwei
Sätzen
vom
Junior-Sicherheitsbeamten
zum
Leiter
einer
internationalen
Entwicklungsagentur.
In
Bezug
auf
lücken-
hafte
Erzählung
und
kryptische
Unterschlagung
von
Details
ist
dieser
Absatz
durchaus
ein
Meisterstück.
Aber
die
Wahrheit
ist
noch
kurioser.
Denn
der
»hochrangige
UN-Funktiondr«,
auf
den
sich
Wikipedia
bezieht,
war
kein
Geringerer
als
Schatzmeister
Noah
Monod.
Monod
verschaffte
Strong
nicht
nur
einen
Job,
sondern
auch
eine
Wohnung.
Die
beiden
lebten
während
Strongs
Zeit
im
Big
Apple
sogar
zusammen.
Vor
allem
aber
stellte
Monod
ihn
jenem
Mann
vor,
der
wie
kein
anderer
seinen
kometen-
haften
Aufstieg
zum
internationalen
Superstar
befeuern
sollte:
David
Rockefeller.
218
Maurice
Strong
prahlte
gerne
damit,
dass
er
anfangs
konfrontativ
gegenüber
Rockefeller
gewesen
sei.
Seinen
eigenen
Aussagen
zufolge
habe
er
bei
ihrem
ersten
Treffen
zu
David
gesagt:
»Ich
bin
tief
voreingenommen,
Dir
und
all
dem
gegenüber,
wofür
deine
Familie
steht.«
Merkwürdigerweise
hatte
David
aber
ganz
andere
Erinnerungen
an
das
Treffen.
Er
berichtete
nämlich,
die
beiden
hätten
»eine
enge
Arbeitsbeziehung«
aufgebaut.19
Wie
auch
immer:
Von
diesem
Moment
an
war
Strong
ein
ge-
machter
Mann.
Rockefeller
und
seine
Vertrauten
tauchten
überall
dort
auf,
wo
Strong
war
—
im
Hintergrund,
Türen
6ffnend,
Ver-
bindungen
knüpfend
und
die
Fäden
ziehend.
Als
Maurice
Strong
seinen
bescheidenen
UN-Job
kündigte,
um
nach
Kanada
zurückzu-
kehren,
war
es
ein
Standard
Oil-Veteran,
Jack
Gallagher,
der
ihm
seinen
großen
Durchbruch
im
Olgeschéft
in
Alberta
ermöglichte.
Gallagher
wurde
von
Henrie
Brunie,
einem
engen
Freund
des
Rockefeller-Vertrauten
John
J.
McCloy
engagiert,
um
ein
neues
Öl-
und
Gasexplorationsunternehmen
aufzubauen.
Strong
unter-
schrieb
als
Gallaghers
Assistent.'!
Dann,
nachdem
Strong
aus
unerklarlichen
Gründen
beschloss,
seinen
Job
zu
kündigen,
sein
Haus
zu
verkaufen
und
nach
Afrika
zu
reisen,
erwartete
ihn
eine
Stelle
bei
Rockefellers
CalTex
Oil,
Kenya
in
Nairobi.12
Als
er
Kenia
1954
verließ,
um
in
Kanada
sein
eigenes
Unter-
nehmen
zu
gründen,
stellte
Strong
Brunie
als
Manager
ein
und
berief
zwei
Vertreter
von
Standard
Oil
aus
New
Jersey
in
den
Vorstand.
Zu
diesem
Zeitpunkt
war
er
Ende
zwanzig
und
bereits
Multimillionér.13
Nach
intensiven
Kontakten
zur
politischen
Elite
Kanadas
wurde
Strong
zum
Vorsitzenden
der
Power
Corporation
ernannt,
dem
»Baby«
der
mächtigen
Desmarais-Familie,
den
»kanadischen
Rockefellers«.14
Die
Power
Corporation
galt
schon
lange
als
einflussreicher
Akteur
in
der
kanadischen
Politik.
Und
219
unter
Strongs
Leitung
setzte
Power
Corp.
die
Tradition
fort,
die
nächste
Generation
politischer
Superstars
heranzuziehen.
Eine
von
Strongs
bekanntesten
Entdeckungen
war
der
frisch
graduierte
Harvard-MBA
James
Wolfensohn,
später
Präsident
der
Weltbank.
Ein
weiteres
Beispiel:
Paul
Martin,
späterer
Premierminister
Kanadas.
Strong
verließ
die
Power
Corporation,
um
das
kana-
dische
Büro
für
Auslandshilfe
zu
leiten,
das
er
zur
Canadian
International
Development
Agency
(CIDA)
umstrukturierte.
Unabhängig
davon
war
er
Vorsitzender
der
fast
gleichnamigen
Canada
Development
Investment
Corporation
(CDIC)
sowie
des
Board
of
Governors
des
International
Development
Research
Centre
(IDRC).
Die
Journalistin
Elaine
Dewar,
die
Strong
für
ihr
bahnbrechendes
Buch
»Cloak
of
Green«
interviewte,
erklärt:
»Das
IDRC
(International
Development
Research
Centre)
hatte
eine
Klausel
in
der
Gründungsurkunde,
die
es
ermöglichte,
Gelder
direkt
an
Einzelpersonen
sowie
an
Regierungen
und
private
Organisationen
zu
vergeben.
Es
wurde
als
Körperschaft
eingerichtet,
die
dem
Parlament
über
den
Außenminister
berichtete.
Der
Vorstand
war
so
gestaltet,
dass
er
sowohl
private
als
auch
ausländische
Personen
einschloss.
(...)
Da
das
IDRC
nicht
als
Teil
der
staatlichen
Struktur
(wie
die
CIDA)
gegründet
wurde,
konnte
es
sowohl
Spenden
von
Unternehmen
und
Einzel-
personen
als
auch
staatliche
Mittel
erhalten.«1>
Zu
den
»Unternehmen
und
Einzelpersonen«,
die
großzügig
an
IDRC
»spendeten«,
gehörten
natürlich
auch
Rockefellers
Chase
Manhattan
Bank
und
die
Rockefeller
Foundation.
Selbstver-
ständlich
nutzte
Strong
das
IDRC
auch
für
politische
Zwecke.
Er
gab
gegenüber
Dewar
sogar
zu,
dass
das
Zentrum
unter
seinem
quasi-staatlichen
Deckmantel
Einfluss
in
der
Dritten
220
Welt
ausübte.
16
1969
erreichte
Strongs
geschäftliche,
staatliche
und
»philanthropische«
Karriere
ungeahnte
Höhen.
Zu
diesem
Zeitpunkt
rief
ihn
nämlich
der
schwedische
UN-Botschafter
an,
um
zu
fragen,
ob
er
die
Leitung
der
bevorstehenden
Umweltkonferenz
der
Vereinten
Nationen
übernehmen
wolle,
die
1972
in
Stockholm
stattfinden
sollte.
Die
Einladung
erfolgte
nicht
aufgrund
Strongs
vermeintlicher
»Liebe
zur
Umwelt«,
sondern
weil
der
40-jährige
zu
diesem
Zeitpunkt
als
wandelndes
Adressbuch
für
politische,
wirt-
schaftliche
und
finanzielle
Kontakte
galt,
die
sich
über
sämtliche
Industrie-
und
Entwicklungsländer
erstreckten.
So
überrascht
es
kaum,
dass
Strong
vor
seiner
Abreise
zum
Stockholmer
Gipfel
ordnungsgemäß
zum
Treuhänder
der
Rockefeller-Stiftung
ernannt
wurde,
77
die
prompt
sein
Büro
für
die
Konferenz
finanzierte
und
ihm
die
Carnegie-Stipendiatin
Barbara
Ward
sowie
den
Rocke-
feller-Ökologen
Rene
Dubos
als
Mitarbeiter
zur
Verfügung
stellte.
Strong
beauftragte
Ward
und
Dubos
damit,
»Only
One
Earth«
zu
verfassen,
eine
Grundlagenschrift
im
Bereich
nachhaltiger
Entwicklung,
die
von
den
Globalisten
nachdrücklich
als
Schlüssel
zur
Förderung
globalen
Ressourcenmanagements
angepriesen
wird.
18
Der
schwedische
Gipfel
von
1972
wird
bis
heute
als
Meilen-
stein
in
der
Geschichte
der
modernen
Umweltbewegung
gefeiert.
Er
führte
nicht
nur
zu
den
ersten
staatlich
verwalteten
Umwelt-
aktionsplänen
Europas,
sondern
auch
zur
Schaffung
einer
völlig
neuen,
bürokratischen
UN-Struktur
—
dem
Umweltprogramm
der
Vereinten
Nationen
(UNEP).1?
Dewar
schreibt
dazu:
»Wie
so
viele
der
Organisationen,
die
Strong
ins
Leben
rief,
erfüllte
auch
diese
mehrere
Funktionen.
1974
wurde
das
Umweltprogramm
der
Vereinten
Nationen
(UNEP)
in
Nairobi,
Kenia
-
Strongs
altem
Wirkungsbereich
—
gegründet.
Die
Platzierung
von
UNEP
in
Afrika
wurde
offiziell
als
Zuge-
221
ständnis
an
die
Entwicklungsländer
erklärt,
die
gegen-
über
westlichen
Absichten
misstrauisch
waren.
Zugleich
war
es
aber
auch
für
die
Großmächte
von
Vorteil,
eine
weitere
internationale
Organisation
in
Nairobi
zu
etablieren.
Denn
nach
dem
Jom-Kippur-Krieg
1973
entwickelte
sich
Nairobi
zur
wichtigsten
Spionagehauptstadt
Afrikas.«20
Der
von
Dewar
referenzierte
Jom-Kippur-Krieg
und
das
daraus
resultierende
OPEC-Ölembargo,
das
bei
der
Bilderberg-Kon-
ferenz
in
Schweden
zu
Jahresbeginn
vorhergesagt
und
von
David
Rockefellers
Agent
Henry
Kissinger
arrangiert
worden
war,21
hatten
einen
weiteren
Nebeneffekt,
von
dem
letztlich
vor
allem
Strong
profitierte.
Das
Embargo
traf
den
Osten
Kanadas
besonders
hart
und
veranlasste
Premierminister
Pierre
Trudeau,
eine
staatliche
Ölgesellschaft
zu
gründen.
So
wurde
1975
Petro-
Canada
ins
Leben
gerufen.
Und
wen
ernannte
Trudeau
zum
Leiter
dieser
nationalen
Ölgesellschaft?
Sie
ahnen
es:
Maurice
Strong,
der
inzwischen
zum
mächtigsten
Vertreter
der
inter-
nationalen
Umweltbewegung
aufgestiegen
war.
1987
traf
sich
David
Rockefeller
erneut
mit
Maurice
Strong.
In
Colorado.
Zum
»Fourth
World
Wilderness
Congress«,
einem
historisch
bedeutsamen
Treffen,
von
dem
jedoch
kaum
jemand
weiß.
An
dieser
Konferenz
nahmen
nicht
nur
Rockefeller
und
Strong
teil,
sondern
auch
James
Baker,
damals
Finanzminister
unter
Präsident
Reagan,
sowie
Edmund
de
Rothschild.
Im
Mittel-
punkt
stand
die
Frage,
wie
die
aufkeimende
Umweltbewegung,
die
Strong
durch
seine
Arbeit
beim
UNEP
maßgeblich
geprägt
hatte,
finanziell
unterstützt
werden
könne.
Auf
dieser
Konferenz,
Aufzeichnungen
davon
sind
dank
des
Whistleblowers
George
Hunt2?
online
verfügbar,
forderte
Rothschild
die
Einrichtung
einer
Weltnaturschutzbank.
Diese
sollte
als
Finanzierungsmechanismus
222
für
einen
»zweiten
Marshallplan«
dienen,
mit
dem
der
Schulden-
erlass
für
die
Dritte
Welt
und
die
Mär
von
der
»nachhaltigen
Entwicklung«
gefördert
werden
sollten.
Rothschilds
Vision
wurde
Realität,
als
Strong
den
Vorsitz
eines
weiteren
hochrangigen
UN-
Umweltgipfels
übernahm:
dem
»Earth
Summit«
von
Rio
de
Janeiro
1992.
Während
besagter
Gipfel
vor
allem
für
die
Lancierung
der
Agenda
21
bekannt
ist,
wird
oft
übersehen,
dass
er
zugleich
den
Weg
für
die
Einrichtung
der
Weltnaturschutzbank
ebnete.
Die
Weltnaturschutzbank,
die
am
Vorabend
des
Gipfels
als
Pilotpro-
gramm
der
Weltbank
mit
einem
Startkapital
von
einer
Milliarde
US-Dollar
ins
Leben
gerufen
wurde,
ist
heute
unter
dem
Namen
»Globale
Umweltfazilität«
(GEF)
bekannt.
Sie
ist
mittlerweile
der
größte
öffentliche
Geldgeber
für
internationale
Umweltprojekte.
Bis
heute
hat
sie
über
23
Milliarden
US-Dollar
an
Zuschüssen
vergeben
und
zusätzlich
129
Milliarden
US-Dollar
finanziert.23
Die
GEF
fungiert
als
zentraler
Finanzierungsmechanismus
für
das
Rahmenübereinkommen
der
Vereinten
Nationen
über
Klima-
änderungen
(UNFCCC)
sowie
für
das
Organisationsabkommen
des
Zwischenstaatlichen
Ausschusses
für
Klimaänderungen
(IPCC).
Auch
als
die
Agenda
21
beschlossene
Sache,
die
von
Rothschild
gewünschte
Bank
gegründet
und
das
IPCC
bereits
in
Sicht
war,
zeigte
Strongs
außergewöhnliche
Karriere
keinerlei
Anzeichen
von
Stillstand
oder
Verlangsamung
—
vom
Ende
seines
Höhenflugs
gar
nicht
erst
zu
reden.
Nach
dem
Abschluss
des
Gipfels
in
Rio
übernahm
er
eine
Fülle
von
Aufgaben,
deren
Umfang,
Vielfalt
und
Intensität
kaum
zu
fassen
sind.
Die
offizielle
Webseite
listet
sie
recht
nüchtern
auf
—
und
doch
liest
sich
diese
Aufzählung
wie
ein
Verzeichnis
von
Schaltstellen
globaler
Macht:
»Durch
die
Gründung
des
Earth
Council,
des
Earth
Charter
Movements,
seinen
Vorsitz
des
World
Resources
Institute,
223
die
Mitgliedschaft
im
Vorstand
des
Internationalen
Instituts
für
nachhaltige
Entwicklung
des
Stockholmer
Umweltinstituts,
des
Afroamerikanischen
Instituts,
des
Instituts
für
Ökologie
in
Indonesien,
des
Beijer-Instituts
der
Königlich
Schwedischen
Akademie
der
Wissen-
schaften
und
weiterer
Organisationen
bekleidete
Strong
auch
nach
dem
Earth
Summit
führende
Rollen
bei
der
Umsetzung
der
Ergebnisse
von
Rio.
Strong
war
langjäh-
riger
Gründungsdirektor
des
Weltwirtschaftsforums,
Senior
Advisor
des
Präsidenten
der
Weltbank,
Mitglied
des
International
Advisory
der
Toyota
Motor
Corporation,
des
Advisory
Council
des
Center
for
International
Develop-
ment
der
Harvard
University,
des
World
Business
Council
for
Sustainable
Development,
der
World
Conservation
Union
(IUCN),
des
World
Wildlife
Fund,
Resources
for
the
Future
und
der
Eisenhower-Stipendien.
«24
Es
steht
wohl
außer
Frage,
dass
Strong
ein
vom
Glück
be-
günstigtes
Leben
führte.
Die
fortwährende
Präsenz
von
Rocke-
feller-Interessen
in
Strongs
Leben
lässt
keinen
Zweifel
daran,
warum
sich
überall
auf
der
Welt
Türen
automatisch
für
ihn
öffneten.
Dennoch
muss
man
sich
fragen,
wie
und
warum
ein
Highschool-Abbrecher,
der
dank
seiner
Kontakte
im
Ölgeschäft
reüssierte,
später
zur
wichtigsten
Figur
der
internationalen
Umweltbewegung
wurde.
War
er
wirklich
daran
interessiert,
die
Umwelt
zu
schützen?
Man
denke
dahingehend
nur
an
Strongs
Übernahme
der
Arizona
Colorado
Land
&
Cattle
Company
vom
saudischen
Waffenhändler
Adnan
Khashoggi
im
Jahr
1978.
Im
Rahmen
dieser
Akquisition
erlangte
Strong
die
Kontrolle
über
eine
Ranch
im
San
Luis
Valley
in
Colorado
—
die
Baca
Grande.
Henry
Lamb
beschreibt
diesen
Vorgang
in
einem
Artikel
aus
dem
Jahr
1997
detailliert:
224
»Die
Ranch
mit
dem
Namen
Baca
lag
am
größten
Süßwa-
sser-Aquifer
des
Kontinents.
Strong
plante,
das
Wasser
in
den
Südwesten
der
Wüste
zu
leiten,
doch
Umweltorganisa-
tionen
protestierten
und
der
Plan
wurde
aufgegeben.
Strong
erhielt
schließlich
eine
Abfindung
von
1,2
Millionen
Dollar
von
der
Wassergesellschaft,
einen
jährlichen
Zuschuss
von
100.000
Dollar
von
Laurance
Rockefeller
und
behielt
dennoch
die
Wasserrechte.
«25
Strongs
Interesse
an
der
Baca-Ranch
hatte
natürlich
nichts
mit
dem
Schutz
der
unberührten
Natur
im
San
Luis
Valley
zu
tun.
Seine
Beweggründe
dürften
wohl
eher
in
die
Kategorie
»un-
gewöhnlich«
passen.
Denn
laut
eines
Berichts
von
John
Izzard,
publiziert
auf
Quadrant
Online,
soll
ein
»Mystiker«
Strong
prophezeit
haben,
dass
die
Baca
zum
Zentrum
einer
neuen
planetarischen
Ordnung
werden
würde.
Einer
Ordnung,
die
aus
wirtschaftlichem
Zusammenbruch
und
Umweltkatastrophen
hervorgehen
würde,
die
in
den
kommenden
Jahren
die
Welt
erschüttern
sollten.
Izzards
Artikel
fährt
fort:
»Als
Folge
dieser
Prophezeihungen
gründete
Strong
die
»Manitou
Foundation«,
eine
New-Age-Institution,
die
sich
auf
der
Baca-Ranch
befand
—-
über
den
heiligen
Wassern,
die
Strong
nicht
abpumpen
durfte.
Dieser
Hokuspokus
setzte
sich
mit
der
Gründung
des
»Conserva-
tion
Fund«
(mit
finanzieller
Hilfe
von
Laurance
Rockefeller)
fort,
um
die
mystischen
Eigenschaften
des
Manitou
Mountain
zu
untersuchen.
Auf
der
Baca-Ranch
befindet
sich
zudem
ein
Rundtempel,
der
den
mystischen
und
religiösen
Bewegungen
der
Welt
gewidmet
ist.«26
229
In
der
Tat
lässt
sich
Strongs
missionarischer
Eifer,
mit
dem
er
über
viele
Jahrzehnte
hinweg
die
Botschaft
von
Untergang
und
Zerstörung
verbreitete,
eher
als
quasi-religiöses
Motiv
erklären,
das
den
Weg
für
die
»Neue
Weltordnung«
bereiten
sollte
—
die
von
der
drohenden
meteorologischen
Apokalypse
eingeleitet
wird.
Tiefere
Einblicke
in
Strongs
mystische
New-Age-Überzeugungen
finden
sich
in
jenem
Dokument,
das
er
selbst
als
seine
wichtigste
Leistung
be-
trachtete
—
der
»Earth
Charter«.
Diese
war
ein
Produkt
von
Strongs
Earth
Council
Institute,
das
1992
mit
Hilfe
von
Michail
Gorbatschow,
David
Rockefeller
(natürlich),
Al
Gore,
Shimon
Peres
und
einer
Reihe
weiterer
globalistischer
Freunde
gegründet
wurde.?7
Auf
seiner
Webseite
beschreibt
Strong
die
Erd-Charta
als
»eine
weithin
anerkannte,
globale
Konsenserklärung
über
Ethik
und
Werte
für
eine
nachhaltige
Zukunft«.28
Der
Mitbegründer
der
Charta,
der
ehemalige
sowjetische
Staatschef
Michail
Gorbatschow,
sah
darin
ein
religiöses
Dokument,
das
in
seinen
Augen
die
Zehn
Gebote
ersetzen
sollte.?9
Strong
verglich
die
Charta
in
einer
untypischen
Zurschaustellung
von
Bescheidenheit
mit
der
Magna
Charta.30
Doch
was
genau
sagt
die
»Earth
Charter«?
Zunächst
sind
da
natür-
lich
die
vorhersehbar
schwammigen
Phrasen
von
»sozialer
und
wirtschaftlicher
Gerechtigkeit«
und
ein
paar
andere
erwartbare
Schlagwörter.
Darüber
hinaus
aber
dient
das
Dokument
auch
als
eine
Art
Liebeserklärung
an
eine
Weltregierung:
»Um
eine
nachhaltige
Weltgemeinschaft
aufzubauen,
müssen
die
Nationen
der
Welt
ihr
Engagement
für
die
Vereinten
Nationen
erneuern,
ihre
Verpflichtungen
aus
bestehenden
internationalen
Abkommen
erfüllen
und
die
Umsetzung
der
Prinzipien
der
Erd-Charta
mit
einem
inter-
nationalen
rechtsverbindlichen
Instrument
zu
Umwelt
und
Entwicklung
unterstützen.
«31
226
Die
physische
Erd-Charta
selbst
ruht
in
der
»Lade
der
Hoffnung«,
einer
buchstäblichen
»Arche«,
die
eigens
für
das
Originaldoku-
ment
konstruiert
wurde.
Diese
Bundeslade
der
Hoffnung
ist
eine
offensichtliche
Anspielung
auf
die
Bundeslade
aus
dem
Alten
Testament
und
wurde
am
9.
September
2001
in
Vermont
in
einer
Zeremonie
unter
dem
Vorsitz
von
keinem
Geringeren
als
Steven
C.
Rockefeller
(Sohn
von
Nelson
Rockefeller)
enthüllt.
Zwei
Tage
später,
als
die
Nachricht
von
den
Ereignissen
des
11.
September
die
Welt
erschütterte,
wurde
die
200
Pfund
schwere
Bundeslade
350
Meilen
zum
Hauptquartier
der
Vereinten
Nationen
nach
New
York
City
transportiert.32
Während
dieses
quasi-religiöse
Streben
nach
einer
globalen
Regierung
in
Wohlfühlsprache
über
die
Stärkung
von
Gemein-
schaften
und
den
Erhalt
des
Planeten
daherkommt,
offenbart
die
zugrunde
liegende
Realität
eine
viel
machiavellistischere
Agenda.
In
ihrem
treffend
benannten
Buch
»Cloak
of
Green«
schreibt
Elaine
Dewar
über
den
Erdgipfel
von
Rio
1992:
»Als
„größter
Gipfel
der
Welt“
beworben,
wurde
Rio
öffentlich
als
ein
globales
Verhandlungstreffen
dargestellt,
das
den
Schutz
der
Umwelt
mit
dem
Bedürfnis
nach
wirt-
schaftlichem
Wachstum
in
Einklang
bringen
sollte.
Eingeweihte
jedoch
wussten,
dass
es
noch
andere,
tiefer-
liegende
Ziele
gab.
Dazu
gehörten
die
Verlagerung
nationaler
Regulierungsbefugnisse
auf
weitreichende
regionale
Autoritäten,
die
Öffnung
aller
verbliebenen
geschlossenen
Volkswirtschaften
für
multinationale
Interessen,
die
Stärkung
von
Entscheidungsstrukturen,
die
weit
über
und
unter
der
Reichweite
neu
entstandener
nationaler
Demokratien
lagen
und
vor
allem
die
Integration
der
sowjetischen
und
chinesischen
227
Imperien
in
das
globale
Marktsystem.
Für
diese
äußerst
umfassende
Agenda
kannte
ich
keinen
allgemein
verwendeten
Namen
-
also
gab
ich
ihr
später
selbst
einen:
Global
Governance
Agenda.«33
Genau
zwanzig
Jahre
vor
Rio,
1972,
gab
Strong
während
eines
BBC-Interviews
zur
Eröffnung
der
Umweltkonferenz
der
Vereinten
Nationen
in
Stockholm
einen
Einblick
in
das,
was
diese
Agenda
für
den
Durchschnittsbürger
bedeuten
würde.
Bei
der
Diskussion
zum
»Problem
der
Überbevölkerung«,
das
damals
als
Thema
der
Stunde
galt,
gestand
Strong,
dass
er
über
das
Potenzial
von
Reproduktionslizenzen
nachgedacht
hatte:
»Eine
Lizenz
zum
Kinderkriegen
ist
übrigens
etwas,
womit
ich
vor
einigen
Jahren
in
Schwierigkeiten
geraten
bin,
weil
ich
sogar
in
Kanada
angedeutet
habe,
dass
es
irgendwann
nötig
sein
könnte.
(...)
Zumindest
eine
gewisse
Einschränkung
des
Rechts,
Kinder
zu
bekommen.
Ich
schlage
das
nicht
vor,
ich
habe
es
einfach
als
einen
der
möglichen
Wege
vorher-
gesagt,
die
die
Gesellschaft
ernsthaft
in
Betracht
ziehen
müsste,
sollten
wir
in
eine
solche
Situation
kommen.«34
Dass
Strong
so
erfolgreich
damit
war,
die
Agenda
der
Global
Governance
über
so
lange
Zeit
zu
fördern,
zeugt
nicht
von
seiner
eigenen
visionären
Führung,
wie
sie
viele
Globalisten
für
sich
beanspruchen,
sondern
von
den
enormen
Ressourcen
der
Rockefellers,
Rothschilds
und
anderer,
die
diese
Agenda
finanzieren
und
sie
bei
jeder
Gelegenheit
vorantreiben.
Es
ist
daher
wohl
eher
ein
Glücksfall
für
die
Spezies
Mensch,
dass
Strongs
jahrzehntelanger
Betrug
2005
(mehr
oder
weniger)
ein
Ende
fand
—
als
er
»mit
der
Hand
in
der
Kasse«
erwischt
wurde.
Quadrant
Online
berichtete:
228
»Untersuchungen
zum
Oil-for-Food-Program
der
Vereinten
Nationen
ergaben,
dass
Strong
einen
Scheck
über
988.885
US-Dollar
—
ausgestellt
auf
M.
Strong
—
und
ausgegeben
von
einer
jordanischen
Bank,
genehmigt
hatte.
Der
Mann,
der
den
Scheck
übergab,
der
südkoreanische
Geschäftsmann
Tongsun
Park,
wurde
2006
von
einem
US-Bundesgericht
für
schuldig
befunden,
UN-Beamte
bestochen
zu
haben.
Strong
trat
zurück,
floh
nach
Kanada
und
später
nach
China,
wo
er
seitdem
lebte.
«35
Obwohl
Strong
weiterhin
bei
diversen
Events
auftrat,
zog
er
sich
in
der
letzten
Dekade
seines
Lebens
weitgehend
zurück.
Vermutlich
der
Gebrechen
des
Alters
wegen.
Jetzt,
da
er
gestorben
ist,
können
wir
die
zahlreichen
globalistischen
Institutionen,
die
sein
eigentliches
Vermächtnis
darstellen,
besser
erkennen.
Nein,
es
ist
wirklich
nicht
schwer
zu
verstehen,
warum
Maurice
Strong
vom
Nachhaltigkeits-Jetset
geschätzt
wurde.
Erwarten
sie
einfach
nicht,
dass
einer
dieser
Jetsetter
ihnen
Details
der
Strong-Saga
erzählt.
1
Cohen,
Andrew:
»Cohen:
Maurice
Strong
was
the
Earth's
Mr.
Fix-It«,
Ottawa
Citzen,
26.
Januar
2016.
archive.fo/bjyOI
2
Semeniuk,
Ivan:
»Maurice
Strong
remembered
for
putng
environmental
issues
on
global
stage«,
The
Globe
and
Mail,
27.
Januar
2016.
archive.fo/8CMEC
3
Schwab,
Klaus:
»Maurice
Strong:
an
appreciation,
29.
November
2015,
World
Economic
Forum.
archive.fo/jNkHT
4
»Atruly
great
citzen
of
Canada:
Maurice
Strong
remembered
in
Ottawa«,
CTV
News,
28.
Januar
2016.
archive.fo/RGkZt
229
©
©
N
a
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
»Life
and
Times:
Maurice
Strong
(Complete)«,
YouTube,
hochgeladen
von
GBPPR2,
16.
April
2011.
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Strong,
Anna
Louise:
»The
First
Time
in
History«,
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»Anna
Louise
Strong«,
Knox
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Historical
Society.
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»Babaoshan
Revolutonary
Cemetery«,
Wikipedia.
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»Maurice
Strong«,
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Dewar,
Elaine:
»Cloak
of
Green«,
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James
Lorimer
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Thompson,
Scot:
»Maurice
Strong
Discusses
His
Pal
Al
Gore's
Dark
Age
Cloak
of
Green,
Executive
Intelligence
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29.
Januar
1999.
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Siehe
Endnote
10,
Seite
267.
Siehe
Endnote
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Seite
268.
»Episode
240
-
Power
Corporation
Exposed«,
The
Corbett
Report,
27.
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Siehe
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»The
President's
Review
and
Annual
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The
Rockefeller
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1972.
bit.ly/4cg
JHaz
Vitachi,
Anuradha:
»Only
One
Earth«,
New
Internationalist,
2.
September
1980.
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»The
United
Natons
Conference
on
the
Human
Environment«,
GEO:
Global
Environment
Outlook
3.
archive.fo/sVj7y
Siehe
Endnote
10,
Seite
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»How
Big
Oil
Conquered
The
World«,
The
Corbett
Report,
28.
Dezember
2015.
corbettreport.com/bigoil
»UN
UNCED
Earth
Summit
1992
by
George
Hunt«,
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hochgeladen
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Canada
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16.
Februar
2015.
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»Who
We
Are,
Global
Environment
Facility.
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»Short
Biography«,
MauriceStrong.net.
archive.fo/slqcf
Lamb,
Henry:
»Maurice
Strong:
the
new
guy
in
your
future!«,
Citizen
Review
Online,
Januar
1997.
archive.fo/y4n3i
Izzard,
John:
»Maurice
Strong,
Climate
Crook«,
Quadrant
Online,
2.
Dezember
2015.
archive.fo/z0jZD
»Earth
Council:
how
did
it
start?«,
MauriceStrong.net.
archive.fo/IcVPM
»Earth
Council
Alliance«,
MauriceStrong.net.
archive.fo/iXmxF
230
29
30
31
32
33
34
35
»Mikhail
Gorbachev:
New
Moses
for
the
masses«,
Canada
Free
Press,
9.
Dezember
2002.
archive.fo/ZfvE1
»Maurice
Strong
thoughts
on
the
Earth
Charter
(1/5)«,
YouTube,
hochgeladen
von
Earth
Charter
International,
27.
November
2009.
youtu.be/O5rf6NTVHMU
»The
Earth
Charter«,
Earth
Charter
Initiative.
archive.fo/dGwx0
»Ark
of
Hope,
Ark
of
Hope.
archive.is/jjvup
Siehe
Endnote
10,
Seite
249
»Maurice
Strong
Interview«,
BBC,
1972,
YouTube,
hochgeladen
von
MDJarv,
16.
Mai
2009.
youtu.be/1YCatox0OLxo
Siehe
Endnote
26
231
Die
wahre
Bedeutung
von
»Unabhängigkeit«
An
jedem
4.
Juli
verfolgen
Menschen
auf
der
ganzen
Welt,
wie
die
Vereinigten
Staaten
von
Amerika
ihren
Unabhängigkeitstag
feiern.
Jedes
Land
hat
seinen
eigenen
Nationalfeiertag.
Doch
der
amerikanische
Unabhängigkeitstag
besitzt
eine
besondere
Aura.
Hier
sind
die
Feuerwerke
und
Festlichkeiten
keine
gedankenlosen
Feiern
von
abstraktem
»Nationalstolz«.
Vielmehr
erinnern
sie
an
einen
Krieg,
der
im
Namen
der
Freiheit
geführt
wurde,
um
einen
Unterdrücker
loszuwerden.
Im
Verlauf
der
menschlichen
Geschichte
war
nichts
für
die
herrschende
Klasse
gefährlicher
als
das
Konzept
der
Freiheit.
Ich
beziehe
mich
dabei
nicht
auf
Dokumente,
die
Freiheit
ver-
kündet
und
gefordert
und
die
Entwicklung
dieser
Idee
geprägt
haben
—
die
Magna
Carta,
die
Unabhängigkeitserklärung,
die
Emanzipationsproklamation
oder
eines
der
anderen
Schriftstücke,
auf
denen
das
Konzept
der
Freiheit
festgehalten
wurde
—
sondern
auf
die
Idee
selbst.
Die
Idee,
dass
alle
Menschen
gleich
geboren
sind.
Dass
es
unveräußerliche
Rechte
gibt,
die
keine
selbsternannte
Autorität
jemals
an
sich
reißen
darf.
Dass
unser
Leben,
unsere
Freiheit
und
unser
Eigentum
unantastbar
sind
und
dass
es
unsere
Pflicht
ist,
denen
zu
widerstehen,
die
versuchen,
diese
unver-
äußerlichen
Rechte
zu
verletzen.
Das
sind
Wahrheiten,
die
wir
im
21.
Jahrhundert
für
selbstverständlich
halten.
Wir
stehen
auf
den
Schultern
philosophischer
Giganten,
die
nicht
nur
die
Intuition
und
das
Verständnis
besaßen,
zu
begreifen,
dass
232
Leben
in
Tyrannei
nicht
der
natürliche
Zustand
der
Mensch-
heit
ist,
sondern
auch
den
Mut,
für
diese
Überzeugungen
zu
kämpfen
und
zu
sterben.
Die
Idee
der
Freiheit
ist
gefährlich
für
diejenigen,
die
darauf
abzielen,
andere
zu
beherrschen
—
genau
deshalb,
weil
es
eine
Idee
ist.
Ein
Feuer
in
den
Köpfen
der
Menschen,
das,
einmal
ent-
zündet,
nie
wieder
gelöscht
werden
kann.
Die
Fackel
der
Freiheit
lässt
sich
nicht
einsperren,
ersticken,
erschießen
oder
köpfen,
obwohl
die
heldenhaften
Seelen,
die
sie
tragen,
routinemäßig
solchen
Strafen
ausgesetzt
sind.
Die
Dokumente,
in
denen
diese
Ideale
festgehalten
sind,
können
ignoriert,
verändert
oder
zerstört
werden.
Aber
das
Licht
der
Freiheit
leuchtet
ewig.
Ja
—
die
Idee
der
Freiheit
ist
gerade
deshalb
gefährlich,
weil
sie
angeboren,
unzerstörbar
und
letztlich
nicht
zu
bändigen
ist.
Nicht,
dass
die
Tyrannen
nicht
versucht
hätten,
unseren
angebo-
renen
Willen
zur
Freiheit
zu
unterdrücken.
Solange
es
Männer
und
Frauen
gibt,
die
bereit
sind,
ihren
Möchtegern-Herrschern
die
Stirn
zu
bieten
und
ihre
Rechte
als
Individuen
durchzusetzen,
gibt
es
auch
Autokraten,
die
darauf
bedacht
sind,
die
lodernde
Flamme
der
Freiheit
zu
ersticken.
Im
Jahr
73
v.
Chr.
entfachte
Spartacus
einen
Sklavenaufstand
gegen
die
Römische
Republik.
Mit
nichts
anderem
als
ein
paar
Küchenutensilien
bewaffnet,
führte
er
eine
kleine
Gruppe
von
Sklaven
an,
die
sich
als
Gladiatoren
verdingten,
um
der
Sklaverei
in
Capua
zu
entkommen.
Sie
erbeuteten
Vorräte
aus
den
für
Gladiatoren
bereitgestellten
Wagen
voller
Waffen
und
Rüstungen,
plünderten
die
Gegend
und
flohen
zum
Vesuv,
während
sie
unter-
wegs
weitere
Sklaven
rekrutierten,
die
sich
ihrem
Aufstand
an-
schlossen.
Nachdem
sie
Welle
um
Welle
von
römischen
Milizen
233
besiegt
hatten,
die
geschickt
wurden,
um
sie
wieder
zu
unter-
werfen,
war
die
Zahl
von
Spartacus’
Rebellen
auf
70.000
ehemalige
Sklaven
angewachsen.
Umzingelt
von
acht
Legionen
römischer
Truppen
unter
Kommando
des
gefürchteten
Marcus
Crassus,
leistete
Spartacus
in
Lucania
letztmalig
erbitterten
Widerstand.
Dann
wurden
er
und
seine
Anhänger
von
den
disziplinierten,
gut
bewaffneten
römischen
Kräften
geschlagen.!
Die
sechstausend
Rebellen,
die
das
Gemetzel
überlebten,
wurden
von
Crassus’
Legionen
gefangen
genommen
und
gekreuzigt.2
Im
Jahr
1381
erhob
König
Richard
II.
von
England
eine
äußerst
unpopuläre
Kopfsteuer
gegenüber
den
britischen
Leibeigenen,
die
im
englischen
Feudalsystem
bereits
unter
bitterer
Armut
litten.
Als
sich
die
Dorfbewohner
von
Fobbing
in
Essex
weigerten,
zu
zahlen,
wurde
John
Bampton,
ein
ehemaliger
Sheriff
der
Grafschaft,
entsandt,
um
die
Steuer
für
den
König
einzutreiben.
Nach
einer
gewaltsamen
Auseinandersetzung
schickten
die
Dorfbewohner
Bampton
mit
leeren
Händen
zurtick.3
Als
Nächstes
entsandte
der
König
Soldaten,
um
seine
Herrschaft
über
die
Dörfler
wiederher-
zustellen
—
doch
auch
diese
wurden
verjagt.4
Bald
breitete
sich
der
Bauernaufstand
auf
die
umliegenden
Dörfer
und
anschließend
auf
die
benachbarte
Grafschaft
Kent
aus.
Entstanden
war
eine
bewaffnete
Revolte,
die
nun
unterwegs
war,
um
auf
London
vorzurücken.
Die
Rebellen
stürmten
den
Tower
of
London
und
töteten
die
dort
verschanzten
Adligen,
darunter
den
Lordkanzler
und
den
obersten
Finanzverwalter
der
Krone
—
vergleichbar
mit
einem
heutigen
Finanzminister.
Im
verzweifelten
Versuch,
die
Rebellion
einzudämmen,
stimmte
König
Richard
Verhandlungen
mit
dem
Rebellenführer
Wat
Tyler
zu.
Doch
während
dieser
Ver-
handlungen
wurde
Tyler
getötet
und
sein
vom
Rumpf
getrennter
Kopf
auf
einen
Stock
gespießt,
um
die
Bauern
zu
warnen.
Damit
war
der
Aufstand
erledigt.>
234
1869
verhandelte
die
neu
gegründete
Regierung
Kanadas
den
Kauf
eines
Gebiets
von
der
Hudson’s
Bay
Company,
das
als
»Ruperts
Land«
bekannt
war.
Sie
ernannte
einen
englischsprachigen
Vize-
gouverneur,
der
über
die
französischsprachige,
Metis-dominierte
Region
herrschen
sollte
—
über
eine
gemischtrassige
Bevölkerung
mit
französischen
als
auch
indigenen
Wurzeln.
Louis
Riel
führte
einen
Aufstand
der
Metis
an,
der
als
Red-River-Rebellion
bekannt
wurde
und
zur
Bildung
einer
provisorischen
Regierung
und
der
Gründung
der
Provinz
Manitoba
führte.
Als
Bedingung
für
den
Beitritt
Manitobas
zur
Kanadischen
Konföderation
entwarfen
die
Rebellen
eine
Liste
von
Rechten
für
die
Bevölkerung
ihres
ehemaligen
Territoriums.®
Der
Gesetzentwurf
legte
eine
Reihe
von
Ansprüchen
der
Rebellen
fest.
Darunter
das
Recht
auf
eine
eigene
Legislative,
das
Recht,
eigene
Sheriffs,
Magistrate,
Constables
und
andere
Beamte
zu
wählen,
das
Recht
auf
volle
Vertretung
im
kanadischen
Parlament
sowie
das
Recht
auf
alle
Privilegien
und
Bräuche
zum
Zeitpunkt
der
Übertragung.
Im
Jahr
1875
wurde
Riel
in
die
USA
verbannt,
weil
er
an
etwas
beteiligt
war,
das
die
kanadische
Regierung
als
»Verrat«
bezeichnete.
Nachdem
er
in
den
1880er
Jahren
zurückgekehrt
war,
um
eine
neue
Rebellion
anzuführen,
wurde
er
von
der
kanadischen
Regierung
gefangen
genommen
und
gehängt.7
Der
Weg
von
der
ersten
Blüte
menschlicher
Freiheit
bis
zu
ihrer
vollen
Entfaltung
ist
lang
und
kurvenreich
—
und
die
ersten
Schritte
auf
diesem
Weg
waren
zögerlich
und
unvollkommen.
Dennoch
mangelt
es
in
den
Annalen
dieses
Erwachens
nicht
an
Märtyrern
—
an
Menschen
jeder
Rasse,
jeden
Glaubens,
aus
jedem
Winkel
der
Erde
und
jedem
Lebensbereich,
vereint
in
ihrer
Leidenschaft
für
die
Freiheit
und
in
der
Verfolgung
jener
Ideale,
die
jedem
Despoten
ein
Gräuel
sind.
Meint,
das
Recht
auf
Leben,
Freiheit
und
Eigentum.
Rechte,
die
kein
»Beamter«,
auf
welchem
Posten
auch
immer,
in
235
welcher
Uniform
auch
immer,
mit
welcher
Autorität
auch
immer
er
sich
anmaßt
zu
sprechen,
abschaffen
kann.
Doch
die
Tyrannen
des
21.
Jahrhunderts
sind
nicht
dumm.
Sie
leiden
nicht
an
der
gleichen
Verblendung
wie
die
Tyrannen
von
einst
—
nämlich
der
Vorstellung,
dass
die
menschliche
Freiheit
durch
Waffen
unterdrückt
werden
kann.
Zugegeben,
es
gibt
immer
noch
repressive
Regime
auf
der
ganzen
Welt,
die
sich
die
Infra-
struktur
eines
Polizeistaats
zunutze
machen,
um
immer
weiter
in
die
Rechte
der
Menschen
einzugreifen.
Weitaus
heimtückischer
jedoch
ist
die
Art
und
Weise,
wie
die
Betreiber
des
Tiefenstaates,
die
Mächte
hinter
dem
Thron
heutiger
Demokraturen,
psycho-
logische
Kriegsführung
einsetzen,
um
uns
davon
zu
überzeugen,
dass
Sklaverei
Freiheit
ist.
Dass
die
Antwort
auf
die
Probleme,
die
durch
zentralisierte
Formen
der
Kontrolle
geschaffen
werden,
darin
besteht,
eine
noch
stärkere
Zentralisierung
der
Kontrolle
durchzusetzen.
Dass
die
Menschen
am
unabhängigsten
sind,
wenn
sie
sich
in
einem
Zustand
völliger
Abhängigkeit
befinden
und
sich
voll
und
ganz
auf
diese
Systeme
immer
stärker
zentralisierter
Kontrolle
verlassen.
Wie
also
stellt
sich
die
Tyrannei
von
73
v.
Chr.,
die
Tyrannei
von
1381
oder
die
Tyrannei
von
1869
im
modernen
Kontext
dar?
Wir
waren
Zeuge,
wie
die
Welt
durch
konzertierte
Aktionen
von
Bankern
und
Politikern,
supranationalen
Gremien
und
zwischen-
staatlichen
Organisationen
an
den
Rand
des
wirtschaftlichen
Zusammenbruchs
gebracht
wurde.
Wir
haben
die
Plünderung
der
Entwicklungsländer
durch
Polit-Piraten
miterlebt,
die
sich
am
öffentlichen
Trog
bereicherten
und
dann
zum
IWF
gingen,
um
das
Privileg
zu
erhalten,
ihr
Land
in
die
Schuldknechtschaft
zu
verkaufen.
Wir
haben
beobachtet,
wie
unsere
»Führer«
und
236
ihre
Sprachrohre
in
der
Konzernpresse
uns
von
einem
Krieg
in
den
nächsten
hineingezogen
haben
-
basierend
auf
schlecht
definierten
Mandaten
internationaler
Organisationen
wie
der
UN
und
der
NATO.
Entitäten,
die
wir
nicht
geschaffen
und
in
denen
wir
nichts
zu
sagen
haben.
Wenn
wir
protestieren
und
bemängeln,
dass
jeder
dieser
Prozesse
uns
noch
drmer
und
abhdngiger
gemacht
hat
als
zuvor,
wird
uns
mitgeteilt,
die
Antwort
bestehe
darin,
den
gleichen
»Fithrern«
und
»Autoritaten«
noch
mehr
Macht
über
unser
Leben
zu
geben.
Nach
der
weltweiten
Katastrophe
der
Finanzkrise
von
2008
wurde
uns
erklart,
dass
nur
eine
»Neue
Weltordnung«,
dass
nur
immer
eng-
maschigere
finanzielle
Zusammenarbeit
uns
vor
einer
weiteren
Krise
bewahren
konne.8
Inmitten
der
Eurozonen-Panik
von
2010
bis
2012
wurde
den
Europäern
nahegelegt,
dass
die
Lösung
der
Krise
nicht
darin
bestehe,
Macht
und
Einfluss
der
EU
zu
beschneiden,
sondern
darin,
diese
Macht
durch
Schaffung
eines
europäischen
Finanz-
ministeriums,
das
die
Befugnis
besitzt,
in
die
Volkswirtschaften
einzelner
Mitgliedstaaten
einzugreifen,
zu
erweitern.?
Nach
dem
11.
September
2001
wurde
den
Amerikanern
gesagt,
dass
nur
ein
stärkeres
Eingreifen
der
Regierung
in
ihr
tägliches
Leben
einen
weiteren
Anschlag
verhindern
könne.
Wehrlos
sahen
diese
zu,
wie
ein
mächtiges
neues
Ministerium,
das
Department
of
Homeland
Security,
eingerichtet
wurde.
Seitdem
beobachten
sie
hilflos,
wie
die
Überwachungs-
und
Propagandainstrumente
ihrer
Regierung
nicht
gegen
»feindliche
Nationen«,
sondern
die
eigene
Bevölkerung
eingesetzt
werden.
Die
Möchtegern-Tyrannen,
allesamt
Globalisten,
verfügen
nur
über
das
Allzweckmittel
der
Zentralisierung.
Mit
diesem
geben
sie
vor,
alle
Probleme
»lösen«
237
zu
können,
die
sie
zuvor
selbst
geschaffen
haben.
Aus
deren
Sicht
ist
jeder
Ausdruck
menschlicher
Freiheit
ein
Nagel,
der
einge-
schlagen
werden
muss.
Diejenigen
von
uns,
die
ihre
Unabhängigkeit
vom
System
bean-
spruchen
und
für
jene
Rechte
einstehen,
für
die
unsere
Vorfahren
gekämpft
haben
und
gestorben
sind,
werden
als
»Extremisten«
gebrandmarkt
und
dämonisiert,
weil
sie
sich
weigern,
an
ihrer
eigenen
Versklavung
mitzuwirken.
Diejenigen,
die
eigene
Gärten
anlegen,
um
sich
aus
der
Abhängigkeit
von
multinationalen
Le-
bensmittelkonzernen
zu
befreien,
werden
als
»Weltuntergangs-
Prepper«
verspottet.
Und
jene,
die
in
Edelmetalle
oder
alternative
Währungen
investieren,
um
der
Abwertung
des
schuldenbasierten,
über
Derivate
gesicherten,
von
Zentralbanken
ausgegebenen
Fiat-
Geldes
entgegenzuwirken,
das
die
Grundlage
unserer
wirtschaft-
lichen
Abhängigkeit
bildet,
werden
als
»Goldbugs«
oder
»Bitcoin
Bros«
belächelt.
Diejenigen
von
uns,
die
sich
weigern,
die
Autorität
einer
Regierung
anzuerkennen,
die
versucht,
Freiheit
durch
un-
rechtmäßige
Hausdurchsuchungen
und
Beschlagnahmungen
—
und
sogar
die
Verletzung
unseres
Körpers
—
einzuschränken,
werden
als
»gefährliche
Subversive«
gebrandmarkt.
Aus
unserer
Sicht
wird
also
immer
deutlicher,
dass
die
nächste
Etappe
auf
dem
Weg
zur
Verwirklichung
des
Ideals
von
Freiheit
nicht
an
der
Wahlurne
beginnen
wird.
Der
Glaube,
dass
die
Wahl
eines
anderen
Politikers,
der
vom
Olymp
herabsteigt,
um
die
von
der
politischen
Klasse
geschaffenen
Probleme
zu
lösen,
ein
Ausweg
sein
kann,
ist
nicht
nur
die
infantilste
aller
Fantasien,
sondern
zu-
gleich
ein
Garant
für
die
Abschaffung
der
Freiheit,
die
wir
begehren.
Im
Grunde
ist
das
politische
System,
in
das
wir
hineingeboren
wurden,
nur
eine
andere
Form
der
Sklavenhaltung.
Und
die
238
Sklavenhalter
dieses
Systems
haben
sogar
noch
mehr
Angst
vor
der
Bevölkerung
als
die
Sklavenhalter
in
Capua
oder
die
Truppen
von
König
Richard.
Warum?
Weil
sie
im
Gegensatz
zu
ihren
Vor-
gängern
vorgeben,
unsere
Freunde,
unsere
Fürsprecher,
unsere
»Repräsentanten«
zu
sein.
Klar,
wir
sind
frei.
Das
wird
uns
doch
immer
wieder
gesagt,
oder?
Sicher,
wir
haben
die
Kontrolle
über
unser
eigenes
Schicksal.
Denn
wenn
wir
die
Welt
verändern
wollen,
müssen
wir
nur
vier
Jahre
auf
unsere
nächste
Chance
warten,
um
einen
Knopf
zu
drücken,
einen
Hebel
zu
betätigen
oder
einen
Bildschirm
zu
berühren.
»Yes
we
can!«,
Wer
könnte
heute
noch
an
ein
solches
Märchen
glauben?
Ironischerweise
ist
schon
die
Erkenntnis,
dass
wir
unser
ganzes
Leben
lang
politisch
versklavt
wurden,
befreiend.
Sobald
wir
nämlich
die
Propaganda
und
Plattitüden
der
modernen
Tyrannen
durchschauen,
rücken
das
Chaos
und
der
Tumult
des
politischen
Systems
in
den
Fokus.
Wir
sind
keine
Rädchen
in
einer
Maschinerie
namens
»Gesell-
schaft«,
die
von
einem
nebulösen
Wesen
diktiert
wird,
das
wir
»Regierung«
oder
»Behörde«
nennen.
Stattdessen
sind
wir
frei
geborene
Frauen
und
Männer.
Wir
sind
frei,
zu
interagieren
mit
wem
wir
wollen,
um
unsere
gemeinsamen
Interessen
zu
verfolgen.
Wir
sind
an
das
ethische
Gebot
gebunden,
keine
Gewalt
gegen
andere
auszuüben
oder
ihnen
Dinge
gegen
ihren
Willen
wegzunehmen.
Wir
sind
für
unsere
Handlungen
und
deren
Folgen
verantwortlich,
egal
ob
diese
positiv
oder
negativ
sind.
Wir
tragen
Verantwortung
für
das,
was
wir
tun
oder
nicht
tun,
um
anderen
in
unserer
Gemeinschaft
zu
helfen.
Wir
können
dem
moralischen
Imperativ
folgen,
die
Welt
besser
zu
machen
-
oder
ihn
ignorieren
und
den
Planeten
verrotten
lassen.
239
Nein,
es
gibt
keinen
politischen
Messias,
der
vom
Himmel
herab-
steigt
und
uns
sagt,
was
wir
tun
sollen.
Auch
wird
uns
niemand
vor
den
Bösen
beschützen.
Stattdessen
gibt
es
nur
uns
—
die
Ge-
meinschaft
gleichgesinnter
Freiheitsliebender,
die
wir
fördern,
indem
wir
unsere
Freiheit
in
Zusammenarbeit
mit
den
Menschen
um
uns
herum
ausüben.
In
Wirklichkeit
wählen
wir
jeden
Tag.
Nicht
irgendeinen
falschen
Propheten,
sondern
mit
wem
wir
uns
zusammentun,
wofür
wir
unser
Geld
ausgeben
und
wie
wir
unsere
Zeit
und
Energie
investieren.
Das
ist
die
Essenz
der
Freiheit.
Es
ist
schon
merkwürdig,
in
diesen
Zeiten
Amerikaner
zu
be-
obachten,
die
den
Unabhängigkeitstag
feiern.
Wir
sehen
politische
Marionetten
aller
Couleur,
die
Lippenbekenntnisse
zu
den
Idealen
menschlicher
Freiheit
abgeben,
während
sie
dem
Publikum,
an
das
sie
sich
wenden,
gleichzeitig
genau
diese
Freiheiten
ent-
ziehen.
Die
Menschenmengen
—
in
einen
Taumel
patriotischer
Begeisterung
versetzt
—
folgen
diesen
hohlen
Phrasen
euphorisch.
Sie
genießen
ihre
Hot
Dogs
und
Feuerwerke
und
feiern
Un-
abhängigkeit
wie
ihre
Vorfahren.
In
ihren
Köpfen
ist
alles
in
bester
Ordnung.
Doch
nicht
alles
ist
gut.
Wie
in
jeder
Generation
der
Menschheits-
geschichte
werden
die
Ideale
der
Freiheit
angegriffen
—
und
es
ist
die
Aufgabe
der
Vorreiter,
diese
Ideale
zu
schützen.
Notfalls
mit
dem
eigenen
Leben.
Es
ist
an
der
Zeit,
dass
sich
Menschen
weltweit
fragen,
ob
sie
zu
den
Idealen
stehen,
die
in
der
Unabhängigkeits-
erklärung
verankert
sind.
In
einem
Dokument,
das
uns
erinnert:
»[W]enn
eine
lange
Reihe
von
Missbräuchen
und
Anmaßungen,
die
stets
demselben
Ziel
dienen,
deutlich
erkennen
lässt,
dass
ein
Plan
besteht,
das
Volk
unter
absolute
Willkürherrschaft
zu
bringen,
so
ist
es
ihr
Recht,
240
ja
ihre
Pflicht,
eine
solche
Regierung
abzuschaffen
und
neue
Vorkehrungen
für
ihre
zukünftige
Sicherheit
zu
treffen.«
Unsere
Freiheit
ist
kein
vages
Konzept,
dessen
Bedeutung
wir
gelegentlich
beteuern,
wenn
es
uns
gerade
passt.
Unsere
Frei-
heit
ist
eine
Entscheidung
—
eine
Entscheidung,
die
wir
jeden
einzelnen
Tag
treffen.
Die
Entscheidung,
ob
wir
in
Unabhängigkeit
leben
oder
in
Knecht-
schaft.
Denn
jeder
Tag
ist
ein
Unabhängigkeitstag.
1
Plutarch:
»The
Lives
of
the
Noble
Grecians
and
Romans,
übersetzt
von
John
Dryden,
New
York:
Modern
Library,
1864,
Seiten
655-658.
2
Appian:
»Roman
History,
Volume
III,
übersetzt
von
Horace
White,
The
Loeb
Classical
Library,
London:
William
Heinemann,
Ltd.,
1964,
Seite
225.
3
»The
Peasants’
Revolt«,
Voices
of
the
Powerless,
BBC
Radio
4,
1.
August
2002.
archive.is/kKy8
4
Johnson,
Ben:
»Wat
Tyler
and
the
Peasants
Revolt«,
Historic
UK.
archive.is/pEKmr
5
Oman,
Charles
William
Chadwick:
»The
Great
Revolt
of
1381«,
Oxford:
Clarendon
Press,
1906,
Seiten
202-203.
6
Begg,
Alexander:
»The
Creation
of
Manitoba,
or,
A
History
of
the
Red
River
Troubles«,
Toronto:
A.
H.
Hovey,
1871,
Seiten
255-259.
archive.is/Oudop
7
Thomas,
Lewis
H.:
»RIEL,
LOUIS
(1844-85)«,
Dictionary
of
Canadian
Biography,
Vol.
11,
University
of
Toronto/Université
Laval,
2003,
archive.is/72F0k
8
Porter,
Andrew,
et
al:
»G20
summit:
Gordon
Brown
announces
>new
world
order«,
The
Telegraph,
3.
April
2009.
archive.is/Oudop
9
Torobin,
Jeremy
and
Brian
Milner:
»ECB
chief
pushes
for
European
finance
ministry«,
The
Globe
and
Mail,
2.
Juni
2011.
archive.is/ISeKB
241
Die
9/11-Whistleblower
»Aber
irgendjemand
hätte
geredet.«
Wir
alle
kennen
dieses
klischeehafte
Statement
aus
der
Ecke
selbsternannter
»Skeptiker«,
die
—
von
Fakten,
Vernunft
und
Beweisen
in
die
Enge
getrieben
—
gerade
im
Begriff
sind,
die
Aus-
einandersetzung
mit
einem
Verschwörungsrealisten
zu
verlieren.
»Jemand
hätte
geredet«
ist
natürlich
ein
logischer
Trugschluss.
Aber
das
hält
Menschen,
deren
ganze
Persönlichkeit
sich
darüber
definiert,
solche
Trugschlüsse
zu
entlarven,
nicht
davon
ab,
selbst
eine
solche
Taktik
anzuwenden.
Leute
wie
Michael
Shermer
zum
Beispiel,
der
als
Vorreiter
der
»Skeptiker-Bewegung«
gilt.
Im
Jahr
2009
schrieb
Shermer:
»Komplexe
Verschwörungen
sind
schwer
durchzuführen
—
und
da
so
viele
Menschen
ihren
Moment
des
Ruhms
suchen,
könnten
selbst
die
»Men
in
Black«
Verräter
nicht
daran
hindern,
die
Wahrheit
auszuplaudern.
Deshalb
gilt:
je
ausgklügelter
eine
Verschwörungstheorie
ist
und
je
mehr
Menschen
daran
beteiligt
sein
müssten,
desto
unwahrscheinlicher
ist,
dass
sie
wahr
ist.«1
Anders
ausgedrückt:
»Aber
irgendjemand
hätte
geredet«.
Wen
interessiert
dabei
schon,
dass
jede
große
Verschwörung,
die
erfolgreich
geheim
gehalten
wurde,
per
Definition
nicht
als
Beweis
für
eine
solche
Behauptung
herangezogen
werden
kann.
Verschwenden
wir
einfach
keinen
Gedanken
daran,
dass
es
tat-
sächlich
zahlreiche
Beispiele
für
groß
angelegte
Verschwörungen
242
gibt
-
hervorzuheben
wäre
insbesondere
das
Manhattan-Projekt,
an
dem
Hunderttausende
von
Arbeitern
beteiligt
waren,
von
denen
keiner
auch
einen
Pieps
von
sich
gab.
»Nein,
bei
großen
Verschwörungen
gibt
es
immer
einen
Whistleblower.
Das
ist
so!«,
beharrt
unser
sturer,
selbsternannter
»Skeptiker«.
So
frustrierend
dieses
trügerische
Argument
auch
ist,
noch
ärger-
licher
ist
es,
wenn
unser
»Skeptiker«
es
benutzt,
um
die
Unmenge
von
Beweisen
abzutun,
welche
die
offizielle
Verschwörungstheorie
vom
11.
September
2001
widerlegen.
Denn
in
diesem
Fall
hat
jemand
gesprochen.
Es
haben
sogar
recht
viele
geredet.
Und
die
Geschichten,
die
sie
erzählten,
verschafften
ihnen
einen
Platz
im
Pantheon
der
9/11-Whistleblower.
Nehmen
wir
die
Geschichte
von
Barry
Jennings.
Er
war
stellvertretender
Direktor
der
Notdienste
der
New
York
City
Housing
Authority.
Am
Morgen
des
11.
September
eilte
er
mit
dem
New
Yorker
Unternehmensberater
Michael
Hess
zum
Büro
für
Notfallmanagement
der
Stadt
im
Gebäude
7
des
World
Trade
Centers
(WTC
7).
Als
sie
feststellten,
dass
das
Büro
verlassen
worden
war,
versuchten
sie,
aus
dem
Gebäude
zu
fliehen,
blieben
aber
im
Treppenhaus
stecken.
In
einem
Interview
Jahre
nach
den
Ereignissen
enthüllte
Jennings,
was
er
an
jenem
Tag
im
Gebäude
gehört
und
gesehen
hatte,
während
er
und
Hess
versuchten,
einen
Ausweg
zu
finden:
»Die
ganze
Zeit
hörte
ich
Explosionen.
Und
ich
dachte,
dass
es
vielleicht
die
Busse
um
mich
herum
waren,
die
in
Flammen
standen,
die
Autos,
die
brannten,
aber
ich
sah
nichts.
Nein
(...)
wissen
Sie,
aber
ich
höre
immer
noch
diese
Explosionen
(...).
Als
sie
[die
Retter]
schließlich
bei
uns
ankamen
und
uns
in
die
sogenannte
Lobby
brachten,
(...)
243
als
wir
dort
unten
ankamen,
fragte
ich:
»Wo
sind
wir?«.
Sie
sagten:
»Das
war
die
Lobby«.
Und
ich
sagte:
»Ihr
wollt
mich
wohl
verarschen?«
Das
sind
Ruinen.
Totale
Ruinen.
Als
ich
dort
reinkam,
hatte
die
Lobby
schöne
Rolltreppen,
es
war
eine
riesige
Lobby.
Und
ich
konnte
nicht
glauben
was
ich
sah«.2
Jennings’
Aussage
widerspricht
direkt
der
Behauptung
des
Na-
tional
Institute
of
Standards
and
Technology
(NIST),
dass
es
»keine
Beweise
für
das
Stattfinden
einer
Explosion«
im
WTC
7
gab
—
und
daher
auch
keine
Notwendigkeit,
die
Möglichkeit
von
vorab
platzierten
Sprengstoffen
oder
einer
kontrollierten
Sprengung
des
Gebdaudeszu
untersuchen.3
Jennings
starb
am
19.
August
2008
unter
äußerst
verdachtigen
Umständen,
nur
zwei
Tage
bevor
das
NIST
einen
Entwurf
des
offiziellen
Berichts
zur
Unter-
suchung
des
Zusammenbruchs
von
WTC
7
veröffentlichte,
den
es
gewöhnlichen
Bürobränden
zuschrieb.4
Da
ist
auch
noch
die
Geschichte
von
J.
Michael
Springmann.
Nachdem
er
in
den
spaten
1980er
Jahren
achtzehn
Monate
lang
die
Visa-Abteilung
des
US-Konsulats
in
Jeddah,
Saudi-Arabien
geleitet
hatte,
versuchte
Springmann,
ein
Visa-Programm
fiir
Terroristen
aufzudecken,
das
von
CIA-Mitarbeitern
im
Konsulat
betrieben
wurde.
Diese
Operation,
die
auf
Geheiß
des
CIA-Assets
Osama
bin
Laden
durchgeführt
wurde,
schleuste
afghanische
Mudschaheddin
zur
Ausbildung
in
die
USA
ein.’
»Sie
[Osama
Bin
Ladens
Gefährten]
erhielten
Visa
zur
Einreise
in
die
Vereinigten
Staaten,
in
der
Regel
ausgestellt
in
Saudi-Arabien,
fiir
Schulungen,
Nachbesprechungen
und
andere
Zwecke.
Bei
der
Ermdoglichung
ihrer
Einreise
verstießen
amerikanische
Regierungsbeamte
gegen
244
das
Einwanderungs-
und
Staatsangehörigkeitsgesetz
sowie
gegen
die
Vorschriften
des
Außenministeriums,
wie
sie
im
Foreign
Affairs
Manual
festgehalten
sind.
Ich
weiß
das
-
ich
war
dabei.
Ich
habe
die
Visa
ausgestellt
und
gegen
eklatante
Verstöße
gegen
Gesetze
und
Vorschriften
protestiert.
Die
Folge:
Ich
wurde
—
wie
es
nahezu
allen
Whistleblowern
ergeht
—
entlassen.«®
Das
Außenministerium
übte
Vergeltung,
indem
es
Springmanns
Vertrag
nicht
verlängerte.
Jahre
später
stellte
das
Konsulat
in
Dschidda
Visa
für
vierzehn
der
neunzehn
mutmaßlichen
Atten-
tater
vom
11.
September
aus.7
Dann
gibt
es
noch
die
Geschichte
von
Richard
Andrew
Grove.
Im
Jahr
2000
arbeitete
Grove
für
SilverStream
Software,
ein
Unter-
nehmen,
das
sich
auf
Software
für
Geschäftsprozess-Management
spezialisiert
hatte.
Im
Oktober
des
Jahres
2000
hatte
er
den
größten
Kunden
in
der
Geschichte
von
SilverStream
angeworben:
Marsh
&
McLennan
Companies.
Als
Grove
Beweise
fand,
dass
SilverStream
Marsh
um
fast
sieben
Millionen
US-Dollar
zu
viel
berechnete,
äußerte
er
seine
Bedenken.
Doch
sowohl
seine
eigenen
Vorgesetzten
als
auch
die
Personen,
denen
er
sich
bei
Marsh
anvertraute,
rieten
ihm,
den
Mund
zu
halten.
»Finanzielle
Unregelmäßigkeiten
im
Zusammenhang
mit
dem
Marsh.com-Projekt
bemerkte
ich
erstmals
im
Oktober
2000,
als
ich
an
einem
Meeting
im
98.
Stockwerk
mit
einem
Mann
namens
Gary
Lasko
teilnahm.
Gary
war
Chief
Information
Officer
von
Marsh
für
Nordamerika.
An
diesem
Nachmittag
halfen
ein
Kollege
und
ich
ihm
dabei,
etwa
zehn
Millionen
US-Dollar
an
verdächtigen
Bestel-
lungen
zu
identifizieren
—
nachdem
ich
erkannt
hatte,
dass
245
bestimmte
Anbieter
Marsh
täuschten
und
dem
Unter-
nehmen
offenbar
große
Mengen
an
Hardware
verkauften,
die
nicht
notwendig
waren.
Dies
wurde
später
von
Gary
bestätigt.
(...)
Ich
äußerte
meine
Bedenken
gegenüber
Führungskräften
bei
SilverStream,
doch
man
forderte
mich
auf,
still
zu
bleiben
und
mich
um
meine
eigenen
Angelegen-
heiten
zu
kümmern.
Ein
leitender
Angestellter
bei
Marsh
riet
mir
das
Gleiche.«8
Obwohl
Grove
dem
Unternehmen
seinen
größten
Kunden
sichern
konnte,
wurde
er
von
SilverStream
kurz
nach
der
Offenlegung
der
Beweise
für
die
verdächtigen
Transaktionen
gefeuert.
Nach
seiner
Kündigung
wurde
Grove
eingeladen,
seine
Beweise
bei
einer
Mitarbeiterversammlung
in
den
Büros
von
Marsh
im
98.
Stock
des
Nordturms
zu
präsentieren.
Nur
die
Marsh-
Angestellten,
die
den
betreffenden
Transaktionen
gegenüber
misstrauisch
waren
—
so
wie
Grove
—
wurden
zu
diesem
Treffen
eingeladen,
das
am
Morgen
des
11.
September
2001
stattfand.
Die
Führungskraft,
die
die
Besprechung
einberief,
nahm
per
Video
teil.
Alle
im
Raum
kamen
ums
Leben.
Grove,
der
im
Stau
steckte
und
deshalb
verspätet
war,
sah
den
Stidturm
einstiirzen
—
und
floh
prompt
aus
Manhattan.
Das
Verbrechen,
dessen
Zeuge
er
wurde,
sowie
die
nachfolgenden
Ereignisse,
veranlassten
ihn
dazu,
nachzuvollziehen,
wie
9/11
Finanzinstitute
und
Versicherungsgesellschaften
in
die
Lage
versetzt
hatte,
Milliarden
von
Dollar
an
Betrug
zu
vertuschen
—
indem
sie
jeden
eliminierten,
der
Fragen
dazu
gestellt
hatte.
Eine
weitere
Geschichte,
die
von
Verfechtern
der
offiziellen
9/11-Koinzidenztheorie
unter
den
Teppich
gekehrt
wurde,
erzahlte
Kevin
Ryan.
Zur
Zeit
von
9/11
arbeitete
Ryan
als
Standortleiter
einer
Abteilung
von
Underwriters
Laboratories
(inzwischen
UL),
246
dem
weltweiten
Sicherheitsberatungs-
und
Zertifizierungsunter-
nehmen
mit
Hauptsitz
in
Northbrook,
Illinois.
Er
war
sogar
dabei,
als
wenige
Wochen
nach
dem
11.
September
2001
der
damalige
CEO
Loring
Knoblauch
überraschend
das
Labor
in
South
Bend,
Indiana
besuchte
und
den
Arbeitern
erzählte,
dass
die
UL
»den
Stahl
in
den
Gebäuden
des
World
Trade
Centers
zertifiziert
hat«
und
dass
»sie
alle
stolz
darauf
sein
sollten,
dass
die
Gebäude
so
lange
unter
so
intensiven
Bedingungen
gestanden
haben«.?
Diese
Bemerkung
weckte
Ryans
Interesse.
Zwei
Jahre
später
begann
er,
die
laufende
Untersuchung
zur
Zerstörung
der
Zwillingstürme
zu
verfolgen.
Er
schrieb
an
Knoblauch,
dessen
Antwort
ihn
zunächst
beruhigte:
Das
Unternehmen
habe
den
Stahl
»mit
vollständiger
Brandschutzverkleidung
getestet«
und
»er
habe
sich
hervor-
ragend
verhalten«,
so
Knoblauch.
Doch
Tom
Chapin,
Leiter
der
Abteilung
Brandschutz
bei
UL,
widersprach
Knoblauchs
Aussage.
Er
bestand
darauf,
dass
UL
keinen
Baustahl
zertifiziere,
sondern
lediglich
Baugruppen
teste,
bei
denen
Stahl
ein
Bestandteil
ist.
Ryan
vergleicht
diesen
Unterschied
mit
der
Aussage:
»Wir
machen
keinen
Crashtest
mit
der
Autotür,
wir
machen
einen
Crashtest
mit
dem
ganzen
Auto«.10
Die
Situation
verschärfte
sich
2004,
als
UL
im
Rahmen
des
offiziellen
Berichts
des
NIST
darüber,
wie
die
Zwillingstürme
einstürzten,
Feuerwiderstandstests
an
Modellen
der
Geschoss-
konstruktionen
des
WTC
durchführte.
Die
Tests
zeigten,
dass
die
Geschosskonstruktionen
»in
der
Lage
waren,
die
maximale
Auslegungslast
etwa
zwei
Stunden
lang
ohne
Einsturz
zu
tragen«.
Anstatt
die
NIST-Ingenieure
dazu
zu
veranlassen,
zu
prüfen,
ob
von
Jet-Treibstoff
verursachte
Brände
tatsächlich
den
Einsturz
der
Türme
verursacht
hatten,
führten
die
Testergebnisse
dazu,
dass
sie
sich
fragten,
ob
ihr
Modell
auf
größere
Bodensysteme
als
im
WTC
übertragbar
ist.11
247
Als
Ryan
realisierte,
dass
die
damals
geltende
Arbeitshypothese
für
die
Zerstörung
der
Türme
—
nämlich,
dass
die
Brände
den
Stahlkern
der
Gebäude
zum
Erweichen
oder
Schmelzen
gebracht
hätten
—
nicht
haltbar
war,
schrieb
er
einen
Brief
an
Frank
Gayle,
den
Leiter
der
NIST-Untersuchung
zum
World
Trade
Center:
»Diese
Geschichte
passt
einfach
nicht
zusammen.
Wenn
der
Stahl
dieser
Gebäude
weich
geworden
oder
geschmolzen
ist,
dann
sind
wir
uns
sicher
alle
einig,
dass
dies
sicherlich
nicht
auf
Kerosinbrände
jeglicher
Art
zurückzuführen
ist,
geschweige
denn
auf
die
kurzzeitigen
Brände
in
diesen
Türmen.
Diese
Tatsache
sollte
allen
Amerikanern
große
Sorge
bereiten.
Andererseits
legt
die
Behauptung,
dass
dieser
Stahl
bereits
bei
Temperaturen
um
250°C
versagt
habe,
nahe,
dass
die
Mehrheit
der
Todes-
opfer
am
11.
September
auf
ein
sicherheitsrelevantes
Versagen
zurückzuführen
ist.
Diese
Annahme
sollte
mein
Unternehmen
ernsthaft
beunruhigen.
Es
steht
außer
Frage,
dass
die
Ereignisse
vom
11.
September
die
emotionale
Triebkraft
hinter
dem
Krieg
gegen
den
Terror
sind.
Und
der
Einsturz
des
WTC
steht
im
Zentrum
der
Geschichte
des
11.
Septembers.
Ich
bin
der
Meinung,
dass
Ihre
metall-
urgischen
Tests
das
Zentrum
des
Zentrums
des
Zentrums
darstellen.
Entweder
gelingt
es
Ihnen,
das,
was
mit
diesen
Gebäuden
wirklich
geschehen
ist,
sinnvoll
zu
erklären
—
und
das
schnell
zu
kommunizieren
—
oder
wir
alle
sehen
uns
mit
derselben
Zerstörung
und
Verzweiflung
konfron-
tiert,
die
aus
globalen
Entscheidungen
auf
Basis
von
Desin-
formation
und
>Geschwitz«
resultieren.«12
Angesichts
der
Relevanz
des
Themas
gestatte
Ryan,
dass
sein
Brief
online
veröffentlicht
wird.
UL
leugnete
sofort,
248
jemals
WTC
Stahl
zertifiziert
zu
haben
—
und
feuerte
Ryan
fünf
Tage
später.
3
Es
gibt
Dutzende
ähnlicher
Erzählungen
von
Whistleblowern,
die
sich
mit
anderen
Aspekten
der
9/11-Geschichte
befassen.
Wie
jene
von
Robert
Wright,
Special
Agent
des
Federal
Bureau
of
Investi-
gation
(FBI),
dessen
Ermittlungen
zur
Finanzierung
von
Terror-
anschlägen,
die
unter
dem
Decknamen
»Vulgar
Betrayal«
liefen,
eingestellt
wurden,
als
sie
kurz
davorstanden,
Verbindungen
der
US-Regierung
zu
den
Financiers
des
Terrors
aufzudecken.
Oder
die
von
Indira
Singh,
Risikomanagement-Beraterin
für
JPMorgan
Chase,
die
versuchte,
das
FBI
vor
einer
Softwarefirma
zu
warnen,
die
sehr
seltsame
Verbindungen
sowohl
zu
bekannten
terroristischen
Financiers
als
auch
zu
US-Regierungsbehörden
unterhielt
—
und
der
von
einem
FBI-Agenten
gesagt
wurde,
dass
sie
in
einer
besseren
Position
sei,
den
Fall
zu
untersuchen,
als
das
Bureau
selbst.
Für
Details
zu
Wright
und
Singh
siehe
»Die
Ge-
schichte
von
Ptech«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch.
Aber
von
all
den
9/11-Whistleblowern
sind
vielleicht
die
9/11-Kom-
missare
selbst
die
bemerkenswertesten.
Die
9/11-Kommission
(formell
»The
National
Commission
on
Terrorist
Attacks
Upon
the
United
States«)
wurde
gegründet,
um
die
Anschläge
vom
11.
September
zu
untersuchen.
Präsident
George
W.
Bush
zögerte
nach
der
Katastrophe
ganze
441
Tage,
bevor
er
sie
schließlich
in
die
Wege
leitete.
Das
Problem
bestand
aber
nicht
nur
darin,
dass
Bush
zu
langsam
handelte.
Er
leistete
sogar
erbitterten
Widerstand
gegen
jede
Form
der
Untersuchung
—
bis
er
schließ-
lich
den
beispiellosen
Schritt
wagte,
den
Mehrheitsführer
im
Senat,
Tom
Daschle,
persönlich
zu
bitten,
die
Untersuchungen
seitens
des
US-Kongresses
einzudammen.15
Erst
als
der
politische
Druck
bezüglich
einer
Untersuchungskommission
für
Bush
zu
249
groß
wurde,
um
länger
ignoriert
werden
zu
können,
ernannte
er
einen
Vorsitzenden:
Henry
Kissinger
—
einen
Mann,
dessen
Ruf
als
Vertuscher
und
Handlanger
des
Establishments
derart
bertuchtigt
war,
dass
selbst
die
New
York
Times
mutmafite,
der
Präsident
wolle
die
Untersuchung
einddmmen,
nicht
férdern.16
Familien
der
Opfer
des
11.
September,
die
ebenfalls
befiirchteten,
Kissinger
solle
eine
Vertuschungskommaission
leiten,
konfron-
tierten
ihn
personlich.
Sie
verlangten,
er
solle
die
Klienten-Liste
seines
Polit-Beratungsunternehmens
offenlegen.
Insbesondere
sollte
er
angeben,
ob
darauf
Namen
wie
»Bin
Laden«
stiinden.
Berichten
zufolge
war
Kissinger
von
dieser
Frage
derart
aus
der
Fassung
gebracht,
dass
er
»seinen
Kaffee
verschiittete
und
beinahe
vom
Sofa
fiel«.17
Am
nächsten
Morgen
trat
er
zurück.
An
seiner
Stelle
wurden
der
ehemalige
Gouverneur
von
New
Jersey,
Thomas
Kean,
sowie
der
ehemalige
Kongressabgeordnete
aus
Indiana,
Lee
Hamilton,
als
Vorsitzender,
beziehungsweise
stellvertretender
Vorsitzender
der
Kommission
eingesetzt.
Doch
damit
verstummten
die
Ver-
mutungen
bezüglich
einer
politischen
Vertuschung
keineswegs.
Denn
sie
kamen
längst
nicht
mehr
nur
von
einer
marginalisierten
»verruckten
Randgruppe«
oder
»Verschworungstheoretikernc.
Sechs
der
zehn
Kommissare
—
Kean,
Hamilton,1?
Bob
Kerrey,20
Tim
Roemer,21
John
Lehman22
und
Max
Cleland23
—
äußerten
Bedenken,
dass
die
Kommission
in
die
Irre
geführt,
blockiert
und
durch
Interessenkonflikte
behindert
und
letztlich
gezwungen
wurde,
an
einer
politisch
motivierten
Vertuschung
teilzunehmen.
In
ihrem
Buch
»Without
Precedent:
The
Inside
Story
of
the
9/11
Commission«
stellten
Kean
und
Hamilton
treffend
fest,
dass
die
Kommission
»so
eingerichtet
wurde,
dass
sie
scheitern
250
musste«.24
Die
Mitglieder
erwogen
sogar,
strafrechtliche
Schritte
gegen
Pentagon-Beamte
einzuleiten,
weil
diese
ihnen
absichtlich
falsche
Informationen
über
das
Ausbleiben
einer
militärischen
Reaktion
an
jenem
Tag
zukommen
ließen.25
Einer
von
ihnen,
Max
Cleland,
trat
sogar
zurück,
weil
die
Kommission
»absichtlich
vom
Präsidenten
der
USA
kompromittiert
wurde«.26
Bob
Kerrey
kommentierte
unterdessen
kryptisch,
der
11.
September
sei
Ergebnis
einer
»dreißigjährigen
Verschwörung«
gewesen.
Kein
Mainstream-Journalist
fragte
je
nach,
was
genau
er
damit
meinte.27
Doch
keiner
dieser
wiederholten
Versuche
der
9/11-Kommissions-
mitglieder,
auf
die
Mängel
ihrer
eigenen
Untersuchung
hinzu-
weisen,
konnte
die
Mainstream-Presse
davon
abhalten,
den
Abschlussbericht
als
endgültige
Darstellung
der
Anschläge
zu
präsentieren.
Und
obwohl
die
Mehrheit
der
Amerikaner
über-
zeugt
ist,
dass
die
Regierung
entscheidende
Informationen
über
den
11.
September
zurückhält,28
werden
bis
heute
alle,
die
die
Arbeit
der
Kommission
oder
ihre
Ergebnisse
hinterfragen,
von
den
Leitmedien
als
»verschwörerische
Spinner«
verunglimpft.29
An
diesem
Punkt
sollte
deutlich
werden,
dass
das
Argument
»irgendjemand
hätte
geredet«
nicht
nur
irreführend,
sondern
sachlich
schlicht
falsch
ist.
Wie
vorgängig
belegt,
traten
zahlreiche
Whistleblower
an
die
Öffentlichkeit,
die
falsifizierbare
Beweise
für
Tauschungen
und
Lügen
präsentierten,
welche
rund
um
das
9/11-Narrativ
konstruiert
wurden.
Ihre
Enthüllungen
bringen
die
Zweifler
mit
ihrem
»irgendjemand
hätte
geredet«
in
eine
unangenehme
Zwickmühle:
Entweder
sind
sie
zu
bequem,
um
selbst
zu
recherchieren
und
reden
dennoch
großspurig
mit
—
oder
sie
lügen
ganz
bewusst.
Besonders
perfide
ist
es,
wenn
die
»Skeptiker«
dieses
Argument
ins
Feld
führen,
251
obwohl
die
Whistleblower
tatsächlich
alles
unternommen
haben,
um
ihre
Geschichten
bekannt
zu
machen.
Sie
hielten
Presse-
konferenzen
ab,
legten
formelle
Einsprüche
ein,
schlossen
sich
Whistleblower-Organisationen
an
und
gaben
Interviews.
Für
diese
Bemühungen
zahlten
sie
einen
hohen
Preis.
Sie
wurden
gefeuert,
von
Kollegen
gemieden,
von
den
Mainstream-Medien
diffamiert
und
ignoriert.
»Irgendjemand
hätte
geredet«
—
in
Wahrheit
haben
zahlreiche
Menschen
geredet.
Manche
von
ihnen
haben
sogar
geschrien.
Doch
wenn
die
Schreie
ungehört
verhallen,
klingen
die
Geschichten
der
9/11-Whistleblower
wie
die
sprichwörtlichen
Bäume,
die
im
Wald
umstürzen,
ohne
dass
jemand
zugegen
ist,
um
es
zu
hören.
1
Shermer,
Michael:
»Paranoia
Strikes
Deep«,
Michael
Shermer,
September
2009.
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2
McMahon,
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P.:
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LLM.
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Jennings
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9/11
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»FAQs
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NIST
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19.
September
2011.
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»NIST
WTC
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Finds
Building
Fires
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21.
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»Interview
1019
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Michael
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Visas
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Terrorists«,
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Corbett
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31.
März
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corbettreport.com/?p=14061
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Springmann,
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»Visas
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Al
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CIA
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That
Rocked
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World«,
Daena
Publications
LLC.,
Kindle
Edition.
(Kindle
Location
149)
7
Eldridge,
Thomas
R.
et
al:
»9/11
and
Terrorist
Travel:
Special
Report
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the
National
Commission
on
Terrorist
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the
United
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National
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Terrorist
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252
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
»9/11
Whistleblower:
Richard
Andrew
Grove
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Scribd,
1.
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März
2006.
archive.li/GwSfC
Siehe
Endnote
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Gross,
John,
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»NIST
NCSTAR
1-6B.
Federal
Building
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Safety
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the
World
Trade
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Fire
Resistance
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Floor
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UL
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Speaks
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WTC
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»Bush
Opposes
9/11
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»Bush
asks
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»The
Kissinger
Commission«,
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New
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November
2002.
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Thomas,
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»Tragicomic
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the
9/11
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Februar
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May,
Ernest
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Government
Writes
History:
The
9-11
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Conspiracy
-
Interview
with
Lee
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August
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bbruhwiler8:
»Truth
Squad:
9-11
Commissioner
Bob
Kerrey
finally
confesses
9-11
Commission
could
not
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[sic]
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911Blogger.com
(Seite
inaktiv),
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November
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Purposely
Set
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So
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Staff
Had
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George
Washington's
Blog,
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Februar
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»The
White
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Has
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Cover-Up’-Former
9/11
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Max
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DemocracyNow!,
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März
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Kean,
Thomas
H.
and
Lee
Hamilton:
»Without
Precedent:
The
inside
Story
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9/11
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New
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Vintage
Books,
2006,
Seite
14.
Eggen,
Dan:
»9/11
Panel
Suspected
Deception
by
Pentagon«,
The
Washington
Post,
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August
2006.
archive.is/BYb7i
253
26
Arnold,
Laurence:
»9/11
panel
to
get
access
to
withheld
data«,
Boston.com,
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27
Siehe
Endnote
20.
28
»What
Aren't
They
Telling
Us?
Chapman
University
Survey
of
American
Fears,
Chapman
University,
11.
Oktober
2016.
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29
Bell,
Chris:
»The
people
who
think
9/11
may
have
been
an
inside
job«,
BBC,
News,
1.
Februar
2018.
archive.is/jJNPv
254
Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen
Wussten
sie,
dass
sich
jedes
Jahr
150
der
reichsten
und
mächtigsten
Konzernchefs
aus
Europa
und
Nordamerika
hinter
verschlossenen
Türen
mit
hochrangigen
Regierungsheamten,
einflussreichen
Financiers,
Medien-Mogulen
und
sogar
Mitgliedern
des
Konigs-
hauses
treffen?
Oder,
dass
diese
inoffiziellen
Treffen
Diskussionen
über
drangende
politische
und
wirtschaftliche
Fragen
umfassen
und
zu
Entscheidungen
führen,
die
—
nach
Angaben
von
Teil-
nehmern
dieser
mehr
als
diskreten
Konferenz
—
danach
von
den
gleichen
Machthabern
umgesetzt
werden?
Nun,
genau
so
ein
Ereignis
findet
jedes
Jahr
statt.
Und
es
hat
einen
Namen:
das
Bilderberg
Meeting.
Wenn
sie
von
diesem
jährlichen
Treffen
noch
nichts
mitbekommen
haben
-
keine
Sorge.
Damit
sind
sie
nicht
allein.
Obwohl
seit
der
ersten
Konferenz
im
Jahr
1954
im
Hotel
de
Bilderberg
in
Ooster-
beek,
Niederlande,
siebzig
dieser
globalistischen
Konferenzen
abgehalten
wurden,
gab
es
eine
fast
vollständige
Mediensperre
hinsichtlich
der
Berichterstattung
über
dieses
Ereignis.
Infolge-
dessen
hat
der
größte
Teil
der
Öffentlichkeit
noch
nie
etwas
von
der
Bilderberg-Gruppe
gehört.
Dank
des
unermiuidlichen
Einsatzes
einer
Handvoll
unabhängiger
Journalisten,
die
in
den
letzten
zwei
Jahrzehnten
wegen
dieses
geheimen
Treffens
Alarm
geschlagen
haben,
beginnt
sich
dieser
Schleier
der
Ignoranz
endlich
zu
lüften.
Angeregt
durch
das
wachsende
öffentliche
Bewusstsein
fiir
die
Existenz
der
Gruppe
haben
nicht
nur
die
Mainstream-Medien
in
den
letzten
Jahren
begonnen,
wenigstens
oberflächlich
über
das
255
Bilderberg-Treffen
zu
berichten,
auch
die
Organisation
selbst
hat
eine
Webseite
gestartet,
auf
der
man
mehr
über
die
Gruppe
und
ihre
Aktivitäten
erfahren
kann:
»Seit
ihrem
Gründungstreffen
1954
sind
»Die
Bilderberger«
ein
jährliches
Forum
für
informelle
Diskussionen,
das
den
Dialog
zwischen
Europa
und
Nordamerika
fördern
soll.
Jedes
Jahr
werden
zwischen
120
und
150
politische
Entscheidungsträger
und
Experten
aus
Industrie,
Finanzen,
Wissenschaft
und
Medien
zu
dem
Treffen
eingeladen.
Etwa
zwei
Drittel
der
Teilnehmer
kommen
aus
Europa,
der
Rest
aus
Nordamerika;
ein
Drittel
aus
Politik
und
Regierung,
der
Rest
aus
anderen
Bereichen.
Das
Treffen
ist
ein
Forum
für
informelle
Diskussionen
über
Megatrends
und
große
Fragen,
mit
denen
die
Welt
konfrontiert
ist.
Die
Treffen
finden
nach
der
Chatham-House-Regel
statt,
die
besagt,
dass
die
Teilnehmer
die
erhaltenen
Informa-
tionen
frei
verwenden
können,
aber
weder
die
Identität
noch
die
Zugehörigkeit
des/der
Redner(s)
oder
eines
anderen
Teilnehmers
preisgegeben
dürfen.
Dank
des
privaten
Charakters
des
Treffens
sind
die
Teilnehmer
nicht
an
die
Konventionen
ihrer
Rolle
oder
vorgefasste
Positionen
gebunden.
Als
solche
können
sie
sich
Zeit
nehmen,
um
zuzuhören,
nachzudenken
und
Erkenntnisse
zu
sammeln.
Es
gibt
keine
detaillierte
Tagesordnung,
es
werden
keine
Resolutionen
vorgeschlagen,
es
werden
keine
Abstimmungen
durchgeführt
und
es
werden
keine
Grund-
satzerklärungen
abgegeben.«1
Die
nüchterne
Beschreibung
auf
der
Webseite
vermittelt
jedoch
weder
ein
Gefühl
für
die
Bedeutung
des
Treffens
noch
für
den
Mantel
des
Schweigens,
hinter
dem
diese
Clique
operiert.
256
Die
Bilderberger,
die
sich
jedes
Jahr
in
einem
anderen
Fünf-Sterne-
Hotel
in
der
Nähe
eines
internationalen
Flughafens
treffen,
sind
weit
mehr
als
nur
eine
lockere
Plauderrunde
der
Reichen
und
Mächtigen.
Denn
dem
Eingeständnis
des
ehemaligen
NATO-Gene-
ralsekretärs
und
zweimaligen
Bilderberg-Teilnehmers
Willy
Claes
zufolge,
wird
von
den
Teilnehmern
der
Treffen
erwartet,
dass
sie
die
Beschlüsse
der
Gruppe
in
ihrem
Einflussbereich
umsetzen.2
Dass
die
Bilderberg-Gruppe
tatsächlich
Entscheidungen
trifft
und
Tagesordnungspunkte
umsetzt,
ist
inzwischen
unstrittig.
Einige
unabhängige
Journalisten,
die
im
Laufe
der
Jahre
zu
diesen
Konfe-
renzen
recherchierten,
nutzten
sogar
vertrauliche
Informationen,
die
von
Teilnehmern
durchgesickert
waren,
um
den
Verlauf
von
geopolitisch
relevanten
Ereignissen
vorherzusagen.
Im
Juni
2002
berichtete
der
inzwischen
verstorbene
Jim
Tucker
—
ein
unerschrockener
Reporter,
der
die
jährlichen
Zusammenkünfte
der
Bilderberg-Gruppe
über
Jahrzehnte
hinweg
beobachtete
—
dass
der
damalige
US-Verteidigungsminister
Donald
Rumsfeld
aus
dem
Pentagon
zum
nahegelegenen
Bilderberg-Treffen
in
Chantilly,
Virginia
gerufen
wurde,
um
den
Teilnehmern
zu
versichern,
dass
es
»keinen
unmittelbaren
Angriff«
auf
den
Irak
geben
werde
—
trotz
der
damals
weit
verbreiteten
Spekulationen.3
Im
Jahr
2005
gelang
es
Daniel
Estulin,
dem
Bestsellerautor
von
»Die
wahre
Geschichte
der
Bilderberger«,
seine
Quellen
innerhalb
der
Organisation
anzuzapfen,
um
den
Anstieg
der
Ölpreise,
der
im
folgenden
Jahr
stattfand,
korrekt
vorherzusagen.4
Manch
einer,
der
von
der
Existenz
dieser
geheimen
Kabale
erfuhr,
tat
sie
als
unbedeutend
ab.
Als
»Nothing
Burger«.
Ein
»Bilderburger
mit
Käse«,
wenn
man
so
will.
Warum
auch
sollte
man
sich
um
ein
Kaffeekränzchen
für
Konzernmagnaten
und
Politiker
kümmern?
Die
haben
doch
ständig
solche
Konferenzen
und
Treffen.
Eine
erste
Antwort
gegenüber
jenen,
die
erstaunlich
257
desinteressiert
bezüglich
dieser
konspirativen
Geheimniskrä-
merei
hinter
verschlossenen
Türen
sind,
ist
der
Hinweis
auf
das
offensichtlichste
Problem
solcher
Treffen
—
nämlich
die
Heuchelei
seitens
der
Teilnehmer.
Man
kann
dahingehend
zum
Beispiel
auf
Barack
Obama
verweisen,
der
während
seines
Präsidentschaftswahlkampfs
2008
versprach,
eine
der
trans-
parentesten
Regierungen
aller
Zeiten
zu
führen
—
während
er
seinen
Vorgänger
dafür
kritisierte,
eine
der
intransparentesten
geleitet
zu
haben:
»Es
ist
kein
Zufall,
dass
eine
der
am
diskretesten
operierenden
Verwaltungen
in
unserer
Geschichte
Sonder-
interessen
begünstigt
und
eine
Politik
verfolgt
hat,
die
sich
dem
Tageslicht
entzog.«5
Wir
könnten
auch
auf
Hillary
Clinton
verweisen,
die
in
einer
Rede
beim
jährlichen
Integrity
Award
Dinner
von
Transparency
International
USA
erklärte:
»Noch
bevor
Regierungsvertreter
offen
und
laut
über
diese
Themen
sprachen,
brachte
Transparency
International
die
Korruption
bereits
ans
Licht
—
denn
Tageslicht
ist
das
beste
Desinfektionsmittel«.6
Oder
wie
wäre
es
mit
der
Erklärung
des
damals
neu
gewählten
britischen
Premierministers
David
Cameron:
»Unser
Ziel
ist
es,
eine
der
transparentesten
Regierungen
der
Welt
zu
sein,
die
offen
darüber
spricht,
was
wir
tun
und
vor
allem
darüber,
was
wir
ausgeben«.?
Transparent.
In
der
Tat.
258
Die
Obamas,
Clintons
und
Camerons
dieser
Welt
sind
Offenheit
und
Verantwortungsbewusstsein
so
sehr
verpflichtet,
dass
ihnen
schon
der
Gedanke
an
die
Existenz
solch
eines
geheimen
Netz-
werks
von
im
Schatten
agierenden
Strippenziehern
zuwider
sein
muss.
Sicher
stehen
den
genannten
Personen
ihre
an
Transparenz
gewohnten
Haare
zu
Berge,
wenn
sie
davon
erfahren,
dass
sich
Politiker
hinter
verschlossenen
Türen
mit
Unternehmenslobby-
isten
treffen
und
...
Huch!
Wie
sich
bei
genauerer
Betrachtung
herausstellt,
haben
alle
drei
Politiker
das
Bilderberg-Treffen
mindestens
einmal
mit
ihrer
Anwesenheit
beehrt.
Cameron
nahm
2013
an
der
Bilderberg-Konferenz
teil,
als
die
jährliche
Soiree
in
Watford,
einer
Stadt
in
Hertfordshire,
England
stattfand.8
Um
dem
Ganzen
die
Krone
aufzusetzen,
trat
Herr
»offen
über
das,
was
wir
tun«
Cameron
nur
eine
Woche
nach
der
Erneuerung
seines
Versprechens,
»Open
Government«
mittels
eines
»Open
Government
Partnership
Summit«
zu
erreichen,
bei
der
geheimen
Konferenz
auf.?
Die
gemeinsame
Teilnahme
von
Obama
und
Clinton
an
der
Bilderberg-Konferenz
2008
mar-
kiert
unterdessen
eine
noch
argerlichere
Zurschaustellung
von
Heuchelei.
Die
beiden
warfen
nicht
nur
mit
Plattitiiden
beziig-
lich
Offenheit
und
Transparenz
um
sich,
während
sie
an
dem
geheimen
Meeting
teilnahmen,
sondern
strengten
sich
auch
massiv
an,
ihre
Teilnahme
geheim
zu
halten.
So
liest
sich
auch
die
Geschichte
darüber,
wie
die
beiden
Politiker
sich
für
eine
Verschwörung
verschworen,
wie
der
Plot
eines
Kriminalromans.
Es
war
auf
dem
Höhepunkt
der
demokratischen
Vorwahlen
2008,
als
Obama
und
Clinton
Kopf
an
Kopf
um
das
Recht
kämpften,
George
W.
Bush
als
»lahme
Ente«
abzuldsen.
259
Als
Mann
des
Wortes
ließ
Obama
seine
Pressebegleitung
glauben,
er
befinde
sich
an
Bord
seines
Wahlkampfflugzeugs
—
und
schickte
es
dann
ohne
ihn,
aber
mit
den
ahnungslosen
Reportern,
zurück
nach
Chicago."
Clinton
hingegen
ließ
ihr
eigenes
Gefolge
zurück,
um
an
einem
»geheimen
nächtlichen
Treffen«
mit
ihrem
früheren
Wahlkampfgegner
teilzunehmen.
Das
Rendezvous
wurde
ur-
sprünglich
im
Haus
der
Senatorin
Dianne
Feinstein
in
Washington,
D.C.
verortet.11
Allerdings
nur,
bis
die
New
York
Times
klarstellte,
»dass
der
genaue
Ort
des
Treffens
zwischen
Obama
und
Clinton
nie
bestätigt
wurde«.
Die
Zeitung
merkte
zudem
pflichtgemäß
an,
dass
sie
nicht
einmal
bestätigen
könne,
ob
Feinstein
überhaupt
eine
Immobilie
in
D.C.
besitzt.12
Wenn
sie
sich
also
nicht
in
Feinsteins
Haus
in
Washington
getroffen
haben
(das
möglicherweise
gar
nicht
existiert),
wo
fand
das
Treffen
dann
statt?
Könnte
ihr
Stelldichein
vielleicht
beim
Bilderberg-Treffen
stattgefunden
haben,
das
genau
zu
diesem
Zeitpunkt
in
genau
dieser
Gegend
seinen
Lauf
nahm?
Das
Westfields
Marriott
Washington
Dulles
Hotel
in
Chantilly,
Virginia
liegt
—
wie
der
Name
schon
andeutet
—
kurze
elf
Meilen
vom
Washington
Dulles
International
Airport
entfernt,
genau
dem
Flughafen,
von
dem
aus
Obama
sein
Pressekorps
los
wurde.
Wenn
die
bewaffneten
Konvois
des
Secret
Service,
die
beim
Betreten
der
Bilderberg-Lokation
gefilmt
wurden,
als
Hinweis
zu
deuten
sind,
dann
ist
genau
das
der
Ort,
an
dem
sich
Hillary
und
Barack
getroffen
haben.13
Aber
das
ist
noch
nicht
alles.
Im
Jahr
1991
nahm
ein
damals
noch
unbekannter
Gouverneur
von
Arkansas
namens
Bill
Clinton
an
der
Bilderberg-Konferenz
in
Baden-Baden,
Deutschland
teil.14
Im
Jahr
darauf
betrat
er
von
der
Provinz
in
Little
Rock
aus
die
nationale
Bühne
und
gewann
zur
allgemeinen
Überraschung
die
Wahl
gegen
George
H.
W.
Bush
-
um
Präsident
der
Vereinigten
Staaten
zu
werden.
1993
nahm
Tony
Blair,
damals
verkappter
Innenminister
der
Labour
Partei,
an
260
der
Bilderberg-Konferenz
in
Vouliagmeni,
Griechenland
teil.
15
Ein
Jahr
später
wurde
er
Oppositionsführer
und
drei
Jahre
später
Premierminister
des
Vereinigten
Königreichs.
Im
Jahr
2003
nahm
der
kanadische
Oppositionsführer
Stephen
Harper
am
Bilderberg-
Treffen
in
Versailles,
Frankreich
teil.16
Ein
Jahr
später
wurde
Harper
Vorsitzender
der
Konservativen
Partei
und
zwei
Jahre
später
Premierminister
von
Kanada.
Ob
rechts,
ob
links,
ob
skuriler
Hinterbänkler
oder
aufstrebender
Karrierist
—
politische
Kandidaten
aller
Couleur
sehen
im
Bilder-
berg-Meeting
den
perfekten
Ort,
um
sich
mit
der
globalen
Elite
zu
treffen,
bevor
sie
den
großen
Durchbruch
schaffen.
So
ärgerlich
die
Heuchelei
der
Politiker
sein
mag,
die
sich
im
Rahmen
geheimer
Treffen
abstimmen
—
das
ist
bei
Weitem
nicht
das
Schlimmste
an
der
Bilderberg-Gruppe.
Um
zu
verstehen,
warum
die
Bilder-
berg-Verschwörung
so
tückisch
ist,
müssen
wir
deren
verborgene
Geschichte
beleuchten.
Um
die
Ursprünge
dieser
geheimnisvollen
Organisation
zu
analysieren,
müssen
wir
allerdings
bis
zum
Zweiten
Weltkrieg
zurückgehen,
als
der
Council
on
Foreign
Rela-
tions
(CFR)
das
durch
den
Konflikt
verursachte
Chaos
ausnutzte,
um
sein
Projekt
»War
and
Peace
Studies«
zu
lancieren.1?
Um
die
Außenpolitik
der
USA
zu
beeinflussen,
befiirworteten
CFR-
Analysten
die
Einrichtung
eines
Ausschusses,
der
die
strategische
Ausrichtung
der
US-Diplomatie
nach
dem
Krieg
leiten
sollte.
Auf
Basis
von
Forschungsarbeiten
des
CFR
natürlich.
1942
ging
der
Wunsch
des
CFR
in
Erfüllung.
Der
»Beratende
Ausschuss
für
Außenpolitik
in
der
Nachkriegszeit«
war
eingerichtet.18
Das
Komitee,
das
sich
aus
wichtigen
CFR-Mitgliedern
zusammensetzte,
legte
den
Grundstein
fiir
eine
Reihe
internationaler
Institutionen,
darunter
die
Weltbank,
den
Internationalen
Wahrungsfonds
und
natürlich
die
Vereinten
Nationen,
die
alle
direkt
nach
dem
261
Krieg
gegründet
wurden.
Das
Komitee
sprach
sich
außerdem
für
die
Schaffung
eines
transatlantischen
Gremiums
aus,
das
den
Dialog
zwischen
den
USA
und
Europa
fördern
und
schließlich
eine
gemeinsame
Außenpolitik
formen
sollte.
Dieses
Gremium
war
die
Saat,
aus
der
das
Unkraut
namens
Bilderberg
entstand.
Ausgebracht
wurde
die
Saat
1954,
als
sich
eine
Clique
von
Globalisten
zusammenschloss,
um
die
Bilderberg-Gruppe
zu
gründen.
Der
vielleicht
bekannteste
davon
war
Prinz
Bernhard
der
Niederlande.
Ein
Mann,
der
zeitlebens
von
Gerüchten
über
seine
Nazi-Verbindungen
verfolgt
wurde
—
und
das
nicht
ohne
Grund.
Denn
2010
entdeckte
ein
niederländischer
Historiker
Dokumente,
die
belegten,
dass
Prinz
Bernhard
tatsächlich
Mitglied
in
drei
NS-Organisationen
war:
der
Studentenverbindung
DSt
(Deutsche
Studentenschaft),
der
NSDAP
(Nationalsozialistische
Deutsche
Arbeiterpartei)
sowie
deren
paramilitärischem
Arm,
der
SA
(Sturmabteilung).1?
Diese
Enthüllungen
verschärften
einen
bereits
2007
aufgebrochenen
Skandal,
der
entstand,
weil
niederländische
Journalisten
Dokumente
fanden,
die
zeigten,
wie
Bernhard
seine
Stellung
im
Vorstand
von
KLM
nutzte,
um
die
Schweiz
1948
zu
bitten,
Nazis
bei
der
Flucht
nach
Südamerika
zu
unterstützen.20
Aber
Prinz
Bernhard
ist
bei
weitem
nicht
der
einzige
Nazi,
der
mit
der
Gründung
der
Bilderberg-Gruppe
in
Verbindung
zu
bringen
ist.
Laut
einer
Anhörung
des
Unterausschusses
des
US-Senats,
die
unmittelbar
nach
der
Niederlage
der
Nazis
im
Zweiten
Welt-
krieg
stattfand,
hielten
führende
deutsche
Industrievertreter
im
August
1944
ein
geheimes
Treffen
im
Straßburger
Hotel
Maison
Rouge
ab,
um
über
ihr
Überleben
im
Europa
der
Nachkriegszeit
zu
diskutieren.21
Das
Protokoll
der
Anhörung,
das
in
den
1990er
Jahren
wiederentdeckt
und
nach
dem
Hotel,
in
dem
es
entstand,
»The
Red
House
Report«
genannt
wurde,
beschreibt,
wie
sich
262
hohe
Nazi-Funktionäre
mit
deutschen
Industriellen,
darunter
Vertreter
der
IG
Farben,
trafen,
um
die
Vorbereitungen
für
den
späteren
Aufstieg
eines
»Vierten
Reiches«
zu
treffen,
das
ein
gesamteuropäisches
Finanzimperium
werden
sollte.22
Wie
der
britische
Autor
Adam
LeBor
feststellte,
bestand
die
Antwort
der
Nationalsozialisten
auf
die
Frage,
wie
sie
ihre
Macht
und
ihren
Einfluss
in
einem
Nachkriegseuropa
aufrechterhalten
könnten,
darin,
ihre
nationale
Souveränität
an
ein
»supranationales«
Gremium
abzutreten.
Dieses
Ziel
wurde
schnell
zur
treibenden
Kraft
für
die
europäische
Einigung
und
schließlich
für
die
von
Bilderbergern
inspirierte
Europäische
Union.23
So
ist
es
kaum
verwunderlich,
dass
die
Bilderberger
im
Zentrum
des
Projekts
Europäische
Union
stehen.
Auch
ein
weiterer
Bilderberg-Gründer,
der
ansonsten
kaum
bekannte
polnische
Diplomat
Jözef
Retinger,
war
ein
bedeutendes
Mitglied
der
»Europäischen
Bewegung«,
dem
»Ursprung«
der
Europäischen
Union.
Retinger
half
zudem,
einflussreiche
Persönlichkeiten
der
europäischen
Integrations-
bewegung
zu
rekrutieren
—
darunter
den
Mitbegründer
der
»Europäischen
Liga
für
wirtschaftliche
Zusammenarbeit«,
Paul
van
Zeeland
—
um
sie
für
den
Lenkungsausschuss
der
Bilder-
berg-Gruppe
zu
gewinnen.24
Vom
allerersten
Treffen
an,
das
1954
im
Hotel
de
Bilderberg
im
verschlafenen
niederländischen
Dorf
Oosterbeek
stattfand,
war
klar,
warum
die
Bilderberg-Gruppe
zusammenkam:
Sie
versuchte,
die
politischen,
wirtschaftlichen
und
sozialen
Institutionen
der
atlantischen
Nationen
zugunsten
einer
faschistischen
Governance-
Struktur
zu
verschmelzen.
Ein
so
heikles
Thema
wurde
natürlich
nur
zurückhaltend
angesprochen,
wobei
der
amerikanische
Vertreter
Gardner
Cowles
gegenüber
der
versammelten
Elite
höflich
beklagte,
dass
Amerika
und
Europa
unterschiedliche
außenpolitische
Positionen
gegenüber
Asien
hätten.25
Es
dauerte
263
jedoch
nicht
lange,
bis
die
Bilderberger
begannen,
diesen
Punkt
energischer
und
als
Teil
einer
noch
ehrgeizigeren
Agenda
zu
thematisieren.
Das
Treffen
im
darauffolgenden
Jahr
erinnerte
auf
schaurige
Weise
an
die
Forderungen
nach
einem
gesamteuro-
päischen
Vierten
Reich
im
»Red
House
Report«.
Die
Anwesenden
sprachen
offen
von
der
»Notwendigkeit,
das
deutsche
Volk
zu-
sammen
mit
anderen
Völkern
Europas
in
einen
gemeinsamen
Markt
zu
bringen«.26
Auf
dieser
zweiten
Konferenz
diskutierten
die
Bilderberger
auch
den
Plan,
»in
kürzester
Zeit
den
höchsten
Grad
der
Integration
zu
erreichen,
beginnend
mit
einem
gemeinsamen
europäischen
Markt«.
Nur
zwei
Jahre
später
markierte
die
Unter-
zeichnung
der
Römischen
Verträge,
mit
denen
die
Europäische
Wirtschaftsgemeinschaft
gegründet
wurde,
den
offiziellen
Beginn
der
Europäischen
Union.
Es
überrascht
nicht,
dass
sich
unter
den
offiziellen
Unterzeichnern
des
Vertrags
mehrere
bestätigte
Bilderberg-Teilnehmer
befanden,
darunter
Paul-Henri
Spaak.
Vierzig
Jahre
später:
Ende
der
1990er
Jahre
kam
der
Euro.
Das
Sah-
nehäubchen.
Wir
müssen
nicht
lange
suchen,
um
den
Einfluss
der
Bilderberger
bei
der
Schaffung
der
Gemeinschaftswährung
auszumachen.
Denn
1999
gestand
der
ehemalige
EU-Kommissar
Etienne
Davignon
gegenüber
dem
euobserver:
»Als
wir
Debatten
über
den
Euro
führten,
konnten
die
Leute
[auf
der
Bilderberg-Konferenz]
erklären,
warum
es
sich
lohne,
Risiken
einzugehen,
und
die
anderen
—
jene,
die
nicht
an
diese
Politik
glaubten
—
waren
nicht
verpflichtet,
nicht
zuzuhören
[sic],
sondern
mussten
aufstehen
und
mit
echten
Argumenten
aufwarten.«27
Zwei
Jahrzehnte
später
folgt
der
nächste
logische
Schritt:
Die
neue
Regionalregierung,
die
Europäische
Union,
in
weiten
264
Teilen
konzipiert
von
den
Bilderbergern,
wird
mit
ihrem
trans-
atlantischen
Partner,
den
USA,
verschmolzen.
Natürlich
sind
es
die
Bilderberger,
die
auf
diese
immer
breitere
wirtschaftliche
Integration
drängen.
Ein
Vorschlag,
der
aus
den
entsprechenden
Konsultationen
hervorgehen
sollte,
war
die
inzwischen
auf-
gegebene
»Transatlantische
Handels-
und
Investitionspartner-
schaft«
(TTIP),
ein
Handelsabkommen,
das
laut
den
Worten
des
Bilderberg-Teilnehmers
David
Cameron
»das
größte
bilaterale
Handelsabkommen
der
Geschichte«
dargestellt
hätte.28
Wie
es
sich
für
ein
Abkommen
zwischen
Bilderberg-Teilnehmern
und
ihren
Kumpanen
gehört,
fanden
die
TTIP-Verhandlungen
in
geheimen
Sitzungen
und
hinter
verschlossenen
Türen
statt.
Der
Text
des
Ab-
kommens
wurde
in
einem
sicheren
»Lesesaal«
in
Brüssel
verwahrt,
der
nur
von
autorisiertem
Personal
betreten
werden
durfte.2?
Jetzt,
da
wir
etwas
über
die
Geschichte
und
Ambitionen
dieser
Geheimkonferenz
wissen,
stehen
wir
vor
der
Frage:
Warum
sollten
wir
gegen
Bilderberg
sein?
Auf
diese
Frage
haben
wir
zwei
solide
Antworten:
Erstens
ist
die
Agenda
der
Bilderberg-Gruppe
explizit
faschistisch.
Denken
sie
nur
an
die
Rede,
die
George
Ball
1968
auf
der
Bilderberg-Konferenz
in
Kanada
hielt.
Darin
entwarf
er
eine
neue
Weltwirtschaftsordnung,
die
auf
dem
Konzept
eines
»Weltkonzerns«
basiert.30
Als
Unter-
staatssekretär
für
Wirtschaft
und
Landwirtschaft
unter
Kennedy
und
Johnson,
leitender
Direktor
bei
Lehman
Brothers
Kuhn
Loeb
Inc.
sowie
Mitglied
des
Bilderberg-Lenkungsausschusses
war
Ball
in
der
Lage,
diese
Agenda
aus
allen
Perspektiven
zu
durchdringen.
Er
betonte
unmissverständlich,
dass
die
Beseitigung
des
National-
staats
und
die
Schaffung
supranationaler
Gebilde
Voraussetzung
für
die
Bildung
des
faschistischen
»Weltkonzerns«
sind.
»Wo«,
fragte
Ball
rhetorisch,
»findet
man
eine
legitime
Grundlage
für
die
265
Macht
der
Konzernleitung,
Entscheidungen
zu
treffen,
die
das
wirt-
schaftliche
Leben
von
Nationen
tiefgreifend
beeinflussen,
wenn
sie
gegenüber
Regierungen
nur
begrenzt
verantwortlich
ist?«.
Natürlich
vermied
Ball
zu
erklären,
woher
die
Bilderberger
die
Legitimation
nehmen,
solche
Entscheidungen
im
Rahmen
ihrer
geheimen
Zusammenkünfte
zu
treffen.
Zweitens
sind
Bilderberg-Meetings
unverhohlen
konspirativ.
Wie
bereits
erwähnt,
treffen
sich
jedes
Jahr
einhundertfünfzig
der
weltweit
wohlhabendsten
und
einflussreichsten
Politiker,
Konzern-Magnaten,
Financiers
und
Royals
unter
Ausschluss
der
Öffentlichkeit.
Wie
Ball
deutlich
erklärt,
arbeiten
diese
Verschwörer,
abgeschottet
von
der
Außenwelt,
an
Vereinbarungen,
die
das
wirtschaftliche
Leben
ganzer
Länder
betreffen.
Diese
Geheimhaltung
ist
für
die
Bilderberg-Gruppe
seit
ihrer
Gründungsversammlung
von
zentraler
Bedeutung.
Prinz
Bernhard
betonte
damals
eindringlich,
dass
die
Verschwiegenheit
nötig
sei,
damit
die
Gruppe
ihre
Ziele
erreichen
konne.31
Damit
sind
wir
beim
eigentlichen
Zweck
dieser
Abhandlung.
Wir
müssen
uns
nämlich
nicht
nur
fragen,
warum
wir
gegen
die
Bilderberger
sind,
sondern
vor
allem,
wie
wir
uns
gegen
sie
wehren
können.
Glücklicherweise
erweist
sich
die
Antwort
auf
diese
Frage
als
bemerkenswert
simpel:
Wir
können
ihnen
am
effektivsten
entgegentreten,
indem
wir
ihre
Achillesferse
treffen.
Und
das
ist
die
Geheimhaltung.
Daraus
folgt,
dass
der
Untergang
der
Bilderberger
maßgeblich
von
deren
Enttarnung
abhängt.
Die
größte
Starke
der
Gruppierung
—
so
könnte
man
sagen
—lasst
sich
in
deren
größte
Schwäche
verwandeln.
Wir
haben
bereits
große
Fortschritte
bei
der
Aufklarung
von
Geheimnissen
der
Bilderberg-
Gruppe
gemacht.
Grofdteils
dank
der
Arbeit
von
Pionieren,
die
266
diesen
einst
verborgenen
Club
seit
Jahrzehnten
unermüdlich
beobachten.
Einige
wenige
Journalisten,
insbesondere
Jim
Tucker
und
Westbrook
Pegler,
beide
verstorben,
bestätigten
nicht
nur
die
Existenz
dieser
Kabale,
sondern
bauten
auch
vertrauensvolle
Kontakte
zu
Insidern
auf.
Diese
Insider
lieferten
im
Laufe
der
Jahre
pikante
Details
über
die
geheimen
Umtriebe
auf
den
Konferenzen.
Jetzt
ist
es
Aufgabe
einer
neuen
Generation
von
Aktivisten,
diese
Verschwörer
bloßzustellen.
Vorneweg
gehen
dabei
erstklassige
Rechercheure
wie
Charlie
Skelton,
Dan
Dicks
und
Luke
Rudkowski.
Skelton,
ein
Comedy-Autor,
berichtete
2009
fir
eine
britische
Mainstream-Publikation
über
die
Konferenz
in
Griechenland.
In
der
Erwartung,
dabei
Stoff
zu
finden,
um
sich
über
»wahn-
hafte
Verschworungstheoretiker«
lustig
zu
machen.
Stattdessen
veränderte
die
Erfahrung,
von
der
Polizei
gejagt
zu
werden,
nur
weil
er
sich
in
der
Nähe
des
Treffens
aufhielt,
um
darüber
zu
berichten,
sein
Leben.
Heute
schreibt
Skelton
Artikel,
in
denen
er
sich
vehement
gegen
die
Bilderberg-Gruppe
und
deren
diskrete
Treffen
ausspricht.32
Auch
Dan
Dicks
und
Luke
Rudkowski
machten
ihre
Erfahrungen
mit
den
Schldgertrupps
der
Bilderberger.
Die
beiden
Spiirnasen
durchbrachen
den
sakrosankten
Sperrbereich
des
Treffens,
indem
sie
in
das
abgelegene
Berghotel
in
Osterreich
eindrangen,
in
dem
die
Konferenz
2015
stattfand.
Bevor
man
sie
aufforderte,
das
Gelände
zu
verlassen,
warfen
sie
einen
Blick
in
den
Raum,
in
dem
die
Teilnehmer
kurz
darauf
tagen
sollten.33
Nur
ein
Jahr
zuvor,
beim
Treffen
in
Kopenhagen,
wurde
das
unerschrockene
Duo
verhaftet,
weil
es
gewagt
hatte,
sich
Mitgliedern
des
Bilderberg-
Lenkungsausschusses
in
der
Öffentlichkeit
zu
nähern.
Wie
Filmaufnahmen
des
Vorfalls
zeigen,
gehen
die
Bilderberger
267
gnadenlos
gegen
jeden
vor,
der
versucht,
ihre
Existenz
und
Ziele
zu
beleuchten.34
Die
gute
Nachricht:
Wir
haben
eine
Geheimwaffe
auf
unserer
Seite
—
Sie.
Mich.
Uns
alle.
Natürlich
können
die
Bilderberger
gelegentlich
einen
Reporter
festsetzen,
behindern,
an
den
Rand
drängen
oder
zum
Schweigen
bringen,
wenn
er
an
ihren
Konfe-
renzorten
auftaucht,
sie
mit
versteckten
Kameras
filmt
und
ihre
verschwörerischen
Umtriebe
öffentlich
macht.
Aber
sie
können
nicht
verhindern,
dass
wir
alle
auf
unsere
eigene
Art
und
Weise
daran
arbeiten,
ihre
despotische
Agenda
offenzulegen.
Allein
sind
wir
gespalten
und
machtlos.
Gemeinsam
sind
wir
stärker,
als
die
Bilderberger
es
je
sein
könnten.
Es
gibt
Milliarden
von
uns
-
und
nur
knapp
einhundertfünfzig
von
denen.
Also.
Wovor
sollen
wir
Angst
haben?
Vor
nichts.
Wollen
sie
sich
uns
nicht
anschließen
und
die
Frage,
warum
wir
uns
Bilderberg
widersetzen
müssen,
hinter
sich
lassen,
um
stattdessen
herauszufinden,
wie
wir
die
Gruppe
effektiv
enttarnen
und
ihre
Agenda
stoppen
können?
Betrachten
sie
diesen
Text
einfach
als
offene
Einladung,
genau
das
zu
tun.
1
»About
Bilderberg
Meetings«,
Bilderberg
Meetings
archive.fo/ORXTo
2
»Bilderbergers
bepalen
wel
degelijk
het
beleid
voor
het
komende
jaar
(2):
Ex-Secretaris-Generaal
van
de
NAVO
bekent«,
Zonnewind,
4.
Juni
2010.
archive.md/ImL6Y
3
Tucker,
James
P.
Jr.:
»Secretive
Bilderberg
Meeting
Begins
Near
DC«,
Rense.com,
1.
Juni
2002.
archive.fo/Vr4W9
4
»Intelligence
Sources
Say
Bilderberg
Targeting
Patriots«,
Prison
Planet,
28.
Mai
2005.
archive.fo/XU89G
268
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
»Innovation
Agenda
Barack
Obama
Talks
at
Google«,
YouTube,
hochgeladen
von
Talks
at
Google,
14.
November
2007.
youtu.be/m4yVIPqeZwo
Clinton,
Hillary
Rodham:
»Remarks
at
the
Transparency
International-USA's
Annual
Integrity
Award
Dinner,
U.S.
State
Department,
22.
Marz
2012.
archive.is/j71a0
»Transparency«,
YouTube,
hochgeladen
von
10
Downing
Street,
18.
November
2010.
youtu.be/0stXV_fWWtU
»Cameron
to
attend
secretive
Bilderberg
meeting«,
BBC
News,
7.
Juni
2013.
archive.is/LHI4K
»PM
speech
at
Open
Government
Partnership
2013«,
GOV.UK,
6.
November
2013.
archive.is/GD5U1
»Behind
the
Scenes:
Obama
press
hijacked
during
Clinton
meeting«,
CNN
Politics,
6.
Juni
2008.
archive.is/XSuaP
MacAskill,
Ewan
and
Suzanne
Goldberg:
»Clinton
and
Obama
»laughing«
after
secret
late-night
meeting«
The
Guardian.
7.
Juni
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archive.is/tUIfH
Zeleny,
Jeff:
»Two
Rivals
Sneak
Away
to
Meet,
and
the
Hunt
Is
One«
The
New
York
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7.
Juni
2008
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Update-2011/06/05«
The
Corbett
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Schlesinger,
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The
Founding
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the
United
Nations:
A
Story
of
Superpowers,
Secret
Agents,
Wartime
Allies.
and
Enemies,
and
Their
Quest
for
a
Peaceful
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Waterfield,
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»Dutch
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»Elimination
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German
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War.
Part
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State
Department«
(Washington,
D.C.:
United
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Government
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1945.)
Seiten
30-32.
269
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
Jeffreys,
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Reich
Plot
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September
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LeBor,
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»Revealed:
The
secret
report
that
shows
how
the
Nazis
planned
a
Fourth
Reich
in
the
EU«
The
Daily
Mail.
9.
Mai
2009.
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Retinger«
Bilderberg
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1954
Conference
Report
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Juni
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»Bilderberg
Meetings
1955
Confe
Rettman,
Andrew:
»jury’s
out’
on
future
of
Europe,
EU
doyen
says«.
euobserver.
15.
März
2009.
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»Remarks
by
President
Obama,
U.K.
Prime
Minister
Cameron,
European
Commission
President
Barroso,
and
European
Council
President
Van
Rompuy
on
the
Transatlantic
Trade
and
Investment
Partnership«
The
White
House.
17.
Juni
2013.
archive.fo/5iLp
Boren,
Zachary
Davies:
»TTIP
controversy:
Secret
trade
deal
can
only
be
read
in
secure
reading
room«
in
Brussels«
The
Independent.
14.
August
2015.
archive.fo/eAkG]J
»Bilderberg
Discussion
Paper:
Some
Implications
of
the
World
Company«
Public
Intelligence.
29.
Mai
2017.
archive.fo/rtCfS
Siehe
Endnote
25
Skelton,
Charlie:
»Our
man
at
Bilderberg:
Six
days
to
lost
innocence«
The
Guardian.
18.
Mai
2009.
ar-chive.fo/3JA75
268
»The
Only
Journalists
To
Ever
Be
Inside
Bilderberg
During
Lockdown.
«
YouTube,
uploaded
by
WeAreChange,
9.
Juni
2015.
youtu.be/nkxu_O7m-II
»Dan
Dicks
and
Luke
Rudkowski
Describe
Their
Bilderberg
Arrest«
The
Corbett
Report.
29.
Mai
2014.
corbettreport.com/?p=9322
270
Spontane
Ordnung
kurz
erklärt
Schnell!
Woran
denken
sie,
wenn
sie
das
Wort
»Ordnung«
hören?
Wenn
es
ihnen
wie
den
meisten
Menschen
geht,
ist
ihr
erster
Gedanke
»Recht
und
Ordnung«
—
das
alte
Sprichwort,
das
für
Recht
und
Sicherheit
in
einer
gut
regulierten
Gesellschaft
steht.
Das
ist
keine
Überraschung.
Schließlich
beschwören
Politiker
weltweit
und
täglich
die
»dringende
Notwendigkeit«,
Recht
und
Ordnung
wiederherzustellen.
Darüber
hinaus
hat
sich
diese
Floskel
spätes-
tens
seit
dem
Start
der
gleichnamigen
Serie
(Law
&
Order)
im
Jahr
1990
tief
ins
Bewusstsein
der
fernsehenden
Öffentlichkeit
gebrannt.
Politisch
versierte
Menschen
—
darunter
zweifellos
auch
die
Leser
dieses
Buches
—
denken
vermutlich
an
die
»Neue
Weltordnung«,
einen
Begriff,
den
Präsident
George
H.
W.
Bush
mit
seiner
in-
zwischen
berüchtigten
Rede
vom
11.
September
1990
populär
machte.?
Die
Neue
Weltordnung,
heute
unter
dem
Akronym
NWO
bekannt,
hat
eine
bewegte
Geschichte,
die
bis
in
die
Zeit
von
Wilsons
Diplomatie?
nach
dem
Ersten
Weltkrieg
und
H.
G.
Wells’
gleichnamigem
Buch
aus
dem
Jahr
1940
zurückreicht.3
Esoteriker
könnten
»Ordnung«
auch
mit
dem
lateinischen
»Ordo
ab
Chao«,
also
mit
»Ordnung
aus
dem
Chaos«
in
Verbindung
bringen
—
was
nicht
ohne
Grund
auch
das
Motto
des
33.
Grades
des
Schottischen
Ritus
der
Freimaurerei
ist.4
Ebenfalls
nicht
zufällig
beschreibt
»Ordnung
aus
dem
Chaos«
Terroranschläge
unter
falscher
Flagge
sowie
andere
Methoden,
mit
denen
eine
kleine,
einflussreiche
Elite
die
öffentliche
Meinung
manipuliert,
wenn
271
sie
gezielt
Chaos
erzeugt,
um
damit
die
gewünschte
»Ordnung«
durchzusetzen.
Ob
wir
nun
über
»Recht
und
Ordnung«,
die
»Neue
Weltordnung«
oder
»Ordnung
aus
dem
Chaos«
sprechen
-
letztlich
geht
es
immer
um
das
gleiche:
eine
hierarchisch
geprägte
Gesell-
schaftsordnung,
in
der
Gesetzgeber
und
ihre
Verbündeten
aus
der
Wirtschaft
das
Handeln
der
Massen
regulieren,
manipulieren,
einschränken,
verbieten
und
kontrollieren
wollen.
Was,
wenn
ich
ihnen
sagen
würde,
dass
es
ein
völlig
anderes
Konzept
ge-
sellschaftlicher
Ordnung
gibt
—
eines,
das
nicht
nur
hierarchische
Strukturen
ablehnt,
sondern
auch
das
Prinzip
der
Kontrolle
von
oben
nach
unten
grundsätzlich
in
Frage
stellt?
Dieses
Konzept
existiert
—
und
es
heißt
»spontane
Ordnung«.
Die
hierarchische
Kontrollstruktur
ordnet
die
Gesellschaft
py-
ramidenförmig.
Von
oben
nach
unten,
sodass
Regeln
und
Vor-
schriften
von
einer
»Elite«
an
der
Spitze
diktiert
und
dann
von
einer
bürokratischen
Kaste
in
der
Mitte
den
unten
angesiedelten
Massen
aufgezwungen
werden.
Die
spontane
Ordnung
hingegen
geht
davon
aus,
dass
Gesellschaften
am
besten
als
dezentrales
Netzwerk
autonomer
Individuen
funktionieren,
die
sich
freiwillig
miteinander
austauschen
und
zwanglos
interagieren.
Das
Prinzip
der
spontanen
Ordnung
gibt
es
vermutlich
schon
seit
dem
4.
Jahr-
hundert
v.
Chr.,
als
der
chinesische
Philosoph
Zhuang
Zhou
die
Idee
formulierte,
dass
»Gutes
spontan
entsteht,
wenn
man
die
Dinge
einfach
in
Ruhe
lässt«.>
Im
18.
Jahrhundert
wurde
das
Konzept
von
schottischen
Intellektuellen
der
Aufklärung®
weiterentwickelt.
Im
19.
Jahrhundert
taten
das
Denker
wie
Frédéric
Bastiat.7
Ihren
Namen
erhielt
die
Theorie
der
spontanen
Ordnung
aber
erst
im
20.
Jahrhundert,
als
der
österreichische
Philosoph
und
Ökonom
F.
A.
Hayek
sie
kodifizierte
und
popularisierte.
In
seinem
Aufsatz
»Die
Prinzipien
einer
liberalen
Gesellschaftsordnung«
aus
dem
Jahr
1966
beschrieb
Hayek
die
spontane
Ordnung
folgendermaßen:
272
»Das
zentrale
Konzept
des
Liberalismus
besteht
darin,
dass
unter
der
Durchsetzung
universeller
Regeln
gerechten
Handelns,
welche
den
erkennbaren
privaten
Bereich
des
Individuums
schützen,
eine
spontane
Ordnung
menschlicher
Aktivitäten
entsteht
—
von
einer
weit
größeren
Komplexität,
als
sie
jemals
durch
bewusste
Planung
erzeugt
werden
könnte.«8
In
einfachen
Worten
ausgedrückt,
ist
Hayeks
Beobachtung
er-
staunlich
einfach
und
tiefgründig
zugleich:
Die
soziale
Ordnung,
die
sich
aus
der
freien
Wahl
einzelner
Menschen
ergibt,
die
ihre
eigenen
Interessen
schützen,
wird
immer
sicherer
und
komplexer
sein
als
jedes
logisch
durchdachte,
zentral
gesteuerte
System.
Um
zu
verstehen,
warum
das
so
ist,
wenden
wir
uns
Leonard
Reads
genialem
Essay
»Ich,
der
Bleistift«
aus
dem
Jahr
1958
zu.
Darin
be-
schreibt
ein
gewöhnlicher
Bleistift
den
überraschend
komplexen
Prozess,
wie
er
aus
einzelnen
Bestandteilen
zusammengesetzt
und
hergestellt
wird:
»Ich,
der
Bleistift,
mag
zwar
schlicht
aussehen,
aber
ich
verdiene
Bewunderung
und
Ehrfurcht
—
eine
Behauptung,
die
ich
zu
beweisen
versuchen
werde.
In
der
Tat,
wenn
du
mich
verstehen
könntest
—
nein,
das
wäre
zu
viel
verlangt
—
wenn
du
dir
wenigstens
des
Wunders
bewusst-
werden
könntest,
das
ich
symbolisiere,
könntest
du
helfen,
die
Freiheit
zu
bewahren,
die
die
Menschheit
unglücklicherweise
verliert.
Ich
habe
eine
tiefgründige
Lektion
zu
lehren.
Und
ich
kann
sie
besser
lehren
als
ein
Auto,
ein
Flugzeug
oder
eine
mechanische
Spülma-
schine,
gerade
weil
ich
vordergründig
so
schlicht
bin.«?
273
Die
zentrale
Idee
des
Essays
ist,
dass
—
so
einfach
der
Bleistift
auch
erscheinen
mag
—
»kein
einziger
Mensch
auf
dieser
Erde
weiß,
wie
man
mich
herstellen
soll«.
Warum
nicht?
Weil
die
Herstellung
eines
Bleistifts
kein
simpler,
ein-
oder
zweistufiger
Prozess
ist,
bei
dem
einige
wenige
lokal
verfügbare
Materialien
in
einer
Fabrik
zusammengefügt
werden.
Vielmehr
handelt
es
sich
um
einen
weltumspannenden
Vorgang,
der
die
Ernte
von
Zedernholz
in
Oregon,
den
Abbau
von
Graphit
in
Ceylon,
das
Sammeln
von
Ton
am
Mississippi,
den
Anbau
von
Raps
in
Indo-
nesien
und
das
Zusammenführen
dutzender
weiterer
natürlicher
Ressourcen
von
ebenso
weit
entfernten
Orten
umfasst.
Jedes
dieser
Materialien
muss
auf
seine
eigene
Weise
verarbeitet
werden.
Die
Zedernstämme
werden
viele
hundert
Kilometer
von
ihrem
Ursprungswald
entfernt
verschifft,
um
dann
geschnitten,
im
Ofen
getrocknet,
gefärbt,
gewachst
und
erneut
getrocknet
zu
werden.
Der
Ton
wird
mit
Ammoniumhydroxid
veredelt,
mit
Graphit
und
sulfoniertem
Talg
vermischt
und
bei
1.000
Grad
Celsius
gebrannt,
bevor
er
mit
einer
heißen
Mischung
aus
Candelillawachs
aus
Mexiko,
Paraffinwachs
und
hydrierten
natürlichen
Fetten
be-
handelt
wird.
Das
Rapsöl
wird
mit
Schwefelchlorid
versetzt
und
danach
mit
diversen
Bindemitteln,
Vulkanisationsmitteln
und
Beschleunigern
vermischt.
So
verwirrend
dieses
»Bleistiftrezept«
auch
erscheinen
mag,
es
ist
nur
eine
unvollständige
Aufzählung
der
Bestandteile
und
kratzt
lediglich
an
der
Oberfläche
dessen,
was
wirklich
nötig
ist,
um
die
Koordination
dieser
Zutaten
sicherzustellen.
Denken
sie
nur
an
all
die
Menschen,
die
am
Abbau
und
Transport
des
Graphits
für
die
Bleistiftmine
beteiligt
sind.
Dazu
gehören
nicht
nur
die
Graphitbergleute
in
Ceylon,
sondern
auch
jene,
die
ihre
Bergbau-
werkzeuge
herstellen,
diejenigen,
die
die
Säcke
produzieren,
in
denen
das
Graphit
transportiert
wird,
die
Hersteller
der
Schnüre
274
zum
Zubinden
der
Papiersäcke,
die
Arbeiter,
die
die
Säcke
zum
Verladen
auf
Schiffe
vorbereiten
und
schließlich
die
Menschen,
die
die
Schiffe
bauen.
Dann
gibt
es
den
Kapitän
und
die
Besatzung
des
Schiffes,
Hafenmeister
und
Leuchtturmwarter,
die
das
Schiff
sicher
ans
Ziel
geleiten,
die
Lastwagenfahrer,
Zugführer
und
Flug-
zeugpiloten,
die
das
Material
den
restlichen
Weg
bis
zur
Fabrik
transportieren
—
ganz
zu
schweigen
von
den
Beschäftigten
in
der
Dienstleistungsbranche,
die
all
diese
Menschen
mit
Lebensmitteln,
Kleidung
und
anderen
lebenswichtigen
Gütern
versorgen.
Und
dabei
ging
es
nur
um
das
Graphit.
Am
Ende
ist
es
wirklich
verblüffend,
über
die
Komplexität
der
Herstellung
des
Bleistifts
nachzudenken.
Niemand
könnte
all
diese
Aktivitäten
auflisten
und
im
Auge
behalten,
geschweige
denn
leiten.
Und
doch
verläuft
es
reibungslos
und
jedes
Jahr
entstehen
Millionen
neuer
Bleistifte,
die
von
Menschen
in
allen
Lebensbereichen
und
in
jedem
Winkel
der
Erde
verwendet
werden.
Der
»schlichte«
kleine
Bleistift,
der
auf
dem
Schreibtisch
liegt,
ist
der
Beweis
dafür.
Die
Lehre
aus
Reads
Essay
ist
also,
dass
—
so
kontraintuitiv
es
auch
erscheinen
mag
—
extrem
komplexe
Abläufe
keines
zentralen,
organisatorischen
Gremiums
bedürfen,
um
geordnet
zu
laufen.
Angesichts
der
Grenzen
unseres
Wissens
könnte
ein
solches
Gremium
ohnehin
nicht
existieren.
Was
tatsächlich
existiert,
wie
die
komplexen
Abläufe
zeigen,
ist
eine
spontane
Ordnung.
So
faszinierend
Reads
Einblick
in
die
Komplexität
auch
ist,
so
unklar
bleibt,
auf
was
sich
diese
Erkenntnis
über
die
Herstel-
lung
von
Bleistiften
hinaus
übertragen
lässt.
Schauen
wir
uns
deshalb
ein
weiteres
Beispiel
für
etwas
an,
das
wir
jeden
Tag
benutzen
—
das
Auto.
Statistiken
zeigen,
dass
das
Autofahren
eine
der
gefährlichsten
Aktivitäten
ist,
denen
wir
täglich
nachgehen.19
Für
viele
von
uns,
die
in
der
Denkweise
von
Kontrolle
durch
275
Gesetze
und
Vorschriften
von
oben
nach
unten
verhaftet
sind,
klingt
die
Vorstellung,
Ampeln,
Geschwindigkeitsbegrenzungen,
Fahrbahnmarkierungen
und
andere
Vorrichtungen
zur
Regelung
des
Verkehrs
abzuschaffen,
geradezu
verrückt.
Sind
es
nicht
gerade
diese
Verkehrsregeln,
die
für
einen
reibungslosen
Ver-
kehrsfluss
sorgen?
Würde
die
Abschaffung
dieser
Maßnahmen
nicht
unweigerlich
zu
einer
Zunahme
von
Unfällen
führen?
Würden
sie
mir
glauben,
wenn
ich
sage,
dass
genau
das
Gegenteil
der
Fall
ist?
Nein?
Es
stimmt
aber
tatsächlich.
Jedes
Mal,
wenn
Verkehrsbeschränkungen
in
Städten
aufgehoben
wurden,
führte
das
zu
sichereren
Straßen
—
ganz
zu
schweigen
von
den
zusätz-
lichen
Vorteilen
wie
kürzeren
Pendelzeiten
sowie
höflicheren
und
weniger
gestressten
Autofahrern
und
Fußgängern.
Wenn
sie
dieser
Behauptung
skeptisch
gegenüberstehen,
denken
sie
an
die
englische
Stadt
Portishead,
in
der
ein
Versuch,
Ampeln
an
einer
wichtigen
Kreuzung
zu
entfernen,
so
erfolgreich
war,
dass
die
Einwohner
beschlossen,
diese
Änderung
dauerhaft
beizubehalten.!!
Portishead
ist
mitnichten
ein
Zufallstreffer,
sondern
vielmehr
ein
Datenpunkt
in
einer
wachsenden
Anzahl
von
Belegen
dafür,
dass
die
im
Straßenbau
als
»gemeinsam
genutzter
Raum«
bekannte
Gestaltungsideologie
tatsächlich
zum
Nutzen
aller
funktioniert.
12
Ausgehend
von
den
Prinzipien
der
spontanen
Ordnung
postulieren
die
Befürworter
dieses
»Shared
Space«
genannten
Ansatzes,
dass
eine
vermeintlich
»riskantere«
Straße
eigentlich
sicherer
ist.
Anstatt
die
Fahrer
mit
unpersönlichen,
starren
Straßenregeln,
mit
Schildern,
Ampeln
und
Markierungen
zu
bevormunden,
müssen
diese
auf
Straßen
ohne
solche
Vorschriften
direkt
mit
den
anderen
Verkehrsteilnehmern
interagieren.
Dadurch
sind
die
Fahrer
nicht
mehr
bloß
darauf
fokussiert,
Hindernisse
zwischen
sich
und
der
nächsten
grünen
Ampel
zu
überwinden,
sondern
276
werden
gezwungen,
die
anderen
Verkehrsteilnehmer
als
Menschen
wahrzunehmen
und
aktiv
mit
ihnen
in
Kontakt
zu
treten.
Hans
Monderman,
ein
niederländischer
Verkehrsplaner
und
einer
der
Pioniere
dieses
Ansatzes
zur
Neugestaltung
von
Straßen,
entwickelte
über
100
Shared-Space-Konzepte
in
den
Provinzen
Friesland,
Groningen
und
Drenthe.
Zum
damals
vorherrschenden
System,
bei
dem
breite
Straßen
mit
zahllosen
Schildern
übersät
sind,
die
scheinbar
jede
Handlung
der
Fahrer
regulieren
und
steuern
wollen,
bemerkte
er:
»All
diese
Schilder
sagen
den
Autos:
»Das
ist
euer
Platz,
und
wir
haben
euer
Verhalten
so
organisiert,
dass
euch
nichts
passieren
kann,
solange
ihr
euch
so
verhaltet.
Das
ist
eine
falsche
Geschichte.«
Monderman
glaubte
auch,
dass
das
bestehende
System
die
Fahrer
erniedrigt
und
entmenschlicht
und
sie
gleichzeitig
zu
einem
falschen
Gefühl
der
Sicherheit
verleitet.
"Wenn
man
Leute
wie
Idioten
behandelt,
werden
sie
sich
wie
Idioten
benehmen««,
13
argumentierte
er.
Im
Umkehrschluss:
Wenn
wir
Erwachsene
als
fähige,
unabhängige
Menschen
behandeln,
werden
sie
sich
in
den
meisten
Fällen
der
Herausforderung
stellen
und
entsprechend
handeln.
»Shared
Space«
ist
kein
bloßes
Wunschdenken.
Das
Konzept
wurde
bereits
in
zahl-
reichen
Städten
in
ganz
Europa
umgesetzt
—
von
Ipswich
in
England
über
Ejby
in
Dänemark
bis
hin
zu
Ostende
in
Belgien
und
Makkinga
in
den
Niederlanden.14
Das
Ergebnis
war
ein
deutlicher
Rückgang
der
Unfallzahlen
bei
gleichzeitig
verkürzten
Pendelzeiten.
Offenbar
neigen
Autofahrer,
wenn
sie
auf
freien
Straßen
mit
anderen
um
Raum
verhandeln
müssen,
dazu,
sich
wie
verantwortungsbewusste
Erwachsene
zu
verhalten,
sodass
durch
gegenseitige
Rücksicht-
nahme
eine
eigene
Form
von
Ordnung
entsteht.
277
Aber
kann
uns
spontane
Ordnung
auch
in
anderen
Kontexten
leiten
—
selbst
dort,
wo
Kriminalität
die
Norm
ist?
Schließlich
ist
es
eine
Sache,
auf
den
Straßen
spontane
Ordnung
herbeizuführen,
aber
eine
ganz
andere,
sie
in
Institutionen
zu
etablieren,
die
darauf
ausgelegt
sind,
Räuber,
Vergewaltiger
und
Mörder
zu
fassen,
zu
verurteilen
und
einzusperren.
Ist
es
also
möglich,
mit
Verbrechern
anders
umzugehen
als
in
unserem
derzeitigen
System?
Könnten
Gesetzgeber
und
Gesetzeshüter,
Anwälte
und
Richter,
Gefängnisdirektoren
und
Wärter
durch
ein
dezentralisiertes,
nicht-hierarchisches,
nicht-autoritäres
Justizsystem
ersetzt
werden?
Und
wenn
ja
—
wie
würde
ein
solches
System
aussehen
und
wie
würde
es
funktionieren?
Auch
hier
mag
die
Vorstellung,
einer
spontanen
Ordnung
freien
Lauf
zu
lassen,
absurd
erscheinen
—
aber
nur,
weil
wir
darauf
konditioniert
wurden,
zu
glauben,
dass
die
heutige
Struktur
von
Parlamenten,
Gerichten,
Polizeidienststellen
und
Straf-
vollzugsanstalten
die
einzig
wirksame
Form
von
Gerechtigkeit
sei.
In
diesem
etablierten
System
gilt
»Recht«
als
das,
was
vom
Gesetzgeber
beschlossen,
von
der
Polizei
niedergeknüppelt
und
von
Richtern
abgesegnet
wird.
Und
wir
haben
akzeptiert,
dass
Strafen
in
Form
von
Geldzahlungen
an
den
Staat,
Freiheitsentzug
in
Käfigen
oder
der
Zwang
zu
»gemeinnütziger«
Arbeit
die
einzig
denkbaren
Wege
sind,
um
Gerechtigkeit
herzustellen.
Unserem
gewohnten
System
der
retributiven
Gerechtigkeit
steht
jedoch
ein
völlig
anderer
Ansatz
gegenüber
—
eine
Rechtsauffassung,
die
auf
dem
Prinzip
der
»restaurativen
Gerechtigkeit«
beruht.
Hier
werden
nicht
allein
Staat
und
Justiz
aktiv,
sondern
auch
Opfer
und
die
Gesellschaft.
Sie
kommen
zusammen,
um
zu
beraten,
wie
mit
dem
Täter
umzugehen
ist,
der
ihnen
persönlich
—
und
damit
der
gesamten
Gesellschaft
—
Schaden
zugefügt
hat.
Im
Gegensatz
zum
starren
System
der
Vergeltungsjustiz,
in
dem
278
jede
erfolgreiche
Strafverfolgung
unweigerlich
mit
einer
Geld-
oder
Haftstrafe
endet,
eröffnet
restaurative
Gerechtigkeit
ein
viel
breiteres
Spektrum
potenzieller
Lösungen.
Was
wäre
zum
Beispiel,
wenn
die
Opfer
eines
Raubüberfalls
gemeinsam
mit
einer
aus
der
Gemeinschaft
gewählten
Jury
von
Gleichaltrigen
entscheiden
könnten,
dass
alle
mehr
davon
hätten,
dem
Täter
direkt
zu
begegnen
und
mit
ihm
zu
sprechen,
anstatt
ihn
für
ein
paar
Jahre
in
eine
Zelle
zu
sperren?
Mit
anderen
Worten:
Warum
sollten
nicht
die
Opfer
selbst
ein
Mitspracherecht
haben,
wenn
es
darum
geht,
wie
mit
den
Tätern
umgegangen
wird?
Genau
wie
in
unseren
bisherigen
Beispielen
mag
es
zunächst
widersprüchlich
erscheinen,
spontane
Ordnung
auch
im
Straf-
vollzug
wirken
zu
lassen.
Doch
Studien
zeigen,
dass
der
Prozess
der
restaurativen
Gerechtigkeit
bei
den
Opfern
zu
weniger
post-
traumatischem
Stress
und
einer
geringeren
Sehnsucht
nach
Rache
führt
als
das
System
der
Vergeltungsjustiz.
Zudem
sinkt
bei
Tätern,
die
diesen
Prozess
durchlaufen,
die
Rückfallquote
deutlich
stärker
als
bei
jenen,
die
traditionellen
Gerichts-
und
Strafverfahren
unterworfen
werden.!5
Das
Verfahren
wurde
bereits
weltweit
und
mit
bemerkenswertem
Erfolg
angewendet.
Von
den
gefährlichsten
Slums
brasilianischer
Großstädte!6
über
Rehabilitationsprogramme
für
Gefangene
auf
Hawaii?
bis
hin
zu
einer
wachsenden
Zahl
von
Schulen.
18
Jetzt
haben
wir
eruiert,
wie
sowohl
das
Wirtschaftssystem
als
auch
die
Straßenverkehrsordnung
und
das
Justizsystem
von
spontaner
Ordnung
profitieren
können.
In
jedem
Fall
haben
wir
bewiesen,
dass
es
keine
zentralen
Planer
und
ehrwürdige
»Gesetzgeber«
braucht,
um
die
»Ordnung«
aufrecht
zu
erhalten.
Das
bedeutet
nicht,
dass
wir
von
heute
auf
morgen
von
einer
hochgradig
zentralisierten
zu
einer
vollständig
dezentralisierten
279
Gesellschaft
wechseln
könnten.
Unser
ganzes
Leben
lang
sind
wir
darauf
konditioniert
worden,
mit
anderen
innerhalb
der
Gesetze,
Regeln
und
Verfahren
zu
interagieren,
die
von
unserem
hierarchi-
schen,
föderalen
Herrschaftssystem
diktiert
werden.
Es
wird
eine
bewusste
»Deprogrammierung«
erfordern,
um
wieder
zu
lernen,
wie
wir
mit
unseren
Mitmenschen
ohne
Institutionen
und
Kontrolle
von
oben
nach
unten
umgehen
können.
Aber
es
ist
möglich.
Wir
stehen
fraglos
an
der
Schwelle
einer
Transformation
—
von
der
Abhängigkeit
von
»Mama«
Regierung,
die
uns
den
Hintern
abwischt,
von
»Vater«
Staat,
der
Strafen
verteilt
und
»Big
Brother«,
der
uns
täglich
überwacht
—
hin
zur
Unabhängigkeit.
Während
wir
wieder
lernen,
uns
selbst
zu
organisieren
und
zu
führen.
Dieser
Übergang
wird
nicht
einfach
sein.
Und
das
Ergebnis
nicht
utopisch.
Es
wird
immer
Gesetzesbrecher
geben
—
und
solche,
die
jede
soziale
Ordnung
ablehnen.
Aber
wir
müssen
erkennen,
dass
der
Glaube,
man
könne
mit
widerspenstigen
Elementen
nur
klarkommen,
indem
man
immer
mehr
Macht
an
zentralisierte
Be-
hörden
abtritt,
genau
das
ist,
was
uns
an
den
Rand
des
wirtschaft-
lichen
und
gesellschaftlichen
Zusammenbruchs
gebracht
hat.
Die
Geschichte
ist
voll
von
großen
Denkern,
die
auf
eine
ein-
fache
Wahrheit
hingearbeitet
haben.
Sie
lautet:
»Am
besten
ist
die
Regierung,
die
am
wenigsten
regiert.«
Vielleicht
kennen
sie
diesen
Satz
von
Henry
David
Thoreau??
—
aber
kennen
sie
auch
den
Kontext,
in
dem
er
entstand?
»Ich
nehme
das
Motto
»Am
besten
ist
die
Regierung,
die
am
wenigsten
regiert«
von
Herzen
an,
und
ich
möchte
sehen,
dass
es
schneller
und
systematischer
umgesetzt
wird.
Wird
es
verwirklicht,
läuft
es
letztlich
auf
Folgendes
hinaus,
was
ich
ebenfalls
glaube:
»Die
beste
Regierung
ist
280
die,
die
überhaupt
nicht
regiert«;
und
wenn
die
Menschen
dafür
bereit
sind,
wird
das
die
Art
von
Regierung
sein,
die
sie
haben
werden.
«20
Das
ist,
kurz
gesagt,
unsere
Lektion
in
Sachen
spontaner
Ordnung.
Während
unsere
Zivilisation
gereift
ist,
haben
wir
allmählich
gelernt,
wie
wir
uns
selbst
regieren
konnen.
Irgendwann,
eines
Tages,
wenn
wir
aus
dem
alten
System
herausgewachsen
sind,
werden
wir
die
wirkungslose
»Ordnungg,
die
von
Regierungen
und
Mochtegern-Machthabern
versprochen
wird,
nicht
mehr
brauchen.
Das
Konzept
der
spontanen
Ordnung
und
Selbstver-
waltung,
so
radikal
es
für
uns
im
21.
Jahrhundert
auch
erscheinen
mag,
beruht
auf
zeitloser
Weisheit,
die
seit
Jahrtausenden
über
die
Generationen
weitergegeben
wird.
Der
chinesische
Philosoph
Lao
Tzu
drückte
es
vor
mehr
als
2.000
Jahren
in
Kapitel
57
des
»Tao
Te
Ching«
wie
folgt
aus:
Beherrsche
die
Menschen
nicht
durch
Gesetze,
Nicht
durch
Gewalt
noch
Spionage,
Erobere
sie
mit
Untatigkeit.
Denn:
je
mehr
Moralvorstellungen
und
Tabus
existieren,
Desto
mehr
Grausamkeit
herrscht
unter
den
Menschen;
Desto
mehr
Waffen
es
gibt,
Desto
mehr
Spaltung
entsteht;
Desto
mehr
Künste
und
Fertigkeiten
es
gibt,
Desto
mehr
werden
Menschen
durch
Wandel
überflüssig;
Desto
mehr
Gesetze
und
Steuern
es
gibt,
Desto
mehr
raubt
Korruption
den
Menschen.
Doch
handle
nicht,
und
Menschen
sorgen
füreinander;
Mache
keine
Gesetze,
und
Menschen
sind
fair
zueinander;
281
Eigene
kein
Interesse,
und
Menschen
kooperieren;
Habe
keine
Erwartungen,
und
Menschen
harmonisieren.21
10
11
12
13
14
Bush,
George
H.
W.:
»Address
Before
a
Joint
Session
of
the
Congress
on
the
Persian
Gulf
Crisis
and
the
Federal
Budget
Deficit«,
George
H.W.
Bush
Presidential
Library
&
Museum.
archive.is/nR8DF
Conway-Lanz,
Sarh:
»World
War
I:
A
New
World
Order—Woodrow
Wilson's
First
Draft
of
the
League
of
Nations
Covenant«,
Library
of
Congress,
5.
April
2017.
archive.fo/plzEp
Wells,
H.
G.:
The
New
World
Order«,
(London:
Secker
and
Warburg,
1940).
»Ordo
Ab
Chao«,
The
Masonic
Dictionary
Project.
archive.fo/P3DXH
Rothbard,
Murray
N.:
»The
Ancient
Chinese
Libertarian
Tradition«,
Mises
Insti-
tute.
archive.fo/EYjb0
Barry,
Norman:
»The
Tradition
of
Spontaneous
Order:
A
Bibliographical
Essay
by
Norman
Barry«,
Online
Library
of
Liberty.
archive.fo/w2svl
Bastiat,
Frédéric:
»Natural
and
Artificial
Social
Order«,
The
Library
of
Economics
and
Liberty.
archive.fo/4IIVT
Hayek,
F.
A.:
»The
Principles
of
a
Liberal
Social
Order,
Il
Politico,
Nol.
31,
Nr.
4,
1966.
Seite
603.
Read,
Leonard
E.:
»I,
Pencil:
My
Family
Tree
as
told
to
Leonard
E.
Read,
The
Library
of
Economics
and
Liberty.
archive.fo/IkG4X
McMillin,
Zach:
»The
most
dangerous
activity:
driving«,
The
Seattle
Times,
5.
Januar
2010.
archive.fo/Hvs}k
McKone,
Jonna:
»Naked
Streets
Without
Traffic
Lights
Improve
Flow
and
Safety«,
TheCityFix,
18.
Oktober
2010.
archive.is/7PUoS
Toth,
Gary:
»Where
the
Sidewalk
Doesn't
End:
What
Shared
Space
has
to
Share«,
Smart
Growth
Online,
26.
Oktober
2016.
archive.fo/6B1CK
»Hans
Monderman,
Project
for
Public
Spaces,
31.
Dezember
2008.
archive.fo/x15Aw
Schulz,
Matthias:
»Controlled
Chaos:
European
Cities
Do
Away
with
Traffic
Signs«,
Spiegel
Online
International,
16.
November
2006.
archive.fo/nMyDD
282
15
16
17
18
19
20
21
Wachtel,
Joshua:
»Restorative
Justice:
The
Evidence
-
Report
Draws
Attention
to
RJ
in
the
UK«,
International
Institute
for
Restorative
Practices,
16.
Mai
2007.
archive.fo/IiEBu
Wachtel,
Joshua:
»Toward
Peace
and
Justice
in
Brazil:
Dominic
Barter
and
Restorative
Circles«,
International
Institute
for
Restorative
Practices,
20.
März
2009.
archive.fo/gwtey
Walker,
Lorenn
and
Rebecca
Greening:
»Huikahi
Restorative
Circles:
A
Public
Health
Approach
for
Reentry
Planning«,
Federal
Probation
Journal,
Heft
74,
Nr.
1,
Juni
2010.
archive.fo/05cKS
Moss,
Vanessa:
»Healthier
Delray
Beach
helps
bring
Restorative
Justice
Practices
to
a
local
school«,
Palm
Health
Foundation,
30.
Oktober
2017.
archive.fo/IuPMf
Volokh,
Eugene:
»Who
Said
The
Best
Government
Is
That
Which
Governs
Least?«,
Foundation
for
Economic
Education,
16.
September
2017.
archive.fo/8eSv8
Thoreau,
Henry
David:
»On
the
Duty
of
Civil
Disobedience«,
Project
Gutenberg
Australia.
archive.fo/Usjji
Tzu,
Lao:
Tao
Te
Ching.
»Chapter
57.
Conquer
with
Inaction«,
Zenguide.
archive.fo/AmYiL
283
Wer
kontrolliert
die
Umweltbewegung?
Würde
man
sie
bitten,
einen
Umweltschützer
zu
nennen,
wen
würden
sie
wählen?
Wäre
es
vielleicht
John
Muir,
der
amerikanische
Naturschützer
aus
der
Zeit
um
die
Jahrhundertwende,
der
als
Mitbegründer
des
Sierra
Clubs
bekannt
ist
und
als
»Vater
der
Nationalparks«
gefeiert
wird?
Oder
wäre
es
Rachel
Carson,
die
berühmte
Mee-
resbiologin,
deren
Buch
»Silent
Spring«
von
1962
über
die
Gefahren
des
Einsatzes
von
Pestiziden
oft
als
Geburtsstunde
der
modernen
Umweltbewegung
angesehen
wird?
Vielleicht
würden
sie
auch
David
Suzuki
oder
David
Attenborough
nennen
—
oder
einen
anderen
Moderator,
dessen
Sendungen
das
Umweltbewusstsein
ganzer
Generationen
von
Fernseh-
zuschauern
geprägt
haben.
Welche
Namen
auch
immer
einem
in
den
Sinn
kommen,
wenn
man
an
berühmte
Umweltschützer
denkt
—
Madison
Grant
gehört
mit
Sicherheit
nicht
dazu.
Aber
wie
der
New
Yorker
2015
fest-
stellte,
verfügt
Grant
über
die
Referenzen,
um
als
Pionier
der
amerikanischen
Naturschutzbewegung
zu
gelten.
Der
betreffende
Artikel
beschreibt
ihn
nicht
nur
als
»glaubwürdigen
Wildtierzoo-
logen«,
sondern
stellt
auch
fest,
dass
Grant
»maßgeblich
an
der
Gründung
des
Bronx
Zoo
beteiligt
war
und
die
ersten
Organisa-
tionen
gründete,
die
sich
dem
Schutz
des
amerikanischen
Bisons
und
der
kalifornischen
Redwoods
widmeten«.
Danach
hebt
der
Artikel
Grants
Verbindung
zu
Teddy
Roosevelt
und
den
anderen
284
Prominenten
Manhattans
hervor,
welche
die
frühen
Bemühungen
zum
Erhalt
der
natürlichen
Ressourcen
Amerikas
anführten.
»Grant
verbrachte
seine
Karriere
im
Zentrum
des
gleichen
energischen
Kreises
von
Naturschützern
wie
Roosevelt.
Diese
Gruppe
von
Reformern
hat
viel
dazu
beigetragen,
die
Nationalparks,
Wälder,
Wildschutzgebiete
und
andere
öffentliche
Flächen
zu
schaffen
—
also
jenes
System
von
Umweltverantwortung
und
öffentlichem
Zugang,
das
als
»Amerikas
beste
Idee«
bezeichnet
wird.
Sie
entwickelten
die
Überzeugung,
dass
der
Umgang
eines
Landes
mit
seinem
Boden
und
seiner
Tierwelt
ein
Maß
für
dessen
Charakter
ist.«1
Angesichts
seines
gesellschaftlichen
Status
und
seiner
beeindru-
ckenden
Karriere
ist
auf
den
ersten
Blick
nicht
ersichtlich,
warum
sich
Grant
nicht
als
einer
der
Gründungsväter
der
modernen
Umweltbewegung
im
kollektiven
Gedächtnis
wiederfindet.
Der
Grund
dafür
wird
jedoch
deutlich,
wenn
man
erfährt,
dass
Grants
anderer
großer
»Verdienst«
ein
Buch
mit
dem
Titel
»Der
Unter-
gang
der
großen
Rasse
—
Die
Rassen
als
Grundlage
der
Geschichte
Europas«
ist.
Eine
Hetzschrift
aus
dem
Jahr
1916,
in
der
er
vor
der
»Wiedererstarkung
minderwertiger
Rassen
und
Klassen
nicht
nur
in
Europa,
sondern
weltweit«
warnte.2
Adolf
Hitler
war
von
Grants
Theorie
der
nordischen
Überlegenheit
so
beeindruckt,
dass
der
»Führer«
dem
Autor
persönlich
schrieb
und
das
Buch
als
»meine
Bibel«
bezeichnete.3
Heutzutage
erinnert
man
sich
an
Grant
für
seinen
Rassismus,
während
seine
Arbeit
im
Naturschutz
weitgehend
in
Vergessenheit
geraten
ist.
Wenn
sie
von
Grants
Beiträgen
zum
Umweltschutz
erfahren
würden,
wären
viele
Zeitgenossen
zweifellos
verblüfft.
Wie
konnte
jemand,
der
285
so
vorausschauend
über
die
Umwelt
dachte,
solch
rückständige
Überzeugungen
zum
Thema
Rasse
haben?
Bei
näherer
Betrachtung
ist
dieses
scheinbar
seltsame
Nebeneinander
von
Interessen
aber
gar
nicht
so
außergewöhnlich.
Wie
sich
zeigt,
machte
Grants
Be-
sessenheit
von
Rassenlehre
ihn
nicht
zu
einem
Außenseiter
in
der
Naturschutzbewegung
seiner
Zeit.
Wenn
überhaupt,
gab
er
einfach
nur
den
Ansichten
eine
Stimme,
die
unter
seinen
High-
Society-Freunden
in
Mode
waren.
Präsident
Teddy
Roosevelt
lobte
Grants
Hetzschrift
in
einem
persönlichen
Brief,
der
in
späteren
Ausgaben
als
Klappentext
verwendet
wurde.
Für
Roosevelt
war
Grants
Werk
»ein
hervorragendes
Buch
-
in
seiner
Absicht,
seiner
Weitsicht
und
seinem
Verständnis
jener
Tatsachen,
die
unser
Volk
am
dringendsten
begreifen
muss.«4
Zu
den
führenden
Köpfen
der
frühen
Naturschutzbewegung,
die
Grants
Arbeit
lobten,
gehörte
auch
Henry
Fairfield
Osborn,
Treuhänder
des
American
Museum
of
Natural
History,
Leiter
der
New
York
Zoological
Society
und
Mitglied
des
United
States
Geological
Survey.
Im
Vorwort
des
Buches
meinte
Osborn,
dass
»der
Erhalt
jener
Rasse,
die
uns
den
wahren
Geist
des
Amerikanismus
gegeben
hat,
weder
eine
Frage
des
Rassenstolzes
noch
des
Rassenvorurteils
ist;
es
ist
eine
Frage
der
Liebe
zum
Vaterland.
«5
Der
Zusammenhang
zwischen
dem
»Erhalt
der
nordeuropäischen
Rasse«
und
dem
»Erhalt
der
Umwelt«
ist
für
uns
heute
zwar
nicht
offensichtlich,
doch
für
Grant
und
seine
Zeitgenossen
war
dieser
mehr
als
klar.
Hinweise
auf
diesen
Zusammenhang
gibt
die
Tat-
sache,
dass
Grant
selbst
sich
nur
für
die
»majestätischen«
Elemente
der
Natur
interessierte.
Also
den
Elch,
die
Bergziege
oder
die
uralten
Mammutbdume.
In
ähnlicher
Weise
feierte
sein
Natur-
schutz-Gefährte
Roosevelt
die
»edlen«
Elche
und
Büffel.
Zwei
Arten,
die
er
sowohl
bewahrte
als
auch
jagte.
Doch
wenn
es
um
»kleinere
Formen
des
Tier-
oder
Vogellebens«
ging,
die
Beschreibungen
wie
286
»herrschaftlich«,
»edel«
oder
»majestätisch«
vermeintlich
nicht
verdienten,
zeigte
Grant
—
so
heißt
es
in
seinem
Nachruf
-
keinerlei
Interesse
an
deren
Notlage.®
Der
gemeinsame
Nenner
all
dieser
Männer
und
ihrer
Vorstellungen
von
Natur:
Eugenik.
Die
alt-
bekannte
Obsession
von
Möchtegern-Aristokraten
aus
aller
Welt.
Dieser
Obsession
folgend,
waren
die
edlen
und
herrschaftlichen
Gene
der
wohlhabenden
und
erfolgreichen
Familien
in
Grants
Umfeld
vom
Aussterben
bedroht
—
genau
wie
die
majestätischen,
edlen
Tierarten,
die
nun
durch
»wilde«
und
»unzivilisierte«
Gene
niederer
Rassen
bedroht
wurden.
Sowohl
Mensch
als
auch
Tier
schienen
einer
ständigen
Gefährdung
ausgesetzt
und
bedurften
sorgfältiger
Bestandspflege.
Vor
diesem
zentralen
Punkt
schrecken
selbst
die
Verfechter
einer
ökologisch
begründeten
Eugenik
nicht
zurück.
So
stellt
etwa
John
Glad
—
emeritierter
Professor
und
ehemaliger
Direktor
des
Woodrow
Wilson
International
Center
for
Scholars
—
in
der
Zusammenfassung
seines
Buches
»Future
Human
Evolution:
Eugenics
in
the
Twenty-First
Century«
fest:
»Eugenik
betrachtet
sich
selbst
als
viertes
Standbein
der
Zivilisation,
wobei
die
anderen
drei
a)
eine
sparsame
Nutzung
natürlicher
Ressourcen,
b)
die
Verminderung
von
Umweltverschmutzung
und
c)
die
Aufrechterhaltung
einer
menschlichen
Bevölkerung,
die
die
Tragfähigkeit
des
Planeten
nicht
überschreitet
sind.
Eugenik,
die
man
als
menschliche
Okologie
betrachten
kann,
ist
somit
ein
wesentlicher
Bestandteil
der
Umweltbewegung.«7
Tatsächlich
stößt
man
überall
dort,
wo
man
in
den
oberen
Rangen
der
Umweltbewegung
hinschaut,
auf
denselben
euge-
nischen
Drang
nach
»Bereinigung
der
Rasse«
und
den
Wunsch,
287
niederwertigere
Klassen
von
Männern
und
Frauen,
von
denen
diese
Elitisten
glauben,
dass
sie
den
Genpool
ebenso
verschmutzen
wie
die
Umwelt,
auszurotten.
Teddy
Roosevelt,
führendes
Mitglied
der
konservativen
Bewegung,
war
selbst
bekennender
Eugeniker.
Er
tadelte
weiße
Frauen,
die
keine
Kinder
haben
wollten
und
bezeichnete
sie
als
Komplizen
beim
»Selbstmord
der
Rasse«.
Und
in
seinen
personlichen
Briefen
an
den
akademischen
Fiihrer
der
amerikanischen
Eugenik-Bewegung,
Charles
Davenport,
wagte
Roosevelt
gar
die
Behauptung,
dass
»die
Gesellschaft
nicht
das
Recht
hat,
Degenerierten
zu
erlauben,
ihresgleichen
fortzupflanzen.«8
Henry
Fairfield
Osborn
—
der
bereits
erwähnte
Geologe,
der
das
Vorwort
zu
Grants
Buch
verfasste
und
den
»Conservation
Fund«
gründete
—
war
nicht
nur
tiberzeugter
Eugeniker,
sondern
auch
der
Onkel
von
Frederick
Osborn,
Griitndungsmitglied
der
»Ame-
rican
Eugenics
Society«
und
Griundungsprasident
des
»Population
Council«
von
John
D.
Rockefeller
III.
Die
von
Rockefeller
finan-
zierte
Organisation
widmete
sich
dem
»Problem«
der
Zunahme
unerwünschter
Rassen
in
der
Dritten
Welt.?
Julian
Huxley
—
Enkel
von
Thomas
Henry
Huxley,
bekannt
als
»Darwins
Bulldogge«
sowie
fiir
seine
leidenschaftliche
Vertei-
digung
von
Darwins
Arbeiten
zur
menschlichen
Evolution
und
außerdem
Bruder
des
Autors
von
»Schone
neue
Welt«,
Aldous
Huxley
—
war
selbst
Anhänger
der
Eugenik.
Als
lebenslanges
Mitglied
der
British
Eugenics
Society,
deren
Prasident
er
von
1959
bis
1962
war,
trug
Julian
Huxley
dazu
bei,
die
UNESCO
zu
gründen
und
wurde
1946
ihr
erster
Direktor.
Er
nutzte
das
Grindungsdokument
der
Organisation,
»
UNESCO:
Its
Purpose
and
Its
Philosophy«,
um
eine
speziell
von
Eugenik
getragene
Agenda
zu
fordern:
288
»Im
Moment
ist
es
wahrscheinlich,
dass
der
indirekte
Effekt
der
Zivilisation
eher
dysgenisch
als
eugenisch
ist;
und
in
jedem
Fall
scheint
es
wahrscheinlich,
dass
das
tote
Gewicht
genetischer
Dummheit,
körperlicher
Schwäche,
geistiger
Instabilität
und
Krankheitsanfälligkeit,
das
bereits
in
der
menschlichen
Spezies
existiert,
eine
zu
große
Last
darstellen
wird,
als
dass
echter
Fortschritt
erzielt
werden
könnte.
Daher,
und
obwohl
es
wahr
ist,
dass
jede
radikale
eugenische
Politik
für
viele
Jahre
politisch
und
psycho-
logisch
unmöglich
sein
dürfte,
wird
es
für
die
UNESCO
wichtig
sein,
sicherzustellen,
dass
das
eugenische
Problem
mit
größter
Sorgfalt
untersucht
und
dass
die
Öffentlichkeit
über
diese
drängenden
Probleme
informiert
wird,
damit
vieles,
was
derzeit
unvorstellbar
erscheint,
zumindest
wieder
denkbar
wird.«19
Was
genau
mit
diesem
Credo
verdeckter
Eugenik
gemeint
war,
wurde
1961
deutlich,
als
Huxley
und
fünfzehn
international
»füh-
rende
Naturschützer«11
das
Morges-Manifest
unterzeichneten,
eine
Erklärung,
die
die
Gründung
einer
eingetragenen
Wohltätigkeits-
organisation
in
der
Schweiz
forderte,
welche
als
Stiftung
für
eine
neue
Naturschutzorganisation
fungieren
sollte.12
Diese
Stiftung,
die
noch
im
September
desselben
Jahres
gegründet
wurde,
war
der
World
Wildlife
Fund
(WWF).
Neben
Huxley
waren
an
der
Gründung
des
WWF
beteiligt:
—
Prinz
Bernhard
der
Niederlande,
Gründungspräsident,
der
1954
auch
die
Bilderberg-Gruppe
gründete.
—
Prinz
Philip
von
England,
Gründungspräsident
der
ersten
nationalen
Organisation
des
WWF,
des
British
National
Appeal,
der
einmal
erklärte:
»Für
den
Fall,
dass
ich
wiedergeboren
289
werde,
würde
ich
gerne
als
tödlicher
Virus
zurückkehren,
um
etwas
zur
Lösung
der
Überbevölkerung
beizutragen«13,
—
Godfrey
A.
Rockefeller,
Mitglied
der
berüchtigten
Rockefeller-
Dynastie
und
Enkel
des
Mitbegründers
von
Standard
Oil.
Vor
allem
die
Rockefellers
haben
seit
langem
enge
Verbindungen
zur
Eugenik-Bewegung.
Sie
finanzierten
das
»Eugenics
Record
Office«
in
den
USA
und
das
»Kaiser-Wilhelm-Institut«
(Nachfolger:
Max-Planck-Gesellschaft)
in
Deutschland,
die
beide
wesentlich
dazu
beitrugen,
die
Botschaft
der
Eugenik
auf
der
ganzen
Welt
zu
verbreiten.14
Darüber
hinaus
hatte
der
Rockefeller-Clan
einen
übergroßen
Einfluss
auf
die
globale
Umweltbewegung,
sowohl
direkt,
durch
die
Rockefeller-Stiftung,
als
auch
indirekt,
durch
David
Rockefellers
Protege
und
Ölbaron-Kollegen
Maurice
Strong.
Strong,
der
1947
von
David
Rockefeller
»entdeckt«
wurde,
während
er
in
jungen
Jahren
als
Sicherheitsoffizier
bei
der
UN
arbeitete,
wurde
zum
einflussreichsten
Mann
der
Umweltbewegung
des
20.
Jahrhunderts.
Er
war
der
erste
Direktor
des
Umweltprogramms
der
Vereinten
Nationen,
organisierte
1992
den
»Earth
Summit«
in
Rio
und
leitete
die
Schaffung
der
»Earth
Charter«
(zusammen
mit
Steven
C.
Rockefeller).
Zwischen
seiner
Zeit
als
Präsident
der
nationalen
kanadischen
Ölgesellschaft
Petro-Canada
und
seinem
Vorsitz
von
Ontario
Hydro,
Nordamerikas
größtem
Stromver-
sorger,
war
er
Vorstandsmitglied
einer
verwirrenden
Reihe
von
Umwelt-
und
Entwicklungsorganisationen.
Strong
half
auch
bei
der
Organisation
des
»4th
World
Wilderness
Congress«
in
Colorado
1987.
Für
weitere
Informationen
über
Strong
und
seine
Aktivi-
täten
siehe
»Das
seltsame
Leben
des
Maurice
Strong«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch.
Auf
besagtem
Kongress
von
1987
schlug
Edmund
de
Rothschild
von
der
berüchtigten
Bankiersdynastie
Rothschild
die
Schaffung
einer
Weltnaturschutzbank
vor,
die
heute
als
»Globale
Umweltfazilität«
(GEF)
bekannt
ist.
290
Tatsächlich
haben
die
Rothschilds
in
den
letzten
Jahren
dazu
angesetzt,
die
Rockefellers
in
puncto
Engagement
für
die
Umwelt-
bewegung
einzuholen.
Der
junge
David
Mayer
de
Rothschild,
der
gerne
als
»Plastik-Jesus«
bezeichnet
wird,
weil
er
in
einem
sechzig
Fuß
langen
Katamaran,
der
aus
recycelten
Plastikflaschen
bestand,
über
den
Pazifik
segelte,
predigt
permanent
zur
akuten
Gefahr
des
Klimawandels.
15
Seltsamerweise
hat
das
Publikum,
vor
dem
dieser
»Plastik-Jesus«
seine
Predigten
über
nachhaltiges
Leben
hält,
ein
kombiniertes
Nettovermögen
und
einen
»CO,-Fußabdruck«,
der
mehrere
Größenordnungen
kleiner
ist
als
sein
eigener.
In
den
Annalen
der
modernen
Umweltbewegung
finden
sich
noch
viele
weitere
Geschichten
von
unglaubwürdigen
Umweltaktivisten.
Al
Gore
-
Herr
»Unbequeme
Wahrheit«
-dessen
Familienver-
mögen
durch
die
Arbeit
seines
Vaters
für
Occidental
Petroleum
entstand
und
dessen
persönliches
Vermögen
durch
Geschäfte
mit
dem
ölreichen
Katar
erheblich
wuchs,
ist
ein
perfektes
Beispiel
dafür.16
Sir
James
Goldsmith,
Mitglied
der
Bankiersdynastie
der
Goldsmith-Familie
und
Gründer
des
Magazins
»The
Eco-
logist«,
ist
ein
weiteres
Beispiel.17
Und
dann
gibt
es
natürlich
noch
die
Rockefellers,
deren
eigene
Familienstiftungen
heute
Angriffe
auf
Exxon
Mobil
finanzieren
—
auf
ein
Unternehmen,
das
offizieller
Nachkomme
des
Standard
Oil
Monopols
ist,
aus
dem
das
Rockefeller-Vermögen
einst
hervorging.
18
Aber
der
vielleicht
seltsamste
Aspekt
dieser
Geschichte
über
Plutokraten,
Umweltverschmutzer,
Eugeniker
und
Kontroll-
freaks,
die
hinter
den
Umweltorganisationen
stecken,
ist,
dass
niemand
fragt,
warum
sich
diese
reichen,
skrupellosen
Royals
und
»Öligarchen«
so
leidenschaftlich
für
den
Naturschutz
engagieren.
Eine
der
Antworten
ist
historisch
geprägt:
Die
Umweltbewegung
wurde
von
Beginn
an
von
Rassisten,
Eugenikern
und
Elitisten
gesteuert.
Die
Glieder
in
dieser
»großen
Kette
des
Seins«
sind
291
ununterbrochen
-
von
den
Anfängen
der
Naturschutzbewegung,
als
fanatische
Rassisten
und
Eugeniker
wie
Madison
Grant
die
ersten
Naturschutzorganisationen
gründeten,
bis
heute,
wo
Sprösslinge
der
Rockefeller-
und
Rothschild-Familien
die
For-
schungsinstitute,
Interessenvertretungen
und
Publikationen
finanzieren,
die
moderne
Umweltbewegungen
führen.
Die
andere
Antwort
liegt
auf
der
Hand:
Elitäre,
rassistische
Eu-
geniker
sind
egoistisch.
Ihr
Ziel
ist,
den
Planeten
zu
besitzen.
Ihre
vom
»Erhalt«
geprägte
Agenda
ist
eine
bequeme
Ausrede
für
Imperialisten,
die
immer
mehr
von
den
natürlichen
Ressourcen
für
sich
und
ihre
Nachkommen
monopolisieren
wollen.
Doch
es
ist
nur
allzu
offensichtlich,
dass
die
opulenten
Monopolisten,
die
an
der
Spitze
der
Umweltbewegung
stehen,
sich
um
mehr
sorgen
als
die
Kontrolle
über
den
Planeten
und
seine
Ressourcen.
Im
Grunde
wollen
sie
»niedere«
Lebensformen
ausrotten,
die
die
»majestäti-
schen«
Blutlinien
einer
»edlen«
Spezies
zu
verschmutzen
drohen.
Kurz
gesagt,
ihr
Impuls,
den
Umweltschutz
zu
unterstützen,
ist
identisch
mit
dem
Impuls,
der
sie
dazu
antreibt,
die
Eugenik
zu
unterstützen.
Im
Jahr
1909
schrieb
Grant,
dass
die
natürliche
Se-
lektion
der
Menschheit
den
Weg
zur
»vollständigen
Beherrschung
des
Erdballs«
geebnet
habe,
was
bedeute,
dass
seiner
Generation
»die
Verantwortung
übertragen
worden
war,
zu
entscheiden,
welche
Lebensformen
erhalten
werden
sollen.«19
Klartext:
Die
Pflicht
zu
bestimmen,
ob
ein
Wesen
—
Mensch
oder
Tier
—
es
verdient,
zu
leben
oder
zu
sterben,
liegt
bei
den
inzestuösen
Royals,
milliardenschweren
Öl-Baronen
und
Finanzoligarchen,
die
die
einflussreichsten
Umwelt-
und
Naturschutzorganisationen
finanzieren.
Und
nach
deren
snobistischen
Maßstäben
scheint
es
so,
dass
nur
sehr
wenige
von
uns
für
den
»Erhalt«
geeignet
sind.
292
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
Purdy,
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Endnote
1.
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Endnote
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Endnote
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November
2016.
archive.is/bD6r7
Siehe
Endnote
1
293
Die
Flucht
vom
großen
Schachbrett
Wir
alle
wissen,
wie
man
Schach
spielt,
oder?
Okay,
vielleicht
weiß
nicht
jeder,
wie
man
Schach
spielt
—
oder
wie
man
gut
Schach
spielt
—
aber
zumindest
wissen
wir
alle,
was
Schach
ist,
nicht
wahr?
Wenn
nicht,
gibt
es
hier
einen
stark
vereinfachten
Crashkurs
in
einem
Absatz,
freundlicherweise
bereitgestellt
von
der
guten
alten
Encyclopedia
Britannica:
»Schach,
eines
der
ältesten
und
beliebtesten
Brettspiele,
wird
von
zwei
Gegnern
auf
einem
karierten
Brett
mit
speziell
entworfenen
Figuren
in
Kontrastfarben
gespielt,
in
der
Regel
weiß
und
schwarz.
Weiß
zieht
zuerst,
danach
wechseln
sich
die
Spieler
nach
festgelegten
Regeln
ab,
wobei
jeder
Spieler
versucht,
die
Hauptfigur
des
Gegners,
den
König,
ins
Schachmatt
zu
zwingen
-
eine
Stellung,
in
der
er
nicht
mehr
in
der
Lage
ist,
dem
Kontrahenten
zu
entkommen.«1
Ja,
genau.
Schach.
Das
»königliche
Spiel«,
wie
es
im
Laufe
der
Jahrhunderte
aufgrund
seiner
Beliebtheit
beim
Adel
genannt
wurde.
Es
ist
leicht
nachvollziehbar,
warum
das
Schachspiel
im
Verlauf
der
Geschichte
die
Vorstellungskraft
von
Tyrannen,
Despoten
und
Diktatoren
beflügelte:
Denn
es
ist
eine
Metapher
für
den
großen
geopolitischen
Kampf
zwischen
Nationen.
Das
ist
keine
neue
Beobachtung.
Die
Gleichsetzung
von
Schach
mit
Krieg
und
Eroberung
ist
fast
so
alt
wie
das
Spiel
selbst.
Fast
1.500
Jahre
ist
es
her,
dass
Chosrow
II.,
der
alte
sassanidische
König,
fragte:
294
»Wenn
ein
Herrscher
das
Schach
nicht
versteht,
wie
kann
er
dann
über
ein
Königreich
herrschen?«.2
Vor
250
Jahren
verwendete
Johann
Hellwig,
Mathematiklehrer
an
der
Militärakademie
Braun-
schweig,
ein
umfunktioniertes,
1.617
Felder
großes
Schachbrett
als
Grundlage
für
das
erste
moderne
Kriegsspiel.3
150
Jahre
ist
es
her,
dass
Leo
Tolstoi
in
»Krieg
und
Frieden«
über
die
Ähnlichkeiten
zwischen
Krieg
und
Schach
nachdachte.*
Nun
ist
die
Anziehungskraft
des
»königlichen
Spiels«
auf
die-
jenigen,
die
Kontrolle
über
das
globale
Schachbrett
anstreben,
kein
Relikt
der
Vergangenheit,
wie
Studenten
der
modernen
Politikgeschichte
nur
allzu
gut
wissen.
Denn
der
Kampf
um
geo-
politische
Vorherrschaft
beschäftigt
die
Intriganten
und
Strategen
des
weltumspannenden
Imperiums
bis
zum
heutigen
Tag.
Nehmen
wir
Zbigniew
Brzezinski.
Er
war
Nationaler
Sicherheitsberater
von
US-Präsident
Jimmy
Carter
und
ein
berühmt-berüchtigter,
machiavellistischer
Intrigant,
der
vom
späten
20.
Jahrhundert
bis
zu
seinem
Tod
im
Jahr
2017
im
Zentrum
des
außenpolitischen
Establishments
Amerikas
stand.
In
seinem
Opus
»The
Grand
Chess-
board:
American
Primacy
and
Its
Geostrategic
Imperatives«
von
1997
setzte
sich
Brzezinski
nicht
nur
mit
der
Frage
auseinander,
wie
die
USA
ihre
globale
Dominanz
auch
bis
ins
21.
Jahrhundert
sichern
können,
sondern
bezeichnete
die
eurasische
Landmasse
auch
explizit
als
»das
Schachbrett,
auf
dem
der
Kampf
um
die
globale
Vorherrschaft
fortgesetzt
wird.«5
Brzezinskis
Metapher
kommt
nicht
von
ungefähr.
Stattdessen
spiegelt
sie
die
Tatsache
wider,
dass
sich
die
Erbauer
eines
Imperiums
—-
sowohl
der
Antike
als
auch
der
Moderne
-
tatsäch-
lich
als
Großmeister
eines
internationalen
Spiels
verstehen.
Im
Großen
und
Ganzen
betrachten
die
geopolitischen
Strategen,
die
ihre
Figuren
im
Streben
um
Weltherrschaft
über
das
Brett
295
manövrieren,
die
einfachen
Leute
am
unteren
Ende
der
Macht-
pyramide
als
bloße
Schachfiguren,
die
bei
Bedarf
geopfert
werden.
Ja,
Lakaien
der
»Neuen
Weltordnung«
wie
Brzezinski
sehen
den
Globus
tatsächlich
als
Schachbrett.
Und
das
wirft
ein
paar
Fragen
auf:
Wie
lässt
sich
das
Spiel
um
ein
globales
Imperium
mit
dem
Schach-
spiel
vergleichen,
das
uns
allen
vertraut
ist?
Welche
Strategien
setzen
diese
Möchtegern-Herrscher
ein,
um
die
Kontrolle
über
das
Schachbrett
zu
erlangen?
Und
vor
allem:
Wie
können
wir
»Bauern«
den
Fangen
dieser
hinterlistigen
Strategen
entkommen
und
dieses
Spiel
der
Eroberung
ein
für
alle
Mal
beenden?
Bauern
auf
dem
Schachbrett
Es
gibt
kaum
ein
besseres
Beispiel
fiir
Schachbrettpolitik
in
der
realen
Welt
als
die
Geschichte
Afghanistans.
Günstig
an
der
wichtigsten
Landroute
zwischen
Iran,
Zentralasien
und
Indien
gelegen,
steht
Afghanistan
seit
Jahrtausenden
im
Fadenkreuz
der
Imperialisten.
Von
den
Mazedoniern
bis
zu
den
Mongolen,
von
den
Seleukiden
bis
zu
den
Sikhs,
von
den
Achameniden
bis
zu
den
Amerikanern
—
immer
wieder
ersannen
Imperialisten
Strategien,
um
den
afghanischen
Sektor
des
globalen
Schachbretts
zu
erobern.
So
nahm
der
Kampf
um
die
Kontrolle
über
dieses
entscheidende
Feld
im
19.
Jahrhundert
die
Form
des
»Great
Game«
an
—
einer
Stellvertreterschlacht
zwischen
dem
Britischen
Empire
und
dem
Russischen
Reich.
Dabei
ging
es
nicht
einmal
um
Afghanistan
selbst.
Die
Militarstrategen
im
britischen
Außenministerium
sahen
in
Afghanistan
vor
allem
einen
bequemen
Puffer
zwischen
den
296
russischen
Rivalen
und
dem
Kronjuwel
des
Empires:
Indien.
Die
Russen
wiederum
betrachteten
die
Kontrolle
über
Afghanistan
als
Schlüssel,
um
Großbritanniens
Expansion
nach
Zentralasien
zu
stoppen.
Im
Laufe
zahlreicher
Scharmützel,
Schlachten,
Feldzüge
und
ausgewachsener
Kriege
bezahlte
die
afghanische
Bevölkerung
für
ihren
strategisch
günstigen
Standort
auf
dem
Schachbrett
immer
wieder
mit
ihrem
Leben.
Im
späten
20.
Jahrhundert
wurde
das
Land
erneut
zu
einem
entscheidenden
Schlachtfeld
auf
dem
großen
Schachbrett.
Diesmal
entbrannten
die
Kämpfe,
als
die
von
der
Sowjetunion
gestützte
Regierung
versuchte,
eine
Reihe
von
Land-
und
Sozialreformen
durchzusetzen
—
eine
Entwicklung,
die
den
Widerstand
antikommunistischer,
islamischer
Hardliner
im
Land
und
ihrer
Unterstützer
in
der
gesamten
muslimischen
Welt
provozierte.
Dabei
handelte
es
sich
jedoch
nicht
um
einen
spontanen
Volksaufstand.
Wie
sich
herausstellte,
waren
die
Unruhen,
die
zum
jahrzehntelangen
sowjetisch-afghanischen
Krieg
(1979-1989)
führten,
das
Ergebnis
einer
hinterlistigen
Taktik,
die
sich
der
geopolitische
Schachmeister
Zbigniew
Brze-
zinski
persönlich
ausgedacht
hatte.
In
der
Annahme,
die
internen
Spannungen
in
Afghanistan
als
Mittel
nutzen
zu
können,
um
die
Sowjets
in
einen
langwierigen
Guerillakrieg
zu
locken
und
die
Rote
Armee
auszubluten
zu
lassen,
startete
er
eine
geheime
Operation
—
»Operation
Zyklon«
—
um
die
afghanischen
Rebellen
zu
finanzieren
und
zu
bewaffnen.
Archivaufnahmen
der
Operation
zeigen,
wie
Brzezinski
an
die
afghanisch-pakistanische
Grenze
eilt,
um
zu
den
islamistischen
Milizen
zu
sprechen,
die
gegen
ihren
sowjetischen
Feind
zu
den
Waffen
griffen.
Wie
ein
Konig,
der
vor
seinen
Bauern
steht
und
sie
motiviert,
sich
fiir
die
gute
Sache
zu
opfern,
hob
Brzezinski
dramatisch
den
Finger
und
bekräftigte
seine
Unterstützung
fiir
die
»heilige«
Mission
dieser
Kämpfer:
297
»Das
Land
dort
drüben
gehört
euch.
Eines
Tages
werdet
ihr
dorthin
zurückkehren,
denn
ihr
werdet
den
Kampf
gewinnen.
Ihr
werdet
eure
Häuser
und
Moscheen
wieder-
bekommen,
weil
eure
Sache
gerecht
ist
—
und
weil
Gott
auf
eurer
Seite
steht.«6
Das
war
natürlich
manipulativer
Quatsch.
Weder
Brzezinski
noch
das
Imperium,
das
er
repräsentierte,
interessierten
sich
für
das
Schicksal
dieser
Kämpfer
oder
die
»Heiligkeit«
ihres
Krieges.
Stattdessen
war
das
Imperium
daran
interessiert,
diese
Männer
als
Schachfiguren
im
großen
Spiel
gegen
die
Sowjets
zu
benutzen.
Brzezinski
prahlte
1998
sogar
in
einem
Print-Interview
mit
diesem
betrügerischen
Schachzug.
Auf
die
Frage,
ob
er
seine
Rolle
bei
der
Förderung
des
Aufstiegs
islamistischen
Terrors
in
Afghanistan
bereue,
antwortete
er:
»Was
soll
ich
bereuen?
Diese
geheime
Operation
war
eine
ausgezeichnete
Idee.
Sie
hatte
den
Effekt,
dass
die
Russen
in
Afghanistan
in
eine
Falle
gelockt
wurden
—
und
Sie
wollen,
dass
ich
es
bereue?
An
dem
Tag,
an
dem
die
Sowjets
offiziell
die
Grenze
überschritten,
schrieb
ich
im
Wesentlichen
an
Präsident
Carter:
»Wir
haben
jetzt
die
Gelegenheit,
die
UdSSR
ihrem
Vietnamkrieg
zu
überlassen«.
In
der
Tat
musste
Moskau
fast
zehn
Jahre
lang
einen
Krieg
führen,
der
für
das
Regime
untragbar
war.
Ein
Konflikt,
der
zu
Demora-
lisierung
führte
und
schließlich
zum
Zerfall
des
Sowjet-
imperiums.«7
Das
sind
nicht
die
Worte
eines
Mannes,
der
sich
Gedanken
um
das
Schicksal
der
armen,
niedergeschlagenen
Muslime
Afghanistans
macht.
Es
sind
die
Worte
eines
Mannes,
der
ein
Buch
über
das
»große
Schachbrett«
geschrieben
hat
—
eines
selbsternannten
298
geopolitischen
Großmeisters,
der
mehrere
Züge
im
Voraus
plant,
während
er
seine
Bauern
über
das
Brett
manovriert,
um
den
Gegner
schachmatt
zu
setzen.
Leider
fand
das
afghanische
Volk
keinen
Frieden,
nachdem
es
seine
Rolle
als
Bauernopfer
in
diesem
imperialen
Spiel
erfüllt
hatte.
Stattdessen
bestand
seine
»Belohnung«
darin,
von
der
ersten
Reihe
aus
zusehen
zu
müssen,
wie
sein
Land
in
Chaos,
Armut
und
Bürgerkrieg
versank.
Der
Abzug
der
Sowjets
führte
zu
internen
Machtkämpfen
um
die
Kontrolle
über
Afghanistan.
Die
Macht-
übernahme
der
Taliban
in
den
1990er
Jahren
ebnete
den
Weg
für
den
Aufstieg
von
al-Qaida
—
ein
weiterer
Spielball
im
Streben
des
US-Imperiums
nach
globaler
Vorherrschaft.
Nach
den
Anschlägen
vom
11.
September
2001
führten
die
USA
eine
NATO-Invasion
und
die
Besetzung
des
Landes
an.
Zwanzig
Jahre
später
mündete
der
abrupte
und
chaotische
Abzug
der
amerikanischen
Truppen
in
der
Wiederherstellung
des
Taliban-Regimes.8
Aufgerieben
von
all
den
Unruhen
liegt
Afghanistan
heute
in
Schutt
und
Asche.
Die
Bevölkerung,
die
noch
immer
keine
echte
Unabhängigkeit
erlangen
konnte,
ist
gezeichnet
von
jahrzehntelangen
Kämpfen
und
leidet
unter
der
Zerstörung
eines
Großteils
der
Infrastruktur.
Selbst
die
afghanischen
Kollaborateure
einer
schizophrenen
US-Strategie
—
jene,
die
sich
freiwillig
als
Schachfiguren
für
das
Spiel
ihrer
Besatzer
zur
Verfügung
stellten
—
wurden
kaltblütig
geopfert,
sobald
die
Großmeister
des
Spiels
es
für
opportun
hielten.
Nehmen
wir
den
Fall
von
Zemari
Ahmadi,
einem
Afghanen,
der
in
den
letzten
Jahren
der
US-Besatzung
für
eine
amerikanische
NGO
arbeitete,
die
Lebensmittel
an
seine
unterernährten
Landsleute
lieferte.
In
den
hektischen
Tagen
vor
dem
hastigen
Rückzug
der
USA
im
Sommer
2021
verwechselte
eine
amerikanische
MQ-9
Reaper-Drohne
Ahmadis
Toyota
Corolla
—
beladen
mit
299
Wasserflaschen
zur
Verteilung
in
seiner
Nachbarschaft
—
mit
einem
mit
Sprengstoff
beladenen
Fahrzeug
von
Terroristen.
Man
gab
den
Befehl,
seinen
Wagen
zu
zerstören.
Bei
dem
Raketen-
angriff
wurden
Ahmadi
und
neun
seiner
Verwandten,
darunter
sieben
Kinder
getötet.?
Nachdem
das
Pentagon
die
Tat
zunächst
als
erfolgreiche
Anti-Terror-Operation
bezeichnete,
sah
es
sich
später
gezwungen,
einen
»tragischen
Fehler«
einzugestehen.10
Doch
nach
monatelangen
Ermittlungen
wurde
schließlich
fest-
gestellt,
dass
weder
die
Drohnenpiloten
noch
ihre
Vorgesetzten
für
diesen
»Fehler«
verantwortlich
gemacht
werden
konnten.1
Das
ist
die
Logik
der
Schachbrettpolitik.
»Freiheitskämpfer«,
die
umworben,
ausgetrickst,
bestochen
oder
überredet
wurden,
sich
einer
der
Mannschaften
auf
dem
großen
Schachbrett
an-
zuschließen,
erkennen
schließlich,
dass
sie
von
ihrem
neuen
König
verraten
und
verkauft
wurden.
Sie
stellen
fest,
dass
sie
nur
Schachfiguren
in
einem
Spiel
waren,
von
dem
sie
nicht
einmal
wussten,
dass
sie
es
spielten.
Die
Geschichte
Afghanistans
ist
keineswegs
ein
Einzelfall,
sondern
nur
eines
von
vielen
Beispielen
dafür,
wie
die
Schachbrettstra-
tegen
Bauern
rekrutieren
und
opfern,
um
ihre
geopolitischen
Ziele
zu
verfolgen.
Ein
weiteres
Beispiel
dafür,
wie
das
große
Spiel
von
Täuschung
und
Verrat
funktioniert,
liefert
uns
die
Geschichte
der
Kurden.
Als
Angehörige
einer
eigenständigen,
iranischen
Ethnie
mit
eigener
Sprache
und
Kultur,
bewohnen
die
Kurden
die
geografi-
sche
Region
Kurdistan.
Unglücklicherweise
ist
Kurdistan
kein
eigenständiger
Staat.
Stattdessen
erstreckt
sich
die
traditionelle
Heimat
dieses
Volkes
über
den
Südosten
der
Türkei,
den
Nordirak,
den
Nordwesten
Irans
und
Nordsyrien
—
über
Nationalstaaten,
in
denen
die
Kurden
weiterhin
eine
beträchtliche,
aber
politisch
300
marginalisierte
Minderheit
darstellen.
Obwohl
in
der
chaotischen
Zeit
nach
dem
Ersten
Weltkrieg
mehrere
gescheiterte
Versuche
unternommen
wurden,
kurdische
Königreiche,
Republiken
und
sowjetische
Verwaltungseinheiten
zu
etablieren,
blieben
die
Kurden
jahrhundertelang
staatenlos.
Kurden,
die
nach
Autonomie
strebten,
hatten
selten
gute
Beziehungen
zu
den
verschiedenen
Regierungen,
die
um
ihre
Diaspora
konkurrieren.
Die
Türkei
zum
Beispiel
verweigerte
bis
in
die
1980er
Jahre
jegliche
An-
erkennung
der
Kurden
als
eigenständige
Ethnie.
Als
schließ-
lich
offiziell
zugegeben
wurde,
dass
es
Kurden
in
der
Türkei
gibt,
diente
diese
Anerkennung
dem
türkischen
Militär
nur
als
Vorwand,
um
jede
Äußerung
kurdischer
Identität
rigoros
zu
unterdrücken
—
vom
Sprechen
der
kurdischen
Sprache
bis
zum
Abspielen
kurdischer
Musik.
12
Im
Irak
verschärfte
sich
der
Kampf
der
Kurden
um
Selbstbestim-
mung
in
den
1960er
Jahren
—
und
eskalierte,
mit
kurzen
Pausen,
während
des
Iran-Irak-Krieges
(1980-1988).
Die
Situation
gipfelte
in
einer
genozidalen,
antikurdischen
Kampagne,
!3
während
der
die
Baath-Regierung
unter
Saddam
Hussein
Bodenoffensiven,
Luftangriffe,
systematische
Zerstörung
von
Siedlungen,
Mas-
sendeportationen,
Erschießungskommandos
und
chemische
Waffen
einsetzte.14
Die
Chemiewaffen
waren
selbstredend
nicht
irakischen
Ursprungs.
Sie
wurden
Saddams
Truppen
großzügig
von
den
Regierungen
der
USA,
Großbritanniens,
Deutschlands
und
Frankreichs
zur
Verfügung
gestellt.15
Saddams
Feldzug
führte
zum
Tod
von
182.000
Kurden.16
Angesichts
der
turbulenten
Geschichte
der
Kurden
ist
es
kaum
verwunderlich,
dass
diese
in
den
letzten
Tagen
des
Golfkriegs
dem
berüchtigten
Aufruf
des
damaligen
US-Präsidenten
George
H.
W.
Bush
folgten,
»das
irakische
Volk
solle
die
Sache
selbst
in
die
301
Hand
nehmen
und
den
Diktator
Saddam
Hussein
zum
Rücktritt
zwingen«.17
Da
die
Kurden
diese
Erklärung
als
implizite
Garantie
dafür
verstanden,
dass
das
US-Militär
—
das
Saddams
Truppen
in
den
letzten
Tagen
des
Golfkriegs
bereits
in
die
Flucht
geschlagen
hatte
—
hinter
ihnen
stehen
würde,
bemalten
sich
die
kurdischen
Bauern
mit
den
Farben
von
Team
USA
und
nahmen
pflichtbewusst
ihren
Platz
auf
dem
Schachbrett
ein.
Doch
der
Aufstand
im
Irak
war
nur
eine
weitere
zynische
List
der
Schachbrett-Strategen
des
US-Imperiums.
Bushs
mitreißendes
Versprechen,
die
kurdische
Sache
zu
unterstützen,
erwies
sich
als
ebenso
manipulativ
und
betrügerisch
wie
Brzezinskis
Versprechen
an
die
Afghanen.
Kaum
hatten
die
Kurden
zu
den
Waffen
gegriffen,
wurden
sie
von
irakischen
Hubschraubern,
Saddams
Langstreckenartillerie
und
gepanzerten
Bodentruppen
brutal
niedergemetzelt.
Präsident
Bush
sah
diesem
Angriff
nur
zu
und
weigerte
sich,
den
Aufstand
zu
unterstützen,
den
er
zuvor
selbst
angezettelt
hatte.
18
Es
sollte
nicht
das
letzte
Mal
sein,
dass
die
kurdischen
Schach-
figuren
leichtfertig
zugunsten
des
amerikanischen
Imperiums
geopfert
wurden.
In
einem
Artikel
aus
dem
Jahr
2019
identifizierte
der
Forscher
Jon
Schwarz
nicht
weniger
als
acht
verschiedene
Fälle,
in
denen
die
US-Regierung
die
Kurden
verriet.1?
Zu
den
Tiefpunkten
dieser
Geschichte
gehört
ein
geheimes
Abkommen
zwischen
Henry
Kissinger
und
dem
Schah
von
Iran
aus
den
1970er
Jahren,
das
die
irakischen
Kurden
gerade
so
weit
bewaffnen
sollte,
dass
sie
Saddams
Regierung
schwächen,
aber
nicht
so
weit
bringen
konnten,
dass
sie
tatsächlich
Unabhängigkeit
erlangen.20
Zum
Portfolio
amerikanischen
Verrats
gehört
auch,
dass
die
Neokonservativen
die
Kurden
als
bequeme
Rechtfertigung
für
die
illegale
Invasion
im
Irak
im
Jahr
2003
benutzten.
Von
all
den
verabscheuungswürdigen
Taten
in
den
Annalen
der
Ausbeutung
302
der
Kurden
durch
das
Imperium
war
das
vielleicht
die
schäbigste.
Als
die
Neokonservativen
2002
argumentierten,
dass
ihr
neu
gestarteter
»Krieg
gegen
den
Terror«
einen
Regierungswechsel
in
Bagdad
mit
sich
bringen
würde,
griffen
amerikanische
Medien
die
kurdische
Sache
wieder
auf.
Sie
behaupteten,
dass
Saddam
Husseins
Verbrechen
an
den
Kurden
eine
humanitäre
Recht-
fertigung
für
die
Invasion
des
Irak
darstelle.21
Die
Kurden
jedoch,
die
zu
diesem
Zeitpunkt
zu
Recht
misstrauisch
gegenüber
dem
US-Establishment
waren,
verlangten
die
Zusicherung,
dass
sie
nicht
erneut
im
Stich
gelassen
würden,
wenn
sie
gegen
Saddam
zu
den
Waffen
griffen.
Diese
Zusicherung
kam
2003
in
Form
einer
dramatischen
Debatte,
die
der
Sender
C-SPAN
übertrug.
Der
neo-
konservative
Hardliner
Bill
Kristol
—
unterstützt
von
seinem
unerwarteten
Genossen
Christopher
Hitchens
—-
versicherte
den
Zuschauern,
dass
die
USA
ihre
kurdischen
Verbündeten
dieses
Mal
nicht
verraten
würden:
»We
will
not.
We
will
not!«.22
Es
überrascht
sicherlich
nicht,
dass
auch
diese
Zusicherung
eine
unverfrorene
Lüge
war.
Nur
vier
Jahre
nach
seiner
leiden-
schaftlichen
Rede
bei
C-SPAN
veröffentlichte
derselbe
Bill
Kristol
einen
Artikel
in
seiner
Zeitschrift
The
Weekly
Standard,
in
dem
er
erklärte,
warum
es
dieses
Mal
absolut
notwendig
sei,
die
Kurden
zu
verraten.23
Immer
wieder
vertrauten
die
Kurden
den
Lügen
amerikanischer
Außenpolitiker
—
und
wurden
mit
schmutzigen
Tricks
und
Verrat
belohnt.
So
dient
diese
Ethnie
als
eindringliche
Warnung,
niemals
den
Versprechen
eines
Schachbrettkönigs
zu
vertrauen.
Denn
er
wird
seine
loyalen
Schachfiguren
opfern,
wann
immer
es
seinen
langfristigen
geopolitischen
Zielen
dient.
Es
gibt
noch
viele
weitere
Bauern
auf
dem
Schachbrett,
deren
Geschichten
es
verdienen,
erzählt
zu
werden.
So
ist
auch
die
303
Ukraine
ein
Paradebeispiel
für
das
geopolitische
Schachspiel
des
21.
Jahrhunderts.
Eingepfercht
zwischen
amerikanischen
und
russischen
Großmeistern,
befinden
sich
die
Ukrainer
—
wie
die
Kurden,
die
Afghanen
und
unzählige
andere
im
Laufe
der
Geschichte
—
im
Fadenkreuz
des
Imperiums,
allein
weil
sie
das
Pech
haben,
ein
begehrtes
Feld
auf
dem
Schachbrett
zu
besetzen.
Und
—
wie
all
die
Schachfiguren
im
imperialen
Spiel
-
lernen
die
Menschen
in
der
Ukraine
gerade,
dass
die
Versprechen
ihrer
Möchtegern-Könige
weder
Sicherheit
noch
Unabhängigkeit
garantieren.
Stattdessen
handelt
es
sich
um
Todespakte,
für
die
sich
einfache
Ukrainer
zugunsten
ausländischer
Mächte
auf
dem
Schachbrett
opfern
müssen.
So
düster
dieses
Bild
auch
sein
mag,
es
bietet
uns
zumindest
eine
greifbare
Erklärung
für
die
geopolitischen
Machenschaften,
die
um
uns
herum
stattfinden.
Kurz
gesagt
zeigt
uns
die
Analogie
von
Schach
und
Politik
eindringlich,
dass
Imperien
nichts
anderes
wollen,
als
das
Schachspiel
zu
gewinnen.
Die
Analogie
erinnert
uns
daran,
dass
die
verschiedenen
geopolitischen
Fraktionen
nur
gegeneinander
kämpfen,
um
sich
die
Kontrolle
über
dieses
oder
jenes
Feld
des
Bretts
zu
sichern.
Doch
wer
mit
der
unter-
drückten,
konspirativen
Realität
der
Geschichte
vertraut
ist,
weiß,
dass
dies
keine
exakte
Darstellung
der
komplexen
Realität
ist.
Denn
wie
soll
ein
simples,
zweidimensionales
Schachbrett
schon
die
Details
eines
Kampfes
um
globale
Kontrolle
zwischen
so
vielen,
um
Kontrolle
wetteifernden
Akteuren
abbilden
können?
Das
funktioniert
natürlich
nicht.
Mit
einem
dreidimensionalen
Schachbrett
dagegen
klappt
das
ganz
gut.
304
Wie
Man
3D-Schach
Spielt
Vermutlich
sind
wir
inzwischen
alle
mit
herkömmlichem
Schach
vertraut
—
sowohl
mit
dem
eigentlichen
Spiel
als
auch
mit
dem
globalen,
geopolitischen
Wettstreit,
den
wir
gerade
beleuchtet
haben.
Wenn
wir
diese
Metapher
weiterentwickeln
wollen,
müssen
wir
jedoch
eine
weitere
Variante
des
Spiels
in
Betracht
ziehen
—
das
dreidimensionale
Schach.
Wenn
es
ihnen
geht
wie
mir,
verbinden
sie
3D-Schach
mit
der
Science-Fiction-Serie
»Star
Trek«.
In
der
zweiten
Pilotfolge
von
1966,
»Wo
noch
kein
Mensch
zuvor
gewesen
ist«,
lernten
die
Trekkies
ein
futuristisch
anmutendes,
mehrstufiges
3D-Schach-
brett
kennen.24
Vermutlich
haben
sie
aber
noch
nie
davon
gehört,
dass
ein
tatsächlich
funktionierendes,
dreidimensionales
Schach-
brett
bereits
mehr
als
ein
Jahrhundert
zuvor,
nämlich
im
Jahr
1851
konstruiert
wurde.
Damals
stellte
der
baltisch-deutsche
Großmeister
Lionel
Kieseritzky
seine
eigene
kubische
Version
des
Spiels
mit
den
Maßen
acht
mal
acht
mal
acht
(8x8x8)
vor
—
und
zwar
dem
deutschen
Großmeister
Adolf
Anderssen.
Beim
ersten
internationalen
Schachturnier
in
London.
Diese
Version
des
Spiels,
die
den
Namen
»Kubikschack«
trug,
hatte
die
Form
eines
großen
Glaskastens,
der
in
kleine
würfelförmige
Felder
unterteilt
war,
in
denen
die
Schachfiguren
an
Fäden
aufgehängt
waren.
Während
seiner
Demonstration
soll
Kieseritzky
aufgeregt
ausgerufen
haben:
»Ich
werde
den
schwarzen
König
von
oben
mit
dem
weißen
Springer
mattsetzen!«
—
und
genau
das
tat
er.25
Eine
ganze
Reihe
von
Schachliebhabern
hat
in
den
anderthalb
Jahrhunderten
seit
Kieseritzkys
dramatischer
Demonstration
ihre
eigenen
3D-Schachvarianten
entwickelt.
Doch
alle
diese
Varianten
folgen
den
gleichen
Prinzipien.
Wie
beim
zweidimensionalen
305
Spiel,
das
wir
alle
kennen,
bewegen
3D-Spieler
ihre
Figuren
auf
dem
Brett
(oder
sollte
man
besser
»Würfel«
sagen?)
und
versuchen,
den
König
des
Gegners
schachmatt
zu
setzen.
Im
Gegensatz
zum
2D-Spiel
ermöglicht
das
3D-Schach
den
Spielern,
ihre
Figuren
durch
die
dritte
Dimension
zu
bewegen.
Sie
können
auf
die
Figuren
des
Gegners
»hochspringen«
oder
»fallen«.
Diese
Züge
sorgen
für
ein
zusätzliches
Maß
an
Spannung
für
die
Spieler,
die
sich
nun
nicht
nur
der
Figuren
bewusst
sein
müssen,
die
sie
von
den
Seiten
bedrohen,
sondern
auch
der
Figuren
über
oder
unter
ihnen
—
also
Figuren,
die
für
Spieler,
die
auf
einer
zweidimensionalen
Ebene
denken,
unsichtbar
sind.
Stellen
sie
sich
nun
vor,
sie
wären
eine
der
Figuren
in
einem
dreidimensionalen
Spiel
—
ein
Bauer
oder
ein
Turm
-
und
denken,
sie
würden
eine
normale
Partie
2D-Schach
spielen.
Wenn
sie
die
Figuren
über
und
unter
sich
nicht
sehen
können,
wären
sie
natür-
lich
schockiert
und
verwirrt
über
die
Ereignisse,
die
sich
auf
ihrem
zweidimensionalen
Brett
abspielen.
»Woher
kommt
diese
Figur?
Wer
kontrolliert
sie?
Warum
ist
sie
dort
aufgetaucht?«.
Aber
sobald
sie
sich
der
dritten
Dimension
des
Spielfelds
bewusstwerden,
können
sie
sich
auch
vorstellen,
wie
anders
sie
dieses
Spiel
wahr-
nehmen
würden.
Dies
ist
kein
bloßes
Gedankenexperiment.
Wie
sich
zeigen
wird,
ist
eine
Analogie
zum
3D-Schach
tatsächlich
der
beste
Weg,
um
die
moderne
Version
des
uralten
geopolitischen
Schachspiels
der
Imperialisten
zu
verstehen.
Hier
ist
der
Grund:
Bisher
haben
wir
darüber
nachgedacht,
wie
die
Machenschaften
der
Strategen
des
Imperiums
(nach
ihrer
eigenen
Einschätzung)
einer
Reihe
von
Schachzügen
auf
einem
großen
Schachbrett
ähneln.
Aber
jeder,
der
das
wahre
Wesen
von
Geopolitik
studiert
hat,
weiß,
dass
das
imperialistische
Schachbrett
keine
zweidimensionale
Spielfläche
ist,
auf
der
306
Nationalstaaten
gegen
Nationalstaaten
um
Vorherrschaft
kämpfen.
Vielmehr
handelt
es
sich
um
ein
dreidimensionales
Spiel,
in
dem
verborgene
Akteure
und
zwielichtige
Kräfte
das
Geschehen
auf
eine
Weise
manipulieren,
die
für
diejenigen,
die
das
Spiel
auf
der
2D-Ebene
beobachten,
unverständlich,
beziehungsweise
unsichtbar
bleibt.
Diese
Sichtweise
auf
Politik
kann
man
als
verschwörungsrealistische
Perspektive
bezeichnen.
Früher
war
diese
auf
die
Randbereiche
des
öffentlichen
Diskurses
beschränkt.
Thematisierte
man
zum
Beispiel
die
Rolle
der
Bilderberg-Gruppe
bei
der
Entstehung
der
Europäischen
Union,
ein
Fakt,
der
voll-
ständig
belegbar
und
zweifelsohne
korrekt
ist
(siehe
»Warum
wir
Bilderberg
entgegentreten
müssen«),
wurde
dies
als
»Ver-
schwörungstheorie«
abgetan
und
bei
ernsthaften
historischen
sowie
politischen
Diskussionen
ausgeschlossen.
Doch
in
den
letzten
Jahren
haben
wir
eine
dramatische
Verschiebung
bezüg-
lich
solcher
Diskussionen
erlebt.
Zahlreiche
Autoren
haben
in
Büchern
großer
Verlage
das
Gespenst
des
»tiefen
Staates«
herauf-
beschworen.
Mainstream-Interviewer
führten
Gespräche
über
den
tiefen
Staat
beim
Public
Broadcasting
Service
(PBS).
Sogar
die
Weltbank
veröffentlichte
Blogbeiträge,
die
thematisieren,
wie
sich
der
»Deep
State«
darauf
vorbereitet,
der
»Rechenschafts-
revolution«
zu
begegnen.
Anstatt
die
Existenz
des
Deep
State
zu
leugnen,
weisen
Leitartikel
in
führenden
Zeitungen
nun
sogar
darauf
hin,
dass
das
»Establishment«
des
Landes
offen
eine
Herr-
schaft
durch
den
Tiefenstaat
befürwortet.26
Jetzt,
da
das
Marionettenspiel
des
tiefen
Staates
hinter
den
Ku-
lissen
eine
offen
anerkannte
Realität
ist,
scheint
es
offensichtlich,
dass
unser
bisheriges,
zweidimensionales
Verständnis
von
Politik
—
in
dem
»Team
Amerika«
gegen
»Team
Russland«
um
dieses
oder
307
jenes
Feld
des
Schachbretts
kämpft
—
einer
Aktualisierung
bedarf.
Schließlich
deutet
schon
der
Begriff
»Tiefenstaat«
darauf
hin,
dass
dieses
politische
Gebilde
eine
zusätzliche
Dimension
besitzt.
Es
ist
nichts,
was
auf
der
regulären
2D-Ebene
der
Politik
statt-
findet,
sondern
etwas
»Tieferes«.
Etwas,
das
sich
unterhalb
der
oberflächlichen,
vereinfachenden
Links/Rechts-,
Rot/Blau-
und
NATO/BRICS-Dichotomien
abspielt,
die
etablierte
Medien
als
Realität
darstellen.
Denken
sie
nur
an
den
Kalten
Krieg.
Aus
der
2D-Perspektive
klingt
die
Geschichte,
so
wie
sie
im
Westen
dargestellt
wird,
ziemlich
einfach:
Die
USA
kontrollierten
die
weißen
Figuren,
die
Sowjets
die
schwarzen.
Und
diese
beiden
gut
aufeinander
abgestimmten
Gegner
kämpften
jahrzehntelang
—
vor
allem
in
Afghanistan,
Vietnam
und
anderen
»peripheren«
Bereichen
des
Bretts
-
bevor
das
Spiel
zu
teuer
wurde
und
die
sowjetische
Mannschaft
aufgab.
Ende.
Doch
diese
zweidimensionale
Sicht-
weise
greift
bei
der
Beschreibung
der
tatsächlichen
Ereignisse
des
20.
Jahrhunderts
zu
kurz
und
wirft
eine
Vielzahl
scheinbar
unlösbarer
Fragen
auf:
Wenn
westliche
Regierungen
wirklich
einen
existenziellen
Kampf
gegen
die
Sowjets
führten,
warum
unterstützten
sie
die
Sowjets
dann
mit
Technologietransfers
—
und
zwar
nicht
nur
in
den
frühen
Stadien
der
bolschewistischen
Revolution,27
sondern
auch
mitten
im
Kalten
Krieg?28
Warum
belieferte
und
rüstete
die
US-Regierung
ihre
einstigen
Rivalen
während
dieses
angeblichen
Krieges
wei-
terhin
über
ein
Leih-
und
Pachtprogramm
aus?
Ein
Programm,
das
sowohl
atomare
Informationen
als
auch
Uran
nach
Sowjet-
russland
transferierte?2?
Warum
stellten
amerikanische
Konzerne
Mittel
für
die
Schaffung
der
sowjetischen
Kriegsmaschinerie
zur
Verfügung?39
Warum
durfte
die
Ford
Motor
Company
1929
einen
308
Vertrag
mit
der
Sowjetunion
unterzeichnen,
um
technische
Hilfe
beim
Aufbau
von
Automobilproduktionslinien
im
Gorki-Automobil-
werk
zu
leisten?31
Schließlich
pries
die
sowjetische
Presse,
wie
der
Historiker
Antony
Sutton
in
seiner
Studie
»Western
Techno-
logy
and
Soviet
Economic
Development«
dokumentiert,
offen
die
militärischen
Produktionskapazitäten
des
Werks
an.
Tatsächlich
wurden
»Gorki-Militärfahrzeuge
später
eingesetzt,
um
Amerikaner
in
Korea
und
Vietnam
zu
töten«.32
Warum
entwarf
das
Industrie-
architekturbüro
von
Albert
Kahn,
dem
Architekten
von
Henry
Ford,
die
Wolgograd
Tractor
Plant,33
eine
Panzerproduktionsanlage,
die
aus
Stahl
gebaut
wurde,
der
in
New
York
von
der
McClintic-
Marshall
Company
in
einem
von
amerikanischen
Ingenieuren
beaufsichtigten
Bauprozess
hergestellt
wurde?34
Und
warum
hat
die
Regierung
Johnson
ihre
eigenen
Exportkontrollgesetze
außer
Kraft
gesetzt,
um
mehreren
US-Unternehmen
zu
erlauben,
mit
Fiat
beim
Bau
des
Wolgograder
Automobilwerks
in
den
späten
1960er
Jahren
zusammenzuarbeiten?
Wie
Sutton
einmal
mehr
dokumentiert,
stammten
nicht
nur
wesentliche
Bestandteile
der
hochspezialisierten
Ausrüstung
des
Werks
—
von
Gießereima-
schinen
und
Wärmebehandlungsanlagen
über
Transferlinien
für
Motorenteile
bis
hin
zu
Maschinen
für
Karosserieteile
—
von
US-Zulieferern,
das
Werk
in
Wolgograd
verfügte
auch
über
weithin
bekanntes,
militärisches
Potenzial.
Es
war
auf
dem
Höhepunkt
des
Vietnamkriegs
errichtet
worden,
in
dem
»die
Nordvietnamesen
80
Prozent
ihres
Nachschubs
aus
der
Sowjetunion
erhielten«.35
Auf
diese
Fragen
gibt
es
Antworten.
Aber
wir
werden
sie
nicht
finden,
wenn
wir
uns
das
2D-Schachbrett
ansehen.
Was
aus
der
zweidimensionalen
Perspektive
verwirrend
erscheint,
wird
offen-
sichtlich,
wenn
man
die
dritte
Dimension
des
Spiels
berücksichtigt.
Im
Falle
des
Kalten
Krieges
wurde
diese
dritte
Dimension
von
einer
Clique
mächtiger
Oligarchen
besetzt,
die
enormen
Reichtum
309
und
weltpolitischen
Einfluss
zu
ihrem
Vorteil
nutzten.
Sie
ließen
Schachfiguren
an
strategischen
Punkten
auf
das
Brett
fallen,
um
hier
einen
Konflikt
zu
verlängern
oder
ihn
dort
zu
beenden.
Diese
3D-Spieler,
die
niemand
sah,
der
nur
die
Figuren
auf
dem
2D-Schachbrett
beobachtete,
konnten
das
Spiel
nach
Belieben
manipulieren.
Sie
benutzten
den
Begriff
»Verschwörungstheore-
tiker«
-
ein
von
der
CIA
erfundenes
Schimpfwort,
das
ursprünglich
dazu
gedacht
war,
Neugierige
davon
abzuhalten,
die
Rolle
des
Tiefenstaates
bei
der
Ermordung
von
JFK36
zu
untersuchen
—
um
jeden
zu
verhöhnen,
der
es
wagte,
über
die
zweite
Dimension
hinauszublicken,
um
die
im
Spiel
gemachten
Schritte
zu
erklären.
Natürlich
gilt
diese
3D-Analyse
nicht
nur
für
den
Kalten
Krieg.
Lassen
sie
uns
dieses
neu
gewonnene
Verständnis
der
dritten
politischen
Dimension
daher
nutzen,
um
das
Phänomen
des
Terrorismus
unter
falscher
Flagge
zu
untersuchen.
Aus
der
2D-
Perspektive
betrachtet,
hinterlässt
uns
die
offizielle
Geschichte
des
Aufstiegs
der
Terrororganisation
al-Qaida
und
des
darauf
folgenden
Angriffs
auf
die
Vereinigten
Staaten
am
11.
September
2001
nämlich
mit
mehr
Fragen
als
Antworten:
Wie
konnte
Osama
bin
Laden
(und
damit
auch
al-Qaida
als
später
von
ihm
gegründete
Organisation)
von
einem
amerikanischen
Verbündeten
während
des
sowjetisch-afghanischen
Krieges
—
man
beachte,
dass
sowohl
die
BBC,37
als
auch
der
britische
Journalist
Simon
Reeve38
und
der
britische
Außenminister
Robin
Cook3?
erklärten,
die
USA
habe
Bin
Laden
in
den
1980ern
finanziert
und
unterstützt
—
2001
erst
zum
Todfeind
Amerikas
und
in
den
2010er
Jahren
wieder
zum
Verbündeten
werden?40
Wie
konnte
eine
zu-
sammengewürfelte
Gruppe
von
afghanischen
Außenseitern
eine
derart
präzise,
koordinierte
Attacke
auf
die
Luftverteidigung
der
größten
Supermacht
der
Welt
durchführen
—
und
das
nicht
nur
einmal,
sondern
gleich
viermal
innerhalb
eines
einzigen
Tages?
310
Und
warum
versagte
Amerikas
Defensive
am
11.
September
komplett,
obwohl
es
zahlreiche
Hinweise
darauf
gab,
dass
ein
Anschlag
unmittelbar
bevorstand?41
Wieder
einmal
ergibt
das,
was
aus
der
2D-Perspektive
rätselhaft
wirkt,
erst
Sinn,
wenn
wir
in
dreidimensionalen
Kategorien
denken
und
erkennen,
dass
verborgene
Kräfte
(der
»Deep
State«)
in
der
Lage
waren,
Elemente
sowohl
der
amerikanischen
Regie-
rung
als
auch
der
al-Qaida
zu
kontrollieren.
Sobald
wir
begreifen,
dass
alle
Fälle
von
False-Flag-Terrorismus
im
Laufe
der
Geschichte
auf
das
Wirken
verdeckter
Kräfte
zurückgehen,
die
Mitglieder
ihres
eigenen
Teams
angegriffen
haben
—
vom
inszenierten
Angriff
auf
finnische
Grenzposten,
der
1788
den
Russisch-Schwedischen
Krieg
auslöste,
über
den
Mukden-Vorfall,
der
1931
die
japanische
Besetzung
der
Mandschurei
rechtfertigte,
bis
zu
den
Bombenan-
schlägen
auf
Wohnungen,
die
199942
die
russische
Unterstützung
für
Putins
Krieg
in
Tschetschenien
mobilisierten
—
wird
deut-
lich,
dass
nur
eine
3D-Analyse
dieses
Phänomen
befriedigend
erklären
kann.
Wir
könnten
unser
3D-Verständnis
natürlich
auch
nutzen,
um
die
vielen
Fragen
zu
beantworten,
die
sich
aus
dem
neuen
Kalten
Krieg
ergeben,
der
sich
zwischen
China
und
den
USA
abzeichnet.
Warum
verkündete
Yale
News
1972
ohne
Umschweife,
dass
»Mao
Tse
Tung
ohne
die
Unterstützung
von
Yale
vielleicht
nie
aus
der
Versenkung
aufgestiegen
wäre,
um
China
zu
fithren?«43
Warum
begab
sich
David
Rockefellers
politischer
Vertrauter
Henry
Kis-
singer
im
Juli
1971
auf
eine
geheime
diplomatische
Mission
nach
China,
um
die
Normalisierung
der
amerikanisch-chinesischen
Beziehungen
vorzubereiten44
—
während
gleichzeitig
chinesische
Truppen
den
Vietcong
in
ihrem
Kampf
gegen
die
amerikanischen
Streitkräfte
in
Vietnam
unterstützten?45
Warum
wurde
dieser
311
strategische
Schachzug
vom
großen
Schachbrettmeister
Zbigniew
Brzezinski
gelobt,
der
als
Kissingers
Rivale
auf
der
»anderen
Seite
des
Ganges«
des
außenpolitischen
Establishments
galt?46
Warum
setzte
Brzezinski
die
Normalisierung
der
Beziehungen
energisch
fort,
als
er
1977
das
Amt
des
Nationalen
Sicherheits-
beraters
unter
Präsident
Jimmy
Carter
übernahm?47
Warum
versammelte
David
Rockefeller
im
Juni
1980
»leitende
Angestellte
von
fast
300
großen
US-Unternehmen«
im
Penthouse
des
Chase
Manhattan
Bank
Building
zu
einem
Treffen
mit
Rong
Yiren,
dem
Vorsitzenden
der
staatlichen
China
International
Trust
Invest-
ment
Corporation?48
Warum
nutzte
Rockefeller
dieses
Treffen,
um
ein
Abkommen
zwischen
der
chinesischen
Regierung,
der
Bank
of
China
und
der
Chase
Manhattan
Bank
zu
formalisieren,
das
»die
Bereiche
der
chinesischen
Wirtschaft
identifiziert
und
definiert,
die
am
empfänglichsten
für
amerikanische
Techno-
logie
und
Kapitalzufuhr
sind«?
Außerdem:
Warum
verpflichtete
sich
Chase,
»bestimmte
amerikanische
Firmen
zu
rekrutieren,
die
sowohl
Knowhow
als
auch
das
Kapital«
für
diese
Infusion
bereitstellten?49
Warum
eröffneten
DuPont,
Ford,
General
Electric,
General
Motors,
IBM,
Intel,
Lucent
Technologies,
Microsoft,
Motorola,
Rohm
&
Haas
und
andere
westliche
Technologie-
und
Industriekonzerne
in
den
1980er
und
1990er
Jahren
Forschungs-
und
Entwicklungs-
einrichtungen
in
China?50
Warum
verstießen
amerikanische
Unternehmen
in
den
1990er
Jahren
aktiv
gegen
geltendes
Recht,
indem
sie
die
chinesische
Regierung
bei
ihrem
ballistischen
Raketenprogramm
unterstützten?!
Warum
ähneln
so
viele
hoch-
moderne
Hightech-Geräte
im
chinesischen
Militärarsenal
-
vom
Stealth-Fighter
Shenyang
J-31
der
fünften
Generation
über
den
unbemannten
Heli
Sunward
SVU-200
Flying
Tiger
bis
hin
zum
Dongfeng
EQ2050
(bekannt
als
»Chinese
Humvee«)
—rein
zufällig
312
der
amerikanischen
Militärtechnologie?52
Und
warum
hält
sich
diese
»chinesische«
Technologie
so
strikt
an
militärische
Spezi-
fikationen
der
USA,
dass
sie
ihren
chinesischen
Nutzern
sogar
Informationen
in
englischer
Sprache
anzeigt?
Eine
Kuriosität,
die
selbst
das
standhaft
gegen
Verschwörungstheorien
eintretende
Magazin
Popular
Mechanics
dazu
veranlasste,
darüber
nachzu-
denken,
»ob
Software
und
andere
Technologie,
die
ursprünglich
aus
den
Vereinigten
Staaten
und
anderen
westlichen
Ländern
stammt,
auf
chinesischen
Militärflugzeugen
fliegt
oder
nicht«.33
Und
wieder
werden
wir
keine
Antworten
auf
unsere
Fragen
finden,
wenn
wir
das
Schachspiel
als
einen
direkten
Konflikt
auf
einem
zweidimensionalen
Spielbrett
sehen.
Wenn
wir
jedoch
eine
3D-Alternative
postulieren
—
nämlich
jene,
dass
es
verborgene
Mächte
gibt,
die
finanzielle,
wirtschaftliche
und
militärische
Ressourcen
einsetzen,
die
aus
der
2D-Perspektive
nicht
sichtbar
sind
—
geht
uns
ein
Licht
auf.
Plötzlich
ergibt
das
alles
irgendwie
Sinn.
Aber
wer
sind
diese
3D-Spieler?
Es
sind
Menschen
in
Macht-
und
Einflusspositionen,
die
weder
»Team
West«
noch
»Team
Ost«
angehören.
Sie
sind
nicht
»Team
Amerika«,
»Team
China«
oder
»Team
Russland«.
Sie
identifizieren
sich
nicht
mit
dem
»Team
NATO«
oder
dem
»Team
BRICS«
oder
irgendeinem
anderen
Nationalstaat,
Militärbündnis
oder
einer
regionalen
Gruppierung.
Stattdessen
gilt
ihre
Loyalität
ihren
Kollegen
der
internationalen
Oligarchie.
Denn
diese
Oligarchen
verbindet
vor
allem
eine
ähnliche
Denkweise.
Ihr
Ziel
ist
es
nicht,
dieses
oder
jenes
Feld
des
Schachbretts
zu
kontrollieren
—
sondern
den
Verstand
der
Massen.
Indem
sie
die
Öffentlichkeit
mit
patriotischer
Propaganda
überziehen
und
andere
Teile-
und-Herrsche-Taktiken
anwenden,
hoffen
sie,
ihre
Position
ultimativer
Macht
zu
festigen.
Damit
die
Rolle
dieser
Akteure
313
des
Tiefenstaates
bei
der
Manipulation
des
3D-Schachbretts
nicht
als
Verschwörungstheorie
abgetan
wird,
muss
man
darauf
hin-
weisen,
dass
die
Existenz
dieser
Clique
von
Oligarchen
keineswegs
auf
Spekulation
beruht.
Denn
im
Laufe
der
Jahrzehnte
haben
verschiedene
Insider
und
Vertraute
offen
darüber
geschrieben,
Mitglied
dieser
Clique
zu
sein.
Im
Jahr
1928
schrieb
zum
Beispiel
Edward
Bernays
—
Sigmund
Freuds
amerikanischer
Neffe
und
der
Mann,
den
die
New
York
Times
als
»Vater
der
Offentlichkeitsarbeit«54
bezeichnete
—
nicht
nur
über
die
Existenz
dieser
Gruppe,
sondern
auch
über
deren
verborgenen
Einfluss
auf
die
Gesellschaft:
»Die
bewusste
und
intelligente
Manipulation
der
organi-
sierten
Gewohnheiten
und
Meinungen
der
Massen
ist
ein
wichtiges
Element
der
demokratischen
Gesellschaft.
Diejenigen,
die
diesen
unsichtbaren
Mechanismus
der
Gesellschaft
manipulieren,
bilden
eine
unsichtbare
Regierung,
die
die
wahre
herrschende
Macht
unseres
Landes
ist«.33
Vier
Jahrzehnte
später
konkretisierte
Carroll
Quigley
—
ein
renommierter
Geschichtsprofessor,
den
Bill
Clinton
wahrend
seines
Studiums
an
der
Georgetown
University
als
Mentor
be-
trachtete56
—
Bernays‘
Behauptung.
In
seinem
1966
erschienenen
Opus
»Tragodie
und
Hoffnung:
Eine
Geschichte
der
Welt
in
unserer
Zeit«
bestätigte
Quigley,
dass
eine
solche
»unsichtbare
Regierung«
tatsächlich
existiert.
Er
behauptete
weiter,
dass
dieses
»Netzwerk,
wie
Quigley
den
Kreis
der
Machthaber
nannte,
ihm
Zugang
zu
seinen
geheimen
Archiven
gewährt
habe,
wo
er
Beweise
fand,
die
einige
der
»konspirativen«
Behauptungen
rechter
Parti-
sanen
bestätigten:
314
»Es
gibt
ein
internationales
anglophiles
Netzwerk,
und
zwar
seit
einer
Generation,
das
in
gewisser
Weise
so
arbeitet,
wie
die
radikale
Rechte
glaubt,
dass
die
Kommunisten
handeln.
In
der
Tat
hat
dieses
Netzwerk,
das
wir
als
»Round
Table
Groups«
bezeichnen
können,
keine
Abneigung
gegen
die
Zusammenarbeit
mit
den
Kommunisten
oder
irgendeiner
anderen
Gruppe
und
tut
dies
häufig.
Ich
weiß
von
der
Funktionsweise
dieses
Netzwerks,
weil
ich
es
zwanzig
Jahre
lang
studiert
habe
und
es
mir
Anfang
der
1960er
Jahre
zwei
Jahre
lang
gestattet
wurde,
seine
Papiere
und
geheimen
Aufzeich-
nungen
zu
untersuchen.
Ich
habe
keine
Abneigung
gegen
sie
oder
gegen
die
meisten
ihrer
Ziele
und
habe
die
meiste
Zeit
meines
Lebens
ihnen
und
vielen
ihrer
Instrumente
nahegestanden.
Ich
habe
sowohl
in
der
Vergangenheit
als
auch
in
jüngster
Zeit
Einwände
gegen
einige
ihrer
Positionen
erhoben
(...),
aber
im
Allgemeinen
besteht
die
Meinungsverschiedenheit
darin,
dass
die
Gruppe
unbekannt
bleiben
möchte,
und
ich
glaube,
dass
ihre
Rolle
in
der
Geschichte
bedeutend
genug
ist,
um
bekannt
zu
werden.«57
Spulen
wir
vier
Jahrzehnte
vor,
finden
wir
eine
dritte
Bestä-
tigung
eines
Insiders.
Dieses
Mal
von
David
Rothkopf,
einem
Beamten
der
Regierung
Clinton,
der
nach
seinem
Ausscheiden
aus
dem
öffentlichen
Dienst
als
Geschäftsführer
von
Henry
Kissingers
Beratungsfirma
Kissinger
Associates
tätig
war.
In
seinem
Buch
von
2008,
»Superclass:
The
Global
Power
Elite
and
the
World
They
Are
Making«,
enthüllte
Rothkopf
die
Existenz
einer
elitären
Gruppe
von
sechstausend
Personen,
die
in
der
Lage
ist,
finanzielle
und
politische
Pläne
über
internationale
Grenzen
hinweg
umzusetzen:
315
»In
den
letzten
Jahrzehnten
ist
eine
globale
Elite
entstanden,
die
weitaus
mehr
Macht
hat
als
jede
andere
Gruppe
auf
dem
Planeten.
Jedes
Mitglied
dieser
Superklasse
hat
die
Fähigkeit,
das
Leben
von
Millionen
von
Menschen
in
mehreren
Ländern
weltweit
zu
beeinflussen.
Jeder
übt
diese
Macht
aktiv
aus
und
verstärkt
sie
oft
durch
die
Entwicklung
von
Beziehungen
zu
anderen
in
dieser
Klasse.«58
Wohlgemerkt,
dies
sind
nur
einige
der
vielen
Behauptungen,
die
Insider
des
Tiefenstaates
und
3D-Schachspieler
bereit
sind,
zu
Papier
zu
bringen
oder
in
Interviews
zu
enthüllen.
Wir
können
uns
also
nur
fragen,
was
bei
den
Treffen
der
Trilateralen
Kom-
mission,
des
Bohemian
Grove,
der
Bilderberger
oder
bei
einem
der
anderen
globalistischen
Geheimtreffen
diskutiert
wird.
Einige
seltene
Ausschnitte
solcher
privaten
Gespräche
hinter
verschlossenen
Türen
sind
aber
durchgesickert.
Einer
davon
ist
(Überraschung,
Überraschung!)
eine
Schach-Analogie.
So
be-
richteten
die
Investigativ-Journalisten
Bob
Woodward
und
Carl
Bernstein
1976,
dass
Kissinger
»uns
Militärs
demonstrativ
als
»>»dumme,
dumme
Tiere«
bezeichnete,
die
als
Schachfiguren
für
die
Außenpolitik
benutzt
werden
sollten«.39
Praktisch
alle
sachkundigen
Kommentatoren
räumen
inzwischen
ein,
dass
der
tiefe
Staat
existiert.
Und
wie
Rothkopf,
Bernays
und
Quigley
korrekt
feststellten,
manipulieren
die
Spieler
des
Deep
State
das
Schachbrett
weitestgehend
abseits
der
Öffentlichkeit.
Dies
führt
uns
zur
wichtigsten
Frage
von
allen:
Jetzt,
da
wir
uns
des
3D-Schachspiels
bewusst
sind,
gilt
es
nämlich
herauszufinden,
wie
wir
die
uns
zugewiesene
Rolle
als
Bauer
ablehnen
und
aufhören
können,
das
Spiel
des
Tiefenstaates
mitzuspielen?
316
Bauernaufstand
Im
Januar
2009
schrieb
Zbigniew
Brzezinski,
selbsternannter
Großmeister
des
Geo-Schachs,
einen
Artikel,
in
dem
er
ein
be-
deutendes,
aufkommendes,
soziopolitisches
Phänomen
skizzierte:
»Das
globale
politische
Erwachen«.
Brzezinski
analysierte
die
Entstehung
von
politischem
Bewusstsein
und
Aktivismus
rund
um
»Themen
wie
Klima,
Umwelt,
Hunger,
Gesundheit
und
soziale
Ungleichheit«
und
stellte
fest:
»Diese
Themen
werden
zunehmend
kontrovers
diskutiert,
weil
sie
im
Zusammenhang
mit
dem,
was
ich
in
meinen
Schriften
als
>das
globale
politische
Erwachen«
beschrieben
habe,
in
den
Vordergrund
treten
—
ein
Ereignis,
das
an
sich
bereits
eine
wahrhaft
transformative
Entwicklung
auf
der
globalen
Bühne
darstellt.
Zum
ersten
Mal
in
der
Geschichte
der
Zivilisation
ist
fast
die
gesamte
Menschheit
politisch
aktiviert,
bewusst
und
interaktiv.
Nur
wenige
entlegene
Regionen
der
Welt
bleiben
unpolitisch
oder
unberührt
von
den
politischen
Unruhen
und
Bewegungen,
die
heute
global
so
weit
verbreitet
sind.
Der
daraus
resultierende
globale
politische
Aktivismus
führt
zu
einem
Aufschwung
im
Streben
nach
persönlicher
Würde,
kulturellem
Respekt
und
wirtschaftlichen
Chancen
in
einer
Welt,
die
noch
immer
von
den
Erinnerungen
an
jahrhundertelange
koloniale
oder
imperiale
Fremdherrschaft
geprägt
ist.«60
Dieses
»weltpolitische
Erwachen«
avancierte
um
diese
Zeit
zu
einer
Art
Fixierung
Brzezinskis.
Er
erwähnte
es
in
einer
Reihe
von
Kommentaren®!
und
Interviews®2
sowie
in
geheimen,
inoffiziellen
Reden,63
die
er
2008
und
2009
hielt.
Es
ist
nicht
schwer
zu
verstehen,
warum
eine
derart
gewaltige
Umwalzung
317
politischen
Bewusstseins
Brzezinskis
Aufmerksamkeit
erregte.
Wie
dieser
Meister-Manipulator
zu
Recht
feststellt,
haben
durch-
schnittliche
Menschen
zum
ersten
Mal
in
der
Geschichte
nicht
nur
Zugang
zu
enormen
Mengen
von
Wissen,
sondern
auch
zu
Technologien,
die
es
ihnen
ermöglichen,
dieses
Wissen
sofort
und
weltweit
online
mit
anderen
zu
teilen.
Darüber
hinaus
sind
diese
Technologien
relativ
erschwinglich
und
passen
bequem
in
die
Hosentasche.
Dieser
allgegenwärtige
Zugang
zu
Infor-
mationen
und
Meinungen
hat
verständlicherweise
zu
einer
Blüte
politischen
Bewusstseins
und
zu
einer
entsprechenden
Zunahme
von
politischem
Aktivismus
geführt
(siehe
»Abenteuer
in
den
neuen
Medien«
an
anderer
Stelle
in
diesem
Buch).
Doch
während
die
meisten
von
uns
dieses
Phänomen
als
insgesamt
positiv
einordnen
würden,
sah
Brzezinski
darin
ein
Problem.
In
einem
Moment
bemerkenswerter
Offenheit
—
sowohl
in
seiner
Ehrlichkeit
als
auch
in
seinen
erschreckenden
Implikationen
—
offenbarte
er,
was
dieses
»globale
politische
Erwachen«
für
die
machiavellistischen
Strategen
auf
dem
geopolitischen
Schach-
brett
in
Wirklichkeit
bedeutet:
»Aber
diese
großen
Weltmächte,
neue
und
alte,
sehen
sich
auch
mit
einer
neuen
Realität
konfrontiert:
Während
die
Zerstörungskraft
ihrer
militärischen
Macht
größer
ist
denn
je,
ist
ihre
Fähigkeit,
die
Kontrolle
über
die
politisch
erwachten
Massen
der
Welt
durchzusetzen,
auf
einem
historischen
Tiefpunkt.
Um
es
ganz
offen
zu
sagen:
In
früheren
Zeiten
war
es
einfacher,
eine
Million
Menschen
zu
kontrollieren,
als
eine
Million
Menschen
physisch
zu
töten.
Heute
ist
es
unendlich
einfacher,
eine
Million
Menschen
zu
töten,
als
eine
Million
Menschen
zu
kontrollieren.«64
318
Hier
sehen
wir,
in
all
seiner
unverschämten
Offenheit,
das
Kalkül
der
Großmeister
des
geopolitischen
Schachbretts:
Ist
es
einfacher,
die
Massen
zu
kontrollieren
oder
sie
zu
töten?
Und
wenn
es
einfacher
ist,
eine
Million
Menschen
zu
töten,
als
sie
zu
kontrollieren,
warum
sollte
man
dann
nicht
genau
das
tun?
Es
besteht
kein
Zweifel
daran,
dass
Brzezinskis
Analyse
im
Wesentlichen
zutreffend
ist.
Das
Fortbestehen
der
Menschheit
hängt
vom
Kalkül
jener
ab,
die
sich
als
Weltherrscher
sehen.
Wenn
es
einfacher
wird,
die
Bauern
zu
töten,
als
sie
zu
kontrollieren,
werden
die
despotischen
Könige
des
dreidimensionalen
Schachbretts
genau
diese
Entscheidung
treffen.
Der
Ernst
der
Lage
lässt
keinen
Zweifel
daran,
dass
etwas
gegen
diese
missliche
Situation
unternommen
werden
muss.
Nach
allem,
was
wir
bisher
gelernt
haben,
ist
es
verlockend,
unsere
Reaktion
auf
diese
Bedrohung
in
Begriffen
zum
Thema
Schach
zu
formulieren.
Wie
können
wir
dieses
Spiel
gewinnen?
Können
wir
Schachfiguren
zu
unserem
eigenen
Team
machen?
Können
wir
die
Könige
und
Königinnen
des
Tiefenstaates,
die
versuchen,
uns
zu
kontrollieren,
angreifen?
Können
wir
ein
paar
Felder
auf
dem
großen
3D-Schachbrett
zurückerobern?
Solche
Fragen
zu
stellen,
bedeutet,
in
eine
Falle
zu
tappen.
Indem
wir
die
grundlegende
Prämisse
der
Schachbrettanalyse
akzeptieren,
akzeptieren
wir
zugleich
die
Implikationen
dieser
Analogie.
Wenn
die
Welt
wirklich
ein
Schachbrett
ist,
dann
folgt
daraus,
dass
wir
uns
in
einem
großen
Spiel
um
die
Kontrolle
über
dieses
Brett
befinden.
Und
wenn
wir
uns
erst
einmal
in
einen
solchen
Wettstreit
verwickelt
haben,
bedeutet
das,
dass
Reichtum,
Land,
Ressourcen
und
sogar
die
Menschen
selbst
in
Wirklichkeit
nur
Schachfiguren
sind,
die
von
diesem
oder
jenem
Spieler
im
Streben
nach
geopolitischer
Dominanz
manipuliert
werden
319
können.
Würden
wir
dieses
Spiel
des
Imperiums
spielen,
würden
wir
nicht
nur
die
verdrehte
Mentalität
von
Brzezinski,
Kissinger
und
Konsorten
übernehmen
—
nämlich
unsere
Mitmenschen
als
Schachfiguren
zu
betrachten,
die
bei
Bedarf
kontrolliert
oder
beseitigt
werden
müssen
—
wir
würden
uns
auch
in
einer
Situation
wiederfinden,
in
der
wir
niemals
gewinnen
könnten.
Denn
jede
Strategie,
die
uns
im
großen
Schachspiel
angeboten
wurde,
führte
uns
letztlich
nur
wieder
an
denselben
Punkt.
Sollten
wir
also
versuchen,
die
Kontrolle
über
das
Schachbrett
zurückzugewinnen,
indem
wir
»härter
abstimmen«
und
bessere
Repräsentanten
ins
Amt
wählen?
Nach
kurzer
Überlegung
kommen
wir
zu
dem
Schluss,
dass
diese
Strategie
bestenfalls
ineffektiv
und
schlimmstenfalls
wahnhaft
ist.
Wie
wir
bereits
gesehen
haben,
sind
das
2D-Schachbrett
und
die
oberflächlichen
politischen
Institutionen,
die
fiir
die
Offentlichkeit
sichtbar
sind,
weitgehend
machtlos.
Gewählte
Politiker
werden
vom
Tiefenstaat
durch
Bestechung,
Nötigung,
Erpressung
und
—
wenn
nötig
—
sogar
Mord
kontrolliert.
Die
Wahl
zwischen
Marionetten
des
Tiefen-
staates
bietet
demnach
kaum
eine
echte
Lösung
für
unser
Problem.
Schlimmer
noch:
Unsere
Beteiligung
an
diesem
verlogenen,
ma-
nipulierten
politischen
System
würde
lediglich
signalisieren,
dass
wir
den
Status
quo
und
seine
Ergebnisse
akzeptieren.
Sollten
wir
uns
also
auf
eine
gewaltsame
Revolution
einlassen?
Sollten
wir
zu
den
Waffen
greifen,
um
den
Tiefenstaat
zu
be-
kämpfen
und
das
Schachbrett
mit
Gewalt
zurückzuerobern?
Auch
dieser
Weg
würde
unweigerlich
in
eine
Katastrophe
führen.
Wie
Brzezinski
richtig
bemerkte,
ist
es
angesichts
der
Fortschritte
in
der
Kriegstechnologie
heute
»unendlich
leichter,
eine
Million
Menschen
zu
töten,
als
eine
Million
Menschen
zu
kontrollieren«.
Wir
wissen,
dass
die
herrschenden
Psychopathen
nicht
zögern
320
würden,
die
Apokalypse
zu
entfesseln,
falls
sie
jemals
ernsthaft
durch
einen
Massenaufstand
bedroht
würden.
Angesichts
der
Tatsache,
dass
sie
über
Atomwaffenarsenale,
Biowaffenlabors
und
zunehmend
automatisierte
Streitkräfte
verfügen
—
und
dass
sie
Jahrzehnte
damit
verbracht
haben,
die
Maschinerie
techno-
logischer
Tyrannei
unter
dem
Vorwand
des
»Heimatschutzes«
auszubauen
-
besteht
kaum
ein
Zweifel
daran,
wer
einen
solchen
Kampf
gewinnen
würde.
Können
wir
eventuell
Bündnisse
mit
Ländern
des
»widerständi-
schen
Blocks«
schließen
und
deren
Kräfte
nutzen,
um
die
3D-Groß-
meister
des
wertewestlichen
»Tiefenstaates«
zu
überwältigen?
Könnten
wir
uns
nicht
mit
Chinesen
oder
Russen
verbünden,
um
die
Kontrolle
über
das
Schachbrett
zurückzugewinnen?
Leider
ist
auch
diese
Strategie
zum
Scheitern
verurteilt.
Denn
sie
geht
von
der
irreführenden
Prämisse
aus,
dass
Chinesen
und
Russen
und
die
anderen
vermeintlichen
Feinde
des
Westens
eine
echte
Bedrohung
für
das
Machtgefüge
darstellen.
Aber
Russland
und
China,
obwohl
sie
vermeintliche
Rivalen
des
NATO-Blocks
sind,
bekunden
weiterhin
ihre
vollmundige
Unterstützung
des
techno-
kratischen
Globalismus
—
von
der
Bekenntnis
zur
Vorherrschaft
der
Vereinten
Nationen
über
das
Festhalten
an
den
Zielen
für
nachhaltige
Entwicklung
bis
hin
zur
Unterstützung
bei
der
Schaf-
fung
einer
internationalen
Biosicherheitsdoktrin.®>
Schlimmer
noch:
Selbst
wenn
diese
Strategie
erfolgreich
wäre
—
wenn
die
Regierungen
Chinas,
Russlands
und
anderer
Länder
die
USA
und
ihre
NATO-Verbündeten
auf
dem
globalen
Schachbrett
»be-
siegen«
könnten
-
blieben
wir
immer
noch
bloße
Schachfiguren,
die
dann
nur
anderen
Möchtegern-Königen
und
-Königinnen
verpflichtet
wären.
Ob
diese
Möchtegern-Herrscher
ihren
Sitz
in
China,
Russland,
Amerika
oder
Madagaskar
haben,
macht
keinen
Unterschied.
Unsere
Situation
bliebe
dieselbe.
321
Nein.
Keine
dieser
Strategien
funktioniert.
Der
einzige
Zug
in
diesem
imperialen
Spiel,
der
Aussicht
auf
einen
Sieg
verspricht,
besteht
darin,
das
Spiel
nicht
zu
spielen.
Also
—
hören
wir
auf
damit.
Jetzt.
Unser
Planet
ist
kein
Schachbrett.
Er
besteht
nicht
aus
Feldern,
die
aufgeteilt
und
von
konkurrierenden
Teams
besetzt
werden.
Er
ist
auch
nicht
von
Schachfiguren
bevölkert,
die
von
diesem
oder
jenem
Spieler
im
Dienste
einer
geopolitischen
Agenda
manipuliert
werden
können.
Stattdessen
ist
es
eine
Welt
voller
souveräner
Menschen,
von
denen
jeder
mit
dem
natürlichen
Recht
geboren
wurde,
seine
eigenen
individuellen
Entscheidungen
darüber
zu
treffen,
wie
er
sein
Leben
lebt.
Es
ist
eine
Welt,
in
der
jeder
von
uns
frei
ist,
Geschäfte
zu
tätigen
und
mit
anderen
zu
interagieren,
wie
er
es
für
richtig
hält.
Frei,
die
eigene
Meinung
zu
äußern.
Frei,
sich
von
Ort
zu
Ort
zu
bewegen.
Frei,
die
eigenen
Interessen
zu
verfolgen
und
selbst
über
Körper,
Gesundheit,
Ernährung
und
Medizin
zu
entscheiden.
Kurz
gesagt
—
frei
von
jedem
äußeren
Zwang
und
jeder
externen
Kontrolle.
Es
ist
eine
Welt,
in
der
wir
und
unsere
Mitmenschen
als
autonome
Individuen
anerkannt
werden,
die
Würde
verdienen
—
und
nicht
als
Schachfiguren,
die
von
anderen
manipuliert
werden
können.
Das
Leben
ist
kein
Nullsummenspiel,
bei
dem
es
um
das
Stück
eines
Kuchens
geht.
Nein.
Das
Leben
ist
eine
vielversprechende
Suche
nach
Kollaboration,
Wissen
und
Abenteuer.
Auf
einem
wunderschönen,
gedeihenden,
üppigen
und
ständig
wachsenden
Kuchen.
Unsere
Welt
braucht
keine
Ordnung
von
oben,
die
uns
von
elitären
Mitgliedern
einer
exklusiven
»Superklasse«
auf-
erlegt
wird
—
von
Menschen,
die
durch
ein
magisches
politisches
Ritual
in
der
Lage
sind,
dem
einfachen
Menschen
ohne
seine
Zustimmung
ihren
Willen
aufzuzwingen.
Im
Gegenteil:
Eine
322
blühende
Gesellschaft
erfordert
spontane
Ordnung,
die
entsteht,
wenn
jeder
frei
ist,
freiwillige
Beziehungen
auf
der
Grundlage
gegenseitigen
Einvernehmens
einzugehen.
Wir
sind
keine
Bauern
auf
einem
Schachbrett,
die
in
einem
Kampf
um
politische
Vorherrschaft
ausgebeutet
werden
können.
Und
wir
müssen
kein
Schachspiel
gewinnen,
um
die
Kontrolle
über
unser
eigenes
Leben
zu
übernehmen.
Stattdessen
sind
wir
einfach
Menschen,
die
Wege
finden,
Seite
an
Seite
mit
anderen
Menschen
und
einer
Vielzahl
von
nichtmenschlichen
Wesen
auf
einem
fruchtbaren,
lebendigen
Planeten
zu
leben.
Erst
wenn
wir
die
Denkweise
der
Brzezinskis
und
Kissingers
und
all
der
anderen
selbsternannten
Großmeister
des
geopolitischen
Schachs
komplett
ablehnen,
können
wir
wirklich
damit
beginnen,
uns
unsere
rechtmäßige
Macht
zurückzuholen.
Wir
müssen
nicht
ihr
Schachbrett
übernehmen.
Wir
müssen
es
nicht
einmal
aus
dem
Fenster
werfen.
Stattdessen
müssen
wir
uns
einfach
ganz
vom
»Spiel«
verabschieden.
Denn
die
Möchtegern-Großmeister
können
nicht
mit
uns
Schach
spielen,
wenn
wir
uns
weigern,
ihre
Bauern
zu
sein.
Das
»königliche
Spiel«
des
globalen
geopolitischen
Schachs
ist
—
wie
wir
gesehen
haben
—
ein
mehr
als
seltsames
Spiel.
Und
der
einzige
Zug,
der
Aussicht
auf
Gewinn
verspricht,
besteht
darin,
nicht
zu
spielen.
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Future
of
American
Foreign
Policy«,
New
York:
Basic
Books,
2008,
Seiten
229-230
Gerczak,
Deborah:
»Obama
Adviser
Brzezinski's
Off
the
Record
Speech
to
British
Elites:
The
Whitehead
Lecture
-
Major
Foreign
Policy
Challenges
for
The
New
US
Presidency,
Biblioteca
Pleyades.
archive.is/81ZMc
Siehe
Endnote
60,
Seite
54.
Corbett,
James:
»Episode
416
-
SHOCKING
Document
Reveals
Trudeau's
REAL
Planl«,
The
Corbett
Report,
19.
März
2022.
corbettreport.com/putin
327
Und
Jetzt
zu
etwas
völlig
anderem
Im
Jahr
2006
veröffentlichte
die
BBC
einen
Online-Artikel
über
einen
einsamen
Wanderer
im
Westen
Japans,
der
stolperte,
stürzte
und
bewusstlos
wurde.!
Er
überlebte
im
kalten
Herbstwetter
vierundzwanzig
Tage
lang
ohne
Nahrung
und
Unterkunft,
weil
sein
Körper
in
eine
Art
Winterschlaf
verfiel.
Als
er
gefunden
wurde,
war
sein
Puls
kaum
noch
messbar,
seine
Organe
hatten
»ab-
geschaltet«
und
seine
Körpertemperatur
betrug
nur
22°C.
Er
wies
keine
messbare
Gehirnfunktion
auf,
litt
unter
multiplem
Organver-
sagen,
Blutverlust
und
schwerer
Unterkühlung.
Doch
schon
sechs
Wochen
später
konnte
der
Mann
das
Krankenhaus
vollständig
genesen
verlassen.
Selbst
die
Ärzte
waren
erstaunt
anlässlich
seines
Überlebens.
Ein
Vertreter
der
British
Dietetic
Association,
Dr.
Frankie
Phillips,
bemerkte:
»Ich
finde
es
ziemlich
unglaublich,
dass
er
[während
der
vierundzwanzigtägigen
Tortur]
überhaupt
keine
Flüssigkeit
hatte.
Physiologisch
ist
das
nicht
möglich«.
Ich
erinnere
mich
lebhaft
an
diese
Geschichte,
weil
sie
so
bizarr,
so
wundersam
war,
dass
sie
besondere
Aufmerksamkeit
verdiente
—
mehr,
als
sie
sich
nur
als
bloßes
Faktum
einzuprägen.
Also
habe
ich
sie
auf
meiner
Festplatte
gespeichert.
Obwohl
das
für
mich
eine
Premiere
war,
wurde
das
Speichern
wichtiger
Artikel
schließlich
zu
meiner
standardisierten
Vorgehensweise.
So
entstand
aus
einem
sehr
seltsamen
Ereignis
eine
nützliche
Gewohnheit.
Ähnlich
fasziniert
war
ich
von
einer
Geschichte,
die
sich
2014
er-
eignete.
Dieses
Mal
auf
38.000
Fuß
über
dem
Meeresspiegel.
Ein
328
Teenager
versteckte
sich
im
Radkasten
des
Hawaiian
Airlines
Fluges
45
von
San
Jose
nach
Maui
und
überlebte
die
fünfein-
halbstündige
Reise.
Zusammengepfercht
in
einem
Raum,
der
nicht
für
Menschen
gemacht
ist,
musste
er
mit
Sauerstoffmangel
und
eisigen
Temperaturen
kämpfen.
Doch
er
schaffte
es.
Laut
Dr.
Armand
Dorian,
einem
Arzt
mit
Erfahrung
in
solchen
Fällen,
»richten
sich
manchmal
die
Planeten
aus«
und
schützen
den
blinden
Passagier
davor,
entweder
an
Hypoxie
oder
Unterkühlung
zu
sterben.
In
seltenen
Fällen
heben
sich
die
Effekte
gegenseitig
auf:
»Der
Bedarf
an
Sauerstoff
sinkt,
wenn
der
Körper
abkühlt.
Es
ist
genau
wie
beim
kryogenen
Einfrieren:
Der
Körper
des
Jungen
ging
in
einen
eingefrorenen
Zustand
über«.2
Aber
warum
spreche
ich
in
einem
Buch
über
die
»Neue
Welt-
ordnung«
von
Wanderern
und
blinden
Passagieren?
Um
diese
Frage
zu
beantworten,
müssen
wir
uns
das
Wildcard-Phänomen
ansehen
—
die
»unbekannten
Unbekannten«,
die
auftauchen
und
unser
Verständnis
der
Welt
völlig
auf
den
Kopf
stellen.
Manchmal
handelt
es
sich
bei
diesen
Wildcards
um
medizinische
Phänomene
wie
den
menschlichen
Winterschlaf,
die
sich
als
faszinierende
Anekdoten
erweisen.
Manchmal
aber
sind
es
viel
größere
Ent-
deckungen
oder
völlig
unerwartete
Ereignisse,
die
den
Lauf
der
Geschichte
verändern.
Penicillin
zum
Beispiel
wurde
bekanntlich
entdeckt,
als
Alexander
Fleming
im
August
eine
Auszeit
von
seiner
Forschung
an
Bakterien
nahm
und
zuließ,
dass
einige
seiner
verschmutzten
bakteriologi-
schen
Proben
ein
Eigenleben
entwickelten.
Als
er
im
September
ins
Labor
zurückkehrte,
bemerkte
er,
dass
sich
auf
einer
der
Schalen
Schimmel
gebildet
hatte.
Und
siehe
da:
Der
Schimmel
tötete
die
Staphylokokken-Kolonien,
die
Fleming
untersucht
hatte.
Eine
Reihe
von
Untersuchungen
später
war
das
Penicillin
329
entdeckt.?
Wilhelm
Röntgen
entdeckte
die
Röntgenstrahlen
zu-
fällig,
als
er
mit
Kathodenstrahlen
experimentierte.
Ein
Bildschirm,
der
neun
Meter
vom
Gerät
entfernt
war,
leuchtete
grün,
sobald
die
Strahlen
aktiviert
wurden.
Nur
eine
Woche
später
gelang
ihm
das
erste
Röntgenfoto
—
ein
eindringliches
Bild
der
linken
Hand
seiner
Frau,
auf
dem
deutlich
ihr
Ehering
zu
sehen
war.*
Der
Mikrowellenherd
entstand,
als
Percy
Spencer,
ein
Ingenieur
bei
Raytheon,
bemerkte,
dass
der
Erdnussriegel
in
seiner
Tasche
schmolz,
während
er
an
einem
Magnetron
—
einer
Vakuumröhre
zur
Erzeugung
von
Mikrowellen
—
vorbeiging.
Nach
ein
paar
Ex-
perimenten
erfand
er
1946
den
ersten
Mikrowellenherd.
Es
sollte
jedoch
mehr
als
zwanzig
Jahre
dauern,
bis
die
Technologie
so
weit
miniaturisiert
war,
dass
sie
in
Privathaushalten
eingesetzt
werden
konnte.
Und
weitere
zwanzig
Jahre,
bis
die
Verkäufe
richtig
in
Schwung
kamen.5
Diese
unvorhersehbaren
Ereignisse
beschränken
sich
jedoch
nicht
auf
wissenschaftliche
Entdeckungen.
Im
Jahr
1768
stimmten
die
Genuesen
zu,
ihren
Anspruch
auf
die
Insel
Korsika
abzutreten,
nachdem
sie
jahrhundertelang
gegen
lokale
Unabhéngigkeitsbewegungen,
einfallende
Türken
und
andere
Unannehmlichkeiten
gekämpft
hatten.
Die
Franzosen,
die
im
Siebenjahrigen
Krieg
Verluste
erlitten
hatten
und
die
Insel
genau
im
Auge
behielten,
nahmen
das
Angebot
der
Genueser
an
und
begannen
mit
der
Eroberung
Korsikas,
die
sie
ein
Jahr
später,
1769,
abschlossen.6
Im
gleichen
Jahr
wurde
Napoleon
Bonaparte
in
Ajaccio,
der
Hauptstadt
Korsikas
geboren.
Nur
durch
Zufall
weltpolitischer
Entwicklungen
fiel
Korsika
an
Frankreich.
Nur
wegen
dieses
Zufalls
konnte
dieser
italienisch
sprechende
Sohn
genuesischer
Adliger,
der
italienische
Brauche
pflegte,
in
die
französische
Armee
eintreten
und
schließlich
Kaiser
von
Frankreich
werden.
Selbst
am
Ende
seines
Lebens
330
sprach
Napoleon
noch
Französisch
mit
einem
starken
korsischen
Akzent
—
ein
Merkmal,
das
vielen
in
der
französischen
Nation,
die
er
befehligte,
Anlass
zum
Spott
gab.
Zufallsereignisse
sind
auch
in
jeder
Generation
für
drastische
Veränderungen
der
Weltwirtschaft
verantwortlich.
Im
Jahr
1857
beauftragten
der
Anwalt
George
Bissell
und
der
Bankier
James
Townsend
von
der
Pennsylvania
Rock
Oil
Company
den
arbeitslosen
Eisenbahnschaffner
Edwin
Drake
damit,
nach
Titus-
ville,
Pennsylvania,
an
die
Ufer
des
Oil
Creek
zu
reisen,
um
nach
Rohöl
zu
bohren.
Drake
und
sein
Assistent
hatten
jedoch
so
wenig
Erfolg
und
erlitten
so
viele
Rückschläge,
dass
das
Unternehmen
seine
Unterstützung
zurückzog.
Davon
unbeirrt
nahm
Drake
einen
persönlichen
Kredit
auf,
um
mit
einer
alten
Dampfmaschine,
die
er
zu
diesem
Zweck
aufgebaut
hatte,
weiter
zu
bohren.
Am
27.
August
1859
—
nur
wenige
Tage
nachdem
er
sein
gesamtes
Guthaben
aufgebraucht
hatte
—
stieß
Drake
in
69
Fuß
Tiefe
auf
Öl.
Dies
war
nicht
nur
für
den
Westen
Pennsylvanias
ein
transformatives
Ereignis
—
löste
es
in
der
Region
doch
den
ersten
Ölboom
der
USA
aus
—
sondern
auch
für
die
ganze
Welt.
Denn
es
war
das
erste
Beispiel
einer
groß
angelegten,
kommerziellen
Ölbohrung
und
als
solches
führte
es
zu
einem
Ölboom,
der
das
Wesen
der
Weltwirtschaft
veränderte.
Unglücklicherweise
für
Drake
wurde
die
Ölindustrie
jedoch
bald
von
Leuten
wie
John
D.
Rockefeller
Sr.
und
seinem
monopolistischen
Clan
dominiert.
Da
Drake
weder
die
Weitsicht
hatte,
das
Land
um
seine
Bohrstelle
herum
aufzukaufen,
noch
seine
eigene
Bohrtechnik
patentieren
zu
lassen,
starb
er
Jahre
später
in
Armut.7
In
ähnlicher
Weise
hatte
das
transformative
Ereignis
unserer
Zeit
—
das
Aufkommen
von
Personal
Computing
und
globaler
Ver-
netzung
—
seinen
Ursprung
in
einem
unwahrscheinlichen
Zufall.
331
Am
5.
Juni
1943
unterzeichneten
die
US
Army
und
die
University
of
Pennsylvania
einen
Vertrag
zur
Entwicklung
eines
elektronischen
Geräts,
das
Artillerie-Schießtabellen
für
das
Ballistic
Research
Laboratory
berechnen
sollte.
Das
Ergebnis
dieses
Auftrags,
der
»Elektronische
Numerische
Integrator
und
Computer«
—
kurz
ENIAC
—
wurde
der
Öffentlichkeit
im
Februar
1946
vorgestellt.8
Er
galt
als
»riesiges
Gehirn«
und
war
ein
modularer,
programmier-
barer
Universalcomputer,
der
addieren,
subtrahieren
und
eine
zehnstellige
Dezimalzahl
im
Speicher
halten
konnte.
Die
Eingabe
erfolgte
über
einen
IBM-Kartenleser,
die
Ausgabe
über
einen
IBM-Kartenlocher.
So
beeindruckend
ENIAC
den
Tech-Nerds
damals
auch
erschienen
sein
mag
—
niemand
konnte
sich
das
heutige
Zeitalter
allgegenwärtigen
Computings
vorstellen.
Heute
sind
Mikroprozessoren
und
andere
technische
Wunderwerke
so
weit
fortgeschritten,
dass
der
Durchschnittsmensch
mehr
Rechenleistung
am
Handgelenk
oder
in
der
Hosentasche
trägt,
als
man
sich
vor
über
70
Jahren
hätte
ausmalen
können,
als
der
ENIAC
entwickelt
wurde.
An
dieser
Stelle
erwarten
sie
vielleicht
einen
Vortrag
darüber,
wie
Veränderungen
aus
dem
Nichts
kommen
können
—
und
wie
wir
finanziell
und
emotional
darauf
vorbereitet
sein
müssen,
mit
den
daraus
entstehenden
Widrigkeiten
umzugehen.
Das
ist
zwar
richtig.
Und
es
ließen
sich
einige
gute
Argumente
dafür
anführen.
Aber
das
ist
heute
nicht
mein
Thema.
Nein,
ich
schreibe
diesen
Text
in
der
Hoffnung,
in
meinen
Leserinnen
und
Lesern
wieder
ein
Gefühl
des
Staunens
und
der
Demut
auslösen
zu
können
—
Gefühle,
die
in
diesem
Zeitalter
der
Besserwisser,
die
alles
gesehen
haben
und
von
nichts
mehr
überrascht
werden,
verloren
gegangen
zu
sein
scheinen.
Entgegen
dem,
was
Zyniker
glauben,
ist
das
Universum
nämlich
weitaus
wunderbarer,
als
wir
es
uns
jemals
ausmalen
könnten.
332
Es
ist
der
Inbegriff
menschlicher
Hybris,
zu
behaupten,
die
nächste
große
Entdeckung
-
jener
Fund,
der
unser
Verständnis
der
Welt
völlig
verändern
wird
—
könne
keine
Überraschung
mehr
sein.
Ebenso
vermessen
ist
es,
anzunehmen,
das
nächste
bedeutende
Ereignis,
also
etwas,
das
den
Lauf
der
Menschheitsgeschichte
neu
ausrichten
wird,
werde
kein
Zufall,
sondern
planbar,
vorher-
sehbar
und
kalkulierbar
sein.
In
Wahrheit
wird
es
ein
unerwar-
tetes,
ungeplantes
Ereignis
sein,
das
uns
vom
hohen
Ross
stößt
und
uns
daran
erinnert,
dass
wir
eben
doch
nicht
alles
wissen.
Wie
leicht
fällt
es
uns
heute,
über
die
»Futuristen«
von
einst
zu
spotten,
die
eine
technologische
Meisterleistung
ihrer
Zeit
—
etwa
die
Erfindung
des
Luftschiffs
—
bestaunten
und
dann
eine
riesige
Flotte
solcher
Giganten
am
Himmel
voraussagten,
die
Menschen
über
die
Ozeane
tragen
würde.
Wie
viel
schwerer
fällt
es
uns,
zu
erkennen,
dass
auch
unsere
kühnsten
Zukunftsvisionen
den
nach-
folgenden
Generationen
ebenso
lächerlich
erscheinen
werden.
Wenn
wir
unser
Staunen
und
unsere
Demut
wiederbeleben,
können
wir
klarer
unterscheiden
zwischen
dem,
was
wir
als
das
Wesentliche
unseres
Seins
erachten
—
wer
wir
im
Innersten
sind
und
wie
wir
dies
zum
Ausdruck
bringen
—
und
jenen
zufälligen
Entdeckungen
und
Ereignissen,
die
unseren
Weg
kreuzen.
Bedenken
sie
Folgendes:
Alles,
was
wir
über
die
Welt
zu
wissen
glauben,
ist
falsch
—
oder
zumindest
gravierend
unvollständig.
Unsere
Vorstellungen
von
Medizin,
Physik,
Mathematik
und
Geschichte
werden
durch
kommende
technologische
Durch-
brüche
und
intellektuelle
Fortschritte
auf
den
Kopf
gestellt.
Die
Schulbücher
von
heute
werden
für
unsere
Kindeskinder
Relikte
vergangener
Irrtümer
sein.
Mit
hoher
Wahrscheinlichkeit
wird
keiner
der
geopolitischen
Brennpunkte,
die
uns
derzeit
beschäf-
tigen,
der
Ort
sein,
an
dem
der
nächste
große
Konflikt
tatsächlich
333
entflammt.
Und
die
Weisheit
der
heutigen
Märkte
wird
morgen
Anlass
zu
Gelächter
bieten.
Letztlich
—
was
macht
uns
im
Kern
aus?
Nicht
unser
vermeint-
liches
Wissen
über
die
Welt,
nicht
unsere
fehlerhaften
oder
gar
rückwärtsgewandten
Vorstellungen
vom
Universum.
Es
ist
unsere
Menschlichkeit.
Sie
ist
das
Fundament
unseres
kulturellen
Erbes,
prägt
die
Moral,
Werte,
Prinzipien,
Ethik
und
Ideale
—
mit
einem
Wort:
den
Charakter
—
dieser
Generation
und
wird
auch
den
Charakter
der
nächsten
formen.
Unsere
Menschlichkeit
ist
das
Einzige,
was
am
Ende
wirklich
zählt.
Und
um
wieder
Zugang
zu
diesem
menschlichen
Kern
zu
finden,
müssen
wir
vor
allem
eines
neu
entdecken:
unser
Staunen.
1
»Japanese
man
in
mystery
survival«,
BBC
News,
21.
Dezember
2006.
archive.is/vtkU
2
Mather,
Kate
and
Joseph
Serna:
»Teen
stowaway
survives,
but
how?
Boy's
body
went
into
a
frozen
state«,
Los
Angeles
Times,
22.
April
2014.
archive.is/RSwQn
3
Ligon,
B.
Lee:
»Penicillin:
its
discovery
and
early
development,
Seminars
in
Pediatric
Infectious
Diseases,
Jahrgang
15,
Heft
1,
2004,
Seiten
52-57.
4
»Roentgen’s
discovery
of
the
x-ray,
British
Library.
archive.is/w2hGw
Blitz,
Matt:
The
Amazing
True
Story
of
How
the
Microwave
Was
Invented
by
Accident,
Popular
Mechanics,
24.
Februar
2016.
archive.is/bxPQQ
6
»Corsica«
Encyclopedia
Britannica,
26.
September
2017.
archive.is/cqfAO
7
Yergin,
Daniel:
»The
Prize:
The
Epic
Quest
for
Oil,
Money
&
Power«,
New
York:
Free
Press,
2008,
Seiten
10-13.
8
Kanellos,
Michael:
»ENIAC:
A
computer
is
born«,
CNET
News,
13.
Februar
2006.
archive.is/HdI7r
334
Ein
Brief
an
die
Zukunft
Ȇberall
in
Europa
gehen
die
Lichter
aus;
wir
werden
sie
zu
Lebzeiten
nicht
wieder
leuchten
sehen.«
(Edward
Grey)
11.
April
2020
Ich
schreibe
diese
Zeilen
nicht
für
meine
Zeitgenossen.
Wir
sind
die
Verdammten.
Unser
Schicksal
ist
es,
zuzusehen,
wie
das
Licht
der
Freiheit
erlischt.
Unsere
Aufgabe
ist
es,
Zeugnis
abzulegen
—
vom
letzten
Aufflackern
seiner
Flamme.
Nein,
diese
Worte
sind
nicht
für
meine
Zeitgenossen.
Ich
schreibe
sie
für
jene,
die
nach
uns
kommen
werden.
Für
die
Bewohner
jener
Dystopie,
deren
Geburtswehen
wir
gerade
erleben.
Für
euch.
Euch
in
der
Zukunft
-
für
das
Uberbleibsel
der
einst
freien
Menschheit,
das
vielleicht,
durch
irgendeine
glückliche
Fügung,
die
ich
mir
nicht
einmal
vorstellen
kann,
auf
diese
elektronische
Flaschenpost
stoßen
könnte.
Ich
weiß,
es
ist
fast
hoffnungslos.
Die
Wahrscheinlichkeit,
dass
diese
Worte
die
anstehende
Säuberung
des
Internets
über-
stehen,
ist
gering.
Und
selbst
wenn
sie
—
allen
Widrigkeiten
zum
Trotz
—
an
die
digitalen
Ufer
gespült
werden,
ist
die
Chance,
dass
ihr
sie
versteht,
noch
geringer.
Nicht,
weil
euch
diese
Sprache
fremd
wäre,
sondern
weil
die
folgenden
Begriffe
gar
nicht
mehr
in
eurem
Wörterbuch
stehen:
Freiheit.
Menschlich-
keit.
Individuum.
335
Und
so
mache
ich
weiter
-
in
der
verzweifelten
Hoffnung
auf
Hoff-
nung,
dass
irgendjemand,
irgendwo,
in
jenem
dunklen
digitalen
Zeitalter
Augen
haben
wird,
um
zu
sehen
und
Ohren,
um
zu
hören.
Die
Abenddämmerung
bricht
herein.
Es
wird
dunkel.
Machen
wir
uns
nichts
vor
—
wir
alle
wissen
es.
Wir
wissen,
was
es
bedeutet,
wenn
in
nur
drei
Wochen
17
Millionen
Amerikaner
-
zehn
Prozent
der
Erwerbsbevölkerung
—
arbeitslos
werden.!
Wenn
sich
noch
Millionen
neuer
arbeitsloser
Ex-Arbeiter
auf
der
ganzen
Welt
zu
ihnen
gesellen.2
Wenn
sich
die
Schlangen
vor
den
Suppenküchen
über
viele
Meilen
durch
das
Herz
einst
stolzer
amerikanischer
Städte
ziehen.
Wenn
die
betrügerische
Fiat-Verschuldung
auf
über
24
Billionen
Dollar
ansteigen*
und
die
Sowjetisierung
der
US-Wirtschaft
durch
die
Federal
Reserve
voll-
endet
wird.>
Wir
wissen,
was
es
bedeutet,
wenn
die
Vollstrecker
des
neu
geschaffenen
Biosicherheitsstaates
damit
beginnen,
Menschen
zu
erschießen,
weil
sie
keine
Maske
tragen.®
Wenn
Drohnen
der
Polizei
die
Quarantäne
aus
der
Luft
überwachen?
und
Roboter
die
Lockdowns
am
Boden
kontrollieren.?
Wenn
Regierungen
zugeben,
jede
Bewegung
eines
jeden
Bürgers
zu
verfolgen?
und
Kontroll-
punkte
einrichten,
an
denen
digitale
Immunitätspässe
bestimmen,
wer
passieren
darf
und
wer
zu
Hause
bleiben
muss.
19
Wir
wissen,
was
es
bedeutet,
wenn
Milliardäre
beginnen,
uns
ein-
zureden,
dass
nur
ihre
neuen,
experimentellen
mRNA-Impfstoffe
uns
aus
diesem
Albtraum
retten
können.
!!
Wenn
sie
drohen,
uns
mit
unsichtbaren
Tintentätowierungen
zu
markieren,
um
die
Geimpften
zu
kennzeichnen.1
Wenn
sie
uns
unmissverstandlich
klarmachen,
dass
wir
weder
kaufen
noch
verkaufen,
weder
reisen
noch
am
Wirtschaftsleben
teilnehmen
werden,
solange
wir
nicht
unsere
»Immunität«
nachweisen
können.
!3
336
Es
bedeutet,
dass
die
Corona-Weltordnung
begonnen
hat.
Ja,
sicher.
Einige
leugnen
diese
Realität
immer
noch
—
aus
Angst,
sich
selbst
einzugestehen,
was
längst
offensichtlich
ist.
Viele
sind
noch
immer
in
jener
alten
Konditionierung
gefangen,
wo
es
ein
Imperativ
ist,
jeden,
der
Autorität
infrage
stellt,
als
»Ver-
schwörungstheoretiker«
zu
verhöhnen.
Wir
haben
einen
Namen
für
diese
Leute:
Schafe.
Die
gutgläubigen
Massen
unserer
Zeit
werden
in
ihren
Ställen
von
den
stiefel-
tragenden
Schäferhunden
des
Polizeistaats
in
Schach
gehalten
und
von
ihren
politischen
Hirten
geführt.
Hin
und
wieder
merkt
ein
alter,
weiser
Widder,
was
gespielt
wird.
Doch
weil
der
Hirte
die
Herde
bisher
nur
geschoren,
aber
nie
geschlachtet
hat,
schweigt
er
—
fügt
sich
seinem
Schicksal.
Warum
kämpfen?
Das
Scheren
tut
kaum
weh.
Die
Schafe
hegten
niemals
auch
nur
den
leisesten
Verdacht,
dass
der
Hirte
sie
eines
Tages
doch
zur
Schlachtbank
führen
könnte.
»Schafe«
ist
natürlich
ein
Ausdruck
des
Spotts.
Aber
ich
denke
nun
mal
gerne,
dass
der
Begriff
nicht
nur
unsere
Dummheit
meint.
Er
zeugt
auch
von
einer
Naivität,
einer
Unschuld.
Wir
sind
von
Natur
aus
zutrauliche
und
sanftmütige
Geschöpfe.
Friedfertig.
Kooperativ.
In
einer
Welt
ohne
Raubtiere
wäre
das
keine
Schwäche,
sondern
eine
Tugend.
Aber
um
euch
das
zu
sagen,
bin
ich
nicht
hier.
Ich
bin
hier,
um
euch
zu
sagen:
Widersteht!
Wehrt
euch!
Kämpft!
Ihr
seid
keine
Zahnräder
in
einer
Maschine.
Ihr
seid
freie,
wun-
derbare
Menschen.
Keiner
wurde
geboren,
um
unter
der
Knute
eines
anderen
zu
leben.
Ihr
allein
entscheidet,
wie
ihr
euer
Leben
337
führt
—
nicht
ein
Bürokrat,
nicht
ein
Polizeiroboter,
nicht
der
kalte
Algorithmus
eines
Immunitäts-Checkpoints
oder
QR-Codes.
Ihr
braucht
keine
Erlaubnis,
um
zu
kaufen
oder
zu
verkaufen,
euch
zu
versammeln,
eure
Meinung
zu
sagen
oder
euer
Haus
zu
verlassen.
Ihr
seid
keine
»asymptomatischen
Überträger«,
wie
eure
falschen
Führer
euch
weismachen
wollen.
Ihr
müsst
euch
nicht
zu
Hause
verkriechen,
nur
weil
jemand
im
weißen
Laborkittel
es
befiehlt.
Ich
möchte,
dass
ihr
eine
Sache
ein
für
alle
Mal
versteht:
Es
gab
einmal
eine
Zeit,
da
hatte
die
Regierung
kein
Recht
zu
wissen,
wo
ihr
wart,
mit
wem
ihr
euch
getroffen,
was
ihr
gekauft
oder
den
ganzen
Tag
gemacht
habt.
Verdammt
—
sie
hatte
nicht
einmal
die
Möglichkeit
dazu,
das
zu
wissen.
Es
gab
einmal
eine
Zeit,
in
der
ihr
euer
Haus
verlassen
konntet,
wann
immer
ihr
wolltet.
Reisen
konntet,
wohin
ihr
wolltet.
Handeln
konntet,
mit
wem
und
wie
ihr
wolltet.
Eine
Zeit,
in
der
ihr
euch
einfach
mit
euren
Nachbarn
treffen
konntet.
Ihr
konntet
demonstrieren.
Protestieren.
Feiern.
Ich
sage
euch:
Lebt!
Lebt
so,
wie
freie
Menschen
zu
leben
be-
stimmt
sind.
Ach
so,
ja
—
was
ich
da
nun
eigentlich
schreibe?
Diese
Worte,
diese
Sprache.
Sie
ergeben
für
euch
vermutlich
keinen
Sinn
mehr,
oder?
Diese
Konzepte
existieren
in
eurer
Zeit
nicht
mehr.
Oder
doch?
Ich
kann
es
euch
eigentlich
nicht
verübeln.
Ihr
seid
vertrauensvoll,
naiv
und
friedlich.
Wie
ein
Schaf.
338
Aber
ach,
wie
sehr
ich
weine
wegen
dem,
was
aus
euch
ge-
worden
ist.
Ich
habe
versucht,
es
abzuwenden.
Bitte
glaubt
mir
—
ich
habe
es
wirklich
versucht.
Das
Licht
der
Freiheit
erlischt.
Und
ich
bin
Zeuge.
Ich
weiß
nicht,
ob
Geschichte
in
eurer
Zeit
noch
gelehrt
wird.
Falls
nicht,
lasst
mich
euch
auf
den
neuesten
Stand
bringen:
Laut
Mainstream-Geschichtsbüchern
unserer
Zeit
machte
der
britische
Außenminister
»Sir«
Edward
Grey
seine
eingangs
zitierte
Bemerkung
zu
den
»Lichtern,
die
überall
in
Europa
ausgehen«,
am
Ende
der
sogenannten
»Zwolf
Tage«.14
Das
war
die
Periode
im
Sommer
1914,
in
der,
wie
man
uns
erzählt,
die
britische
Regierung
versuchte,
einen
Weltkrieg
zu
verhindern.
Wir
sollen
glauben,
dass
diese
vorausschauende
Aussage
Grey
als
weisen
Diplomaten
ausweist,
der
angesichts
des
Schmerzes
und
Leids,
von
dem
er
ahnte,
dass
es
bald
über
die
Welt
hereinbrechen
würde,
von
Kummer
erfüllt
war.
Aber
das
ist
Geschichte,
wie
sie
von
der
übelsten
Sorte
von
Gewinnern
geschrieben
wird.
In
Wahrheit
war
Grey
einer
der
Verschwörer,
die
aktiv
daran
arbeiteten,
den
Ersten
Weltkrieg
herbeizuführen
—
und
nicht
daran,
ihn
zu
verhindern.?>
Darüber
hinaus
ist
die
Quelle
dieses
Zitats
tatsächlich
Grey
selbst.
Es
wurde
erstmals
in
seinen
Nachkriegsmemoiren
erwdhnt.16
Die
Tränen,
die
er
wegen
des
Erlöschens
dieser
Lichter
vielleicht
vergossen
haben
mag,
waren
nichts
anderes
als
Krokodilstränen.
Man
kann
sich
gut
vorstellen,
dass
in
den
Geschichtsbüchern
eurer
Zeit
eine
ähnlich
verhängnisvolle
Äußerung
von
Bill
Gates
zu
Beginn
der
Corona-Krise
verzeichnet
ist.
Seine
Post-Covid-Me-
moiren
werden
euch
zweifellos
wissen
lassen,
dass
er,
als
er
aus
339
dem
Fenster
seiner
127,5
Millionen
Dollar
teuren,
66.000
Quadrat-
meter
großen
Villa
»Xanadu
2.0«
in
King
County?7,
Washington,
blickte
-
zufälligerweise
genau
der
Bezirk,
von
dem
euch
gesagt
wurde,
dass
er
das
Epizentrum
des
Covid-Ausbruchs
in
den
USA
war?
—
sagte:
»Uberall
auf
der
Welt
gehen
die
Lichter
aus;
wir
werden
sie
zu
Lebzeiten
nicht
wieder
leuchten
sehen«.
Aber
diese
Memoiren
werden
euch
zweifellos
nicht
darüber
informieren,
dass
Gates
lächelte,
als
er
das
sagte.
An
meine
Kinder,
oder
die
Kinder
meiner
Kinder,
oder
welcher
Überrest
einer
einst
freien
Menschheit
auch
immer
es
sein
mag,
der
diese
Worte
in
der
gottverlassenen
Zukunft
entdeckt,
in
die
wir
im
Gleichschritt
marschieren:
Es
tut
mir
leid!
Ich
habe
euch
im
Stich
gelassen.
Wir
alle
haben
euch
im
Stich
gelassen.
Aber
denkt
daran:
Solange
das
Blut
eurer
Vorfahren
durch
eure
Adern
fließt,
wird
das
Licht
der
menschlichen
Freiheit
nicht
für
immer
erlöschen.
Lass
es
leuchten,
liebes
Schaf.
Lass
es
leuchten.
1
Richter,
Wolf:
»Week
3
of
the
Collapse
of
the
US
Labor
Market«,
Wolf
Street,
9.
April
2020.
archive.is/YPoAf
2
Linge,
Mary
Kay:
»Global
economy
screeches
to
a
halt
as
coronavirus
job
losses
take
toll«,
New
York
Post,
4.
April
2020.
archive.is/1z1g8
340
10
11
12
13
14
15
16
17
18
Conley,
Julia:
»Government
Needs
to
Step
In:
Food
Banks
Across
US
Report
Unprecedented
Demand
-
and
Shortages
-
as
Coronavirus
Pandemic
Ravages«,
Common
Dreams,
2.
April
2020.
archive.is/Z7MF0
Maharrey,
Michael:
»National
Debt
Tops
$24
Trillion«,
SchiffGOLD,
9.
April
2020.
archive.is/PqGaX
»Wall
Street
Has
Now
Morphed
Into
A
Full
Blown
Soviet
Sausage
Factory«,
Global
Macro
Monitor,
9.
April
2020.
archive.is/2fvB4
»Man
shot
dead
in
Philippines
for
flouting
coronavirus
rules«,
Al
Jazeera,
5.
April
2020.
archive.is/0g36)
Das,
Shaswati
and
Neetu
Chandra
Sharma:
»Drones
come
in
handy
for
police
in
enforcing
lockdown«,
Mint,
6.
April
2020.
archive.is/I34Pf
»Show
me
your
ID:
Tunisia
deploys
robocop
to
enforce
coronavirus
lockdown,
The
Guardian,
3.
April
2020.
archive.is/9L5vg
Hamilton,
Isobel
Asher:
»Compulsory
selfies
and
contact-tracing:
Authorities
everywhere
are
using
smartphones
to
track
the
coronavirus,
and
it's
part
of
a
massive
increase
in
global
surveillance«,
Business
Insider,
14.
April
2020.
archive.is/pL2ze
Harris,
Margot:
»The
Chinese
Government
is
using
color-coded
QR
codes
to
track
citizens
amid
the
Coronavirus
outbreak«,
INSIDER,
18.
Februar
2020.
archive.is/VuXx3Y
Engdahl,
F.
William:
»Coronavirus,
Vaccines
and
the
Gates
Foundation,
GlobalResearch,
2.
Mai
2020.
archive.is/DhsXZ
Tangermann,
Victor:
»Invisible
Ink
Tattoos
Could
Be
Used
to
ID
Vaccinated
Kids«,
NEOSCOPE,
19.
Dezember
2019.
archive.is/LGg2B
Gates,
Bill:
»I'm
Bill
Gates,
co-chair
of
the
Bill
&
Melinda
Gates
Foundation.
AMA
about
COVID-19«,
Reddit,
18.
March
2020.
archive.is/B9cRD
Headlam,
J.
W.,
M.A.:
»The
History
of
Twelve
Days:
July
24th
to
August
4th,
1914«,
New
York:
Charles
Scribner's
Sons,
1915.
Corbett,
James:
"The
WWI
Conspiracy«,
The
Corbett
Report,
19.
November
2018.
corbettreport.com/wwi
Grey,
Edward,
Viscount
of
Fallodon,
K.G.:
»Twenty-Five
Years:
1892-1916«
London:
Hodder
and
Stoughton
Limited,
1925,
Seite
20.
Fiorillo,
Steve:
»Bill
Gates’
House:
A
Look
at
Xanadu
2.0«,
TheStreet,
17.
September
2018.
bit.ly/48cqWn2
Holcombe,
Madeline
et
al:
»This
nursing
home
has
become
the
US
epicenter
of
the
coronavirus
outbreak,
but
patients’
family
members
say
they're
left
in
the
dark«,
CNN.
9.
März
2020.
archive.is/71D00
341
Warum
ich
schreibe
»Von
klein
auf,
vielleicht
im
Alter
von
fünf
oder
sechs
Jahren,
wusste
ich,
dass
ich,
wenn
ich
groß
bin,
Schrift-
steller
werden
wollte.
Im
Alter
von
etwa
siebzehn
bis
vier-
undzwanzig
Jahren
versuchte
ich,
den
Gedanken
aufzugeben,
aber
ich
tat
es
in
dem
Bewusstsein,
dass
ich
meine
wahre
Natur
verletzte
und
dass
ich
mich
früher
oder
später
niederlassen
und
Bücher
schreiben
müsste.«
(George
Orwell,
»Warum
ich
schreibe«,
1946)1
Als
ich
sieben
Jahre
alt
war,
beschloss
ich,
ein
Drehbuch
fiir
eine
Comedy-/Action-Fernsehserie
zu
schreiben
(oder
war
es
ein
Film?).
Mit
Ninjas
und
sprechenden
Autos.
Ich
habe
immer
nur
ein
paar
Sätze
zu
Papier
gebracht,
bevor
meine
Aufmerksamkeit
abschweifte.
Doch
ich
erinnere
mich
noch
genau
daran,
wie
zufrieden
ich
mit
einer
bestimmten
Szene
war:
Zwei
Ninjas
lieferten
sich
ein
wildes
Schwertduell
neben
einer
Ziegelmauer.
In
meinem
Kopf
sah
ich,
wie
die
Kamera
von
einer
Nahaufnahme
der
kimpfenden
Krieger
auf
eine
Totale
umschwenkt
—
und
dabei
offenbart,
dass
all
das
wilde
Schwingen
der
Schwerter
unbeabsichtigt
das
Wort
»Ninja«
in
die
Mauer
geritzt
hatte.
Obwohl
ich
heute
nicht
mehr
erklären
kann,
warum,
war
ich
überzeugt,
dass
diese
Kampfszene
eine
unglaublich
lustige
Idee
war.
Stolz
zeigte
ich
meiner
Mutter
mein
unfertiges
Drehbuch.
Sie
schien
zwar
weniger
von
dem
Humor
der
Szene
überzeugt
zu
sein,
war
aber
dennoch
ermutigend
und
unterstützend
—
wie
es
Mütter
eben
sind.
342
Als
ich
elf
Jahre
alt
war,
beantwortete
ich
eine
Schreibaufgabe
im
Unterricht
mit
einer
Seite
über
einen
fantasievollen
Helden
mit
Axt,
der
von
einer
Schlacht
zurückkehrte
und
in
seinem
Bett
einschlief.
Die
Szene
stellte
ich
mir
als
den
Eröffnungspassus
eines
epischen
Romans
vor,
der
die
Heldentaten
eines
tapferen
Kriegers
schildert
—
auf
seiner
Mission,
die
Welt
von
einem
großen
Übel
zu
befreien.
Der
Freund,
dem
ich
meinen
Aufsatz
zeigte,
schien
meine
Vision
einer
größeren,
romanlangen
Geschichte
nicht
zu
teilen.
Nachdem
er
die
Szene
überflogen
und
mir
schnell
zurückgegeben
hatte,
fragte
er
nur,
warum
ich
eine
ganze
Seite
über
jemanden
geschrieben
hätte,
der
nach
Hause
kommt
und
einfach
einschläft.
Als
ich
dreizehn
war,
las
meine
Klasse
George
Orwells
»Farm
der
Tiere«,
woraufhin
die
Lehrerin
uns
bat,
eine
Fortsetzung
der
Geschichte
zu
schreiben.
Die
beste
Idee
in
meiner
Version
von
»Animal
Farm
2«
(und
die
einzige,
an
die
ich
mich
erinnere)
war,
den
Wettlauf
ins
All
als
ein
buchstäbliches
Wettrennen
zwischen
zwei
der
Bauernhoftiere
darzustellen,
von
denen
eines
die
Sowjets
und
das
andere
die
Amerikaner
repräsentierte.
Um
ehrlich
zu
sein,
war
die
Idee
nicht
einmal
meine.
Die
Lehrerin
hatte
es
mir
vorgeschlagen.
Nichtsdestotrotz
war
sie
offensichtlich
von
meinen
literarischen
Fähigkeiten
so
beeindruckt,
dass
sie
die
Geschichte
mit
ihren
Kollegen
im
Lehrerzimmer
teilte.
Gleich
in
der
nächsten
Woche
ließ
unser
Sozialkundelehrer
den
Rest
der
Klasse
meine
Geschichte
lesen
und
ein
Quiz
darüber
beantworten.
Ich
erinnere
mich,
wie
ich
da
saß,
den
Kopf
auf
den
Schreibtisch
gesenkt,
und
mein
Bestes
tat,
um
nicht
vor
Scham
zu
sterben.
Ich
erinnere
mich
besonders
an
den
Moment,
als
mein
Schwarm
über
die
schiere
Langeweile
der
Übung
die
Augen
verdrehte.
Unnötig
zu
erwähnen,
dass
wir
nie
zusammen
ausgingen.
343
Als
ich
zum
ersten
Mal
in
Japan
ankam
-
frisch
von
Bord
(sozusagen)
und
bereit,
ein
neues
Kapitel
meines
Lebens
zu
beginnen
—
beschloss
ich,
mir
die
schlechte
Angewohnheit
abzugewöhnen,
nur
dann
zu
schreiben,
wenn
mich
die
Inspiration
überkam
—
meine
bisherige
Arbeitsweise
—
und
stattdessen
regelmäßig
zu
schreiben.
Jeden
Morgen,
bei
Regen
oder
Sonnenschein,
ging
ich
ins
örtliche
Cafe
und
verbrachte
eine
Stunde
dort.
Mit
einer
Tasse
Kaffee
in
der
einen
und
dem
Stift
in
der
anderen
Hand,
arbeitete
ich
an
einer
Kurzgeschichte,
einem
Manuskript,
einem
Tagebucheintrag,
einem
Traumprotokoll
—
ganz
gleich
was
—
Hauptsache,
ich
schrieb.
Nach
zwei
Jahren
hatte
ich
einen
beeindruckend
aussehenden
Stapel
von
Dokumenten
zusammengetragen,
darunter
ein
fertiges
Manuskript
eines
Romans
und
ein
halbfertiges
Manuskript
eines
anderen.
Ich
brauche
wohl
nicht
zu
erklären,
dass
ich
schon
sehr
früh
wusste,
dass
ich
Schriftsteller
werden
würde.
Ein
Romancier,
um
genau
zu
sein,
der
Romane
im
Stil
von
Joyce,
Faulkner,
Proust,
Conrad
und
Orwell
und
meinen
anderen
Lieblingsautoren
schreibt.
Das
war,
was
ich
tat.
Das
war,
wer
ich
bin.
Es
gab
kein
Entkommen.
Das
war
in
Ordnung.
Weit
davon
entfernt,
diesem
Schicksal
zu
entfliehen,
habe
ich
es
angenommen.
Aber
dann
geschah
etwas
Merkwürdiges:
Ich
wurde
kein
Schriftsteller.
Zumindest
nicht
in
dem
Sinne,
wie
ich
es
erwartet
hatte.
Stattdessen
wurde
ich
...
Podcaster?
Der
über
Verschwörungen
redet?
Im
Internet?
Und
so
rann
mir
der
Lebensweg,
von
dessen
Entwicklung
ich
absolut
überzeugt
gewesen
war,
wie
Sand
durch
die
Finger.
Ich
kann
sogar
das
genaue
Datum
bestimmen,
an
dem
mir
klar
wurde,
dass
mein
Leben
in
eine
ganz
andere
Richtung
gehen
würde,
als
ich
es
mir
vorgestellt
hatte:
den
21.
März
2007.
Es
steht
direkt
hier
in
meinem
Tagebuch,
wo
ich
festhielt,
wie
344
meine
Gedanken
immer
öfter
um
die
Informationen
zu
»Ver-
schwörungen«
kreisten
und
diese
mein
Interesse
an
Literatur
zunehmend
in
den
Hintergrund
drängten:
»Und
überhaupt
—
wie
weit
wird
mich
diese
neue
Philosophie
bringen?
Es
ist
schon
kurios,
wie
schnell
diese
neue
Sicht
auf
die
Welt
meine
alten,
selbstbezogenen
Ambitionen
entlarvte:
der
Traum,
ein
jetsettender,
millionenschwerer
literarischer
Intellektueller
mit
coolem
Pseudonym
zu
sein.
Bloße
Selbst-
täuschung
und
Wichtigtuerei.
Als
ob
es
erstrebenswert
wäre,
Erfolg
zu
haben.
Ich
sage:
Behaltet
sie,
diese
Überreste
jugendlicher
Sehnsüchte,
diese
kindliche
Vorstellung
davon,
wie
die
Welt
funktioniert.
Die
eigentliche
Frage
lautet:
Wie
widme
ich
mich
am
besten
dem,
was
wirklich
zählt?
Der
glanzlosen
Arbeit,
der
sich
unsere
Vorfahren
verschrieben
haben.
Der
Arbeit,
Freiheit
und
Unabhängigkeit
zu
verteidigen.
Zweifellos
kann
ich
als
Schreiber
vor
allem
als
Chronist
meinen
größten
Beitrag
leisten.
Jetzt
ist
es
an
der
Zeit,
mit
Zorn
aufzustehen,
Alarm
zu
schlagen,
die
Menschen
um
mich
herum
aus
ihrem
Schlaf
zu
reißen.
Ein
Jonathan
Swift
gegen
die
Neue
Weltordnung?
Wenn
es
so
sein
muss.
Alles,
was
ich
weiß,
ist,
dass
er,
lebte
er
heute,
eine
Webseite
hätte.
Und
vielleicht
muss
ich
das
auch.
Und
denen,
die
das
Spiel
leiten,
sage
ich:
Vorsicht!
Man
weiß
nie,
was
passiert,
wenn
wir
beginnen,
das
Spielfeld
zu
verlassen.«
Und
so
endete
mein
Sturz
in
den
Kaninchenbau,
der
in
meiner
kleinen
neuen
Wohnung
in
Japan
im
Herbst
2006
begann,
damit,
dass
ich
in
meinem
eigenen
Tagebuch
plötzlich
meine
langgehegten
literarischen
Ambitionen
verleugnete.
Obwohl
der
gesamte
Prozess,
der
mich
dazu
führte,
diesen
neuen
Weg
345
einzuschlagen,
verwirrend
und
desorientierend
war,
hätte
er
mich
eigentlich
nicht
überraschen
müssen.
Denn
all
das
war
schon
ein
halbes
Jahrhundert
zuvor
prophezeit
worden
—
von
jenem
Autor,
den
ich
heute
häufiger
zitiere
als
jeden
anderen.
Der
Autor,
der
mir
in
der
Mittelstufe
einst
solche
Verlegenheit
bereitete:
George
Orwell.
1946
schrieb
Eric
Arthur
Blair
—
besser
bekannt
unter
seinem
Pseudonym
George
Orwell
—
einen
Essay
mit
dem
Titel
»Warum
ich
schreibe«.
Obwohl
er
bei
der
Veroffentlichung
im
kurzlebigen
Literaturjournal
Gangrel
erst
dreiundvierzig
Jahre
alt
war,
hatte
Orwell,
der
zu
diesem
Zeitpunkt
bereits
internationalen
Ruhm
durch
»Animal
Farm«
erlangt
hatte
und
gerade
an
»1984«
arbeitete,
sich
das
Recht
verdient,
über
sein
Leben
als
Schriftsteller
nach-
zudenken.
Weil
er
sich
der
Frage
widmete,
was
ihn
dazu
treibt,
den
Stift
zu
Papier
zu
bringen,
notierte
Orwell
die
vier
großen,
von
ihm
identifizierbaren
Beweggründe
fürs
Schreiben.
Nämlich:
»Purer
Egoismus:
Der
Wunsch,
klug
zu
erscheinen,
jemand
zu
sein,
über
den
gesprochen
wird,
der
nach
seinem
Tod
in
Erinnerung
bleibt,
um
sich
an
den
Erwachsenen
zu
rächen,
die
einen
in
der
Kindheit
abgelehnt
haben,
etc.,
etc.
Es
ist
Humbug
zu
behaupten,
dass
das
kein
Motiv
ist
—
und
ein
starkes
noch
dazu.«
Ȁsthetischer
Enthusiasmus:
Die
Wahrnehmung
von
Schönheit
in
der
äußeren
Welt
oder,
auf
der
anderen
Seite,
in
Worten
und
ihrer
richtigen
Anordnung.«
»Historischer
Impuls:
Der
Wunsch,
die
Dinge
so
zu
sehen,
wie
sie
sind,
wahre
Tatsachen
herauszufinden
und
sie
für
die
Nachwelt
aufzubewahren.«
346
»Politischer
Zweck:
Verwendung
des
Wortes
»politisch«
im
weitesten
Sinne.
Der
Wunsch,
die
Welt
in
eine
bestimmte
Richtung
zu
drängen,
die
Vorstellung
anderer
Menschen
von
der
Art
von
Gesellschaft,
nach
der
sie
streben
sollten,
zu
verändern.«
Diese
vier
Motive,
so
Orwell,
»gibt
es
in
unterschiedlichem
Maße
bei
jedem
Schriftsteller,
und
bei
jedem
Schriftsteller
werden
die
Verhältnisse
von
Zeit
zu
Zeit
variieren,
je
nachdem,
in
welcher
Atmosphäre
er
lebt«.
Würde
man
nur
die
erste
Hälfte
von
Eric
Arthur
Blairs
Biografie
lesen
und
versuchen,
den
Rest
zu
extrapolieren,
könnte
man
leicht
eine
falsche
Vorstellung
davon
bekommen,
welcher
Typ
von
Schriftsteller
er
einmal
werden
könnte.
Als
Urenkel
eines
wohlhabenden
Gentlemans
vom
Land,
dessen
Eltern
verzweifelt
an
dem
festhielten,
was
vom
Familienvermögen
und
-
vielleicht
noch
wichtiger
—
sozialen
Status
übriggeblieben
war,
wuchs
Blair
noch
klassenbewusster
auf
als
der
durchschnittliche
Engländer.
Nach
seinem
Abschluss
am
renommierten
Eton
College
entschloss
er
sich,
der
indisch-kaiserlichen
Polizei
in
Burma
beizutreten.
Ein
fast
undenkbarer
Schritt.
Von
einer
bequemen
Position
im
Herzen
der
Oberschicht
hinab
zu
einer
niedrigen
Stellung
in
einer
entlegenen
Ecke
eines
verblassenden
Imperiums.
Dies
war
nur
das
erste
Beispiel
für
eine
lebenslange
Gewohnheit:
Privilegien
und
Komfort
zu
meiden,
um
eine
schärfere
Einsicht
in
die
Funktionsweise
der
wirklichen
Welt
zu
gewinnen.
Dieses
Muster
setzte
sich
fort,
als
Blair,
nachdem
er
seinen
Posten
in
Burma
aufgegeben
und
geschworen
hatte,
Schriftsteller
zu
werden,
erneut
auf
den
Komfort
seines
Familienlebens
verzichtete,
um
Landstreicher
zu
werden.
347
Unter
dem
Namen
»P.S.
Burton«
begann
Blair,
unter
den
ärmsten
Mitgliedern
der
Gesellschaft
im
Londoner
East
End
und
im
Pariser
Arbeiterviertel
zu
leben
und
zu
arbeiten.
Aus
diesen
Erfahrungen
entstanden
Essays
wie
»Der
Spike«2
und
»Wie
die
Armen
sterben«,3
die
seinen
Lesern
einen
schonungslosen
Blick
auf
das
Elend
gaben,
das
die
unterdrückten
Arbeiter
jener
Zeit
erdulden
mussten
—
und
die
zu
seinem
ersten
Buch
»Unterwegs
in
Paris
und
London«
führten.
Es
war
der
erste
Text,
der
unter
dem
Namen
»George
Orwell«
erschien,
weil
er
seiner
klassenbewussten
Familie
die
Peinlichkeit
ersparen
wollte,
den
eigenen
Namen
mit
jemandem
in
Verbindung
bringen
zu
müssen,
der
seine
Zeit
als
Landstreicher
verbrachte.
Jeder,
der
sich
mit
Blairs
prägenden
Erfahrungen
und
dem
Inhalt
von
Orwells
nächsten
Büchern
auskennt
—
»Tage
in
Burma«,
»Eine
Pfarrerstochter«,
»Die
Wonnen
der
Aspidistra«
und
»Der
Weg
nach
Wigan
Pier«,
die
alle
in
kurzer
Zeit
zwischen
1934
und
1936
ver-
offentlicht
wurden
—
könnte
versucht
sein,
den
Verlauf
der
jungen
literarischen
Karriere
zu
erahnen.
Schließlich
handelt
es
sich
hier
um
den
verlorenen
Sohn
einer
Familie
mit
schwindendem
Vermögen,
der
seine
eigene
komfortable
Stellung
in
der
Gesell-
schaft
ablehnt,
um
ein
(zweifellos
mittelmäßiger)
Autor
(letztlich
vergessener)
sozialistischer
Literatur
zu
werden.
Aber
zum
Glück
für
uns
alle
war
dies
nicht
das
Ende
von
Orwells
Geschichte.
So
wichtig
seine
frühen
Schriften
auch
für
die
Entwicklung
seines
sachlichen,
geradlinigen
Schreibstils
gewesen
sein
mögen
—
im
Jahr
1936
war
Orwell
dennoch
ein
relativ
unbekannter
und
weit-
gehend
unbeachteter
Autor,
der,
wäre
er
diesem
Weg
weiter
gefolgt,
heute
kaum
jemandem
in
Erinnerung
geblieben
wäre.
Erst
als
jene
Reihe
von
geopolitischen
Ereignissen,
die
schließlich
im
Zweiten
Weltkrieg
gipfelte,
in
den
späten
1930er
Jahren
ihren
348
Höhepunkt
erreichte,
wurde
sichtbar,
wie
Orwell
die
ersten
Schritte
in
Richtung
eines
anderen
Weges
unternimmt
-
einem
Weg,
der
ihn
zum
weltberühmten
und
bis
heute
geschätzten
Autor
von
»Animal
Farm«
und
»1984«
machen
sollte.
Entsetzt
über
den
Aufstieg
des
Faschismus
und
-
im
Gegensatz
zu
vielen
seiner
englischen
Zeitgenossen
—
die
Bedrohung
durch
Hitler
und
die
von
ihm
vertretene
totalitäre
Ideologie
sehr
ernst
nehmend,
erkannte
Orwell
schnell,
dass
der
Sturz
der
Zweiten
Spanischen
Republik
durch
die
von
den
Nazis
unterstützte
Frak-
tion
um
Francisco
Franco
einen
entscheidenden
historischen
Moment
markierte.
Ende
Dezember
1936,
nur
sechs
Monate
nach
seiner
Heirat
mit
Eileen
O’Shaughnessy,
kam
Orwell
in
Barcelona
an
und
sagte
zu
John
McNair,
dem
Mann,
der
im
Auftrag
der
Independent
Labour
Party
britische
Freiwillige
für
die
republi-
kanische
Miliz
in
Spanien
koordinierte:
»Ich
bin
gekommen,
um
den
Faschismus
zu
bekämpfen«.4
Seine
Erfahrungen
im
Spanischen
Bürgerkrieg
erreichten
ihren
Höhepunkt
im
Mai
1937,
als
die
verschiedenen
Fraktionen
der
republikanischen
Seite
des
Konflikts
begannen,
sich
im
Rahmen
di-
verser
Straßenschlachten
in
Katalonien
zu
messen.
Orwell,
der
für
die
»Workers
Party
of
Marxist
Unification«
(POUM)
kämpfte,
nahm
war,
dass
er
und
seine
Kameraden
von
der
kommunistischen
Presse,
als
»faschistische
Kollaborateure«
ins
Visier
genommen
wurden.
Dass
er
nur
knapp
der
anschließenden
Exekution
von
POUM-Mitgliedern
entkam,
die
viele
seiner
Freunde
das
Leben
kostete,
hinterließ
bei
Orwell
einen
bleibenden
Eindruck.
In
seinem
Essay
»Warum
ich
schreibe«
erklärte
er
dazu:
»Der
Spanische
Bürgerkrieg
und
andere
Ereignisse
in
den
Jahren
1936-1937
gaben
den
Ausschlag.
Von
da
an
wusste
349
ich,
wo
ich
stand.
Jede
Zeile
ernsthafter
Arbeit,
die
ich
seit
1936
geschrieben
habe,
wurde
—
direkt
oder
indirekt
—
gegen
den
Totalitarismus
und
für
den
demokratischen
Sozialismus
verfasst,
so
wie
ich
ihn
verstehe.
Es
erscheint
mir
unsinnig,
in
einer
Zeit
wie
der
unseren
zu
glauben,
man
könne
es
vermeiden,
über
solche
Themen
zu
schreiben.
Jeder
schreibt
darüber
—
in
der
einen
oder
anderen
Form.
Es
ist
einfach
eine
Frage,
auf
welcher
Seite
man
steht
und
welchen
Ansatz
man
wählt.
Und
je
bewusster
man
sich
seiner
politischen
Voreingenommen-
heit
ist,
desto
größer
ist
die
Chance,
politisch
zu
handeln,
ohne
dabei
seine
ästhetische
und
intellektuelle
Integrität
zu
opfern.«
Weil
Orwell
nur
knapp
der
von
der
Sowjetunion
unterstützten
Exekution
entkommen
war,
nahm
er
unter
den
englischen
Sozialisten
eine
einzigartige
Position
ein,
die
ihm
erlaubte,
die
Bedrohung
durch
den
Totalitarismus
zu
erkennen.
Nicht
nur
in
Bezug
auf
den
Faschismus,
sondern
auch
hinsichtlich
des
Kommunismus.
Es
war
dieses
spezielle
Bewusstsein
für
die
realen
Schrecken
des
Totalitären
—
nicht
aus
philosophischen
Studien,
sondern
tatsächlicher
Lebenserfahrung
entstanden
—
das
Orwell
von
so
vielen
seiner
Zeitgenossen
unterschied.
Erst
auf
diesem
Boden
der
Erkenntnis
konnten
die
Früchte
von
Orwells
künstlerischem
Ausdruck
vollständig
reifen:
»Was
ich
in
den
letzten
zehn
Jahren
am
meisten
angestrebt
habe,
ist,
politisches
Schreiben
zur
Kunst
zu
machen.
Mein
Ausgangspunkt
ist
immer
ein
Gefühl
der
Parteinahme,
ein
Sinn
für
Ungerechtigkeit.
Wenn
ich
mich
hinsetze,
um
ein
Buch
zu
schreiben,
sage
ich
mir
nicht:
»Ich
werde
ein
Kunstwerk
schaffen«.
Ich
schreibe
es,
weil
es
irgendeine
350
Lüge
gibt,
die
ich
aufdecken
will,
irgendeine
Tatsache,
auf
die
ich
aufmerksam
machen
möchte
—
und
mein
erstes
Anliegen
ist
es,
Gehör
zu
finden.«
Die
Früchte
seiner
Bemühungen,
»politisches
Schreiben
zur
Kunst
zu
machen«
-
»Animal
Farm«
und
»1984«
—
werden
heute
weltweit
gefeiert.
Doch
es
besteht
kein
Zweifel
daran,
dass
diese
Werke
niemals
entstanden
wären,
hätte
Orwell
den
Tumult
der
1930er
Jahre
nicht
erlebt.
So
wie
Orwell
feststellte,
dass
es
»Unsinn«
sei
zu
glauben,
ein
Autor
in
den
1930ern
könne
es
vermeiden,
über
den
Totalitarismus
zu
schreiben,
der
seinerzeit
die
Welt
bedrohte,
halte
auch
ich
es
für
Unsinn
zu
glauben,
dass
ein
Schriftsteller
der
Gegenwart
es
vermeiden
könne,
sich
mit
der
totalitären
Bedrohung
von
heute
auseinanderzusetzen:
Mit
der
Entwicklung
einer
technokratischen
Biosicherheitsdoktrin,
die
absolute
Kontrolle
über
jeden
einzelnen
Menschen
bis
auf
die
Ebene
des
Genoms
anstrebt.
Obwohl
diese
Entwicklung
lediglich
eine
Fortführung
des
uralten
Strebens
nach
Weltherrschaft
ist,
das
jeden
Möchtegern-Tyrannen
der
Geschichte
antrieb,
stellt
diese
neueste
Ausprägung
totalitärer
Bedrohung
-
befeuert
von
Technologien,
die
selbst
Orwell
sich
niemals
hätte
vorstellen
können
—
die
größte
Gefahr
dar,
der
die
Menschheit
je
gegenüberstand.
Also,
warum
schreibe
ich?
Das
ist
die
Frage,
von
der
selbst
Orwell
zugeben
musste,
dass
er
sie
nie
vollständig
beantworten
konnte:
»Wenn
ich
die
letzten
ein
oder
zwei
Seiten
noch
einmal
überblicke,
sehe
ich,
dass
ich
den
Eindruck
erweckt
habe,
meine
Beweggründe
fürs
Schreiben
seien
völlig
uneigen-
nützig.
Diesen
Eindruck
möchte
ich
nicht
als
endgültigen
351
Eindruck
hinterlassen.
Alle
Schriftsteller
sind
eitel,
egoistisch
und
faul,
und
tief
in
ihren
Beweggründen
liegt
ein
Geheimnis.
Ein
Buch
zu
schreiben
ist
ein
furchtbarer,
erschöpfender
Kampf,
wie
eine
lange
Phase
einer
schmerz-
haften
Krankheit.
Man
würde
so
etwas
niemals
auf
sich
nehmen,
wenn
man
nicht
von
einem
Dämon
getrieben
wäre,
dem
man
sich
nicht
widersetzen
und
den
man
nicht
verstehen
kann.«
Dem
würde
ich
sicherlich
nicht
widersprechen.
Aber
warum
hat
mein
Schreiben
nicht
die
Form
literarischer
Fiktion
angenommen,
von
der
die
jüngere
Inkarnation
meiner
selbst
überzeugt
war,
dass
sie
meinen
Karriereweg
prägen
würde?
Weil
ich
mir,
basierend
auf
dem,
was
ich
über
die
Welt
weiß,
nicht
vorstellen
kann,
meine
Sprachfertigkeit
auf
irgendeine
andere
Weise
zu
nutzen,
als
mit
aller
Kraft
Alarm
in
Bezug
auf
die
existen-
tielle
Bedrohung,
der
die
Menschheit
gegenübersteht,
zu
schlagen.
Liebe
Leserin,
lieber
Leser,
bitte
verstehen
sie
meine
Absichten
nicht
falsch.
Ich
versuche
in
keiner
Weise,
mich
mit
Orwell
zu
vergleichen
oder
meine
amateurhaften
literarischen
Kritzeleien
auf
das
gleiche
Podest
zu
stellen
wie
dessen
monumentales
Werk.
Ich
biete
diese
Erklärung
lediglich
an
—
sowohl
für
mich
selbst
als
auch
für
sie
—
um
zu
veranschaulichen,
warum
ich
zu
einem
Podcaster
wurde,
der
sein
Leben
den
Warnungen
vor
einer
»Neuen
Weltordnung«
widmet,
anstatt
ein
(wahrscheinlich
ignorierter)
Autor
von
(zweifellos
mittelmäßigen)
fiktiven
Werken
zu
sein.
Aber
dennoch,
soweit
es
von
Bedeutung
ist,
finde
ich
gewissen
Trost
in
der
Ironie,
dass
meine
nicht-literarische
Schriftsteller-
Karriere
wieder
einen
Bogen
geschlagen
hat
und
nun
zu
dem
Mann
zurückkehrt,
der
meinen
frühesten
literarischen
»Erfolg«
352
inspirierte
—
»Animal
Farm
2«.
Orwells
Einfluss
auf
mich
und
die
Welt
im
Allgemeinen
hat
keineswegs
nachgelassen,
sondern
wächst
mit
jedem
Jahr.
Schließlich
hat
er
genau
das
Vokabular
—
von
»Doublethink«
und
»Thoughtcrime«
bis
hin
zu
»Memory
Hole«
und
»Big
Brother«
geliefert,
mit
dem
wir
die
Ereignisse
be-
schreiben,
die
sich
heute
um
uns
herum
abspielen.
Wie
ich
immer
wieder
feststellen
muss,
ist
es
nahezu
unmöglich,
Beispielen
für
den
expandierenden,
technokratischen
Polizeistaat
zu
begegnen,
ohne
diese
als
»Orwell’sch«
zu
bezeichnen.
Bedauerlicherweise
bin
ich
davon
überzeugt,
dass
Orwell
dieser
Tatsache
in
seinem
Grab
wenig
abgewinnen
kann.
Aber
vielleicht
weiß
er
ja
zu
schätzen,
dass
wir
den
Krieg
noch
nicht
verloren
haben,
solange
es
unter
uns
diejenigen
gibt,
die
seine
Warnungen
noch
erst
nehmen.
1
Orwell,
George:
»Why
I
Write«,
The
Orwell
Foundation,
1946.
archive.is/TwFpv
Orwell,
George:
»The
Spike«,
The
Orwell
Foundation,
1931.
archive.is/uBBnQ
Orwell,
George:
»How
the
Poor
Die,
in
Fifty
Orwell
Essays,
Project
Gutenberg
Australia,
veröffentlicht
im
August
2003,
aktualisiert
April
2019.
archive.is/hMigX
4
Syeda,
Seema:
»War
Reporters:
George
Orwell«,
Military
History
Matters,
22.
Juli
2019.
archive.is/yk2yD
393
Über
den
Autor
James
Corbett
wurde
1979
in
Calgary,
Alberta,
Kanada,
als
jüngster
von
drei
Söhnen
geboren.
Sein
Vater
war
Bauzeichner,
seine
Mutter
Hausfrau.
Das
junge
Ehepaar
zog
1972
von
Gateshead
im
Norden
Englands
nach
Kanada.
James
besuchte
die
University
of
Calgary,
wo
er
2001
einen
Bachelor-Abschluss
mit
Auszeichnung
in
englischer
Literatur
erwarb
und
das
Trinity
College
in
Dublin,
Irland,
wo
er
2003
einen
Master-Abschluss
(M.
Phil.)
in
anglo-irischer
Literatur
erhielt.
2004
zog
er
nach
Japan,
wo
er
heute
mit
seiner
Ehefrau
und
als
Vater
von
zwei
Kindern
lebt.
355
Index
9/11
Commission
(The
National
Commission
on
Terrorist
Attacks
Upon
the
United
States)__249
Reaktion
der
US-Regierung
und
Bin
Laden
(siehe
»Bin
Laden,
Osama«)
und
FAA
(siehe
»Federal
Aviation
Administration«)
und
NORAD
(siehe
»North
American
Aerospace
Defense
Command«)
A
Abbey,
Edward__158
Afghanistan__34,
210,
296-300,
308
Afrika__120,
136,
142,
143,
219,
221,
222
Afroamerikanisches
Institut__
224
American
Airlines__33
Amerikanismus__286
396
American
Scholars
Symposium__25
Anarchismus__152,
158
Animal
Farm__343,
346,
349,
351,
353
Annan,
Kofi__214,
215
Argentinien__187
Arizona
State
University__141
Baca
Ranch__225
Bank
für
Internationalen
Zahlungsausgleich__56,
70
Bank
of
America__34
Bank
of
Canada__132
Bank
of
England__91,
132
Barroso,
José__
62
Belgien__34,
277
Bernhard,
Prince__98,
262,
266,
289
Bilderberg__57-60,
63,
72,
141,
222,
255-257,
259,
260-268,
289,
307,
316
Bin
Laden,
Osama__26,
38,
118,
210,
244,
250,
310
Black,
Edwin__105
Boston
9/11
Truth
Tea
Party__71
Brzezinski,
Zbigniew__79-81,
295-298,
312,
317-320,
323
Buck,
Carrie__103,
104
Buckingham
Palace__110
Burma__347,
348
Bush-Familie__38
George
H.
W.__39,
181,
260,
271,
301
George
W.__
38,
249,
259
Business
Council
of
Canada__138-140
C
Cameron,
David__258,
259,
265
Canada__132,
137
Canada
Smart
Border
Declaration__138,
139
Canadian
Council__138,
140
Canadian
International
Development
Agency__216,
218,
220
Carlyle
Group__38
Carter,
Jimmy__79
Center
for
North
American
Studies__
141
Central
Intelligence
Agency
(CIA)__38
China__70,
143,
217,
229,
311-313,
321
Citigroup__34
Clarke,
Richard__117
Clinton__54,
55,
259,
315
Bill__57,
277,
259,
260,
314
Hillary__57,
260
Common
Core
State
Standards
Initiative__149
Copley,
Marion__170
Corbett
Report__9,
10,
17,
29,
138,
141
CropLife
International__172
Crop
Trust__189-192
Darwin,
Charles__92,
95-98
Davos__215,
216
Demokratie__
24,
30,
48,
50,
65,
207,
227
Department
of
Homeland
Security
(DHS)__137
Deutschland__34,
48,
104,
105,
134,
144,
146,
260,
290,
301
Dicks,
Dan__267
Drake,
Edwin__331
Drittes
Reich__106,
107
Dritte
Welt__223
Dubos,
René__
221
397
E
Earth
Charter__
223,
226,
290
Earth
Council
Institute__226
Earth
Summit__223,
224,
290
England__53,
55,
90,
91,
101,
115,
132,
234,
259,
277,
289,
355
Eugenik,
Eugeniker__14,
93-96,
98,
99-110,
190,
191,
192,
193,
287-292
Eugenics
Record
Office
(ERO)__101,
104,
290
Eugenics
Review__96
Eugenik
in
Amerika__95,
101-103,
105,
107,
108,
190
Eugenik
in
Deutschland__99,
104-107
Eugenik
in
GroRbritanien__95,
96,
98-100,
108
Eugenik
in
Kanada__100
Europa__54,
57,
60,
61,
87,
88,
104,
132,
136,
142,
152,
164,
221,
237,
255,
256,
262,
263,
264,
277,
285,
286,
307,
335,339
Europäische
Behörde
für
Lebensmittelsicherheit
(EFSA)__172
Europäische
Zentral-
bank
(EZB)__132
358
F
Federal
Aviation
Administration
(FAA)
__
115
Federal
Bureau
of
Investigtion
(FBI)__35,
37-39,
76,
114,
115-117,
119,
121-123,
249
Federal
Reserve__
28,
57,
132,
336
Fiat-Geld__133,
238
Fichte,
Johann
Gottlieb__144,
145,
146
Food
and
Agricultural
Organization
(FAO)__179,
180,
189,
192
Food
and
Drug
Administration
(FDA),
US__167,
172,
178,
179,
181,
193,
194
Forbes__
176
Fourth
World
Wilderness
Congress_
222
Frankreich
__34,
48,
145,
261,
301,
330
G
G20
Treffen
70
Galton,
Francis__
92-94,
96-98,
101,
108
Genetic
Literacy
Project__169,
172
Globalismus__73,
136,
150,
160,
321
Gott__86,
89,
109,
145,
298
Goldman
Sachs__73,
143
GrolRbritannien__96,
98,
99,
297,
301
Grove,
Richard
Andrew__
245,
246
Golfkrieg__301,
302
Grüne
Revolution__182-186
Hamilton,
Lee__115,
250
Harper,
Stephen__139,
140,
261
Hayek,
F.
A.__272,
273
Hayes,
A.
Wallace__173,
174,
176,177
Hussein,
Saddam__301,
302,
303
Huxley
Aldous__96,
206-209
Julian__98,
206,
208,
209,
288,
289
IBM__115,
116,
312,
332
Indien__143,
186,
296,
297
Intergovernmental
Panel
on
Climate
Change
(IPCC)__216,
223
International
Agency
for
Research
on
Cancer
(IARC)__166-169,
183
International
Basic
Economy
Corporation
(IBEC)__184,
185
International
Development
Research
Centre
(IDRC)__220
Irak_
187,
188,
214,
257,
300-303
Japan__17,
22,
24,
31,
34,
56,
132,179,
311,
328,
344,
345,
355
Jefferson,
Thomas__147-149,
151
Jennings,
Barry__243,
244
Jerusalem__130
K
Kalter
Krieg__308-311
399
Kanada__
48,
100,
132,
137,
138-140,
218-220,
222,
228,
229,
235,
261,
265,
355
Kaiser
Wilhelm
Institut
(KWI)__105,
107
Kean,
Thomas__122,
250
Kerrey,
Bob__250,
251
Kieseritzky,
Lionel__305
Kissinger,
Henry__222,
250,
302,
311,
312,
315,
316,
320,
323
Klimawandel__291
Korsika__330
Kurdistan__300
Kurden__300-304
L
Lasko,
Gary__263
Linnean
Society__
98
London__27,
55,
87,
96,
234,
305,
348
Manitoba__216,
218,
235
Manley,
John__138,
139,
140
Mexican
American
Develop-
ment
Corp__183
Mexiko__137,
138,
140,
182-184,
274
360
Monderman,
Hans__277
Monod,
Noah__
218
Monsanto__
165,
168-178,
181,
187,
188,
193,
194
Multilaterales
System__189
Nairobi__219,
221,
222
National
Institute
of
Standards
and
Technology
(NIST)
244
Nationalismus__144,
147,
149,
150,
160
Netflix__208
Neue
Weltordnung__15,
59,
226,
237,
271,
272,
329,
345
New
York__25,
55,57,
74,
79,
108,
119,
122,
164,
177,
207,
218,
227,
243,
250,
309
New
York
Times__79,
164,
177,
207,
250,
260,
314
New
York
Zoological
Society
286
Nordamerika__57,
138,
139-143,
164,
245,
255,
256,
290
North
American
Aerospace
Defense
Command
(NORAD)__118,119
North
American
Center
for
Transborder
Studies__141
North
American
Competitive-
ness
Council
(NACC)__
138
North
American
integration__142
North
Atlantic
Treaty
Organi-
zation
(NATO)__58,
73,
115,
237,
257,
299,
308,
313,
321
0
Obama,
Barack__30,
57,
87,
140,
150,
258,
259,
260
Oberster
Gerichtshof__
102,
103,
104,
178
Orwell,
George__
206,
207,
342-344,
346-353
P
Paris__107,
348
Paul,
Ron__71
Pennsylvania__331,
332
Petro-Canada__222,
290
Posilac__193,
194
Postman,
Neil__207
Peking__214,
217
Q
Qaim,
Matin__164
Quigley,
Carroll__52,
54,
55,
57,
59,
66,
70,
314,
316
Rockefeller,
David__
218,
222,
226,
290,
311,
312
Rockefeller,
John
D.__108,
183,
184,
288
Rockefeller,
Laurance__225
Rockefeller,
Nelson__183,
227
Rockefeller,
Steven
C.__227,
290
Rockefeller
Archive
Center__184
Rockefeller
Brothers
Fund__185
Rockefeller
Foundation__105,
183,
184,
189,
220
Rom__60,
215
Roosevelt,
Teddy
284-286,
288
Rothschild,
David
Mayer
de__291
Rothschild,
Edmund
de__
222,
223,
290
Rothschild-Familie__91,
228,
291
Round
Table
Groups__53-55,
315
Römische
Vertrage__60,
264
361
Russland__73,
143,
307,
308,
313,
321
Ryan,
Kevin__37,
246
S
Saudi-Arabien__114,
244
Schwab,
Klaus__
215
Science
Media
Centre__172
Schöne
neue
Welt__206,
208,
288
Security
and
Prosperity
Partnership
(SPP)__138,
139
Séralini,
Gilles-Eric_
171-177
Shared
Space__276,
277
Skelton,
Charlie__267
Small
Business
Administration
(SBA),
US__122,123
Smart
Border
Declara-
tion__138,
139
Social
Biology__108
Sowjets__
204,
297-299,
308,
343
Sowjetunion__204,
217,
297,
309,
350
S&P
500
Index__37
Spartacus__233,
234
Spooner,
Lysander__154,
155,
159
Stengel,
Richard__29,
30
Stratesec__37,
38,
39
362
Strong,
Maurice__214,
215,
216,
218,
219,
222,
229,
290
Strong,
Anna
Louise__217
Sutton,
Antony__309
Suzuki,
David__284
Schweden__222
T
Tea
Party
(siehe
»Boston
9/11
Truth
Tea
Party«)__71-75
Totalitarismus__350,
351
Trudeau,
Justin__215,
222
Trump,
Donald__73,
74,
87
Tyler,
Wat__234
U
Umweltbewegung__221,
222,
224,
284,
285,
287,
290-292
Ukraine__304
Unabhangigkeitstag__
232,
240,
241
UNESCO__150,
288,
289
US-Staatsanwalt__123
United
States
Geological
Survey__286
V
Vietnam__298,
308,
309,
311
Vereinte
Nationen
(UN)__50,
65,
98,
143,
150,
164,
179,
192,
215-219,
221,
223,
226-229,
237,
261,
290,
321
W
Wedgwood,
Josiah__95,
96
Wells,
H.
G.__98,
271
Weißes
Haus__40,
91,
115,
116,
121
Wikipedia__218
Wilson,
Woodrow
__
149,
271,
287
Wolfensohn,
James__214,
215,
220
Woodward,
Bob__316
Weltbank__50,
57,
59,
143,
186,
188,
215,
220,
223,
224,
261,
307
Weltnaturschutzbank__222,
223,
290
World
Conservation
Union
(IUNC)__
224
World
Core
Curriculum__150
Weltzollorganisation__143
Weltwirtschaftsforum
(WEF)__215-224
Weltgesundheitsorganisation
(WHO)__166,
179,
180,
192
World
Resources
Institute__223
World
Trade
Center__37,
119,
243,
247,
248
Welthandelsorganisation__50,
143,192
Weltkrieg__104,
107,
134,
262,
271,
301,
348
World
Wildlife
Fund
(WWF)__98,
224,
289
Y
Jom-Kippur-Krieg__222
YouTube__20,
24,
25,
27,
29
363
James
Corbett
REPORTAGE
Essays
zur
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